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E_1938_Zeitung_Nr.053

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10 ÄD i LwviuöiL-REVUE

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Popoffka, das verrückte Schiff, das kreisrund war. Dieses runde Schiff «Nowgorod> schwamm als eine Erfindung des russischen Admirals Popoff vor 60 Jahren auf der Newa bei St. Petersburg. Es war schwer bewaffnet und konnte vorwärts, seitwärts und rückwärts fahren. II Das Dampf-Schlittenboot des Amerikaners Wiard war 23 Meter lang und sollte 50 Personen aufnehmen können. Es kam ausser zu Probefahrten niemals zu einer richtigen Fahrt. Das Monstrum wog drei und eine halbe Tonne und konnte sich bis zu einem Meter über den Erdboden erheben, um Schneewehen zu überwinden. Popoffka", das verrückte Schiff N \ ••'• Vergessene Erfindungen, die die Welt erschüttern sollten Von Fred Coppersmith. dem Strassenschmutz und schleudernden Steinen schützen, aber bei der ersten und einzigen Fahrt des Vehikels war der Erfinder sofort mit Staub und Dreck bedeckt. Zudem rissen die Stricke an der Handkurbel, die Maschine fiel um, es gab gebrochene Beine und Arme, und die weise Kopenhagener Polizei machte dem Spuk ein Ende. Der Lohengrin aus Exmonth Den Vogel der Erfindungen, im wahrsten Sinne des Wortes, schoss der Kapitän George Peacock aus Exmonth in South-Devenshire ab. Er baute ein Schiff, einen riesigen Kasten, der einem Schwan glich. Der Name «The Swan of Exmonth» flatterte in Form eines blauseidenen Wimpels am Heck dieses merkwürdigsten aller Seefahrzeuge. Es ragte 5 Meter aus dem Wasser, die Fittige des Vogel dienten als Segel und zwei mächtige Schwimmfüsse aus getriebenem Stahlgeflecht, die durch einen Hebel wie bei einer altmodischen Feuerspritze in Bewegung gesetzt wurden, bewegten das Schwanenschiff fort. Sein Inneres war einem «eleganten Eisenbahnabteil der I. Klasse» nachge- wir Menschen von heute sind ein wenig abgebrüht, ein wenig gleichgültig demgegenüber, was menschlicher Geist, menschliche Geschicklichkeit und menschliche Erfindungsgabe konstruieren. Wir haben Raketenautos fahren sehen, Stratosphärenflüge versprochen bekommen, wir telephonieren über den Ozean, sehen uns zu Hause per Television, weit entfernte Ereignisse an, und sprechende Naturfarbenfilme sind uns Selbstverständlichkeit geworden. Nichts mehr kann uns verblüffen. Und wenn uns jemand erzählt, dass er vermittelst Elektrizität und Technik ewige Jugend fabrizieren kann, werden wir uns wohl einen Augenblick begeistern, um sofort zur Tagesordnung überzugehen. Und die neue Erfindung, zur «Herstellung ewiger Jugend» wird bald Selbstverständlichkeit und Allgemeingut sein. Denn, dass heutzutage jemand etwas erfindet, was nicht gut und schön und brauchbar ist, das glauben wir alle nicht Unsere Welt ist viel zu materialistisch geworden, als etwas auszudenken, was nicht sein Geld für alle Ewigkeit wert fst. Nicht so unsere Grosseltern. Zwei, drei Menschenalter zurück, als Technik gerade begann Technik zu werden, und die ersten Dampfschiffe und Eisenbahnen die Gegend unsicher machten, ergoss sich eine Hochflut von Erfindern und Erfindungen über diese geprüfte Welt. Jeder, der nur eine Schraube von einem Hammer unterscheiden konnte, erfand, auf Teufel komm' raus, gleichgültig, ob seine Erfindung die Welt verbesserte oder nicht, wenn sie sich nur drehte, bewegte und mit Mechanik war. So entstanden Ausgeburten der Technik, Raritäten der Mechanik, die eine Welt verblüfften, entzückten und begeisterten, und nach einer kurzen Lebensdauer und vielen Kosten abgewrackt und vergessen wurden. Die Maschine war ein Götze. Er wurde angebetet. Erst viel später kamen wir dahinter, dass sie kein Götze war, sondern ein Helfer und Diener der Menschen. „Popoffka", das verrückte Schiff Eine dieser Kuriositäten, eine Ausgeburt menschlicher Phantasie, ist ein Schiff, das vor 60 Jahren der Vizeadmiral A. A. Popoff, Generaladjutant S. M. des Zaren aller Reussen, Alexander II., erfand. Das Schiff war kreisrund. Es hatte weder Kiel noch Heck, noch Steven, war flach wie ein Teller, mit aufgebauten Maschinenräumen, auf denen Schornsteine sassen, die entsetzlich qualmten. Seine Wasserverdrängung betrug 2500 Registertonnen, und sein Tiefgang war nur 13 Fuss. Rings herum war es mit Kanonen bestückt. Das Schiff fuhr auf der Newa, und patrouillierte nahe bei St. Petersburg. Es erregte ungeheure Sensation und Bewunderung, und diese Bewunderung veranlasste Popoff, ein zweites, gleiches Schiff zu bauen. Als dies von Stapel lief, war der Andrang der Petersburger so stark, dass es Tote und Verwundete gab. Fünf Jahre lang schwammen die Tellerschiffe auf der Newa. Da sie der Admiral Po- Das Centraiveloziped des Dänen Hemming, das durch leichtes Treten auf die seitlich angebrachten Pedale ein Riesenrad mit Windeseile fortbewegen sollte. Oben war ein Schutzdach aus Blech angebracht, das den Zentralvelozipedler gegen schleudernde Steine schützen sollte. Das Veloziped hielt nicht einmal die erste Probe aus; die Stricke der Handsteuerung rissen und der Erfinder fiel um. poff erfunden hatte, nannten die bissigen Petersburger sie die «Popoffas», wohl auch, weil sie fürchterlich qualmten. Fünf Jahre brauchte man dazu, um einzusehen, dass die runde Form der Schiffe Nonsens war, und dass man einige Millionen Rubel für eine mechanische Spielerei hinausgeworfen hatte. Popoff setzte sich zur Ruhe, und mit ihm die «Popoffas». Beide sind heute vergessen. Die «Popoffas» wurden abgebaut und verschrottet, und der Petersburger Klatsch behauptete, dass Popoff sein Ruhegehalt aus dem Erlös des Schrotts beziehe. Das Zentralveloziped und andere Verrücktheiten War Admiral Popoffs Erfindung als Umwälzung auf dem Gebiete der Nautik gedacht, die des Bindestrich-Amerikaners Gustav Meyer aus New-Richmond zielte darauf hin, das Leben so bequem und angenehm zu machen als nur möglich. Meyer erfand einen «Bewegungsmechanismus fürs Haus». Das war ein Ding mit vielen Hebeln und Armen, das durch die Schaukelbewegung eines Schaukelstuhles angetrieben wurde, um den Arbeitsgang im Haushalte zu vereinfachen. Der Schaukelstuhl bewegte gleichzeitig eine Kinderwiege und eine Buttermaschine, und die Hausfrau hatte somit die Hände frei, um Strümpfe zu stopfen. Und wer keine Kinder besass und nicht zu Hause butterte, der konnte an die Mechanik seine Waschmaschine oder seine Wringmaschine anschliessen. Meyer's Apparat ist sogar patentiert worden, aber es stellte sich ein Mangel heraus: Die Wiegebewegung des Schaukelstuhls brachte die sich schaukelnde Hausfrau oft zum Einschlafen, und Schaukelstuhl und Wiege und Buttermaschine und Waschapparat standen still. So war es nichts mit diesem «Taylor-System» für den Haushalt. Das Gegenteil der beschaulich-häuslichen Erfindung Meyers war die eines Dänen, Hemming, die Bewegung und Kraftaufwand erforderte. Hemming erfand eine Maschine, die er voll Stolz das «Zentralveloziped» nannte, und die ein Konklomerat von Rad, Panzer und Dampfmaschine war. Der Erfinder behauptete, mit diesem Apparat schneller sein zu können, als ein Rennpferd, und dass ihn nicht einmal ein Windhund einholen könne. Ein über dem Kopf angebrachtes Wellblechdach sollte ihn vor Der Lohengrin von Exmonth. Das stolze Schwanenechiff des Kapitän« George Peacock aus Exmonth, das tatsächlich an der englischen Küste fuhr. Die Fittiche des Vogels dienten als Segel, und unter dem Schiff befanden sich zwei machtig« Sohwimmfüsse. bildet und im Bruststück des schwimmenden Vogels befand sich ein «raffiniert» ausgeschmückter Damensalon. Lohengrin persönlich wäre vor Neid zersprungen, wenn er diesen Schwan mit dem seinen verglichen hätte; aber nur drei Jahre lebte der seltsame Vogel, und schwamm an der englischen Küste umher. Dann stellten sich diverse Mängel heraus, und er verschwand im imaginären «Raritätenkabinett» der sensationellen Erfindungen. Die Bademaschine des französischen Ingenieurs Dej ardin hatte keine solch lange Lebensdauer. Das «Baignoire Hottante et insubmerible» sollte verhindern, dass man im Zeitalter des Fortschrittes und der Technik (wie es sich so stolz nannte) noch genau so primitiv im Meere bade, wie vor Jahrzehnten. Diese Art von Baden entspräche nicht der Zivilisation; die moderne Mechanik