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E_1938_Zeitung_Nr.055

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Ausstellung der

Ausstellung der einzelnen Verkehrsverbände. Die Bedeutung des Strassenverkehrs bringen sowohl die Via Vita wie die Strassenverkehrsliga gemeinsam zur Darstellung. Jeder Verkehrsverband zeigt dann gesondert, aber Was sich hinter den geheimnisvollen Buchstaben CCTI verbirgt ? Eine Organisation, welche die Förderung der Touristik von Land zu Land auf ihre Fahne geschrieben hat: der internationale Verkehrsrat (Conseil Central du Tourisme International). Zu seinen Mitgliedern zählt auch die Schweiz, ist sie doch darin sowohl durch die obersten Landesbehörden als auch durch ihre Verkehrsorganisationen wie ACS, TCS und Schweizerische Verkehrszentral© vertreten. Seit dem vergangenen Dienstag weilt dieses internationale Gremium, einer Einladung des Bundesrates folgend, bei uns zu Gast. Nahezu 100 Personen stark traf die Schar der Delegierten und ihrer Damen aus Aegypten, Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Mexiko, Monaco, den Niederlanden, Polen, Rumänien, der Tschechoslowakei, Ungarn, und der Schweiz am Wochenbeginn in Luzern ein, das als Tagungsort der 14. Generalversammlung erkoren worden war und den Teilnehmern einen herzlichen Empfang bereitete 1 . So umsichtig die Schweizerische Verkehrszentrale mit Direktor Bittel an der Spitze auch ihr© Vorbereitungen getroffen, so untadelig der Organisationsapparat spielte — das Wetter gefiel sich anfänglich in einem durchaus programmwidrigen Verhalten und als sic'h am Morgen des 5. Juni der Vorhang über dem Kongress erhob, da goss es aus trostlos grau verhängtem Himmel, was nur herunter mochte. Die Eröffnung. Im hlumengeschmückten Grossratssaal, von dessen Wänden neben der Schweizer und der Luzerner Flagge die Farben der im CCTI zusammengeschlossenen Staaten leuchteten, entbot Schultheiss und RegierungspräsidentWismer Gruss und Willkomm des Standes Luzern. Wenn sich der Int. Verkehrsrat — so führte er weiter aus — die Behandlung touristischer Probleme zum Ziel gasetzt, eo erfüllt er damit nicht nur eine völkerverbindende, sondern auch eine kulturelle und •wirtschaftliche Mission, welche ihm gerade die Sympathien der Schweiz, dieses Fremdenverkehrslandes par excellence, sichert. Mit einem Glückwunsch für die bisherigen Bemühungen und mit dem Ausdruck der Hoffnung auf ein ferneres 1 erfolgreiches Wirken im Dienste der int. Touristik klang die gehaltvolle Rede aus. Herr Dr. R o t h - mund, Chef der Polizeiabteilung des eidg. Justizund Polizeidepartementes und offizieller Repräsentant des Bundesrates überbrachte dessen Grüsse, woran er einen anschaulichen Aufriss der schweizerischen Staatsform, ihres Aufbaues und ihrer Eigenarten knüpfte. Wahrung unseres kulturellen Besitzstandes, von dessen Vielgestalt die Landesausstellung 1939 ein Bild vermitteln wird, und Behauptung der Unabhängigkeit sind die tragenden Pfeiler unserer staatlichen Existenz. Kurz und schlicht gab er hernach von seinem durch Arbeitsüberhäufung bedingten Entschluss Kenntnis, mit dem Ende der gegenwärtigen Tagung als Delegierter der Regierung im Schoss des CGTI zurückzutreten und stellte zugleich seinen Nachfolger Dir. Kradolfer vom eidg. Amt für Verkehr vor, der mit sympathischen Worten seine Mission übernahm. Mit einer von romanischem Esprit durchdrungenen Ansprache dankte Gomte de Liedek e r k R , der Präsident des GGTI, für die gastliche Aufnahme und die mustergültige Organisation. Treffend charakterisierte er die Förderung des persönlichen Kontakts zwischen den Vertretern der einzelnen Länder und die Erleichterung des Verkehrs als vornehmste Aufgabe des Verkehrsrates, Administrative Fragen füllen die erste Sitzung aus. in ahnlicher Aufmachung, welche speziellen Ziele verfolgt und welche Vorteile seinen Mitgliedern geboten werden. Gemeinsam wird auch das Problem der Unfallverhütung zur Behandlung kommet!. De» CCTI tsm£* in de» Schweiz Nach kurzer Pause wurde zur Behandlung der Traktandenliste geschritten, -wobei das Pensum durch vier nachträglich hinzugekommene Geschäfte eine Erweiterung erfahren hatte. Daas die Angelegenheiten administrativer Natur wie Rechnung, Budget und Hand in Hand damit eine Statutenänderung, sowie die Aufnahme des Touring-CIubs Belgisch Kongo keine hohen Wogen warfen und dass das Büro Vollmacht erhielt, nach Erledigung der Formalitäten auch den Beitritt der rumänischen Verkehrszentrale als rechtsgültig zu erklären, trug mit dazu bei, den Gang der Beratungen zu beschleunigen. Im Rahmen des Kongresses erfolgt jeweilen auch der Urteilsspruch im int. Verkehrsplakat- Wettbewerb, in dessen Jury je ein Vertreter Aegyptens, Frankreichs, Italiens, der Schweiz, Rumäniens, Deutschlands, Ungarns, Polens und der Techechoslowakei abgeordnet wurden. Noch bot ein knapp gefasstes Expose Herrn Audiziers. des Präsidenten des Verbandes französischer Verkehrsvereine, Einblick in die vielseitige Tätigkeit des in Paris installierten CCTI-Auskunftsdienstes und in dessen Beziehungen mit den Organisationen der Mitgliedstaaten, wobei der Redner den Wunsch prägte, es sollten in allen grossen Städten eine Institution ähnlich dem von Deutschland geschaffenen «Haus des Fremdenverkehrs» bestehen — dann klappten die Sitze wieder hoch und der Saal leerte sich. Sintemal der Föhn mittlerweile den Himmel wenn, auch nicht reingefegt, so doch die Sonne hinter den Wolken hervorgelockt hatte, reservierte man, das Nützliche mit dem Angenehmen verbindend, den Nachmittag für einen Ausflug nach dem Bürgenstock. Der Abend stand im Zeichen des Banketts im «Schweizerhof>, das, nachdem man den Toasten des luzernischen Stadtpräsidenten Dr. Zimmerli und Comte de Liedekerkes Beifall gespendet, vergnüglichen Ball über- zu einem betriebsamen, leitete. Der zweite Tag. Ungarn Sieger im Plakatwettbewerb. Früh am Mittwochmorgen machte sich der Berichterstatter auf die Beine, um noch rasch vor Sitzungsbeginn etwas von der Ausstellung jener Plakate zu erhaschen, die sich in friedlichem Wettbewerb um den von König Fuad t gestifteten Wanderpokal bewarben. Nein — zu beneiden war die Jury nicht, denn gab es auch etliches, was nach Form, Gestaltung und Gehalt zum vornherein ausschied, so blieb noch immer genug, um das Preisgericht vor einen heiklen Entscheid zu stellen. Ob dabei die Schweiz wohl in den «Kränzen landen» würde? Offen herausgesagt: ganz ohne Hoffnung trabten wir nicht von hinnen, denn was SVZ und einzelne unserer Kurorte da an graphischen Leistungen beigesteuert — erinnern wir doch nur an Carigiets Unter dem Schatze der parlamentarischen Immunität Doch nun rund heraus, Herr Ständerat Käser! Lassen Sie uns einmal fragen: Warum verfechten Sie Ihre Thesen immer nur unter dem Schütze der parlamentarischen Immunität ? Weshalb treten Sie nicht vor das Volk, das Sie gewählt und stehen ihm Red und Antwort ? Denn es möchte Sie hören, es möchte wissen, wie Sie dies grosse Kunststück fertig bringen. Der gewöhnliche Bürger kommt da nicht mehr mit: Sie sind Präsident der Litra; Sie sind Initiant der Gütertransiportinitiative ; Ihre Einstellung als Präsident der ständerätlichen AUTOMOBIL-REVUE ', s. mi ft§s N° 55 Schluss von Seite 1. wirkungsvollen gelben Riesenhnt auf dunklem Grand — das durfte sich immerhin sehen lassen. Allein, die Jury dachte anders und erkannte den ersten Preis und damit den Wanderpokal Ungarn, den zweiten Frankreich und den dritten Deutschland zu. Dass jedoch die bisherige Art der Jugierung nicht mehr voll zu befriedigen vermochte, erhellt aus dem einstimmig gutgeheissenen Antrag Aegyptens, das Büro mit der Ausarbeitung eines Reglements zu betrauen, das die Grundlage für das Vorgehen bei der Ausfällung der «Urteilssprüche», .ab- heit nicht dort, am Orte selbst, \n deß Diskussion zur Sprache? IWarum vertrat er seine Ansichten nicht dort? Sicher wäre ihm weder in Bern noch in Zürich der Eintritt in die von der jeweiligen Qffiziersgesellschaft veranstaltete Versammlung verwehrt worden, auch dann nicht, wenn er im Voraus dargelegt hätte, er komme, um den Kommandanten unserer Schießschulen auf das Ungehörige seines Vorhabens aufmerksam zu machen. Die Antwort des Volkes auf seine Einwände, die hätte er allerdings annehmen müssen, davor hätte ihn selbst seine Eigenschaft als Ständerat nicht bewahrt. Merkwürdig übrigens, dass die Ausführungen von Oberst Ruf betreffend Motorisierung erst zu Anrempelungen Anlass boten, als sie einem breiteren Publikum zugänglich gemacht wurden! Während der Herbst- und Wintermonate hatten nämlich an der Eidg. Techn. Hochschule in Zürich eine Reihe interessanter Vorträge über geben soll. Kräftig öffneten sich die Schleusen der Beredsamkeit, als Herr Guillemin, der Vertreter der französischen Zollbehörden, die Frage aufrollte, ob nicht Zweckmässigkeitsgründe dafür sprechen, die Eintragungen in den Zolldokumenten (Grenzpassierscheinhefte etc.) Inskünftig durch die Verwendung von Stempeln vorzunehmen, um Irrtümern und Plackereien einen Riegel zu schieben. Sowohl aus schweizerischem wie aus ausländischem Munde erhoben sich Einwendungen dagegen, wobei namentlich mit dem Argument der Kostspieligkeit der vorgeschlagenen. Prozedur operiert wurde. Besser wäre es, nach einer Vereinfachung der Formalitäten und einer Verkürzung der mitunter sehr ausgedehnten Aufenthalte beim Grenzübertritt Ausschau zu halten. Weil es an einer praktischen Lösung noch gebricht, beschloss die Tagung, den Clubs die Art und Weise der Formularausfüllung freizustellen, kriegsvorsorgliche Massnahmen der Schweiz stattgefunden. Auch der seinerzeitige Generaldirektor der SBB, Dr. Schrafl, sprach damals, und zwar über die kriegswirtschaftlichen Vorbereitungen der Eisenbahnen. Es stob nur so von Spänen, denn der Hobel ihnen jedoch gleichzeitig zu empfehlen, die Möglichkeiten einer finanziell tragbaren Vereinfachung zu studieren. Wie gewinnen wir weitere int. touristische Organisationen für den Beitritt zum CCTI? Dieses Problem warf Polen in die Diskussion, nicht ohne dass es seinen Vorstoss mit plausiblen Hinweisen begründet hätte. Neben den 10 internationalen Organisationen, welche der Verkehrsrat heute umfasst, existieren noch zahlreiche andere: die int. Arbeitsgemeinschaft für Jugendherbergen, der Int. Hotelbesitzer-Verein, die Int. Vereinigung der Alpenclubs, ferner bedeutsame Sportverbände wie die FIS usw. Sie sollten zum Anschluß® an den CCTI aufgemuntert werden, ein Gedanke, der von französischer Seite noch weiter ausgesponnen wurde in dem Sinn, dass man auch bei den nationalen Verhänden anklopfen könnte. Was nun geschehen soll? Dem Besehluss der Versammlung- entsprechend bereitet das Büro nicht nur einen Entwurf für die Regelung des Stimmrechts der allenfalls neu aufzunehmenden Organisationen vor, sondern darüber hinaus sollen die int. Verbände auch die nationalen zum Beitritt veranlassen. Schaffung eines eigenen Lehrfachs «Touristik» in den höheren Schulen aller Staaten lautete ein weiterer, gleichfalls von Polen ausgehender Vorschlag. Italien und Deutschland kennen die Einrichtung, deren Ziel die Heranbildung von Spezialisten bildet, bereits seit geraumer Zeit und ebenso sind aucll andere Länder, wie z. B. die Schweiz, an die Durchführung einzelner, der wissenschaftlichen Erfassung und Behandlung des Touristikproblems dienender Kurse herangetreten. In der Diskussion freilich kristallisierte sich die Auffassung heraus, der GTI mische sich damit etwas zu stark in die Angelegenheiten der Staaten ein. Und dieser Erkenntnis entsprang der Besehluss, es bei einer Anregung an die Behörden der Länder bewendet sein zu lassen. (Schluss Seite 4.) wurde am verhassten Konkurrenten der Strasse angesetzt. Man hörte zu und ging nach Hause, nicht sonderlich erregt, und keiner der Parlamentarier fand es angebracht, die Ausführungen als den Interessen des Landes oder doch mindestens der Landesverteidigung zuwiderlaufend anzuprangern. Als jedoch Oberst Ruf im nämlichen, Zyklus unsere Heeresmotorisierung behandelte, da horchte männiglich auf. Man begann plötzlich zu verstehen, und vor allem die Jugend ging begeistert mit. Wirtschaftsund Verkehrskreise baten dann den verdienten Offizier um Bekanntgabe seines Referates auch in weiterm Bürgerkreise, eilte Bitte, der er in verdankenswerter Weise entsprach. Eigentlich also erst, als man sich an das Volk, an den Bürger wandte, ward gewissen Leuten unangenehm zu Mute. Ausfluss dieser Stimmung war der erste Vorstoss Ständerat Käsers, d. h. sein Wunsch an den Kriegsminister, solche Kritiken kurzerhand zu unterbinden. Wir fragten damals und fragen noch einmal : Sprach der schaffhausische Standesherr in jenem Momente als Präsident der Litra und Initiant der Gütertransportinitiative oder als Postulant (Vermehrung der .militärtauglichen Motorlastwagen) oder einfach nur als Ständerat? Schwer zu ergründen! Was geschehen, ist wenig erfreulich. Und doch gibt es auch da positive Züge. So einmal als erwiesen gelten, dass selbst ständerätllche Maulkorbaktionen in der Schweiz vorläufig noch — und wir hoffen zuversichtlich immer •— im Sande verlaufen müssen, weil das Volk die Partei solcher sachlicher Kritiker ergreifen wird. Zum weitern dürften die beiden Obersten mit 'Genugtuung gespürt haben, dass das Volk ihre Absichten verstanden, ja — dass sie ihm aus der Seele gesprochen. Vor allem die junge Generation stellt sich geschlossen hinter die beiden Angegriffenen. Aus dem einfachen Grunde, weil diese beiden ernsten Mahner ihr tausendmal mehr Gewähr bieten für die Ergreifung der notwendigen, weitblickenden Massnahmen auf dem Gebiete der Landesverteidigung als ein Volksvertreter, der so viele und so verschiedene Dinge unter einen und denselben Hut bringt. Wy. Alkoholkommission in Sachen Beimischung ist bekannt. Sie reichen aber auch dem Ständerate ein Postulat zur Vermehrung der militärtauglichen Motorlastwagen ein. Welche Sphinx ! Die Vorträge von Oberst Ruf über die Motorisierung unserer Armee fanden in Bern, Zürich, St. Gallen und Basel in aller Oeffentlichkeit statt. Warum brachte der schaffhausische Standesherr seine Befürchtungen bezüglich Beunruhigung der Bevölkerung und Stiftung von 'Unsicherlegen. Diese Gesellschaft wollten wir nicht in unserem Hause veranstalten, aber nachher wollten wir ein paar gute Freunde bei uns zum Diner haben. Mitten in der Nacht stand serem Hause gibt es wirklich nur sehr wenige Vorschriften, eine aber davon ist, dass morgens kein Mensch unser Schlafzimmer betreten darf. Aber es war unsere silberne ich auf, um mich zu vergewissern, ob dieHochzeit, und da war nun unser Nachwuchs, Speisekammertür zu sei. Vorige Woche nämlich hat sie unsere Köchin Alberta offen- können. Ambrose, mein einziger Junge, ist bis auf Nancy, die nicht hatte abkommen stehen lassen, und Toby, unser Foxterrier, ist rothaarig und hat Sommersprossen. Sally über den Schinken hergegangen. Unglückseligerweise bin ich so veranlagt, dass ich dünne Beine. Sie ist ein sehr einsames Kind, ist ebenfalls rothaarig und hat lächerlich einen Augenblick lang mit einem ernsten weil ihre Schwestern alle erwachsen sind Problem beschäftigt sein kann, in der nächsten Minute aber an die Speisekammer den- sein will. Ausserdem hat sie es nicht leicht, und Ambrose nur mit Jungens beisammen ken muss. Nicholas macht sich nie über irgend etwas Kopfzerbrechen. Er schläft die setzen; das geht von früh bis spät: Sally weil alle ihre Schwestern sie in Bewegung ganze Nacht durch, und tagsüber arbeitet er hin und Sally her, bis ich mich ins Mittel entweder oder er unterhält sich; nichts lege; und dann bekomme ich zu hören, dass bringt ihn aus dem Gleichgewicht. Das kann ich sie verziehe. ich von mir nicht sagen. Ja, die Speisekammertür war geschlossen. Ich fühlte mich mit lindas Hilfe einen blauen indischen Teppich Im Augenblick rollten die Kinder mit Me- Gott und der Welt zufrieden — Frau Cleveland ausgenommen. Ich versuchte, nicht an « Vatis Geschenk für dich 1 > auseinander. sie zu denken, und nach einer Weile schlief c Nancy hat ihn ausgewählt.» ich ein. Um sieben Uhr stürzte die ganze « Lizzie, der hat's in sich ! » Familie, einschliesslich der Köchin Alberta, Das war Hester. Sie nennt mich Lizzie, dem Hausmädchen Melinda und Toby, dem obgleich ich immer sage, dass es mir nicht Foxterrier, lachend, singend, bellend, Glück recht ist. Aber: Hester, mit der man manchmal schwer fertig wird, hat ihre eigene wünschend, einen grossen Gegenstand hinter sich herschleifend, in unser Zimmer. Ambrose und Toby waren die ersten. Toby Martha und Jane knieten auf dem Boden. Note. plumpste vergnügt auf meine Brust und Jane hat die schönsten Augen der ganzen leckte mein Gesicht wie verrückt. In un- Gesellschaft; sie sind aufrichtig und klar. Man muss sie lieben, wenn sie einen anblickt. Jedenfalls liebe ich sie. Aber wahrscheinlich wird sich sonst keiner finden. Martha ist die dritte von meinen Töchtern; sie wirkt erfreulich, weil sie jung ist, und sie hat etwas Ernstes, Selbstsicheres. Ich hoffe nur, dass sie nicht Fürsorgerin wird, wenigstens jetzt noch nicht. Ein solcher Beruf kann ihr späterhin Trost verleihen, wenn sich sonst nichts für sie findet. « Da sieh nur !» riefen die Kinder durcheinander und standen bewundernd umher. « Aber dieser Luxus», entgegnete ich und warf sie dann alle energisch aus dem Zimmer, denn ich wollte Nicholas allein danken, und es war höchste Zeit zum Aufstehen. «Frau Cleveland ist gekommen», rief Melinda drei Stunden später. « Ich habe sie hineinbugsiert. » « Hineinbugsiert ? » « In den Salon, wie mir aufgetragen wurde, wenn ein Besuch kommt. Die Blumen sind alle welk, und ich habe noch nicht Staub gewischt. Sie kann ihren Namen aufs Klavier schreiben. > So etwas Aehnliches passiert immer, wenn Frau Cleveland zu uns kommt. Mit vier erwachsenen Töchtern und zwei Hausangestellten sollten welke Blumen und ein staubiger Salon unmöglich sein. Aber die Kinder waren mit den Blumen in den « Wintergarten », das Lokal, in dem der Empfang stattfinden sollte, geeilt, und ich war bisher durch Geschenke und Telegramme verhindert gewesen. Augenblicklich aber hatte ich noch eine Besprechung mit Alberta wegen der Mayonnaise, auf deren Gelingen ich mich nicht verlassen konnte, wenn sie aufgeregt war. « Sie dürfen sie nicht zu schnell machen », sagte ich eben, als ich die Küchentür öffnete und Frau Cleveland erschien. Ganz ausgeschlossen, werden Sie sagen. In England wird es niemanden einfallen, unaufgefordert eine Küche zu betreten. Aber Frau Cleveland hat eigene Manieren und manchmal nicht die besten. «Ich dachte, Sie wüssten vielleicht nicht, dass ich hier bin ! » sagte sie. Ich bemerkte, dass sie meine einfache Küche mit einem Blick überflog und mit ihrer protzig eingerichteten verglich. c Aber Sie sind doch gerade gekommen >, sagte ich und ging mit ihr in den Salon, der schrecklich aussah. Im allgemeinen ist mein Haus, wenn auch einfach, so doch gut geführt; aber Alberta und Melinda waren beide so aufgeregt über unsere silberne Hochzeit, dass sie ganz kopflos waren, und die Mädels waren nicht viel anders. (Fortsetzung lolgtJ

55 -* FREITAS. 8. JULI 1938 AUTOMOBIL-REVÜß Nach dem sportlichen Fiasko von Reims. Korpsführer Hühnlein an die AIACR. Die schwache internationale Beteiligung beim Grossen Preis von Frankreich in Reims hat den Führer des deutschen Kraftfahrsports, Korpsführer Hühnlein, veranlasst, der AIACR, dem internationalen Automobilsportverbannd, seine schwerwiegenden Bedenken gegen eine derartige Entwicklung zum Ausdruck zu bringen. « Warum», so fragt er in seinem Schreiben, musste die internationale Rennformel überhaupt geändert werden, wenn die Väter der neuen Rennformel bis heute noch nicht in der Lage sind, auch andere Nationen ausser Frankreich, England, Italien und Deutschland zum Bau von Rennwagen zu veranlassen und das Zustandekommen starker internationaler Felder bei allen Grand-PrixiRennen durch ihren Einfluss zu gewährleisten. Deutschland sei auch weiterhin bereit, sich in allen Qrand-Prix-'Rennen zum Kampf zu stellen, aber niemand könne es ihm verdenken, wenn es Rennen in eigener Konkurrenz, wie es sich neuerdings aus dem Fehlen internationaler Konkurrenz zwangsläufig ergäbe, der Einfachheit halber künftig gleich bei sich zu Hause organisiere.» Von Rennmannschaften und Privatfahrern Hans Stuck und Louis Chiron auf Auto-Union. Mercedes-Benz und Auto-Union auf dem Nürburgring. Schon in Reims war bekannt, dass die deutschen Rennfirmen im Anschluss an den Grossen Preis von Frankreich ihr Training auf dem Nürburgring sofort aufnehmen werden. Die Mercedes-Leute haben damit bereits am Dienstag begonnen und inzwischen sowohl auf den neuen wie auf den alten Wagen, auf denen in der Hauptsache noch einmal die Nachwuchsfahrer Bäumer, Brendel, Hartmann und Bauer eingesetzt wurden, viele Runden gedreht. Caracciola, v. Brauchitsch, Lang und Seaman sind ebenfalls zur Stelle. Die grosse Ueberraschung des heutigen Tages war aber das Erscheinen von Hans Stuck und Louis Chiron. Sie kamen ja nicht ganz von ungefähr. Man hatte in letzter Zeit des öftern davon gemunkelt, dass Hans Stuck demnächst wieder Auto-Union fahren werde. Der unglückliche Sturz Millers hat dann wohl den Ausschlag gegeben. Chiron, das war allerdings eine Ueberraschung aus heiterem Himmel. Nachdem Rudolf Hasse zunächst einige recht schnelle Runden gefahren hatte, wobei er sich wiederum über die ausgezeichnete Strassenlage des Wagens lobend äusserte, fuhr dann Hans Stuck vier Runden, um sich mit dem Boliden, nachdem er seit zehn Monaten nicht mehr auf einem Rennwagen gesessen hat, einmal vertraut zu machen. Schon nach zwei Runden hielt er an, um seiner Begeisterung über den neuen Wagen Ausdruck zu geben. Er erklärte sich befriedigt über den Motor, über die Strassenlage und über die Bremsen und ist auch der festen Ueberzeugung, dass die Rutscher von Reims nicht auf den Wagen zurückzuführen sind, sondern dass offenbar, wie ja auch die Fahrer erklären, die Strasse zu glatt gewesen sei. Daraus ist also wohl der Schluss zu ziehen, dass die Auto-Union- Fahrer vielleicht in den Kurven doch etwas zu schnell waren, was in der Hitze des Gefechtes durchaus erklärlich erscheint. Hans Stuck ist der Meinung, dass er mit dem Wagen recht bald an die Zehnminutengrenze kommen werde. — Hochinteressant ist auch das Urteil Chirons, das die Ausführungen Stucks bezüglich der Unfälle von Reims bestätigt. Louis Chiron, der allerdings seit zwei Jahren nicht mehr am Steuer eines Rennwagens sass, fuhr zunächst recht bedächtig, um sich mit dem Wagen und seinen spezifischen Eigenarten vertraut zu machen. Er fuhr die erste Runde mit 13.45, die zweite mit 12.40 und die dritte mit 11.15 und stieg dann begeistert aus dem Wagen aus. Er erklärte sich begeistert von Motor, Bremsen und Getriebe. Im übrigen aber müsse der Wagen völlig anders gefahren werden wie ein Wagen mit vorn liegendem Motor. Es gehöre ein feines'Gefühl dazu. ihn zu steuern. Das Kurvenfahren verlange eine Spezialschule. Leichte, langgezogene Kurven seien schön und leicht zu nehmen und er glaube, dass man mit dem Heckmotorwagen in diesen Kurven schneller sei als mit jedem anderen Wagen. Anders dagegen sei es in schwierigen, spitzen Kurven. Hier müsse man sehr vorsichtig mit dem Gas umgehen. Während man einen Wagen mit vornliegendem Motor in solchen Kurven immer noch korrigieren könne, sei das mit dem Auto-Union-Wagen nicht mehr möglich. Er fand die Strassenlage wundervoll und erklärte auch, dass die Rutscher von Reims nichts -mit dem Wagen zu tun hätten. Da seien andere Gründe schuld gewesen. Chiron glaubt, dass ihm dieser Wagen besonders liegt und dass er sich sehr schnell mit ihm zurechtfinden werde. Der Wagen von Kautz zeigte, als er auf dem Nürburgring einmal näher untersucht wurde, doch einige Beschädigungen am Fahrgestell, so dass der Anprall während des Rennens in Reims ziemlich heftig gewesen sein dürfte. So hat die Auto J Union für ihr Training vorerst nur einen Wagen zur Verfügung, während die Mercedes-Leute mit grossem Aufgebot erschienen sind. Das Training dürfte sich noch die ganze Woche hinziehen. Sensationelle Zeiten sind selbstverständlich nicht gefahren worden; man versucht vielmehr, sich auf dem Nürburgring mal wieder richtig einzufahren. Wie wir von Chiron eben noch vernehmen, wird Wimille mit seinem Bugatti am Freitag zu einem Versuchstraining auf dem Nürburgring erscheinen. Man merkt: grosse Ereignisse werfen ihre Schatten voraus! Wie wir weiter erfahren, liegen bisher 21 Meldungen für den Grossen Preis von Deutschland vor. Dabei fehlt Alfa Corse noch. Man rechnet jedoch mit zwei Wagen des Mailänder Werks. Eine endgültige Entscheidung wird erst am 15. Juli fallen. ^ms§^>sm Delahaye, Bugatti und Talbot am Grossen Preis von Comminges. Am Grossen Preis von Comminges der am 31. Juli nach der internationalen Rennformel über eine Distanz von 495 km 225 (45 Runden all km 005) gefahren wird, nehmen ausser der Ecurie Bleue, die Comotti und Dreyfus auf dem 12-Zylinder-Delahaye genannt hat, auch Bugatti mit Jean-Pierre Wimille und Talbot mit Etancelin und Carriere teil. Brivio's Abschied vom Rennsport nicht endgültig ? In Italien zirkuliert das Gerücht, dass Brivio, •von dem wir kürzlich meldeten, er habe dem Auto- Rennsport den Rücken gekehrt und sich dem Motorsport verschrieben, für den Grossen Preis von Deutschland als Ersatzfahrer von Maserati gemeldet worden sei. IN ITALIEN. Der Umbau der Monzabahn. Grosser Preis von Italien 1938 auf der ausgebesserten Strassenrundstrecke. Nach langen Vorbereitungen und Verhandlungen zwischen den Gemeindebehörden von Mailand und Monza einerseits und dem Kgl. ital. AC und der Rennbahngenossenschaft anderseits sind nun die Pläne für die Umgestaltung der klassischen Rennbahn von Monza endlich erstellt worden. Darnach ist die Durchführung folgender Arbeiten vorgesehen : 1. Ueberholung der bestehenden Strassenrundstrecke. 2. Neukonstruktion eines Teils der Rennbahn. 3. Bau einer neuen grossen Tribüne (an Stelle der bisherigen Ehrentribüne) mit Zeitnehmer- und Pressehaus, sowie Restaurationsräumen. Um die Organisation des diesjährigen Grossen Preises von Italien in Monza sicherzustellen, werden im Verlauf der zwei noch zur Verfügung stehenden Monate die Oberflächenbeläge des Strassencircuits und der beiden Tribünengeraden ausgebessert. Dagegen wird es nicht möglich sein, den Tribünenneubau bis Anfang September zu beendigen, weshalb man sich damit begnügt, die bisherige Ehrentribüne zu verstärken und. einige provisorische Kleintribünen zu I konstruieren. maa' llm$m$imii #[_ Im Laufe des nächsten Jahres, d.h. auf den Grossen Preis von Italien 1939 hin, wird Monza über zwei tadellos ausgebaute Pisten verfügen. Bei der einen handelt es sich um die beiden durch vier enge Kurven verbundene Tribünengeraden, während sich die andere aus der Tribünengeraden, aus einer kürzeren Gegengeraden und der alten Strassenstrecke zusammensetzen wird. Für spätere Jahre ist geplant, zwischen Ziel- und Gegengerade ein Kurvensystem anzulegen, ähnlich demjenigen der Rooseveltfieldbahn in New York. Das Rennen um die Coppa Acerbo auf der Rundstrecke von Pescara, welches Sonntag, den 14. August, also acht Tage vor dem Grossen Preis der Schweiz stattfindet, zerfällt auch dieses Jahr in zwei Teile und zwar in einen Lauf für Anderthalbliterrennwagen (6 Runden = ca. 155 km) und in das Rennen der Grand Prix-Boliden auf Grund der internationalen Rennformel (16 Runden = ca. 413 km). Am darauffolgenden Montag, den 15. August wird sodann auf dem gleichen Circuit ein 6-Stunden-Rennen für Tourenwagen ausgetragen. Mille Miglia nur noch auf geschlossener Rundstrecke. Auf Grund des unfallreichen Verlaufes des diesjährigen Tausendmeilenrennens von Brescia, hat die italienische Regierung beschlossen, die Durchführung dieses Rennens auf den offenen Strassen Italiens inskünftig zu verbieten. Nunmehr erlässt die italienische Sportkommission ein Communique des Inhalts, dass die nächsten Auflagen der Mille Miglia nur noch auf geschlossenen Rundstrecken ausgetragen werden dürfen, wobei es den Organisatoren frei steht, in diese Strecken auch Autobahnen einzubeziehen. Die italienische Fachpresse macht den Vorschlag, das Rennen entweder auf dem über 300 Kilometer langen Parcours Brescia - Tione - Madonna di Campiglio - Male - Cles - Valle di NonnMolveno - Riva - Gardesana - Occidentale - Brescia oder auf der Strecke Brescia - Autostrada - Albano - Clusone - Presolana - Corna - Iseo - Brescia durchzuführen. Gleichzeitig verfügt die F.A.S.I., dass auch das Rennen um das «Silberne Steuerrad» nicht mehr über offene Strassen gehen darf. IN FRANKREICH Im Grossen Preis von Albi: Anglo-italienisches Duell in Sicht. Auf einem 8 km 901 langen Circuit in Albi — rund 50 km von Toulouse entfernt — steigt am kommenden Sonntag ein Rennen für Anderthalbliter-Rennwagen, das in zwei Läufen ä 20 Runden = 178 km 020 ausgetragen wird. Auf der Nennliste figurieren u. a. der Engländer Raymond Mays auf ERA, der siamesische Prinz «Bira» ebenfalls auf ERA, die Italiener Bianco, Luigi Villoresi, Soffietti und der Deutsche Berg, sowie der Schweizer Hug auf Maserati, während endgültig feststeht, dass die neuen 1,5-Lit.-Alfas dem Rennen fernbleiben. Alles in allem wird man mit einem heftigen Zweikampf England-Italien rechnen dürfen, wie er vor einigen Wochen schon in Peronne im Grossen Preis der Picardie entbrannte. Das Klassement der Piloten erfolgt durch Addition der in beiden Läufen gefahrenen Zeiten. IN BELGIEN 24-Stundenrennen von Spa. Nach dem Bol d'Or und dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans wird am 9./10. Juli das dritte 24- Stunden-Rennen dieser Saison ausgefahren, und zwar auf der Strassenrundstrecke von Spa-Francorchamps, auf welcher der belgische Automobil- Club bekanntlich abwechslungs weise einen Formel- Grand Prix und ein Dauerrennen zum Austrag bringt. Auf der offiziellen Nennliste finden wir u. a. folgende Namen: 1100 ccm: Gordini/Scaron, Viale/Breillet, Allein/ Sarret und Molinari/X auf Fiat/Simca. 1500 ccm: Gouvion/Guerrini und Thellusson/ Andre auf Lancia, Gay/Cholmondeley-Tapper auf Aston-Martin. 2000 ccm: Hertzberger auf Aston-Martin, Löhr/ v. Guilleaume, Sauerwein/Orssich und Hanstein/v, d. Mühle auf Adler Trumpf, Haberle/Scholle auf Hanomag Sport (Diesel), Prinz zu Schaumburg/ Roese, Heinemann und Briem/Scholtz auf BMW. 4000 ccm: Mazaud/X und Tremoulet/Chaboud auf Delahaye, Tre'voux/Levegh auf Talbot, Gerard auf Delage. Ueber 4000 ccm: Sommer/Biondetti und Pintacuda/Serveri auf Alfa Romeo. Schneller, immer schneller... Captaln Eyston will mit. 530 km/St, durch die Salzwüste flitzen. Der Inhaber des absoluten Weltschnelligkeitsrekordes im Automobil, Captain G.E.T. Eyston, ist am Dienstag mit ednem achtköpfigen Mechanikerstab an Bord des Riesendampfers «Queen Mary» in New York eingetroffen und sofort nach Bonneville im Staate Utah weitergereist. Der «Blitzstrahl» befindet sich bereits in Bonneville, wird in diesen Tagen von den Mechanikern montiert und für die Rekordversuche fertiggestellt. Eyston hofft eine Geschwindigkeit von 530 km/St, zu erreichen.