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E_1938_Zeitung_Nr.075

E_1938_Zeitung_Nr.075

BERN, Freifägr, T6. September 1938 Nummer 20 Cts. 34. Jahrgang — No 75 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISE: Aufgab« A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr. 5.-, jährlich Fr. 10.— AuKland mit Portozuschlag, wenn nicht postamtlich abonniert Ausgabe U (mit gew. Unfallversich.) vierteljährlich Fr. 7.50 Ausgabe C (mit Imassenversicherung) vierteljährlich Fr. 7.50 Erscheint Jeden Dieastaf und. Freitag Wöchentliche Beilage „Auto-Magazin". Monatlich 1 mal „Gelb« Liste" REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breitenrninstr. 97, Bern Telephon 28.222 -Postcheck HJ 414 Telegramm-Adresse: Autorevue. Bern GeceliSftssttUr Zürich! I-öwenstrasse 51, Telephon 39.743 INS ERTIONS-PREIS: Ote achtgespaltene 2 mm hohe Grundzelle oder deren Raum 45 Rp. Grössere Inserate nach SpezialtarU In5ernten«phlu«s 4 Tane vor Erscheinen der Nummer Wehrbereitschcift und Arbeitsbeschaffung Die Uebergangsvorlage des Bundesrates.— Erstellung von Tankanlagen für die Lagerung flüssiger Treibstoffe. — Warum keine strategischen Strassenbauten? Man schrieb den 7. Juni 1938, als endlich eine grosszügige, den Forderungen unserer unruhevollen Zeit gerecht werdende, bundesrätliche Botschaft über den Ausbau der Landesverteidigung und die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit herausgegeben wurde. Die weltpolitischen Ereignisse jener Tage hatten auch in den passivsten unserer Bürger Wunsch und Wille zu rascher Tat geweckt. Weit herum wurde deshalb die Erkenntnis unseres hohen Bundesrates, welche quasi das Leitmotiv seiner Botschaft darstellte und in folgenden Sätzen zusammengefasst war : «Der Anschluss Oesterreichs an das Deutsche Reich hat auch Im Schwelzervolke einen tiefgreifenden Eindruck ausgelöst. Besonders die Tafsache, dass die österreichische Nation eigentlich sich selbst aufgegeben hat, beschäftigt die öffentliche Meinung der Schweiz nachhaltig », mit dankbarer Erleichterung quittiert., In jener selben Botschaft kleidete unsere oberste Landesbehörde sehliesslich die Schlussfolgerungen, welche die öffentliche Meinung der Schweiz aus dem Schicksal der österreichischen Nation ableitete, in folgende Worte : * Diese Schhissfolgerungen glauben wir in eine doppelte Zielsetzung zusammenfassen zu sollen: in ein erneutes und vertieftes Gelöbnis, alles zu tun und nichts zu versäumen, um die Verteidigung unseres Landes, zur Erhaltung unserer nationalen Selbständigkeit und Unabhängigkeit, bis zum äussersten erreichbaren Grade auszubauen und sicherzustellen; und in die Absicht, zur Ueberwindung der wirtschaftlichen Notstände, wie sie in der Form der Arbeitslosigkeit und anderer Existenzsorgen als Rückstände einer siebenjährigen schweren Wirtschaftskrisis immer noch bestehen, durch den planmässigen Einsatz vermehrter Mittel und Energien des Staates noch aktiver zu sein als bisher. » Kaum drei Monate sind seit dem Erscheinen der zitierten Botschaft ins Land gezogen und doch haben die Ereignisse dieser relativ kurzen Zeitspanne die Richtigkeit und volle Tragweite jener Erkenntnisse klar erwiesen. Was sich in jenen Tagen auf Grund des Schicksals der österreichischen Nation an Entschlüssen aufdrängte, hat im Hinblick auf das Geschehen im tschechoslowakischen F E U I L L E T O N Töchter, ein halbes Dutzend. Von Cecily Sidgwick. 17. Fortsetzung. «Ich kann nicht beide hinauswerfen > sagte er. « Nächste Woche" habe ich in London zu tun.» George sah so unglücklich drein, dass ich wünschte, ich hätte nicht diesen Vorschlag gemacht. Diesen Rat wünschte er nicht. « Ich dachte, dass Sie vielleicht Frieden zwischen den beiden stiften könnten ; Sie sind doch so tüchtig », sagte er. «Aber wollen Sie sie denn behalten, George ? Schätzen Sie sie denn ? » «Ich habe nicht sehr viel mit ihnen zu tun. Fräulein Wood ist sehr angenehm, und die Pflegerin versteht es, mit den Kindern umzugehen. Wenigstens scheint es mir so. Sie tun, was sie ihnen sagt. Dieses immerwährende Wechseln ist so grässlich. Ich weiss doch auch nie, was nachkommt. Was sollte ich anfangen, wenn sie alle auf einmal gehen ? » Grenzgebiete höchstens weitere Vertiefung erfahren. Und auch innerhalb unserer Grenzen, vor allem auf den Gebieten der Wirtschafts-, Finanz- und Verkehrspolitik, sind seither Dinge vor sich gegangen, zeichnen sich gegenwärtig Strömungen ab, die auch beim besten und elastischsten Willen mit den bundesrätlichen Ueberlegungen und Erklärungen nicht in Uebereinstimmung zu bringen sind. Wir erinnern unsere Leser nur an die Haltung unserer nationalrätlichen Volksvertreter anlässlich der Schlussabstimmung über die Finanzvorlage, die durch ständerätliche «Schwänzerei» notwendig gewordene Verschiebung der «dringlichen» Bundesbahnvorlage und schliesslich auch an das formaljuristische Verschanzen unserer Behörden hinter die Berichte der Natiönalbank und die kantonalen Finanzdirektoren, sobald von einer Heranziehung; des Abwertungsgewinnes die Rede ist. Alles in allem : Ein klägliches Zurückschrecken vor der eigenen, dem Volke im Juni bewiesenen und von diesem freudig begrüssten Initiative. Reden schon, doch handeln? Kein Zweifel, auch die eidgenössischen Räte werden — nachdem die nationalrätliche Kommission, betr. Landesverteidigung und Arbeitsbeschaffung der Ubergangslösung mit 12 gegen 1 Stimme bei 9 Enthaltungen zustimmte — dem Kredite von 70,3 Millionen Franken an Stelle des ursprünglich für nötig erachteten von 415 Millionen Franken beipflichten. Wohl wurde in diesen Badener Beratungen ein. Zusatz angenommen, der Förderung der Gesamtvorlage vom 7. Juni in dem Sinne verlangt, dass dieselbe spätestens im Mai des nächsten Jahres zur Abstimmung kommen könne. Ob aber die Weltgeschichte auf unser Bereitsein warten wird? Was die Automobil Wirtschaft an dieser neuerlichen Uebergangsvorlage besonders interessieren dürfte, ist die Gewährung eines Kredites in der Höhe von 7 Millionen Franken zum «Ziehen Sie ins Hotel, bis Sie andere Leute gefunden haben. > Ich war George wirklich sehr zugetan, aber er machte mich ungeduldig. Tatsächlich hatte man bei ihm immer mit zwei verschiedenen Menschen zu tun, mit dem ernsten, ehrenhaften, schwer arbeitenden, tüchtigen Anwalt einerseits, und dem Witwer, dem sein Haus und sogar seine Kinder eine Last schienen, anderseits. Mit diesem letzteren hatte ich zu tun, und ich wünschte, er würde sich verheiraten. Er ist ein hübscher Mann, gross, dunkelhaarig, mit Augen, die einen so guten Ausdruck haben. « Ich werde mich um Ihre Kinder kümmern, während Sie in London sind », sagte ich. « Aber was soll ich mit Fräulein Wood anfangen ? Soll ich ihre Kündigung annehmen, oder soll ich zwischen ihr und der Pflegerin zu vermitteln trachten ?» Er seufzte schwer. «Sie können es jedenfalls versuchen», sagte ich und sprach aus, was er zu hören wünschte. Sein Gesicht hellte sich auf, und er klingelte. «Ich habe bereits Tee getrunken», sagte Bau bundeseigener Tanks für die Lagerung flüssiger Treibstoffe. Vorgesehen ist die Zurverfügungstellung dieser Tanks an die Privatwirtschaft, d. h. es hätte diese die von ihr anzulegenden Treibstoffreserven dort unterzubringen. Die Uebergangsbotschaft äussert sich zu diesem Problem weiter: «Da die Treibstoffversorgung unbastrittenerweise eines der dringendsten Probleme der Kriegswirtschaft ist und die gegenwärtigen Vorräte in kriegsvorsorglicher Hinsicht ungenügend sind, sollte mit der Inangriffnahme jener Arbeiten sobald als möglich begonnen werden, zumal wenn man bedenkt, dass der Bau, die Einrichtung und Füllung der Tanks weitere Monate beanspruchen werden. W}r ersuchen Sie daher, uns zu diesem Zwecke jetzt schon einen Kredit von 7 Millionen Franken za gewähren. Eine genaue Budgetierung ist uns leider auch heute noch nicht möglich, weil die Frage der in Betracht fallenden Konstniktionsarten noch nicht endgültig abgeklärt ist. Es werden hierüber gegenwärtig Versuche angestellt; deren Ergebnis muss zuerst abgewartet werden. Je nach der Bauart werden die Kosten verschieden ausfallen. Immerhin steht fest, dass die Kosten für den Bund im höchsten Falle insgesamt auf 7 Millionen Franken zu stehen kommen werden. > Jeder aufmerksame Leser wird sich an einem Satz dieses Zitates stossen, er muss sich daran stossen, wenn ihm Wohl und Wehe unseres Landes nicht gleichgültig ist. «Es werden hierüber gegenwärtig Versuche angestellt.» Diese lapidare Feststellung zeigt so recht deutlich, welch unverständliche Mentalität in gewissen kriegsteehnischen und kriegswirtschaftlichen Domänen das Szepter schwingt. Der simple Bürger jedenfalls begreift nicht, wie auf der einen Seite unsere oberste Landesbehörde nichts zu versäumen und zu unterlassen angibt, um die Verteidigung unseres Landes zum äusserst erreichbaren Grade auszubauen, während untergeordnete Stellen ihrerseits heute endlich mit Versuchen beginnen, von deren Erfolg die Inganghaltung eines wesentlichen Teiles der neuen Truppenordnung abhängt : ich eiligst und erhob mich. Aber er winkte mir, wieder Platz zu nehmen. «Sie würden mir einen grossen Dienst erweisen, wenn Sie hier blieben. » So blieb ich gegen meinen Willen. Als die Pflegerin eintrat, sah sie an mir vorbei, als ob ich Luft wäre, und sprach zu George. «Ich plätte », sagte sie. « Setzen Sie sich einen Augenblick, ich habe mit Ihnen zu sprechen», wandte sich George an sie, und seine ganze Art erinnerte mich an Leute, die sich vor einem Hund fürchten und sich bei ihm einzuschmeicheln suchen. Die Frau nahm den ihr angebotenen Stuhl und setzte sich auf seinen Rand. Ihr Mund war hart zusammengepresst, ihr Kinn aufwärts gerichtet. «Es handelt sich um Fräulein Wood —», begann George und betrachtete den Brief in seiner Hand. Dann blickte er auf mich, als ob er dachte, dass ich jetzt an der Reihe sei. « Es sollte nicht solche Zwistigrkeiten geben >, begann, ich zögernd, aber ich kam nicht dazu, auszusprechen, was ich sagen wollte, denn die Kinderpflegerin nahm eine so wütende Haltung gegen mich ein, dass ich dachte, sie würde mich anfallen. Ihre In dieser Nummer: Weiterausbau des bernischen Strassennetzes. Monza im Rückspiegel. Warum soll ich meinen Wagen verkaufen? Unrichtig parkiert. Neue Debatten um den engl. Autoverkehr. Bescheidene Schweiz. Treibstoffimporte. Zunahme der 1 Beilage: die Beweglichkeit der motorisierten Einheiten nämlich! Wo ständen wir, wenn nicht die Privatwirtschaft halt auch in diesen Dingen unermüdlich immer wieder und schliesslich unsanft «gestupft» hätte? Man mag über die getroffene Zwischenlösung in guten Treuen verschiedene Ansichten vertreten, eines aber steht ganz unzweifelhaft für alle Nachdenklichen fest: Die Sistierung jeglicher Zusatzkredite für Strassenbauten gibt zu denken, fordert die Kritik heraus! In der Junibotschaft hob der Bundesrat noch mit Recht den Einfluss der mitteleuropäischen Verhältnisse auf die militärpolitische Lage der Schweiz hervor, welche uns zwinge, die bisherigen Anstrengungen zur militärischen Sicherung unseres Landes , mit aller Energie und unverzüglich zu verstärken. Drei Monate später erscheint eine sog. Uebergangsvorlage, deren 70-Millionen-Kredit nicht einen Rappen für zusätzliche Strassenbauten vorsieht, trotzdem es in der Junibotschaft schwarz auf weiss heisst: «Als unerlässlich erachten wir aber auch eine Sonderaktien zur Erweiterung und Beschleunigung des sog. Alpenstrassen-Ausbauprogrammes.» Und weiter : «Die seit unserem Beschluss vom 26. Februar 1937 (1. Alnenstrassenausbauprogramm) eingetretenen wirtschaftlichen und politischen Veränderungen lassen nun die Notwendigkeit eines rascheren Ausbaues wichtiger Strassen in neuem Lichte erscheinen und dürften auch auf die Beseitigung bestehender Hindernisse hingewirkt haben. » (Fortsetzung Seite 2.) Augen waren fast geschlossen, und ihr blasses Gesicht zuckte, während sie sprach. «Ich bin nicht in Ihren Diensten, verstanden ?» legte sie. los. « Wenn es sich um Fräulein Wood handelt, kann Ich nur sagen : entweder sie oder ich. Einmischung lasse ich mir von keinem Menschen gefallen. » Dabei sah sie mich mit funkelnden Augen an. < Ich bin eine geschulte Pflegerin und verstehe mit Kindern umzugehen, selbst wenn sie von einer so albernen, jungen Person, wie es dieses Fräulein ist, aufgehetzt werden. Sie sagt ihnen, ich sei streng. Das bin ich auch, wenn sie nach all dem Unsinn, den sie ihnen einimpft, ins Kinderzimmer zurückkommen. Entweder sie geht nächsten Ersten oder ich. » « Hat sie mir gekündigt ? » fragte mich George ganz benommen, als das Weib wieder aus dem Zimmer war. «Ich weiss, was ich an Ihrer Stelle tun würde », sagte ich, und er blickte mich erwartungsvoll an. « Ich würde ihr den Monatslohn auszahlen, ihr befehlen, dass sie morgen packt, und Fräulein Wood beauftragen, sich um die Kinder zu kümmern, bis Sie aus London zurückkehren. »