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E_1938_Zeitung_Nr.071

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Automobil-Revue — N°

Automobil-Revue — N° 71 Das bunte Magazin Die Türkei modernisiert sich Jeder, der einmal Konstantinopel besucht hat, kennt die Lastträger, die Hammal, die, mit zentnerschweren Lasten beladen, durch die Strassen keuchen. Jetzt hat die Regierung ein Gesetz erlassen, durch das es verboten wird, gewerbsmässig Lasten auf dem menschlichen Rücken zu tragen. Nach dem Fes und dem Schleier soll jetzt auch der Hammal aus dem Strassenbild verschwinden. Trotzdem wird es noch einige Zeit dauern, bis das Gesetz, dessen Menschenfreundlichkeit sicherlich anerkannt werden muss, zur Durchführung kommen kann. Die Gassen in den türkischen Städten sind nämlich so eng, dass gewöhnliche Fahrzeuge stecken bleiben würden. Die menschlichen Lastträger werden daher noch so lange unentbehrlich sein, bis es gelungen ist, Lastwagen zu konstruieren, die die Strassenengen passieren können. Die letzte Ruhestätte des Amundsen-Schiffes In der Nähe von San Franzisko, in einer stillen Buchr, sieht man, hoch auf den Strand gezogen, ein altes Schiff, von dem man auf den ersten Blick annehmen könnte, Fischer hätten es hier zurückgelassen, um eines Tages wieder darauf zurückzugreifen. Die «Gjöä» aber hat eine berühmte Geschichte und eine abenteuerliche Vergangenheit. Denn einst gehörte das Schiff Roald Amundsen, der die Nordwest-Passage vom Atlantik zum Pazifik als erster und einziger Mensch bezwang. Die abenteuerliche Fahrt ist nun mehr als 30 Jahre her. Amundsen hatte sich entschlossen, mit einem halben Dutzend Norwegern die bis dahin noch nicht zustandegebrachte Fahrt um das nördliche Amerika herum zu wagen. Er kam denn auch glücklich durch, erreichte San Franzisko und wurde mit grossen Ehren empfangen. Da aber damals der Panama-Kanal noch nicht fertig war, die «Gjöä» aber nach der drei Jahre gedauerten Fahrt nicht mehr seefest genug erschien, um die Rückreise nach Norwegen zu wagen, machte Amundsen sein Schiff der Stadt San Franzisko zum Geschenk. Man zog das Schiff auf den Strand und brachte eine Metallplatte zur Erinnerung an. Heute ist die «Gjöä» veraessen. Schafe weiden rings um das berühmte Wrack. Nur von Zeit zu Zeit verirrt sich ein Historiker dorthin, um Amundsens berühmtestes Schiff zu bewundern. Affen filmen vor Affen Der Londoner Zoologe Julian Huxley hat eine Reihe von Versuchen unternommen, um festzustellen, wie Affen auf die Vorführung von Filmen reagieren. Als «Versuchskaninchen» fungierten zwei Schimpansen. Filme, in denen nur fremde Menschen auftraten, hatten für die Affen keinerlei Interesse; dieses wurde erst geweckt, als ihr Wärter im Bild erschien. Als aber gar eine Szene gezeigt wurde, in der alle möglichen Affen herumturnten, gerieten die beiden Zuschauer in gewaltige Aufregung und versuchten schliesslich, sich an den Spielen ihrer Kollegen zu beteiligen. Wie der Taxameter entstand Man behauptet, dass die alten Chinesen, deren Kultur Jahrtausende älter ist als unsere, schon viele Dinge, wie zum Beispiel das Schiesspulver, gekannt haben, die dann in Vergessenheit gerieten und von uns erst neu entdeckt werden mussten. Dass dies aber auch bei den Taxameterdroschken zutrifft, dürfte wohl niemand für möglich gehalten haben. Natürlich handelte es sich hierbei nicht um Taxameter im modernen Sinn, sondern um eine primitive Einrichtung, die aber doch den Zweck des Taxameters erfüllte, nämlich anzuzeigen, welche Wegstrecke das Gefährt zurückgelegt hatte. Unter der Tschindynastie, die von 265 bis 419 regierte, benutzte man Mietwagen, die vorn eine Holzfigur trugen, die in der rechten Hand ein Stöckcnen und in der linken eine Trommel hatte. Sowie der Wagen ein Li, ein chinesisches Wegmass (575 Meter), zurückgelegt hatte, schlug die Figur mit dem Stöckchen auf die Trommel. Wie dieser primitive Apparat in Tätigkeit gesetzt wurde, Ist allerdings nicht bekannt. Arabische Sprichwörter Der Arme ist ein Fremdling in seiner Heimat. Eis rächt sich am Sattel, wer den Esel nicht prügeln darf. Du musst die Hand küssen, die du nicht beissen darfst. Der Teufel erscheint nur dem, der ihn fürchtet. Wer dir Beleidigungen anderer zuträgt, beleidigt dich selbst. Wehe der Laus auf dem Kopfe eines Glatzköpfigen. Vertraue dein Brot dem Bäcker und er stiehlt dir die Hälfte. Wer eine Brücke aus sich macht, verdient g&l treten zu werden. Stirb — damit ich dich liebe .: s Trocknet der Sumpf aus, kann man leicht Fische fangen. Kommst du in eine Stadt, wo man ein Kalb vergöttert, so reisse Gras ab und futtere es. Eine dumm vorgebrachte Wahrheit zählt weniger als eine kluge Lüge. So viel du auch den Wassersack drehen und wenden magst — die Tochter gleicht doch immer der Mutter. Die Hefe deines Nachbarn bringt noch lange nicht dein Brot zum Gären. Durch ein gutes Frühstück werden erst die Augen geöffnet. Die Eile rennt mit •dem Teufel um die Wette. Sie mvtät&iische Situation^ «Ich bin mal heraufgekommen, um zu sehen, ob mein Mann wirklich nur Selbstgespräche führt, •wenn er auf der Leiter eteht » * * * Lieb- und Rechthaber. Elli: Kannst du dir etwas Schöneres denken, als einen wahren, treuen Liebhaber?» Gerda: «Ja.» Elli: «Was denn?» Gerda: «Zwei wahre, treue Liebhaber!» «Ich habe herausgefunden, dass rechthaberische Menschen meist blaue Augen haben.» «Mag sein! Wenn nicht vorher, dann sicher nachher!» «Meine Frau sagt, sie will sich scheiden lassen, wenn ich weiter so viel Geld verwette.» «Mensch, das ist aber bitter!» «Ja, in der ersten Zeit werde ich sie wohl sehr vermissen.» * • * Lehrer: «Die Fische können sehen, hören, fühlen und schmecken. Können sie auch riechen?» Fritzchen: «Sogar sehr, wenn sie lange gelegen haben!» Im Wiener Palais eines Grafen Seh. spielte das Rose-Quartett ein Werk von Haydn, eines von Beethoven und eines von einem jungen Wiener Tonsetzer. Dessen Vater war zur Soiree mitgekommen, und nachdem der letzte Ton verklungen war, erläuterte der stolze Papa ausführlich die Partiturwunder seines Sprösslings. Höflich, aber doch sehr gelangweilt, musste der Graf zuhören. Als sich schliesslich die Musiker empfahlen, fragte der kunstsinnige, doch nicht sehr informierte Graf den Meister Rose, was er bei der nächsten Soiree spielen werde. «Mozart, Schubert und ein Werk von Pergolesi.» - «Mozart, Schubert, sehr schön», nickte der Graf und fügte flüsternd hinzu: «Aber, bitte, bringen Sie mir nicht wieder den alten Pergolesi ins Haus...» Umschwärmt. «Oh, was bin ich während meiner Ferien umschwärmt worden!» meinte Li. - «Mir haben die Mücken auch zugesetzt!» antwortete Lu. Das fehlende «t». Ein Herr, der es mit der Ordnung sehr genau nimmt, sieht vor seiner Abreise seine Hotelrechnung durch: «Hier bei Kotelett fehlt ja ein «t», Herr Ober»« «Sofort, mein Herr, ich werde das gleich in Ordnung bringen lassen.» Nach einer Weile bekommt er seine Rechnung verbessert zurück: «Ein Kotelett mit Tee.» In Hollywood. «Es freut mich, dass Ihre Tochter in Hollywood vorankommt. Hoffentlich geht es ihr auch im Privatleben gut?» «O doch, danket Sie macht eine gute Partie nach der andern!» * * Ein Strumpfband in deiner Tasche?» Warum nicht — weisst du denn nicht, dass das ein englischer Orden ist? Es war jedenfallsbilliger als eine Fahne. » (Prager Montagsblatt.) „Le Presbytere" Evangelisches Tochterinstitut COTJRTELÄRY (jura) Französisch - Haushalt Sprachen, Sport, Musik usw. Winterkursbeginn: Oktober. Referenzen, Prospekte. Herr und Frau Pfarrer Voumard. o Knaben-Institut „Les Daillettes" La Rosiaz - Lausanne in wundervoller Lage über Stadt und See, großer Park. Rasche und gründliche Erlernung des Französischen, Englischen und Italienischen, sowie der Handelsfächer. 3-, 6- und 9 - Monatskorse. Vorzug!. Verpflegung. Sommer- und Wintersport. Beste Referenzen. 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71 Automobil-Bevue Auflösung des Geographischen Ergänzungsrätsels. Liste der richtig eingesandten Lösungen: 4 Punkte: J. Aebischer, Merenschwand; A. Bachoien, Glarus; Frau B. Baerlocher, St. Gallen; E. Benz, Goldach; M. Bertschmann, Basel; Frl. M. Bossert, Lenzburg; C. Burgener, Rorschach; Frau M. Canale, Brienz; Frl. M. Epple, St. Gallen; Frau C. Fravi, Rapperswil; Frau H. Gerber-Baumann, Aarwangen; Frau Dr. Gräflin, Walzenhausen; Frau Grünvogel, Horw; Frau E. Grob, Nesslau; J. Gustin, Schönenwerd; Frau S. Gysin-Rieder, Liestal; Frl. A. Hagmann, St. Gallen; Frau J. Hopf, Bern; Frau Hörn, Bern; Frau J. Hunziker, Kirchleerau; H.. Hg, Genf; Frau R. Kallen, Grenchen; H. Kamber, Zürich; K. Keusen, Biel-Mett; W. Kühnis, Oberriet; G. Laepple, Basel; Frau E. Markoff, Buchs; Frau Marti, Ölten; H. Maurer, Davos-Platz; P. Meier, Bern; M. Nievergelt, Zürich; J. Nussbaumer, Benzenschwil; Frau L. Rock, Basel; Frau I. Rohlwes, Basel; H. Sommer, Zürich; Frau C. Schulthess-Fuhrer, Basel; H. Schwank, Ossingen; Frl. M. Vetsch, Buchs; Frl. A. Weidmann, Münchenstein; F. Wenger, Bern; Frl. E. Winteler, Glarus; Frau G. Wymann, Steinen; M. Egli, Zürich. 2 Punkte: Frau F. Eggmann, Sissach; Frau T. Hunziker- Aichele, Riehen; T. Leimer, Bettlach. 1. Welcher Bart flösst den Kindern Grauen ein? 2. Auf welcher Tenne wird nie gedroschen? 3. Welche Form soll jeder Soldat haben? 4. An welchem Pier legt kein Schiff an? 5. Welchen Ring trug nie ein Finger als Schmuck? 6. Welche Ute besuchte Kriemhilde nie? 7. Welcher Fant zertritt Bäume im Gehen? 8. Welche Esche hat kein Holz? 9. Welchen Berg bewohnte Dürer? 10. Welche Bildung wird oft ohne Lernen erworben? 11. Welche Amme wird beim Brückenbau verwendet? Die Anfangsbuchstaben der Äntwortwörter (ohne Artikel) auf vorstehende Fragen nennen einen heiteren Artisten Die richtige Lösung zählt 3 Punkte. RMtsd*E:c:l*e 1. Nuernberg. 2. Leicester. 3. Koenigsberg. 4. Toulouse. S. Benares. 6. Wien. 7. Luxemburg. 8. Jekaterinoslaw. 9. Maehrisch-Ostrau. Ao. Damaskus. 11. Lemberg. 12. New Orleans. 13. Pilsen. 14. Bristol. Nur Reisen ist das Leben, wie umgekehrt das Leben Reisen ist. Scherzfragen - Bätsei Geflügel Denkaufgabe Der Bauer kehrte nach geraumer Zeit mit 100 Tieren zurück. Wieviel Enten, Hühner und Tauben kaufte er? Vier Filmkünsiler äussern sich zu einem populären Thema. Richtige Lösung 8 Punkte. Eincendetexmin: 9. September 1938. Der Onkel ist mit nagelneuen, also glänzenden Vorsätzen von seinem Erholungsaufenthalt zurückgekehrt. Vorsätze sind immer etwas, woran man sich halten kann (sofern man sie nicht vergisst) —, und wenn ihr begierig wäret, zu hören, wie diese prächtigen Vorsätze heissen, dann höret. Der Onkel will in Zukunft alle Briefe am gleichen Tag beantworten. Er will dem Druckfehlerteufel, der sich auch wieder in das Doppel-Geographibrätsel einzuschleichen wusste, fortan besser auf die Finger sehen. Er will aus den Rätseln, die ihm eingesandt werden oder einfallen, die schwersten auslesen, um einer schwierigkeitshungrigen Neffenund Nichtenschar Gelegenheit zu geben, den Geist zu trainieren. Er will auch in der Bemessung der Punkte möglichst grosszögig sein und auf Weihnachten — aber halt! Dann sind wir schon in einem Zeitpunkt, wo wir wieder neue Vorsätze fassen können. Also planen wir nicht zu weit voraus. Gehen wir unsern Geschäften nach, mit frischer, feriengestählter Kraft, und auch mit feriengereiften Einsichten I Am Bergbach, wo es keinerlei Zivilisation gab, bei einem Feuerlein, genährt von trockenem Lärchenholz und einer dergestalt entstandenen Suppe wird einem jeden von uns wieder klar, was in unserm Leben einen wirklichen Sinn und Wert hat und was nicht. Und so diene uns die Parole: Es schaffe jeder, frisch und froh — gemeckert wird ja sowieso I Redaktion des Auto-Magazins: Dr. Hans Rud. Schmitt. Eines Tages prüfte ein Bauer seinen Geflügelbestand, wobei er feststellte, dass er in Anbetracht der guten Ernte diesen erhöhen könnte. Es traf sich« dass unweit seines Hofes in einem grösseren Orte ein Markt abgehalten wurde. Der Bauer holte sich aus seiner Kassette Fr. 100.— und nahm sich vor, damit 100 Tiere zu kaufen. Die alte Frage, die der berühmte Kater Hiddigeigei im Märchenbuch tiefsinnig aufwirft und gründlich untersucht: «warum küssen sich die Menschen?» hat immer noch keine befriedigende Erklärung gefunden. Für den, der küsst, wird sie in dem Augenblick, wo er küsst, sogar unwichtig. Er wollte Enten, Hühner und Tauben anschaffen. Die andere Frage «Wie küsst sich's am Auf dem Markte fand er folgende Preise vor: besten?» entscheidet und beantwortet jeder, die Ente Fr. 5.—, das Huhn Fr. 1.— und die — jeder einzelne, für sich selbst und für sei- Taube Fr. —.05. nen Partner. Das «Wie» ist auch hier wichtiger als das «Warum». So wichtig, dass allein beim Zuschauen, beim Kuss der andern, der kritische Geist erwacht. Man «lehnt ab», wenn jener andere dort nicht «richtig» küsst, man wünscht sich an seine Stelle, wenn man in ihm einen unübertreffbaren Küssens entdeckt. Küsse, kreuz und quer Virtuosen des Alle Zeiten küssen anders; und nicht allein die Zeiten, — das Milieu, die Umstände entscheiden mit der Zeit. Was gestern reizvoll war, ist heute deplaciert. Es hat eine Zeit gegeben, da trat der Held aus der Kulisse, öffnete die Arme, hielt sie minutenlang ausgebreitet, nahm die halbe Bühne damit ein, so dass niemand sich in seine Nähe wagen konnte. Dann hielt er sich noch mit der Vorrede auf und dann, — küsste er. Und auch der Kuss dauerte ein paar Miiiuten. Die Geste regierte. Der Kuss war grosse Gebärde, war Uebertreibung. Käme dieser selbe Held heute ins Tonfilmatelier, so würde er wahrscheinlich nicht nur die Liebste seines Herzens allein durch sein Erscheinen in Flucht jagen, sondern er würde sogar das Mikrophon zertrümmern, womit der Film dann «aus» wäre. Bliebe es aber auch stehen, dieses Mikrophon, so würde es im Verein mit der Kamera so viel Uebertreibungen an das Auge und Ohr des Zuschauers bringen, dass die Wirkung eine einzige Lächerlichkeit wäre. Wie küsst man heute? Wie muss man heute küssen? Eine Rundfrage bei vielen Hollywooder Stars soll die Antwort geben. Wie soll der Schauspieler küssen, damit sein Kuss echt und lebenswahr wirkt? «Zu viel» — so sagte einmal Joan Harlow — «und der Zuschauer würde denken, der Kuss sei weiter nichts als das Resultat einer Probe im Atelier. Zu wenig — und der Zuschauer würde denken, der Kuss sei Nebensache. Also: die goldene Mittelstrassel» Die kluge kleine Myrna Loy aber meint: «Nicht nur die Lippen, auch die Augen gebrauchen! Lasst eure Augen ebenso sprechen wie eure Lippen, und kein Mann wird sich von euch abwenden.» So die Frauen! Und die Männer? Hier die Meinung Spencer Tracys, dessen hervorragende Leistung als Pfarrer in dem Film «San Francisco» noch in Erinnerung ist: « Jeder Kuss soll liebevoll sein, nichts als liebevoll, denn der Kuss ist das wichtigste Ereignis, nicht nur für den Augenblick, sondern für die ganze Zukunft eines Paares, und die soll doch erfüllt sein von Liebe!» William Powell aber, der grosse Verführer und Abenteurer des amerikanischen Films, geht etwas weiter: «Der Zuschauer will reales Leben, und kein Mann auf der Erde ist ganz gut oder ganz schlecht. Der Schauspieler soll seinen Kuss daher immer dem Charakter anpassen, und immer den Umständen und Situationen, die er spielt, gerade so wie die Männer im Parkett es in ihrem eigenen Leben tun.» Gewaltig und deutlich war früher der Kuss des Helden auf der Bühne, und die Menschen im Leben richteten sich danach. Vielfältig und apart ist heute der Kuss auf der Leinwand, und der Tonfilm verkündet seinen Stil über die ganze Welt. Ein Weiberfeind In Wien starb dieser Tage im Alter von iß Jahren ein gewisser Herr Wenzel, der sich den Ruf erworben hatte, der grösste Weiberfeind von ganz Wien zu sein. Man wusste von ihm die komischsten Dinge. So nahm er, wenn er ins Theater oder ins Kino ging, grundsätzlich drei Plätze, um sicher zu sein, dass keine Frau neben ihn zu sitzen kam. Er rauchte nur den schlechtesten Tabak, damit keine Angehörige des für ihn nicht schöneren Geschlechtes in seine Nähe kam, und hielt selbstverständlich nur männliche Dienstboten. Im Tode noch bestätigte er die unerbittliche Abneigung, die er gegen alles Weibliche empfand: er vermachte sein beträchtliches Vermögen ausschliesslich an unverheiratete männliche Verwandte. In seinem Schreibtisch fand sich ein Bündel von 62 Briefen, von denen jeder einen Versuch von Freunden oder Verwandten darstellte, Herrn Wenzel eine Frau zu verschaffen. Lohnende Ausflugsziele Altbekanntes, neu restauriertes Haus, direkt bei der Post. Fliessendes Kalt- u. Warmwasser. Zentralheizung. Autogarage, ßenzinstation. Telephon 10. Venzin & Huonder, Bes. TROPEN Gutpeführtes bürgerliches Haus. Eigene Metzgerei. Anerkannt gute Küche und Keller. Schöne Fremdenzimmer. Bescheidene Preise. Äutoremise. Telephon 15. H. Bruderer. Besitzer. WädetlSWil Direkt am Bahnhof. Bestrenomm. Haus am Platz mit modernem Restaurant und Gesellschaftssälen. Zimmer mit {Hess. Wasser und Zentralheizung. Prächtig grosser Garten. Sorgfältige Küche und Keller, ff. offene Wädenswiler Biere. Fritz Vogel, Inh. RIETBAD- Nesslau- Schwäqalp A.c.s Hotel Post T.c.s Gasthaus zum Schälle Grösste8 und modernstes Hotel in der Nähe der Säntis-Kchwebebahn. - Grosse und kleine Säle. Verlangen Sie Menn-Vorschläge ! 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