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E_1938_Zeitung_Nr.059

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14 Automobil-Revue N°

14 Automobil-Revue N° 59 anzog, und nicht der romantische Weg. Frühe hat sich auch die Post über die Berge gewagt, und wenn berichtet wird, dass die Stafettenpost Zürich-Mailand vor der Eröffnung der neuen Gotthardstrasse, also vor 1830, ihren Weg in vier Tagen zurückgelegt habe, so war das eine Leistung, über die es auch heute nichts zu lächeln gibt. Die eigentlichen Alpenstrassen, wie sie heute über die Berge führen, sind alle erst im 19 Jahrhundert entstanden. Die erste hat die Schweiz geschenkt bekommen, vom ersten Napoleon, der den Simplon bauen liess als Militärstrasse, «pour faire passer le canon». In den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden dann nebeneinander in rascher Folge — die drohende Konkurrenz machte Beine — Bernhardin, Splügen, Julier, Maloja und Gotthard gebaut, eine Kraftanstrengung vor allem für Graubünden, das tapfer zug"riff, um seine Vorzugsstellung als Transitland im Nordsüdverkehr zu behaupten. Nach diesen Anstrengungen im Bau von Alpenstrassen trat dann eine längere Pause ein; erst im Jahre 1863 wurde die Oberalpstrasse gebaut, 1865 kam die Berninastrasse an die Reihe, 1866 war die Furka fahrbar, 1877 der Lukmanier, und der neuesten Zeit war es vorbehalten, Bergstrassen auf den Grossen St. Bernhard (1905), die Grimsel (1895), den Klausen (1899) und den Ofenberg-Umbrail (1900) zu erstellen. Verheerend für den Alpenstrassenverkehr wirkte der Bau der Gotthardbahn; nicht bloss die berühmte Gotthardstrasse selbst kam zum historischen Inventar, sondern auch der Simplon und alle Bündnerstrassen bekamen in tödlicher Weise die Folgen des Schienenstranges durch den Gotthard zu spüren. Die Gotthardstrasse hatte vor der Eröffnung der Bahn jährlich 70000 Postreisende zu befördern, und im Jahre 1856 hatte der Churer Transit für die rhätischen Alpenpässe eine Transportmenge von 270000 Zentnern aufzuweisen. Das war auf einen Schlag alles verloren, als die ersten Eisenbahnzüge durch den grossen Tunnel von Göschenen nach Airolo fuhren. Die Glanzzeit der grossen Alpenstrasse war vorbei, die Hochzeitspärchen und die Italienfahrer wurden dem Passe untreu, und zwei Güterzüge der Gotthardbahn beförderten nun in ein paar Stunden die ganze Warenmenge, die ehedem von den Saumtieren im Laufe eines Jahres über den Berg geschleppt worden war. Aber man hat dann im Laufe kurzer Jahrzehnte eine grosse Ueberraschung erlebt. Die abgedankte Strosse feierte eine Auferstehung, die niemand geahnt hatte. Wenn der grosse Durchgangsverkehr auf die Schienen abgewandert war, so eroberte sich die Strasse ihren Platz als Touristenweg wieder zurück. Die verblüffende Wendung der Dinge war nirgends so frappant wie am Gotthard. Als sie im Jahre 1882 den grossen Tunnel einweihten, da war man einig, dass nun die alte Gotthardstrasse erledigt und in Ehren abgedankt sei für alle Zeiten; der letzte Postillon wurde melancholisch besungen; die stolzen Postkutschen kamen ins alte Eisen, das Hospiz stand zum Gotterbarmen verlassen, und. eine Tessinerin am Berge meinte treuherzig in ihrer Einsamkeit: «A me mi par', ehe i üsei anca lur passan' la galleria — mir scheint, dass jetzt auch die Vögel durch den Tunnel ziehen.» Es ist mit dem Erscheinen des Automobils wieder Leben eingezogen auf dem alten verlassenen Pass, man fährt wieder über den Berg, obschon man in zwölf Minuten durch den Berg fahren kann. Das Verkehrswunder ereignet sich auf fast allen Alpenstrassen. Die Strasse gilt wieder etwas, die Strasse in die Berge und über die Berge, denn die Menschen haben entdeckt, dass von der Strasse aus von den Bergen doch etwas mehr zu profitieren sei als vom Fenster der Eisenbahn. Man fühlt es förmlich: Die Alpenpässe sind von den Toten auferstanden. Sie sind nun wieder Ferienstrassen geworden, wofür sie im Schöpfungsplan bestimmt waren. Der Pass steht wieder in Ehren, und das wandernde Volk fühlt wieder den eigenen Zauber, der von den Alpenstrassen ausgeht und dem sich kein rechter Wandermensch entziehen kann, ob er dann mit dem Sack auf dem Rücken und dem Stock in der Hand des Weges ziehe oder behaglich im Wagen über die Berge fahre, von Pass zu Pass. Diese Bergwege haben Trümpfe auszuspielen, welche die Bann nicht kennt. Das mag darin liegen, dass ein Pass etwas Besonderes ist; das ist keine Landstrasse gewöhnlichen Schlages, das ist kein Verkehrsweg, der nur an das Ziel denkt und dem es nur darum zu tun ist, möglichst rasch und ungeschoren zu diesem Ziele zu kommen. Man hat noch Zeit auf den Pässen und das ist allein schon unglaublich viel wert in der rastlosen Hauderei unserer Gegenwart. Jede Ueberschreitung eines Passes wird zum abgerundeten Reiseerlebnis mit erwartungsfreudigem Anfang, einem jubelnden Höhepunkt und einem freundlichen Ausklang am erreichten Ziel. Es ist nichts Halbes und nichts Unfertiges an einer Passfahrt. Das ist eine Lust besonderer Art, am frühen Morgen in die frische Welt hineinzufahren, durch die letzten Bergdörfer, an Geissenherden und kurzweiligen Wassern vorbei in die Höhe hinauf in die Alpenrosen zu einer wilden Passhöhe mit grauem Hospiz und Zinken und Zacken und Gletschern in der Runde, und dann abwärts auf der andern Bergseite mit neuen Ueberraschungen und einer ganz andern Welt mit anderem Tal, mit anderen Dörfern und andern Mädchen. Da wird wohl der ganze Zauber des Passes liegen, in den Gegensätzen zwischen hüben und drüben, in der Verschiedenheit der Talschaffen, die diesseits und jenseits der Wasserscheide liegen, in der Spannung auf das Kommende, die uns vom Morgen bis zum Abend nie verlässt. Die Pässe haben immer Ueberraschungen bereit. Der Gotthard hat seine stählernen Seen und den Blick auf die blauen Tessinerberge, der Grosse St. Bernhard die düstere Unheimlichkeit seines alten Klosters, der Julier die magische Ausschau auf die glitzernde Berninapracht, der Ofenberg auf einen Schlag den Blick auf den fernen, blanken Ortler. Und der Klausen, der Maloja, der Simplon, der Lukmanier «Was, Sie wollen uns den Mund nach Nebensträsschen wässerig machen? Nun höre Sie doch schon auf damit und ersparen Sie sich die vergebliche Liebesmüh', denn wozu haben wir schliesslich die grossen Durchgangsrouten? An Steuern und Zöllen dürfen wir dafür zwar genug berappen, aber man kommt auf ihnen wenigstens vorwärts und kann Kilometer machen!» Natürlich, Sie haben vollkommen recht und das mit den Zöllen und Steuern stimmt genau so auffällig wie Ihre Behauptung von den höhern Reisedurchschnitten. Dass man sich auf grosser Fahrt und bei weit gesteckten Zielen an die Hauptstrassen hält, das ist doch klar (obzwar — doch darüber reden wir noch später miteinander.'). Hingegen braucht man deswegen noch keine Idiosynkrasie gegen die weniger stark bevölkerten und in der Karte vielleicht nur schmächtig oder auch gar nicht vermerkten Nebenwege zur Schau zu tragen oder gar verächtlich über sie zu lächeln. Umgekehrt aber bedarf es weder einer romantischen noch einer lyrischen oder sonstwie naturschwärmerischen Ader, um diesen stillen « Aussenseitern des Verkehrs » Geschmack abzugewinnen. Oder argwöhnen Sie vielleicht, es könnte Ihnen deshalb eine Perle aus Ihrer Automobilistenkrone fallen? Mit nickten, Verehrtester! Ihr Prestige geht aus solchen Abenteuern genau so unversehrt hervor wie die Venus aus der Muschel. Ja, Sie werden dabei nur gewinnen, an Erlebnisreichtum und die andern, sie haben alle ihre Köstlichkeiten! Dazu gedeihen unterwegs an den Pässen die Märchen und Legenden in grosser Zahl, wachsen ( aus allen Felsen heraus, aus alten Brücken und ' zerfallenen Susten, aus Wehrsteinen und Kapellen, und das geht anders ins Gemüt als der Blick aus dem Speisewagen des internationalen Schnellzuges. Wenn J. G. Ebel, der im Jahre 1793 bei Orell, Gessner, Füssii und Compagnie seine «Anleitung, auf die nützlichste und genussvollste Art in der Schweiz zu reisen», herausgegeben hat, von den Toten auferstünde, so müsste er die neue Auflage seines Bädekers gründlich umarbeiten. Er würde vielleicht etwa sagen, dass es die Schweiz seit 1793 glänzend verstanden habe, aus ihren Bergen etwas zu machen, und dass unglaublich viel getan worden sei, um das Reisen in der Schweiz nützlich und genussvoll zu gestalten. (Mit Genehmigung der Oberpostdirektion abgedruckt aus dem «Alpenbuch».) der abseitigen Strassen nämlich. Sollten Sie aber wider Erwarten auch jetzt noch Ihr wertes Haupt etwas ungläubig schütteln, wir wagen's dennoch, eine Lanze für die bescheideneren Seitenstrassen und Strässchen zu brechen. Hinter dem Un~ scheinbaren verbirgt sich oft das Wunder. Lassen Sie uns also für heute einmal Propheten dieser kleinen und grossen Wunder sein und Ihnen einen Vorschlag machen, unverbindlich zwar, doch zur ernsthaften Prüfung angelegentlichst empfohlen: Tun Sie es, Sie werden es nicht bereuen! Für ausgedehnte Ferientouren pflegt man seine Route im grossen und ganzen schon zu Hause festzulegen. Aber soll das nun als unabänderlicher Zwang gelten? Sie sind doch nicht der Sklave Ihrer selbst. Warum daher nicht diese oder jene Variante offen lassen und bei Gelegenheit etwas improvisieren? Gerade solchen « Seitensprüngen », bei denen man sich von einer spontanen Eingebung leiten lässt und aus dem Stegreif operiert, gerade ihnen wohnt ein besonderer Reiz inne, für jene wenigstens, denen noch ein Quäntchen offenen Sinnes dafür übrig geblieben und denen ihr Wagen mehr ist als nur ein Mittel, um in möglichst kurzer Zeit möglichst grosse Mengen von Kilometern in sich hineinzuschlingen. Dass mancher auch am Volant seiner Alltagshaut nicht entschlüpfen, sich von der sturen Hetze unserer Zeit befreien kann! Soviel Lebenskunst gehört doch wahrhaftig nicht dazu, um den Weg zu jenen ungezählten Schönheiten zu finden, die sich nicht an der Allerweltsroute offenbaren. Irgendwo auf der Hauptstrasse erster Klasse, auf der Sie dahinrollen, zeigt ein Wegweiser auf einen Nebenpfad. Sie haben Zeit, weil Sie ja heute nur noch bis Dingsdorf wollen. Schwenken Sie also wohlgemut von der Heerstrasse ab und bereichern Sie Ihr Fahrprogramm unvorhergesehenerweise durch einen Abstecher. Was verschlägts denn, dass Sie dabei einen Umweg in Kauf nehmen, oder allenfalls auf dem selben Strässchen zurückkehren müssen? Und dass sich's vielleicht etwas weniger bequem und leicht fährt? Abseitige Strossen pflegen sich nämlich im allgemeinen durch die Eigenschaft auszuzeichnen, dass sie mit Teer, Asphalt und dergleichen Utensilien modernen Strassenbaus nur selten in Berührung kommen. Doch für diesen Mangel, der übrigens, bei Licht betrachtet, auch sein Gutes hat, sintemalen er zu gemächlichem Tempo zwingt, dafür entschädigen sie häufig genug durch Ihre Fülle an Reizen, an ungeahnten Ausblicken, durch die wohltuende Ruhe der Landschaft. Es ist, als spürte man den Pulsschlag der Schöpfung. Man fühlt sich näher der Natur und erlebt immer und immer wieder Entdeckerfreuden, im Winzigen wie im Grossen. Dort der Gebirgszug mit seinen zähen Flanken, woran Ihr Auge sich schon heftete, als Ihnen noch der Fahrwind der breiten, mit allem Komfort der Neuzeit ausgestatteten Autostrasse um die Nase strich — jene abweisenden Zacken und Wände sind jetzt in Ihre Nähe gerückt, zum Greifen fast, dank diesem nach nichts aussehenden Sekundär- oder Tertiärsträsschen. Und Ihnen ist, als umgäbe Sie eine ganz andere Welt. Sie sind tiefer in die Landschaft eingedrungen, haben ihren Charakter und ihre Eigenart näher kennen gelernt, darin liegt das Geheimnis des Wandels, der sich um Sie vollzogen. Busch und Baum und Wiese und Felsen reden eine neue Sprache. Hellhörig geworden durch die Stille der Weltabgeschiedenheit lauschen Sie hin. Und verstehen jetzt plötzlich auch, was Ihnen die tausend kleinen Dinge am Weg zu sagen haben, der muntere Bach dort, ein blühender Strauch drüben, das Spiel von Sonne und Schatten. Oder Sie klettern vom Tal aus auf anspruchslosem Pfad zur Höhe, kaum einem Menschen und noch weniger einem Kollegen vom Volant begegnend zur Höhe empor, bis sich überraschend der Blick über Hügel, Fluss und Seen weitet und enteilt zu den gleissenden Firnen, Sie biegen — denn es braucht nicht immer gleich eine grossartige Vedute zu locken — auf eine Feld-, Wald- und Wiesenstrasse dritter Ordnung ab, gondeln vergnüglich durch die Welt, über Kuppen, sanft geschwungene Bodenwellen, vorbei an einsamen Gehöften und gänzlich unbekannten, malerischen Weilern, um sich schliesslich, wo Sie gerade die Laune ankommt, lässig Im Gras zu räkeln und weiter nichts zu tun als ein bisschen dahinzuträumen, in den Himmel zu blinzeln und mit allen Poren ihres Körpers die Köstlichkeit dieser Stunde zu trinken. Ist das, so fragen wir, ist das nicht Ausspannung 0e£caAUTO-RADIO Das von der GENERAL-MOTORS CORP. auserlesene Fabrikat Neues Prachtsmodell Fr. 265.- (Exkl. Montage u. 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nnd Erholung? Lohnen sich die Wege abseits Vom wimmelnden Getriebe wirklich nicht, 'geben Sie den Einsatz nicht um ein Vieljaches zurück? Eines möchten wir bei altedem zu beden« ken geben: Nebenstrassen pflegen (siehe oben) mit Teer, Asphalt, Bitamen usw. nur selten in Berührung zu kommen. Staub jedoch wird gemeinhin mit Missbehagen vermerkt. Verschonen Sie deshalb die Fussgänger, die Sie kreuzen oder überholen, von dieser unerwünschten Beigabe ihres Wandergenusses und pressieren Sie nicht allzusehr. Sich selbst vergeben Sie damit nichts, ganz im Gegenteil. Die andern jedoch, die per pedes apostolorum einherziehen, werden solche Rücksicht mit Wohlgefallen zur Kenntnis nehmen: «Gibt doch noch anständige Kerle unter den Autofahrern!» So wenig bedarf es, um Kameradschaft der Strasse zu üben und soviel Freude bereitet sie Ihnen und den andern. L. Jdeiniqkeüen Wenn auch die andern Kurzwellen haben. New York: Die Ausrüstung einer gewaltigen Anzahl von amerikanischen Polizeiautos mit Kurzwellenstationen, die im Kampf gegen das Gangstertum ebenso wie zur raschen Hilfe bei Unfällen ausserordentliche Dienste erweist, hat neuerdings auch ihre schlechten Seiten zu zeigen begonnen. Sie resultieren aus der Tatsache, dass die Wellenlängen der Polizeizentrale ohne weiteres von jedem privaten Kurzwellensender eingestellt werden können. Auf der einen Seite hat es sich infolgedessen bereits als notwendig erwiesen, für Sendungen, an deren Geheimhaltung gelegen ist, eigene Codes auszuarbeiten, andererseits sind die geschäftstüchtigen Amerikaner schon dazu übergegangen, die Polizeirufe für ihr «business» auszunützen. So haben grosse Garagen einen eigenen Mann angestellt, der nichts anderes zu tun hat, wie die Polizeimeldungen abzuhören und darauf zu achten, ob sich irgendwo in der Nähe ein schwerer Autounfall ereignet hat. Bereitgehaltene Werkzeugwagen rasen wenige Augenblicke nach der Bekanntgabe nach dem Unfallort, um dort als erste zur Stelle zu sein und sich die Hilfeleistung und das Abschleppen zu sichern. Daraus ergab sich bald die groteske Konsequenz, dass die Umgebung von Unfallstätten zu einer Zone erhöhter Gefahren wurde; denn die konkurrierenden Hilfsfahrzeuge entwickelten sich zu einer mörderischen Landplage. Das ging so weit, dass sich einzelne amerikanische Bundesstaaten bereits dazu entschliessen mussten, bei hohen Strafen das Einstellen der polizeilichen Wellenlängen zu verbieten. «Vernunft wird Unsinn, Wohltat Plage...» cra. Die Domacher Schlachtfeier. Zur Erinnerung an die im Schwabenkrieg am 22. Juli 1499 geschlagene Schlacht bei Dornach findet seit dem Beginn des 16. Jahrhunderts alljährlich eine Jahrzeitfeier statt. Sie fällt dieses Jahr auf den 24. Juli. Eine grosse Zahl von Vereinen, eine Musikgesellschaft, Chöre, eine Studentenverbindung, Jugendgruppen und Schulen reiten und marschieren im Festzug, der sich um 8 Uhr bei der Klosterkirche besammelt. Musikvorträge, die Verlesung des Schlachtberichtes, eine Ansprache von Landammann Dr. Obrecht aus Solothurn und eine Festpredigt bilden das Programm des Festaktes auf dem Festplatz. Nachher wird in der Klosterkirche ein Festgottesdienst abgehalten und punkt mittags beginnt beim Schloss Dorneck das Dornacher Schiessen. Wohin nur mit dem vielen Gepäck ? Gewissen Mitfahrern möchte ich nachträglich die bissige Antwort geben: in den Schrank daheim! Eine Reise ist keine Züglete. Ein Auto keine Sardinenbüchse. Fahrer und Mitfahrer müssen sich « vertun » können. Das wichtigste Problem ist also die Reduktion des Vorrats an Dingen, die man unterwegs brauchen « könnte », in weitgehendem Masse somit ein Kleiderproblem resp. eine Mode- und Geschicklichkeitsfrage. Indessen, wir wollen hier keine langwierige Modediskussion eröffnen, sondern nur die Gesichtspunkte andeuten, an die man sich bei der Wahl der Kleider und des Gepäcks halten muss. Dem Schweizer fällt im allgemeinen der Verzicht auf Gesellschaftskleider leichter. Glücklicherweise haben sich hierin die Sitten so weit entwickelt, dass man weitherum im Auto reisen kann, ohne jemals wirklich Smoking und Abendkleider grossen Formats zu vermissen. Damit ist schon viel gewonnen. Heute reisen ja schon so viele Leute per Auto in die Ferien (wenn es die Bahnen auch nicht wahr haben wollen), dass man sehr fühlbar mit viel grösserer « Kostümierungsfreiheit••» rechnen darf. Den andern Automobilisten geht es ja wie uns, sie müssen einfach auf allerlei Mitbringsel verzichten. KLEIDER — ABER WELCHE? Im Sommer braucht der Mann Sportkleider, die leger und strapazierbar (resp. waschbar) sind, meist Strand- und Bergbekleidung. Diese eignet sich sehr gut auch ins Auto, wo die Sachen doch recht stark hergenommen werden. Man sieht darin auch besser aus als wenn man die alten Anzüge im Wagen austrägt. Im übrigen braucht man noch eine «angezogene» Kleidung, event. eine helle und eine dunkle, meist aber geht eine für beide Zweckbereiche, ausserdem die Wäsche dazu in doppelter oder dreifacher Ausfertigung. Mehr ist nicht nötig, denn heute kann man fast überall Schnellwäsche besorgen lassen. Natürlich nicht immer tadellos, weshalb ich nicht die Paradesachen mitnehmen würde. An Regenbekleidung genügt ein zusammenrollbarer Regenmantel. Für kühle Regionen braucht man noch Pullovers etc. Den Damen möchte ich an dieser Stelle nicht drein reden, aber so verschieden sind die Grundsätze nicht von denen der Männer. DAS GEPÄCK BRINGT MAN VORTEILHAFT IN KLEINERE KOFFER UNTER, da sie besser zu manipulieren sind und man damit im Wagen besser « bauen» kann. Eingebaute Koffer sind sehr schön, aber nicht billig und leider mit dem betreffenden Wagenschicksal verbunden, deshalb für uns von kurzem Nutzen. Im Auto können leichte Kofferbauarten verwendet werden, sofern man sie nicht aussen plazieren muss. Dichtigkeit ist wichtiger als Stabilität. Denn selbst im besten Kofferraum des Autos dringt der Staub durch alle Fugen und in die Gepäckstücke. Die Formen der Koffer können heute in reicher Auswahl den verfügbaren Winkeln des Wagens angepasst werden. Sogar unter Vordersitze bei Sesselbauart geht noch allerhand Kleingepäck. Zum Kapitel Materialwahl ist nicht viel zu bemerken, höchstens, dass man wieder einmal dem verachteten Fiberkoffer das Wort reden möchte. Denn er hat fürs Auto alle Tugenden: er ist leicht, solid, absolut dicht und wasserfest. Ein Praktikus hat sogar den Deckel eines Fiberkoffers rundherum mit einem Leukoplaststreifen verklebt, was nicht eimal so übel aussah und tadellos dichtete. Der Streifen lässt sich x-mal losreissen, bis die Klebkraft nachlässt. Im Kampf gegen den Staub ist jedes Mittel recht. Schöner sind ja die heute so beliebten Reissverschlüsse. Nun zur HAUPTFRAGE: WOHIN? Sie wird erst akut, wenn der eingebaute Kofferraum voll ist. In den meisten Fällen sind nicht alle Sitzplätze beansprucht. Dann liegt der «casus» einfach, denn nur das Platzvolumen eines einzigen Menschen schafft schon für viel Gepäck kleineren Formats den nötigen Raum. Sonst gibt es nur noch zwei günstige Plätze: das Heck und das Dach. Heute trifft man viele Wagen mrt einem Gepäcksrost hinten, der allerhand zu tragen imstande ist. Nur müssen diese Koffern dabei unbedingt gegen Schmutz geschützt sein, indem man sie z. B. mit einer Segeltuchblache umwickelt. Besser ist natürlich der Blechkasten. Denn auch auf ausgebauten Strassen verstaubt das Gepäck sehr rasch und heute, wo so viel gebuddelt wird, kommt man ohne Staub nicht davon. Ebenso wie niemand von einem Platzregen oder einer tückischen Pfütze gefeit ist. Das Gepäck auf der Brücke soll selten gebraucht werden, der tägliche Bedarf gehört in den Wagen oder Einbaukoffer hinein. Eine zu schwer beladene Gepäckbrücke beeinträchtigt die Fahreigenschaften des Wagens, weshalb mir das Dach besser gefällt. Allerdings braucht man dann eine Vorrichtung für dessen Schutz, denn normalerweise ist es für solche Gewichte nicht gebaut. Der Karossier weiss hier guten und billigen Rat ohne Verschandelung des Wagens. Neulich habe ich zu diesem Zweck meinen selbstgebauten, aus handfesten Latten bestehenden Skihalter zu Hilfe gezogen. Statt der Ski schraubte ich einige Latten der Länge nach auf und erhielt so über das ganze Dach einen soliden Rost, der sperrige, nicht zu schwere Dinge aufnahm. Auch das Dachgepäck muss natürlich eingehüllt werden. Und Hitzeempfindliches bringt man lieber wo anders unter. Trittbretter sind heute nicht mehr überall vorhanden oder sehr schmal geworden. An älteren Fahrzeugen dagegen können sie sehr wohl einige Stücke tragen. In den Zubehörläden gibt es übrigens praktische Scherengitter, welche eine Art Geländer bilden, nur geht auf diese Weise eine Türe für die Benützung verloren. Bei kurzen Fahrten kann man weiche Säcke in die Motorhauben/Kotflügel-tMulde legen und festbinden, oder gar vorn auf der Stoss-Stange anbringen, aber da hört die gemütliche Reiserei auf. Man sieht gelegetlich derart überlastete -Wagen aus oft erstaunlich entfernten Heimatländern — aber ich gestehe offen: beneiden tue ich diese Leute nicht. Das Gepäck wird rasch verdorben und der Wagen leidet auch durch die Ueberlastung. Der beste Raum ist und bleibt doch das Wageninnere; da geniesst das Gepäck den besten Schutz und kann vor allem nicht gestohlen werden. st. 15 Besuchen Sie Murten das malerische Städtchen STRANDBAD M U RT EN Hotel de la Croix-Blanche et Terrasse Unvergleichlich schöne Lage. Vorzügliche Küche. Telephon N r . 41. ST-LEGIER sur Vevey Hotel du Roc Prächtige Anssicht auf den See und die Alpen. Tennis - Garage - Grosser, schattiger Park. Pension ab Fr. 7.— bis 9.—. A.C. S. T. C.S. C.A.S. Telephon 53.445 G. H. Baudenbacher. Dr. Erholung auf dem Wasser! Gemütlich, in reinster Luft und wohliger Ruhe über das Wasser fahren, zählt zu den schönsten Erholungen. - Verschaffen Sie sich diesen Genuss öfters! Mit einem Johnson Sea Horse -Aussenbordmotor ist das leicht. Er ist zuverlässig und in seiner Leistung unerreicht! Laut- und geruchlos. Unterwasserauspuff. 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