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E_1938_Zeitung_Nr.057

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die Route de Frontenex

die Route de Frontenex und wollte ein Auto überholen, als dieses nach links gegen die Avenue William Favre einbog; er wurde bei dem nun erfolgenden Zusammenstoss erheblich verletzt und belangte die Haftpflichtversicherung des Autohalters auf Schadenersatz und Genugtuung. Der Kläger war nicht Halter des Fahrzeugs im Sinne des Gesetzes, da das Motorrad nicht ihm gehörte. Nach Art 37 Abs. 2 MFG konnte sich der Autohalter (bzw. die Versicherung) von der Haftpflicht nur befreien durch den Nachweis, dass der Schaden durch grobes Verschulden des Geschädigten eingetreten sei, ohne dass ihn selbst ein Verschulden treffe. Das Genfer Gericht nahm an, dem Automobilisten sei dieser Entlastungsbeweis nicht gelungen, da er nicht habe beweisen können, dass er im kritischen Moment den Richtungszeiger gestellt habe. Die Annahme eines Mitverschuldens des Motorradfahrers wegen verbotenem Vorfahren lehnte es mit der Begründung ab, der Kläger sei zum Vorfahren berechtigt gewesen, weil sich die Avenue William Favre auf der andern Seite der Route de Frontenex nicht fortsetze, also nur eine Einmündung und keine Strassenkreuzung vorliege. Es sprach dem Kläger insgesamt 22,500 Fr. zu. Das Urteil der I. Zivilabteilung des Bundesgerichts geht von der andern Auffassung des Art. 26 Abs. 3 MFG aus. Wenn diese Vorschrift auch nur von Strassenkreuzungen spricht, so wollte doch der Gesetzgeber das Vorfahren überall da untersagen, wo ein Zusammentreffen mehrerer Strassen, sei es an einer Kreuzung, einer Gabelung oder einer St. Gallen baut welter an der Walenseestrasse, aber — Interpellationen im st. gallischen Grossen Rat Einmündung, dieses Manöver besonders gefährlich gestalten würde. Den Motorradfahrer trifft daher hier ein Verschulden, das freilich wegen der Unübersichtlichkeit der Strasseneinmündung nicht schwer ist. Da dem Autohalter nach der kantonalgericht* liehen Feststellung der Entlastungsbeweis misslungen ist, wird er für die Unfallfolgen haftbar, dagegen ist die Entschädigungspflicht wegen des leichten Mitverschuldens de.s Klägers um 1/6 zu ermässigen. Vom Kläger war auch eine Genugtuungssumme verlangt worden, was nach Art. 42 MFG ein Verschulden des beklagten Autohalters voraussetzt. Dieses Verschulden ist nicht etwa dadurch nachgewiesen, dass dem Halter wie im vorliegenden Falle der Entlastungsbeweis misslingt und infolgedessen die Kausalhaftung des Halters gilt. Der Ger nugtuungsanspruch untersteht den gewöhnlichen Beweisregeln, und wer ihn stellt, hat selber den Beweis für das Verschulden des Beklagten zu erbringen. Fehlt hier der Beweis, dass der Automobilist den Richtungszeiger betätigt hat, so ist anderseits auch nicht nachgewiesen, dass er dies nicht getan habe; der Kläger hat somit den durch Art. 42 MFG geforderten Beweis gleichfalls nicht erbringen können und ist mit seinem Anspruch auf eine Genugtuungssumme abzuweisen. Grosse Rat den Regierungsrat, im Einvernehmen Der am letzten Sonntag in Chur gefassten Resolution der vier Aktionskomitees für den Bauund Zürich, daß Projekt der rechtsufrigen Walen- mit den Regierungen der Kantone Graubünden einer Walenseestrasse — sie wurde in Nr. 56 der seestrasse neu aufzunehmen und beim Bundesrat « A.-R. » veröffentlicht — folgte am Dienstag als unter dem Titel des Bundesbeechlusees über den weiterer Akt des zwischen St. Gallern und Glarnern Ausbau der Srassen und des Strassennetzes im entbrannten Meinungsstreites die Einreichung Alpengebiet die Annahme und die Subvention dieses Projektes zu fördern.> zweier von Ständerat Schmuki und dem Sozialdemokraten Kessler unterzeichneten Interpellationen, ausgelöst durch den Beschluss des glarneriechen Landrates, für den Bau der Walenseestrasse keinen Spatenstich zu tun, hevor die Angelegenheit einer Verbindung Glarus-GrauMnden abgeklärt sei. Die Interpellanten unterzogen dahei das Verhalten der Glarner Behörden einer Kritik und warfen die Frage auf, welche Absichten die st. gallische Regierung für den Fall hege, dass Glarus seinen Verpflichtungen nicht nachkommen sollte. Regierungsrat Dr. Kobelt erklärte in seiner Antwort, worin er den "Werdegang dee ganzen Problemkomplexes nochmals beleuchtete, St. Gallen werde auch weiterhin seine Pflichten erfüllen, obwohl es durch die Haltung des Kantons Glarus beunruhigt sei. An eine Einstellung der im Gang sich befindenden Arbeiten an der Walenseestrasse denke die Regierung indessen nicht, im Vertrauen darauf, das© auch Glarus dae durch seinen Landsgemeindebeschluss sanktionierte Versprechen, das glarnerische Teilstück der Walenseestrasse auszubauen, einhalten werde. Im übrigen bestehe die Absicht, an den Bundesrat zu gelangen mit der Bitte, zum Rechten zu sehen und dafür zu sorgen, dass seine Beschlüsse, denen auch Glarus zugestimmt, die nötige Nachachtung finden. In der Diskussion stellte Dr. Gmür folgenden, vom Rate der Auffassungen in Bezug auf den Bau der Alpenstrassen eingesetzt und man sei zur Zeit der diesjährigen Landsgemeinde selbst in offiziellen Kreisen der Meinung gewesen, dass «sogar von Bern aus> ein Uebergang vom Glamerland nach Graubünden den Vorrang vor einer Walenseestrasse einstimmig angenommenen Antrag: erhalten müsse. Umso überraschender sei wenige «1. Der Grosse Rat billigt in allen Teilen die Wochen nachher das Ergebnis der Konferenz in Erklärungen des Regierungsrates, wie 6ie auf die Bern ausgefallen. Es wäre zu viel gewesen, den Interpellationen über den Bau der Walenseestrasse Glarner Vertretern zuzumuten, sich einfach oppositionslos mit einer solchen Situation abzufinden. gegeben worden sind. 2. Der Grosse Rat spricht die bestimmte Erwartung aus, dass der Kanton Glarus das vonGlarus sein gegebenes Wort nicht halten Momentan handle es sich gar nicht darum, dass wolle, ihm selbst eingereichte und durch Bundesratsbeschluss vom 26. Februar 1937 genehmigte Projekt der linksufrigen Walenseestrasse raschmog- Schweiz. Rundschau Hauptmann Hendra, hielt eine Glückwunschrede, in der er unsere Tugenden hervorhob und blind gegen unsere Fehler war, und wie durch einen Trick herbeigezaubert, erschien ein prachtvolles Silbertablett mit einem silbernen Teeservice vor unseren Augen; ein Geschenk einer Anzahl von Freunden. Nicholas hielt ebenfalls eine Rede, die sehr gut war; aber er sagte noch immer nicht, warum er so vergnügt war und worüber er mit Bill gesprochen hatte. Erst als wir uns zu Hause für das Diner umkleideten, bekam ich es aus ihm heraus; und da waren wir beide so aufgeregt und in solcher Eile, dass man kein vernünftiges Wort sprechen konnte. «Warum hast du dich so verspätet, Nicholas ? Du hattest mir doch versprochen, recht früh zu kommen und mir zu helfen.» «Ich weiss. Was hast du mit meiner Kleiderbürste gemacht ? » «Nichts. Was hast du mit Bill gesprochen? Er soll für ein Jahr fortgehen, und ich nehme an, dass du dann die ganze Arbeit allein machen musst. Warum kann er seine Liebeswerbung nicht zu Hause machen?» Echst und in einwandfreier Weise ausführen werde. 3. Sollte jedoch der Kanton Glarus, im Gegensatz zu früheren Zusagen und im Gegensatz zum Bundesratsibeschluse, die Walenseestrasse auf seinem Gebiet nicht bauen wollen, beauftragt der Wie man Im Kanton Glarus die Sache beurteilt - - ,. erschienenen Artikel, worin die Auffassung vertreten wird, dass im jetzigen Moment in erster Linie eine geschlossene Haltung zwischen Volk und Behörden notwendig sei, um zu einem Erfolge zu kommen. Ein Beschluss, die Walenseestrasse nicht zu bauen, liege nicht vor, aber man könne für einmal die Frage offen lassen, ob die «Rechtsufrige» doch gekommen wäre, wenn Glarus eine vollständig ablehnende Haltung gegenüber der Walenseestrasse eingenommen bezw. Pragel oder Panixer in den Vordergrund gestellt hätte. St. Gallen wäre übrigens, trotz der Rechtsufrigen, nach Fertigstellung der Kerenzenbergstrasse doch gezwungen gewesen, den heute in Ausführung begriffenen Umbau vorzunehmen. Die Landsgemeinde 1937 habe der Walenseestrasse zugestimmt und die nötigen Kredite bewilligt und die Vorarbeiten befinden sich gleichfalls im Gang. Mit den politischen Ereignissen an unserer Ostgrenze habe auch in Bern ein Umschwung sondern dass auch die andern Fragen sobald -wie möglich abgeklärt werden, deren Dringlichkeit ausser Frage stehe. Entscheidend sollen und dürfen AUTOMOBIL-REVUE auch hier nicht allein strategische Gründe sein, denn man schaffe grosse Werke nicht nur für den Krieg, sondern vor allem für die Volkswirtschaft. Wirtschaftliche Bedeutung komme aber für den Kanton Glarus sowohl dem Panixer wie dem Kisten und dem Pragel zu, vor allem, wenn die Gefahr drohe, dass das Glamerland noch viel mehr abgefahren werde. Die Abklärung des ganzen Problems des Strassenbaus habe vorwiegend unter volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten zu erfolgen, denn noch seien die Gefahrenherde nicht aus der Welt geschafft und der Bau eines Alpenübergangs, heisse er nun Panixer, Segnes oder Kisten, bedeute eine eminent grössere Sicherheit für unser ganzes Land, vor allem aber für die Ostschweiz, als der heutige Zustand und dazu gesellen sich die verkehrswirtschaftlichen und verkehrspolitischen Vorteile. «Merkwürdige Bussenpraktiken» Der also betitelte Leitartikel in Nr. 56 hat uns eine ganze Reihe zustimmender Antworten eingetragen, von denen einzelne Aufmunterungen zu weiterem Vorgehen enthalten. Dass wir mit der Aufrotlung dieser Frage tatsächlich eine Angelegenheit berührten, die in automobilistischen Kreisen viel Staub aufwirbelt und zur Kritik hinlänglich Anlass gibt, beweist jener Fall, da einem im Kanton Solothurn wohnhaften « glücklichen» Besitzer eines Autos durch Eventualurteil eines ausserkantonalen Bezirks-Oberamtmannes sage und schreibe 2V2 (zweieinhalb !) Monate nach seiner angeblichen Missetat kund und zu wissen getan wurde, wann und wo Die Leistung der Versicherungsgesellschaft wurde auf 17,000 Fr. herabgesetzt, da und wie er sich gegen die Verkehrsvorschrif- vergangen habe. « Wie soll ich hier re- der Kläger für' seinen Schaden nur zu 5/6ten entschädigt wird und keine Genugtuungszahlung erhält Wp. kurrieren, nachdem schon eine so lange Zeit darüber vergangen ist und ich mich tatsächlich nicht mehr erinnern kann, wie schnell und wo ich zu jener Zeit gefahren bin », glossiert er treffend die Bussverfügung, die so verdächtig lange nach dem von der Polizei behaupteten Vergehen ausgefällt wurde. A propos Polizeirapporte übrigens bemerkt eine andere der uns als spontane «Sympathiekundgebungen > zugekommenen Zuschriften nicht ohne Recht, aber auch nicht ohne einen Anflug von Bitterkeit, der steuerzahlende Bürger geniesse dem vereidigten Herrn Polizeimann gegenüber keinen Glauben, weshalb es leicht sei, Bussen einzutreiben. Die Bitte an die hohe Hermandad aber, sie möchte die Fehlbaren jeweilen innert 24 Stunden aufrufen lassen, wird nach menschlicher Voraussicht ungehört bleiben — denn es war zu schön gewesen ! Schon weil es dem Fiskus dabei blühen könnte, dass ihm die ©ine oder- andere Busse wieder durch die Latten ginge. AkU-£«»l*UB*S4e Alpenposten. . Während der Woche vom 4.—10. Juli wurden die schweizerischen Alpenkosten von insgesamt 32,936 Personen benützt. Verglichen mit dem ParaJlelabschnitt des Vorjahres entspricht diese Ziffer einer Zunahme um 2461 Fahrgäste. 24 von den 38 Linien haben zu dieser Steigung beigetragen, vor allem die Kurse Chur-Julier-St. Moritz mit einem Plus von 948 Passagieren, Thusis-San Bernardino mit einem solchen von 541 und Staldea- Saas Grund mit einer Mehrfrequenz von 509. Die Annahme triff wohl kaum daneben, dass die starke Belebung geräMe auf diesen Linien in der Hauptsache dem Beginn der Schulferien zuzuschreiben ist, der auf den 10. Juli fiel. Dem Aufschwung auf der einen stehen allerdings auch gewisse Ausfälle auf der andern Seite gegenüber, wobei die Verbindungen Urnäsch-Schwägalp und Nesslau-Buchs einen Rückgang um 654 resp. um 498 Fahrgäste verzeichnen, wie denn überhaupt diese beiden Routen, die vorweg dem Ausflugsverkehr dienen, sehr starken Frequenzschwankungen unterworfen sind. Mit dem grössten Reisendenkontingent, nämlich mit 3731 Personen, rückt Chur-Julier-St. Moritz zur Spitze auf, gefolgt von Nesslau-Buchs mit 2815 und von St. Moritz-Maloja-Ghiavenna mit 1901 Fahrgästen, doch wird daneben die Tausendergrenze auch noch von der Grimsel, den Kursen Thusis-Mesocco, Reichenbach-Griesalp, Stalden-Saas Grund, der Furka, Meiringen-Schwarzwaldalp, der Hasliberg- Verbindung und von den Linien Urnäsch-Schwägalp wie Chur-Flims überschritten du Melinda verständigt ? War sie nicht ausser sich? Zum Glück habe ich reichlich bestellt. Ja, du musst abgebürstet werden; komm her.» « Die Einladung erfolgte, nachdem wir die Teilhaberschaft festgelegt hatten. > « Wessen Teilhaberschaft ? » «Meine, natürlich. Bill bat mir angebo- «Ich wünschte, ich könnte meine Kleiderbürste finden — ach, entschuldige.» Diese Entschuldigung erfolgte, weil er mich halb umrannte, als er durch durch das Zimmer auf meinen Frisiertisch zustürzte, um meine Kleiderbürste zu nehmen. Wir hatten uns um eine Viertelstunde verspätet. Unsere Gäste Dr. Little und George Vincent waren bereits da. Während ich insten, geschäftlicher Teilhaber zu werden.» Gleichgewicht zu kommen suchte, blickte «Also darum siehst du so vergnügt ich zum Fenster hinaus und sah, dass ein aus ? » Wagen vor unserem Hause hielt, aus dem Bill Cleveland ausstieg. Ich zog eben eines «Ich freue mich, und du hoffentlich auch. > jener Kleider an, in die man sich mit ausgestreckten Armen wie ein Wurm hinein- « Nun, deinem Ton kann man es nicht an- « Ja, ich freue mich», sagte ich. winden muss. merken; was ist los ? » « Bill kommt soeben ! » rief ich aus. « Ich denke an Celia. > « Ich habe ihn eingeladen >, sagte Nicholas. melden, dass alle auf uns warten, dass AI- Jetzt stürzte Sally ins Zimmer, um zu «Du hast ihn eingeladen ? Im letzten berta sagt, es wäre nicht ihre Schuld, wenn Moment, wenn der Tisch bereits gedeckt ist die Suppe kalt werde, und dass die Käsestangen zerfallen seien, weil ich nicht das und kaum Platz für elf! » « Wenn wir zusammenrücken, wird Platz richtige Rezept hergegeben hätte, dass wir sein. Sally kann an einem Ende des Tisches nur zehn Champagnergläser hätten und was neben mir sitzen.» Melinda tun solle. - «Sally-sollte- bereits zu Bett-sein.- -Hast (Fortsetzung folgtJ FREITAG, 15. JULI 1938 — N° 5T Sommerfreuden - Sommerleiden (Fortsetzung von Seite 1.) Neben der blossen Ueberhitzung treten öfter noch gewisse Nebenerscheinungen auf, die uns unweigerlich zum Anhalten nötigen, weil der Motor ganz einfach abstellt, nachdem er vielleicht vorher noch ein paarmal «geniest» hat. Wir überlegen: Ueberhitzung der Zündkerzen? — Kaum, denn da würde er nicht gleich ganz abstelle». Oder sollte ein Ventil hängenbleiben, da er sich eben noch «schneuzte». Wohl auch nicht. Nein, er hat in den Vergaser zurückgeschlagene, weil er plötzlich zu wenig Benzin erhielt. Früher hätte man in solchen Fällen unzweifelhaft auf eine verstopfte Düse geschlossen und angefangen, am Vergaser zu bauen. Seitdem man jedoch den Brennstofftank meist im Heck montiert und das Benzin durch eine Pumpe zum Vergaser fördern Iässt, sind noch einige weitere Störmöglichkeiten dazugekommen, die nur zu gern vergessen werden. Sie lassen sich auf den Generalnenner Dampfblasenbildung bringen. Es gibt Wagen, ganze Fahrzeugserien, die zu dieser Wärmekrankheit neigen. Durch die Ueberhitzung des Motors erwärmt sich irgend ein Teil seines Brennstoffördersystems oder auch der Vergaser so stark, dass das Benzin spontan darin verdampft, etwa so wie ein Wassertropfen, den man auf eine heisse Platte fallen Iässt. Der gebildete Benzindampf verstopft dann als Blase den Vergaser, die Brennstoffpumpe oder die Brennstoffzuleitung zur Pumpe. Hiebei hört das geordnete Arbeiten dieser Teile auf und der Motor stellt plötzlich ab. Durch Abtastung der fraglichen Apparate und Rohrleitungen ist die Störungsquelle bald ausfindig gemacht, aber packen wir nicht all zu kräftig zu, damit wir uns die Finger nicht verbren- Mangel am Kahlsystem, die zur Ueberhitzung führen können. A) Schleifender Ventilatorriemen. B) Kein Wasser im Kühler. C) Kühlerwaben verstopft, behindern Durchtritt der Kühlluft. Kühlerröhrchen innen verkalkt D) Thermostat defekt. nen! Hatte der Wagen genug Zeit, um gut abzukühlen, so sollte sich der Motor — sofern weder Düse noch Brennstoffilter oder Leitung verstopft sind, — wieder in Gang bringen lassen. Muss gleichzeitig noch das Kühlwasser ergänzt werden, so lassen wir den Motor solange abkühlen, bis er handwarm ist, denn eine plötzliche Abschreckung durch kaltes Wasser verträgt der spröde Guss des Motorblocks und Zylinderkopfes im heissen Zustand nicht. Schlagen wir diese Regel in den Wind, so werden wir dies wahrscheinlich mit einer gesalzenen Reparaturrechnung büssen müssen. Abschliessend sei noch auf eine Störung hingewiesen, die mitunter bei sommerlichen Platzregen auftritt: Mit einigen Auspurfknallern oder auch ganz sang- und klanglosem Nachlassen der Motorleistung fängt sie an, und plötzlich will der Motor nicht mehr, stellt kurzerhand ab. Was ist passiert? Nichts weiter, als dass sich Wasser an einigen « strategischen » Punkten des Zündsystems niedergeschlagen hat und den Zündstrom auf Abwege bringt. Das Regenwasser wird eben mit der Kühlluft unter die Haube gesaugt und vom Propeller zu feinem Nebel zerstäubt, der leicht Niederschläge bildet. So gelangt nicht ungern auch mal Wasser in den Verteiler, was dann die erwähnte, unliebsame Wirkung hat. Das Zündsystem versagt, und zwar — boshafterweise — ohne äusserlich ersichtlichen Grund. Denn vom heissen Motor und den Kerzen verdampft das Wasser so rasch, wie es sich niederschlägt. Abhilfe schaffen wir durch Abnehmen des Verteilerdeckels und Austrocknen seiner Innenseite. Hierauf lassen wir durch die Wärme des Motors noch ein Weilchen nachtrocknen, worauf der Motor wieder anläuft. Solange der Platzregen vorhält, empfiehlt es sich, weder sehr rasch zu fahren noch den Motor — und damit den Ventilator — auf hohe Tourenzahlen zu jagen. -b-

57 w FREITAG, 15. JTJLI 1936 «OTOmUBIL-REVUE IN DEUTSCHLAND Zehn Tage vor dem G. P. von Deutschland. Wer fährt für die Auto-Union? — Probefahrten von Alfa Corse In LJvorno. Wir haben am Dienstag noch berichten können, dass Nuvolari in Adenau eingetroffen sei, um auf Wunsch der Auto-Union deren neuen Heckmotor-Rennwagen zu erproben. Wie wir hiezu vernehmen, war der Mantuaner gleich Stuck, der von der Zschopauer Firma schon zu Beginn der letzten Woche telephonisch nach dem Nürburgring gebeten wurde, auf dem Wagen rasch « zufaaus > und kam schon nach den ersten von ihm gedrehten Probe runden nahe an die von Mercedes-Benz gefahrenen Rundenzeiten heran. Nachdem nun die Auto-Union ihre Zelte in der Eifel am Samstag abgebrochen hat, fragt man sich allgemein, wer für sie am Sonntag in 8 Tagen im Grossen Preis von Deutschland in den Kampf ziehen wird. Die Version, wonach Nuvolari und Ghiron am Steuer des 12-Zylinder-A-jU-Wagens auftauchen werden, fand in den französischen Gazzetten rasche Verbreitung. Andere wieder wollen von einem definitiven Engagement von Stuck und Chiron wissen, während von dritter, allgemein gut orientierter Seite hartnäckig behauptet wird, dass die Auto-Union Stuck und Nuvolari benebst Hasse ins Feuer schicke. Kurz, der Versionen sind viele und das Rätselraten wird möglicherweise erst mit dem letzten Trainingstag — am 23. Juli .— ein Ende nehmen, zumal die italienische (Fachpresse am Mittwoch meldet, dass Alfa Corse die ganze Rennmannschaft — Farina, Pintacuda, Biondetti, Villoresi, Tadini und Severi — zu Probefahrten nach Livorno aufgeboten habe, wo auf der Coppa-Ciano-Streeke die neuen 12- und 16-Zylinder-Alfa-Romeo-Rennwagen, möglicherweise auch der 1,5-Liter-Typ, geprüft werden sollen. Eine Einladung ist auch an Nuvolari ergangen. Der Ausgang dieser Versuchsfahrten wird massgebend sein für Start oder Nichtstart von Alfa Corse am Grossen Preis von Deutschland. IN FRANKREICH Nachtrag zum Grossen Preis von Albi. Forsches Rennen des Schweizers Hug auf Maserati im zweiten Lauf. Bei Redaktionsschluss der letzten Ausgabe der «Automobil-Revue» lagen nur sehr spärliche und zum Teil sich widersprechende Meldungen über den Verlauf des Grossen Preises von Albi vor, der am Sonntag auf einer 8 km 901 langen Rundstrecke in der Nähe von Toulouse ausgetragen wurde. Inzwischen haben jene unvollständigen Berichte eine weitgehende Ergänzung erfahren «nd es lohnt sich um so mehr auf dieses Rennen kurz zurückzukommen, als der Schweizer Maseratifahrer Armand Hug inmitten einer starken, vorwiegend italienischen Konkurrenz ausgezeichnete Figur machte und alle Chancen hatte, aus dem tollen Kampf als Sieger hervorzugehen. Zum ersten der beiden Läufe, die über Je 20 Runden = 178 km 020 führten, stellten sich nach dem Forfait des siamesischen Prinzen «Bira» insgesamt 9 Piloten, nämlich Bianco, Raph, Villoresi Luigi, Teagno, Soffietti, Hug (Schweiz), Berg (Deutschland), alle auf Maserati, sowie Plate auf Talbot und der Engländer Mays auf ERA, der als einziger die englischen Farben verteidigte. Villoresi hatte leichtes Spiel, fielen doch seine grössten Widersacher schon im ersten Viertel des Rennens aus : Hug verlor den Oeltankdeckel, Mays gab wegen Kompressorschaden auf, Bianco sauste an einen Telegraphenmast und wurde, leicht verletzt, ins Spital verbracht, und Raph verschwand wegen Motordefekt ebenfalls von der Piste. Ergebnis des I.Laufes: 1. Villoresi (Maserati) 20 Runden in 1:12:31,2 == 147,286 km/St.; 2. Teagno (Maserati) 19 Runden in 1:12:48; 3. Soffietti (Maserati) 19 Runden in 1.13:53; 4. Berg (Maserati) 18 Runden in 1:12:49; 5. Plate (Talbot-Spez.)- 15 Runden in 1:14:20. Schnellste Runde: Mays (ERA) in 3:24 = 157,076 km/St. Im zweiten Lauf war die Glücksgöttin unserm Landsmann holder gesinnt. Vom Start weg lieferte er dem Italiener Villoresi einen harten Strauss, vermochte noch vor Halbzeit an ihm vorüberzuhuschen und seinen Abstand bis zum Schluss des Rennens, atrs dem er als verdienter Sieger hervorging, auf rund \ x h Minuten zu vergrössern. Allerdings ist zu sagen, dass Villoresi absolut keinen Grund mehr hatte, mit Macht auf den Knebel zu drücken, nachdem ihm der erste Platz im Gesamtklassement (Addition der Zeiten aus beiden Rennen) gesichert erschien. Der Deutsche Berg sah sich 2 Runden vor dem Ziel von argem Pech verfolgt, indem er ohne Brennstoff auf der Strecke blieb. Ergebnis des 2.Laufes: 1. A. Hug, Schweiz (Maserati) 20 Runden in 1:13:05,4 = 146,138 km/St.; 2. Villoresi L. (Maserati) 1:14:38; 3. Soffietti (Maserati) 1:16:55; 4. Plate (Talbot 8 Zyl.) 17 Runden in 1:14:33. Schnellste Runde: Hug (Maserati) in 3:33 == 150,439 km/St. Gesamtklassement. 1. Villoresi L. (Maserati) 40 Runden in 2:27:09,2 = 145.168 km/St.; 2. Soffietti (Maseraü) 39 Runden in 2:30:48: 3. Plate (Talbot) 32 Runden in 2:28:53. Der Franzose Mazaud, der fm 24-Stundenrennen von Spa vom letzten Samstag/Sonntag mit seinem Delahaye in die Absperrung rannte und mit Verletzungen liegen blieb, ist inzwischen in eine Pariser Klinik überführt worden, wo die Ärzte ausser vielen Wunden und Schürfungen auch einen Kniescheibenbruch festgestellt haben. Damit ist Mazaud, der am 22. Mai aus dem ersten Grossen Preis von Antwerpen siegreich hervorgegangen war, für mehrere Wochen ausser Gefecht gesetzt. IN ENGLAND Nuffleld-Trophy-Rennen. Die rektifizierten Resultate des vergangenen Samstag in Donington gefahrenen Handicap-Rennens um die Nuffield-Trophäe (64 Runden = ca. 200 Meilen) lauten wie folgt: 1 Prinr « Bira » (ERA 1500), 2:53:58 = 116,717 km/St 2. H. L. Hadley (Austin 744), 2:64:20=110,747 im/St 3. A. Dobson (ERA), 63 Runden = 114,609 km/St. 4. C J. P. Dodeon (Auetin 744). 63 Runden — 108,576 km/St 5. A. P. R. Holt (ERA), 62 Bundea =i 112,356 km/St Debüt der ERA-Formelrennwagen Im Zusammenhang mit einer Meldung über den Grossen Preis von Deutschland steht im englischen «Motor» zuwiesen, dass die von ERA auf Grund der neuen Grand- Prix-Formel konstruierten Rennwagen am Nürburgring noch nicht eingesetzt werden. Dagegen sei mit ihrem Debüt am Grossen Preis der Schweiz vom 21. August zu rechnen. 500-km-Rennen von Brooklands abgesagt. Die «500 Meilen» auf der Brooklandsbahn, bei denen es sich früher um eines der schnellsten Rennen der Welt handelte und die letztes Jahr erstmals auf € 500 Kilometer» reduziert wurden, sind vom britischen Rennfahrerclub soeben abgesagt worden. An deren Stelle wird am 17. September ein 200-Meilen-Bandicap-Rennen ausgetragen. IN ITALIEN. Coppa Clano um 8 Tage verschoben. Die ursprünglich auf den 31. Juli angesetzte und allein den Anderthalbliter-Rennwagen reservierte 18. Auflage der Coppa CSano in Livorno ist auf den 7. August verschoben worden. Sie soll, entgegen den bisher gehegten Absichten, auch für Boliden mit über 1,5 Liter Zylinderinhalt offenstehen. Zürcher Automobil-Meisterschaft 1938. Der diesjährige Meisterschaftswettbewerb der Sektion Zürich des A.C.S. basiert nicht mehr, wie in früheren Jahren, auf dem Rang der klassierten Fahrer, sondern auf der erzielten Leistung, wobei je nach Veranstaltung entweder die gefahrene Zeit oder die erreichte Punktzahl für die Bewertung massgebend ist. Von den 5 für die Meisterschaft zählenden Veranstaltungen wurden bis heute ausgetragen: Geländefahrt, Autavia und Gymkhana. Der Stand der Meisterschaft iautet nun wie folgt: Gleichgültig wohin und wie Tange, jedes Ziel ist schön, selbst die kürzeste Fahrt bringt Freude und Erholung. -Wir wünschen ihnen glückliche Reise und empfehlen Ihnen dazu 'PRODUKTE fRO^f Essolube vielleicht im Schweizer Grand Prix. FAH** IN DER SCHWEIZ »Das gute Oef für gute Fahrt« S T A Kl D A R ' D - M I N E R A L O E L P R O D U K T E A. G . • G E G R U N D E r . 1 6 9 4 Fahrer I. Amateure: Baggenstos A„ Zürich Baeschlin H. J., Zürich Bestehreurtje A., Küsnacht Binder U., Zürich Blumer J., Rorbas Diener C, Zürich Dietrich M., Zürich Dold C, Dr., Herrliberg Fiedler M., Zollikerberg Greuter E., Effreükon Hartmann H., Zürich Hofer M., Küsnacht Hutton M., Frau, Zürich Jaeger W., Zürich Kläsi H., Zürich Locher W., Zürich Morel H. Rud., Küsnacht Müller A., Zürich Rhyner A. R., 'Zollikon Rutsch R., Frl., Zürich Schaerer W., Zürich Scheel H., Zollikon Schlenk F., Zürich Schulth'ess H., Zürich Schwär F., Erlenbach Weisbrod H., Dr., Zürich Wyler R., Zürich II. Experten: Bachmann E 1 ., Zürich Bolli M., Zürich Bosshardt A., Zürich Brechbühler A., Adliswü Campolongo E., Zürich Dattner A., Zürich Gübelin H., Zürich Huber B., Zürich Keller H., Zürich Sanfelice G., Zürich Schlotterbeck R., Zürich Schober E., Zürich Troesch M. A. C, Zürich Zimmermann M., Zürich Gelände- Autavia Gym- Fahrt khana 14. Mal 18. Juni 3. Juli 92,68 — 95,00 78,08 95,00 82,01 99,13 0 91,20 85,71 83,21 O 97,44 95,92 86,26 60,39 0 89,38 100,00 78,05 100,00 81,20 52,88 100,00 97,74 93,10 89,76 88,26 O 68,71 94,08 — — 58,06 92,68 — 83,08 77,84 76,60 97,52 — 0 83,41 75,79 — 83,56 38,81 — 94,43 — 90,48 90,48 98,28 0 100,00 0 0 83,18 100,00 59,18 75,37 75,75 66,30 70,79 — — 53,72 85,36 83,82 43,98 89,12 68,55 — 81,37 62,60 Für die Schlussbewertung töer Meisterschaft sind die 3 besten Resultate der 5 Veranstaltungen massgebend. Es folgen nun am 3./4. September die Schweiz. Zuverlässigkeitsfahrt von Dübendorf aus und am 1. Oktober die Zürcher Schnitzeljag'd. Die Konkurrenten besitzen somit noch beste Aussichten, ihre Klassierung im Meisterschaftswettbewerb verbessern zu können. Schneller, immer schneller... Auch John Cobb Ist gerüstet! Der neue, von Konstrukteur Railton für den Engländer John Cobb erbaute und mit zwei Napier-Flugmotoren ä 1250 PS ausgerüstete Ueberrennwagen ist fertiggestellt und macht mit seiner sauber ausgearbeiteten Stromlinienkarosserie einen vorzüglichen Eindruck. Sein Gewicht erreicht bei leerem Brennstofftank nicht ganz 3 Tonnen. Cobb schifft sich mit seinem Boliden und einem grössern Stab von Mitarbeitern und Mechanikern Ende dieses Monats nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika ein, wo er nach Ankunft in der Salzwüste von Bonneville mit seinem Landsmann Captain G. E. T. Eyston um den absoluten Weltschnelligkeitsrekord im Automobil wetteifern wird. Vor neuen Motorboot-Weltrekordfahrten Sir Malcolm Carapbells. Kürzlich machte in der schweizerischen Tagespresse eine Meldung des Inhalts die Runde, dass die aargauische Baudirektion grundsätzlich einem Gesuch des Motorboot- Weltrekordmannes Sir Malcolm Campbell um die Erlaubnis zu Rekordfahrten auf dem Hallwilersee unter dem Vorbehalt des Einverständnisses der Seegemeinden zugestimmt habe. Wie wir hiezu aus gutinformierter Quelle erfahren, ist dieses Projekt bereits fallen gelassen worden, und zwar wegen des Schiffsverkehrs auf dem Hallwilersee. Dagegen sei geplant, die Versuchsfahrten auf einem andern See (vermutlich auf dem Baldeggersee) durchzuführen. Im übrigen wird Campbell, der am 2. September des vorigen Jahres auf dem Langensee bekanntlich den absoluten Weltrekord im Motorboot auf 208,4 km/St verbessert hat, aller Voraussicht nach anlässlich des im August 1938 in Genf stattfindenden internationalen Motorbootmeetings mit von der Partie sein. Veranstaltungen. 81,82 Schwelzerrelse deutscher Automobilisten. Ausser dein Gau Baden des DDAC unternimmt nun auch der Gau Franken (Nürnberg) im August eine Fahrt nach der Schweiz. Rund 70 Personen beteiligen eich an der siebentägigen Schweizerreise, von denen fünf Tage dem Aufenthalt in unserem Lande gewidmet sind. Die Fahrtroute ist wie folgt in Aussicht genommen: Nürnberg, Ulm, Konstanz, Zürich, Brunnen, Luzern, Brünig, Meiringen, Grimsel, Furka, Oberalp, FÜms, Chur, Lenzerheide, Julier, St Moritz, Zuoz, Süs, Flüela, Davos, Landquart, Sargans, Rorschach, Konstanz, Augsburg, Nürnberg. Als Etappenorte kommen Luzern, Flims und St. Moritz in Betracht. Die Fahrt wird in -den Tagen vom 6. bis 12. August durchgeführt, während der Gau 'Baden des DDAC vom 13. bis 15. August nachfolgt, R