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E_1938_Zeitung_Nr.049

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der Spritbeimischungsangelegenheit, der dem SEV folgende Suada entlockt: «Die schweizerische Produktion an Motorfahrzeugen ist also nach wie vor bedeutungslos. Der Treibstoff ist sozusagen vollständig ausländisch. Man kann nicht genug auf diese Tatsache hinweisen. In der Umwandlung des überflüssigen schweizerischen Schnapses in Motortreibstoff sind auch im Berichtsjahr keine Fortschritte erzielt worden. Die grossen Patrioten mit den Luxusautomobilen haben diese vaterländische Tat bis heute verhindert.» Out gebrüllt, Löwe! Eine patriotische Tat ist in den Augen der Herren Bratschi und Konsorten anscheinend alles, was sich gegen das Auto richtet. Und weil im Generalstab des SEV alles gut vaterländisch gesinnte Leute sitzen, hat man dort auch mit der Litra gemeinsame Sache gemacht, um die famose Gütertransport-Initiative zu starten, wobei es sich offenbarte, «dass die Stellung der Bahnen im Volke, trotz der perfiden Hetze der Rechtspresse und dem zweideutigen Schweigen der Behörden, absolut unerschüttert geblieben ist». Hält man sich also über den Erfolg der famosen Initiative allerhand zugut und kargt man nicht mit grossen Worten — so verläuft die Fahndung nach Aufschlüssen über die Finanzierung der Aktion total ergebnislos. Ueber diesen Punkt verfällt der Bericht in völlige Stummheit. Gerade dieses diskrete Schweigen aber spricht Bände... Au di«>»« üanfonen Inspektionsfahrt zur Besichtigung der thurgaulschen Wanderwege. Die Presse hatte am 14. Juni Gelegenheit, sich in der thurgauischen Wanderwegfrage orientieren zu lassen. In Frauenfeld begrüsste Direktor Hürlimann als initiativster Schöpfer der thurgauischen Wanderwege die Presseleute, einen Vertreter der SBB, der Schweiz. Verkehrszentrale und den Geschäftsführer Ess der Gesellschaft für die Wanderwege in der Schweiz (Meilen). Vor zwei Jahren, führte Dir. Hürlimann aus, wurde die Frage im Kanton akut und man ging sofort an die Arbeit. So gelang es denn, bis heute bereits den westlichen Kantonsteil fertig zu markieren, während die Arbeiten im östlichen Kantonsteil programmgemäss fortschreiten und bis zum Winter fertiggestellt sein werden. Der Kostenvoranschlag beträgt 34,000 Fr. und wird eher unter- als überschritten. Der Kanton übernahm verdankenswerterweise die Hälfte, der Rest verteilt sich auf die Gemeinden» Für den Automobilisten bietet sich ebenfalls Gelegenheit, die Wanderwege zu benützen, weil der Wagen an irgendeinem günstigen Platze parkiert und dann der Fussweg begangen werden kann. Bereits sind ca. 600 gelbe Wegweiser angelegt worden, diie in ein facher Schrift auf das Ziel des Weges und auf die Zeitlänge hinweisen. Zum Unterhalt der Wegweiser ist ein Fonds angelegt. Direktor Hürlimann dankte vor allem Regierungsrat Freyenmuth und den Gemeinden für ihre tätige Mitarbeit. Auf einer Inspektionsfahrt, der man ein bisschen mehr Sonne gewünscht hätte und die ausgerechnet auf das Schloss Sonnehberg führte, konnte man bereits die Zweckmässigkeit der Markierungen und Wegweiser konstatieren. An vielen Stationen werden zudem spezielle Tafeln angebracht, welche über die Wanderwege der betr. Gegend orientieren, eine Einrichtung, welche die Wanderlust ganz besonders weckt und fördert. Auf Schloss Sonnenberg, in der Nähe von Matzingen- Stettfurt, wurden die Gäste vom Statthalter begrüsst und bewirtet, wofür im Namen der Pressevertreter F. Bolt (Ermatingen) herzlich dankte. Seiner grossen Genugtuung über Als Hubert am späten Nachmittag aus dem Büro heimkam, sass Erdesz im Salon. Nein, es war kein fröhlicher Abend. Der Chauffeur musste in die Stadt zurück, um Taschenkrebse und Champagner zu kaufen, aber was nutzte das, der Abend blieb stumm und kalt. «Ich bin müde », sagte Cary, als Erdesz gegangen war. Hubert blieb allein im Salon. Das Grammophon stand noch immer vor dem Kamin, eine schwarze Platte lag darauf. Hubert setzte die Nadel auf und liess den Hebel einschnappen, aber es blieb still. Die Drehscheibe rührte sich nicht, die Feder war abgelaufen. Mechanisch begann er die Kurbel aufzudrehen. Dann fiel ihm plötzlich ein, dass Cary immer die Gewohnheit hatte, nach jeder Platte den Apparat aufzuziehen. Wieso war die Feder jetzt vollständig leergelaufen ? Sie hatte nicht gehört, dass die Platte zu Wie lang© leistest er seinen Dienst? Die durchschnittliche Lebensdauer eines Wagens ist in England auf 7,6 Jahre ermittelt worden. Der Anschluss Jugoslawiens an die grossen Autostrassennetze. Anlässlich des Leibacher Strassenbaukongresses wurde von Regierungsseite der Beschluss verkündet, innerhalb der nächsten 6 Jahre 2 Milliarden Dinars (ca. 200 Millionen Schweizerfranken) für Strassenbauzwecke bereitzustellen. Mit Hilfe dieser Bauten soll namentlich der Anschluss Jugoslawiens an das italienische und deutsche Autostrassennetz hergestellt werden. Fortschrittlicher Orient. Istambul soll jetzt in seinen Strossen Schilder aufgestellt haben, die nachts beleuchtet und worauf die genauen Adressen des nächsten Arztes, des Apothekers, des Spitals, der Feuerwehr, der Polizei und sogar der — die Erstellung der Wanderwege gab auch der Vertreter der Schweiz. Verkehrszentrale Ausdruck, während Geschäftsführer Ess den Kanton Thurgau für sein zielbewusstes, promptes Vorgehen beglückwünschte. Abschliessend sprach noch kurz Redaktor Dr. R. Huber (Frauenfeld), der ebenfalls zu den tätigen Förderern dieser Wanderwege zählt. Und nun möge das Wandern beginnen! Der Thurgauischen Verkehrsvereinigung aber gebührt der Dank Aller für das geschaffene, naturverbindende Werk. fb. Trolleybusirage vor dem Luzerner Stadtrat. In seiner Sitzung vom letzten Montag beschäftigte sich der luzernische Grosse Stadtrat mit der Vorlage, deren Gegenstand der Uebergang vom Autobus zum Trolleybus auf der Linie Allmend-Seeberg bildet Die Einzelheiten dieses Projektes haben seinerzeit an dieser Stelle ihre nähere Beleuchtung er-' fahren. Es handelt sich, wie erinnerlich, um die Gewährung eines Kredites in der Höhe von 645 000 Fr. für die Anschaffung von sechs Trolleybussen, wozu noch weitere 70 000 Fr. für die Erstellung einer Gleichrichteranlage erforderlich sind. Wohl zeitigte die Debatte auch einen Antrag auf Nichteintreten, weil vorerst noch weitere Erfahrungen mit dem Trolleybus abgewartet werden sollten, aber der Rat sprach sich mit starkem Mehr für die Einführung des Trolleybusses aus, nachdem der Direktor der städtischen Unternehmungen dargelegt hatte, dass sich heute mit Rücksicht auf die Notwendigkeit der Anschaffung neuer Autobusse die Frage erhebe, ob man zum Dieselbetrieb oder Elektrobetrieb übergehen wolle. Mit dem Beschluss des Luzerner Gemeinderates ist ein weiterer Schritt zur Popularisierung des Trolleybusses in der Schweiz getan worden. Tourismus Benzingutscheine für ausländische Touristen in Belgien. Die belgische Kammer hat einen Vorschlag über die Einführung von Benzingutscheinen für ausländische Autotouristen angenommen. Es handelt sich vorläufig um einen grundsätzlichen Beschluss, dessen Einzelheiten erst noch ausgearbeitet werden müssen. Auf alle Fälle reiht sich Belgien damit in die Länder ein, die Massnahmen zur Förderung der ausländischen Autotouristik getroffen haben. Er. Ende war, sie hatte Erdesz angesehen, stumm und unablässig hatte sich die Drehscheibe mit der Platte weitergedreht, während sie, — Hubert wandte sich um, an der Tür stiess er mit Cheng zusammen, er schob; ihn zur Seite, rannte die Treppe hinauf, riss die Tür zu Carys Schlafzimmer auf. « Hubert ? » sagte sie. Sie lag im Bett, sie sah aus wie immer, es war alles Unsinn. < Ich will dir nur gute Nacht sagen.» « Gute Nacht, Hubert.» Kein Wort, kein Blick. « Schläfrig, Cary ? > Ihre Augen waren weit fort, unruhig und lebendig. « Ja », sagte Cary. «Ich bin sehr schläfrig. > Es war alles gelogen. Er ging in sein Zimmer. Sie war nicht schläfrig. Es war gelogen. Sie wollte allein sein. Die Grammophonfeder war abgelaufen. Sie hatte ihn mit Erdesz betrogen. Nein, das nicht. Nein, nur das nicht. Alles, nur das nicht. Kein Wort, kein Blick, kein Lächeln. Sie wollte allein sein. Gut, sei allein. Aber warum diese Lügen. Warum gerade Erdesz. Jeder, nur nicht Erdesz. Nur der nicht. Ein eitler, trübseliger Europäer, der jetzt vielleicht irgend- AUTOMOBIL-REVUE FREITAG, 17. JUNI 1938 — istischer Hebamme mitsamt der Telephonnummer verzeichnet sind. Soweit haben wir Mitteleuropäer es noch nicht gebracht! Wissen Sie, wieviel Material ein amerikanischer Wagen der Mittelklasse benötigt? Man hat ausgerechnet, dass in einem solchen Fahrzeug 860 kg Stahl, 175 kg Gusseisen, 30 kg Gummi, 23 kg Glas, 13 kg Kupfer, 12 kg Blei, 7 kg Zinn und Mangan « angelegt? sind. Prüfe die Stimme deines Motors. England hat dem Autolärm den Krieg angesagt. Und heute stoppt die britische Polizei Wagen, von denen sie vermutet, dass sie zu geräuschvoll seien. Bei einem Tempo von 48 km[St. darf der Wagen in 22,5 m hinter dem offenen Auspuff oder in gleichem Abstand beim Vorbeifahren nicht lauter als 90 bis 95 Phon sein. Hat der Motor eine kräftigere Stimme, dann muss er sich einen Dämpfer gefallen lassen. 4 TJliäionen zwc 2&% ZetdetufU} des 9keindenaexAeA%& (Schluss von Seite 1.) • Nicht dass damit irgend etwas Neues ans Licht gehoben würde. Der Schwerpunkt dieser Ideengänge liegt vielmehr darin, dass man im Bundeshaus das Gebot der Stunde, das auch wir immer und immer wieder betont, richtig erkannt hat und den Ruf nach einer sofortigen Tat erhebt. Die Zeit drängt — denn auch das Ausland rührt sich mächtig — und selbst aus einer geringen Verzögerung können uns unwiederbringliche Verluste erwachsen. 'Wie aber reimt es sich mit dieser vom Bundesrat selbst zugegebenen Dringlichkeit zusammen, wenn man hört, dass die Vorlage erst in'der-Dezember-Session von den- eidgenössischen Räten verabschiede werden soll, womit die Angelegenheit «glücklich» erst 1939 zur Abstimmungsreife gediehe? Und wie denkt man sich die geplante Propagierung des Jahres 1939 als «Jahr der Schweiz », die, um mit dem Bundesrat zu reden, «entschlossene und grosszügige Massnahmen» erfordert, wenn der dafür anbegehrte Betrag von 2 Millionen nicht noch im Laufe dieses Jahres greifbar wird, wie sollen sich unsere Werbestellen heute schon auf die New Yorker und Römer Weltausstellung vorbereiten, solange die Finanzierung in der Luft hängt? Neben der Ausgestaltung der Werbung, die unter dem Leitmotiv «wirkungsvoller Dauerarbeit» erfolgt und vor allem den Film in vermehrtem Masse ihren Zwecken dienstbar macht — wobei wir eine entsprechende Intensivierung der autotouristischen Propaganda als Selbstverständlichkeit betrachten — wird in automobilistisch interessierten Kreisen auch die Absicht des Bundesrates ein beifälliges Echo finden, einmalige Erhebungen und Studien über gewisse Spezialfragen, so über Umfang und Bedeutung des Autotourismus anzustellen, um sich die dringend wünschbare Dokumentation über diese Problemkomplexe zu verschaffen. Allerdings klafft hier in unsern Statistiken eine Lücke, die allein schon um der richtigen «Dosierung» und Lenkung wo in dieser Nebelnacht eine bemalte Geisha bezahlte, um den Osten zu erleben. Hubert lag im dunklen Zimmer, die Finsternis war erfüllt vom dröhnenden Schlagen seines Herzens. Er hörte, dass Cary drüben aufgestanden war. Sie ging auf und ab. Und das Parkett knisterte leise. Zwischen Tür und Fussboden lief ein schmaler Lichtstreifen, ein gelber Faden in der Schwärze. Dann ging plötzlich die Tür auf. Seit Wochen war sie nicht mehr in sein Zimmer gekommen. Als es grau wurde, sagte Hubert: « Jezt fährt die ,Empress of Britain' weiter. > Cary gab keine Antwort, vielleicht war sie eingeschlafen. Ihre Augen waren geschlossen. Hubert streckte sich vorsichtig aus, er war müd und schläfrig. Cary lag still, mit geschlossenen Augen. Sie hörte, wie leise der fremde Mann atmete. 3. Kapitel. Eine Stunde, bevor das Telegramm kam, , sagte der Sergeant. Er begann das Haus zu durchsuchen: « Ein Revolver ist ein grosser Wertgegenstand für diesen Kuli. Er wird ihn nicht weggeworfen haben.» ..... , (Fortsetzung folgtJ

N° 49 — FREITAG, 17. JUNI 1938 ÄUTOMOBIL-REVUE Fällige Rekorde. Die AIACR versagt aus guten Gründen den in Rennen erzielten Resultaten die Anerkennung als internationale Klassenbestleistungen oder gar als Weltrekorde, weil die wenigsten Bahnen den SpezialVorschriften für Rekordangriffe genügen. Nun bestand allerdings nur eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit, dass während eines Rennens eine höhere Durchschnittsgeschwindigkeit herausgebracht würde, als sie für die entsprechende Distanz in der Rekordliste figurierte. Die Attacken auf Bestleistungen erfordern eine besondere Vorbereitung, die sich in wesentlichen Punkten vom Training für Rennen unterscheiden. Dann ist zu berücksichtigen, dass unter den Dutzenden von Rundstrecken nur zwei, die Berliner Avus und der Mellaha-Kurs in Tripolis, den Grand- Prix-Wagen die Beschleunigung bis zur Endgeschwindigkeit erlauben; für eine Reihe von Weltrekorden dürfte vorläufig überhaupt nur die Piste des Salzsees von Bonneville Fiats (USA) in Frage kommen, die nur zeitweise benutzbar ist und auf der keine Rennen veranstaltet werden. Mit dem Inkrafttreten der neuen Grand- Prix-Formel konzentrierte sich die Züchtung vorwiegend auf 3-Liter-Kompressortypen, denen gute Chancen einzuräumen sind, um eine Serie von Rekorden der Klasse D (2000 bis 3000 ccm) zu verbessern. Man weiss z. B., dass der neue 12-Zylinder-3-Liter-Mercedes auf mindestens 300 km/St, kommt, und es wäre zu erwarten, dass dieser Wagen den Rekord über den fliegenden Kilometer, den G. Furmanik (Maserati) seit 1936 mit 249,653 km/St, hält, jetzt schon auf 300—320 km/St, bringen könnte. Ebenso dürften die neuen Dreiliterwagen sämtliche anderen Kurzstrekkenrekorde (bis 10 km und 10 Meilen), die auf einem Autobahnabschnitt angegriffen werden können, mühelos übertreffen. Für die nächstfolgende Gruppe der Bestleistungen, die sich von 50 bis 1000 km und bis 3 oder 6 Stunden erstreckt, ist eine geschlossene Bahn erforderlich und da scheint die Avus sehr wohl geeignet. Verschiedene Indizien lassen einen vollen Erfolg erhoffen. In Tripolis legte Hermann Lang in den ersten 60 Minuten mindestens 212 km zurück, der Stundenrekord der Klasse D stammt aus dem Jahre 1932 und gehört Divo (Bugatti) mit 200,6 km/Std. Er ist also inoffiziell bereits geschlagen. Das gleiche gilt vom 500-km-iRekord, Lang erzielte, obschon er in der zweiten Hälfte das Tempo etwas reduzieren konnte, auf afrikanischem Boden über 524 km einen Durchschnitt von 205,1 km/St., Divo und Chiron teilen sich in den Besitz des 500-km-Rekordes, den sie 1932 gemeinsam mit 194,15 km/St, errichtet hatten. Raph und einige Kameraden bewältigten 1935 auf Alfa Romeo die 1000 km mit 183,366 km/St.; auch diese Geschwindigkeit kann gesteigert werden. Den Deutschen, und insbesondere Mercedes-Benz, bietet sich momentan eine glänzende Chance zum Erwerb von rund 20 internationalen Rekorden der Klasse D. Man sollte die Gelegenheit um so eher ausnützen, als bis zum 1. Juni Deutschlands Anteil an den 619 internationalen Klassenrekorden auf 50 Stück zusammengeschmolzen war, und auch Mercedes-Benz gewann im Januar erst wieder 2 der 10 Rekorde zurück, die ihm die Auto-Union 1937 entrissen hatte. Darüber hinaus wäre es für die Fachkreise interessant, durch die Rekorde zu erfahren, welche Spitzen- (über Sprinterstrekken) und Dauerleistungen die 3-Liter-Kompressortypen zu Beginn des neuen Formel- Regimes vollbringen. Samstag/Sonntag: IN FRANKREICH 24 Stunden von Le Mans. Eine der härtesten Prüfungen, die es im Automobilsport überhaupt gibt, ist fraglos ein 24- Stunden-Rennen. Es will schon etwas heissen, wenn ein Motor Tag und Nacht, 24 Stunden lang, ununterbrochen unter seiner Höchstdrehzahl laufen muss. Die übliche hohe Zahl der «gestorbenen > Motoren im Laufe eines solchen 24-Stunden-Rennens spricht jedenfalls eine beredte Sprache dafür, wie schwer die Bedingungen sind. Es gibt aber Organisatoren von Rennen, denen eine solche Materialbeanspruchung noch immer nicht genügt. Zu diesen gehört der Automobile- Club de l'Ouest der Veranstalter des 24-Stunden- Rennens von Le Man®. Bei diesem Wettbewerb ist nämlich die Ausschreibung noch mit Erschwerungen gespickt, welche die Veranstaltung zu einem der schwersten Rennen der Welt stempeln. Das Rennen von Le Mans ist im übrigen die klassischeste Sportwagen-Prüfung, die wir kennen. Es wird mit wenigen Unterbrüchen seit dem Jahre 1923 ausgetragen, und zwar auf der 13.5 km langen La Sarthe - Rundstrecke, die in früheren Jahren (1906—1913 und sogar noch 1921) für die Grossen Preise von Frankreich diente. Die Strecke wurde immer weiter ausgebaut und verbessert und gilt heute als •ine der schnellsten Strassen-Rundstrecken Europas. Die, wie gesagt, nur für Sportwagen ausgeschriebene Veranstaltung macht von anderen ähnlicher Art in ihren Ausschreibungsbestimmungen schon insofern eine Ausnahme, als den teilnehmenden Fahrzeugen Mindestgeschwindigkeiten vorgeschrieben sind, die im Training erreicht werden müssen, andernfalls Ausschluss aus der Konkurrenz erfolgt. Des ferneren ist eine Bestimmung getroffen, dass die Fahrzeuge im Rennen selbst in ihren Leistungen nicht nachlassen dürfen. Es ist deshalb beispielsweise für einen Fahrer unmöglich, seine Sollzeit anfänglich hoch zu überbieten und zum Schluss des Rennens durch ein Nachlassen des Tempos einen Sieg zu landen, selbst wenn er anfänglich mit Ueberbietung seiner Sollzeit weit im Vorsprung lag. Verschiedene weitere Bedingungen mögen auf den ersten Blick harmlos erscheinen. So beispielsweise, dass hei jedem Anhalten am Ersatzteillager der Motor abzustellen sei. Diese Vorschrift gewinnt erst an Bedeutung, wenn man den nächsten Punkt durchliest, der besagt, dass die Motoren nur durch den elektrischen Anlasser angeworfen werden dürfen. Mit andern Worten: jeder kleinste Defekt an der elektrischen Anlage, jede Startschwierigkeit kann nach hervorragendster Fahrt zum Ausächluss führen. Führen wir ein weiteres Beispiel an, die Vorschrift, dass immer nur nach je 24 Runden (das sind 323,8 km) Betriebsstoff ergänzt werden darf. Wenn also durch Leckwerden eines Leitungsrohres Brennstoff oder Schmieröl entweicht oder aber durch irgend einen unglückseligen Zufall, beispielsweise durch Steinschlag, ein Leck im Kühler entsteht, so dass man vor Ablauf von 24 Runden ans Ersatzteillager zum Tanken oder Wasser- bzw. Oelnachfüllen muss, so scheidet man automatisch aus dem Wettbewerb aua. Die wertvolle Trophäe, um die gekämpft wird, ist der Pokal Rudge-Whitworth. Zwar handelt es sich nicht um einen Wanderpreis, doch muss man sich zwei Jahre hintereinander bewerben, um in den Besitz dieser wertvollen Trophäe zu gelangen. ! Von den Konkurrenten, die morgen zu diese; Dauerprüfung starten, nennen wir u. a.: von Guil leaume/Löhr und Graf Orssich/Sauerwein auf Adler 1498 ccm bzw. 1679 ccm Stromlinienwagen; Bion detti/Sommer auf Alfa Romeo 2,9 Liter; eine Delage - Fabrikmannschaft; Chiron/Divo, Dreyfuä'Comotti, Prinz «Bira»/Dobson auf Delahaye 3550 ccm Darl'Mat auf Peugeot 1991 ccm; Forestier auf Riley Gordini auf Simea; Barnes auf Singer; Chinett: auf Talbot 4000 ccm. ist aus Amerika zurückgekehrt. Er, der es während manchen Wochen — seit dem ihm anlässlich des Trainings zum Grand Prix von Pau zugestossenen Unfall — so grossartig verstanden hat, die internationalen Automobilsportkreise über seine fernere sportliche Aktivität durch sich stets widersprechende Aussagen am Narrensei herumzuführen und es fertig brachte, die neue wie die alte Welt über Start oder Nichtstart am Indianapolis-Rennen bis zum Vorabend dieser Veranstaltung völlig im Dunkeln tappen zu lassen macht neuerdings von sich reden und man bekommt allmählich den Eindruck, dass der italienische Altmeister des Volants nicht nur ein draufgängerisch veranlagter, verwegener Rennfahrer, sondern ein ebenso talentierter Schauspieler vor dem Herrn sei. Wie gesagt, Tazio hat nach der Atlantiküberfahrt mit dem englischen Riesendampfer «Queen Mary> am letzten Montag in Cherbourg nach vierwöchentlicher Abwesenheit erstmals wieder europäischen Boden betreten und auf seiner Weiterreise nach dem Süden einen Zwischenhalt in Paris vorgenommen, allwo er einen Reporter des «L'Auto» empfing, um mit ihm — frisch von der Leber weg — über seine Zukunftspläne zu sprechen. (Womit er dem von der italienischen Sportkommission erlassenen, unsern Lesern in der letzten «A.-R.» zur Kenntnis gebrachten Verbot betreffend Gewährung von Interwiews offensichtlich zuwiderhandelte.) Die Vergnügungsreise nach den Staaten — so Hess sich Nuvolari vernehmen — habe ihm ausserordentlich gut getan Er fühle sich physisch, wie moralisch wieder vollkommen auf der Höhe, habe das seinerzeit (in Pau) verlorene Vertrauen in sich selbst wieder zurückgewonnen und befasse sich bereits mit neuen Projekten. «Also, wieder hinein, in den Rennbetrieb?», fragte unser französischer Kollege, worauf der Mantuaner mit überlegener Miene kundtat: «Rennen, jawohl, aber dort, wo es mir passt und nur dort.» Und das wäre? 500 Meilen von Indianapolis 19391 Jetzt.wissen wir'sl Und Nuvolari hat beigefügt, dass er, seit er die letzte Auflage dieses Rennens (30. Mai 1938) aus eigener Anschauung kennen gelernt habe, nichts sehnlicher wünsche, als sich auf der Siegerliste des klassischen amerikanischen Bahnrennens einschreiben zu können. Wenn dieser SONNE-WASSER LUFT UND BERGE Genießen Sie mit Ihren Angehörigen und Freunden diese wohltuende Erholung, die sich jedem glucklichen Besitzer eines Autos bietetl — Wir wünschtn frohe fahrt und empfehlen Ihnen dazu Essolube Von Rennmannschaften und Nuvolari Privatfahrern »Das gute Oe/ für gute Fahrt« Traum Wirklichkeit geworden, dann, ja dann erst wolle er sich zufrieden geben. Was die laufende Saison anbetrifft, so ist Nuvolari der Ansicht, dass Italien die Partie im voraus verloren habe. Die deutsche Technik werde zweifellos dominieren und es komme für ihn unter solchen Bedingungen auf das gleiche heraus, ob er starte oder ob er die Rennen von den Tribünen aus verfolge. Er werde eich somit diesen Sommer jeder sportlichen Tätigkeit enthalten und beabsichtige nicht, auf seinen Entschluss, von dem die italienischen Sportbehörden und die Alfa Romeo- Werke Kenntnis hätten, zurückzukommen. All sein Sinnen und Streben gelte also von heute ab dem Indianapolis-Rennen 1939, aus dem er als Sieger hervorzugehen hoffe. Caracciola verbessert den Streckenrekord In Reims um 16 km/St. Wie bereits in der letzten Nummer angekündigt, ist der Rennleiter von Mercedes-Benz, Oberingenieur Neubauer mit den Piloten Rudolf Caracciola, Hermann Lang und Manfred von Brauchitsch und einem Tross von Mechanikern am Dienstag in Reims eingetroffen, um die vom Trrpolis-Grand- Prix her überholten Rennwagen in einem inoffiziellen Training auf Herz und Nieren zu prüfen. Die Marne-Rundstrecke mit ihren 7,826 Kilometern Länge, von denen 6 Kilometer einen vollkommen neuen Oberflächenbelag aufweisen (der zusammen mit einer Zufahrtsstrasse auf 1,8 Millionen franz. Franken = ca. 225,000 Schweizerfranken zu stehen kam) präsentierte sich den Mercedes-Benz-Leuten in ausgezeichnetem Zustand und es ist denn auch kein Wunder, wenn nicht nur Caracciola, sondern auch Lang und von Brauchitsch bei einer ersten Fühlungnahme mit der Piste den von Chiron mit 162,290 km/St, gehaltenen Rundenrekord verbesserten, wobei Caracciola eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 178,280 km/St erreichte, während von Braucfaitsch mit 176,240 km/St, und Lang mit 174,620 km/St, gestoppt wurden. Gerüchte schwirren durch die Lüfte. Wimille bei Alfa und Williams bei Maserati? « L'Auto » berichtet, dass Jean-Pierre Wimille mit Alfa-Corse in ein Vertragsverhältnis getreten sei. Noch werde Wimille am Grossen Preis von Frankreich auf Bugatti starten, um dann dieser Firma Valet zu sagen und inskünftig nur für Alfa zu fahren. Anderseits will das gleiche Blatt erfahren haben, dass Williams, der ehemalige Bugatti-Pilot, der seit einiger Zeit nicht mehr aktiv « dabei» ist, von Maserati engagiert worden sei. Er würde sehr wahrscheinlich mit einem 1,5-Liter-Rennwagen der Bologneser Werke am « Grand Prix de la Baule », den er mehrmals gewonnen hat, sowie am Grossen Preis von Albi teilnehmen. Mercedes-Benz mit 5 Wagen am GP von Deutschland. Wie man nunmehr erfährt, hat Untertürkheim für den am 24. Juli auf dem Nürburgring zum Austrag kommenden Grossen Preis von Deutschland 5 Boliden gemeldet. Als Fahrer sind Caracciola (der das letztjährige Rennen mit dem Rekorddurchschnitt von 133,2 km/St, gewann), Lang und von Brauchitsch in Aussicht genommen. Was die beiden weitern Piloten anbetrifft, so werden deren Trainings'leistungen für den Einsatz im Rennen selbst massgebend sein. In Frage kommen Richard Seaman sowie die Nachwuchsfahrer Heinz Hugo Hartmann, Walter Bäumer, Heinz Brendel und Erwin Bauer. Im 24-Stundenrennen von Spa vom 10. Juli werden die Adler-Werke mit drei Wagen starten, die mit dem neuen Zwei-Liter-Motor ausgestattet sind. In Stromlinienform gekleidet soll dieser Wagen eine Höchstgeschwindigkeit von rund 200 km/St, erreichen. (•»«»»# fn «•« IN DEUTSCHLAND IN BELGIEN Sihwe Schweiz. Auto-Ski-Meeting am Rhonegletscher auf 2.3. Juli verschoben. Die andauernd schlechte Witterung der vergangenen Tag© hat es den Organisatoren des 4. schweizerischen Auto-Ski-Meetings am Rhonegletsoher als angezeigt erscheinen lassen, die Veranstaltung — deren Durchführung für nächsten Samstag/Sonntag geplant war, zu verschieben und sie auf Samstag und Sonntag, den 2. und 3. Juli, anzusetzen. Bei dieser Gelegenheit wird bekannt, dass das für die Kombination Auto-Ski zählende Skirennen nicht auf dem Grimselpass, sondern auf dem Gratschluchtgletscher in der Nähe des Fuiricapasses gefahren wird. Zürcher Autavia 1938. An der am Samstag, den 18. Juni stattfindenden, von den Zürcher Sektionen des Aero-Club der Schweiz, der Avia und des ACS organisierten Zürcher Autavia wird diesmal von den Konkurrenten die Erfüllung ganz anders gearteter Aufgaben als etztes Jahr verlangt. An Stelle des letztjährigen einzigen Flugplatzes etehen heuer in Dübendorf und Speck deren zwei zur Verfügung. Aber auch der rein automobilistische Teil hat eine starke Erweiterung erfahren. Für die Bewertung massgebend ist die Zeit vom Start der Autos I bei Agasul bis zur Ankunft der Autos II in Dübendorf. Jede Squipe besteht aus einer Flugzeug- und zwei Autobesatzungen. Die Beeammlung aller Automobile ist auf 13.30 Uhr beim Restaurant « Brauerei » bei Agasul, die