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E_1938_Zeitung_Nr.060

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BERN, Dienstag, 26. Juli 1938 Nummer 20 Cts. 34. Jahrgang — No 60 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREIS Es Ausgab* A (ohne Versicherung) halbjährlich Ft. 5.-, jährlich Fr. 10— Ausland mit Portozuschlag, wenn nicht postamtlich abonniert Ausgabe B (mit gew. Unfallversich.) vierteljährlich Fr. 7.50 Ausgabe C (mit Insassenversicherung) vierteljährlich Fr. 7.50 pr?pj;;« Erscheint Jeden Dienstag und Freitag Wöchentliche Beilage „Auto-Magazin". Monatlich 1 mal „Gelbe liste" REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breitenrainstr. 97, Bern Telephon 28.222 - Postcheck III414 - Telegramm-Adresse: Autorevue, Bern Geschäftsstelle Zürich: Löwenstrasse 51, Telephon 39.743 INSERTIONS-PREIS: Die aebtgespaltene 2 mm hohe Grundzelle oder deren Raum 45 Rp. Grössere Inserate nach Spezialtaril Inseratensehluss 4 Tage vor Erseheinen der Nummer Kommt der Zonenpreis für das Benzin Die Frage darf nicht nur, sie muss sogar gestellt werden, nachdem die Bundesbehörden, wie wir erfahren, erst kürzlich wieder ihren Willen bekundet haben, diese «Lösung» durchzusetzen, koste es, was es wolle. Nur zwei Monate noch trennen uns vom 1. Oktober, jenem Datum also, auf welches hin das Volkswirtschaftsdepartement, einem angeblichen Beschluss des Bundesrates zufolge, zur Wiederaufrichtung der Benzinzonen soll schreiten können, sofern es eine solche Massnahme als zweckmässig erachtet. Und das tut es auch heute noch, trotz der Tatsache, dass sich alle jene Kreise, deren Interessesphäre dieses Projekt tangiert, wie ein Mann dagegen erhoben haben. Mit einer Resolution der Aspa - Generalversammlung nahm die Serie der Proteste ihren Anfang. Folgten der Zentralvorstand und hernach die Delegiertenversammlung der Schweiz. Hoteliervereins. Ablehnung auf der ganzen Linie tönte es sodann aus den Reihen des Schweiz. Autogewerbeverbändes und die gleiche Haltung nahm kurz darauf auch die Delegiertenversammlung des ACS ein. Kein besseres Schicksal fanden die Pläne Herrn Obrechts bei der Schweiz. Vereinigung der Motorradfahrer; nichts als ein kategorisches Nein hatte zudem die Generalversammlung des TCS dafür übrig, genau so wie die trustfreien Benzinhändler, genau so auch wie der Schweiz. Fuhrhalter- und Spediteurverband. Weitere Verstärkungen erhält diese Abwehrfront heute in der CIA, jener Organisation, die sämtliche Benzinkonsumenten umfasst: auch in ihrem Schoss stossen die Absichten der «gnädigen Herren und Oberen» auf entschlossenen Widerstand. Einzig im Lager der Benzinunion gingen die Meinungen auseinander. Aber wenn dort die Grossimporteure anfänglich Neigung empfanden, den Wegen des Volkswirtschaftsdepartements zu folgen, so haben wir heute hinlänglich Grund zur Annahme, dass man auch dort seine Hefte revidieren und sich einmütig zu den Gegnern geschlagen habe. Anscheinend hindert aber selbst dieser kompakte Block die Behörden durchaus nicht, unentwegt auf ihr Ziel loszusteuern. Wie dabei operiert wird, veranschaulicht eine uns zugekommene Information, die, sofern es damit seine Richtigkeit hat, ein etwas eigentümliches Licht verbreitet. Die Preiskontrolle soll nämlich behauptet haben, mit den Töchter, ein halbes Dutzend. Von Cecily Sidgwick. 5. Fortsetzung. Fünftes Kapitel. Tante Betty war für ihre Jahre ungewöhnlich rüstig. Sie gehörte zu jenen Gästen, die quietschvergnügt zum Frühstück kommen und mit einem Blick um die Tischrunde fragen: «Also, was machen wir heute?» « Was würde dir Spass machen, Tante Betty ? » antwortet jemand, und sie schlägt gewöhnlich ein Picknick vor. Deshalb freuten sich Ambrose und Sally auf ihren "jährlichen Besuch, und deshalb war ich ausgepumpt und erschöpft, wenn er vorüber war. Wenn man zu Hause den Tag über vollauf mit Arbeit ausgefüllt ist und dazu noch gesellschaftliche Pflichten hat, so hat man keine Zeit für Picknicks. Und ausserdem fühle ich trotz der geschlossenen Opposition aller Strassenverkehrs-Interessenten ? Kantonen in Fühlung getreten zu sein, um dienen, den Automobilisten zur «Beitragsleistung » für den Bau von Benzinreservoirs zu deren Auffassung kennen zu lernen (als ob sie die ganze Angelegenheit etwas anginge!), doch hätte es sich, als man der vorräte bestimmt sind. zwingen, welche zur Annahme der Kriegs- Sache auf den Grund ging, herausgestellt, 5. Wenn die Preiskontrolle ihr Projekt mit dass sich besagte «Rundfrage» auf Kantone dem Hinweis darauf zu untermauern versucht, wie Genf, Basel und die Waadt beschränkte, der gegenwärtige Preis sei ein künstliches von denen jene Antwort zu erhoffen stand, Produkt, so erwidern wir ihr mit der Gegenfrage: wäre etwa die Einteilung unseres Lan- die «man» gerne hören würde... Lassen wir also angesichts des eifrigen des in Preiszonen, deren Umgrenzung etwas Bemühens der Regierung, ihren Willen vollkommen Willkürliches ist und bleiben muss durchzudrängen, nochmals — wäre sie nicht noch ungleich viel künstlicher? unsere Gegengründe Noch lassen wir die Hoffnung nicht fahren, Revue passieren: dass sich jene, in deren Händen Entscheid und /. Die Abstufung der Preise würde die Verantwortung über diese Dinge liegen, der Berggegenden schädigen, die wirtschaftlich Stimme der Vernunft, will sagen den Rück- heute schon in mancherlei Beziehung benachteiligt sind, dabei aber die wichtigsten Zentren unseres Fremdenverkehrs darstellen. 2. Für diesen Fremdenverkehr bedeutet der Einheitspreis einen fundamentalen, unbestreitbaren Vorteil; er gibt darüber hinaus unserer Auslandspropaganda ein zugkräftiges Werbemittel in die Hand. 3. Die Aufteilung der Schweiz in Zonen Die Vorträge, womit Herr Oberst Ruf, der würde endlosen Auseinandersetzungen rufen Kommandant unserer Schulen für die Motortransporttruppe, während der ersten Hälfte mit dem Erfolg, dass die Festlegung der Grenzen ewig umstritten bliebe. Die Säulenbesitzer in der Nähe einer « billigeren » Zone Winterthur an die Oeffentlichkeit trat und dieses Jahres in Zürich, Bern, Basel und dürften zusehen, wie sie ihre Kundschaft im deren Gegenstand das Thema «Heeres- Stiche lässt, um sich in der nahen Zone mit niedrigerem Preis einzudecken. Kurz und gut: an Stelle der verhältnismässigen Ruhe, die heute auf dem schweizerischen Benzinmarkt herrscht, träten unaufhörliche Spannungen. Die Unternehmungen mit grossem Wagenpark würden sich, wenn irgend möglich, in den « billigen » Zonen, an der Landesgrenze niederlassen; zum Schaden ihrer bisherigen Wohnsitzkantone, welche damit namhafter Steuererträgnisse verlustig gingen. Auch wehrwirtschaftlich wäre diese Verlagerung ein Unding, zumal man Ja heute gerade darauf ausgeht, die grossen Benzinreservoirs von der Grenze weg ins Landesinnere zu verlegen. 4. Die Erfahrungen, welche uns die bisher vom Bund im Gebiete der Autotouristik unternommenen Schritte beschert, mahnen zur grössten Vorsicht. Gebrannte Kinder fürchten das Feuer. Das wissen wir, die wir es erlebt haben, dass unsere Behörden, ob gehauen oder gestochen, den Ausländern glaubten billigeres Benzin abgeben zu müssen, denn mich zu alt dazu. Nicholas ebenfalls. Aber er entgeht ihnen dadurch, dass er ins Geschäft muss, was vergleichsweise eine Erholung bedeutet. * Wenn ein Picknick beschlossen wird, bestellt Tante Betty einen grossen Wagen, in dem vier von uns bequem und sechs oder sieben unbequem Platz haben. Die Kinder sitzen gewöhnlich beim Kutscher; aber meistens müssen wir Sally schon nach kurzer Zeit zu uns in den Wagen nehmen, weil er sagt, dass er die Verantwortung für unser Leben nicht übernehmen kann, wenn zwei um die Zügel ringen. Nancy traf so ein, dass sie das erste Picknick mitmachen konnte. Celia und Martha kamen ebenfalls mit. Wir sollten den Lunch und den Tee auswärts nehmen. Ich widersprach, wurde aber von Tante Betty überstimmt, die sagte, ich würde damit keine Mühe halben, denn alles, was zum Tee nötig sei, würde die Weber in einen Korb packen. Ich hätte nur Ambrose in die Marktstrasse zu schicken und sieben Fleiscn- diese noble Geste entpuppte sich als Vorspiel einer Verteuerung des Brennstoffs für die einheimischen Automobilisten. Wer sagt uns, dass bei der Wiedereinführung der Zonen und damit der ungleichen Elle nicht der gegenwärtige Preis als Minimum angenommen und von den Grenzzonen nach den Bergregionen hin stufenweise in die Höhe steigen würde? An Vorwänden für eine derartige Prozedur ist kein Mangel und wir haben ja auch schon davon läuten hören, die Wiederaufrichtung des Zonenregimes solle dazu In dieser Nummer? Bauunternehmer und Strassenverkehr. - Querschnitt. Seaman gewinnt den XI. Grossen Preis von Deutschland. Um die Abnützung der Zylinder und Kolben. sichten auf unsern Fremdenverkehr und damit auf das wirtschaftliche Wohl des ganzen Landes nicht verschliessen werden — wir hoffen es um so eher, als wir bei ihnen gerade in letzter Zeit hin und wieder Anzeichen dafür feststellen durften, dass sie das Kapitel Benzin mit klarerem Blick zu erfassen beginnen. Wenn es sich dabei nicht nur um vereinzelte lichte Momente handelte, dann dürfen sie nicht zögern, dem Benzinzonenprojekt ein Begräbnis erster Klasse zu bereiten. Der Vortrag Oberst Rufs, den er in der welschen Schweiz über «Heeresmotorisierung» hätte haben sollen, abgesagt. pasteten, ein Dutzend Bananen und etwas Schokolade kaufen zu lassen. Da ergriff Nancy das Wort zur Sache; ich überliess ihnen die Auseinandersetzung, begab mich in die Küche, um meine Aufträge für den Tag zu geben und mich um den DIE KLEINE REVUE Kulissenarbeit ? motorisierung» bildete, mögen unsern Lesern noch in frischer Erinnerung sein. Dazu hat, gewollt oder ungewollt, der Schaffhauser Ständerat und Litra-Präsident Käser mit der Art und Weise, wie er bei der Behandlung seines Postulats diesen hohen Offizier zu apostrophieren sich bemiüssigt fühlte, in ausgiebigem Masse gesorgt. Man wäre geneigt gewesen, die Akten über diesem bemühenden Kapitel parlamentarischer Geschichte zu scWiessen, würde sich nicht seit einigen Tagen das Gerücht aufrechterhalten, das Referat, das Herr Oberst Ruf auf Veranlassung der Sektion Waadt des TCS während des Oktobers in Lausanne zu halten beabsichtigte und dessen Gedankengänge sich mit seinen Darlegungen in Zürich und den übrigen Städten deckten, dieses Referat sei abgesagt worden ! Der Grund dafür, dass man dem Publikum die Aufklärung über wichtige, aktuelle Probleme versagt, soll in einem gewissen Druck der Bahnen auf die politischen Behörden zu suchen sein, ausgelöst und verkörpert einerseits durch die furibunde Attacke des Litra- Präsidenten im Ständerat und anderseits durch die ParaHelaktion des bernischen Regierungsvertreters Joss im Nationalrat, zumal ja auch der Kanton Bern mit einem ganzen Schock von Defizitbahnen und -bähnohen gesegnet ist. Vor dem öffentlichen Wohl scheinen also, wenn es nach dem Kopf gewisser Parlamentarier ginge, andere Interessen den Vorrang zu geniessen. Wohl nahm Bundesrat Minger die angegriffenen Offiziere voll und ganz in Schutz, aber etwas ist auch hier hängen geblieben, denn wie anders sonst Hesse es sich erklären, dass jene Offiziere, die bisher so mutig die Gefahren aufgedeckt, welche unserer Wehrwirtschaft von der autofeindlichen Politik der Bahnen drohen, heute plötzlich in ein Stillschweigen verfallen ? Und das. wiewohl der Vortrag von Oberst Ruf selbstredend den zuständigen militärischen Instanzen unterbreitet und von ihnen auch genehmigt worden war. Ob dieses Schweigen nicht auf einen Wink von oben eingetreten ist ? In einem Punkte allerdings hat die Maulkorb - Aktion ihren Urhebern eine Enttäuschung bereitet. Wenn sie hofften, wenig- während wir uns über die Wiesen zu der Luftgrotte, einem Felseneinschnitt am Meer, begaben. Es war Tante Bettys vierundzwanzigster Besuch in Cornwall, und jedes Jahr wünscht sie dieselben Dinge zu unternehmen und Lunch zu kümmern, denn ich wollte nicht dieselben Stätten aufzusuchen. Ich zweifle auf Tante Bettys Pasteten angewiesen sein. daran, dass ich mit siebzig Jahren von Ambrose erschien im letzten Augenblick mit Rockestral zur Luftgrotte werde zu Fuss einem Bündel grüner Bananen, einem Paket gehen können; aber Tante Betty schien mit Schokolade und Safrankuchen, weil die Pasteten noch nicht aus dem Ofen waren. Sally mit Nancy voraus, hatte einen starken Stock jedem Jahr kräftiger zu werden. Sie ging heulte, weil ich darauf bestand, dass sie in der Hand, trug derbe Schuhe mit flachen ihren Wettermantel mitnahm. Die Weber Absätzen und schnupperte die kräftige Luft sagte, sie hoffe, dass sie nichts vergessen mit Wohlbehagen; hier angesichts des habe; aber sie könne in Cornwall nie so Ozeans, der blühenden Heide, im strahlenden Sonnenschein mit den jubilierenden Ler- scharf denken wie in Yorkshire. Sieben Personen kletterten in den Wagen, beladen mit chen in der Luft könne sie beinahe glauben, Mänteln, Stöcken, photograjptiischen Apparaten und Badewäsche. Toby bellte wie einenge kamen, auf der sich die Luftgrotte auf sie sei in Yorkshire. Als wir zu der Land- Verrückter. Es wurde elf, bevor wir vom einer und die Granitfelsen des Toi Pedn, Haus fortkamen, und Mittag, bevor wir uns eines Bergmassivs, auf der andern Seite befinden, lehnte sie, obwohl der Abstieg in Rockestral aus dem Wagen schälten ; in diesem Gehöft sollte der Wagen warten, schlüpfrig war, jede (Hilfe ab. Und als sie