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E_1938_Zeitung_Nr.056

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10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 12. JULI 1938 — N° 56 Wie man Fenster repariert Der Einbau neuer Fenster erfordert ein« gewisse Ausrüstung, deren Umfang zum Teil davon abhängt, ob zugeschnittenes Glas bereits vorhanden ist Im allgemeinen kommt man mit verhältnismässig wenigen und nicht kostspieligen Hilfsmitteln aus, wozu vor allem U-Profile, Kitt und dergleichen mehr gehören. Wenn ein Wagen mit einem gebrochenen Fenster zur Reparatur kommt, so ist es in erster Linie wichtig festzustellen, wodurch der Bruch hervorgerufen wurde, damit die Ursache vor dem Ersatz beseitigt werden kann. Sonst passiert es nur allzu leicht, dass die Scheibe bald an der gleichen Stelle erneut bricht und der Kunde unzufrieden ist Bei verunfallten Wagen ist die Sachlage natürlich eine andere und eindeutigere, da die Scheiben alsdann meist durch äussere Einwirkungen verletzt wurden. Ein Springen der Windschutzscheibe oder der Türfenster kann, abgesehen von Unfällen, von einer ganzen Reihe verschiedener Gründe veranlasst werden. So hat schon ein verzogener Zierstaib, eine in der Umgebung der Fensteröffnung verzogene Karosserie, ein unrichtig in den Führungsschienen laufendes Glas zu Brüchen geführt. Auch ein Kontakt zwischen Glas und Metall, z.B. ein Nagelkopf oder dergleichen, kann leicht ein Springen des Glases zur Folge haben. Desgleichen kann sich ein schlechtes Arbeiten der Türe wegen allzu seltener Schmierung von Angeln und Schloss, ein wirkungsloser Gummipuffer an der Türe oder ein Verziehen der Karosserie ähnlich auswirken. Windschutzscheiben kommen zu Schaden, wenn sie durch irgend eine erhöhte Stelle in ihrer Oeffnung eingeklemmt oder etwas verbogen werden. Infolge seiner Sprödigkeit bricht dann das Glas bei der geringsten Mehrbeanspruchung, die durch Vibrationen, Luftdruck oder das Arbeiten der Karosserie auf der Fahrt entstehen. Um dies zu vermeiden, muss vor dem Einbau neuer Scheiben geprüft werden, ob der Flansch der Windschutzfensteröffnung, worauf das Glas rundum anliegt, auch wirklich plan ist. Man legt *also vorerst mal das Fenster auf und achtet darauf, ob es überall satt anliegt und nicht verwackelt werden kann, wie etwa ein Tisch mit einem zu kurzen Bein. Um ganz sicher zu gehen, dass nirgends Erhöhungen und Vertiefungen bestehen, fühlen wir den Fensterflansch mit einer Blechlehre von 0,2 mm Dicke ab. Sind vorstehende Punkte oder Vertiefungen vorhanden, so müssen sie ausgeglichen werden. Besonders auf die Schweissnähte haben wir ein Auge, da sie manchmal als Druckstellen in Frage kommen. Sie befinden sich meist in den obera Ecken der Fensteröffnung. Weiter sei darauf hingewiesen, dass der Scheibenwischer keinen unzulässigen Druck ausüben darf. Die Entfernung der Windschutzscheibe geht in folgender Weise vor sich: erst überziehen wir den obersten Teil des Instrumentenbrettes entlang den zum Festhalten der Scheiben dienenden Zierleisten mit Deckstreifen, um die Lackierung zu schonen. Hierauf sind die Schrauben der Zierleisten, des Rückspiegelhalters und wenn nötig auch der Deckel des Seheibenwischergehäuses zu entfernen sowie die Zierstäbe und Wischerblätter abzunehmen. Bei Fischer-Karosserien sind die obern, äussern Ecken des zum Anpressen der Scheibe dienenden Türvolumens weit genug von ihrer Auflage abzuheben, um die Finger dahinter zu kriegen. Nun arbeitet man sich hinter dem obern Teil, der Zierleisten mit den Fingern gegen die Mitte hin durch, worau das ganze Preßstück mit sanfter Gewalt aus seiner Lage gedrückt und entfernt wird. Hiebei muss man aufpassen, dass die Zierleisten in keiner Weise beschädigt oder verbogen werden, da sie sonst an diesen Stellen nach dem Wiedereinbau einen unzulässigen, lokalen Druck auf das Glas ausüben würden. Sofern eine Mittelsäule vorhanden ist, muss natürlich auch deren Zierleiste entfernt werden. Ebenso sind die Dichtungs streifen abzunehmen. Nunmehr ist die ättssere Lippe der Gummieinfassung (siehe Bild 1), welche auf dem Metall der Karosserie aufliegt und meist etwas klebt, zu löen, wozu man einen kleinen Schraubenzieler verwendet, den man zwischen Gummi md Metall hineinsteckt und rund um die Fensteröffnung führt. Nachdem die Gummiüberlappung in dieser Weise gelockert wurde, lässt sich die Scheibe auf der Oberseite nach innen aus der Fensteröffnung hinausdrücken und abnehmen. "Passt das Glas knapp in seine Oeffnung, so hilft man durch kräftiges, aber keineswegs hartes Klopfen mit Handballen oder Faust in den obera oder untern Fensterecken nach. Der Einbau neuer Windschutzscheiben. Es sind verschiedene Dicken von bruchicherem Glas für Windschutzscheiben erhältlich. Beim Ersatz ist darauf zu achten, dass genau die gleiche Stärke wie beim alten Fenster verwendet wird. Die Reste der Dichtungsmasse an der Gummieinfassung und in der Fensteröffnung sind zu entfernen. Nun wird das Gummiprofil rund um die Scheibe gelegt, und mit einer um das enster gebundenen Schnur festgehalten, so lass es möglichst dicht an den Fensterrand ehalten wird. Nachdem man die derart vorbereitete Scheibe erst auf der Unterseite eingeführt und dann ganz in ihre Oeffnung edrüokt hat, zieht man die Schnur ab. Lösen von aufgeschraubten Deckeln. Die aufgeschraubten Deckel mancher Behälter lassen sieh nicht immer leicht lösen. Oft reicht die Muskelkraft nicht aus, um das Werk zu vollbringen, so dass wir zu irgendeinem Hilfsmittel greifen müssen. Aus einem ca. 1 mm dicken Eisenband wird nun eine Schleife mit aufgebogenen Enden angefertigt, die gerade um den Deckel passt. Nun packen wir das Band an diesen Enden mit einer Zange an und drücken sie dabei kräftig zusammen, so dass das Stahlband fest um den Deckel geklemmt wird. Hiedurch lässt sich eine zur Lockerung der Verschraubung ausreichende Kraft ausüben. Der Behälter selbst wird mit der andern Hand festgehalten. Sollte der Stahl auf dem Deckelrand gleiten, so unterlegen wir zwecks Erhöhung der Reibung einen Gummistreifen. Entfernung einer abgebrochenen Versenkbohrerspitze. Um die abgebrochene Versenkspitze eines Bohrers aus einem Arbeitsstück zu entfernen, ist folgendes Vorgehen empfehlenswert: Vorerst wird der verbleibende Ansatz der Versenkspitze ganz eben abgeschliffen (A). Hierauf zeichnet man mit einem Körner das Zentrum exakt an Verschiedene Schnitte durch Vordersäulen moderner Ganzstahl-Karosserien. Links zwei Schnitte durch die Säulen seitlich der Windschutzscheibe. Rechte ein Schnitt durch die Mittelsäule. Man beachte bei den Figuren links das Gummiprofil, welches das Fensterglas einfasst, sowie die Anpies- Zierleiste. Geteilte Windschutzscheiben stecken mitunter in einem zusammenhängenden Weichgummirahmen. Man legt ihn um das Glas, indem man dieses erst an jener Stelle in ihn hineinsteckt, welche im montierten Zustand unten an der Mittelsäule anliegt, ihn hierauf der Unterkante entlang aufschiebt und die Arbeit rundum fortsetzt, bis die- Scheibe ganz in ihren Gummirahmen gefasst ist Das derart eingerahmte Fenster wird nun in seine Oeffnung eingeführt Nachdem es richtig sitzt, montiert man die Zierleiste an der Mittelsäule wieder. Mit Hilfe eines kleinen Schraubenziehers holt man die Ueberlappung des Gummirahmens heraus und legt sie über die Kante der Scheibenöffnung. Beim Festmachen der mittleren Zierleiste sind erst die Schrauben in der Mitte anzuziehen und erst nachher die am obern und untern Ende. Werkstatt- Winke IM82I81 Mittelsairt« und bohrt danach mit einem Versenkbohrer von unten her ein Loch in den defekten Bohrer (siehe punktierte Linien C). Mit dem dergestalt «präparierten» Bohrer kann man nun das Arbeitsstück gemäss der Linie D ansenken und dadurch die abgebrochene Versenkspitze freilegen, so dass sie sich ohne weiteres entfernen lässt. Dieses Vorgehen schadet dem Arbeitsstück nicht, da ja das Material rund um die Versenkspitze ohnehin herausgebohrt werden müsste. SpezialVorrichtung zum Ausziehen und Einführen der schwenkbaren Seitenfenster in ihren Rahmen. Abgleitsicherer Schraubenzieher. Wie die tägliche Praxis immer wieder lehrt, kann ein Schraubenzieher beim kräftigen Festziehen einer Schraube aus deren Schlitz rutschen und die darum liegende Oberfläche des Holzes oder Metalls beschädigen. Dies lässt sich mit Hilfe des nach unserer Skizze konstruierten Schraubenziehers vermeiden. Oberhalb der Schneide wird- auf sein Ende ein kurzes, nach oben verjüngtes Rohrstück (B) aufgesteckt und festgelötet (A), das nun die Schneide umgibt. Es ist weit genug zu wählen, um das Innere mit Filz oder Hirschleder (D) auskleiden zu können. Nachdem man diesen Bezug innen aufge klebt hat, stülpt man das nach unten vorstehende Ende der Verkleidung über di Aussenseite des Rohrs und macht sie dar auf durch Umhüllung mit Isolierband (C fest. Hiedurch wird die untere Kante de Rohrs geschützt, so dass sie keine Kratze: auf der Oberfläche erzeugen kann. Da Rohr verhindert gleichzeitig ein seitliches Ausweichen des Schraubenziehers. Um ein Eindringen von Sickerwasser zu r erhindern, fügt man Dichtungsmasse zwischen Gummirahraen und Metall ein. In grossen Karosseriewerken geschieht dies mit Hilfe einer Druckpistole, deren Düse unter die Gummilippe auf der Aussenseite gesteckt und ihr entlang rundum geführt wird. Anschliessend an diese Behandlung werden die Zierleiste, der Rückspiegel sowie der Scheibenwischer wieder montiert. Bei Fischer-Karosserien geht man hiebei folgendermassen vor : erst drückt man die Anpressleiste unten sowie in den untern Icken an und dreht ihre Schräubchen etwas hinein ohne sie jedoch anzuziehen. Seitlich fährt man in gleicher Weise fort und rückt unter stetem Anpressen der Leiste gegen die obere Scheibenmitte hin weiter, bis sie an jener Stelle einschnappt. Die Schrauben düren erst endgültig festgezogen werden, wenn der Zierrahmen richtig sitzt. Der Ersatz der schwenkbaren Lüftungsscheiben lässt sich bei Fischer-Karosserien ohne Ausbau des Schwenkmechanismus aus der Türe mit Hilfe der in Fig. 2 gezeigten Vorrichtung durchführen. Man schwenkt hiezu die Scheibe ganz aus, um das Werkzeug ansetzen zu können und zieht dann damit das Glas aus dem verchromten Rahmen. Vor dem Herausziehen misst man nach, wie weit es nach hinten über den Rahmen hinaus vorsteht, um die neue Scheibe daraufhin kontrollieren zu können. Ist ein derartiges Werkzeug nicht verfügbar und lässt sich die Scheibe von Hand nicht aus dem Rahmen entfernen, so legt man beidseitig ein Stück Gummi auf das Glas und spannt es nun in eine Schraubzwinge ein. Durch Ziehen an dieser lässt es sich leicht ausbauen* Schwenkfenster hinten in der Seitenwand, wie sie etwa von Chrysler verwendet werden, demontiert man, indem man Qrst die sichtbaren Schrauben löst, womit es an der Karosserie befestigt ist Nun zieht man den Rahmen oben nach aussen und hebt ihn —• wegstrebend von der Seitenwand — an. Manchmal ist es notwendig, das hintere Ende etwas höher zu heben, um das untere Lager der Drehzapfen herauszukriegen. Beim Montieren ist darauf zu achten, dass die Gummilippe aussen bleibt. Eine um Fensterglas und Gummieinfassung gewickelte Schnur tut beim Einbau auch hier ebenso wie bei der Windschutzscheibe gute Dienste. Bei Fischer-Karosserien wird vor dem Einbau der Schwenkfenster in ihren Hilfsrahmen ein Dichtungsband auf die Glaskante aufgelegt. Beim Abnehmen der alten Scheibe sollte die Zahl der vorhandenen Streifen dieser Art festgestellt werden, um nachher wieder ebensoviele einbauen zu können. Manche Wagen benötigen nämlich mehrere Lagen davon. Bei Buick werden beispielsweise über die obere und untere Kante je zwei Streifen gelegt, und zwar so, dass sie hinten bis ans Ende des Rähmchens reichen, wenn das Glas eingeführt .ist. Um die drei nachher im Hilfsrähmchen anliegenden Ränder des Glases legt man ausserdem noch ein gemeinsames Band, worauf man das Fenster ins Rähmchen einführt, seine Enden fest gegen die Scheibe drückt und allfällig vor- Zwei interessante Zubehöre die Sie im Interesse Ihrer Kundschaft unbedingt auf Lager haben sollten. Serva-Technik A.-G., Zürich Utoquai 23 Telephon 44.770 St. Gallen: Baslerhaus Telephon 5291 Die SOS-Zündspule ersetzt an einem x-beliebigen Wagen (mit Ausnahme des Ford V 8) die Originalspule, falls aus irgendeinem Grund keine neue der gleichen Konstruktion eingebaut werden kann. Die Serva-Federeinlage mit Schmierlagerlöchern zwecks Aufspeicherung von graphitiertem Fett, bringt ein bedeutend verbessertes Gleiten der Federblätter und damit auch eine entsprechende Schonung mit sich.

56 *- DIENSTAG, 12. JTJLI 1938 AUTOMOBIL-REVUE 11 stehende Teile der angelegten Bänder glatt rensterschacht. Es ist deshalb nicht zuJetzt schiebbaren Ausführung an Boden zn gewinnen. Bei Buick und Studebaker sind die- abschneidet Zum Einführen des mit demauch aus diesem Grunde notwendig, zur Reparatur von Türfenstern die Innenverkleises Jahr die Uebertragungsorgane der Hand- Hilfsrähmchen versehenen Glases in den verchromten Hauptrahmen bedienen wir dung der Türe zu öffnen. Der hiebei einzuschlagende Arbeitsgang wechselt naturge- ist das Handbremskabel ganz in Gummi isobremse umgestaltet worden, und bei Packard uns (sofern vorhanden) der vorerwähnten Ausziehvorrichtung. Hiebet ist darauf zu mäss von Fall zu Fall. Immer ist jedoch darauf zu achten, dass keinerlei vorspringende draulische Bremse mit mechanischer Reserliert Hudson besitzt nach wir vor die hy- achten, dass die Scheibe gerade und gleichmassig eingeschoben wird. Zeigt sich, dass Ecken in den Laufschienen das Glas etwa ve, welche beim Versagen der ersteren die Oberseite rascher hineingleitet als dieberühren und verletzen können. durch mechanische Mittel auf die Hinterräder wirkt untere, so muss der Angriffspunkt des Werkzeugs weiter nach unten gerückt werden. Ist keine derartige Vorrichtung verfügbar, so schiebt man das Glas von Hand möglichst weit in den Rahmen und schlägt es darauf mit einem weichen Holzklotz und Hammer noch ganz hinein. Türfenster, und Rückfensterersatz. Wenn das Fenster einer Türe eingeschlafen äst, so fallen die Splitter gerne in den An den Bremsen der neuen amerikanischen Modelle hat sich gegenüber dem Vorjahr Verschiedenes geändert. Bei manchen Wagen sind für die Vorder- und Hinterradbremsen, in einzelnen Fällen sogar schon für die beiden Schuhe ein- und derselben Bremse, verschiedenartige Beläge vorgeschrieben, die sich je nachdem in den Dimensionen oder auch hinsichtlich des verwendeten Materials unterscheiden. Was die Unterschiede zwischen den Belägen von Vorder- und Hinterradbremsen anbetrifft, so rühren diese daher, dass heute die meisten Automobilfabrikanten die Vorderbremse kräftiger wirken lassen als die der Hinterräder, um der Gewichtsverlagerung beim Bremsen Rechnung zu tragen. Die verstärkte Bremswirkung wird bei hydraulischen Bremssystemen durch Verwendung grösserer Bremszylinder an den Vorderrädern erreicht. Bei ungefähr einem Fünftel der amerikanischen Modelle dieses Jahres sind Vorder- und Hinterbremsen auf gleich starke Wirkung eingestellt und nur bei einem Typ, nämlich beim Willys 1938, ist die Bremsleistung der Hinterräder, grösser. Die Unterschiede in den Vorschriften über die Beläge der beiden Schuhe ein und derselben Bremse sind darauf zurückzuführen, dass der Sekundärschuh von Bremsen mit Servowirkung mehr zu leisten hat als der Primärschuh. Daher ist es dort am Patz, die beiden Backen mit Belägen aus verschiedenem Material zu versehen, das so berechnet ist, dass sich beide gleichmässig abnützen. Bei manchen Wagen sind gepresste Beläge für die vordem Schuhe vorgeschrieben, bei andern wieder gewobene. Auch in der Länge der Beläge treffen wir mitunter Differenzen an, indem bald die der vordem, Die Rückfenster lassen sich meist ganz ähnlich aus- und einbauen, wie die Windschutzscheibe. Auch sie sitzen in einem Rahmen von Gummi mit Dichtungslippe, und werden mitsamt diesem nach dem Lösen der innern Verkleidungsteile nach innen herausgenommen. Ebenso gelten für die Abdichtung und die übrigen Einzelheiten der Montage die gleichen Vorschriften wie beim Windschutzfenster. -b- Einstellarbeiten an Amerikaner-Modellen 1938: Brems-Service bald diejenigen der hintern Backen kürzer gemacht werden. Bei der Montage der Bremszylinder ist auf einige Besonderheiten zu achten. So haben wir bereits erwähnt, dass diejenigen der Vorderräder vielfach grösser sind als die der Hinterräder. Dies ist sowohl bei allfälligem Ersatz als auch bei Repara- Abb. 1. Zwei Arten von verstellbaren Ankern. L i n i s ; Verschiebbarer Anker. Rechts: Exzenter-Anker. turen zu beachten. Bei manchen Bremszylindem ist weiter die Innenbohrung abgestuft, der eine Bremskolben also grösser als der andere. In diesem Falle ist beim Ausbau genau darauf zu achten, ob die grössere oder kleine Bohrung nach vom zu liegen kommt. Meist ist allerdings durch passende Durchbildung der Befestigung schon dafür gesorgt, dass ein verkehrter Einbau an der Bremsankerplatte von selbst ausschliesst. Trotzdem empfehlen wir,, diesem Punkt die Beachtung zu schenken, die er verdient. Der Zweck der abgestuften Bohrung oder der ungleichen Länge der Beläge besteht darin, die Abnützung gleichmäßiger zu gestalten, damit alle die gleiche Lebensdauer erreichen. Im allgemeinen machen sich im Aufbau der Bremsen keine neuen Tendenzen geltend. Einzig in der Konstruktion des Ankers scheint der Exzentertyp gegenüber der ver- Einstellung der Bendixbremsen. und zwar sowohl der hydraulischen als auch der mechanischen Bauart geschieht durch die übliche Exzenterverstellung des Sekundärschuhes und die Rastenradeinstellschraube, welche das Spiel am äussern bzw. untern Ende der Schuhe reguliert. Die Bendixbremsen besitzen einen einzigen nachstellbaren Ankerzapfen. Das übliche Spiel zwischen Belägen und Trommel beträgt auch bei den diesjährigen Wagen 1/4 mim. Der Unterschied im Spiel am untern und obern Ende der Bremsschuhe darf 7/100 mm nicht übersteigen, soll eine gute Zentrierung erhalten werden. Finden wir, dass er grösser ist, so sollte der Ankerzapfen nachgestellt werden. Hiebei sei noch besonders darauf hingewiesen, dass ein etwas geringeres Spiel am Ankerende des Schuhes weniger schadet, als wenn es auf der gegenüberliegenden Seite vorhanden wäre. Die Bendixbremsen werden nach wie vor sowohl mit verschiebbarem als auch mit Exzenteranker gebaut Unsere Abb. 1 gibt darüber Auskunft, wie man diese beiden Typen schon rein äusserlich unterscheiden kann. Die hydraulischen Lockheedbremsen besitzen die übliche Exzenter- oder Nockennachstellvorrichtung am obern Ende des Schuhs. Jede Backe verfügt über einen eigenen Ankerzapfen mit Exzenter. Das normale Spiel zwischen Belag und Trommel beträgt am Ankerende der Bremsschuhe 0,1—0,16 mm und am andern 0,25—03 mm. Nun noch einige Bemerkungen zum Brems-Service der einzelnen amerikanischen Wagen. Die Einstellarbeit an den Ch evrol et-Bremsen bleibt unverändert Die bisherige Konstruktion des Bremshauptzylinders wurde beibehalten. Auch bleiben die Vorschriften über den Stand der Bremsflüssigkeiten gleich, d. h. er muss in den Grenzen zwischen 10 und 25 mm vom Rande des Behälters gehalten werden. - Oldsmobile empfiehlt neuerdings anstelle einer Wiederherstellung abgenützter Bremszylinder diese zu ersetzen. Begründet wird dies damit, dass die Wände der überholten Zylinder rauher sind und daher die Gummidichtungen darin rascher dem Verschleiss unterworfen werden. Ford verwendet dieses Jahr einen noch härteren Bremsbelag, dagegen hat sich die Nachstellarbeit nicht verändert. Die Bremsen müssen mit einer Toleranz von nur 5/100 nun genau zentriert sein. Das Spie] beim Anker soll 0,2 mm betragen. Die Einstellung der Kabel ist sorgfältig vorzunehmen, denn wenn ein Kabel zu kurz ist, wird der Primärschuh vom Anker weggezogen. Dies kann kontrolliert werden, nachdem man die Bremstromraeln entfernt hat. Man stemmt einen Schraubenzieher unter den Rand der Bremsankerplatte und drückt damit den Primärschuh gegen den Anker. Bewegt sich dabei der Sekundärschuh, so heisst Abb. 2. Hydraulische Lockheed-Bremse am De Soto 1938. A = Bedienungsende der Bremsschuhe. B =* Ankerende der Bremsschuhe. dies, dass der Primärschuh anstatt auf dem Anterzapfen auf dem Betätigungskeil aufliegt Die Verbindung der hyraulischen Bremsen von Hudson mit der mechanischen Reservebremse wird durch eine Stange mit Ueberholkopplung zwischen Pedal und Bremsausgleich geschaffen. Beim Einstellen sollte der Bremsausgleich an seinem Anschlag anstehen. Hierauf lockert man die Sicherungsmutter auf der Stange und schraubt die Einstellmutter so weit, bis ihre hintere Fläche einen Abstand von 36,5 mm von der Vorderfläche der hintern Stange besitzt. Diese Einstellung ist unerlässlich, um ein richtiges Zusammenspiel der Bremse zu erhalten. Der Arbeitsgang bei der Einstellung der Handbremsen hat sich im allgemeinen nicht geändert. Bei B u i cl wurde der Bremsausgleich zurückverlegt und die Kabelnachstellung nimmt das Spiel im vordem und hintern Kabel auf. Ein einzelnes Kabel verbindet die Bremshebel der Hinterräder und greift am Bremsausgleich an. Die Kabelrückziehfeder sitzt an der Einstellstange, die durch den Bremsausgleich hindurchgeführt ist. Bei der Bandbremse von Chrysler, De Soto, Dodge und P1 y m o u t h muss die ganze Nachstellung an der Bremse selbst vorgenommen werden. Die Mutter auf der Aussenseite des Ausgleichsfederjochs am Hebel der Bremse ist ausschliesslich zum NachsteHgn des Kabels bestimmt und nicht dazu, um die Abnützung der Beläge zu kompensieren. Bei W i 11 y s geschieht die Nachstellung in derselben Weise wie im Vorjahre, desgleichen die Wartung. Der Wagen besitzt wieder eine Bremswelle mit linksseitigem Hebel, woran die Handbremse durch Vermittlung einer Ueberholkopplung angreift. Die grössten Chrysler- und Packard- Modelle sind auch dieses Jahr mit Servobremsen ausgerüstet. Falls wie bei Packard ein Vorratsbehäilter angeschlossen ist, so sollte das Bremspedal etwa ein Dutzend Mal nacheinander betätigt werden, um ihn ganz zu «leeren>. Die Nachstellung geht in gleicher Weise vor sich, wie an den Vorjahresmodellen. Hiebei ist besonders zu beachten, dass der Servozylinder genau die richtige Lage haben muss, so dass der Verbindungszapfen in seine Bohrung gesteckt werden kann, ohne dass man die Bremskolbenstange beim Montieren durchbiegen muss. Die Schmierung des Servozyilinders geschieht ungefähr alle 10 000 km mit Eismaschinenöl, Stossdämpferflüssigkeit oder Transformatorenöl. Man entfernt hiezu die Verschraubung am Zylinderende und giesst ca. 30 Gramm des vorgeschriebenen Oels hinein. Ebenso sollte ein Meines Quantum in den Vakuumrohranschluss am Zylinderende gegeben werden. Diese periodische Schmierung ist notwendig, um Kolben dich tung und Kolbenstangenpackung in gutem Zustand zu erhalten. 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