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E_1938_Zeitung_Nr.072

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8 AUTOMOBIL-REVUE

8 AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 6. SEPTEMBER 1938 — N° 72 Lefzfe Sportnachrichten Englische Tourist-Trophy. Im Donington - Park in der Grafschaft Leicester wurde am Samstag bei sehr ungünstigem Wetter die englische Tourist-Trophy für Automobile ausgefahren. In der ersten Stunde fiel zwar noch kein Regen, und Gerard auf Delage entriss Carriere (Talbot) nach Ablauf der ersten 60 Minuten die Spitze. Als das Gewitter losbrach, kam Seaman auf Frasher-Nash ins Rutschen und musste seine Bremsen nachprüfen lassen. Gordini auf Simca gab fast gleichzeitig auf. Die Piste wurde in der Folge regelrecht überschwemmt, und zahlreiche Wagen kamen ins Schleudern. So machte der Wagen des Leaders Gerard einmal vier Umdrehungen mitten auf der Bahn, aber der kaltflütige Fahrer konnte der Maschine wieder die Richtung geben und seinen Sieg sicherstellen. Klassement: 1. Louis G^rard auf Delage 482 km in 4:31:30 (Stundenmittel 108,7 km). 2. Saint J. Horsfall auf Aston Martin 4:35:20. 3. Etancelin auf Talbot 4:35:50. 4. Carriere auf Talbot 4:36:50. 5. Lace auf Talbot 4:41:47. 6. Gee auf Riley 4:43:25. Monza verspricht gross zu werden. Wenn die Anzeichen nicht trügen und die Veranstalter von Forfaits verschont bleiben, dann wird man am 11. September in Monza eine wirkliche Apotheose der Rennsaison 1938 erleben. So wie sich die Nennliste heute darbietet, vereinigt der Grosse Preis von Italien, mit Ausnahme der nicht erscheinenden Delahaye, tatsächlich alles, was an neuen Formelwagen bisher das Licht der Welt erblickt hat und wird deshalb, wie kaum einer seiner Vorgänger, berufen sein, über das gegenwärtige Kräfteverhältnis im europäischen Automobilsport Aufschluss zu erteilen. Zum erstenmal treffen dabei Mercedes, Auto-Union, Alfa Romeo und Maserati gleichzeitig aufeinander. Haben die beiden deutschen Werke je vier Eisen im Feuer, so rückt Maserati mit drei Wagen an, die Varzi, Trossi und Gigi Villoresi anvertraut werden. Was für eine Streitmacht schliesslich Alfa mobilisiert, lässt sich zur Stunde noch nicht genau überblicken, doch raunt man sich zu, die Mailänder Fabrik werde auch zwei Exemplare ihres neuen 16-Zylinder- Modells an den Start bringen. Dem Grossen Preis voraus geht das Rennen der IM-Liter-Wagen, dem besonders starkes Interesse entgegenschlägt, weil hier die Maserati usd die neuen Alfetta aneinander geraten. Heute steht die Partie zwischen ihnen al pari; denn landete der neue kleine Wunderwagen Alfas in Livorno in Front, so sicherte sich Maserati in Pescara den Sieg. Monza nun wird die Frage beantworten, wem von den beiden Rivalen die Palme gebührt. Möglicherweise wird, wie man hört, Bira versuchen, ihnen die Suppe zu versalzen, soll er doch mit dem Gedanken liebäugeln, in Monza an den Start zu gehen. Es geht um die Wurst — und dass dabei die Späne fliegen werden, ist heute schon eine ausgemachte Sache. Mit den Vorbereitungen nimmt man es sehr ernst; darin lag ja auch der Grund, weshalb die Alfetta dem Preis von Bern fernbleiben mussten. An der Piste sind die Ausbauarbeiten soweit gediehen, dass sie am 5. September für das Training freigegeben werden kann. Die neue Strassendecke auf der Tribünengeraden ist fertig und der Umbau der Kurven bei der Unterführung sowie jener von Lesmo steht unmittelbar vor seiner Vollendung. Eine Handvoll Einzelheiten aus der Ausschreibung mögen in diesem Zusammenhang vielleicht interessieren. Der «Grosse Preis von Mailand», das Rennen der lK-Liter-Wagen, geht über 25 Runden der 6993 m langen Piste, was einer Totaldistanz von 174,825 km entspricht Start um 10 Uhr morgens. Für den Sieger eind 70.000 Lire ausgesetzt, daneben stehen aber noch zwei Sonderpreise in der Höhe von 100 000 und 80.000 Lire für die italienischen Konstrukteure zur Verfügung, deren Wagen das Ziel als Erste und als Zweite passieren. Für den «Grossen Preis von Italien», der nach der neuen internationalen Rennformel ausgetragen wird, fällt das Startzeichen um 14 Uhr. 60 Runden (419,580 km) haben die Konkurrenten dabei zu absolvieren. Zusammen mit den Grossen Preisen von Frankreich, Deutschland und der Schweiz zählt das Rennen für die Europa-Meisterschaft 1938. Die Dotierung mit Preisen darf sich sehen lassen, gelangen doch insgesamt 180.000 Lire zur Verteilung, wovon der Sieger 40.000 Lire einsteckt. Bereits am Dienstag, den 6. September, nimmt das Training, und; zwar sowohl für die «Grossen», wie für die «Kleinen» seinen Anfang, um sich über die ganze Woche zu erstrecken. In der Nennliste trifft man auf die Namen folgender Fahrer und Marken: 1. Alfa Romeo I (X.); 2. Alfa Romeo II (X.); 3. Alfa Romeo III (X.); 4. Alfa Romeo IV (X.); 5. Auto-Union I (Nuvolari); 6. Auto-Union II (Stuck); 7. Auto-Union III (Hasse); 8. Auto- Union IV (Müller); 9. Maserati I (Trossi); 10. Maserati II (Varzi); 11. Maserati III (L. Villoresi); 12. Mercedes I (Caracciola); 13. Mercedes II (Brauchitsch); 14. Mercedes III (Lang); Mercedes IV (Seaman); 16. Taruffi (Alfa Romeo); 17. Belmondo (Alfa Romeo); 18 Dupuy (Alfa Romeo). Zu bemerken wäre dabei, dass Alfa Romeo seine Fahrer noch nicht näher bezeichnet hat, weil die Firma erst noch die Versuchsfahrten mit dem neuen 16-Zylinder abwarten will, die gegenwärtig im Gang sind. Das Aufgebot dafür erging an Farina, Biondetti, Wimille, Sommer, Emilio Villoresi, Severi, Pintacuda und Taruffi, von denen wahrscheinlich die ersten vier am Grossen Preis eingesetzt werden, währenddem die übrigen das Rennen der lM-Literwagen bestreiten dürften. Um die Europa-Meisterschaft 1938. Die Würfel fallen In Monza zwischen Caracciola und Brauchitsch. Vor vier Jaren hat die A.IA.C.R. die Europa- Meisterschaft für Automobile ins Leben gerufen, deren Rangordnung sich nach den in den «Grandes epreuves» erzielten Resultaten richtete. Der Titel wurde 1935 und 1937 von Caracciola auf Mercedes- Benz und 1936 von Rosemeyer auf Auto-Union gewonnen. Auch dieses Jahr schrieb die internationale Sportkommission die Konkurrenz wieder aus, doch zählen dafür lediglich die Grossen Preise von Frankreich, Deutschland, der Schweiz und Italien. Drei dieser Rennen gehören, zur Zeit bereits der Dem Jubiläumskongress der A.I.T., der kürzlich in Luxemburg tagte, lagen eine ganze Reihe von Problemen touristischen Charakters zur Behandlung vor. So wurde u. a. die Frage der Herausgabe eines Konversationshandbuches für orientalische Sprachen erörtert, aber die praktischen Schwierigkeiten, auf welche man dabei stösst, sind derart gross, dass auf die Verwirklichung dieser Idee verzichtet werden musste. Natürlich aber bleibt es den einzelnen Landes-Clubs freigestellt, auf diesem Gebiete diejenigen Vorkehrungen zu treffen, die ihnen angezeigt erscheinen. Im Anschluss daran prüfte der Kongress den Bericht der Kommission für Radtouristik, ebenso wie das Projekt für eine Revision der Uebereinkunft von 1926. In seinen grossen Linien fand der Entwurf Zustimmung, nicht ohne dass indessen bei einzelnen Punkten, «o namentlich bei der Verpflichtung zur Anbringung von Reflexlinsen und Rückspiegeln Vorbehalte gemacht -worden -wären. Im Vergangenheit an, weshalb man natürlich dem Ausgang des italienischen Grand Prix, dessen Schauplatz am 11. September die Piste von Monza bildet, mit gespanntem Interesse entgegensieht, zumal «ich nach dem heutigen Stand der Dinge die Entscheidung um den vielbegehrten Titel zu einem Kampf zwischen Caracciola und Brauchitaeh gestalten muss. Es mag bei dieser Gelegenheit am Platz sein, das von der A.I.A.C.R. angewendete System der Punktwertung nochmals kurz zu erläutern: Dem Sieger der in Frage kommenden Rennen wird 1 Punkt gutgeschrieben, dem Zweiten 2, dem Dritten 3 und dem Vierten 4. Unter den nächstklassierten Fahrern erhalten diejenigen, welche mindestens die Hälfte der vom Sieger zurückgelegten Distanz gefahren haben, ebenfalls 4 Punkte, jene, die mindestens auf ein Drittel der Siegerdistanz gekommen sind 5 Punkte, diejenigen mit einem Viertel 6 Punkte und alles, was darunter bleibt 7 Punkte. Danach wird also der Fahrer mit der geringsten Punktezahl zum Europa-Meister proklamiert So nun, wie sich die Lage heute präsentiert, kann nur noch das Trio Caracciola, Brauchitsch und Lang als Anwärter auf die Meisterschaft gelten, und zwar aus dem Grunde, weil sie die einzigen sind, welche bisher die drei vorgeschriebenen Läufe bestritten haben. Nach unserer Kontrolle liegen gegenwärtig Caracciola und Brauchitsch mit je 8 Punkten an der Spitze, was nichts anderes heisst, als dass sie in Monza miteinander «stechen» müssen. Wer von den beiden besser abschneidet, hat die Europameisterschaft fertig in der Tasche. Lang, der mit 15 Punkten den dritten Platz belegt, kann sie auf keinen Fall in Gefahr bringen, sofern die beiden Leader nicht Forfait erklären, was wir für völlig ausgeschlossen halten. Schade- übrigens, dass Seaman beim Grossen Preis von Frankreich nicht mit von der Partie war, denn bei seiner gegenwärtigen Form hätte er in dieser Auseinandersetzung unzweifelhaft ein kräftiges, wenn nicht entscheidendes Wörtchen mitzureden. Die nachstehende Tabelle gewährt einen Ueberblick über den heutigen Stand des Klassements. Brauchitsch (Mercedes-Benz) 1 4 3 8 Caracciola (Mercedes-Benz) 2 5 1 8 Lang (Mercedes-Benz) 3 5 7 15 Es folgen mit nur 2 gefahrenen Rennen: Seaman (Mercedes-Benz) — 1 2 Stuck (Auto-Union) — 3 4 Dreyfus (Delahaye) — 4 4 Müller (Auto-Union) — 5 4 Nuvolari (Auto-Union) — 7 4 Farina (Alfa Romeo) — 7 4 Taruffi (Alfa Romeo) — 7 4 Wimille (Bugatti/Alfa R.) 7 — 4 Kautz (Auto-Union) 7 — 6 Hasse (Auto-Union) 7 5 ;— Was aus dieser Zusammenstellung erhellt, das ist, dass nur ein Trio von Fahrern die bisherigen drei für das Klassement zählenden Grands Prix bestritten, und dass 10 weitere an zwei Rennen teilgenommen haben. Vereinigte der Grosse Preis von Frankreich neun Mann am Start, so machte jener Deutschlands 20 mobil, wovon allerdings vier der 114-Literklasse angehörten, währenddem bei uns das Feld 19 Fahrer umfasste, die ausschliesslich Grand-Prix-Modelle ins Treffen führten. Bis jetzt hat also unser Grosser Preis mit der stärksten Besetzung aufgewartet Die Delegierten am Kongress der A.I.T. beim Besuch von Echternach (luxemburgische Ardennen). Nach dem Jubiläumskongress der AIT in Luxemburg AKTUELLES weitern Verlauf der Verhandlungen gelangte sodann die Vereinheitlichung der Itinirairts für Automobilisten und Radfahrer zur Sprache, wobei allerdings festgestellt werden musste, dass es ein Ding der Unmöglichkeit ist, die so wünschenswerte Uniformität auf diesem Gebiete zu erreichen. Sprachliche Gründe spielen hier eine entscheidende Rolle, denn, um es an einem Beispiel zu illustrieren, die in ungarischer oder serbischer Sprache herausgegebenen Itineraires erweisen sich für den schweizerischen, französischen oder den belgischen Touring-Club als praktisch unbrauchbar. Immerhin beauftragte der Kongress eine Kommission damit, ein geeignetes Format für die Routenhefte festzulegen und gleichzeitig genaue Richtlinien dafür aufzustellen, welche Mindestangaben ein ItinSraire enthalten müsse. Zu einer Diskussion gab ausserdem die Frage der Anerkennung der Grenzpassierscheinhefte der A.I.T. In Jugoslawien Anlass. Wohl hat die Re- Aspa und Strassentransportordnung. Am 30. August fand in Bern eine vom Verband Schweiz. Motorlastwagenbesitzer (ASPA) einberufene Konferenz von 17 an der Strassentransport- Ordnung interessierten Fach- und Berufsverbänden statt Die unter dem Vorsitz des geschäftsführenden Vizepräsidenten der ASPA, C. R. Müller- Dettling, abgehaltene Tagung beschloss nach Durchführung einer freien Aussprache, sich zu einer Arbeitsgemeinschaft zu gruppieren, um in kommenden Verhandlungen über die Anwendung der Ordnung zu einer einheitlichen Stellungnahme zu gelangen. Alle an der Konferenz vertretenen Organisationen hatten sich bisher bei den zuständigen Behörden einzeln bei der Ausarbeitung des Bundesbeschluss-Entwurfes geäussert, was weder im Interesse der Behörden noch der Verbände war. Zum Präsidenten der Arbeitsgemeinschaft wurde Dr. A. Brügger, Chur, und als Sekretär Dr. A. Raaflaub, Bern, gewählt. Der von allen Interessentenkreisen geforderte Bundesbeschluss über den Transport von Personen und Sachen mit Motorfahrzeugen auf öffentlichen Strassen wird, wie es zu hoffen ist, in der Septembersession vom Nationalrat behandelt nnd voraussichtlich verabschiedet, so dass endlich mit der Durchführung einer praktischen Ordnung unhaltbar gewordener Verhältnisse im Transportwesen begonnen werden kann. S

„Antomobll-Revne" — Hr. 72 BERN, Dienstag, 6. September 1938 Neues aus Deutschland: FESTE PREISE für Reparaturen und Unterhalt wenn wir dieses, für die Entwicklung des Garagegewerbes im Nachbarreich wichtige Thema behandeln, so geschieht es auf Grund der gewiss löblichen schweizerischen Tradition, den Blick auch für Neuerungen ausserhalb der Grenze offen zu halten. Dabei enthalten wir uns mit Absicht einer Wertung, weil uns, als überzeugten Demokraten, die Achtung vor Andersgesinnten verbietet, deren Angelegenheiten auf Grund unserer eigenen Ansichten und Ueberzeugungen zu kritisieren. Die korporative Gliederung der deut sehen Wirtschaft und damit auch des Garagegewerbes und seine planmassige und zwangsweise Ordnung bis in die letzten Details ist soweit fortgeschritten, dass sie nun bereits die Art der Eechnungsstellung für Unterhalt- und Reparaturarbeiten grundsätzlich bestimmt. Während der schweizerische Garagist seine Fakturen sozusagen immer noch nach der aufgewendeten Zeit und dem benötigten Material berechnet, sind im Deutschen Eeich trag herauszuholen, nämlich den, die ge- Abwicklung auf das knappste zu- die Ansätze behördlich geregelt, die fürsamte die einzelnen Manipulationen verlangt lässige Mass zu reduzieren. werden dürfen, Es versteht sich von selbst, dass durch wenigstens soweit dies die wichtigsten Erzeugnisse der deutschen Automobilfabri- "werkstätten im Vergleich zu den alle Ar- diese Regelung die spezialisierten Grossken betrifft. beiten besorgenden Kleinbetrieben im Vorteil sind, wobei allerdings nicht vergessen Der Grundgedanke dieser Verfügung ist folgender: werden darf, dass diese letzteren mit Jede Arbeit, die ein selbständiger Berufsmann einem Dritten, dem Kunden, geringeren Unkosten, wie Verwaltungsbesorgt, soll im Grunde nicht nach den Spesen, Reklame, Miete usw. Zeitaufwendungen an Arbeit erfolgen, die je nach Uebung, Arbeitsbehelfen, Arbeitseifer, guter Schulung und Betriebsleitung rechnen müssen und, eine entsprechende Einstellung des Geschäftsleiters vorausgesetzt, viel beweglicher und anpassungs- in sehr weiten Grenzen verschieden sein können — auch bei gleichem Ergebnis! —, fähiger sind. sondern nach dem Nutzen, deT daraus dem Das Verhältnis zwischen dem Automobilisten als Auftraggeber und dem Gara- Auftraggeber erwächst. Oder, vielleicht noch etwas präziser formuliert, nach dem gisten als Auftragnehmer wird durch Arbeitsergebnis, das der Berufsmann seinem Besteller abliefert. Die Entschädi- aus einem Werk- zu einem Akkord- diese Neuordnung gung, die er dafür.erhält, ist somit kein Verhältnis, Arbeits-, sondern ein Leistungslohn. Dies bedeutet aber eine grundsätzliche Umstellung, die ihre Konsequenzen in verschiebeiter nicht nach der aufgewendeten Zeit, analog demjenigen, bei welchem der Ardenen Richtungen nachsichziehen wird. sondern nach der Prodüktionszahl entsdfiädigt wird. Zwar ist der Gedanke an und für sich nicht neu. Schon vor Jahren hat einer der Die allgemeine Einführung der fixen grössten amerikanischen Automobil-Konzerne bereits für sozusagen alle vorkom- selbstredend ihren Einfluss auch auf den Unterhalt- und Reparatur-Ansätze wird menden Unterhalt- und Reparatur-Arbeiten auf seinen Wagen feste Tarife einge- der Automobilist nunmehr in der Lage Neuwagen-Verkauf geltend machen. Da führt, wobei das zu entrichtende Entgeld ist, die Ansätze für die Arbeiten an den für jeden einzelnen Arbeitsfall tabellarisch einzelnen Modellen der verschiedenen bestimmt ist. Selbstredend sind auch diese Marken zu vergleichen, so wird es ihm in Ansätze letzten Endes auf Grund der not- Zukunft auch ein leichtes sein, wendigen Arbeitszeit und des erfordern«- chen Materials kalkuliert worden. — Sie bieten dem Kunden den Vorteil, dass er immer genau weiss, mit welchen Auslagen er jedesmal zu rechnen hat. Für den Garagisten ergibt sich daraus eine veränderte Grundlage seines Geschäftsbetriebes. Der Erfolg seines Unternehmens kann nicht mehr davon abhängen, dass er ein Maximum an Zeit und Material aufwendet und dem Kunden weiter verrechnen kann. Er ist im Gegenteil genötigt, den Betrieb so rationell als möglich zu gestalten, um auf die einzelne Arbeit so wenig als möglich aufwenden zu müssen. Da er zum Beispiel für das Belegen der Bremsen am Mercedes 230 eine gewisse fixe Summe erhält, so hat er nur noch die eine Möglichkeit aus der Arbeit einen maximalen Er- Autohändler oft seinen ie Solin Mein lieber Sohn! Als ich gestern geschäftlich in B. weilte nnd vor dem Bahnhof parkieren wollte, schoss plötzlich ein anderer Hammon an mir vorüber, machte dreissig Meter weiter unten einen kräftigen Stop und bog mit schwungvoller Leichtigkeit in eine gerade bestehende Lücke ein. — Aus dem Automobilkalender ersah ich dann, dass der schneidige Fahrer niemand anders war als einer Eurer Vertreter. Ich will keineswegs behaupten, er wäre unvernünftig gefahren; im Gegenteil; er hatte sein Tempo ganz auf die hervorragenden Beschleunigungs- und Bremseigenschaften des neuen Hammon einreguliert. Ich glaube sogar, dass er seinen temperamentvollen Rhythmus gerade deswegen eingeschlagen hat, nm die Vorzüge des die im Unterhalt vorteilhaftesten Wagen herauszusuchen. Daraus entsteht für jene Automobil-Konstrukteure ein weiterer Vorteil, da das Bestreben, den Wagen nicht nur vom Gesichtspunkt der Fahreigenschaften, sondern auch des Unterhalts so vorteilhaft als möglich zu gestalten. Die neue deutsche Verordnung bedeutet im weiteren auch automatisch eine Bevorteilung der Gross-Serie-Fabriken. Die vorgesehene Rationalisierung setzt naturnotwendig voraus, dass jede Reparatur- Arbeit in einer gewissen minimalen Anzahl anfällt, was erst die Anschaffung der Spezialwerkzeuge und die Einrichtung der Spezial-Organisation rechtfertigt. Es kann kein Zweifel darüber bestehen, dass die Konkurrenzierung der kleineren Fabriken durch diese Neu-Ordnung noch schärfer wird als bis anhin, um so mehr, als das Garagegewerbe aus Gründen der Verkaufsmöglichkeiten immer mehr solchen Vertretungen den Vorzug geben wird, deren Marken beim Publikum wegen der offiziellen Festlegung der Ansätze den Vorzug erhalten. Bemerkenswert ist, dass die Festlegung von Reparaturpreisen nur für solche Typen erfolgte, für die bereits ausreichende Erfahrungen bezüglich der neuen Modells der Oeffentlichkeit augenfällig zu demonstrieren. Er hat unrecht. Solche Evolutionen gehören nicht auf den Parkplatz, sondern auf die Versuchsstrecke. Es genügt ganz bestimmt, wenn dem Interessenten bei Gelegenheit einmal gezeigt wird, über welche Anzugs- und welche Bremsfähigkeit er verfügt, falls gelegentlich «Not am Mann» ist. Auf belebter Strasse kann so etwas höchstens dazu dienen, beim grossen Publikum Angst vor dem Wagen und Aber- sie sich um das, was sie wollen, wie die willen gegen den Automobilisten und die Katze um den heissen Brei. — Letzthin betreffende Marke einzujagen. Ein Vorteil für den Verkauf ist beileibe nicht da- (unser Bekannter hat uns das Gespräch hat so einer bei Herrn N. vorgesprochen bei. nachher wörtlich wiederholt): «Guten Tag, Auch der Autoverkäufer läuft Gefahr, Herr N. Wie ich gehört habe, suchen Sie sich mit den Jahren einige Berufskrankheiten anzueignen. Das «stramme Fahren» könnte ein solches Modell sehr gut einen Käufer für Ihren Jacinto 1930. Ich ist eine. Eine andere besteht darin, dass gebrauchen und bin in der Lage, Ihnen der Verkäufer versucht, mit irgendeinem dafür auch einen sehr anständigen Preis Bluff durchzukommen, wenn er über die zu offerieren (es handelt sich um eine Klamotte, die der Besitzer für 600 bis 700 eine oder andere technische Frage um Auskunft gebeten wird und darüber nicht Franken gerne abgeben würde). Ich habe genügend Bescheid weiss. Dabei gibt es den Wagen bereits oberflächlich gesehen heute nur noch wenige Käufer, die vorund glaube, dafür etwa Fr. 2200.— anlegen dem Kaufabschluss nicht von mehr als einer Seite Offerten verlangen. Meistens überprüfen sie die ihnen am wenigsten glaubhaft erscheinenden Behauptungen Amerika berichtet: Etner der grössten Konzerne hat für seine Reklame drei Grundsätze aufgestellt, denen die Propaganda-Abteilung in jedem einzelnen Falle rigoros nachleben muss: T. Keine Vergleiche mit den Erzeugnissen der Konkurrenz anstellen. 2. Keine, Angriffe auf die Konkurrenz zu unternehmen, in welcher Form dies auch sei. 3, Die Propaganda muss weitgehend aufklärend wirken. Dazu bemerkt der Gewährsmann jenes Konzerns: Wenn der Automobilist einen Wagen kauft, so sollte er dabei eigentlich noch ein besseres Geschäft machen als der Verkäufer. Zweckmassige Propaganda unterstützt das Publikum im Bestreben, sachgemäss und in seinem eigenen Interesse zu kaufen. Die führenden amerikanischen Automobilfabriken, wie General Motors und Ford, kennen seit kurzem in ihrer Leitung eine neuartige Funktion, nämlich diejenige des «Chefs der Publikumsbeziehungen». Die Aufgabe dieser dadurch, dass sie sich bei der Konkurrenz erkundigen. Welchen Eindruck, meinst Du, macht ein Verkäufer, dessen Aussagen nachher durch einen dritten derart widerlegt werden, dass gar kein Zweifel mehr bestehen kann? Wieder anderen fehlt es einfach an gewissen Manieren, welches Manko sie durch überkluge Schlauheit glauben wettmachen zu können. Statt frank und frei von der Leber weg zn reden, drehen und winden zu können. Im weiteren haben Sie auch noch einen alten Ajax-Lieferwagen, der, so viel ich gehört habe, schon etwas mehr als 100000 km zurückgelegt hat. Auch ihn im Durchschnitt für die einzelnen Reparaturarbeiten nötigen Arbeitszeiten vorliegen. Die Neuregelung umfasst daher nicht die gesamte deutsche Automobilproduktion. Einzelne Fabriken hatten jedoch bereits vor Erlassung der neuen Verordnung für ihre wichtigsten Typen feststehende Reparatur-Einheitspreise festgesetzt, die auch für alle ihre Vertretungen und Vertragswerkstätten, Kundendienststellen usw. bindend waren und die Grundlage darstellten, auf der nun eine einheitliche Regelung durch Verordnung er*- folgte. Für jene Wagentypen, die von der Verordnung noch nicht erfasst wurden, bestehen teilweise bereits Einheitspreise,, die von der betreffenden Fabrik im eigenen Wirkungskreis festgelegt wurden. Die neue Verordnung scheint einseitig die Interessen der Kunden wahrzunehmen. Nach den uns aus dem Reich zugekommenen Berichten fördert sie jedoch auch das reibungslose Einvernehmen zwischen Kunde und Werkstatt und durch die Förderung der Motorisierung auch die Interessen der Werkstattbesitzer. Jedenfalls darf die Verordnung weniger als eine Einzelmassnahme auf wirtschaftlichem Gebiet, als vielmehr als eine Teilmassnahme zur Erleichterung der Haltung von Motorfahrzeugen betrachtet werden. :-: Persönlichkeit besteht darin, die Allgemeinheit über die Funktionen eines grossen Unternehmens im Rahmen der Gesamtwirtschaft auf dem laufenden zu halten und damit für ein besseres gegenseitiges Verständnis zu sorgen. Der Verkauf neuer Wagen geht schlecht. Die Absatzschrumpfung beträgt annähernd 50 %. Der Staat und die grossen Automobilfabriken liegen sich in den Haaren, teils wegen grundsätzlichen Differenzen, teils wegen formalistischen Erwägungen. Und dennoch, schreibt ein führendes Fachblatt der Vereinigten Staaten, machen Fabrikanten, Grossisten und Händler gute Geschäfte, sofern sie «hinterher sind». Ein Rezept, das wir schon verschiedentlich empfohlen haben! Amerikaner sammeln alles — sogar Nummernschilder. Einige Sammlungen, die aus den Anfangszeiten des Automobilwesens stam- schleifenden und chwauwüqan ZBcemsen men, sollen bereits zu sehr hohen Beträgen gehandelt worden sein. WeckstattADinke. IHadetne Atbeilsqenauiqkeli beim VentiteutscfUeifen Seite 10 Seite 10 Seite 11 könnte ich gebrauchen und dafür etwa Fr. 1800.— bezahlen.» — «Gut, das Geschäft interessiert mich. Handelt es sich bei Ihren Angaben um ein festes Angebot, oder wollen Sie mir dasselbe schriftlich bestätigen? » — « Sie begreifen, Herr N., ich zähle natürlich darauf, dass Sie mir anderseits einen neuen Ajax abkaufen». «Hören Sie, junger Mann», gab ihm darauf Herr N. zur Antwort «wenn Sie das nächstemal einen Wagen verkaufen wollen, dann haben Sie die Güte, es gleich von Anfang an zu sagen, nicht wahr? Auf Wiedersehen!» Ich übergehe jene unserer Berufskollegen, die sich auch nicht im geringsten von den Vorkriegsmethoden trennen können. Ihre Nachteile habe ich Dir schon verschiedentlich auseinandergesetzt. Auch so wird Dir sicher wieder aufs neue klar werden, dass der Automobilverkäufer eine innere Lebendigkeit und Anpassungsfähigkeit nicht entbehren kann. Jene verzichten besser auf den Beruf, die sich selbst nicht fest in der Hand haben und darum immer Gefahr laufen, in ein monotones und schwerfälliges «Trampeln» zu verfallen, das gerade der wichtigsten Verkäufereigenschaft entbehrt: Der Beweglichkeit. Dein Vater.