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E_1938_Zeitung_Nr.042

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11 Automobil-Bevue —

11 Automobil-Bevue — N° 42 Mattscheibe: richtige Beurteilung des Bildausschnittes und der Belichtungszeit. Die Nachteile der Rolleiflex-Typen, Gewicht, Format und Gebundenheit an ein fest eingebautes Objektiv von nur einer Brennweite, scheinen uns dagegen zu verschwinden, wenn auch keinesfalls geleugnet werden soll, dass sich einiges Wesentliche auch für die Kinofilmkamera sagen lässt, wie beispielsweise immer wieder durch hervorragende Resultate wissenschaftlicher Expeditionen bewiesen wird. Wahl des Negativmaterials. Einfacher lässt sich die Frage nach dem bestgeeigneten Negativmaterial beantworten. Prinzipiell lautet sie: panchromatisch und hochempfindlich. Und um gleich die Einschränkung des Prinzips zu erwähnen: bei reinen Schneelandschaften ruhig orthochromatisch und Gelbfilter. Damit läuft man nämlich viel weniger Gefahr, in grösseren Höhen allzu dunkle Himmel zu bekommen, womit nicht gesagt sein soll, dass man bei einiger Vorsicht — Verwendung von Hochgebirgsfiltern — nicht auch schön gedeckte Himmel selbst bei sehr dunkelblauem Licht erhalten kann. Sonst aber, besonders also im Sommer, empfiehlt es sich durchaus, mit dem handelsüblichen panchromatischen Negativmaterial zu arbeiten, wobei man in den frühesten Morgen- und Abendstunden immer noch ausnahmsweise einen höchstempfindlichen, supersensibilisierten Film einspannen kann, um die Rotstrahlen der Dämmerung für letzte Momentaufnahmen auszunützen. Im gleichen Zusammenhang sei auch auf den Gebrauch von Filtern hingewiesen. Bei orthochromatischem Film unentbehrlich, sollte man sie bei panchromatischem Material möglichst sparsam verwenden, also nur, wenn es z. B. grosse Grünflächen aufzuhellen und gegen zu helle Himmel zur Geltung zu bringen heisst oder wenn man Spezialeffekte beabsichtigt. Praktisch sind heute aber alle Markenfilme so gut abgestimmt, dass man sozusagen ohne Filter auskommen kann. Gut wird man dabei tun, sich auf eine bestimmte Marke einzuarbeiten, um über die im Detail doch abweichenden Reaktionen des Materials auf bestimmte Lichtverhältnisse Bescheid zu wissen. Gehört somit der Gelb- oder besser noch Gelbgrünfilter zum eventuell gerade noch entbehrlichen Zubehör, wird man einiges andere im Gebirge doch kaum missen wollen. Als wichtigstes Zubehör präsentiert sich da zunächst die Sonnenblende, dieses von den Amateuren geradezu sträflich vernachlässigte Hilfsinstrument, das in Wahrheit unentbehrlich ist, unentbehrlich, wo es sich um Gegenlichtaufnahmen handelt, unentbehrlich, wo Wasser und Schnee den Vordergrund beherrschen. Gerade bei lichtstarken Objektiven besteht ja immer die Blendungsgefahr, und manche vermeintliche Unscharfe, die sich beim Vergrössern verderblich auswirkt, ist nur darauf zurückzuführen, dass man ohne sie arbeitete. Ebenso vorteilhaft ist es, ein kleines Stativ, eventuell mit einem sogenannten Panoramakopf, mit sich zu führen, wenn man interessante Gipfelaufnahmen machen will. Ergibt sich doch oft die Notwendigkeit, wegen eines malerischen Vordergrundes nächstliegende Gegenstände und Figuren vor einem unendlich weiten Horizont ins Bild zu nehmen, so dass dann sehr stark abgeblendet werden muss, so stark, dass ein « Schuss aus freier Hand » unmöglich wird. Gilt doch die alte Regel, « ein Fünfundzwanzigstel ist immer sicher > nur eigentlich für die alte, stabil und schwer in der Hand ruhende Plattenkamera, während man es heute mit sehr leichten, durch geringste Bewegungen schon stark zu erschütternden Miniaturapparaten zu tun hat, die mancher noch beim Abdrücken eines c Fünfzigstels > zum Verwackeln bringt. Viel umstrittener ist dagegen die Frage, ob man einen Belichtungsmesser mitnehmen soll oder nicht. Dieses, wirkliche Qualität vorausgesetzt, ausgezeichnete Hilfsinstrument hat nämlich den grossen Nachteil, dass es gerade in den schwierigsten Grenzfällen zur Morgenund Abendzeit doch etwas unsichere Resultate ergibt, und, was schwerer ins Gewicht fällt. dass es den Amateur unselbständig macht, ja, daran hindert, die sicherste Erfahrung, die Erfahrung aus der Praxis, zu erwerben. Um nun aber neben den so wichtigen Fragen der Ausrüstung noch zur praktischen Aktion zu kommen, sei gleich daran angeknüpft. Die Probleme der richtigen Belichtung spielen nämlich gerade bei der Gebirgsphotographie eine ganz entscheidende Rolle. So dankbar nämlich auch der « Nahschuss » gerade im Gebirge ist, so reizvolle Erinnerungen winzige Nebensächlichkeiten, Blumen am Weg, interessante Gesteinsbildungen, kleine Wegund Waldausschnitte, Quellen und Bäche geben, so unbestritten ist doch noch immer das letzte und schwersterreichbare Ziel: das eindrucksvolle Bild einer Fernsicht. Und da kommt es aus zweierlei Gründen unbedingt auf richtige Belichtungszeiten an. Einmal nämlich entspricht das richtig belichtete Bild immer noch am ehesten der herrschenden f Stimmung », dann aber gefährdet, was den meisten Amateuren unbekannt sein dürfte, eine allzustarke Ueberbelichtung die Bildschärfe. Der moderne Doppelschichtfilm gleicht infolge seiner Doppelschicht scheinbar zwar den Belichtungsfehler aus, tut das aber auf Kosten der Schärfe, weil die relativ dicke Schicht infolge ihrer milchigen Beschaffenheit jeden auftreffenden Lichtstrahl in die Tiefe kegelförmig verbreitert. Vergrössert man nun gerade so ein Fernsichtbild auf die für solche Motive unentbehrlichen Grossformate von 13 X 18 an, was für c Aussichten > wohl das Mindeste ist, wenn sie wirklich einen Eindruck machen sollen, kommt eine Art Unscharfe heraus, die man nicht mehr als künstlerisch ansprechen kann. Hier, im Hochgebirge, gilt also die Forderung nach richtigen Belichtungszeiten noch viel mehr als im Tiefland, denn für die richtige Bildwirkung sind im Gebirge, wo die Entfernungen doch durchgehend beträchtlich sind, feinst durchgezeichnete Details entscheidend, wie sie nur ein einigermassen exakt belichtetes Negativ aufweisen kann. Wer also nicht mit dem Belichtungsmesser arbeiten will, sollte in zweifelhaften Fällen immer zwei bis drei Aufnahmen mit stark abweichenden Belichtungszeiten machen, bis er die nötige Erfahrung gesammelt hat. Welche Art Motive man am besten v/ähtt, zu besprechen, würde den Rahmen dieser Ausführung zu weit ausdehnen. Davon ein anderes Mal. -g- Vom Sinn und Nützen der Bergbahnen Im Sommer kümmert uns eine Reise In die Weite wenig, viel stärker ist unser Wunsch nach einer Fahrt zur Höhe, schon wegen der trägen Hitze, die in allen Asphaltgassen lauert und die sich durch keinen wohlmeinenden Wind und durch keinen Spritzenwagen mehr ganz vertreiben lässt. Wie aber gelangen wir schnell und mühelos in kühlere Regionen? Wie anders wohl als mit der Bergbahn? Darum lobe ich die Bergbahn. Man weiss es, die Schweiz ist ein Land der Bergbahnen, und wo hätten sie eine grössere Berechtigung als gerade bei uns? Sie kriechen die Berghänge hinauf, unscheinbar kleben sie an den gewaltigen Flanken und erreichen behutsam und sicher ihre Ziele. Da die Temperatur, wie die Wissenschaft es festgestellt hat, mit je 170 m Steigung um einen Grad abnimmt, können wir es uns ja selbst ausrechnen, wie rasch uns die Bergbahn aus der Umschlingung der Hitze herausreisst. Früher hatte man noch Zeit, sich die kühlenden Höhen auf heissen Fusspfaden zu erobern. Heute hat man keine Zeit mehr dazu, oder man glaubt es wenigstens. So wurde eines Tages die Bergbahn erfunden. Das ist zwar auch schon eine erkleckliche, Zeit-her, aber üppig ins Kraut geschossen sind die neuen Linien eigentlich doch erst in den allerletzten Jahren, seiV dem vermehrten Skilauf und Wochenendbetrieb. Sollten aber diese Winterbergbahnen etwa einen Sommerschlaf vollführen, dürfen? Das doch wohl nicht! Und so lässt man sie den Sommer über weiterlaufen, all jenen zur Freude, die an ein müheloses Hinaufbefördertwerden nicht notwendig eine sausende Abfahrt auf schmalen Brettern anschliessen müssen. So hat die Bergbahn in den Sommermonaten nichts Sportliches mehr an sich, sie lässt .dafür aber auch unsere Hast verschwinden. Sind wir oben angelangt, dann müssen wir uns nicht auf einen Haufen langer Latten Stürzen, um in hartem Strauss unsere eigenen herauszufischen, nein, wir können gleich mit dem Schauen und Rasten beginnen. Wir dürfen es sogar Und wenn wir dann eine kurze oder lange Wanderung anschliessen, dann geht sie in einer gemächlichen Gangart vor sich. * Gewiss, die Zünftigen unter den Wanderern und Bergsteigern schimpfen immer noch gerne über diese «verweichlichenden» Bergbahnen. Unnützes Tun. Wenn nur einer will, findet er andere Wege zu Jausenden. Und die Gebrechlichen und die Bequemen, warum sollen diese nicht auch den Berg auf ihre Art erleben dürfen? Denn die Gipfel und ihre Landschaften schenken sich nicht nur dem, der sie zu stürmen weiss, nein auch dem, der zu schauen versteht, dem Wanderer also, der es mit dem Herzen und mit den Augen geblieben ist, auch wenn der Fuss nicht mehr Schritt halten will. Aber auch der Bergsteiger lobe die Bergbahn. Wie manchem Ziele bringt sie ihn doch näher, wie sehr spart er Kräfte durch einen verkürzten Anmarsch, Kräfte, die seinem seelischen Erlebnis zugute kommen, die ihn frischer und unmittelbarer an die Dinge herantreten lassen, die ihn erwarten. Die Wagenkistchen, denen wir uns anvertrauen, tragen meist bunte Farben. Es liegt etwas Versprechendes in diesem Rot und Blau und Gelb und Grün. Da ist einmal die Zahnradbahn, die Veteranin unter den Bergbahnen. Sie tut sich um auf einem weiten Gelände, sie legt Kurven ein, um sich und euns gelassen zur Höhe zu schrauben. Ihre Wa- en klammern sich an die kantige Zahnstange, equem können wir während der Fahrt Ausschau halfWi, wie sich die Landschaft aufrollt. Eiliger schon hat es die Drahtseilbahn. Sie wählt nach Möglichkeit die Gerade zwischen Anfang und Ziel.. Wenn wir ihren Schienen entlangblicken, auf denen die Räder kaum zu haften scheinen, könnte es uns schwindeln, so kühn und steil und dem Gesetze der Schwerkraft fast Hohn sprechend ist ihre Anlage. Vollends der Erde enthoben sind wir in der Luftseilbahn. Sie hängt an den Seilen, die über riesige stählerne Trägermasten laufen. Ihre Kabinen schweben über den Abgründen dahin. Wir blicken hinunter auf die Spitzen der dunkelgrünen Tannen, wir sehen den Bergen in die Eingeweide ihrer Felsschlünde. Die Luftseilbahn schenkt uns eine bescheidene Illusion des Fliegens, und wenn das. Wagenkästchen nach einem Trägermast etwas jäh absinkt, dann können wir uns ausmalen, dass wir in ein Luftloch sacken. Wie geniessen wir diese kleinen Sensationen in voller Sicherheit! Im Grunde aber haben alle diese Bahnen eine gemessene, langsame Bewegung, und wir sind erstaunt, zu sehen, dass wir mit ihnen Steigungen in Minuten bewältigen, für die wir zu Fuss mehrere Stunden benötigen würden. Wie bald sind wir zu neuen Horizonten getragen! Unsere Neugierde, wie wohl die Welt von oben ausschaue, wird immer wieder gestillt. Die Alten meinten, hinter irgendeinem Höhenzuge müsse die Welt aufhören. Wir wissen es ja, dass dem nicht so, ist, und trotzdem lockt uns das Rätsel der noch ungeschauten Fernen. So ist der Drang zur Höhe vom Wunsch geleitet, in neue Täler zu sehen und auf neue Horizonte. Die bewohnte Welt breitet sich wie ein bunter Teppich vor uns aus, und der hohe Berg mit dem Fels seiner Grate und dem Eis seiner Gletscher ist uns näher als sonst. Wir aber stehen und bewundern inmitten von beidem. So ist die Bergbahn für alle ein Geschenk. Für die Müden und Schaulustigen, denen sie das Endziel bedeutet, wie für die Wanderer und Bergsteiger, deren Reise erst dort ihren Anfang nimmt, da sie endet. Zu einer Höhe aber, die mit Metern messbar ist, haben wir mit der Bergbahn noch eine innere Anhöhe erklommen, auf der unser Herz empfangsbereiter wird, weil es den Bedrängnissen der gewohnten Tage entrückt ist: befreiter erlebt es hier oben die Schönheit unserer Erde. A. Gr. Froh gelaunt,wenn flottgekleidet. Jedem ist das möglich nach seinem persönlichen Geschmack und Portemonnaie: mit dem Tuch A.-G.-Herrenkleid. 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NO 42 Automobil-Revue m Unser Nationalpark Fortsetzung von Seite 1. Routenbeschreibungen gebe ich Dir lieber später an Hand der gemachten Aufnahmen; gewittert — Du beispielsweise nicht mehr'auf die Alp, auf den Munt la Schera zu bringen wärest. Zugegeben, die herrliche Sicht, welche sich von dort bietet, muss nicht sehr für heute nur noch ein paar kleine Tips, welche Dich vielleicht doch veranlassen könnten, Deine nächsten Ferien in der Heimat, und zwar im Nationalpark zu verbrin- nicht weniger schön. Verstanden ? Ausser- sauer verdient werden. Sie ist darum aber gen. Merkwürdigerweise sind wir wiederdem ist jedoch gerade la Schera der einzigrichtige Ort zum Pläneschmieden, denn von hier aus — Du sitzest nämlich direkt im Zentrum des Parkes — kannst Du alles, was Dein Herz an Touren begehrt mit dem Feldstecher absuchen und das Unternehmen prächtig vorbereiten. Und noch etwas ! Du darfst Dir den schweizerischen Nationalpark ja nicht etwa als Parklandschaft gewohnten Stils vorstellen oder denken, es gebe in die- holt auf Wanderer gestossen, die mit grösstem Erstaunen von den verschiedenen Unterkunftsmöglichkeiten in diesem Naturreservat hörten. Man scheint sich da in weiten Kreisen ganz falsche Vorstellungen zu machen. Dabei kommt man mit Rucksack, guten Schuhen und einem währschaften Stock tatsächlich überall durch. Bis weit hinauf gibt es richtige Spazierwege und ausserdem darf man sich unbedenklich der Wegmarkierung überlassen — sie ist ganz vortrefflich durchgeführt. Die Zöllner von Punt La Drossa amten da gleichsam als Heinzelmännchen ; wer früh genug aus den Federn springt, sieht sie mit Farbkübel und Axt ausziehen und sich als Maler, d.h. Wegmarkierer und Wegbereiter versuchen. Sie verstehen das Handwerk aus dem ff und erweisen sich als fröhliche Wandergefährten, die manchen Wildwechsel, manche besonders malerische Stelle des Parkes kennen. Doch auch für Kletterlustige bietet das Gebiet mancherlei Betätigung, und solltest Du zufällig Lust haben auf einen Hosenlupf, etwa wie damals an der Ostflanke des «Federälplers», dann wohlan — Seil und Pickel wirst Du als Zünftiger ja ohnehin mitführen. Uns werden die Gipfelstunden auf Piz Minger und Piz Zuort, auf Piz Nair und Piz Valatscha unvergesslich bleiben! Nur um eines bitte ich Dich: Widme die ersten Tage Deines Aufenthaltes der näheren Umgebung von II Fuorn, und zwar aus verschiedenen Gründen. Einmal kenne ich Dich zu genau, Du Gipfelstürmer, um nicht zu wissen, dass — hast Du erst einmal richtige Höhenluft sem schweizerischen Schutzreservat nun etwa Zäune und ähnliche, an die Einrichtung eines Wildparkes erinnernde Dinge. Die Bezeichnung Park ist durchaus nicht zutreffend; die blumewüfoersäten Alpen — speziell des Val Minger — mögen vielleicht an eine derartige Anlage erinnern, der Wald als solcher aber präsentiert sich weit eher als Wildnis. Der Name wurde eben seinerzeit von den amerikanischen Vorbildern über- Vierwaldstätter- See und Umgebung Die Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich Im CH Tourlng, Führer für Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T. C. S. Typische Parklandschaft auf la Schera mit Blick ins italienische Grenzgebiet mit Val Golla. nommen, dabei ist aber zu sagen, dass zwischen jenen und unserm Nationalpark ein grundlegender Unterschied, und zwar in der Zweckbestimmung besteht. Während die amerikanischen Nationalparks mit der ausdrücklichen Bestimmung zum Volkserholungsgebiet errichtet worden sind, bezweckt die Engadiner Naturfreistätte einen unbedingen Schuz von Pflanzen und Tieren. Die Errichtung dieses Reservates aber dürfte, um mit einem der Hauptförderer des schweizerischen Nationalparkgedankens, mit Dr. Brunies zu sprechen : nicht aHein nüchterner Einsicht, als vielmehr einem gewissen Verantwortungsgefiüihl der Nachwelt gegenüber und vor allem der Ehrfurcht vor den Werken der Schöpfung zu danken sein. Eines möchte ich Dir ersparen: die Enttäuschung vieler Automobilisten, die da kommen und glauben, unser Nationalpark sei eine Art Wildeldorado, man könne da nur unter Rudeln halbzahmer Gemsen, Rehe und Hirschen spazieren gehen. Das verunmögiicht erfreulicherweise schon die ganz bedeutende Ausdehnung des Parkgebietes, loh sage absichtlich : erfreulicherweise, denn schliesslieh ist ein Naturreservat doch kein zoologischer Garten! Willst Du dies Stück Wildnis ganz durchqueren, dann rüste Dich für eine anstrengende Wanderung von mindestens 3—4 Tagen ; sie wird Dich durch dichte Waldbestände, über steile, zerklüftete Hänge, über hohe Gräte, durch enge Schluchten und blumenübersäte Längs- und Quertäler führen. Und Du wirst finden, dass der Nationalpark, welcher weder angegrenzt noch eingefriedet äst, eine unversiegliche Quelle des Tierreichtums für die angrenzenden Teile unserer Alpen darstellt Zu einer verderblichen Ansammlung des Wildes kommt es trotzdem nicht. Dafür sorgt schon die natürliche Auslese, d. h. zahlreichen Gefahren des Hochgebirges, Raubtiere und Raubvögel gewährleisten gleich einem Sanitäts- und Polizeiorps die Gesunderhaltung des gesamten Wildbestandes. Den letzten Bären möchtest Du sehen ? Bitte — schau dir ihn an auf dem Brunnenstock in Scarl! Ach — es gäbe noch so manches zu erzählen von diesen herrlichen Tagen mitten im Park, von wundervoll silbernen Frühlingsanemonen, von tiefroten Alpenrosen, ganzen Wiesen voller Männertreu, von prächtigen Füchsen, flinken Gemsen und Steinböcken, von den Hirschen und Rehen, die vor dem Hotel äsen, von einer ganzen Murmeltierkolonie auf la Schera, von Streifzügen ins italienische Grenzgebiet, vom Wüten des Lärchenwicklers und — ja auch von einem feurigen Tropfen, dem sogenannten « Stägefässler >. Kennst Du die Strafe, die im Nationalpark den « Ueberhöcklern » droht ? Nein ? So wisse denn — sie bekommen einen Liter dieses feurigen Nasses aufgebrummt Wann kommst Du? Ich kann mir nämlich nicht denken, dass Du nach all dem Angeführten noch widerstehen kannst. Entschliess Dich rasch — das Wetter ist prächtig, die Berge locken. Du wirst den Besuch dieser stillen Ecke unserer Heimat bestimmt nicht bereuen, nur wird es uns dann gleich gehen : Immer wieder werden wir uns zurücksehnen nach diesem schönen Flecken Erde. Dein..« Sonnenberg ob Luzern T. s. c. Hotel und Kurhaus T. C. S. auf guter, neuerstellter Strasse in 15 Minuten von Luzern via Kriens erreichbar. Prachtvolle Rundsicht auf Seen und Alpen. Grosse Bestaurations- und Gartenterrasse. la. Spezialitäten-Küche. Pension von Fr. 7.— an. Räumlichkeiten für Gesellschaften. Weekend-Arrangements. Garage, Parkplatz. Telephon 20.687. „MICHAELSKREUZ" T.cs. Besuchen Sie das neue 800 m ü. M., auch „Kleine Rigl" genannt, mit herrl. Rundsieht, an der neuen Durchfahrtsstr. Gisikon-Root — Küssnacht a. Rigi. Schöne Restaurationsräume, Terrasse, Gartenwirtschaften, neue franz. Kegelbahn. Gute Speisen und Getränke, Mittagessen, Zobigplättli, Buräschwinigs. Mit höflicher Empfehlung J. Kost