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E_1938_Zeitung_Nr.037

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10 Automobil-Revue —

10 Automobil-Revue — JN U 37 Alt Falkenstein in der Klns bei Baisthal. (Photo Gabereil.) Zum Muttertag! Generationen kommen und gehen. Aus dem Schosse der Mütter wird die Menschheit geboren, sie sind auserkoren, mit tausend bitteren Schmerzen das Leben weiterzugeben. Immer wieder, im ewigen Kreislauf, sind sie Sein und Werden. Mütter stehen glorreich da, sie leiden und dulden, wachen über Glück und Freude, ihr tiefstes Gefühl ist Liebe und stetes Verzeihen, sie opfern ihr ganzes Leben, fröhlich und mutig. Ihre Hingabe begehrt keinen Lohn; still und mahnend sind sie Weggefährten. Manches Talent, das sich erfüllt, wurzelte im Urgrund einer mütterlichen Sehnsucht. Geheimnisvolles, im tiefen Verbundensein von Mutter und Kind. Eine Mutter ist für ihr Kind nie tot: nur hört mit ihrem Tode seine Kindheit auf. Ihr Wesen und ihre ganze Art sind vorbildlich und ihre Worte wirken weiter. Ein Segen liegt auf einer glücklichen Häuslichkeit, Gesundheit für Seele und Leib, gläubige Ehrfurcht für alles Edle und Wahre, das sind Grundlagen, die ihre Kreise immer weiter ziehen: denn von der Familie aus wird unser ganzes Volkstum beseelt. Gross und schwer, reich und schön ist die Autgabe der Mütter. F. A. St. Kommende Ereignisse Aarcu: 7.-21. Mai: GemUdeauntellung «Alpen und Jura in der teitganÖBsischen Malerei» (Stadt. Saalbau). Arthi 8. event. 18. Mai: SehwyzerkantonalesSchwing- und Aelplerfeit. Baael: 7. Mal: Taiupala Cloolds und Alexander Sakharoff (Stadtth.). 7.13. Mai: Lustspielabend «Die Freier». Leitung Eva Bernoulli (Clarahof). 8. Mai: Rankhof: Fussball-Repräsentativspiel Schweix B- Baden-Württemberg. 8.Mai: Stadion St. Jakob: Nationales Damen Hockeyturoier. Bern: Bis 29. Mai: Kunsthalle: Ausstellung Emest Biäler. Mai/Juni: Zahlreiche Konzerte der Berner Männer-, Frauen" und Gemischten Chöre im Rahmen der Veranstaltung «Bern singt». Braunen: 7. Mai: «Nun jagen wir den Winter fort.» Alter Völksbrauch. Genf: 8. Mai: «Fete de la F£d6ration des Jeunesses et 3a Fete de» Vln» genevoi» • Cartigny». - GoUturnier. Langaathali 7./S. Mai: Landgemeinde dar Sahwalz. Radiokameraden. Lausanne: 8. Mai: Fussball-Länderspie) Belgien/Schweiz. Schaffhausen: 8. Mai: Motorradrennen. Werben: 8. evenl, 19. Mal: Seeländischei Schwingfest, Zürich: 7. Mai: Golfwettspiel (Zumikon): The President'* Cup. 8. Mai: Radmeisterschaft von Zürich. 8. Mai: Grossmünster: Konzert der Don Kosaken. 12. Mai-6. Juni: Kunsthaus: Ausstellung Cuno Amiet. j In den sauberen Gassen des alten Städtchens Murten gibt es nur vor der Schmiede Leben, wo ein Bauer seinem Pferde die Hufe neu beschlagen lässt. Die Arbeit wird beginnen auf den Feldern, da tut auch für das Zugtier gutes Schuhwerk not. Heimelig ist es im alten Wehrgang, der der Stadt schon in den Burgunderkriegen Schutz und Schirm geboten hat. Aus frisch gepflegten Gärten steigt der Duft von Flieder empor und rankendes Epheu, das am rauhen Gemäuer hochklimmt, glänzt in der Sonne. Und über alles hinweg zittert warme Luft und lässt die Strahlen zu lebendigen Kringeln werden, die über das braune Gebälk hintanzen. Hoch vom Schlossturm geht der Blick in die Runde. Helles Grün leuchtet aus den Buchenwäldern, in denen versteckt kleine Bauerndörfer liegen, Zwerggemeinden wie Clavaleyres, in denen fast jedes Haus seinen Vertreter in den Gemeinderat entsendet. Dort raucht der Bauer noch sein eigenes Kraut, den «Murtechabis», der bis hinauf ins Broyetal gepflanzt wird. Schon ist die Schiffahrt erwacht aus ihrem Winterschlaf. Raddampfer fahren durch den engen Broyekanal hinüber in den Neuenburgersee. Lustig ist es, wie sie bei jeder Brücke, die sie unterfahren, demütig das Kamin einziehen. Mit den Schaufeln berühren sie bei diesem geringen Wasserstand noch den Grund und lassen einen braunen Streifen hinter sich. Der Neuenburgersee ist die Ruhe selber. Bei seiner grossen Ausgedehntheit verschwinden die Einzelheiten der Ufer. Es bleibt nur das Spiel der Farben. Alles ist auf Blau gestimmt, in allen möglichen Tönungen. Dominierend bleibt der Jura mit seinen Höhenzügen, dem Creux du Van und dem Chaumont, die einen Engpass freilassen nach Frankreich, den internationalen Verkehrsweg über Pontarlier. Neuenburg selber, die altvornehme Stadt mit ihren vielen Schulen und Instituten, lockt den Frühlingsfahrer. Und wer hingeht, der findet dort das schönste Französisch der ganzen welschen Schweiz, gesprochen von einem flinken, frohen, zu Lust und Scherz aufgelegten Völklein, dessen wohlklingendes, befreiendes Lachen selber ganz frühlingshaft wirkt und ansteckt. Von wieder anderem Reiz ist der Bielersee mit seinen Inseln, von denen die eine durchhöhlt ist von den wilden Kaninchen. Auf der andern lebte der grosse Rousseau. Ihr Schutzpatron ist Sankt Peter. Rasche Motorboote der Dampfschiffahrtsgesellschaft führen hinüber nach dem alten Erlach, das in seiner geschlossenen Bauart mittelalterliche Gefühle weckt, die durch die grosse und sorgfältige Gepflegtheit der Gebäude wieder ins Heute zurückgeführt werden. Am Jurafuss liegt Neuenstadt, seiner Würde bewusst. Dann folgen Ligerz und- Twann, in dem ein guter Tropfen wächst, und der weit im Schweizerlande herum gerne getrunken wird. Besonders beliebt ist der rote Twanner. Die geringe Menge macht ihn, übers ganze Land verteilt, zu einem wirklich seltenen Tropfen. Auch all die andern Dörfer, auf der Flachlandseite zwischen Blütenbäumen prangend, am Jurafuss von Reben umsäumt, helfen mit, das Bild des Bielersees zu einem heimeligen zu gestalten. Nicht umsonst triffst du in allen Ecken Maler, die die landschaftlichen Schönheiten und Reize auf die Leinwand bannen) Wasser, die zu seinen Füssen rauschen. Und auf der Gegenseife, den Bielersee abtrennend, recken sich Jolimonr und Jensberg. Zwischen den dreien liegt die Ebene des Grossen Moos, durchzogen von kleinen schnurgeraden Wasserläufen, die begleitet werden von gleichen Reihen hoher, schlanker Pappeln. Ueberall ist der Boden geöffnet. Fieissige Moosbauern stechen Torf und schichten ihn auf zum Trocknen. Aus der schwarzbraunen Erde strömt ein Duft, der in der Nase prickelt. Rings um die Seen geflochten sind Kränze von lieblichen Dörfern. Auch sie liegen noch still. Kaum spürst du das Leben, das in ihnen sich regt. Es ist nicht die Zeit zum Lärmen, eher zum Träumen. Wenn einmal die Erntezeit naht und es auf Am untern Ende des Sees liegt Biel, die Industriestadt. allen Strossen ächzt vor schwer beladenen Heuwagen und Kornfuhren, wenn das Lied der Sensen und der Schnitter weithin in der Ebene erklingt, Ganz modern mutet sie an mit ihrem «Wolkenkratzerviertel» um den Bahnhofplatz. In ihren Gassen aber schleicht die Not. Man sieht sie wenn gar im Herbst aus dem Rebgelände daj übermütige Jauchzen emtefroher Winzer dringt, dann ist es vorbei mit der andächtigen Stille. Jetzt aber hörst du nichts als den gedämpften Ton des Alltags, als das Trillern der Lerche, die sich aus dem Rohr aufschwingt in die blaue, frühlingswarme Luft. Verlässt man in Biel den Bahnhof, so findet man sich auf den ersten Blick kaum zurecht. Wir sind doch in keiner Grossstadt, aber Biel überrascht uns mit grossstädtischen Bauten, Die Geschäftsstadt Biel ist zum Verwundern unternehmungslustig, ja betriebsam. Gerade hier werden deshalb so viele politische und wirtschaftliche Konferenzen abgehalten. In der Bieler Altstadt: Aeusserlich ist dieses alte Biel mit seinen hochgiebeligen Häusern fast dasselbe wie zur Gründungszeit. Es hat Lauben, bunte Brunnen, verwittert ist Tor und Turm. Das alte und das neue Biel sind zwei getrennte Welten. Wie Burgdorf hat auch Biel ein Technikum. Biel ist seinem ganzen Wesen nach die technischere und damit die modernere Stadt. In den geraden Strassen ahnt man kaum, dass der Bielersee einen so stillen, intimen und zauberhaften Reiz bietet. Dieses Biel ist gesegnet durch eine lieblich-ernste Umgebung, Seine Gemütswerte sind vorzüglich da in der nicht, man spürt si« nur. Wohl wird versucht, in einigen der ehemals von frohlebenden Uhrmachern bevölkerten Fabriken durch neue Industrien feiernden Händen neue Arbeit zu verschaffen. Der Umformungsprozess dauert lange und geht nur langsam, stückweise vor sich. Aber trotzdem so viele nicht mehr wissen, wovon sie morgen leben sollen, verleugnen sie in keinem Stück den welschen Charme und bleiben die Freundlichkeit, die Fröhlichkeit und die Liebenswürdigkeit selber. Es wird Frühling an den Juraseen. Ueberall ein langsames Erwachen zu einem neuen Leben. Ueberall der Reiz des Wechsels in Farben und Formen. Wer sich diesem Frühlingszauber hingibt, spürt seine Kräfte wachsen. Nicht nur das Grossartige und Erhabene, auch das Kleine und Idyllische macht uns frei und stark. R. G. Blei, die Zukunftsstadt Biel, Altstadt. (Photo Jaeser.) Landschaft. Ein Ausflug zur Petersinsel bleibt unvergesslich, und er ist durchaus nicht nur für alte Leute. Hier findet man noch selbstgenügsame Ländlichkeit, klassisch in gewissem Sinne. Es braucht wenig Phantasie, nur etwas Einfühlung, um sich im 18. Jahrhundert, dem Jahrhundert Goethes, aber auch Rousseaus zu empfinden. Das ist Bieler Charakter, verschwiegene Poesie neben ökonomischer Zweckhaftigkeit. Es ist auch interessant, Uebergangsort zu sein, Sprachgrenze, Scheidung und Vereinigung zweier Kulturen. Die Natur hat dabei eine scheinbare Verwechslung begangen. Sie schuf das deutschsprachige Seeland sanft und blumenreich — die sprichwörtliche Derbheit seiner Bewohner wird niemand bestreiten. Gegenüber steigt nun der welsche Jura schroff empor, fast abweisend. Nun ragt der Bieler Jura freilich nicht so unvermittelt aus dem Wasser wie die beängstigenden Churfirsten am Walensee, Ligerz, Tüscherz und Twann erheben sich spielerisch wie italienische Orte, mit Reben und rebenreifendem Sonnenlicht, geschützt und geborgen. Dieses Traubengelände lässt den Berg zurücktreten, es ist ihm freundlich vorgelagert. Wald und grauer Jurafels dämpfen die Seefarben. Die Sommermatten sind blühend und bunt. Grünes und Blühendes strömt zu Tal und klettert die Hänge hinauf. Es ist wenig bekannt, was sich dem Naturfreund darbietet, wenn er auf Biels höchste Terrassen steigt, eben jene Plateaux und Hänge, die im Sommer von Blumen und im Winter von zweisprachiger Sportjugend bevölkert sind. Er überschaut das ganze Land vom Jura zu den Alpen. Die zackige Silberlinie wird kaum noch geahnt. Dazwischen leuchten die drei Bruderseen von Biel, Murten und Neuenburg. Flussläufe glitzern, Aare-, Saane-, Sensenfluss, die Broye. Das reiche Gros de Vaud und das Freiburgerland mit seinem melancholischen Zauber sind dem Berner liebe, erweiterte Heimat, dem Fremden ein Wunder. Der Jura besitzt ausgezeichnete Fahrstrassen. Biel wird dadurch um so wichtiger. Es spielt im Verkehrsleben überhaupt eine ähnliche Rolle wie Bern. Wie die Hauptstadt ist es Eingang zur französischen Schweiz. Breite Autostrassen in die nahe und fernere Umgebung sind unerlässlich. Man fährt über Biel, sei es im werktäglichen Geschäftsverkehr, oder zu. einem kurzen Besuch der anmutigen Städte Landeron, Erlach, Neuenstadt. Gertrud Egger. Interlaken T C. S. Beim Hauptbhf. Das ganze Jahr offen. Zimmer mit fliessend. Wasser v. Fr. 3.50 an. Grosses Restaurant. Günstiger Parkplatz. Garage Tel. 105. Fam. Beugf tr, Bes. Leubringen Hotel-Rest, de la Gare T. C. 8. Schönster Aussichtspunkt auf die Stadt Biel und Umgebung. Grosse Lokalitäten und Terrassen für Hochzeiten u. Gesellschaften. Gutgef. Küche, la Getränke. Schöne Zimmer. Tel. 45.42. 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N° 37 — Automobil-Revue 11 C/nbekannterj schöner '/um Es ist seltsam und schier unbegreiflich, dass keinen Anspruch darauf erheben, fast ausnahmslos mit den Schultern gezuckt sonderlich zeitgemäss zu erscheinen. Es mag noch lange dauern, es wird, sobald man nach dem Jura fragt. Die einen kennen ihn wohl, mögen ihn aber nicht mag aber bereits morgen schon der sonderlich; die andern haben früher einmal im Jura andere Gäste als nur reisende Geographieunterricht davon sprechen hören, Schulklassen und vereinzelte Naturbummler sehn, und vielleicht wer- erinnern sich aber nicht mehr daran. Und wer zum Beispiel von Zürich in die welsche den in den Wäldern und auf den Schweiz fährt, der streckt bisweilen seinen duftenden Waldwiesen in der Nähe Kopf zum Wagenfenster hinaus, überrascht der Jurastädte nicht immer nur von der weichen Bläue, der sanften Linienführung der Bergzüge oder unterhalten von Herbst hinein den Sonntag mit lau- einige Vereine bis in den tiefen den mutwilligen Taleinschnitten, den wie riesenhafte Ruinen ausschauenden Klüsen und sondern es könnte der Welt plötzten Festlichkeiten parodieren, — grauen Felsnasen. Der eine oder der andere lich einfallen, sich für unsern Jura der Reisenden, die von Zürich nach Basel zu interessieren. Dann würde das keine Zeitungen lesen, achtet vielleicht sogar ruhige Dasein dieser Bergwelt, das auf die einsamen Wälder, die verträumten bisher dem Leben eines Beamten Pfade längs ebenso verträumter Bäche des im Ruhestand vergleichbar war, Fricktals, und wenn im frühen Frühling die aufhören; es müsste der einsame Erde rotbraun leuchtet oder im Herbst die Wanderer sein Reich aufgeben und Kirschbäume bluten, die Wälder wie farbige der industrielustige Jurassier würde Raupen an den Hängen kleben, — dann seh'n freudig neues Leben für seine brachen Fabriken erhoffen. Noch ist sich diese Reisenden sogar veranlasst, auch dieses Stück Erde schön zu finden. es aber nicht so weit! Noch ist der Jura dem heutigen Weltenfahrer Unbekannter schöner Jura! Woran wohl liegt es, dass man dich nicht kennt, nicht kennen will? — Einsam und irgendwie unecht sticht Abend für Abend die Reihe der Lichter des Grand Hotel in Magglingen hinaus in die Ebene des Seelandes, während dunkel und kühl die Seekette sich dehnt. Und ebenso kühl, ebenso einfach der Gewölbebogen des Chasserals, der Weissensteinkette. Woran liegt es, dass der Zauber dieser gestrengen, einfach und einfältigen Landschaft nur sehr wenigen bewusst wird? — Ach, der Jura ist unzeitgemäss. Wie ein Kleid aus dem letzten Jahrhundert mutet er den an, der Gipfel erstürmen möchte, waghalsige Bergbähnchen, halsbrecherische Autostrassen, Kurmusik und Hochgebirgsstrandbäder zu seiner Erholung notwendig braucht. Und es gibt viele, die solche Erholung brauchen. Und noch eine Untugend des Jura: Wie kaum ein anderes Berggebiet will er zu Fuss erobert werden; Bahn und Fahrweg führen, trotzdem sie beinah nirgeds fehlen, ausserhalb seines Herzens vorbei. Dort wo es wirklich schön ist, wo man vom breiten Rücken eines Berges hinab auf die buntscheckige Ebene mit Seen und Flüssen sieht, dort wird kein Benzin verbrannt. Stundenlang Wälder, Tannen, Laub- und Haselbüsche; stundenlang Weidland mit Distel und Enzian, dem würzigen Kraut zum feurigen Schnaps, Blumenteppiche längs der aufgeschichteten Steinumzäunung; dann ein Gehöft, breitdachig, grau, vielleicht ein Bergwirtshaus mit einem weiten Hausflur, der quer durch die Behausung führt und mit kleinen vertäferten Stuben, in denen es nach Stall und Milch, nach Brot und etwas Säuerlichem riecht, ein Sodbrunnen vor dem Küchenfenster. Anders auf den Höhen über den letzten Wettertannen: Fels und Gras, feines weiches Gras, kurz geschoren wie ein Fell, weidendes Vieh und ein Ausblick über ein ganzes Gewoge andrer Bergzüge, die immer flacher und bescheidener werdend in blaue Hügel verfliessen. Am schönsten jedoch die Weite des Mittellandes, wie es sich unter einem milden Herbsthimmel voll zartem Wolkengemaser in Wasser, Wald, in Wiesen und abgeerntete Aecker zerstückelt, begrenzt von der rosig schimmernden Firnenkette. Wandernd, rastend, sinnend muss hier genossen werden, es braucht Menschen dazu, die zu gemessen, zu gemässigt, zu banal. Der Geist eines Wissenden, Gereiften, der Trost und die Melodie eines Vergessenen, der über den Jurahöhen lebt, hat von unserer Zeit eine sehr bescheidene Rolle angewiesen bekommen. Er hat aber nicht aufgehört, den in seinen Zauber zu bannen, der seine Melodie erfasst. Und manch einer, der des Winters mit geschulterten Skiern seine Hänge erstiegen, mehr seinem Sport als dem weissflimmernden Reich ergeben, manch einen übernimmt mit der Zeit die Sehnsucht, auch den sommerlich ernsten Jura zu durchstreifen. Hans Walter. y)ie Clhreninoustrie im J/ura Die Schweizerische Landesausstellung 1939 Zürich muss dazu beitragen, das Ansehen unseres Landes zu erhöhen, wie es bei den Landesausstellungen 1883 in Zürich, 1896 in Genf und 1914 in Bern der Fall war; sie muss die wirtschaftliche Entwicklung der Schweiz hervorheben, die schweizerische Arbeit anspornen und ehren. Infolge seiner speziellen Lage, inmitten Europas, müsste unser Land seine Hauptanstrengung auf die Qualität seiner Produkte legen, und vor allem darnach trachten, diese Produkte mit besonderer Sorgfalt herzustellen. Dies hatte zur Folge, dass die schweizerische Arbeit überall in hohem Ansehen steht. Die oben gemachten Bemerkungen beziehen sich auf die schweizerische Arbeit im allgemeinen, aber sie treffen vor allem auf die Uhrenindustrie unseres Landes zu, deren Produkte überall hoch geschätzt sind. Die Uhrenindustrie ist diejenige Industrie, die sich für ein Land, das, wie die Schweiz keine Rohstoffe besitzt, am besten eignet. Sie benötigt nur leicht zu transportierende Rohmaterialien, das heisst Gold, Silber, Stahl und Messing. Gold und Silber besitzen einen hohen Wert bei einem kleinen Volumen; Stahl und Messing, die als Rohprodukte nicht diesen inneren Wert haben, verlangen, um in Räder- und Gehwerke verwandelt zu werden, eine enorme Arbeit, durch welche sie eine beträchtliche Wertzunahme erfahren, so dass beinahe der ganze Wert des Gehwerkes einer Präzisionsuhr aus der Arbeitsleistung herrührt. Die Uhrenindustrie wurde infolgedessen für die Schweiz und vor allem für den Jura, welcher über recht wenig Naturschätze verfügt, ein höchst willkommenes Mittel, um eine Bevölkerung zu ernähren, welche sonst hätte auswandern müssen, da das eigene Land wenig Existenzmöglichkeiten bietet. Le Locle. Gegenwärtig beträgt die Zahl der von der Uhrenindustrie in den Fabriken oder als Heimarbeiter beschäftigten Leute beinahe 30 000. Die Uhrenindustrie ernährt also mehr als 11 Prozent der in der gesamten schweizerischen Industrie beschäftigten Arbeiter. Schätzungsweise werden 95 Prozent der Produktion der schweizerischen Uhrenindustrie exportiert. Im Jahre 1937 hat der Export fast 23915818 Uhren und Uhrwerke betragen, welche einem Werte von 205025 937 Franken entsprechen, das heisst annähernd 16 Prozent der gesamten Ausfuhr. Die Schweiz ist der grösste Weltproduzent von Uhren. Die Vereinigten Staaten kommen an zweiter Stelle mit 15950 Arbeitern (1927); dann folgen Deutschland (1928: 4100 Arbeiter); Frankreich (1928: 7000 Arbeiter); England, Japan (1927: 500 Arbeiter). Kurz zusammengefasst kann man sagen, dass die Uhr, dieses Meisterwerk von Feinheit und Präzision, deren regelmässiger Gang durch die unglaublich kleinen Dimensionen ihrer Bestandteile in keiner Weise benachteiligt wird, das charakteristische Produkt einer der lebenswichtigsten \ schweizerischen Industrien ist. Dank ihrer hohen "^Zuverlässigkeit und der Schönheit ihrer immer wieder neuen Formen hat die schweizerische Uhr die ganze Welt erobert. Die schweizerische Uhrenindustrie bemüht sich, immer wieder neue Kunstwerke zu schaffen und die Uhr stets zu vervollkommnen,- sie scheut kein Opfer, um fortwährend bessere Produkte auf den Markt zu bringen, ihnen die künstlerisch vollendetsten Linien zu geben, um auf diese Weise des Vertrauens, das ihr von jeher in der ganzen Welt zuteil wurde, noch würdiger zu sein und zu bleiben. Unter diesen Umständen ist es fük die Uhrenindustrie eine moralische Pflicht, ein Vertrauensbekenntnis für die Zukunft, und zugleich eine Kundgebung der Solidarität den anderen Industriezweigen unseres Landes gegenüber, an der Landesausstellung Zürich 1939 teilzunehmen. Sie war auch dieser Meinung, so dass ihre Teilnahme an der Landesausstellung eine grosse und glänzende wird. * Die Uhrenindustrie wird in der Sektion 8, «Fabrik und Werkstatt», ausstellen. Sie wird über ein spezielles zweistöckiges Gebäude verfügen mit einer Fläche von zirka 1200 Quadratmeter, und zwar in der den Luxusindustrien und der Mode reservierten Abteilung. Die reiche und glänzende Ausstellung der Uhrenindustrie wird sich also in dem Milieu befinden, das genau zu. ihr passt, und das wird nicht unwesentlich zu ihrem Erfolg beitragen. Wir erwähnen noch, dass die Ausstellung unter dem Patronat der schweizerischen Uhrenkammer organisiert sein wird, mit der aktiven Beteiligung der Föderation suisse des associations de fabricants d'horlogerie (F H.), der Union des branches annexes de l'horlogerie (Ubah) und der Ebauches S.A. Allerhand Weltwunder Ein neues Weltwunder An der Urwaldgrenze Brasiliens und Argentiniens, weitab von jedem Verkehr, liegen die riesigen Wasserfälle des Iguassu, von denen man bis vor kurzem nur aus den begeisterten Schilderungen Forschungsreisender wusste, dass sie die Niagarafälle an Höhe und Breite bedeutend übertreffen und in ihrer Art als das grossartigste Naturschauspiel der Welt bezeichnet werden müssten. Dem Luftverkehr blieb es vorbehalten, dieses Weltwunder dem Reisepublikum allgemein zu erschliessen. Die neue Flugstrecke Rio de Janeiro - Asuncion (Paraguay) führt unmittelbar über die Iguassufälle hinweg. Die Piloten sind angewiesen, sie in geringer Höhe zu überfliegen, so dass jeder Passagier das einzigartige Schauspiel geniessen kann. Die ersten Flugreisenden bezeichneten den Anblick der mit ohrenbetäubendem Donnern niederstürzenden ungeheuren Wassermassen als den erhabensten Eindruck ihres Lebens, als eine «Symphonie in Grün und Weiss von überwältigender, unvergesslicher Schönheit». Die Hochzeit um 44 Jahre verschoben Ein Mister Aaron Lyberger in Elyria (Ohio) hatte seine Hochzeit auf den 15. April 1894 festgesetzt. Wenige Tage vor der Trauung bekam er mit seinem Fräulein Braut Krach, der derartige Ausmasse annahm, dass man sich nur über einen einzigen Punkt einig wurde: die Trauung nicht stattfinden zu lassen. Die beiden jungen Leute heirateten zwar kurz danach — aber nicht einander, sondern anderweitig. Im vergangenen Herbst nun trafen sie sich zufällig in einem Autobus. Nachdem die erste Verlegenheit überwunden war, kamen sie ins Gespräch, stellten vorerst fest, dass sie beide verwitwet waren, und begannen dann in alten Erinnerungen zu schwelgen. An alles Mögliche erinnerten sie sich — nur an die Ursache ihres Kraches konnten sich beide mit dem besten Willen nicht erinnern. Was war logischer, als dass sie beschlossen, auch den Krach selber zu vergessen und die Konsequenzen hieraus zu ziehen._ Die Hochzeit wurde mit der geringfügigen Verspätung von 44 Jahren neu angesetzt, und am 15. April 1938 wurden die beiden ein glückliches Paar. •//• rnttm 'II «ff* •//• IIIB 'I 6t cn6itbtn/ n*tv 6crncr ^uta Qratisauskünfte für Wusflüge zu per 'Ruto, per ©ahn, für Oerpflegung und Unterkunft. Qratis-Zustellung oon 9rospekten und Führern über den ganzen 3ura durch „Pro Jura' Delemont