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E_1938_Zeitung_Nr.055

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10 AUTOMOBIL-REVUE

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Zuckerbäcker m aller Welt Im schweizerischen Auswanderungswesen spielt die Einzelemigration eine grössere Rolle als die Massenwanderung. Sie wird meistens unternommen, um wirtschaftliche Eroberungen zu machen. Mit irgendeiner Spezialkenntnis oder Spezialität zieht der Wanderer in die weite Welt, um mit seiner besonderen Fertigkeit oder Ware hohen Gewinn einzuheimsen. So zogen die Zürcher Seidenhändler schon im 13. Jahrhundert mit ihren wenig Raum beanspruchenden und leicht transportierbaren Geweben, bis nach Russland, und die Tessiner Baumeister mit noch leichterem Gepäck in alle Welt, um ihre Kunst zu üben. Eine eigene Gruppe dieser wandernden Schweizer bilden die Engadiner. Sie waren schon früh bekannte Zuckerbäcker und die ersten, die in Venedig den Kaffee, im 17. Jahrhundert, als Getränk auszuschenken begannen und dazu Spezialliköre (vor allem die Iva) servierten, in den heissen Sommermonaten aber Fruchteis in Verkehr brachten, während ihre eigentliche «Kunst» in der Zucker- und Pasteten-Bäckerei bestand. Mit ihren Geheimnissen zog manchmal die ganze männliche Bevölkerung der «kunstreichsten» Gemeinden ins Ausland, um dort Geld zu verdienen. Manche von ihnen brachten es in der Wahlheimat zu Ansehen und Wohlstand. In Genua existierte schon 1686 eine berühmte Konditorei der Planta und Picenini, in Modena, nicht viel später, eine solche der Scandolera von Samaden. Zuckerbäckern von Campher begegnen wir, Mitte des 18. Jahrhunderts, am Gardasee, in Nizza, in Potsdam, in Halle, in Breslau, in Leipzig usw. Bald hatte jede kleine deutsche Stadt ihre «Bündner», die auch die Begründer der ersten Lese-Museen waren. In Paris war vor der Revolution die Konditorei Courtin (von Sils) führend, ebenso das Bierrestaurant der Reamser Cadosch und Carisch. In Genua führt heute noch das Haus Klainguti aus Clugin in Schams und die Familie Caflisch von Trins in Neapel und in Süd- Ungarn. Ein Kugler war der Begründer jener Budapester Konditorei, deren Produkte weltberühmt wurden. (Das Geschäft übernahm Kuglers Schwiegersohn Gerbeaud, unter dessen Firma es weiterblüht.) Besonders zahlreich sind die Bündner Kaffees und Konditoreien in Spanien und in Portugal, aus welchen Ländern sie in die Kolonien vordrangen. Auch England weist viele Bündner Häuser auf. — In Riga hat die Firma Gondini & Caviezel einen sehr guten Klang, die Kohl und die Calgher führten lange Zeit in Odessa, und den Robbi und Zamboni gehört in Warschau die wohl grösste Schweizer Konditorei Europas. — In Kopenhagen waren lange Zeit alle Konditoreien und Kaffeehäuser in den Händen von Bündnern, die sich auch überseeisch verbreiteten. Aus diesen vielen greifen wir die Lebensschicksale zweier besonders heraus. Giacotno Maurizio von Vicosoprano war 1761 geboren und kam mit 14 Jahren nach Lucca, wo sein Oheim, Prevosti, eine blühende Zuckerbäckerei besass. Er lernte dort vier Jahre, dann zog er nach Paris, wo er bald Geschäftsleiter einer grossen Konditorei wurde. 1787 errichtete er in Amiens ein eigenes Geschäft. Da vernahm er, dass der König die Versammlung der Notabeln nach Versailles einzuberufen gedenke. Schnell entschlossen, errichtete nun Maurizio, nahe zum Schloss, am schönsten Platze Versailles, ein elegantes Lokal, das alle Erwartungen übertreffend, gut besucht wurde. Doch die Herrlichkeit dauerte nicht lange. Der Ausbruch der Revolution und die Uebersiedlung der Nationalversammlung nach Paris, haben die «Bündner Konditorei» erschüttert, und Maurizio musste liquidieren. Als Gerant eines kleinen Geschäftes in Boulogne versuchte er sich durchzuhalten, bis die Revolutions-Begeisterung auch ihn ergriff und er in die Nationalgarde trat. Doch auch da fand er seinen Platz nicht. Der friedliche Zuckerbäcker konnte sich mit den blutigen Greueltaten des Terrors nicht befreunden, er kehrte lieber in die Heimat zurück. An der Grenze musste er allerdings vorerst noch, um die letzten Reste seines Vermö^ gens nicht in Frankreich, wo die Goldausfuhr streng verboten war, lassen zu müssen, 21 Louis d'or schlucken, die ihm, ausser «ein wenig Magendrücken», keine weiteren Beschwerden bereiteten. So zog er gesund und froh in Vicosoprano ein, von wo er nie mehr weite Reisen machte. Ein anderer Bündner, Georg Kintschy, von Davos, wurde 1823 Zuckerbäcker in Leipzig. Er besass in der Stadt einen grossen, besuchten Laden, doch das genügte ihm nicht. Er richtete im Freien, unter den uralten Eichen des Rosentals, auch ein Sommergeschäft ein. Zuerst nannten es die Leipziger «Schweizerhüttchen»; als es aber nach zwanzig Jahren Bestehen wesentlich vergrössert wurde, erhielt es vom Volksmund die wesentlich vornehmere Bezeichnung: «Schweizerhäuschen.» Dreimal in der Woche gab hier das städtische Orchester schöne Konzerte, und das Lokal, wo man allerlei Leckerbissen und auch manchen guten Tropfen in der Reserve hatte, wurde beliebt und massenhaft besucht. Nur die Extrakonzerte des Hauses scheinen den Wettergott gereizt zu haben. Jede solche Veranstaltung bedeutete bestimmt einen Regentag. Ein Grossbesitzer der Umgebung bezahlte ihm daher für den Ausfall der Extrakonzerte in der Erntezeit eine Entschädigung, um das Getreide mit absoluter Sicherheit trocken unters Dach zu bringen. Kintschy wurde trotz diesen Konflikten mit höheren Gewalten ein reicher Mann, sein vielbewunderter Fleiss brachte Früchte, denen wir bei den Bündner Zuckerbäckern des Auslandes oft begegnen. L. W. Schöner Morgen im Bergell (Soglio, Graubünden) Aussicht auf CiJrailUiilideii Bitte nehmen Sie das Wort «Aussicht» wörtlich und denken Sie dabei an Aussichtsberge für jedermann, das heisst an solche, die jeder rüstige Wanderer besteigen kann, weil sie nicht allzuhoch sind, weil vielleicht gar ein Pfad hinaufführt. lieber dem Eingangstor des Landes, den Rebhalden der «Herrschaft» zwischen Ragaz und Landquart erhebt sich der Falknis (2566), hart auf der Grenze des Landes und wohl der schönste Aussichtspunkt für einen nördlichen Anblick der Bündner Bergwelt und viel mehr noch für den Ueberblick über das ganze Rheintal zwischen Chur und Bodensee. Rücken wir nun gegen das Herz des Landes vor und fragen wir dort nach einem Aussichtsberg, so werden die Fachleute Ihnen laut zurufen: vor allem anderen aufs Stätzerhorn (2579). Nicht nur, dass es von der hochgelegenen Lenzerheide leicht und rasch bestiegen werden kann, nicht nur, dass es tatsächlich fast die ganze Bergwelt Bündens in einem grosszügigen Ueberblick vermittelt — nein auch hier scheinen mir die Talblicke so besonders schön. Denken Sie sich im Osten die Lenzerheide, in ihrer Verlängerung nach Norden das tiefe Rheintal, nach Süden das wie ein Buch aufgeschlagene Oberhalbstein und dazu Blicke in das Tal der Albula. Im Westen aber — in grossem Gegensatz zu der hochgehobenen Lenzerheidelandschaft — 2000 m tiefer und gerade unter uns das Domleschg, dieser liebliche Garten Graubündens mit seinen zahllosen Burgen und Dörfern. Aber auch die Rheinquelltäler erlauben Einblicke oder sind doch in ihren dunstigen Tiefen zu ahnen. (Photo A. Pedrett, St, Moritz SVZ.)