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E_1938_Zeitung_Nr.076

E_1938_Zeitung_Nr.076

eine Erhöhung der

eine Erhöhung der Mineralölstetiem im Juni 1936, der eine weitere Ende 1937 folgte, zu einem nicht geringen Teil wieder aufgehoben, da diese Massnahmen eine Verteuerung des Treibstoffs unvermeidlich machten. Wenn trotzdem die Ziffern der Neuzulassungen von Automobilen noch einen Anstieg verzeichneten, so dürfte dies wohl nicht zum wenigsten auf die Hoffnungen zurückzuführen sein, die der Motorfahrzeugverkehr in bezug auf weitere Ermässigung seiner Steuerlasten und gesetzlichen Beschränkungen hegt. Vor mehreren Monaten bereits hat die Zentralstelle der Handelskammern der Regierung Vorschläge für eine durchgreifende Förderung des motorisierten Strassenverkehrs unterbreitet. Im August erfuhr man, dass der Finanzminister einen Plan für die Erleichterung der Beschaffung von Nutzkraftwagen vorbereitet habe. Ob er zur Durchführung kommen wird, bleibt abzuwarten. Dass staatliche Förderung gerade in Zeiten absinkender Konjunktur für ein in der Motorisierung noch weit zurückgebliebenes Land besonders dringlich ist, unterliegt jedenfalls keinem Zweifel. Denn auch der Anstieg der Neuzulassungen von Kraftwagen in den letzten Jahren kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Fahrzeugbestand der Tschechoslowakei bei seiner starken Ueberalterung und seinem entsprechend hohen Ersatzbedarf keinen Fortschritt zeigt und somit auch eine nennenswerte Intensivierung des Strassenverkehrs noch nicht erreicht werden konnte. Ein Blick in die Statistik der Mineralöleinfuhr !n die Tschechoslowakei bestätigt diesen Eindruck. Wie die folgende Uebersicht zeigt, waren in den ersten sieben Monaten dieses Jahres die Gesamtbezüge von Petroleumprodukten mit 231.119 t um 6,5% niedriger als in der gleichen Zeit des Vorjahres : Mineralölimporte (in Tonnen) Januar—Juli 1938 1937 Rohöl 123 027 110 631 Benzin, raff, und unraff. 84458 98 632 Petroleum, raff, und unraff. 11685 25 937 Schweröle, einsohl. Schmieröle 11692 11901 Insgesamt 231119 247 154 Von den Gesamtbezügen, die zu etwa drei Vierteln aus Rumänien kamen, waren lediglich die Zugänge an Rohöl höher als in der Vergleichszeit des Vorjahres, was auf die Expansion der Inlandsverarbeitung zurückzuführen sein dürfte; doch würde die entsprechende Mehrausbeute an Endprodukten in den inländischen Raffinerien die Mindereinfuhr von Halbfabrikaten aus dem Ausland noch keineswegs wettmachen. Auch wenn man dabei in Rechnung stellt, dass die Mineneralölbezüge der Tschechoslowakei im vergangenen Jahr bemerkenswert hoch waren, bleibt doch der diesjährige Rückgang der Mineralölimporte beachtlich, insbesondere wenn er als Anzeichen dafür zu werten wäre, dass auch die Bedarfsentwicklung sich im Lande im gleichen Verhältnis abwärts bewegt hätte. Zu beachten ist dasei, dass nur die Einfuhr von Benzin und Petroleum niedriger war als im Vorjahr, während von Schwerölen, die die Schmieröle einschliessen, fast dieselbe Menge importiert worden ist wie in den ersten sieben Monaten des vergangenen Jahres. schien, küsste einige von uns und winkte den andern mit der Hand zu. Sie sah strahlend gesund aus, und ihre dunklen Augen zwinkerten so vergnügt, dass ich mir dachte, ihr gebrochenes Herz müsse mehr oder weniger zusammengeleimt sein. «Ich habe einen schrecklichen Krach gehabt », sagte sie, « und dann bin ich davongelaufen. » Ich freue mich, ihre tiefe melodische Stimme wieder zu hören, und zu sehen, dass sie wohl und glücklich war. Aus dem Krach machte ich mir nichts. Wenn Nancy sich zankte, war sie gewöhnlich im Recht; aber sie suchte sich ihr Recht nicht beim Kadi, hasste Kompromisse und würde einem Gegner nie auf halbem Wege entgegenkommen. « Und wie ist das mit deiner Stellung im Krankenhaus ? » fragte Nicholas. < Sprich mir nur nicht von diesem Krankenhaus, daran möchte ich nicht erinnert werden. Ein blindes Schaf mit einem lahmen Bein könnte es besser leiten, habe ich ihnen gesagt.» « Recht hast du >, sagte Nicholas. ProjizierE man das heutige Versorgungsbild auf Grund der jetzt schon übersehbaren Möglichkeiten in die Zukunft, so wird man die deutsche Produktion aus allen hier genannten Quellen für das Endjahr des Plans nicht höher als auf 1,300,000 bis 1,400,000 t veranschlagen können. Es blieben danach rund 5,000,000 t Mineralöle, die im Wege der Kohleverflüssigung gewonnen werden müssten. Dies ist, von allem Beiwerk losgelöst, die eigentliche Aufgabe, die der deutsche Vierjahresplan auf dem Treibstoffgebiet zu lösen hat, und niemand, dem diese Ziffer überhaupt etwas besagt, wird leugnen können, dass sie gigantisch ist. Wie ernst diese Aufgabe gemeint ist, wird man der von höchster Stelle auf dem Parteitag abgegebenen Erklärung zu entnehmen haben, dergemäss es bereits gelungen sei, «die deutsche Volkswirtschaft so aufzubauen, dass sie jederzeit auch gänzlich unabhängig von anderen Ländern auf eigenen Füssen stehen kann». Man wird demnach jedenfalls unterstellen müssen, dass zumindest die Absicht besteht, bis 1940 jene 6,300,0001 flüssiger Mineralöle aus eigener Produktion zu beschaffen. Es kommt also darauf an, eine Anzahl von Industrieanlagen zu errichten, die imstande sein müssen, jährlich 5,000,000 Tonnen künstlicher Mineralöle zu produzieren. Wie man weiss, sind einzelne darunter schon seit längerer Zeit in Betrieb, und ihre Ausbeute hat 1937 rund 850,000 t betragen. In diesem Jahr sind weitere Hydrierwerke in Betrieb gekommen, und der Bau neuer Anlagen ist im Gange. Wir wissen nicht, ob heute schon die volle Kapazität von jährlich 5,000,000 t geplant* oder im Aufbau begriffen ist, und wir haben auch keine Kenntnis davon, ob und inwieweit Vorsorge getroffen wurde, ausser Benzin auch andere Erdölprodukte, vor allem Dieselöle und Schmieröle, in ihnen synthetisch zu gewinnen, aber wie dem auch sei, das Ziel müsste es logischerweise sein, diese Produktionskapazität von 5.000.000 t unter allen Umständen sicherzustellen. Kann die Erreichung dieses Ziels gelingen und stehen in Deutschland die Arbeitskräfte zur Verfügung, die die Durchführung derb Aufgabe erfordert? Besteht ferner die Aussicht, die neue Grossindustrie, wenn sie erst einmal da sein wird, laufend mit einer ausreichenden Zahl geschulter Facharbeiter zu versorgen? Eine Antwort auf diese Fragen wird man an Hand des mageren offiziellen deutschen Ziffernmaterials schwerlich zu geben vermögen, aber es sind doch genügend Un-j terlagen vorhanden,- um die Situation klar zu erkennen. Wir können uns hier in erster Reihe auf die Untersuchung stützen, die das englische Falmouth-Komitee in seinem Bericht über die Aussichten der Kohleverflüssigung für Grossbritanmen der Oeffentlichkeit unterbreitet hat und dessen Informationen auf dem eingehenden Studium der deutschen Anlagen Siebzehntes Kapitel. Nach dem Lunch sassen wir mit Nicholas neben dem Kamin, und Nancy erzählte uns von ihrem Konflikt. «Und was wirst du jetzt tun ? > fragte Hester. «Die Pflicht erfüllen, die zunächst an mich herantritt», entgegnete Nancy und beobachtete den aufsteigenden Rauch aus ihrer Zigarette. «Das eilt nicht so», sagte Nicholas, der gern seine ganz© Familie um sich versammelt sah und gewünscht hätte, dass Martha in Porthlew verheiratet wäre. Dann sah er auf die Uhr und fand, dass es Zeit wäre, an die Arbeit zu gehen. «Ich werde lieber an George schreiben, man kann ausführlicher sein als in einem Telegramm», sagte er. « Ist George verreist ? > fragte Nancy, und nach und nach erzählten wir ihr, was sich in unserm Nachbarhause abspielte. « Wir sind alle sehr besorgt», setzte ich hinzu. «Aber was können wir tun ? George hat dieser Person alle Rechte eingeräumt. Er muss zurückkommen und sie entlassen. > « George ist ein Dummkopf >, sagte Nancy, und ich sah, dass ihr Gesicht vor Energie aufleuchtete, wie das eines Kämpfers, das die Freude am Kampf widerspiegelt. «Ich kenne dieses Fräulein Wood nicht >, fuhr sie fort. «Ist sie glaubwürdig ? » « Ja, bestimmt. Sie hätte natürlich direkt zu George gehen müssen, aber sie fürchtet sich davor, in einen Verleumdungsprozess verwickelt zu werden.» « Dummes Ding. Ich fürchte mich nicht >, erklärte Nancy kurz und bündig. « Ich gehe hinüber. > < Aber Kind, George wird übermorgen wieder zurück sein », sagte Nicholas. « Wenn du eine Unvorsichtigkeit begehst, kann sich AUTOMOBIC-REVUE EEEN1SMK3, 30. SeptemSer 1938 —N° 76 Das Arbeiterproblem der deutschen Oel-Selbstversorgung (Fortsetzung von Saite 1.) aufgebaut waren. Danach erfordert die Gewinnung von 1 t Leichtkraftstoff bei der Hydrierung den Aufwand von 4,1 t Kohle und bei der Synthese 5-6 t Kohle. Da die Hydrierung als Arbeitsverfahren die grössere Bedeutung hat, wird man mit einem Durchschnitt von 4,5 t rechnen dürfen. Hierin ist der Bedarf an Ausgangsstoff für die eigentliche Verflüssigung wie auch an Heizmaterial für den Betrieb der Dampfkessel, Kraftanlagen, Wasserstoff-Generatoren und dergleichen mitenthalten. Für eine Produktion von 5,000,000 Flüssigprodukt würden also rund 22.500.000 t Kohle benötigt werden; das sind mehr als fünfmal soviel, als hierfür im letzten Jahr in Anspruch genommen wurde, knapp 10% der auf Steinkohlenbasis berechneten Gesamtförderung Deutschlands an Stein- und Braunkohle in 1937 und mehr als 12% des heutigen deutschen Eigenverbrauchs an Kohle. Zur Gewinnung und Weiterverarbeitung dieser Menge auf Mineralöle würden nach den Berechnungen des englischen Untersuchungsausschusses rund 135.000 Arbeiter im Bergbau und seinen Nebenbetrieben und 65.000—70.000 weitere Arbeiter in den eigentlichen Verflüssigungsanlagen, insgesamt also rund 200,000 Mann notwendig sein. Die Gesamtzahl der im deutschen Steinund Braunkohlenbergbau, einschliesslich Nebenbetrieben, in 1937 beschäftigten Arbeiter betrug rund 555,000 Mann. Die Erfordernisse der Kohleverflüssigung würden also allein in diesem Bereich im Falle der Planerfüllung eine 20prozentige Erhöhung der Belegschaft über die Arbeitskräfte hinaus erforderlich machen, die jetzt schon für dies« Zwecke im Kohlenbergbau tätig sind. Dass dies für den deutschen Bergbau ein ungeheuer schwieriges Problem darstellen muss, dessen Lösung vorerst überhaupt kaum absehbar erscheint, geht aus mehr als einem Symptom hervor: Die « Deutsche Bergwerks-Zeitung > verwies in diesem Zusammenhang auf die besonders kritische Situation im bergbaulichen Nachwuchs, die es notwendig mache, mindestens 16,000 Jugendliche im Jahr dem Bergbau neu zuzuführen, während der tatsächliche Zugang in 1937 trotz einer 50prozentigen Steigerung über das Vorjahr erst 10,700 erreichte und somit noch um 33% hinter dem unerlässlichen Mindest-Soll zurückblieb. Die Aufgabe sei dadurch besonders schwierig, weil die Zahl der Schulentlassenen vorerst von Jahr zu Jahr absinke und gerade die Neigung zu dem so besonders harten Bergmannsberuf naturgemäss nicht übermässig gross sei. Auch die Zeitschrift «Deutsche Volkswirtschaft» nahm kürzlich zur Frage der Arbeiterbeschaffung Stellung, wobei sie so weit ging, zu empfehlen, dass man auf die pensionierten Berginvaliden zurückgreifen und diesen eine ihrer Leistungsfähigkeit zuweisen solle. angemessene Wiederbeschäftigung Man erkennt aus diesen wenigen Hinweisen, wie sich schon heute die Aussichten einer drastischen Produktionssteigerung im Bergbau, der Schlüsselindustrie der Kohleverflüssigung, darstellen. Doch der Bergbau ist nur die Situation für die Kinder noch verschlimmern. Ich kann mir nicht helfen, ich hoffe, Fräulein Wood befürchtet. Hat Alberta die Sache nicht vielleicht falsch- aufgefasst ? » « Wie konnte sie ? » « Kinder spielen oft Räuber oder Indianer und machen dabei allen möglichen Unsinn. Weisst du bestimmt, dass die andern Kinder nicht in der Nähe waren ? » « Ich werde mit Alberta sprechen », sagte Nancy, und dann erhoben wir uns alle und gingen für diesen Nachmittag jeder unserer Wege. Als ich die Halle betrat, erwischte mich Melinda mit vor Angst weit aufgerissenen Augen. « Sie klettern über die Hecke», flüsterte sie. « Wer ? » «Alberta und Fräulein Nancy. Alberta wollte zuerst nicht mit, aber Fräulein Nancy schleppte sie mit sich. Ich fürchte mich zu sehr, um mitzugehen.» « Wovor fürchten Sie sich ? Es ist hei lichter Tag.» «Alberta sagt, man kann nicht wissen vielleicht ist er schon tot heute oder wieder an so einen alten Baum festgebunden. > « Warum haben Sie oder Alberta uns nich erzählt, was da vorgeht; wir haben ganz zu fällig von Sally davon gehört.» (Fortsetzung folgtJ ein Sektor im Rahmen der deutschen Mineralölproduktion und diese wiederum nur e i n Konsument des Bergbaus. Auch dessen andere Verbraucherkreise melden sich mit von Jahr zu Jahr erhöhten Ansprüchen, die die Durchführung des Vierjahresplans an sie stellt, so die Eisenindustrie, die « Buna »-Erzeugung und ungezählte andere Produktionszweige der deutschen Aufrüstungswirtschaft. Anderseits haben wir gesehen, dass sich der künftige Arbeiterbedarf in der eigentlichen Kunstölgewinnung ebenfalls in Dimesionen bewegt, die zur Zeit erst zu einem bescheidenen Bruchteil erreicht werden. Wir stellten fest, dass der Betrieb der Hydrier- und Syntheseanlagen allein etwa 65,000 bis 70,000 Arbeiter erfordern würde, wobei die Industrien noch nicht mitberücksichtigt sind, denen ihre Belieferung mit Werkstoffen und maschineller Ausrüstung usw. obliegt. Hier kommt als besonders erschwerendes Moment hinzu, dass bei den komplizierten und auf relativ wenig praktische Erfahrungen aufgebauten Arbeitsprozessen ein grosser Stamm hochqualifizierter Fachkräfte unerlässlich ist, der allein durch den mengenmässigen Einsatz an Menschen, selbst wenn diese bereitstünden, noch nicht geschaffen werden könnte. In dieser Beziehung wiegt besonders schwer, dass auch im deutschen Ingenieurnachwuchs heute schon eine bedenkliche Unterbilanz besteht. So häufen sich in der Tat die Anzeichen dafür, dass die Probleme der Arbeiterbeschaffung zu den schwerwiegendsten gehören, die heute die deutsche Wirtschaft bedrängen. Wenn die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung das Defizit an Arbeitern in Deutschland zur Zeit auf 500,000 bezifferte, so dürfte diese Zahl jedenfalls sicher nicht zu hoch gegriffen sein. Man muss sich, vor Augen halten, dass jener gewaltige Mehrbedarf an Menschen, wie ihn die Durchführung des Treibstoffplans notwendig macht, auch auf den meisten anderen Gebieten der Wirtschaft besteht und bestehen muss, nachdem Deutschland sich nicht nur damit begnügt hat, das Leistungsvermögen seiner vorhandenen Industrien auf ein Höchstmass zu steigern, sondern auch noch eine Reihe neuer Riesetv industrien zu entwickeln. Deshalb kann auch eine Umlagerung von Arbeitskräften aus einem Produktionszweig in den anderen keine Lösung bringen, wenn in jedem von diesen ein mehr oder minder grosses Defizit an schaffenden Händen vorliegt. Noch ein anderer wesentlicher Punkt aber darf nicht übersehen werden. Unsere Betrachtungen gingen ausschliesslich von einem Friedensbedarf an Mineralölprodukten aus. Die rund 6,300,000 Tonnen, die unserer Rechnung zugrunde lagen, entsprachen der normalen Verbrauchsentwicklung, wie sie die deutschen Behörden selbst ins Auge gefasst haben und sie schliessen noch nicht einmal den voraussichtlich sehr beträchtlichen Mehrkonsum ein, den der Volkswagen in den Jahren nach Fertigstellung seiner Erzeugungsstätte mit sich bringen wird. Der geplante Jahresabsatz von W* Millionen Fahrzeugen, der den heutigen Gesamtbestand an Personenwagen in Deutschland übersteigt, gibt einen Eindruck von dem erhofften Fortschritt in der Motorisierung und den daraus erwachsenden Mehranforderungen an Betriebsstoffen. Das sind, wie ausdrücklich hervorgehoben sei, die Perspektiven des künftigen deutschen Friedensbedarfs. In ihnen ist also in keiner Weise auf die stark vergrösserten Mehransprüche Bedacht genommen, wie sie im Fall eines Krieges auftreten würden. Deutsche Militärsachverstän/dige haben, wie erinnerlich, den Oeibedarf aller Streitkräfte einschliesslich des Hinterlandes auf 15—20 Mlll. t Jährlich beziffert, und selbst wenn er sich effektiv in einer kleineren Grössenordnung bewegte, würde er immer noch ein Mehrfaches des heutigen Verbrauchs erreichen. In einer Zeit, wo Tausende und aber Tausende der heute in den Fabriken beschäftigten Arbeiter zur kämpfenden Truppe abberufen werden müssten, entstünde also eine Vervielfachung des schon heute nicht mehr zu deckenden Bedarfs an Arbeitskräften. In einer Zeit auf deren Aufgaben letzten Endes überhaupt erst der deutsche Autarkieplan abgestellt ist und im Hinblick auf die man auch die schwersten materiellen Opfer zu tragen gewillt scheint, würden also die heutigen Schwierigkeiten sich noch kumwlativ vergrössern. Wie diese Schwierigkeiten je gelöst werden können, bleibt vorerst das Geheimnis derer, die sie auf sich genommen haben. J. P. K.

N° 76-i DIENSTAG, 20. Seplem&r AUTOMOBIL-REVUE AAsolutez lüeltcekocd in dec SalatoüsU wwt tBounewlte: Eyston durchrast 160 Meter in 1 Sekunde! Rekordjagd zwischen Cobb und Eyston. — Cobb fährt 563,570 km/St, und Eyston verbessert auf 575.320 km/St. G. E. T. Eyston in der Karikatur. In der Ausgabe vom letzten Freitag vermochten wir unsern Lesern eben noch kurz mitzuteilen, dass der am 26. August vom Engländer G.E. T. Eyston mit 556,01 km/St, aufgestellte absolute Weltschnelligkeitsrekord im Automobil neuerdings eine Verbesserung erfahren habe. In der Tat, sein Landsmann John Cobb, nachdem er die Tage zuvor zwei missglückte Versuche unternommen hatte, kam am Donnerstag nachm. mit seinem Boliden, der von 2 Napier-Railton-Motoren von zusammen 2500 PS angetrieben wird, zu dem erhofften Erfolg. Er legte den fliegenden Kilometer und die fliegende Meile auf seinem Silberpfeil in einem Tempo zurück, welches das von Eyston seinerzeit erreichte glatt in den Schatten stellte. Hier die gefahrenen Zeiten: 1 fliegender Kilometer: Hinfahrt: 6,34" = 566,79 km/St.; Rückfahrt: 6,44" = 556,99 km/St.; Hug (Maserati) hinter Cortese Zweiter in Modena. Von 19 Wagen 15, darunter alle «Alfetta». ausgefallen. Als letztes italienisches Rennen der Saison, das ganz für Rennwagen der Anderthalbliterklasse reserviert war, stieg am vergangenen Sonntag der « Gircuito di Modena •, bei welchem die Konkurrenten 55 Runden = 176 Kilometer zurückzulegen hatten. Die Strecke war die gleiche wie bei den früheren Auflagen, mit der einzigen Ausnahme, dass man sie mit einer weiteren Schikane beim Monumento Vittorio Emanuele II. ausstattete, wodurch die Geschwindigkeit wesentlich herabgesetzt wurde. Es setzte in Modena eine Schlacht ab, deren Auswirkungen auf das Maschinenmaterial geradezu als verheerend bezeichnet werden müssen: von 19 gestarteten Konkurrenten schieden nicht weniger als 15 aus, worunter alle von Emilio Villoresi, Biondetti, Sommer und Severi gesteuerten « Alfetta », die samt und sonders mit Kerzenschäden und Bremsdefekten liegen blieben. Aber auch Gigi Villoresi auf Maserati, der vom Start weg die Führung übernommen hatte und ungestüm — wie man sich's von ihm nicht anders gewohnt ist — davonbrauste, ward von der 7. Runde ab infolge einer Getriebestörung nicht mehr gesehen, und weitere Opfer des motorenmordenden Karussells waren Runde um Runde zu registrieren. Von 8iesem Massensterben im Kampf um die Spitze, bei dem fast alle Favoriten daran glauben mussten, profitierten die klug berechnenden Taktiker, ein Cortese und ein Hug, die ohne Zweifel mit den eindrucksvollsten Leistungen des Tages aufwarteten. Cortese kam so zum ersten Platz, und der Schweizer Hug, der in letzter Zeit immer mehr zur Elite in der Klasse der Anderthalbliterwagen aufrückt, figuriert wohlverdient an zweiter Stelle. Resultate. 1. Cortese (Maserati) 55 Runden = 176 km In 1:43:54,6 = 101,626 km/St.; 2 Hug, Schweiz (Maserati), 54 Runden in 1:43:56,4; 3. Dobson (ERA) 52 Runden; 4. Plate G. (Maserati) 48 Runden in 1:44:19,6. Schnellste Runde: E. Villoresi (Alfa '"»meo) in 1:48.6 == 106,077 km/St, ... j Mittel: 6,39" = 563,56km/St. (alter Rekord: 6,48" = 555,549 km/St.). 1 fliegende Meile: Hinfahrt: 10,19" = 569,54 km/St.; Rückfahrt: 10,37" = 557,68 km/St.; Mittel: 10,28" = 563,570 km/St, (alter Rekord: 10,42" = 556,010 km/St.). 9 Ueberflüssig zu bemerken, dass Captain Eyston zur Stelle war, als Cobb seine Rekorde zertrümmerte und dem neuen Rekordmann gratulierte, ihm und seinen Leistungen aber sofort Kampf auf der ganzen Linie ansagte. Die Welt brauchte nicht zu lange auf neue, sensationelle Meldungen aus Salt Lake City zu warten. Schon 24 Stunden später, am Freitagnachmittag, war ein neuer absoluter Weltschnelligkeitsrekord geboren. Der Träger des neuen Weltrekordtitels ist also wiederum Captain George Edward Thomas Eyston, der am 19. November 1937 als erster Sterblicher die 500-km/St.-Grenze im Automobil nicht nur erreichte, sondern sogar etwas überschritt. Sein «Thunderbolt» entwickelt bekanntlich rund 6000 PS und hat die beiden neuen Kurzdistanzrekorde in folgenden Zeiten erledigt: ifllenenderKilometer: Hinfahrt: 6,30" = 571,41 km/St.; Rückfahrt: 6,22" = 578,76 km/St.; Mittel: 6,26" = 575,06km/St. 1 fliegende Meile: Hinfahrt: 10.10" = 573,61 km/St.; Rückfahrt: 10,04" = 577,04 km/St.; Mittel: 10,07" = 575,32 km/St. Zur Zeit, da Eysfcra neue Lorbeeren erntete, schlief John Cobb den Schlaf des gerechten. Als er erwachte, sah er sich einer vollendeten Tatsache gegenüber und gab sofort die Erklärung ab, dass er nicht ruhen werde, ehe der absolute Weltrekord in seinen flefinitiven Besitz übergegangen sei und dies vermutlich am morgigen Mittwoch. Wie Am Malo langenprofil Profilen fang Mautab für