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E_1938_Zeitung_Nr.067

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flj Automobil-Revne —

flj Automobil-Revne — N° 67 Es gibt die verschiedenartigsten Durste wie auch viele Arten, sie zu bewältigen. Mancher Männerdurst will nur mit schäumendem Bier gelöscht sein. Anderem Durst bekommt ein Mineralwasser gut. Wieder ein anderer Durst verzieht sich besonders flink, wenn man ihm mit einem «Gespritzten >, mit einem Schorlemorle zusetzt. Dieser löscht seinen Durst, indem er sich hastig einen ganzen Sturzbach einverleibt, jener scheint ihn mit bedächtig durch die Kehle rinnenden Schlucken gründlicher zu meistern. Gelüste nach kalter Platte Ob all den Dursten und Tranksamen, die dawider gebraut und genossen werden, ist der Hunger nicht zu vergessen. Zwar meldet sich der Sommerhunger meist nicht so rebellisch, und es kann von ihm kaum behauptet werden, er sei der beste Koch. Oft ist er naschhaft und weiss nicht einmal recht, nach was es ihn lüstet. Immerhin ist die Neigung gering, ihn mit Sauerkraut und Schweinernem, mit schweren und fetten Gerichten zu besänftigen. Den währschaften Suppen ist er nicht sonderlich gewogen. An ihrer Stelle findet oft eine kalte Gemüsebouillon, Yogurt oder eine Beerenkaltschale grösseren Beifall. Hochleben sollen im Sommer die guten Salate. Tausend Arten und Abarten gibt es, sie schmackhaft anzurühren, und ihre Bereitung ist durchaus nicht nur ein in Frauenhänden liegendes Amt. Mancher Mann erweist sich als gewiegter Salatkünstler, mit einem untrüglichen Gefühl für das richtige Quantum Oel, Rahm, Zitronensaft, Essig und Salz begabt. Mit Geduld und einer bewundernswerten Präzision zerkleinert er Schnittlauch, Petersilie und Zwiebelchen und ist im sorgsamen Röhren und Mischen nicht mehr zu überbieten. Neben den rohen Salaten, die mit ihren lebhaften Farben unsere Esslust aufstacheln, sind auch jegliche Arten gekochter Salate aus Blumenkohl, Bohnen, Sellerie, Zuchetti, Rübchen und Kartoffeln im Sommerspeisezettel gerne geduldet. In der Erfindung schnell zubereiteter und wenig Kochzeit beanspruchender Mahlzeiten macht die Hausfrau von Tag zu Tag Fortschritte. Mit Omeletten, kaltem Fleisch und Salat, alle drei Gerichte in unterhaltsamen Varianten aufgetischt, hilft sie sich über eine längere Hitzperiode hinweg, ohne am heissen Herd stundenlang geröstet zu werden. Ferner erfreuen sich die Brötchen-Mahlzeiten einer schönen Beliebtheit bei den Tischgästen aller Altersstufen. Der Phantasie sind da keine Grenzen gesteckt. Kräuterbrötchen, für die leicht gesalzene Butter mit Petersilie, Schnittlauch, Estragon gemischt Shakespeare sagt: «What's in a narae», aber ich stelle fest, dass die Tatsache allein, dass der Kellner auf den Namen Sokrates und sein junger Kollege auf denjenigen Tasso hört, genügt, um jene Stimmung zu schaffen, die Emil oder Karl gar nicht suggerieren vermöchten. Dass weder Sokrates noch Tasso ein griechisches Profil aufzuweisen hat, tut weiter gar nichts zur Sache, ebensowenig, dass die umgebundene Schürze nicht ganz einwandfrei ist. Ihre Lebensweisheit gipfelt darin, den Gast immer mit einem liebenswürdigen Lächeln zu empfangen und ihm just jenes Plätzchen unter dem Feigenbaum anzuweisen, das ihm am besten gefallen wird, Lassen Sie sich übrigens den harzdurchsetzten Rezinawein von Tasso kredenzen und sehen Sie zu, ob er Ihnen nicht schmeckt. Uebrigens, um bei diesem landesüblichen Tischwein zu verweilen: er wird Ihnen das erstemal trotz Tasso ungefähr 3«m "KufcebebifrfniS gefeUf fidh bet SDurff, 38enn fengenbe 6! rahlen uns 3roicf?en, ilnb alles um uns iff uns fjunbetourff, *$alb finb von 311 foul, um 31t niefcen. An der heissen, weissen Strosse winket mir ein trostreich Schild, drinnen purpurn eine Rose blühet, drinnen hell wie Gold der Wein erglühet — kühl ist's wie in einem Dom. Und ich neige mich zum Tische —* traumhaft wird die Wanderung, und es münden Strossen und die Hitze, Sonnenstrahlen und Gewitterblitze brüderlich in einen Strom. Und ich lausche den Gesängen einer andern fernen Welt — und der Stern im hochgefüllten Glase und der Tau im morgendlichen Grase sind aus gleichem Himmelsglanz. Immer tiefer wird mein Leben, Tief und Hoch berühren sich. Lass mich meiner Erde anvertrauen, jungem Monde gleich sein meine Brauen, so wird Staub zu gold'nem Tanz! wird, bilden mit Fleisch-, Eier-, Pilz- und Gemüsebrötchen ein Mosaik von reizvollster Appetitlichkeit. So man auch davon genug hat, was sollte einen hindern, gelegentlich wieder zum braven Cervelat zurückzukehren, der zu Hause, im Strandbad und auf Touren immer wieder mundet. Eines Tages jedoch überfällt uns urplötzlich eine ungestüme, wilde Lust auf Gekochtes und Gebratenes, nach einer zünftigen Mahlzeit, und aller Hitze zum Trotz werden die Kasserolen gefüllt, die Bratpfannen unter Feuer genommen und es wird vergnügt und schwitzend schnabuliert, als ob man eine achtfätige Hungerkur hinter sich hätte. wie Terpentin schmecken, erst mit der Zeit lernen wir diesen herben Wein schätzen, er erobert uns nicht im Sturm wie etwa der Wein von Santorin, sondern er ist von der Art wie jene verschlossenen Menschen, die uns erst nach und nach das Schöne ihrer Seele offenbaren, deren Sympathie aber um so dauerhafter ist. Genau so ergeht es uns mit dem «Rezina», den wir fortan bei keiner Mahlzeit in der Taberna missen möchten. Ich rate Ihnen, dazu jenes primitive und doch äusserst delikate Hirtengericht zu versuchen: man präsentiert es Ihnen auf dem Teller in Form eines kleinen Päckchens, nämlich ein Stück Schaffleisch, das zusammen mit einem Stück Ziegenkäse und einer Tomate in ein Papier gewickelt auf glühender Kohle geschmorrt wird, genau so wie es die Schafhirten in den unwirtschaftlichen Gegenden tun. Es schmeckt herrlich und vor ihrem geistigen Auge ersteht 2)eS "SHorgenS unb 9HiffagS unb 31benb3 im 2ram 93Ietbf 3eifungSlcfenb man fifjen. 2>te «3Kaib muß fefcon a« fein, fonff ffe|>f man nieftf fframm, - käme ja fonff ins 6ci)tmöcn. llnb |ef$f 3U frage, um freunbfid) 3U fein; tff ja arxä) fonff off befd)u>erficf> Ijöfüd) in uns, fcf>mol3 bie Sonne ein. 3n biefem "Punftf finb mit Trinklied kulinarisches ans Griechenland Aagnsttag gn.st ho. Hans Roellt. die biblische Gestalt des Hirten mit seiner Herde, die sich wie ein unendliches Flies um ihn lagert, wie man ihn heute noch mit seinem Krummstab überall in den Bergen Hellas' begegnet. Oder probieren Sie es mit jenen in Olivenblätter gewickelten Knödel an einer exquisiten « Sauce hollandaise-grecque ». Oder befolgen Sie den Rat Sokrates und versuchen Sie ein Stück jenes grossen, dicken Fisches, dessen Fleisch im Gegensatz zu seinem Körper so unendlich zart ist, besonders wenn er, wie hier üblich, in Gesellschaft von Majoran, Zwiebel und Tomaten geschmorrt wird. Wenn der Wirt den schweren Deckel von der Pfanne gehoben —wie er dies immer tun wird— und Ihnen der würzige Duft in die Nase gestiegen ist, so werden Sie übrigens nicht mehr wiederstehen können, den grossen Kerl zu versuchen. Wenn Sie Mut und Geduld haben, so stehen Ihnen die zartesten und raffiniertesten Perdrix zur Verfügung, an denen Sie jegliche Aufregung abreagieren können. Zum Dessert würde ich Ihnen zu einer Tranche der saftigen hiesigen Melonen raten, die Sie nach Landesart mit einem zarten Ziegenkäse geniessen werden j rümpfen Sie die Nase nicht, es schmeckt vorzüglich. Und natürlich Trauben, Trauben von unwahrscheinlicher Grosse und Güte. Tasso wird Ihnen übrigens darauf bestehen, dass Sie die Süßspeise der Saison probieren, eine Paste in Kuchenform, die aus dem neuen Wein gemacht wird, ähnlich in der Art, nicht aber im Geschmack, wie die bei uns bekannte Quittenpaste. Er tut es so treuherzig, dass Sie nicht widerstehen können, es ist ihm nicht um den Verkauf zu tun, sondern er findet diese Süßspeise so ausgezeichnet, dass er unbedingt Ihnen deren Genuss verschaffen möchte. Sie können dann die Mahlzeit immer noch mit einer Flasche süssem Santorinwein beschliessen und dazu frische Pistaches und geröstete Mandeln knuspern und zu allerletzt einen duftenden türkischen Kaffee trinken. Die Zeit wird Ihnen nicht zu lang werden, denn es wird nicht nur für den Gaumen gesorgt, sondern auch für das Gehör. Was wäre eine griechische Taberna ohne Musik und Gesang, ohne jene schönen Volkslieder von den Inseln, typisch in Reim und staccato, die unter dem flimmernden Sternenhimmel doppelt süss zu unsern Sinnen sprechen und eitle glückselige — nicht etwa weinselige — Stimmung schaffen. Was Wunder, wenn sämtliche Gäste, von der Stimmung mitgerissen, in den Gesang einfallen und das Volkslied erst recht Volkslied wird! Wer wird jene eigentümlichen Hirten-Duette vergessen, der sie je gehört hat, die zum Teil gepfiffen werden! Wenn ich vorher erwähnte, dass das besprochene Hirtengericlit Visionen heraufbeschwöre, so gilt das doppelt von diesen eigenartigen Melodien, man glaubt sich beim Sonnenaufgang auf die Höben des Parnass versetzt und vermeint das Gezwitscher der erwachenden Vögel zu hören. Sissy. Kuh frisst Schokolade Während der Arbeit an dem neuen Lustspiel Dick und Dof in den Alpen ertappt Hardy den Laurel dabei, wie er eine Kuh mit guter Schokolade füttert. Entsetzt fragt er: «Ja, was machst du denn da?»Worauf ihm Laurel schlau zuzwinkert: «Ich will doch mal sehen, was die Magd für Augen machen wird, wenn beim Melken statt Milch Kakao kommt» umJL*.htisch Ein fleischfressendes Pferd? Auf der norwegischen Insel Björnöya, die zwischen dem Nordkap und Spitzbergen liegt, gibt es ein zwanzigjähriges Pferd, das Fleuch frisst. Vor kurzem gelangte ein Eisbär auf einer Eisscholle nach der Insel, erblickte das Pferd und schritt zum Angriff. Das Pferd stellte sich auf die Hinterbeine und machte Anstalten, sich zu verteidigen. Ein in der Nähe befindlicher Radiotelegraphist bemerkte jedoch den Vorgang und erlegte den Bären mit einem .wohlgezielten Schuss, Die Bewohner der Insel rechneten nun damit, Eisbärfleisch auf Monate hinaus zu haben; aber zu ihrer grössten Ueberraschung war der Bär nach einigen Tagen aufgefressen: Das Pferd hatte das Fleisch gefressen und nur die Knochen übriggelassen. Seither ist das Pferd Fleischfresser; nach jeder Seevogeljagd frisst es mit Genuss die Vögel, die ihm angeboten werden, epr- Die schönste Tischrede In einer Gesellschaft amerikanischer Kunstler kam die Rede darauf, welches die schönste Tischrede gewesen wäre, die Jeder Teilnehmer der Gesellschaft gehört hatte. Nachdem alle möglichen Reden berühmter Persönlichkeiten aufgezählt und zitiert worden waren, erklärte der bekannte NBC- Sprecher Fibber McGee: «Die schönste Tischrede, die ich je gehört habe, hat einer meiner Freunde nach einem fabelhaften Abendessen zu zweit gehalten. Sie war ganz kurz, und ich erinnere mich noch genau an ihren Wortlaut: ,Ober, bringen Sie mir die beiden Rechnungen I 1 » Ihm werden die Frauen zu teuer (NR) Singapore: Auch die Könige müssen in diesen teuren Zeiten sparen und sich gewisse Einschränkungen auferlegen. So hat sich König Sisowath Moniwong von Cambodscha in Indochina entschlossen, die Zahl seiner Gattinnen von 200 auf 100 zu ermässigen. Die Sache kommt einfach zu teuer. Es kommt noch hinzu, dass er inzwischen das Alter von 60 Jahren erreicht hat und sich gewissermassen zur Ruhe setzen will. Was soll er. noch mit.einer so zahlreichen Gesellschaft junger Frauen anfangen? Es geht diesem König übrigens nicht sehr schlecht. Er bekommt im Jahr von der französischen Regierung rund 10 Millionen Franken. Doch was wird nun aus den entlassenen Ehefrauen? Der König hat schon eine Lösung gefunden*, er hat eine grosse Tanzschule eingerichtet, wo der klassische Tanz von Cambodscha gelehrt wird. Und als Lehrerinnen und Vortänzerinnen wirken jene 100 Ehefrauen, die in diesen Tagen.ihren Entlassungsschein erhielten. Der Kugelblitz als Abendessen-Gast Eine Bauernfamilie in der Nähe von Apenrade (Jütland) sass während eines schweren Gewitters gerade beim Abendessen, als plötzlich eine grosse Feuerkugel zum Fenster herein auf den Fussboden fiel und langsam auf den Tisch zurollte. Die Familie war vor Schreck gelähmt. Etwa 50 cm vom Tisch entfernt, zersprang die Kugel mit einem furchtbaren Knall. Als sich der Funkenregen gelegt hatte, stellte es sich heraus, dass ausser einer Brandspur, die den Weg des Kugelblitzes am Boden kennzeichnete, keinerlei Schaden geschehen warl Täglich stehen Sie vor 100 Gefahren — VorsichtundGeistesgegenwart können das Schlimmste nicht immer verhüten. Darum vor allem: Sicherheit durch Abschluss von Unfall-, Lebens-, Haftpflicht-, Autokasko- und Auto - Insassen - Versicherungen bei der „Winterthur" Schweizerische Unfallversicherungs - Gesellschaft Lebensvtrsicherungs-Geselltchaft

ST! San Francesco in Deserto Wenn Ihnen die Ansichtskartenverkäufer auf dem Markusplatz in Venedig zu stark zusetzen, so flüchtet man sich. Aber ja nicht auf den Lido. Venedig: Das Arsenal. Denn dort sind die Vettern der aufdringlichen Kartenverkäufer beheimatet und man kann vom Regen in die Traufe geraten. Da ist die Flucht auf ein bescheidenes Lagunendampferchen schon noch eher zu empfehlen. Allerdings muss man auch das Ziel auszuwählen wissen. San Francesco in Deserto ist das, was der Name in bildhafter Darstellung umschreibt. Eine Insel der Einsamkeit und der Stille. Der Heilige Franz von Assisi hätte sich keine bessere Stelle auswählen können, um die Menschheit zu fliehen. Eigentlich ist es gar keine Insel, nur eine Handvoll Erde, an der ringsum immerfort gierig die Wellen nagen. Wenn ein guter Läufer am Landungssteg den Brustkasten tüchtig mit Seeluft füllt und sich dann sofort in Bewegung setzt, so kommt er mit knapper Not rund um die Insel, bevor sein Bedarf an neuer Luft zu Ende ist. Damit ist schon eine schöne Umschreibung über die Grosse oder besser Bescheidenheit dieses Eilandes gegeben. In Wirklichkeit besteht dieser Strandweg ringsherum gar nicht, sondern ausser dem schmalen, mit Zypressen gesäumten Pfad vom Landungssteg bis zur Klosterpforte besteht überhaupt keinerlei Strassenanlage. Das Kloster ist eigentlich gleichzeitig die Insel. Die Nachkommen im Geiste des heiligen Franz haben hier ihre Stätte aufgeschlagen. Sie pflegen die Erinnerung an jene Zeit, da der Verkünder und Stifter ihres Ordens, aus dem Morgenlande heimkehrend, in schwerer Gewissensnot die Einsamkeit aufsuchte. Wo hätte er einen stilleren und abgelegeneren Winkel gefunden, als gerade dieses Eiland unter den zahlreichen Inseln der Lagunen. Gleich einem Wanderer in der Wüste musste er sich vorkommen, inmitten des Wassers und wohl kaum von einer seltenen Fischerbarke besucht. Der Fremdenstrom, der sich aus dem rauschenden Venedig heute in die Lagunen ergiesst, eilt an San Francesco del Deserto vorbei. Wer das Glück hat, so ein Lagunendampferchen zu erwischen, das ausnahmsweise die Insel anläuft, erhält erst einen Begriff vom Gegensatz dieser Einsamkeit gegenüber San Marco. Gleichzeitig geht einem auch der Begriff auf für die gewaltige Gegensätzlichkeit der Lehre des heiligen Franz zum jagenden und stets mehr erheischenden Leben Venedigs, der Städte und unserer Zeit überhaupt. M. S. Fondamento Santo Barnaba. Der Schweizer Reiseführer spricht: Jubiläen schweizerischer Burgan und Städtchen. Hinweis auf einen notwendigen Reisebegleitet. Schon im Jahre 1038 wurde Groningen im Zürcher Oberland in einer Urkunde erwähnt. Gewiss gepfropft sind für unsere Ferienreise - in die So sehr die Koffer und Rucksäcke auch voll- ist die 900jährige Existenz Grund genug, um ein Schweiz natürlich - ein kleines schmales Plätzchen historisches Jubiläum zu feiern und Rückschau auf muss sich noch finden lassen für einen Begleiter, bewegte und friedliche Zeiten der eigenen Geschichte zu halten. Die «900-Jahrfeier Grüningen» Heizen und Werten einbüsst, ohne den wir mit ohne den unser Wandern und Weilen an besten findet am 14. und 21. (event. 28.) August statt. Sie blinden Augen an tausend und tausend Herrlichkeiten wird sicher eine grosse Gemeinde von Heimatfreunden in das alte Zürcher Landstädtchen führen, ärgerlich sagen: Teufel, dass ich so was auch ver- vorübertappen und nach unserer Heimkehr uns das auch noch heute in selbstbewusster Isolierung passen musste! Der Reisebegleiter, den wir derart einen langgestreckten Höhenkamm beherrscht. Das einzuführen die Kühnheit haben, verdient in der Schloss muss einst eine gewaltige Festung gewesen Tat solche Wertschätzung; er ist ein kleines Büchlein, bequem in jeder Rocktasche unterzubringen sein, die im Ernstfall eine grosse Besatzimg und eine Menge Kriegsmaterial aufnehmen konnte. Der und bequem herauszuziehen, er ist ein Baedeker Schlossturm, der einst 20 m hoch war, zeigt vier der Seele, ein «Conductor» der Augen, ein erstaunlicher Vielwisser auf beachtlichste Fragen, ein Meter starke Grundmauern; er wurde 1783 in seinem oberen Teil abgetragen. Auf dem steilen absolut verlässlicher Anreger, den kein Föhn und Schlosshügel haben Kirche und Pfarrhaus Platz gefunden; das Städtchen selbst hat noch viel von sei- der Kunstführer durch die Schweiz von Hans kein Gewitter in seinen Vorschlägen stört - er ist nem altertümlichen Charakter bewahrt. Auf der Jenny (Verlag Büchler, Bern). Wir wissen, dasa Brunnensäule vor den schönen alten Riegelhäusern beim Worte Kunst in Verbindung mit Ferien manchem der kalte Angstschweiss ausbricht - aber er steht Groningens Wappentier: der Löwe. - Die Feier umfasst ein Festspiel von Hans Kriesi (14 Uhr) ist unbegründet in diesem Fall, es handelt sich ja mit historischem Umzug (16 Uhr). nur darum, über den Ferienort etwas Bescheid zu wissen, auch für einen Regentag etwas zu tun zu Spiez, das mitten in einem vielbesuchten Kurund Verkehrsgebiet liegt, rüstet sich zur Feier - manchmal gross und manchmal weniger gross - haben, einmal Entdeckerfreuden zu kosten und seiner 600jährigen Zugehörigkeit zum Berner zu staunen, i«as alles in unserer Schweiz sich an Staatswesen. Am Schnittpunkt der grossen Zufahrtslinien zum Berner Oberland und zum Lötschberg- aber eben, die wenigsten wissen davon, und das Kunstgut vorfindet. Erstaunlich viel findet sich vor, gebiet gelegen, als einer der schönsten Punkte ist doch schade. Ueberall im Lande herum, oft an am Thunersee, altberühmt, braucht sich Spiez nicht Orten, wo man es gar nicht denkt, stehen Bauten mehr besonders zu empfehlen. Seit der gewaltige voll interessanter malerischer und plastischer Schlossbau über der grünen Bucht von Spiez sich Dinge, was sollen sie, wenn wir sie nicht anschauen? im Besitz einer öffentlichen Stiftung befindet und der Ist es nicht lohnend, zu wissen, dass in Saas-Almagel Allgemeinheit zugänglich ist, darf Spiez vollends reiche Barockaltäre aus der Ritzschule zu finden als einer der sehenswertesten Punkte des Bernerlandes gelten. Herrlich ist die Pracht der wohlge- erhalten ist, dass in Rovio römische Jupiter-Altar- sind, dass in Truns im Hof eine prächtige Abtstube pflegten Gärten beim Schloss, baugeschichflich bedeutsam sind die alte Kirche und der ausgedehnte kreuz aus der Zeit vor dem Rütlischwur beherbergt? steine stehen und Engelberg ein goldenes Vortrags- Komplex der Schlossbauten mit den kunstvoll ausgestatteten Täferstuben und Sälen. 1338 erwarb fahrten haben doch auch diese Dinge ein Anrecht Und neben den Bergen und Wasserfällen und See- Ritter Johannes von Bubenberg, Schultheiss von auf unsere Aufmerksamkeit. Wozu tun wir uns Bern, das Schloss und seine Herrschaft. Bis 1816 sonst gross in «geistiger Landesverteidigung», blieb Spiez im Besitz des gleichen Geschlechtes. wozu rufen wir: «Die Schweiz den Schweizern», Hier, im «Goldenen Hof», wohnte Adrian von Bubenberg, den die Vaterstadt Bern zur Verteidigimg was für Werte es zu verteidigen gibt und was wenn wir nicht einmal eine Ahnung davon haben, Murtens rief. Dann war die Familie von Erlach bis Schweizer je an Kulturgut hervorgebracht haben? 1875 Herrin von Schloss Spiez, und noch heute erinnern in der Schlosskirche Grabmäler und zahl- ihresgleichen suchen. - Jenny weist uns auf sie hin Es gibt Kunstdenkmäler in unserer Schweiz, die reiche Wappenseheiben an dieses berühmte Geschlecht. - Die Feier findet am 27.-28 Augmst 1938 in seinem Schweizerischen Reise-Kunstführer, so lasst uns schnell noch vor der Abreise in die Ferien (event. 3.-4. September) statt und umfasst einen dies Buch kaufen, das seine Franken vollwert ist, grossen historischen Festzug,, sowie das Festspiel «Der Heimat einen ganzen Mann» von Rud. weil es uns unsere Schweiz voll enthüllt, indem es uns das Werk ihrer Seele zeigt. J. N. von Tavel. Ein märchenhaftes Leben Das erstklassige Strassennetz, die vollendete Verkehrsorganisation, die den ausländischen Touristen gewährten ausserordentlichen Vergünstigungen und ihre grosse Billigkeit machen Autoreisen in Italien zu einem unvergleichlichen Genüss.; ; Geniessen Sie die Vorteile der SCHECKS und KREDITBRIEFE in «REISE-LIRE», die Ihnen eine bedeutende Kursersparnis ermöglichen. HOTEL- und BENZINBÖNS EISENBAHNERMÄSSIGUNGEN von 50-70% Auskünfte: ENIT, Bahnhofstrasse 51, Zürich ENIT, Place Longemalle 2, Genf ENIT, Via Monteceneri, Lugano und durch alle Reise- und Verkehrsbüros. Wenn es Menschen gibt, die vom Glück gezeichnet sind, so gehört zu ihnen unstreitig Victor Theodorescu, Sohn eines wallachischen Hirten aus Thigina in Rumänien. Er wurde am 1. Januar 1900 eine Minute nach Mitternacht geboren, was zwar kein Gluck, aber immerhin schon ein aussergewöhnlicher Zufall ist, denn er kann sich als ersten Menschen dieses Jahrhunderts bezeichnen. Seine Elfern waren arm und lebten in einer Hütte. Massgebend für seine ganze Entwicklung wurde ein Ereignis, das grösste Aehnlichkeit mit der von Sacha Guitry erfundenen Filmfabel hat: Als er 7 Jahre alt war, verspätete er sich so sehr beim Schafehüten, dass er am Abendessen nicht mehr teilnehmen konnte. Erst am nächsten Morgen kam er nach Hause; inzwischen waren seine Eltern und seine vier Geschwister an Pilzvergiftung gestorben. Der kleine Victor kam zu entfernten Verwandten nach Bessarabien. Als er 13 Jahre alt war, erhielt er den Auftrag, in die Stadt zu fahren und dem Ingenieur zu sagen, der Brunnen müsse gebaut werden. Victor holte den Ingenieur, hatte den Auftrag aber falsch verstanden und dem Ingenieur einen falschen Platz für die Bohrung angegeben; seine Verwandten waren während dieser Zeit verreist. Nach einer Woche hatten die Bohrarbeiten zu einem unerwarteten Ergebnis geführt: Man hatte eine Petroleumquelle erbohrt, und Victors Verwandte wurden reiche Leute; sein Vormund setzte es durch, dass ihm ein Drittel des Ertrages der Quelle zufiel. Für die ersten 200 Lei, die ihm ausgezahlt wurden, kaufte Victor sich ein Lotterielos und gewann den tausendfachen Betrag. Die Lotterie wollte ihm das Geld nicht auszahlen; es kam zu einem Prozess, den der Knabe gewann. Er kaufte sich sofort in der Stadt Pferd und Wagen und fuhr heirrr; auf dem Wege traf er eine Zigeunerin, die ihn bat, sie mitzunehmen. Victor Theodorescu ging darauf ein; darauf sagte ihm die Zigeunerin eine glänzende Zukunft voraus, wenn er das Geld sofort nach Amerika auf eine Bank schicke. Obwohl die Verwandten ihn ersuchten, das Geld in die Wirtschaft zu stecken, folgte der Junge der Wahrsagerin; kaum hatte er die Empfangsbestätigung in der Tasche, als der Krieg ausbrach. Das Anwesen seiner Verwandten wurde eingeäschert; ihn selbst traf eine Kugel, die jedoch in seiner Taschenuhr dicht unterhalb des Herzens stecken blieb. Bei seiner Flucht nach Griechenland nächtigte er in einem Heuschober, in dem kurz zuvor deutsche Soldaten kampiert hatten; dort fand er ein paar Papiere, die ihm wichtig schienen; er steckte sie ein, überbrachte sie zwei Monate später — Griechenland war gerade in den Krieg eingetreten — den Athener Militärbehörden und erhielt als Belohnung — es hatte sich um hochwichtige militärische Dokumente gehandelt — 25000 Drachmen und die Aufforderung, in den Geheimdienst einzutreten. Dies lehnte er ab und buchte eine Passage auf einem Dampfer, der ihn nach Amerika bringen sollte. In der vierten oder fünften Nacht konnte er nicht schlafen, kletterte an Bord herum, wurde auf ein geheimnisvolles Ticken aufmerksam und hatte eine Höllenmaschine entdeckt, die den Dampfer in die Luft hätte sprengen sollen. Wieder gab es eine Belohnung. Die glücklichen Zufälle hörten nicht auf. Victor Theodorescu erlebte in den nächsten Jahren zwar nichts Besonderes, doch legte er sein Geld in einem kleinen Bergwerk in Arizona an, wo man Silber gefunden hatte. Die Mine wurde unergiebig; die Eigentümer gaben sie auf, und Theodorescu kaufte alle Anteile; unmittelbar darauf stellte man fest, dass das Bergwerk das seltene Element Molybdän enthielt, das zur Herstellung von Edelstahlen unentbehrlich ist; in kurzer Zeit warf die Mine die phantastische Dividende von 9000 Prozent ab. Die unwahrscheinliche Glücksserie ist noch keineswegs zu Ende. Theodorescu heiratete die Tochter des Stahlmagnaten Wetherup, kaufte sich eine Luxusvilla bei Sta. Monica in Kalifornien samt einem anliegenden Gelände, auf dem prompt wieder Oel gefunden wurde; vorher hatte er schon Geld in ein Industrieunternehmen gesteckt, das die meisten Patente zur Herstellung von «künstlichem Wetter» (air conditioning) für Geschäfts- und Wohnräume besass, verdiente durch das Aufblühen dieses Industriezweiges Unsummen und hat jetzt eine Filmgesellschaft gegründet, deren erste Produktion die Geschichte seines Leben sein soll. C.Pr. Kommende Ereignisse Adelboden: 21. Aug.: Schwing- und Aelplerfest auf Engstligenalp. Xrosa: 20./21. Aug.: Boccia-Turnier für Gäste und Einheimische. Basel! 20./21. Aug.: Schweiz. Mehrkarapfmeisterschaften (Eidg. Leichtathletiktag). Bull 20., 21., 23., 25., 27. und 29. Aug.: Freilichtaufführung auf dem Münsterplatz: Tanzkantate «Ewiger Reigen». 20. Aug.: Öffentlicher Grand-Prix-Ball im Festsaal des Kursaals. 21. Aug.: V. Grosser Preis der Schweiz für Automobile auf der Bremgarten-Rundstrecke. Champerr: 23.-28. Aug.: Internat. Tennisturnier. Davos: 21. Aug.: Davoser Bahn- und Strassenmeisierscliaften tun die Coppa Stella. Enirelberg: 20. Aug.: Engelberger Chübi-Abend. Cent: 21. Aug.: Internat. Segelregatta. Gstaad: 23.-29. Aug.: Internat. Tennisturnier d. S&rina L. T. C Lausanne: 24. Aug. bis 4. Sept.: Internat. Tennisturnier. Ltunni 21. Aug.: Pferderennen (Allmend), Flach- und Hindernisrennen. 24. Aug.: Ballett-Abend: Tanzgruppe des Stadttheaters Zürich. Montana-Vermala: 21. Aug.: Grosse Sommersport-Stafette. Schaffkausen: 20./21. Aug.: Grosses Volksfest der Stadtmusü» im Seidenhofgarten (event. 27.-28. Aug.).