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E_1938_Zeitung_Nr.069

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8 AUTOMOBIL-REVUE

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BERN, Freitag, 26. August 1938 Automobil-Revue - II. Blatt, Nr. 69, ZWINGGI Ton Frank Morand Wenn aus der Unmenge flüchtiger Reisebekanntschaften die schmale Gestalt Zwinggis aus meiner Erinnerung auftaucht, fällt es mir schwer, dieses stillen Menschen mit dem Ernst zu gedenken, den sein trauriges Geschick erheischt. Mein Lächeln, das weder schadenfroh noch bösartig ist, sondern einfach der heitern Seite eines teils komischen, teils ernsten Ereignisses entspringt, mag durch die Tatsache entschuldigt werden, dass vor einigen Jahren Tausende über Zwinggi ebenfalls herzlich gelacht haben. Ich übergehe hier die belanglosen Umstände, die im Speisewagen des Abendschnellzuges Zürich-Basel meine Bekanntschaft mit Zwinggi herbeiführten. Eine jener geistlosen Zeitschriften, die für die bilderhungrigen Augen der Masse gedruckt werden, veranlasste mich, unser Gespräch auf den Film zu lenken. Unter den Eindrücken unserer rasenden Fahrt durch eine mondhelle Sommernacht war ich zu sehr in andere Betrachtungen versunken, um in jenem Augenblick der Veränderung gewahr zu werden, die meine unbedachten Worte in Zwinggis Benehmen hervorriefen. Erst viel später, als mir der Vorfall von einem hohen Polizeibeamten ausführlich geschildert wurde, war ich in der Lage, die wirre Darstellung Zwinggis zu entschleiern, indem ich die beiden Berichte ineinander verflocht. Hier ist sie, die halb traurige, halb lustige Geschichte meines Reisegefährten: Auf der Agentur Grossmünster einer alten Privatbank sprach an einem Samstagmorgen sin geschmackvoll gekleideter Herr vor, der in unbeholfenem Deutsch den Leiter der Zweigniederlassung zu sprechen verlangte. In Abwesenheit dieses Beamten, der seit Monaten hoffnungslos krank in Davos lag, wurde der Fremde vom ersten Kassier Zwinggi empfangen, der gleichzeitig Stellvertreter des Filialleiters war. Stephan Zwinggi, der ein starkes Geltungsbedürfnis empfand und in seiner eher bescheidenen Stellung hinter dem Schalter nun lange genug auf eine Beförderung gewartet hatte, war entschlossen, den vornehmen Besucher als Kunden zu gewinnen. Er hoffte, auf diese Weise der ewig zögernden Direktion den klingenden Beweis seiner Eignung zu geben — eine kleine Empfehlung beim Alten, die bei der demnächst zu erwartenden Neubesetzung des Verwalterpostens ohnehin geboten schien. Allein der gute Zwinggi kam gar nicht dazu, für seine Firma zu werben, denn Lewis Eaton, Direktor der neugegründeten «Continental Film Company» sprach beharrlich von einer Angelegenheit, die ein gewissenhafter Bankbeamter nur verabscheuen konnte. Es handelte sich nämlich, wie Eaton ohne Umschweife erklärte, um einen Raubüberfall auf die Agentur Grossmünster — natürlich nur scheinbar, denn die Gesellschaft drehte gerade einen Film, in dem ein derartiger Ueberfall vorkam. Und da sich der schöne und historisch wertvolle Bau, in dem die Bankfiliale ihren Sitz hatte, für eine solche Aufnahme hervorragend eignete, war die Wahl Eatohs auf die Agentur Grossmünster gefallen. Dass auch persönliche Beziehungen zum Besitzer der Bank eine Rolle spielten, bemerkte Eaton nur nebenbei. Zwinggi glitt verlegen auf seinem Sessel hin und her; es schien ihm völlig unmöglich, von sich aus die Erlaubnis für diese Filmaufnahme zu erteilen. Er fühlte sich aber durch die ruhige Art Eatons, der ihm offensichtlich so viele Befugnisse zutraute, ungewöhnlich geschmeichelt, und mit Wonne hätte er den Augenblick in tiefern Zügen genossen, wenn er seiner Sache sicherer gewesen wäre. Eaton suchte ihm den Entschluss zu erleichtern, indem er behutsam einen Fünfhundertfrankenschein zu ihm hinüberschob und lächelnd flüsterte: « Das ist für sie persönlich, Herr Verwalter! Wenn die Aufnahme gut klappt, bekommen Sie noch einmal soviel. Einverstanden? » Zwinggi verspürte einen Anflug von Entrüstung; widersprechende Gefühle und Ueberlegungen begannen in ihm zu malmen, und er wünschte den zähen Besucher zum Kuckuck. Eaton schien jedoch keine Eile zu haben; in den schweren Armstuhl zurückgelehnt, schaute er gütig lächelnd auf den jungen Beamten, der sich immer noch unentschlossen wand. Schliesslich raffte sich Zwinggi auf und sagte in einem Tone, der nichts von verstohlener Angst und Unruhe verraten sollte: « Gut, Herr Direktor! Ich bin mit Ihrem Vorschlag einverstanden, aber ich muss zuerst noch meine Direktion anfragen. » Eaton lächelte wieder; er erwies sich als ein Mann, der gewohnt war, zu verhandeln. « Ich muss das Ihnen überlassen », erwiderte er gleichgültig, « doch mache ich Sie darauf aufmerksam, dass Sie damit eine unserer Hauptszenen verunmöglichen! » « Inwiefern? » fragte Zwinggi gespannt. Nun schien Eaton mit einemmal gelangweilt. Er schwieg einen Augenblick und schaute auf die Uhr. Dann streckte er Zwinggi einen Brief hin, der die Unterschrift seines Arbeitgebers, des Bankiers Steiner trug, und sagte betont; « Ich bin ein alter Freund des Inhabers dieser Bank. » Zwinggi hatte die Schriftzüge seines Direktors sofort erkannt und schob den Brief ungelesen zurück. « Wenn Ihr Aiter », fuhr Eaton vertraulich fort, « schon vorher von unserer Aufnahme hier weiss, dann wird es mir verdammt schwer fallen; sein ohnehin ausdrucksloses Gesicht im Zustande höchster Ueberraschung zu filmen. Denn das, Herr Verwalter, ist meine Absichti Sobald wir hier die Ueberfallszene gedreht haben, gehe ich mit meinen Leuten hinüber zum Hauptsitz, Ich bin auf halb zwölf bei Ihrem Chef, Herrn Direktor Steiner, angemeldet. Der Aufnahmeapparat wird vor der Tür des Direktionszimmers aufgestellt, und während ich zum Alten hineingehe und ihm mit todernstem Gesicht den Ueberfall vorlüge, wird sein er- schrockenes Gesicht gefilmt — Grossaufnahme! Er wird natürlich zuerst schrecklich schimpfen, wie es seine Gewohnheit ist, dann aber wird er lachen und sagen: ,Eaton, du altes Haus, du bist doch immer derselbe!' — Verstehen Sie endlich, Herr Verwalter? » Zwinggi verstand. Er lachte breit und war sehr stolz, mit einem Freunde Steiners so vertraulich zusammen zu sein, « Einverstanden? » fragte Eaton nochmals und streckte seine Hand aus, in die Zwinggi unbedenklich einschlug. «Wir kommen nun zum künstlerischen Teil», begann Eaton, der sich erhoben hatte und nachdenklich auf und ab ging. « Sie haben übrigens ein ausgezeichnetes Filmgesicht, Herr Verwalter! Wer weiss, welche Möglichkeiten sich Ihnen eröffnen, wenn unser Film läuft! » Zwinggi errötete. Eaton schaute nach der Uhr und fuhr fort: «Das Aufnahmematerial kann frühestens in einer Stunde hier sein. Diese Zeit reicht eigentlich vorzüglich für eine kleine Probe. Ich bin sehr gespannt darauf, wie Sie Ihre Filmtaufe bestehen, Herr Verwalter!. Ben Clipper, unser bester Spieler, wartet in meinem Wagen draussen; ich werde ihn gleich hereinholen. Die Rolle, die Sie zu spielen haben, ist sehr einfach: Sie stehen am Schalter, mit dem Zählen von Noten beschäftigt, während Ben Clipper hereinkommt und seinen Hut lüftet. Während Sie den Kopf über ein Papier neigen, das Clipper Ihnen hinhält, sagt er kalt: Hände hoch! und drückt Ihnen eine kleine Pistole an die Brust. » Zwinggi lächelte unruhig. « Oh, machen Sie sich keine Sorgen, Herr Verwalter! Das ganze ist ja nur Theater; die Waffe ist selbstverständlich nicht geladen. Wesentlich ist dabei nur, wie Sie Ihre Rolle spielen. Sie werden dabei alle mimische Kunst aufwenden müssen, deren Sie fähig sind, damit der Ueberfall glaubwürdig aussieht. Während Sie nun vor der drohenden Waffe mit erhobenen Händen langsam rückwärts schreiten und sich auf Clippers Befehl mit dem Gesicht gegen die Wand stellen, führt der Bösewicht den Raub aus und verlässt ruhig das Lokal. Das ist alles; sorgen Sie nur dafür, dass die beiden Angestellten während der Probe im Nebenraum bleiben, damit sie uns nicht durch Lachen stören, denn derartige Aufnahmen sehen für Eingeweihte meistens lächerlich aus. Und jetzt werde ich Clipper hereinholen — das heisst,,. nein, wir machen die Sache anders! Ich werde Ihnen Clipper gar nicht vorstellen, damit Sie unbefangener Ihre Rolle spielen können. So, Jetzt werde ich Clipper meine Anweisungen erteilen, indes Sie sich am Schalter bereitstellen. Ich werde, unter der Türe stehend, die Szene leiten! » Zwinggi unterdrückte die Bedenken, die während den eiligen Worten Eatons erneut in ihm keimten, und begab sich pochenden Herzens in den Schalterraum. Er befahl dem Jüngern Angestellten, der schmatzend einen-Apfel verzehrte, einige Papiere auf die Direktion zu tragen; der Buchhalter, ein verärgerter Jung-