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E_1938_Zeitung_Nr.062

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X. GrSss« 2.

X. GrSss« 2. Brustumfang 3. Nervensystem 4. Gesicht 5. Gehör 6. Hals 7. Brustkorb und Wirbelsäule 8. Respirationsorgane 9. Herz und Gefässe 10. Bauchorgane und Brüche 11. Urin 12. Gliedmassen 13. Wiederholung der Untersuchung Führer von schweren Motorwagen zur gerwerbsmässigen Ausführung von Personentransporten (Art. 35, Abs. 1, lit. c, MFV). 165 cm. Mittelwert Hälfto Körperlänge. Keine Nerven- und keine Geisteskrankheiten, keine Psychopathie, keine ethischen und geistigen Defekte. Kein Alkoholismus, keine sonstigen Süchte, welche die Tauglichkeit des Führers herabzusetzen vermögen. Sehschärfe beidseitig unkorrigiert minimal 0,8; eventuell, •wenn ein Auge unkorrigiert 1,0, Minimalanforderung für das andere unkorrigiert 0,5. Keine schwere Farbensinnanomalie, keine Einschränkung des Gesichtsfeldes, keine Nachtblindheit. Kein Doppelsehen, kein Schielen, kein einäugiges Sehen, keine chronische Bindehautentzündung. 5 m Flüstersprache auf jedem der beiden Ohren. Gehörhilfsmittel, Gehörapparat usw. sind unzulässig. Kein Struma mit Atembeschwerden. Keine Missbildungen, welche die Atmung und Beweglichkeit beeinträchtigen. Keine aktive Lungentuberkulose, keine chronischen Lungenerkrankungen, kein Asthma- Kerne organischen Herz- und Gefässkrankheiten, kein dauernd hoher Blutdruck Keine erheblichen Funktionsstörungen des Magen-Darm- Systems und der grossen Körperdrüsen. Kein Vorfall von Organen. Keine Leisten- oder andern Brüche. Chronische Albuminurie und Diabetes sind Ausschlussgründe. Volle funktionelle Leistungsfähigkeit; keine Verkrümmungen, Verkürzungen, Verstümmelungen, Versteifungen oder Lähmungen, welche die sichere Führung hindern. Bis 45 Jahre alle 3, nach Vollendung des 45. Altersjahres alle 2 Jahre, und ausserdem nach schweren Krankheiten und Unfällen. In besonderen Fällen kann der Vertrauensarzt eine kürzere Periode beantragen. AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 2. AUGUST 1938 — N 62 Aerztliche Prüfung Minimalanforderungen an Bewerber um einen Führerausweis oder Fahrlehrerausweis I. Kategorie. II. Kategorie. III. Kategorie. 1. Führer von leichten Motorwagen zur gewerbsmässigen Ausführung von Personentransporten (Art. 35, Abs. 1, lit b, MFV). 2. Fahrlehrer (Art. 32 MFV). 3. a) Führer von schweren Motorwagen zum Gütertransport (Art. 35, Abs. 1, lit d, MFV), b) Führer von Traktoren (Art. 35, Abs. 1, lit e, MFV), bei denen Zweifel über körperliche oder geistige Eignung bestehen, oder die das 65. Altersjahr überschritten haben. Nicht unter 155 cm. Keine Nerven- und keine Geisteskrankheiten, keine Psychopathie, keine ethischen und geistigen Defekte. Kein Alkoholismus, keine sonstigen Süchte, welche die Tauglichkeit des Führers herabzusetzen vermögen. Sehschärfe beidseitig unkorrigiert minimal 0,8; eventuell, wenn ein Auge korrigiert 1,0, Minimalanforderung für das andere korrigiert 0,5. Keine schwere Farbensinnanomalie, keine Einschränkung des Gesichtsfeldes, keine Nachtblindheit. Kein Doppelsehen, kein einäugiges Sehen, kein Linsenverlust. Bewerber, welche die verlangte Sehschärfe nur mit einer Brille erreichen, sind zum Tragen der Brille während der Fahrt und zum Mitführen einer Reservebrille zu verpflichten. 2 m Flüstersprache auf dem besseren und 1 m Flüstersprache auf dem schlechtem Ohr. Gehörhilfsmittel, Gehörapparate usw, sind unzulässig. Kein Struma mit Atembeschwerden. Keine schweren Missbildungen, -welche die Atmung und Beweglichkeit beeinträchtigen. Keine chronische Lungenerkrankung und kein Asthma, welche die allgemeine Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. Keine Insuffizienzerscheinungen oder Kompensationsstörungen. Kein dauernd hoher Blutdruck mit Begleitsymptomem. Keine erheblichen Funktionsstörungen des Magen-Darm- Systems und der grossen Körperdrüsen. Nephritis mit sekundären Veränderungen und erheblicher Diabetes sind Ausschlussgründe. Für das sichere Führen genügende funktionelle Leistungsfähigkeit. Aue 3 bis 5 Jahre, nach Antrag des Arztes. Führer von leichten Motorwagen (Art. 35, Abs. 1, lit. a, MFV), Führer von Motorwagen mit oder ohne Seitenwagen (Art. 35, Abs. 1, lit. f u. g, MFV), Führer von Dreirädern! (Art. 35, Abs. 1, lit. h, MFV), Führer von Elektromobilen! (Art 35, Abs. 1, lit. i, MFV), bei denen Zweifel über körperliche oder geistige Eignung bestehen, oder die daa 65. Altersjahr überschritten haben. Keine Nerven- und keine Geisteskrankheiten, keine Psychopathie, keine ethischen und geistigen Defekte. Kein Alkoholismus, keine sonstigen Süchte, welche die Tauglich-* keit des Führers herabzusetzen vermögen. Ein Auge korrigiert minimal 0,6, anderes Auge korrigiert minimal 0,1. Einäugige korrigiert oder unkorri-* giert minimal 0,8. Keine Nachtblindheit. Kein Doppelsehen. Bewerber, welche die verlangte Sehschärfe nur mit einer Brille erreichen, sind zum Tragen der Brille während der Fahrt und zum Mitführen einer Reservebrille zu verflichten. Einäugige sind beim Fahren im offenen Motorfahrzeug zum Tragen von geeigneten, bei Frost und Nebel nicht anlaufenden Schutzbrillen zu verpflichten. 6 m Konversationssprache auf jedem Ohr. Liegt die Hörweite auf einem Ohr tiefer, so muss das bessere Ohr diei entsprechende Mehrdistanz über 6 m, also bei einseitigen Taubheit 12 m für Konversationssprache aufweisen. Ge-< hörhilfsmittel, Gehörapparate usw. sind unzulässig. Kein Struma mit Atembeschwerden. Keine schweren Missbildungen, welche die Atmung und! Beweglichkeit beeinträchtigen. Keine erheblichen Störungen des Zirkulationsapparates, welche die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen könnten. Bei Zucker und Eiweiss nach Gutachten des Arztes. Für das sichere Führen genügende funktionelle Leistungs* fähigkeit In besonderen Fällen Beurteilung der relativen Tauglichkeit Nach Antrag des Arztes. wort, der Verstoss bestehe im Parkieren an einem nicht dafür bezeichneten Ort und in der Behinderung des Verkehrs (!); die Strafanzeige nehme ihren Weg, und den Verzeigten bliebe bis zum 1. August Zeit, um ihre Einsprache (d. h. das Verlangen um gerichtliche Beurteilung) rückgängig zu machen. Was denn auch geschah, weil bei dieser Haltung des Gerichtspräsidenten eine Weiterziehung der Angelegenheit ein aussichtsloses Unterfangen gewesen wäre. Und die Moral: die Automobilisten werden die Busse schwitzen müssen. Wobei allerdings die Frage offen bleibt, ob und inwieweit sich ein derart schroffes Vorgehen mit den touristischen Interessen Thuns und seines Concours Hippique in Einklang bringen lasse, denn dass gebrannte Kinder das Feuer fürchten und dass die Automobilisten, denen sich die Thuner « Gastfreundschaft» von einer so bemerkenswerten Seite her zeigte, nicht die geringste Lust mehr verspüren werden, ihren Wagen nochmals nach jenen Gestaden zu dirigieren, darüber ist weiter kein Wort zu verlieren. Dass Sie ihr gutes Geld dort liegen lassen, dankt man ihnen, indem man sie manu judidali ausquetscht Die ärztliche Prüfung nach Art. 33 der V.-O. zum MFG (Schluss von Seite 1.) Die Kantone, in deren Kompetenzbereich die Anwendung und Durchführung des neuen Erlasses fällt, sind an die darin enthaltenen Direktiven gebunden. Sie dürfen in ihren Anforderungen an die physischen und psychischen Eigenschaften nicht unter diesen Minimalgrenzen bleiben, können umgekehrt aber auch nicht weitergehen. Und das bedeutet gegenüber dem früheren Zustand insofern einen Fortschritt, als damit der Weg für eine einheitliche Handhabung der ärztlichen Prüfungsvorschriften im Gebiete der ganzen Schweiz geebnet wird. Bisher lagen die Dinge nämlich so, dass der Arzt nach seinem eigenen persönlichen Ermessen über die weittragende Frage der Tauglichkeit oder Untauglichkieit des Fahrprüfungskandidaten entschied, weil es eben an festen und verbindlichen Richtlinien gebrach. Was die Struktur des Verhältnisses zwischen Arzt und kantonaler Behörde anbe- langt, so muss dabei der Akzent auf die Tatsache gelegt werden, dass jener nur eine begutachtende Funktion ausübt, wobei er sich strikte nach den Anweisungen des Departementes zu richten hat. Allerdings — und hier öffnet sich bis zu einem gewissen Grade ein Sicherheitsventil für den Automobilisten — bleibt die Verwaltung in der Würdigung des medizinischen Befundes völlig frei. Selbst dann, wenn der Arzt auf Grund der Untersuchungsergebnisse zu einem «untauglich » gelangt, weil der Geprüfte beispielsweise in verschiedenen Punkten die Grenze dessen berührt, was seine Eignung als fraglich erscheinen lassen könnte — nehmen wir an, seine Sehschärfe vermöge knapp zu genügen, und zugleich erreiche sein Gehör kaum den erforderlichen Minimalgrad — selbst dann hat die Zulassungsbehörde trotzdem die Möglichkeit in der Hand, die Fahrbewilligung auszustellen, natürlich auf ihre eigene Verantwortung hin. Normalerweise wird sie sich dazu freilich nur in jenen Fällen entschliessen, da ein mit 'derartigen Mängeln behafteter Motorfahrzeuglenker schon längere Zeit « klaglos » gefahren ist, wie es tatsächlich hin und wieder bei Leuten geschieht, die ihr Fahrexamen zu einer Zeit absolvierten, als man noch eher fünfe gerade sein Hess und etwas nachsichtiger vorging wie heute. Nur bei solcher Sach- nicht einmal einen ausgekugelten Arm einrenken könnte», sagte sie. fort. «Ich hoffe, dass Nancy es vorsichtig Manne an den Oals zu werfen », fuhr sie «Aber wieso .verschwendet' ? » fragte anpackt Ist sie ins Hotel hinübergegangen ?» wird sich der Bewerber Hoffnung auf etwellage, lediglich bei Kontrollprüfungen also Nicholas. «Ich habe da meine eigenen Ansichten», « Sie ist in ihrer Eigenschaft als Aerztin che Milde der Behörden im obenerwähnten erwiderte Tante Betty, und als wir nach der hingegangen », sagte ich ungehalten. Sinn machen dürfen, doch hat er, selbst wenn Mahlzeit allein beisammen sassen, lernte ich Darauf gab Tante Betty keine Antwort sie ihm gewährt wird, noch immer mit der diese Ansichten kennen. Sie hatte den grotesken Einfall, dass Nancy einen der jungen gutzuheissen, dass Frau Spoon ihre Tochter lung der Fahrprüfung oder einer psychotechni- « Ausserdem », sagte ich, « scheinst du es Möglichkeit zu rechnen, sich einer Wiederho- Männer, die wir auf dem Ausflug getroffen einem Manne an den Hals warf.» schen Prüfung unterziehen zu müssen, zu deren Anordnung die Verwaltungsorgane jeder- hatten, heiraten würde, und daher wäre das « Das alles ist eine Frage des Takts und Geld für das medizinische Studium hinausgeworfen. falsch anpacken. Wenn du sie plötzlich auf Siebung der Anwärter auf den Führerausweis der Tüchtigkeit. Frau Spoon wird nie etwas zeit ermächtigt sind. Natürlich aber erfolgt die « So ganz vielleicht nicht», gab sie zu. einen andern Planeten verpflanzt, wird sie in erster Linie bei den Neuzulassungen und « Sie machte sich nützlich, und wenn sie es sich in ihrer neuen Umgebung sofort zurechtzufinden wissen.» Dem Arzte fällt — betonen wir das nochmals erst sekundär bei den Kontrolluntersuchungen. jetzt geschickt anstellt...» «Ich wünsche gar nicht, dass eines meiner Kinder seine Geschicklichkeit auf diese Spoon verabscheute, besonders, da gerade Ich kann nicht sagen,, wie ich diese Frau — indessen nur eine konsultative Aufgabe zu, denn Art beweist», unterbrach ich sie erregt. in diesem Augenblick Melinda ohne Häubchen ins Zimmer kam und einen Brief für nach wie vor trifft die Behörde den Entscheid « Das weiss ich, Elisabeth. An dir haben deine Mädchen keine Hilfe. Ich war Zeugin, Tante Betty in der Hand hatte. In der Hand über die Erteilung oder Verweigerung des r w1e Frau Spoon einen jungen Mann in die — nicht auf einem Tablett — und dabei unschuldig dreinblickte, als ob sie nicht bis Führerausweises. Ehe hineinmanövrierte, bevor er selbst wusste, was mit ihm los war.» Und damit haben wir es auch schon ausgesprochen, dass der Bewerber, den das ärzt- drei zählen könnte. « Was für eine widerwärtige Person muss «Ach, Frau Brooke, könnte ich nicht jetzt liche Zeugnis als untauglich erklärt und dem sie sein.> für fünf Minuten verschwinden ?» begann gestützt darauf die Fahrbewilligung abgelehnt «Im Gegenteil. Ebensowenig wie ein sie; und während ich noch immer erbost an Schachspieler, der seine Figuren hin- und wird, dagegen das Rechtsmittel des Frau Spoon dachte, führte ich die kleine Verbreeherin hinaus und erteilte ihr da einen Rekurses herschiebt. Ihre Töchter verehren sie. Fünf Mädchen, und drei davon bereits glücklich Verweis. ergreifen und eine Wiederholung der medizinischen Untersuchung durch einen andern, verheiratet.» « Ich gebe zu, der grösste Unsinn, den ein z. B. durch seinen Hausarzt, verlangen kann. Mädchen begehen kann, ist der, sich einem (Fortsetzung folgt.) Uebrigens zeichnen sich die Fragen, welche der Arzt bei der Ausfertigung des Zeugnisses zu beantworten hat, durch eine Formulierung aus, die ihn zwingt, sich vom rein medizinischen Standpunkt aus klar und eindeutig über die Eignung des « Prüflings » auszudrücken. Und die Kosten? Die hat der Automobilist oder jener, der es werden will, aus der eigenen Tasche zu berappen. Fixierung der Ansätze und Regelung der Zahlungsmodalitäten bleiben Sache der Kantone. Ob sie Kostenregulative aufstellen und wie sie die Durchführung der ärztlichen Prüfung organisieren, nach dem Grundsatz der Zentralisierung oder der Dezentralisierung, wie sie das Netz ihrer Vertrauensärzte ausbauen, darin mischt sich das Departement nicht ein. Wohl aber, so will uns scheinen, erwächst hier den kantonalen Organisationen der Strassenbenützer, vor allem den Automobilisten verbänden, die Pflicht, unverzüglich zum Rechten zu sehen und mit den Behörden Fühlung zu nehmen, am in gemeinsamer Arbeit mit ihnen die hier auftauchenden Probleme auf die zweckmässigste, den Verhältnissen angepasste und last but not least auoh auf tragbare Art und Weise zu lösen. Wobei nicht nur allfällige Gelüste der Kantone, die Erhebung der Untersuchungsgebühr dazu zu benützen, um «nebenbei» auch noch etwas für sich einzustecken, im Keime erstickt, sondern auch weitere »Kostenfolgen», etwa in Gestalt von Spezialtaxen, für die Kontrolle der Prüfungen von allem Anbeginn an unterdrückt werden müssen. Keine rückwirkende Kraft Von einer Rückwirkung der neuen Bestimmungen ist und kann nicht die Rede sein, weshalb sich denn auch Uebergang'sdekrete erübrigen. Dagegen wohnt den Minimalanforderungen das Merkmal der Sofort-Wirkung inne, was nichts anderes besagt als dass von jetzt an bei Eintritt der im M.F.G. verankerten Voraussetzungen die ärztliche Prüfung nach Massgabe der neuen Richtlinien vorzunehmen ist An den Vorschriften über die Pflicht zur Untersuchung oder die Möglichkeit dazu ändern sie nicht das geringste und in materieller Hinsicht bleibt alles beim status quo ante. Ganz ohne Reibungen wird sich aller Voraussicht nach die neue Einrichtung nicht einspielen; namentlich bei den Kontrollprüfungen hat man während einiger Jahre die Möglichkeit von Anständen zu gewärtigen, doch steht dabei zu hoffen, die Kantone werden das Instrument, das ihnen der Bund in dio Hand gegeben, vernünftig zur Anwendung bringen und sich nicht einem starren Schematismus verschreiben, bei dem für eine Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse des einzelnen Falles kein Raum mehr bleibt Ihrem Sinn, ihrem Wesenskern nach charakterisiert sich die neue Ordnung als weiterer Schritt zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. Und unter diesem prinzipiellen Gesichtswinkel betrachtet deckt sie sich mit dem, wonach wir selbst von jeher streben: nach der Ausschaltung von Fahrern, die nicht auf die Strasse gehören, weil sie für andere eine Gefahr darstellen. Nicht der tote Buchstabe bringt uns diesem Ziel näher, sondern der lebendige, von den Erfordernissen der Zeit durchdrungene Geist Ob und inwieweit sich die neuen Bestimmungen bewähren, hängt deshalb einzig von deren Handhabung durch die Kantone ab.

62 — DIENSTAG, 2. AUGUST 1938 AUTOMOBIL-REVUE 3 IN DER SCHWEIZ Die automobilsportlichen Veranstaltungen an der Landesausstellung. Der von der Geschäftsstelle für die sportlichen Anlässe an der Schweiz. Landesausstellung 1939 herausgegebene Sportkalender sieht u. a. auch verschiedene Automobilsportveranstaltungen vor. Eröffnet werden soll der Zyklus derselben am 13./14. Mai mit einer Nationalen Sternfahrt, für deren Durchführung die beiden Zürcher Sektionen des ACS und TCS verantwortlich zeichnen werden. Es gipfelt am 24. September in dem zum erstenmal zum Austrag kommenden Rundstreckenrennen um den « Grossen Preis von Zürich » auf der Schwamendinger Rundstrecke, die in den letzten Tagen vom bekannten •Mercedes- Benz-Rennfahrer Rudolf Caracciola inspiziert und als für «Grand-Prix »-Rennen glänzend geignet bezeichnet worden ist. Wie weit es übrigens möglich sein wird, bei diesen Zürcher Rundstreckenrennen auch die schweizerischen Rennfahrer zu Worte kommen zu lassen, steht noch nicht fest. Als zweite internationale Automobilsport- Veranstaltung steht auf dem Ausstellungskalender eine Alpeniahrt in der zweiten Juli-Hälfte. Es sind nun just zwei Jahre her, seit zum letztenmal eine solche Alpenprüfungsfahrt in der Schweiz durchgeführt wurde. Nachdem auch an der letzten Landesausstellung in Bern vor 25 Jahren eine Alpenfahrt, und zwar sogar eine solche für Lastautomobile organisiert worden ist, wird man den Ruf nach Wiederholung eines solchen Wettbewerbes sehr wohl verstehen. Es scheint aber, dass die Durchführung einer Internationalen Alpenfahrt im nächsten Jahr noch mehr als ungewiss ist. Ein Entscheid dürfte erst für den Oktober, anlässlich der Aufstellung des Internationalen Automobilsportkalenders zu erwarten sein. Da die Engländer und Deutschen meist das stärkste Fahrerkontingent stellten, die Teilnahme der letzteren aber durch erheblich© Schwierigkeiten beschränkt ist, wird neben den finanziellen Erwägungen wohl auch die Frage der möglichen Beschickung des Wettbewerbes vorerst noch abzuklären sein, nachdem die schweizerischen Fahrer an den letzten Alpenfahrten leider kein sehr namhaftes Kontingent gestellt haben. Man wird daher hinter die Schweiz. Alpenfahrt 1939, für die wohl der Monat August in Betracht käme, vorläufig noch ein grosses Fragezeichen setzen müssen. Kommt aber eine solche zustande, so hofft man in den Kreisen der Landesausstellung, dass dieser Veranstaltung vielleicht in der Weise besonders Rechnung getragen wird, dass die Fahrt in Schleifenform mit täglichem Start und Ziel von Zürich zum Austrag gelangt, wozu allerdings zu bemerken wäre, dass die Lage Zürichs im Hinblick auf die schweizerischen Alpenstrassen nicht gerade als sehr zentral bezeichnet werden kann. Immerhin liesse sich dieses Schleifensystem, wie es an der letzten Internationalen Sechstage-Motorradfahrt in England gehandhabt worden ist, zur Prüfung in Betracht ziehen. An weiteren rootorsportlichen Veranstaltungen sind ferner für den 18. Juni noch ein Geschicklichkeitsfahren und Autoballmatch vorgesehen, während die geplante Autoschau nach 1932er Vorbild aus Platzgründen ziemlichen Schwierigkeiten begegnen wird, da sie mit ihren Hunderten von Fahrzeugen eines sehr aufnahmefähigen Areals bedarf, welches jedoch in Zürich während des Ausstellungsjahres fehlen dürfte. V IN FRANKREICH Die weitere Tätigkeit der «Ecurie Bleue». Nachdem der von Madame Schell dirigierte Delahaye-Rennstall, die Ecurie Bleue, am Sonntag vor acht Tagen im Grossen Preis von Deutschland mit Rene Dreyfus einen fünften Platz zu belegen vermochte, wird Dreyfus am kommenden Freitag am internationalen Turbie-Bergrennen starten, um alsdann nach Livorno zu fahren, wo er nächsten Sonntag zusammen mit seinem Teamkollegen Franco Comotti am Rennen um den Ciano- Pokal teilnimmt, das auf der 5,8 km langen Rundstrecke von Livorno stattfindet. Abermals acht Tage später sind Dreyfus und Comotti an der Coppa Acerbo in Pescara mit von der Partie, und am 21. August endlich werden wir die blauen Delahaye-Rennwagen am Grossen Preis der Schweiz auf der Bremgartenwald-Rundstrecke in Bern am Start Donnerstag, 18. Auflast: 13.30—14.45 Uhr. Nationale Konkurrenten. 14.45—15.30 Uhr: Unterbruch. 15.30—16.45 Uhr: «Grand-Prix»-Wagen_ 16.45—18.00 Uhr: Wagen bis 1500 ccm. Kassaölfnung jeweilen 11.30 Uhr. — Sperrung 7.45: Wagenabnatai« « Preis vom Bremgarten > bei den Boxen an der Murtenstrasse. 9.15: Wagenabnahme « Preis von Bern » bei den Boxen an der Murtenstrasse. 10.00 : Wagenabnahme « Grosser Preis der Schweiz für Automobile» auf der Zollrampe des Güterbahnhofes Weyermannshaus. 16.00: Aufstellen der am « Preis vom Bremgarten » teilnehmenden Touren-, Sport- und Rennwagen. 16.15: Start zum «Preis vom BremOarten» über 101,920 km. Der mit 2 Motoren ä 1250 PS ausgerüstete Ueberrennwagen des Engländers John Cobb, über den wir in Nr. 31 der «Automobil-Revue» vom 12. April dieses Jahres ausführlich berichtet haben. Cobb beabsichtigt bekanntlich, den von seinem Landsmann Gaptain Eyston gehaltenen Weltsohnelligkeitsrekord im Automobil (502,1 km/St.) in der Salz wüste von Bonneville (U.S.A.) noch diesen Monat zu verbessern. Eyston befindet sich 'mit seinein «Thunderbolt> bereits «drüben», um seinerseits ebenfalls einen Angriff auf den bestehenden Rekord zu unternehmen. sehen. Im Anschluss an den Schweizer Grand Prix geht's nach Donington zur englischen Tourist-Trophy, und für den 11. September ist die Teilnahme am Grossen Preis von Italien in Monza beabsichtigt. Paris-Nizza und Turbie-Bergrennen. Der Start für die Zuverlässigkeitsfahrt Paris- Nizza, an welcher nahezu 50 Konkurrenten teilnehmen, erfolgt heute Dienstag abend ab 10 Uhr. Mit dem Eintreffen der Piloten in Nizza wird ab Mittwoch nachmittag 3 Uhr gerechnet. Der Donnerstag ißt dem Training für das internationale Bergrennen von La Turbie gewidmet, das am Freitag nachmittag stattfindet. An der Bergprüfungsfahrt, welche international ausgeschrieben ist, starten, wie schon gemeldet, auch der Rekordhalter Hans Stuck auf dem Jetztjährigen 16-Zylinder-6-Ldter-Auto-Union- Gera43a*«al|»i*«»5£a*amani der Rennen und gesellschaftlichen Veranstaltungen anlässlich des V. GROSSEN PREISES DER SCHWEIZ FÜR AUTOMOBILE Trainingstage und -weitem Freitag, 19. August: 13.30—14.45 Uhr: Nationale Konkurrenten. 14.45—15.30 Uhr: Unterbruch. 15.30—16.45 Uhr: «Grand-Prix»-Wagen. 16.45—18.00 Uhr: Wagen bis 1500 ccm. Samstag, 20. August: 13.30—14.30 Uhr: «Grand-Prix»-Wagen. 14.30—15.45 Uhr: Wagen bis 1500 ccm. der Rennstrecke 12.00 Uhr. Samstag den 20. August Zirka 20.15: 20.30: 21.00: 15.15 : Sohhi8s des Rennens. .Freilichtspiel auf dem Münsterplatz: «Ewiger Reigen ». Festkonzert der Stadtmuedk Bern auf dem Bundesplatz (bei schlechtem Wetter im Kornhauskeller). Festliche Beleuchtung öffentlicher Gebäude. Ballanlässe im Bellevue- Palace, Casino und Kornhauskeller usw. Rennball und Rendez-vous der Fahrer und Konkurrenten, Ehrengäste und Pressevertreter im Kursaal Schänzli Sonntag den 21. August 9.50: Wagenaufoteüung «Preis von Berns, L Vor- 13.00: Wagenaufstellung «Preis von Bern», Endlauf, lauf. 10.00 : Start 13.15 : Start 10.50: Wagenaufstellung «Preis von Bern», 2. Vor- Zirka W- 25 : Ankunft «Preis von Bern». l au f. 14.45 : Wagen auf Stellung «V. Grosser Preis der 11 nn-