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E_1938_Zeitung_Nr.071

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BERN, Freitag, 2. September 1938 Nummer 20 Cts. 34. Jahrgang — No 71 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISE: Ausgab« A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr. 5.-, Jährlich Fr. 10— Ausland mit Portozuschlag, wenn nicht postamtlich abonniert Ausgabe B (mit gew. Unfallversich.) vierteljährlich Fr. 7.50 Ausgab« C (mit Imassenverslcherung) vierteljährlich Fr. 7.50 Erscheint Jeden Dienstag und Freitag Wöchentliche Beilage „Autö-Magazin". Monatlich 1 mal „Gelbe Liste" REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breitenrainstr. 97, Bern Telephon 23.222 - Postcheck III 414 - Telegramm-Adresse: Autorevue, Bern Geschäftsstelle Zurlchi Löwenstrasse 51, Telephon 39.743 Fortschritte des Strassenausbaues im Kanton Graubünden INSERTIONS- PREIS: Die achtgespaltene 2 mm hohe Grundzeile oder deren Raum 45 Kp. Grfissere Inserate nach Spezialtaril Inseratenschluss 4 Tage vor Erscheinen der Kammer Der Ausbau der bündnerischen Strassen im Sinne der Bedürfnisse des neuzeitlichen Automobilverkehrs stellt an diesen Kanton gewaltige Anforderungen. Die räumliche Ausdehnung des Gebiets bei teilweise wenig dichter Bevölkerung (im ganzen 126,000 Einwohner, von denen nur zirka 114 auf je einen Strassenkilometer entfallen), vor allem aber die schwierigen Geländeverhältnisse, mit denen es zu rechnen gilt und die kostspielige Kunstbauten erheischen, verlangen finanzielle Opfer, die auch unter Berücksichtigung der Bundesbeiträge auf dem Steuerzahler schwer lasten. Auch ist nicht zu vergessen, dass Graubünden erst vor ungefähr 6—8 Jahren begonnen hat, seine Alpenpässe für den motorisierten Verkehr grosszügig auszubauen. Wie sich dieser letztere ungefähr zusammensetzt, hat eine neuliche Verkehrszählung gezeigt, die ergab, dass von allen durchfahrenden Autos nur 30 % bündnerische waren, während von den übrigen 70 % ein Anteil von 30 % auf schweizerische und ein solcher von 40 % auf ausländische Wagen entfiel. Welche Strecken werden staubfrei gemacht? Aber gerade dieser verhältnismässig starke Anteil dels internationalen Autotourismus ist ein Grund mehr, im Interesse des Fremdenverkehrs die Strassen in möglichst gutem Zustand zu halten. Einer der schlimmsten Vorwürfe, die man bisher gewissen bündnerischen Strassen machen konnte, war die Staubplage, weshalb es höchst erfreulich ist, zu hören, dass man in dieser Richtung nun energisch auf Abhilfe bedacht ist. Das erscheint um so wichtiger, als, wie bekannt, in dem benachbarten deutschösterreichischen touristischen Konkurrenzgebiet nach einer Anordnung des Generalinspektorates für das deutsche Strassenwesen in allen Fremdenverkehrszentren die Strassen staubfrei gemacht werden sollen. Schon darum ist es doppelt angebracht, dass nun ähnliche Massnahmen auch, neben vielen anderen Strecken, für die Staats- Btrasse im Unterengadin, die gleichzeitig den Zugang zu dem Kurgebiet von Schuls-Tarasp bildet, vorgesehen werden. Dort handelt es sich zunächst um die Strecke zwischen Zuoz und Schuls, während in Schuls innerorts ein Belag für die Staubfreiheit sorgt. Bis mit der geplanten Verbreiterung der Strasse automatisch auch der neue Belag kommt, sollte wenigstens die Staubbekämpfung auf irgendeine Art an die Hand genommen werden. Die Strecke von Schuls bis Landesgrenze hingegen ist wohl wegen den hohen Kosten, die die normale Verbreiterung erfordert, erst durch Anlagen von Ausweichplätzen und Staubfreimachung für den Verkehr zu verbessern. Verbesserung der Oberalpstrasse im Gange. Einer Entstaubung bedarf aber auch, namentlich in ihren unteren Teilen, die Strasse von Oberalp durch das Vorderrheintal. Dass auf dieser Strecke bereits eifrig im Sinn eines allgemeinen Ausbaues gearbeitet wird, erfährt der Automobilist zu seiner Freude schon gleich nach dem Ueberschreiten der Oberalp-Passhöhe, wo von den zahlreichen Wendeplatten gegenwärtig zwei schon fast fertig korrigiert sind, und zwar nach den Normalien der Vereinigung schweizerischer Strassenfachmänner, das heisst mit einem Durchmesser von 24 m. Zwischen Somvix und Rusein begegnen wir dem Lehrgerüst einer neuen Strecken Landquart-Davos-Flüela- Strassenbrücke, die sich neben die bereits bestehende Eisenbahnbrücke legt und die bisherige alsis-Splügen (Erneuerung der ersten Brücke 0 f e n b e r g - M ünstertal, sowie Ghur-Thutersschwache hölzerne überflüssig machen wird. in der Viamala und Anlage zweier Steinschlaggalerien) - St. Bernhardin-Bellinzona. Weitere Brückenprojekte bestehen auch für die Strecke zwischen Waldhaus und Dorf Flims, sowie Von weiteren Verbesserungen des bündnerischen für die doppelte Flussüberschreitung bei Reichenau. Strassennetzes legen die nebenstehenden Bilder Endlich befinden sich im Ausbau auch die Zeugnis ab. b. Ein Stück der staubfrei gemachten Unterengadiner-Strasse. Ausbau der Wendeplatte bei Quadinei im Misox. Zum Teil ist — wie Figura zeigt — die Julierstrasse schon ausgebaut; weitere Abschnitte dieses Uebergangs erfahren gegenwärtig eine Modernisierung. (Photo A' Steiner, St. Moritz) Sdiwe ;€§•» Auch für den September keine Benzinpreisänderung zu erwarten. Als sich am 18. Juni 1938 der Bundesrat auf die Demarchen der Benzinunion hin entschloss, den Säulenpreis von 43 auf 42 Rp. herabzusetzen, da hiess es, die Höhe-. des Kompensationsfonds werde voraussichtlich erlauben, diese Reduktion für die ganze Dauer der Touristiksaison beizubehalten. Nach der Entwicklung, welche die Lage am Benzinweltmarkt seither genommen, ist nach unsern Informationen auch für den Monat September nicht mit einer Erhöhung zu rechnen. Wohl haben die Preisnotierungen für Costanza (rumänisches Benzin) um eine Kleinigkeit angezogen, aber gleichzeitig verzeichnen die Golfpreise (Amerika) einen Rückgang, wodurch die auf dem rumänischen Benzin eingetretene geringfügige Verteuerung aufgehoben wird. Und die Benzinzonen? Es bleibt ruhig... Man soll nicht zu früh frohlocken — aber dennoch : gewisse Anzeichen scheinen darauf hinzudeuten, dass der Bundesrat Wasser in den Wein gegossen und seine frühere intransigente Haltung in bezug auf das Projekt der Wiederaufrichtung der Benzinzonen er- F E U I L L E T O N Töchter, ein halbes Dutzend. Von Cecily Sidgwick. « Das kommt ganz darauf an, wie gross sie werden soll. > « Eine sehr vernünftige Antwort. Sie hat Hand und Fuss. Kein Zweifel, dass Sie Ihrer Köchin vernünftige Anweisungen geben könnten. Ich hatte eine überreiche Apfelernte. Ich muss Ihnen von meinen Aepfeln schikken. Der, den Sie jetzt essen, ist ein Blenheim. > « Ja », sagte Celia, « von dieser Sorte haben wir. drei Bäume; im ganzen haben wir vier Bäume im Garten.» «Vier Bäume ! Ich habe fünfzig, und in diesem Herbst werden noch fünfzig gesetzt. Mit Kleinigkeiten gebe ich mich nicht-ab:>, erwiderte Beale. Nach dem Lunch ging ich mit Beale, der mich allein sprechen wünschte, in den Garten, und wir nahmen dieselben Plätze im Gartenpavillon ein, die Celia und ich vormittags innegehabt hatten — den Ausblick auf die Astern, die Schmetterlinge und die Köchin gewesen wäre, und war neugierig, was ich damit zu tun hatte. «Ich bin überzeugt, dass ich sie halten könnte », fuhr er fort. « Aber die Schwierigkeit liegt darin, dass meine Köchin nur in einem Junggesellenhaushalt bleiben will. So, weil ich nicht wusste, was ich darauf erwidern sollte. «Das ist etwas anderes, Frauen altern schneller als Männer. » « Ja, man sagt so.» See. Und obwohl der Kalender Anfang Oktober zeigte, war der Nachmittag warm und 14. Fortsetzung. und nun ist's heraus.» ermattend, und die Fischerboote auf der « Aber Sie führen doch eine Junggesellenwirtschaft ! » In dieser Nummer: See machten den Eindruck, als ob sie in den Schlaf gewiegt würden. Ich war absolut « Nicht mehr lange, fürchte ich ... das nicht in der Laune, ein ernstes Gespräch zu heisst, ich hoffe, nicht mehr lang. Ach, ich führen, trank meinen Kaffee und war bemüht, mich wach zu erhalten. mich entschliessen soll. Ich brauche Ihnen bin so zerfahren. Ich weiss nicht, wofür ich « Sie müssen nämlich wissen, Frau Brooke, dass ich einen sehr wichtigen Entschluss dass, wenn ich heirate, meine Frau glücklich gegenüber wohl nicht besonders zu betonen, gefasst habe. Ich habe es während des sein wird. Jedenfalls in finanzieller Hinsicht. Lunchs nicht erwähnt, aber Ihnen muss ich Ich will es Ihnen und ihr überlassen, zu entscheiden, ob auch sonst. An meinem Reich- sagen, dass mir meine Köchin, als ich heute früh über eine Apfeltorte mit ihr sprach, gekündigt hat. Es hat mich furchtbar aufge- Mann, der mit Sägespänen gefüllt ist.» tum ist nicht zu rütteln. Und ich bin kein regt. » « Daran zweifle ich nicht. » Ich dachte mir, dass ich ihm wahrscheinlich auch gekündigt hätte, wenn ich seine «Ich bin nicht viel jünger», sagte « Ich bin fünfzig; aber was tut das ? » ich, Nochmals die «Autohaft» Luzern. Eine neue Strasse Orsieres- Courmayeur? Schweiz. Zuverlässigkeitsfahrt. Was für eine Bewandtnis hat es mit dem «getriebelosen» Wagen von Salerni?