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E_1938_Zeitung_Nr.063

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• andern Blatt, heute

• andern Blatt, heute mehr denn je. Vermochten sie in ihrer überwiegenden Mehrheit schon dem Projekt einer eldg. Benzinsteuer, geplant als Ersatz für die kantonalen Verkehrsgebühren, sehr wenig Geschmack abzugewinnen, weil sie fürchteten, dabei zu kurz zu kommen — gebrannte Kinder fürchten das Feuer ! — so wird angesichts der gegenwärtigen innenpolitischen Konstellation der von Bundesrat Minger entwickelte Ideengang bei ihnen noch weit weniger Gegenliebe finden, selbst wenn in diesem Zusammenhang das Wort von einer Rückver- Die Wortverbindung cRolls-Royce», ursprünglich gütung jenes Steuerentgangs fiel, der deneine einfache Firmenbezeichnung, hat im Laufe der Jahrzehnte einen fast mythischen Klang erworben. Ständen durch die ebenfalls in Prüfung gezogen© Steuererleichterung der armeetüehzeichen verkauften Wagen gab bald Nahrurig zu Die unerhörte Qualität der unter diesem Firmentigen Lastwagen erwachsen würde. Anekdoten aller Art, deren Pointe fast immer der Die Abstimmung vom 3. Juli hat demUnverwüstlichkeit und Erhabenheit der Rolls-Royce- Produkte galt. Gleiche volkstümliche Vertrautheit Föderalismus den Rücken mächtig gestärkt, hat keine andere europäische Automarke jemals er fühlt neuen Wind in seine Segel blähen genossen, und eine Parallele lässt sich höchstens und bereitet sich darauf vor, in die kommenden Auseinandersetzungen über die wirthang und mitunter mit einem spöttelnden Unterton, Bei den früheren Fordwagen finden, von denen der Volkswitz, wenn auch in anderem Zusammenschafts- und finanzpolitische Gestaltung der Besitz ergriffen hat. Zukunft unseres Landes entscheidend einzugreifen. Stellt man dazu noch das « Bis hiegende Klang der Wortverbindung «Rolls-Royce» Es ist durchaus symptomatisch, dass der traher und nicht weiter» in Rechnung, das in von dem eigentlichen Wissen um diese beiden Persönlichkeiten losgelöst zu sein scheint. Denn bezug auf die steuerliche Belastung den während gerade in der englischen Automobilindustrie ein ziemlich ausgedehnter und forcierter Per- Landesbehörden aus allen Lagern unmissverständlich entgegenschallt, dann sind damit ungefähr die beiden wichtigsten Stim- die Personen der Firma und deren sagenhaftem sönlichkeitskult betrieben wird, ist man bei Rolls- Royce ganz im Gegenteil sorgsam darauf bedacht, mungsfaktoren gekennzeichnet, welche sich Ruf unterzuordnen. Die Erfahrung hat die Klug- den Gelüsten nach einer « Umlagerung •» derheit dieser Politik bestätigt; lästig ist sie nur dem Verkehrssteuern auf den Bund als Bremsklötze entgegenstellen. Nein, die Zeit, worin und Charles Stuart Rolls zu lüften aufgetragen hat. Portraitisten, dem die «Automobil-Revue» den Schleier von den Persönlichkeiten Henry Royce wir leben, hat für derartige Experimente Henry Royce ist 1863 in Peterborough geboren. denkbar wenig übrig. Weshalb man es sich Sein Vater, James Royce war zu dieser Zeit der zuständigenorts zweimal wird überlegen massgebende Mann in einem grossen Mühlenbetrieb. Nach der Schulzeit trat Henry bei der Great müssen, ob man nicht schief gewickelt ist Northern Railway Company in die Lehre, in deren Dienst er etliche Jahre verblieb. Seine Vorliebe für Elektrotechnik trat bereits am Anfang seiner technischen Laufbahn in Erscheinung, und als einige Jahre später die Londoner Strossen mit elektrischer Beleuchtung versehen wurden, da hatte Henry Royce an dieser grosszügigen Anlage nicht geringen Anteil. Seine Bewährung auf diesem Spezialgebiet war so gefestigt, dass ihm im Jahre 1882 die Umstellung der Liverpooler Stadtbeleuchtung übertragen wurde. und nicht besser daran täte. seine Pläne endgültig und auf Nimmerwiedersehn in die berühmte Schublade zu versenken, nm sie den nachfolgenden Generationen als historische Dokumente und als symptomatischen Ausdruck der Strömungen unserer Zeit zu hinterlassen... Wir haben, will uns scheinen, denn doch tauglichere Mittel zur Auswahl, um die Absicht einer Bestandeserhöhung der militärisch verwendbaren Lastwagen der Verwirklichung entgegenzuführen : . Rückvergütung eines Teils des BenzinzpHs oder Gewährung von Erleichterungen für unsere Lastwagenindustrie in dem Sinn, dass sie ihre Erzeugnisse billiger abgeben kann. Dadurch würde kaum iemand vor den Kopf gestossenund die begründeten Bedenken gegen einen Bund als « Steuereinzüger » der Kantone fielen dahin. (Wobei, in Parenthese bemerkt, niemand darum zu «bangen » brauchte, dass er um die Wiedereinbringung jener Beträge in Verlegenheit geriete, die er in Form von Benzinzoll-Rückerstattungen schwitzen müsste.) Staats- wie finanzpolitisch hiesse es, einem Gebot der Klugheit folgen, wenn vorerst mit allen Mitteln versucht würde, die eine oder andere dieser beiden Möglichkeiten auszuschöpfen, die dritte aber — wäll sagen die Uebertragung der Kompetenz zur Erhebung der Automobilsteuern auf den Bund — still zwar, jedoch prompt zu begraben und gleichzeitig die Liebäugeleien mit der eidg. Benzinsteuer ein für allemal einzustellen. hatte nie Augen für einen andern als Bill Cleveland. Diesen Sommer schlich sie wie eine Nonne umher, deren Leben höheren zwecken geweiht ist, an denen wir keinen Anteil haben. Jane und Hester wurden beide von Jungens in ihrem Alter hofiert, die sich möglicherweise mit andern verheiraten würden, für den Augenblick aber Leben ins Haus brachten. Und die beiden Herren aus Yorkshire waren immer in Nancys und Marthas Gesellschaft zu sehen. Sie schienen keine Eile zu haben, aus Porthlew fortzukommen. Sie hatten ihre ursprünglichen Pläne mit Rücksicht auf Andys Behandlung aufgegeben, wohnten in einem teuren Hotel und' verbrachten einen guten Teil des Tages in unserem Hause. Ich möchte, dass meine Mädchen heiraten; •aber Tante Betty hat recht, wenn sie sagt, dass ich sie darin nicht unterstütze; zumindest versuche ich nie, sie zti beeinflussen, oder ihre Verehrer auf die Leimrute zu locken. Tante Betty behauptet, diese Ansicht sei albern, und hält mir immer Frau Spoon vor; aber wir müssen alle naoh unserer eigenen Ansicht handeln, und ich kenne meine Kinder zu gut, um bestimmend in ihre Zukunft eingreifen zu wollen. Das müssen sie im Hinblick auf ihr Temperament und ihre eigenen Wünsche selbst besorgen. Im Ausland, behauptet Tante Betty, sei es gang und gäbe, Ehen zu vermitteln. « Und djese vermittelten Ehen sind oft die glücklichsten *, erklärt sie. . « Wirklich ? » « Natürlich. Die Leute gewöhnen sich aneinander. » ffte tBiogxaphie d&t AsR. 1884 gründete Henry Royce mit Ernest A. Claremont unter der Firmenbezeichnung «F. H. Royce & Co.» ein eigenes elektrisches Unternehmen, das nach wenigen Jahren in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung umgewandelt wurde und, wenn auch auf kleiner Basis, erfolgreich arbeitete. Bezeichnenderweise hat sich Henry Royce niemals mehr von seinem ersten Associö Ernest A. Claremont getrennt der schliesslich zum Aufsichtsratvorsitzenden der R"olls-Royce Ltd. aufgestiegen ist. Das eigentliche Arbeitsgebiet der damaligen F.H Royce Ltd. lag irr der Herstellung von grossen elektrischen Kränen und Dynamos. Da Royce schon damals auf sehr hochwertige Produkte Wert legte, so konnte sich das Unternehmen eine ganze Anzahl von Jahren nicht über Auftragsmangel beklagen. Die Situation änderte sich indessen kurz vor der Jahrhundertwende, als amerikanische und deutsche Konkurrenzprodukte in geringerer Qualität aber auch zu wesentlich niedrigeren Preisen auf den englischen Markt geworfen wurden. Henry Royce erkannte damals sofort, dass es ein hoffnungsloses Unterfangen wäre, mit kleinen Mitteln den deutschen und amerikanischen Riesenkonzernen trotzen zu wollen. • In wie weit Zufall oder klares Bewusstsein den weiteren Weg von H. Royce bestimmt haben, lässt sich begreiflicherweise schwer ermessen. Tatsache ist aber, dass er sich 1900, also in einem Zeitpunkt geistiger Umstellungsbereitschaft, einen Decauville- Wagen kaufte, und dass ihn die Idee des Automobils von da an nicht mehr losriss. Schon frühzeitig trat sein überwiegend technisches Interesse am Wagen in den Vordergrund, während er das Fahren selbst mehr als die natürliche Bestätigung der richtigen Funktion der Maschine ansah. 1903 eröffnete Henry Royce eine kleine Reparaturwerkstatt für Autos, worin er nach und nach fast alle damals bestehenden Automodelle unter die Hände bekam. Noch im ersten Jahre nach Gründung des Unternehmens widmete er sich dem Entwurf eines eigenen Wagens. Der Motor, ein stehender Zweizylinder, hatte eine Eigenart, die ihn von allen Motoren der damaligen Zeit unterschied: er besass hängende Ventile, was damals, begreiflicherweise, als ein verwegenes Unternehmen angesehen wurde. Der neue Wagen war nach einem halben Jahr fertig und bewährte sich über Erwarten gut, so dass bis zum Frühjahr 1904 zwei weitere gleicher Bauart fertiggestellt werden konnten. Von diesen drei Fahrzeugen war der eine Eigentum von Henry Royce, der zweite gehörte seinem früheren Associe Claremont, während der dritte von Henry Edmunds, einem Direktor der früheren Royce Ltd. erworben wurde. Henry Edmund spielte seinerzeit im Royal Automobil Club eine hervorragende Rolle, und ihm ist es denn auch zu danken, dass Henry Royce und Charles Stuart Rolls sich kurz darauf zu gemeinsamer Arbeit zusammenfanden. Charles Stuart Rolls war der jüngste Sohn des Lord Llangattock of Monmouth. Öbschon er noch Schuljunge war, als die ersten Automobile auf den Markt gelangten, steuerte er seinen Wagen auf öffentlichen Strossen lange ehe dies polizeilich erlaubt war. Er darf daher mit Recht als einer der ersten Automobilisten gelten. Im Gegensatz zu Henry Royce hatte er grosse Freude am Fahren und betrieb auch den Fanrradsport mit hingebungsvollem Eifer. An der Cambridger Universität war Ch. Stuart Rolls bald «Hauptmann» der Rennabteilung. Trotz seiner sportlichen Betätigung blieb auch ihm die Technik ein fesselndes Arbeitsgebiet, auf dem er sich frühzeitig seine ersten Sporen verdiente. 1897 nahm Rolls das Autofahren ernsthaft auf. Sein erster Wagen war ein Bollee, sein zweiter ein 4-PS-Peugeot. Dann kaufte er sich ein De Dion- Dreirod und kurz darauf einen Panhard Vierzylinder, der damals im Rufe einer ausserordentlich fortschrittlichen Konstruktion stand und 1896 das grosse Rennen Paris-Marseille gewonnen hatte. An Mitteln gebrach es dem jungen Rolls niemals. So fiel es ihm leichter, sich seine Kenntnisse der Branche zu erwerben als seinem späteren Weggenossen Henry Royce. 1903 gründete Rolls eine kleine Autohandelsgesellschaft in Earls Court, tondon, aber schon 1904 hatte Rolls von dem inzwischen fertiggestellten Royce-Wunderwagen gehört, und die erste Fahrt damit beeindruckte Ihn und seinen Cpmpagnon Claude Johnson derart, dass sie den Konstrukteur dieses Wagen für sich gewinnen mussten. Es kam zu Unterhandlungen, und auf der Pariser Automobilausstellung im Dezember 1904 präsentierten sich fünf Rolls-Royce-Fahrgestelle erstmalig der Öffentlichkeit. Seit dieser Zeit ging es rapid aufwärts. Bereits 1906 wurde die Rolls-Royce Ltd. in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und deren Kapital auf 200000 f festgesetzt. Henry Royce wurde zum Ingenieur und Direktor des Werkes mit 1250 £ Jahreseinkommen ernannt, C. S. Rolls und Claude Johnson erhielten jeder 750 £ pro Jahr, alle ausserdem 4% Gewinnbeteiligung. Dies war der eigentliche Anfang des heutigen riesenhaften Rolls-Royce-Konzerns. Rolls verunglückte bereits 1910 nach einer zweimaligen glücklichen Ueberquerung des Kanals in einem Wright- Doppeldecker im Moment der Landung. Er erlebte die riesenhafte Entwicklung des Werkes, an dem er selbst mitgearbeitet, nicht mehr. Wohl aber war es Henry Royce vergönnt, die Ruhmesleiter einer einzigartig erfolgreichen industriellen Betätigung bis zum Gipfel zu beschreiten. Er starb 1933 und wird in England als einer der Grössten unter den Grossen betrauert und verehrt. Efr. * Ich habe Nicholas geliebt, und jetzt nach fünfundzwanzigjähriger Ehe liebe idh ihn noch immer.» « Ja, du bist aber auch sentimental und romantisch veranlagt, Elisabeth. In unserer Zeit...» « Gar keine Rede, Tante Betty », brauste ich auf. «Der Mensch braucht Liebe, eben- zukünftigen Frau und nicht mit deren so wie er Essen und Trinken nötig hat. Sein ganzes Glück hängt davon ab. Wie kannst du glücklich sein, wenn du Tag und Nadht mit jemandem zusammen bist, der dich langweilt oder anwidert, oder einen schlechten Charakter hat oder ein Dummkopf ist? Ich habe nichts übrig für Leute, die- tun, als ob unsere intimsten Beziehungen zueinander von geringerer Wichtigkeit wären als unsere Speisekammern und unsere Brieftaschen. Nicholas und ich waren sehr glücklich, obwohl wir immer mit Geldknappheit zu kämpfen hatten.» «Wenn du nur ein Kind gehabt hättest statt sieben, wäre die Geldknappheit nicht so arg gewesen », sagte Tante Betty, worauf ich kaum widersprechen konnte. So sagte ich nur: « Ich möchte keines von ihnen, missen. » « Ich selbst habe sie alle sehr gern », entgegnete Tante Betty, «aber ich wünsche, dass sich einige von ihnen verheiraten. Das Haus ist zu voll. Wenn ein junger Mann frereinkommt und sieht den ganzen Garten voll Mädels, flimmert es ihm vor den Augen, und er macht wieder kehrt. Frau Spoon war in dieser Hinsicht sehr geschickt. Wenn sie auf der Pirsch nach einem Schwiegersohn war, trachtete sie stets, ihn nur mit seiner AUTOMOBIL-REVUE FREITAG, 5. AUGUST 1938 — W r 63 Vifer sind Rolls-Royce ? Henry Royce und Charles Stuart Rolls Schwestern zusammenzubringen. > «Ich gehe nicht auf die Pirsch, das habe ich dir schon gesagt. » « Das solltest du aber, meine Liebe. Gestern abend fiel mir auf, dass, als Hardacre mit Nancy die Sterne bewundern ging, du mit Martha ebenfalls hinausgingst. Ihr hättet beide gescheiter sein sollen. > . Darüber war iah nicht Tante Bettys Ansicht. Ich sah, fühlte vielmehr zwischen Nancy und Martha eine starke Spannung, die der alten Dame entgangen war. Die beiden Schwestern waren aufeinander eifersüchtig; ich hatte das noch nie vorher in meinem Hause erlebt. Dadurch entstehen die unbehaglichsten Situationen, und ich wünschte, Hardacre würde abreisen oder sich erklären. Tante Betty sagt, er interessiere sich für Nancy, und das ganze Geld für Nancys medizinisches Studium sei hinausgeworfen. Ich hörte etwas geistesabwesend zu, und im Laufe des Abends beobachtete ich die jungen Leute und fragte mich, ob Tante Betty die kommenden Ereignisse klarer sehe als ich. Hardacre und Nancy waren über eine Karte von Cornwall gebeugt und arbeiteten einen Ausflug für den nächsten Tag aus. Martha sass etwas abseits und hielt Tante Betty eine Wollsträhne. Aber sie sass so, dass sie die andern beobachten konnte, und ich wusste, dass sich hinter ihrer äusseren Ruhe innere Unruhe verbarg. (Fortsetzung folgtJ Grob — aber richtig I < Es gibt nur einen Weg, mit den Strassenschweinen (« Road-hogs ») fertig zu werden, und das ist, die Strossen von ihnen zu säubern. » (Colonel Warde Aldam, Vorsitzender eines britischen Polizeigerichts.) Lord Nuffield baut Flugzeuge. In den letzten Tagen erfolgte die Grundsteinlegung der bedeutendsten englischen Flugzeugfabrik, für welche Lord Nuffield, der grosse Autoindustrielle und Philanthrop, drei Millionen Pfund zur Verfügung gestellt hat. Die Regierung lässt ihm bei der Ausführung ihres Auftrags — es handelt sich um den grössten, der je einer einzelnen Fabrik erteilt wurde, lautet er doch auf 1000 Jagdflugzeuge — vollständig freie Hand. Umstellung der Prager Omnibusse auf Leuchtgas. Nach den einjährigen Versuchen mit Leuchtgasbetrieb in der Tschechoslowakei sollen in Prag sämtliche Omnibusse jetzt darauf eingestellt werden. VC--I*«-B B * istischer Auch angetrunkene Radfahrer sind eine Gefahr! Dass die Polizei der Bundesstadt ein wachsames Auge auf angetrunkene Automobilisten und Motorradfahrer hält und sie durch rechtzeitiges Eingreifen daran hindert, Unheil zu stiften, ist gut. Besser wäre es, wenn sie die nämliche liebevolle Aufmerksamkeit ebenso rechtzeitig auch Radfahrern zuwenden würde, deren Gleichgewicht infolge allzu reichlichen Alkoholgenusses ins Wanken geraten ist, weil sie dadurch nicht nur sich selbst, sondern auch ander© in gesteigertem Masse gefährden, nicht zuletzt die Lenker von Motorfahrzeugen, die sich mit ihnen in die Fahrbahn teilen müssen. Wer unter den Automobilisten mit diesen taumelnden, bei ihren «akrobatischen» Künsten meist die ganze Strassenbreite in Anspruch nehmenden Gestalten schon zu tun gekriegt hat —und wer hat es nicht? —, der weiss ein Liedlein davon zu singen, wie oft bei solchen Rencontres nur Geistesgegenwart und Kaltblütigkeit ein Unglück abzuwenden vermochten. Dem Manne am Lenkrad dankt niemartd dafür, weil solche Intermezzi nicht an die grosse Glocke gehängt werden. Wie aber, wenn nun wirklich etwas passiert, dem angesäuselten Jünger des Pedals oder dem Autolenker oder auch beiden ? Sind keine Zeugen vorhanden, dann hat der Automobilist nichts zu lachen, denn das Gesetz bietet der Möglichkeiten genug, ihm einen Strick zu drehen. Wir meinen also, die Polizei könnte sich ein weiteres Verdienst um die Sicherheit der Strasse erwerben, sofern sie angetrunkenen Radfahrern die nämliche Behandlung angedeihen Hesse wie «alkoholverdächtigen» Automobilisten, das heisst, sofern sie auch jene im Falle eines solchen Verdachts sans pardon am Schopf fassen und an der Weiterfahrt hindern würde. Einen Fahrbewilligungsentzug gibt es beim «Ritter des Stahlrosses» ohnehin nicht, womit man jenen unter ihnen, die in mehr oder weniger angesäuseltem Zustande die Strasse unsicher machen, vorübergehend oder auch dauernd ihre Untugenden abgewöhnen könnte. Hiesse es da den Bogen überspannen, wenn wir die Erwartung ausdrücken, die Polizei möge angetrunkene Velofahrer sofort anhalten, wenn sie ihrer «ansichtig» wird — genau wie sie es den Führern von Motorfahrzeugen gegenüber praktiziert? ALutfo&tuvsc» Alpenposten. • Die Frequenz der Alpenposten hat während der Woche vom 25—31. Juli mit 60.999 Reisenden (gegen 50.756 im gleichen Zeitabschnitt 1937) eine neue Kulmination erreicht. Die Vermutung liegt nahe genug, dass zu diesem Ergebnis Ferien und Reise die Hochsaison einerseits, das anhaltend schöne Wetter anderseits entscheidend beigetragen haben. 32 von den 38 Kursen schliessen günstiger ai> wie im Vorjahr, wobei Bern-Gurnigel-Schwefelberg Bad mit einem Plus von 1087 Fahrgästen obenaüfschwingt, doch bleibt dahinter auch Nesslau- Buchs mit einer Steigerung um 1002 Reisende nur um ein Weniges zurück. Weitaus am stärksten entwickelte «ich der Verkehr auf der Linie Nesslau- Buchs, die während der Berichtswoche 5994 Personen beförderte; St. Moritz-Maloja-Chiavenna folgt mit 4667 an zweiter und Urnäsch-Schwägalp mit 4476 an dritter Stelle, doch überschreitet auch der Julierkurs mit 4265 noch die Viertausendermarke. Unter Berücksichtigung der neu in Betrieb genommenen Routen Meiringen-Gadmen, Nesslau-Schwägalp und St. Moritz-München erhöht sich das Total der Passagiere auf 62.766.

N° 63 -> FREITAG, 9. ÄTCTJST 193b 'AUTOMOBIL-REVUE Am Sonntag: 18. Coppa Ciano Auf einer Rundstrecke, die gegenüber früheren Jahren von 7 km um 1,2 km auf 5,8 km verkürzt worden ist, findet am kommenden Sonntag in Livorao unten zum 18. Male das Rennen um den Cianopokal statt, welches in zwei Läufen ausgetragen wird. Der eine ist den Rennwagen bis zu 1,5 Liter Hubvolumen, der andere den nach der neuen Grand-Prix- Formel konstruierten Boliden reserviert. Während in der Klasse der < Grossen» Mercedes-Benz mit Caracciola, von Brauchitsch und Lang als ausgesprochener Favorit in den Kampf zieht und weder die Delahayes mit Dreyfus und Comotti, noch die Maseratis mit Varzi und Trossi und Alfa Romeo mit Farina und dem vorübergehend verpflichteten Franzosen Wimille viel zu bestellen haben werden, konzentriert sich in der kleinen Klasse das ganze Interesse auf die Feuertaufe der neuen 1,5-Liter-Alfas, welche Biondetti, Severi und Villoresi anvertraut Sind und deren 8-Zylindermotor bei rund 7500 T/Min, ca. 190—200 PS entwickeln soll. Da es sich wie gesagt um das Debüt der neuen Alfa-Romeo-Konstruktion handelt, wird man die Erwartungen über das bevorstehende Duell mit den zahlt>eichen Maseratis nicht zu hoch spannen dürfen. Zum Rennen der Formelwagen ist noch nachzutragen, dass im Moment noch nicht feststeht, ob Älfa-Corse den 12- oder den 16-Zylindertyp ins Treffen schickt, und was die Maseratis anbetrifft, so lässt die italienische Fachpresse durchblicken, dass die Piloten noch nicht definitiv bezeichnet seien. Es sei jedoch anzunehmen, dass die Wagen von Varzi und Graf Trossi, unter Umständen sogar von Nuvolari (??) gesteuert werden. Die Nennungen. Kategorie b?s 1500 ccm (25 Runden 1 = 145 km). Maserati: X, Bianco, Brezzi, Ruggeri, Barbieri, Marelli, X., Corsi, Ralph. X., X., Pietsch, Pelassa und Dusio. Alfa Romeo: Severi, Biondetti und Villoresi. Kategorie Ober 1500 ccm (40 Runden = 232 km). Mercedes-Benz: Caracciola, von Brauchitech und lang. Alfa Romeo: Farina, Wimille und Belmondo. Maserati: Varzi und Trossi. Delahaye: Dreyfus und Comotti. Vor neuen englischen Weltrekordversuchen. Auf der Autorennbahn von Brooklands ist am vergangenen Montag der Oeffentlichkeit ein neuer interessanter Weltrekordwagen vorgeführt worden. Die Engländer besitzen bekanntlich noch keinen Boliden, der «es in sich hätte», an einem nach der neuen Rennformel organisierten Grand-Prix-Rennen mit Aussicht auf Erfolg teilzunehmen. Es scheint nun, dass sie diesen Mangel durch den Bau kühner Weltrekordwagen wett zu machen suchen. So wird Captain Eyston am 8. August