Aufrufe
vor 5 Monaten

E_1938_Zeitung_Nr.060

E_1938_Zeitung_Nr.060

8 AUTOMOBIL-REVUE

8 AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 26. 3TTJLI M38 «— N*> 60 die Periode der stärksten Abnützung mit der Zeitspanne nach dem Start des kalten Motors zusammen. Die Konstrukteure bemühen sich deshalb diese Temperatur raschmöglichst nach dem Anlassen des Motors zu erreichen. Die Einschaltung eines wirksamen Thermostaten in den SchlauchanscMuss des K'ühlerblocks hat sich als das geeignetste Mittel hiefür erwiesen. Dass Mängel an Oel durch Verminderung von dessen Schutzüberzug auf den Zylinderwänden diese dem Angriff der obenerwähnten ätzenden Verbrennungsprodukte leichter zugänglich macht, bedarf keiner Erläuterung. Auch aus diesem Grunde hat sich der durch Beimischung kolloidalen Graphits zum Schmieröl entstehende Graphoidfilm als sehr nützlich erwiesen. Einen besondern Platz nimmt in dieser Hinsicht übrigens ein bestimmtes Obenschmieröl ein, das dank seiner chemischen Beschaffenheit die vorhandenen Verbrennungssäuren neutralisiert. E. de St. Schriftliche Antworten: Frage 13.479. Talbof-Vertretung. Können Sie mir mitteilen, wer die Generalvertretung der Talbot- Wagen innehat? S. in B. Frage 13.480. Anhängehaken. Wir ersuchen Sie um Mitteilung, wo Anhänge-Hakön für Klein-Anhänger (300 bis 400 kg) bezogen werden können. C. in S. Frage 13.481. Auburn-Vertretung. Können Sie mir mitteilen, wer gegenwärtig die Auburn^Vertretung besitzt? G. in B. Frage 13.482. Beschriebene, biegbare Rohre gesucht. Können Sie mir ebenfalls die Adresse der Herstellerfirma der biegbaren Rohre mitteilen, wie sie in Nr. 48 der «Automobil-Revue» beschrieben wurden? N. in H. £. JlatKftiKetH, lind, !&% 100 OPEL CHEVROLET PEUGEOT J.STÖCKLI.BERN Mühlemattstr. 33. Telephon 21.318 Zu verkaufen wegen Nichtgebrauch Bugatti 57 S (Kompressor) schöner Sportwagen, wie neu. Offerten unter Chiffre P. 91 l_ an Publidtas, Lausanne. 75526 Günstige Auto-Occasionen FIAT ARDITA, Cabriolet, 2türig, 9,9 PS, Modell 1934, Zustand Ia. Preis Fr. 2750.— HANSA, Cabriolet, Modell 1936, 2türig, 9 PS, sehr wenig gefahren. Preis Fr. 2800.— Offerten unter Chiffre 6767 an die (60,61 Automobil-Revue, Bern. Occasion 2 FORDSON mit 3 Kipper, 1-Achser 1 Anhänger 2-Achser wegen Betriebsumstellung billig abzugeben. (60-62 Offerten unter Chiffre 67771 an die Automobil-Revue, Bern. Guter, neu revidierter Occasions- Wagen Jordan solid karossiert, günstig abzugeben, fahrbereit. Waldvogel & Herren, Vins, Aigle. Tel. 78. 61,67) 6763 Orig.- 6-7-Plätzer Limousine FIAT ARDITA 6 Zyl., 13 PS, Mod. 1935, wenig gefahren, neuwertig, günstig. 13143 Garage H. Huber, Reinach 6. Telephon 14. Commerciale Mercedes 13 PS mit Hintertüre, 5 PL, normale Nutzlast 600 kg. In garantiert tadellosem Zustande, nach vollständiger Revision. Sehr vorteilhafter Preis. — Vorführung auf Verlangen durch ACIL S. A., Firezone-Oele, Lausanne Telephon 23.759. Anfrage 728. Forderung an die Erben. In meiner Fahrschule bildete ich einen Schüler aus, bis kurz vor die kant. Führerprüfung. Da die Zahlungen ausblieben, Hess ich ihn betreiben. Der Zahlungsbefehl wurde am 25. April zugestellt. Am 15. Mai fiel mein Schüler einem tödlichen Unfall zum Opfer, dessen Ursache eine schadhafte elektrisehe Leitung im Gebäude seines Dienstherrn bildete. Der Verunglückte hinterlässt ein Sparkassabüchlein mit einer kleinen Einlage und eine Lebensversicherung. Man hat mir aber gesagt, dass die Prämie im Januar nicht bezahlt wurde und zudem die Versicherung während so kurzer Zeit bestand, dass sie keinen Rückkaufswert besitze. Im weiteren erfuhr ich, der Dienstherr habe wahrscheinlich keine Haftpflichtversicherung für seine Angestellten abgeschlossen. Ich möchte Sie deshalb anfragen, wer für meine Forderung aufkommen muss. W, T. in Z. Antwort: Für Ihre Forderung haften die Erben Ihres Schülers, es sei denn, sie würden die Erbschaft ausschlagen. Im letztem Falle würde nach Art. 573 ZGB. die Erbschaft durch, das Konkursamt liquidiert. Wenn in Ihrem Falle die Erbschaft nicht ausgeschlagen wird, so müssen Sie sich an die Erben wenden, und von diesen die Bezahlung Ihrer Rechnung verlangen. In diesem Falle sollten Sie darauf achten, die Frist zur Eingabe im öffentlichen Inventar nicht zu versäumen. Wird dagegen die Erbschaft von allen Erben ausgeschlagen, so müssen Sie Ihre Forderung dem Konkursamt anmelden. Ob Sie im einen oder andern Falle für Ihre Forderung dann auch wirklich gedeckt werden, können wir selbstverständlich nicht beurteilen. Von allfälligen Leistungen des Dienstherrn aus Haftpflicht fällt jedenfalls nur die Entschädigung für Heilungs- und Bestattungskosten in die Erbmasse. Der Ersatz für Versorgerschaden, sowie anfällige Genugtuungssummen, kommt dagegen den Hinterbliebenen als solchen zu, ohne Rücksicht darauf, ob sie die Erbschaft annehmen oder ausschlagen. * OPEL Zu verkaufen in Bern Limousine, 1932, 4 PL, 6 Zyl., 9,2 PS, Polsterüberzug. neu gespritzt, Motor in gutem Zust., Vers. u. Steuer bez. Fr. 900.-. Off. unt. Chiff. 6770 an d. (60 Automobil-Revue, Bern. Marke (58-60 ESSEX Detroit, 6-ZyI.-Motor, 16 PS, Baujahr 1932, in sehr gut Zust. Preis 1300 Fr. Anfragen unter Chiffre 6694 an die Automobil-Revue, Bern. Zu verkaufen LATIL-CAMION Zu verkaufen SPORT- CABRIOLET 2%-Tonnengut erhalten, Motor 4 Zyl., 17 PS, frisch ausgeschliffen, mit Ritzelantrieb und Hand-Rückwärtskipper, zu Fr. 1500.— bar. Offerten unter Chiffre 6745 an die (59,60 Automobil-Revue, Bern. Zu verkaufen Rockne Limousine 1933, 6 Zyl., 15,9 HP, 4/5- plätzig t Zustand wie neu, 46000 km. Preis 2800 Fr. Offerten unter Chiffre 6751 an die (59,60 Automobil-Revue, Bern. Zu verkaufen "^PC 1 D.K.W. Cabriolet-Limousine, Jahrgang 34/35, 5,06 PS, in sehr gutem Zustand. Preis Fr. 1600.— 1 MARTINI S.» HYDRAULISCHE RADABZIEHER SCHMIERAPPARATE RANGIER-WAGENHEBER Weltausstellung Rom 1942. Die Eröffnung der Weltausstellung in Rom ist nunmehr definitiv auf den 21. April 1942 festgesetzt worden. Diesem Datum kommt insofern noch eine besondere Bedeutung zu, als es mit dem Jahrestage der Gründung Roms zusammenfällt. Die Ausstellungsdauer beträgt sechs Monate und fällt in die für die Besucher günstigste Jahreszeit. Der Ferien- und Badeplatz , der Sitz des Leipziger Messeamtes. Rund um diese Zentrale der gesamten Messeorganisation erheben sich, in teilweise gewaltigen Ausmassen, 50—60 Messepaläste, in denen sich alljährlich vor und während der Messen vom Keller bis in die obersten Dachgeschosse hinauf fieberndes Leben regt. Ein Zweig der Messe, die Technik, ist in die riesigen Halfen auf dem Ausstellungsgelände gezogen und hat auf diese Weise begonnen, das Schwergewicht der Messe aus dem Stadtinnerrt herauszulegen. Neben der Messe ist es der Rauchwarenhandel, der vor Jahrhunderten Leipzigs Ruf als Stadt des Handels gegründet und im Laufe der Zeiten gewahrt und gefestigt hat. Auch er hat seine Heimstätte im Stadtinnem. Im Osten schliesst sich an den Stadtkern das Buchhändlerviertel an. Graphische Anstalten und Verlagsunternehmen von Weltruf haben hier ihre Heimstätten und umschliessen das in ihrer Mitte gelegene Deutsche Buchgewerbehaus und das Deutsche Buchhändlerhaus. Weiter nach Südosten hinausgeschoben liegt die Deutsche Bücherei, das Ehrenmal des deutschen Buches. Das freundlichere Gebiet der Musik nimmt den nahen Südwesten der Stadt ein, das sogenannte Konzertviertel mit Gewandhaus und Konservatorium; das eine die Stätte vollendetster Darbietungen von Meisterwerken der Musik, das andere eine Musikbildungsstätte ersten Ranges, besucht von einer Jahr um Jahr zunehmenden Zahl Studierender aus dem In- und Ausland. Dr. A. Locher. — Dr. E. Waldmeyer. Dipl.-Ing. F. 0. Weber. GRAND GARAGE 60, BddesTranchee« QENF Vertretung nnd Servioe von Terrassiere 57 QENF Telephon 43.322 Ganz erstklassige Service-Station und Werkstätte Spezfal-Arrangement für Garagieren, Waschen u. Schmieren am gleichen Tag Service und Ersatzteile für Hispano-Suiza, Chenard & Walcker, Oldsmobile, Auburn 10 PS, 6 Zyl., Baujahr 1930, sehr gut erhalten, billig (60) 6766 Offerten unter Chiffre Z 6240 an die Automobil- Revue, Bureau Zürich. Redaktion: Tel. 41.200 für 300 Wagen Hotchkiss - Voisin - Hispano-Suiza ERSATZTEILLAGER GARAGE A. MONTANT OPEL zu verkaufen Platz Zu verkaufen DE SOTO 1929 4-5plätzig, in gutem, fahrbereitem Zustand. Preia günstig. Event. Zahlungserleichterung. R. Blum, Blotzheimerstrasse 29 Basel. Telephon 45.616.

.Automobil-Revue" — Nr. 60 BERN, Dienstag, 26. Juli 1938 SPESEN Gibt es in der Buchführung des Automobilgewerbes ein einziges Konto, dem der Geschäftsinhaber weniger Sympathie entgegenbringt als die mit « Spesen > ü beschriebene Kolonne? Jenes Konto, das nur eine Sollseite aufweist und gleich einer gierigen Kloake den Zustrom verschlingt, der so viel lieber der Gewinnrechnung zugeleitet würde? Es ist wohl kaum übertrieben, wenn das Spesenkonto als « rotes Tuch » des Geschäftsmannes bezeichnet wird, als jene Erscheinung, die die Sorgenfalten auf der Stirn immer tiefer werden lässt und dem geschäftlichen Optimismus oft den Gnadenstoss versetzt. Es wäre zu schön, wenn es durch irgendein Zauberwort gelänge, die unter dem Begriff « Spesen » bekannten Auslagen auszuschalten, ohne dadurch den Gang der Geschäfte zu beeinträchtigen. Da sie aber selten ohne dringende Notwendigkeit gemacht werden, träumt wohl kein ernsthaft denkender Mensch einer solchen Utopie nach. Spesen sind in den meisten Fällen eine unerlässliche Notwendigkeit oder, wie man sich landläufig noch etwas drastischer ausdrückt, «ein notwendiges Uebel>. ... Und damit stehen wir bereits mitten im schönsten Widerspruch drin. Wir beschwindeln uns selbst, wenn wir eine geschäftliche Notwendigkeit als « Uebel » bezeichnen. Wir suggerieren uns damit eine Geistesverfassung, die uns unserer eigenen, selbstgewählten Aufgabe entfremdet, weil wir dadurch unsere Probleme in angenehme, unangenehme und widerwärtige klassieren. Eine solche Differenzierung beraubt uns aber der Blickschärfe und damit der Fähigkeit, mit jener Objektivität an ihre Lösung heranzutreten, über die sonst nur der Unbeteiligte verfügt. Und dabei ermöglicht uns einzig und allein jene Objektivität, in allen Fällen den goldenen « Mittelweg » zu finden. Ob unserer Mißstimmung vergessen wir, dass die Spesen gar keine Auslagen im ursprünglichen Sinne des Wortes sind. sondern im Gegenteil eine Kapitalanlage bedeuten sollen, die wir nur deswegen machen, weil wir uns daraus einen grösseren Ertrag versprechen. Liegt nicht hierin der Kern des Spesenproblems? Im Geschäftsleben geht es ja gar nicht darum, wie hoch die Spesen an sich sind oder auf welches Minimum sie sich überhaupt reduzieren lassen. Es geht vielmehr darum, ob sie sich durch den daraus erwachsenden Erfolg rechtfertigen lassen oder nicht. Unwichtig ist, wie hoch sich das Spesenkonto während eines ganzen Jahres beläuft; entscheidend dagegen, in welcher Weise es hilft, den auf das Jahresende erwarteten Gewinn eine Kapitalanlage! aufzubauen. — Werfen Sie uns bitte nicht vor, dar- wir den uns zur Verfügung stehenden Raum mit Spitzfindigkeiten vergeuden. Der Unterschied mag auf den ersten Blick unscheinbar sein. Sobald wir jedoch die Anwendung auf die Praxis machen, tritt seine grundsätzliche Bedeutung sofort zutage. Einige wenige Beispiele werden hierfür einen anschaulichen Beweis liefern: Nehmen wir an, ein Garagist besässe eine Wer mit unseren Garagen in ständigem Kontakt steht, dem fällt immer wieder auf, wie unterschiedlich sich die einzelnen Geschäftsinhaber ihrer Kundschaft präsentieren. Bildet für den einen die tadellose Bügelfalte ein unentbehrliches Requisit, so macht sich ein anderer nichts daraus, die Besucher im ölbefleckten Ueberkleid und mit geöffnetem Hemdkragen zu empfangen. — Versuchen Sie einmal, durch geschickte Führung des Gespräches die Beweggründe für die individuell so verschiedenartige Einstellung zu erfahren, so stellen Sie fest, dass der eine wie der andere von der Richtigkeit seiner Anschauung felsenfest überzeugt ist. Gewiss spielen dabei Herkunft, Erziehung, Gewohnheiten, Vorurteile und nicht zuletzt die Art der Kundschaft eine grosse Rolle. Gewiss bietet gerade die schweizerische Lebensauffassung jedem die Möglichkeit, nach seiner eigenen Fasson selig zu werden. Gewiss gibt es in beiden Lagern Leute, deren Arbeit von Erfolg gekrönt ist, wie auch in beiden solche zu finden sind, die Zeit ihres Lebens nie auf einen grünen Zweig kommen. Was ist richtig? ausserordentliche Erfahrung im raschen und zuverlässigen Nachstellen der Bremsen. Mit der Entschuldigung, dass «seine Arbeit die beste Reklame wäre» glaubt er, die Fr. 20.— oder 50.— ersparen zu können, die eine systematische Bearbeitung seines Einzugsgebietes kosten würde. Dabei darf mit hundert zu eins gewettet werden, dass eine wohldurchdachte Werbung ihm nicht nur neue Kunden für den Bremsen-Service, sondern ebenfalls für alle andern Sparten des Garagebetriebes verschaffen würde. Auch heute noch sucht jeder Automobilist jene Berufsleute auf, die durch die Tat beweisen, wie gründlich sie ihr Fach verstehen und wie gewissenhaft die Arbeit besorgt wird. Es wäre darum falsch, die Fr. 20.— oder 50-— als Ausgabe statt als eine Anlage betrachten zu wollen, die einen vielfachen Ertrag abwerfen dürfte. Oder denken wir einmal an den Ersatzteilhandel. Ein junger energischer Berufsmann hat den Ehrgeiz, «Zug ins Zeug zu bringen». Er schafft sich ein grosses Lager an, in der prinzipiell richtigen Meinung, dass ihm die Reichhaltigkeit der Vorräte ermöglichen würde, die Kundschalt prompt und zuverlässig zu bedienen, wodurch er sich einen grossen Umsatz zu sichern vermöchte. Mit Rücksicht auf die entstehenden Spesen unterlässt er es, sich vorher über den Bestand an gebrauchten Wagen und die Konkurrenz eingehend zu informieren. In der Folge erweist es sich, dass das Lager zu gross und zu kostspielig ist, dass überhaupt keine Möglichkeit beteht, den erwarteten Umsatz zu Bügelfalte oder Ueberkleid? Sicher ist, dass die Frage «Bügelfalte oder Üeberkleid» nicht direkt beantwortet werden kann. Wäre es anders, so müsste sich der geschäftliche Erfolg vornehmlich der einen oder andern Seite zuwenden. Das Problem soll darum einmal von einem andern Gesichtspunkt betrachtet werden, nämlich von derjenigen des Kunden. Jeder, der die Garage betritt, erwartet ohne Zweifel, als Gast behandelt und mit gewissen Anstandsformen empfangen zu werden. Normalerweise ist ihm jedoch nicht das die Hauptsache, sondern, gut bedient zu werden; dass die Reparatur, der Service, die Garagierung, die Lieferung von Ersatzteilen, oder der Wagenhandel zu seiner vollen Zufriedenheit erfolge. Er begrüsst es ganz bestimmt, den Chef in blauer Hose und blauem Kittel anzutreffen, wenn dieser sich gewohnt ist, persönlich zum Rechten zu sehen und den Wagen selber zu inspizieren, das heisst wenn er selbst Hand anlegt, um den Kunden nach Möglichkeit zufriedenzustellen. Dieser letztere wird jedoch wahrscheinlich die Nase rümpfen, wenn der Chef, der nie Schluss siehe Seite 10. erzielen und dass das Geschäft auf einer vollständig falschen Grundlage steht. Wäre auch in diesem Falle eine selbst grössere Auslagen erheischende Analyse nicht ebenfalls einer «Kapitalanlage» gleichzustellen? Ein anderes Beispiel: Der an sich schon düstere Arbeitsraum ist im Laufe der Jahre schmutzig und dadurch noch dunkler geworden' Die Arbeitsfähigkeit der Mechaniker ist beeinträchtigt, die Kunden, die die Garage betreten, sind ungünstig beeindruckt. Ein neuer Anstrich gäbe dem Ganzen nicht nur ein gefälligeres Aussehen, sondern würde auch die Arbeit erleichtern. Der Geschäftsinhaber glaubt sich jedoch die Auslage ersparen zu können mit der Begründung, «dass es bis heute auch so gegangen wäre-». Die Aufzählung Messe sich nach Belieben vermehren. Wir könnten die Vorarbeiten für den Verkauf erwähnen, den Ausbau der Serviceorganisation, die Nützlichkeit telephonischer Anrufe beim Saisonwechsel usw.; glauben aber, dass die erwähnten Beispiele genügen dürften. Auch bezüglich der Spesen gibt es eine goldene Regel, die dem verantwortlichen Leiter den Entscheid erleichtert, ob er gewisse Aufwendungen machen darf oder nicht: Jede Auslage für Spesen ist gerechtfertigt, wenn ein sie übersteigender Ertrag mit gutem Gewissen erwartet werden darf. Dabei sei keineswegs bestritten, dass trotz einer strikten Durchführung dieses Grundsatzes immer noch Fehlentscheide möglich sind. Sie werden sieh dann ereignen, wenn sich die Beurteilung der Erfolgsmöglichkeiten nachträglich als unrichtig erweist. Diese Einschränkung sollte aber niemand hindern, sich an die erwähnte € goldene Regel > zu halten, aus dem einfachen Grunde, weil kein Mensch je in der Lage sein wird, die Entwicklung künftiger Dinge mit unfehlbarer Genauigkeit vorauszusagen. Die bestehenden Verhältnisse richtig einzuschätzen oder daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen, sind zwei grundverschiedene Dinge, beide an sich voneinander unabhängig. Wenn es uns auch nicht möglich ist, alle Imponderabilien des Geschäftslebens zum voraus genau kennenzulernen, so dürfen wir deshalb den ernsthaften Versuch nicht unterlassen, die beste Methode anzuwenden, um aus unseren, wenn auch unzulänglichen Kenntnissen zuverlässige Schlussfolgerungen zu ziehen. Von dieser «goldenen Regel > sind sogar die sog. Generalunkosten, wie Miete, Regie, Buchhaltung, Telephon usw., nicht ausgenommen, wenn auch nur bezüglich ihrer Höhe. Selbst hier muss sich schliesslich jede grössere Auslage durch die daraus entstehenden Erträgnisse bezahlt machen. = 1i)ie man die automatische „ Choke kontcoUiett Seite 10 TlUtietaMsche Seite, als SchmiecmlUel itt den, IVeckstatt Seite 11 Autohändler 13 aan seinen Sohn Mein lieber Sohn! Wie Du berichtest, hat einer Deiner guten Freunde im Laufe der letzten Monate als Verkäufer in immer bedenklicherer Weise versagt, so dass sich Dein Chef veranlasst sah, ihm vorgestern zu kündigen. «Er tut mir wirklich leid», schreibst Du, «er war mir stets ein lieber Kamerad und ein netter, junger Mann, weshalb ich ihn doppelt bedaure.» Soviel ich mich erinnere, hast Du ihn mir früher einmal vorgestellt; ich glaube, dass ich deshalb in der Lage bin, mir über die Vorgänge ein mehr oder weniger klares Bild zu machen. Da ich die Verhältnisse allerdings nicht mit aller wünschbaren Genauigkeit kenne, mochte ich keine Gewähr über die Richtigkeit meiner Ansicht übernehmen. Trotzdem bin ich ziemlich fest davon überzeugt, dass ich mich nicht täusche. Denn auch ich habe schon «nette, zu den schönsten Hoffnungen berechtigende», junge Verkäufer entlassen müssen, weil sie je länger, je mehr die an sie gestellten Erwartungen enttäuschten. Es kommt öfters vor, dass irgend jemand auf den Verkauf übersattelt, weil er glaubt, demselben Geschmack abzugewinnen. Anfangs reüssiert er gut und bringt auch einige Verkäufe zustande. Sobald er aber seine nächsten begüterten Bekannten und Verwandten abgeklopft hat, ist sein Latein zu Ende und damit auch der Traum von der rosigen Zukunft» Wo liegt der Fehler? Diese jungen Leute hatten in ihrer Umgebung gesehen «wie man's macht», glaubten, durch das Abgucken von einigen Tricks bereits die ganze Verkaufsweisheit geschluckt zu haben und sind nachher sehr erstaunt, wenn die Anforderungen plötzlich viel grösser werden und sie ihnen hilflos gegenüberstehen. Lass Dich niemals durch den Erfolg blenden. Freue Dich, wenn Dir wieder ein Abschluss gelungen ist, dessen Umstände Du früher nie gemeistert hättest. Im übrigen aber verwende Deine Gedanken lieber auf jene Kunden, die Dir in gewissem Sinne bange machen. Packe zuerst bei jenen an. Nicht dort, wo das Geschäft fast von selbst rollt, hast du Gelegenheit, Deine Kenntnisse und Fähigkeiten weiter auszubilden, sondern da, wo sich die Schwierigkeiten häufen. Hier steht Dir das Leben als beste Lehrerin zur Verfügung, um Dir zu geben, was Dir zum perfekten Verkäufer noch mangelt. Ich vergesse dabei in keiner Weise, dass es wohl tut, sich von Zeit zu Zeit im eigenen Erfolg sonnen zu können, und dass ein erlahmender Wille daraus neue Energie und Ausdauer schöpft; dass der Erfolg in vielen Fällen ein Tonikum ist, das dem Körper neue Kräfte verleiht. — Denke dabei aber auch an die alte Erfahrungstatsache, dass ein Zuviel schädlich wirkt. Schon mancher ist deswegen gestrauchelt, weil er, sich im eigenen Erfolg sonnend, ein ungesundes Selbstbewusstsein gezüchtet hat, das seine ganze Gedankensphäre erfüllte. Andere wiederum haben sich dadurch Schaden zugezogen, dass ihre Aufmerksamkeit von den Problemen der Gegenwart abgelenkt und ein Teil der verfügbaren Kräfte in unnützer Selbsterhebung vergeudet wurde. Wieder andere Hessen sich durch den Erfolg verleiten, die Ausbildung ihrer persönlichen Fähigkeiten, wie Gedächtnis, Konzentration, Interesse, Anpassungsfähigkeit usw. zu vernachlässigen in der Ueberzeugung, dass sie so etwas nun nicht mehr nötig hätten. — Um ein beschauliches Dasein zu führen und sich mit den Dingen zufriedenzugeben, wie sie einmal nun liegen, braucht es allerdings keine besonderen Charaktereigenschaften. Wer aber etwas leisten will und sich nicht mit dem begnügt, was das Schicksal ihm umgewollt in den Schoss wirft» tut besser, seine Gedanken auf die schwierigen Probleme zu konzentrieren. Hätte Dein Freund diese Tatsache am Anfang seiner Tätigkeit in Eurer Firma begriffen, so, glaube ich, wäre ihm sein bedauerliches Missgeschick erspart geblieben. rfi Dein Vater.