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E_1938_Zeitung_Nr.067

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BERN, Freitag, 19. August 1938 Nummer 20 Cts. 34. Jahrgang — No 67 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONN EM ENTS-Pfl EISE» Ausgab« A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr. 5.-, Jährlich Fr. 10.— Ausland mit Portozuschlag, wenn nicht postamtlich abonniert Ausgabe B (mit gew. Unfallversich.) vierteljährlich Fr. 7.50 Ausgabe C (mit Insassenversicherung) rierteljShrlich Fr. 7.50 Erscheint Jeden Dlenataf und Freitag: Wöchentliche Beilage „Auto-Maeazin". Monatlich 1 mal „Gelbe liste" REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breltenratnstr. 97, Bern Telephon 2S.222 - Postcheck III 414 Telegramm-Adresse: Autorevue, Bern GesfhlftMtelle Zürich: Löwemtrasse 51. Telephon 39.743 INSERTIONS-PREIS: Die achtgespaltene 2 mm hohe Grundzeile oder deren Raum 45 Rp. Grössere Inserate nach Spezialtaril Inswatenschlnss 4 Tage vor Erseheinen der Nummer Der unbewachte Balmiilbergaii zwischen I/yss und Aarberg Haarscharf an einem neuen schweren Verkehrsunglück vorbei... wärterhaus an Ort und Stelle ist intakt und bewohnt. Es erschwert heute den freien Blick und erweckt ganz natürlich den Eindruck eines bewachten Ueberganges. Unbedeutende Niveauübergänge an der gleichen Linie besitzen Barrieren'bedienung, deren Wiedereinführung auch beim Niveauübergang in der Leimern sofort möglich wäre. Der Ersatz der ungenügenden Wigwag- Anlage durch eine Blinklichtanlage darf wohl als eine Verbesserung, aber nicht als Lösung angesprochen werden. Es dürfte schwer fallen, die Behauptung zu widerlegen, dass das Gefahrenmoment durch die Wiedereinführung der Barrieretibedienung bei Anbringung der nötigen Signaltafeln usw. ganz bedeutend stärker herabgemindert wird. s. Am vergangenen Montagmittag: hat sich beim berüchtigten Bahnübergang in der c Leimern » zwischen Lyss und Aarberg, an der gleichen Stelle, wo am 30. Juni ein Langenthaler Automobilist schwer verunglückte, wo im Jahre 1932 ein Basler Industrieller getötet wurde, wo auch schon ein Kurswagen des Autoverkehrs Aarberg-Lyss mit der Bahn kollidierte und wo sich ungezählte weitere, wenn auch meist glimpflich abgelaufene kritische Situationen ergeben haben, an dieser Stelle also hat sich beinahe wieder ein sehr schweres neues Verkehrsunglück ereignet. Als sich der Zug 1451 Lausanne-Lyss kurz vor halb 12 Uhr mit grosser Geschwindigkeit diesem Uebergang näherte, bemerkten Lokomotivführer und Zugführer, dass ein schwerer Lastwagen mit Anhänger, der auf der Strasse Aarberg-Lyss daherkam, das Wigwag-Signal offenbar nicht gewahrt hatte. Lokomotjvpfeifengesehrill, die Auslösung der Schnellbremse durch den Lokomotivführer, das Ziehen der Notbremse durch den Zugführer, all das genügte nicht, den Zug vor dem Uebergang zum Stehen zu bringen. Erst etwa 60 Meter weiter gelang es, ihn anzuhalten. Die erschreckten Insassen rissen die Fenster herunter und atmeten auf: alles war mit unglaublich viel Glück gut abgelaufen. Dem Führer des schweren Lastzuges war es gelungen, im letzten Moment zu stoppen. Im Abstand einer Handbreite rollte der Zug an ihm vorbei Glück, unwahrscheinliches Glück ! « Wie lange noch... ? » Diese vollauf berechtigte Anfrage an die Bundesbahnen hat. dieser Tage der Tburing- Club Bern in der Oeffentlichkeit gestellt. Seinen Ausführungen war zu entnehmen, dass schon 1928 und seither zu bald unzähligen Malen die zuständigen Behörden auf die Gefährlichkeit dieses Uebergangs und das völlige Ungenügen der dort angebrach- Töchter, ein halbes Dutzend. Von Cecily Sidgwick. 11. Fortsetzung. « Nach all dem ? Was soll das heissen ? » fragte Nicholas. < Nancy hat die Möglichkeit, eine Stellung in einem Krankenhaus zu bekommen und wird sich darum bewerben. > « Warumj haben wir das nicht früher erfahren? > «Weil sie sich soeben erst entschlossen hat. Sie hat mir die betreffende Korrespondenz gezeigt. Es ist nicht gerade eine verlockende Sache, aber es ist immerhin ein Anfang. > « Wie merkwürdig >, sagte Tante Betty, sich erhebend, denn es war Zeit zum Bridge. «Was wirst du tun, wenn Martha heute nacht nicht zurückkommt ? » «Was würdest -du raten ?> fragte Nicholas. ten Wigwag-Anlage aufmerksam gemacht worden sind, dass ferner das eidg. Amt für Verkehr auf einen Vorstoss der Berner Regierung vom Juni 1937 und ein weiteres « Stupfen » der kantonalen Polizeidirektion im Oktober 1937 ausdrücklich die sofortige Abänderung der beanstandeten Anlage verfügte. Was geschah ? Nichts! Im Juni 1936 mahnte die kantonale Polizeidirektion neuerdings. Ohne Erfolg. Da ereignete sich am 30. Juni dieses Jahres die schwere Kollision eines Zuges bzw. eines Triebwagens mit dem Wagen einer Langenthaler Familie. Sofort wurde die kantonale Polizeidirektion wieder vorstellig. Abermals ist mehr als ein Monat verstrichen, abermals haben die SBB keinen Finger gerührt. Und nun ist es haarscharf an einem neuen schweren Unglück vorbeigegangen. Wie lange noch ? Die Gemeindebehörden von Lyss haben durch ihre Verkehrskommission in einer Eingabe am 20. Juli d. J. die Forderung nach Ersetzung der Signalanlage durch Wiedereinführung der Barrierenbedienung gestellt. Sie wiesen darauf hin, dass diese Aenderung sofort und ohne unerschwinglich« Mehrkosten möglich sei, da das frühere Bahnwärterhaus an Ort und Stelle steht und bewohnt ist. Ausserdem legten sie den Finger auf die Tatsache, dass sich die vor 15 Jahren noch sehr verkehrsarme Strasse heute durch den grossen Aufschwung des schweren Lastwagenverkehrs zu einer sehr stark frequentierten Durchgangsroute Westschweiz-Ostschweiz/Nordschweiz entwickelt habe. Darüber hinaus betonte die Eingabe, dass in der Nähe dieses wichtigen Ueberganges verschiedene völlig bedeutungslose Nebenstrassen und Feldwege durch Barrieren bedient werden. Das Begehren ist von der Generaldirektion der Bundesbahnen am 1. August a. c. abgelehnt worden. Dabei nimmt sie zu dem billigen Argument Zuflucht, dass auch Niveauübergänge mit Barrieren keine absolute Verkehrssicherheit bieten. Immerhin wird nun zugesichert, das längst veraltete und beanstandete Wigwag-Signal durch das einheitliche vorgeschriebene Blinklichtsignal mit Warnglocke zu ersetzen. Die Erstellung der neuen Anlage sei in Auftrag gegeben. Damit wird endlich der Verfügung des eidg. Amtes für Verkehr vom 15. Oktober 1937 nachgelebt. Reichlich lange hat's gedauert! Mit dieser partiellen Verbesserung geben wir uns aber nicht zufrieden. Wir fragen die Generaldirektion der Bundesbahnen öffentlich an, warum sie sich weigert, die Barrierenbedienung wieder einzuführen ? Wie bereits erwähnt: Das frühere Bahn- «Martha kommt zurück», erklärte ich, und bevor wir die erste Runde beendet hatten, betraten Lukas und Martha das Zimmer. « Du hast nicht bedient, Elisabeth >, sagte Tante Betty einen Augenblick später; aber ich hatte bedient. Was schadete es! Ich spielte nicht weiter, bat Lukas, den Rubber für mich zu Ende zu spielen, und ging mit Martha, die mir, seit sie da war, mit den Augen Zeichen machte, aus dem Zimmer. Ich wusste, was sich ereignet hatte und was mir bevorstand. « Er will heute abend mit dem Vater sprechen », flüsterte sie. «Nancy geht morgen nach London», sagte ich. « Man kann ihm keinen Vorwurf machen, er hat nie an Nancy gedacht.» « Aber noch heute früh hast du es selbst geglaubt.» « Jetzt ist sie sicher unglücklich; aber sie wird es überwinden nicht wahr, Mutter? Nur nicht gleich. Wir haben uns doch immer so gern gehabt. Soll ich es ihr sagen, oder willst du es tun ? Geh jetzt gleich. » «Aber sie ist bereits zu Bett>, entges? Schweizerische Rundschau Eine 5-Wochen-Bilanz an den Basler Grenzzollämtern. 43,000 fremde Autogäste sind allein bei Basel in die Schweiz eingefahren. Während der fünf Ferienwochen vom ersten Drittel Juli bis Mitte August sind, wie die Tagespresse zu melden weiss, in Basel rund 83,000 Fremde mit der Bahn bei uns eingetroffen. Zu gleicher Zeit passierten indessen auch rund 43,000 ausländische Autogäste bei den Basler Zollämtern unsere Grenzen. Am Uebergang Lysbüchel wurden nach den Erhebungen der Behörden rund 3000 einreisende Autocars und 7000 Personenwagen gezählt, an der Burgfelderstrasse 50 Cars und 2000 Personenwagen, wobei es sich herausstellte, dass dieses Jahr mehr Belgier, Holländer' und Engländer die Schweiz besuchten, während der Zustrom der Franzosen im Sinken begriffen ist. Am Zollamt Otterbach zählte man 22 deutsche Autobusse und an die 1800 Personenwagen, die nach unserem Lande unterwegs waren. Uetoer 12,000 Fahrzeuge mit 43,000 Gästen — diese automobilistische Fünfwochenbilanz des Einfalltors Basel darf sich wahrhaftig sehen lassen, handelt es sich doch dabei um zusätzlichen Verkehr, der unsere Volkswirtschaft von Jahr zu Jahr in steigendem Masse befruchtet und den zu erhalten und zu mehren nichts unversucht bleiben darf, um so weniger, als gerade er — im Gegensatz zum Bahnverkehr — seine Krisenfestigkeit wiederholt unter Beweis gestellt hat. Wenn sich der Vorstand des schweizerischen Hoteliervereins just in den letzten Tagen zu der Konstatierung veranlasst sah, die günstigen Auswirkungen der Abwertung beginnen abzuflauen und die Entwicklung der Sommersaison sei in manchen Gebieten bereits wieder durch Rückschläge gekennzeichnet, dann erscheint eine zielbewusste, grosszügige Förderung der Autotouristik mitberufen, die neuerdings sich ankündigende rückläufige Tendenz abzubremsen. nete ich zögernd. Ich ginig aber doch und fand Nancy im Bett. Die Fenster waren offen, und der letzte Lichtschein eines Sommerabends erfüllte den Raum. « Du schläfst doch nicht ? » sagte ich, denn sie regte sich nicht. «Ich habe nicht die Absicht, darüber zu sprechen », sagte sie leidenschaftlich. « Dann weisst du also ? > «Natürlich weiss ich es. Andy, dieses kleine Biest, hat es mir versetzt. > « Es tut mir leid, Nancy. > « Braucht dir nicht leid zu tun. Sage Martha, sie soll sich meinetwegen keine Sorgen machen. Ach Gott, es gibt so viel zu tun, und ich werde arbeiten. Tröste die arme Tante Betty. Sie weiss es doch ? > « Ich glaube nicht. > « Bring es ihr schonend bei. > Zehntes Kapitel. Am nächsten Tag hielt sich Tante Betty ununterbrochen in der Nähe der Weber auf, die packte, so dass ich nicht viel von ihr sah; aber immerhin hatten wir soviel Zeit, ein paar Worte über Nancy zu sprechen. Weitere Ankurbelung der Autotouristik heisst aber in erster Linie : Volldampf beim Ausbau unserer Strassen, Schaffung neuer Attraktionen auf diesem Gebiet, Das Arbeitsbeschaffungsprogramm des Bundesrates nimmt denn auch für die nach Ansicht unserer Regierung unerlässliche Sonderaktion zur Erweiterung und Beschleunigung des Alpenstrassen-Ausbauprogramms, zu deren Rechtfertigung die Botschaft auf die Millionenbeträge hinweist, welche unserem Wirtschaftsleben aus dem ausländischen Autotourismus zufliessen, 35 Millionen in Aussicht. Weiter sind wir einstweilen noch nicht gekommen, aber angesichts der gegenwärtigen Situation und der neuerdings sich abzeichnenden Tendenzen müssen selbst dem Uneingeweihten die letzten Zweifel darüber schwinden, dass jede Verzögerung dieses grossen Werkes die Stellung unseres Fremdenverkehrsgewerbes gegenüber der ausländischen Konkurrenz schwächen müsste. In dieser Nummer s Zürcher Fiskus und Motorfahrzeugverkehr. Das Donnerstag-Training zum G. P. der Schweiz. Nachschau zur Coppa Acerbo. Von der schweren Arbeit der Bremsen. Beilage: Meiner Ansicht nach war es tapfer und vernünftig von ihr, sich aus dem Staube zu machen. Die Verlobungszeit des jungen Paares war nur sehr kurz, weil Lukas seine Flitterwochen an den italienischen Seen verbringen wollte und, wenn irgend möglich, Anfang September hinzukommen trachtete. Seine finanzielle Auseinandersetzung mit Nicholas verlief völlig glatt Wir hatten kein Geld, er dagegen eine Menge, und er war der Ansicht, dass dieser Punkt keine Rolle spiele. Er gehört nicht zu jenen Geldraffern, von denen ich oft gelesen habe, oder mit denen ich manchmal zusammengetroffen bin, und je näher ich ihn kennenlernte, desto mehr wunderte es mich, dass er überhaupt ein Geldmensch war. Seine geistigen Gaben und seine Bildung erschienen mir zu fein für einen Geschäftsmann. Als ich einmal eine solche Bemerkung fallen Hess, lachte er nur. Die noblen Geschenke, die er Martha machte, und die Anschaffungen für sein neues Heim verschlugen uns zuerst den Atem, weil wir noch nicht daran gewöhnt waren, unser Kind als Frau eines reichen Mannes zu sehen.