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E_1938_Zeitung_Nr.075

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II Automobil-Revue —

II Automobil-Revue — N° 75 „Doris reist um die Welt" Kulis, Taxgirls und andere Chinesen an Shanghai liegt wohl in China. Das ist aber auch alles. Durch seine eigenartige Aufteilung in verschiedene Settlements kann man von einem Original-China kaum sprechen, geschweige denn schreiben, wentt man damit Shanghai meint. Was aber chinesisch, richtig chinesisch ist, das sind die Kulis. Weil in Shanghai auf der Strasse kein Taxi auf Kundschaft warten darf, und weil, im Gegensatz zu Tokio zum Beispiel, kein auf der Strasse fahrendes leeres Taxi gemietet werden darf — komische Gesetze haben die Leute! — und man daher nur die Möglichkeit hat, telephonisch aus Garagen Taxis kommen zu lassen, ist der Fussgänger für kurze Distanzen auf die Rikschas angewiesen. Ein Weisser kann doch nicht über 200 Meter zu Fuss gehen. Schon der Hitze wegen. Und wer gelb ist (Rasse und nicht Gelbsucht) und etwas auf sich hält, fährt ebenfalls Rikscha. Man erzählte mir die Geschichte des reichen Chinesen, der von einem Tag auf den andern täglich per Tramwagen in sein Geschäft fährt. Rapid nimmt sein Umsatz ab, seit er aus irgendwelchen Gründen die Trambahn der Rikscha vorzieht. Es ist einfach unfein, es gehört sich nicht. Tramfahrer verlieren Ansehen und Kredit. Der Rikscha-Kuli in Shanghai trägt auf dem Kopfe irgend einen alten Hut aus Stroh oder Filz, der bei uns jederzeit prächtige Dienste als Kopfbedeckung einer Vogelscheuche leisten würde. Am Oberkörper hängt eine ehemals dunkelblaue offene Bluse, auf deren Rücken in früher noch weissen Zahlen die Nummer seiner Rikscha genäht ist. Meistens aber ist er obendurch nackt und dürr. Dazu eine kurze Hose, selten Turnschlappen an den Füssen und meistens barfuss. Und natürlich das Schweisstüchlein, das im Hosenbund steckt. Auch Europäer tragen im Gürtel ein kleines Frottiertuch, das sie täglich frisch mitnehmen. Abends kommt's dann nass und schmutzig in die Wäsche. Zu Hause liegt im Wäscheschrank eine Beige solcher Tüchlein. Der chinesische netensystem einen Stern hervorgebracht hat, auf dem die Lebensbedingungen ähnliche sind wie auf der Erde — selbst dann müsste es noch eine ganz hübsche Anzahl von Gestirnen geben, die in unserem Sinne als «bewohnt» gelten dürften. Die Wahrscheinlichkeit also, dass es gerade unsrem winzigen Staubkorn im Weltall vorbehalten geblieben ist, die auserwählte Spezies des «homo sapiens» zu schaffen, scheint immerhin recht klein zu sein. Die Wahrscheinlichkeir anderseits, dass wir jemals positive Kenntnis davon erlangen werden, ob es irgendwo in der Welt cMitmenschen» gibt, ist noch wesentlich kleiner, dieweil das nächste uns bekannte Sternensystem rund 40 Billionen Kilometer von uns entfernt ist. l>ie Anregerin der „Muttertage" gestorben Muttertage, eigentlich Muttersonntage, wie sie ursprünglich hiessen, wurden erst in den letzten Jahren bei uns eingeführt. Ihre Feier in andern Ländern geht jedoch schon auf viele Jahre zurück. Die Anregerin der Muttertage, Miss Constance Penswick Smith, ist dieser Tage, sechzigjährig, in Nottingham gestorben. Im Jahrel913 schrieb sie hunderte Briefe an Geistliche, in denen sie den Antrag stellte, den vierten Sonntag der Fastenzeit als « Muttersonntag » zu erklären. Die Idee wurde in vielen Pfarrsprengeln aufgegriffen und der Ehrung der Mutter ein besonderer Tag gewidmet. Dann propagierte sie einen eigenen Muttertagskuchen, dessen Rezept sie im Wege der Kirchenbehörde verbreitete. Auch dieser Gedanke fiel in England auf fruchtbaren Boden. Wie" eine Freundin der Verstorbenen erzählt, nahm die Frage der Muttertage sehr viel Zeit, aber auch materielle Opfer in Anspruch, so dass Miss Smith schliesslich fast gänzlich mittellos dastand. Geldspenden wies sie immer zurück. Sie war glücklich bei dem Gedanken, dass sich die Institution der Muttertage über England hinaus in die meisten Länder verbreitete. Auch die Philatelie hatte sich der Idee bemäcKtigt. In den Vereinigten Staaten erschien als erstem Land eine Muttertagsmarke, welche Gepflogenheit später auch andere Länder übernahmen. (N. Wiener Journal.) Von Peter Pee li besitzt ein einziges Schweisstüchlein. Es sieht auch demnach aus! Und nun kommt das Problem. Ich konnte nicht erfahren, ob jemand jemals das Problem gelöst hat. Es handelt sich um folgendes: Wie man weiss, leistet der Rikscha-Kuli Unerhörtes. Ich sah Rikschas mit ganzen Familien gefüllt, Papa, Mama und zwei Kinder, alle feist und gelb. Für den Transport unserer Gepäckstücke verlangte man mir 50 Cents, also zirka 53 Schweizer Rappen. Dies für sieben Handgepäck, eine Viertelstunde weit vom Hafen ins Hotel schleppen, plus den Vertreter der Gesellschaft, plus inklusive die Unkosten dieser Gesellschaft. Wieviel der Kuli für diesen Riesentransport erhielt, weiss ich nicht. Viel kann es nicht gewesen sein. Durchschnittlich bezahlt man einen Kuli mit 10 Cents. Für eine grössere Distanz, aber noch innert der Zeit einer halben Stunde, 30 Cents, und per Stunde 60 Cents. Der Kuli ist mit 10 Cents zufrieden. Wer aus Bedauern 20 Cents gibt, erlebt das nicht sehr Angenehme, dass der Kuli eine schreiende Reklamiererei beginnt, von der man kein Wort versteht, aber den Sinn aus den markanten Gesten lesen kann: Er will noch mehr. Die sehr Dummen geben dann noch mehr, worauf das Geschrei des Kulis hoch grösser wird, weil er denkt: Wenn'mir dieser Neuling da statt den erwarteten und üblichen 10 Cents das Doppelte gibt, kann ich logischerweise noch mehr aus ihm herausholen. Und er holt so lange, bis man das Safe zuschliesst. Nun, der Chinese lebt durchschnittlich für 32 chinesische Dollar im Jahr [cä. 35 Schweizer Franken). Ein Rikscha-Kuli lebt billiger. Er isst im allgemeinen nur einmal täglich: ein Schüsselchen voll Reis, eine kleine Tägse grüner Tee, und, wenn's gut geht,- fünf Stäbchen voll Fischstücke in der Grosse des Mittelfingernagels eines dreijährigen Kindes. Er schläft nachts entweder auf der Strasse — ohne weiche Unterlagdecke — oder aber mit 20 andern in einer winzigen baufälligen Hütte, wo sich niemand recht bewegen kann, ohne die Nebenperson beinahe zu erdrücken. Nahrung .und Schlaf wäre selbst für einen Nichtstuer absolut ungenügend. Dabei arbeitet der Kuli strenger als ein Ross. Er zieht die schwersten Lasten, er geht nicht bedächtig, sondern er rennt. Und er hat keine abgezählten Ruhepausen. ai • Etwas erfreulicher sind die Taxigirls. Was ist sehenswert? In Basel sind es die Gemälde von Holbein und Witz, und allenfalls das Münster; in New York die Wolkenkratzer und die Fifth Avenue, in Tokio Tempel und Kaiserpalast, und in Shanghai •— da* Nachtleben. Ich sage das nicht von mir aus. Jeder sagt es in Shanghai: das Sehenswürdigste ist hier das Nachtleben. • , -:• Um so erstaunlicher: : Es gibt in Shanghai kein eigentliches Unterhaltungsviertel, kein Montmartre und kein Montparnasse. Jeder Distrikt, jedes Settlement, jede Ansiedelung hat seine gewisse Strasse, mit Dancings, Restaurants etc., und ohne Privatwagen kommt man in einer Woche nicht herum. Darum ein «Vivat-Hoch!» den Besitzern von Privatwagen; dank ihnen durfte ich nachgeben. Man fährt also ins «Lido», «Vienna», «Del Monte», «Casanova», aMetropole», «Ambassador», und wie sie alle heissen, Sie sind alle verschieden und sind doch alle gleich. Ver- , schieden in der Aufmachung und gleich in der Durchführung. Die Orchester sind immer gut, meistens weisse Musiker, die in einer Riesenmuschel oder auf einer phantastisch beleuchteten Empore sitzen. Die Säle sind aircooled und zwischen der Tanzfläche und den Tischen der Gäste stehen die Stühle der Taxigirls. Es gibt chinesische und russische Taxigirls. Die kleinen Japanerinnen mögen noch so herzig sein, die Chinesinnen sind entzückende Mädchen. Alle tragen das gleichgeschnittene chinesische Kleid, mit hohem Kragen, glattfallend, ohne Gürtel, und auf beiden Seiten bis zur Kniehöhe geschlitzt. Durch die Variationen aber in Stoff und Ausführung wirkt derselbe Schnitt keineswegs etwa langweilig oder uniformierend. Die Taxigirls erhalten 30 bis 50 Cents pro Tanz, Selbstverständlich'gibt man ihnen das Geld nicht nach jedem Tanz in bar, sondern man kauft sich eine Anzahl Tickets und verteilt sie dann unter seine Tänzerinnen, ehe man nach Hause geht. Manchmal kann man sich irren — sie sind nicht beleidigt. Sie lächeln freundlich und bedanken sich sehr auf chinesisch, was man ja nicht versteht. Alle sprechen «Messend englisch», das heisst, sie können, ohne zu stottern oder unter der Schminke zu erröten, «thank you» nach dem Tanze sagen. Sonst verstehen sie kein englisches Wort, obwohl sie Abend für Abend sozusagen ausschliesslich mit englisch sprechenden Herren tanzen. Sie halten sich an ihre' Tradition, nur chinesisch zu können, krampfhaft, wie sie sich an den so kleidsamen Schnitt ihrer Kleidung halten. In einem Dancing sah ich einmal ein Taxigirl europäisch angezogen. Sie machte genau den Eindruck einer älteren Operettendiva, die die Rolle eines kleinen Mädchens spielen will. Grauenhaft I Meistens fährt der Besitzer der Dancings seine Taxigirls nach Feierabend nach Hause, er bezahlt ihnen die notwendige Anzahl Taxis. Er haftet somit für sichere Heimkehren seiner Angestellten., Was. dann zu Hause geschieht, geht ihn nichts mehr an. Man sagte mir, kein Taxigirl würde • sich von einem Tanz-Kunden heimbringen lassen. So etwas tut man nicht, Wenigstens offiziell, Beim Tanzen verzichtet man notgedrungen auf Unterhaltung, man tanzt, nur des reinen, Vergnügens wegen, denn chinesische Taxigirls sind ausgezeichnete und im wahren Sinne des Wortes federleichte Tänzerinnen« Die russischen Taxigirls haben der «Taxi- Bewegung», wenn man sie so bezeichnen kann, geschadet. Sie tanzen in besonderen Lokalen und nie mit chinesischen Girls zusammen, und wenn man in Paris in ein sehr massiges Dancing geht, findet man bedeutend vorteilhafter aussehende Tanzdamen als diese sogenannten Girls, die noch die Unverfrorenheit haben, samt und sonders zu behaupten, russische Prinzessinnen oder mindestens russische Gräfinnen und Fürstinnen zu sein. Während, chinesische Taxigirls überrascht und dankbar sind, wenn man an ihren Platz ein Zitronenwasser schicken lässt, betteln die russischen Prinzessinnen beim ersten Tanz um eine Zigarette, dann um eine Orangeade, dann wollen sie ein Paket Zigaretten, auf das Champagner folgt und eine Puppe, Blumen, Chocolade und Konfekt. Wer bis dahin weich blieb und nachgab, wird dann mit Liebe umgarnt, darf ein Rendez-vous abmachen und muss sich vorbereiten, mindestens einen Tausenddollar-Schein f ln der "Tasche zu haben. Meistens haben ausserdem diese Damen einen Advokaten an der Hand, der sehr unangenehme Briefe schreiben kann. Falls eine Gesellschaft in eines ihrer Lokale kommt und sich erfrecht, Ehefrauen oder Schwestern oder Freundinnen mitzubringen, leisten sich die russischen Taxigirls derart laute und derbe Bemerkungen aus Konkurrenzneid, dass man sich nur wundern muss, warum der Besitzer seinen Kunden zuliebe nicht energischer auftritt. Wahrscheinlich aber sind dem Besitzer einzelne Herren als Kundschaft lieber. Es ist also nicht erstaunlich, wenn der Europäer in Shanghai chinesische Cabaretts und Dancings diesen weissen Lokalen vorzieht. Afrika, Aegypten Wir haben einen interessanten Belgier kennengelernt. Er sieht. flott aus und, was in diesem Falle Sehr wichtig ist, grundehrlich. Denn tr erzählt ein Erlebnis, das an und für sich kaum glaublich ist. Es sei aber typisch ägyptische Mentalität. Erstens habe ich Zeit zum Schreiben, und zweitens finde ich die Geschichte so ausgezeichnet, dass sie mir wohl wert ist, ein halbes Stündchen länger im Hotelzimmer zu sitzen und in mein Tagebuch zu kritzeln: Der Belgier fährt mit seiner Frau « über Land». Sie sitzt am Steuer. In einem Dörfchen, nahe bei der Stadt, humpelt ein Greis über die Strasse. Die Frau hupt. Der Greis greist weiter. Die Hupe dröhnt, und im letzten Augenblick reisst die Fahrerin das Steuerrad herum, worauf natürlich (wie das bekanntlich immer ist) im gleichen Augenblick der alte Mann hochblickt, das Auto sieht, zurück will und in sein Verderben hinkt. In diesem Falle- ist es freilich nicht so schlimm. Der linke, vordere Kotflügel hat ihn zu Boden geworfen. Er blutet etwas am Kopf, sonst ist er heil und gesund und steht auch ohne fremde Hilfe auf. Der Belgier kennt das Land. Er weiss genau, wenn die Araber empört sind, habe ich jetzt nichts zu lachen. Sie schlagen und ttechen, ohne lange zu zögern, selbst wenn es sich nur um einen für sie wertlosen alten Mann handelt. Ausserdem ist ein Verhör auf der Polizei in Aegypten geradezu eine Tortur, die nicht mehr aufhört. Infolgedessen nimmt der Herr kurzerhand seine Brieftasche heraus, zieht eine Pfundnpte hervor, gibt sie dem herbeigeströmten, bereits erwachsenen Sohn des An- resp. Umgefahrenen und zwinkert dabei mit den Augen — malesch, Schwamm darüber! Prompt versteht das der Araber und versichert hell entzückt, er schwöre jederzeit, sein Vater trage die alleinige Schuld am Unfall und der Herr möge nur ruhig weiterfahren — was der auch tut. Tatsächlich erhält er nie einen Strafbefehl. Soweit wäre die Angelegenheit ganz natürlich und praktisch sogar in Europa möglich. Nun aber... Nun fährt, einige Wochen später, ein Freund unseres Bekannten durch das gleiche Dorf, erinnert sich des Unfalles seines Kameraden und erschrickt nicht schlecht, als plötzlich aus einem Hausgang ein Araber herausfliegt und direkt vor den Wagen zu liegen kommt. — Rrrrschschscht — die Bremse knirscht. Nichts ist passiert! Der Greis erhebt sich, blutend und bleich. Wie ist das? Es ist selbstverständlich derselbe Mann. Seit dem ersten Unfall ernährt man sich, die ganze Familie, vielleicht das ganze Dorf, mit dem Grossvater. Man stellt ihn in den Hausgang. Hinter ihm warten ein paar handfeste Burschen (Großsöhne und Söhne). Ein Auto kommt, und schon saust Grossväterchen mit seinen 182 Zentimeter Grosse auf die Strasse. Passiert etwas, schön, dann bezahlt der Automobilist willig. Geschieht nichts, dann reisst auf jeden Fall die alte Wunde am Kopf wieder auf, das Blut rinnt, und der Herr im Auto zückt, im Glauben, er habe den Unfall verschuldet, seine Brieftasche. Grossväterchen wird zwar das niedliche und verdienstbringende Spiel nicht sonderlich schätzen, aber — was will er machen? Geld ist Geld, Bakschisch ist Bakschisch — das heisst Trinkgeld ist Trinkgeld! Leider weiss unser Belgier nicht, ob der fliegende Grossvater heute noch existiert. Ein Rapport an die Polizei hat nichts genützt. Immerhin wäre es möglich, dass er einmal an ein Auto mit schlecht funktionierender Bremse geriet und überfahren wurde. Dann wird wohl sein Sohn an seiner Stelle zum Hausgang hinausfliegen. Ein liebenswerte« Buch. Peter Pee, \ler Verfasser des liebenswürdigen Reisebuches «Doris reist um die Welt», ist unserer Leserschaft als einer der spritzigsten Feuilletonisten unter den Schweizern bekannt. Ein Basler übrigens, der ganz anders heisst, als er angibt, sicher ein Vollblutbasier, was seinen Witz, die Bildhaftigkeit seiner Sprache, die humoristische Behaglichkeit des Erzählens anbelangt. Wir glauben, «Doris reist um die Welt» sei auf der Hochzeitsreise entstanden, die schnurstracks über die Ozeane führte. Wir begleiten das junge Paar nach den Vereinigten Staaten, nach Asien, Hawai, Aegypten und der Enden. Es ist ein unterhaltender, kurzweiliger Erlebnis-Bericht, der auf alle wissenschaftlichen Zutaten verzichten kann. Die köstliche Traube der geschilderten Ereignisse genügt, um den Leser stundenlang bei froher Laune zu halten — und gelegentlich schiebt Peter Pee eine häusliche Szena (Einpacken und Auspacken der Koffern und dergleichen) ein, die uns beide jungen Weltenbummler lieb macht. Wir drucken mit Bewilligung des Verlages einige Seiten aus dem empfehlenswerten. Buche ab. (Verlag: Buch und Zeitschriften AG., Zürich.) Ein „Auto-Kino" für 600 Wagen Die ausgezeichneten finanziellen Erfolge der ersten amerikanischen «Auto-Kinos> — Lichtspieltheater, die man mitsamt seinem Auto besuchen kann, ohne auszusteigen — hat zur Eröffnung immsr neuer derartiger Kinos geführt. Soeben wurde in Long Island das bisher grösste Theater dieser Art eröffnet. Auf einem fünf Hektar grossen Terrain ist eine Reihe von halbkreisförmigen Rampen errichtet, die amphitheatralisch aufsteigen. Sobald ein Wagen seinen Platz eingenommen hat, wird er automatisch leicht nach hinten gekippt, so dass die Blickrichtung der Insassen auf die zehn Meter Ober dem Erdboden beginnende 16 m hohe und 20 m breite Leinwand fällt. Jeder Wagen kann jederzeit ein- oder ausfahren, ohne die übrigen Zuschauer zu stören. Licht- und Tonstärke ist so gross, dass die Vorstellung bei schlechtem Wetter auch durch die geschlossenen Wagenfenster verfolgt werden kann, ohne dass der Genuss beeinträchtigt wird. REISE-SCHECKS Sicherheit gegen Verlust und Diebstahl Vorteilhafte Kurse REISE-MARK REISE-LIRE REISE-PENQÖ DOLLAR PFUND IHE AMERICAN EXPRESS CO. m. 8ihlponeplatz 3 ZÜRIOH Tel. 36.720

JJ075 _ Info, 'II un Trag Bächer auf dem Kopf! Die amerikanische Schauspielerin Maureen O'Sullivan ist eine Gegnerin von übertriebenen gymnastischen Uebungen, da diese nur die Figur vergröbern. Ein bestimmtes Mass hält sie jedoch genau ein, wie sie überhaupt grössten Wert auf tadellose Haltung und einen graziösen Gang legt. Sie macht hierzu eine sehr einfache, aber ebenso wirksame Uebung, indem sie täglich zehn Minuten mit ein paar Büchern auf dem Kopf auf- und abgeht (Damen, die dazu neigen, den Kopf zu senken und die Schultern nach vorn fallen zu lassen, sollten das einmal nachmachen, sie werden über den Erfolg erstaunt sein). Wichtiger als Kaugummi Eine soeben aus dem Amazonasgebiet nach New York zurückgekehrte Expedition hat beobachtet, dass die Eingeborenen des unteren Stromgebietes den Saft des Sapodillabaums, der als Grundstoff für die Kaugummifabrikation in enormen Mengen nach Nordamerika exportiert wird, nicht restlos an die Aufkäufer abliefern, sondern ansehnliche Quantitäten zurückhalten. Als man dem Verwendungszweck nachforschte, stellte man fest, dass die Indianer zwar noch nicht auf einer .so hohen Kulturstufe angelangt sind, um daraus Kaugummi herzustellen; sie benützten die Masse vielmehr, um mit grosser Geschicklichkeit daraus verbandartige Stützen für gebrochene Knochen und Glieder anzufertigen. Maureen O'Sullivan trägt in ihrem neuesten MGM-Film «Ein Yankee in Oxford» ein kleingemustertes Imprimekleid mit weissem Rollkragen und braunweisser Schärpe. Das Kleid hat am Rücken Reissverschluss und wird von einem weissen Hut mit braunem Seidenkopf ergänzt. — Constance Bennett trägt in dem MGM-Lustspiel «Wie leben wir doch glücklichI» ein kostbares Kleid aus schwerem, hellem Seidencrepe mit Handstickerei im slowakischen Stil in drei grünen Nuancen. Die vordere Partie ist schräg gewickelt, die Aermel gerade und weit. Sehr mondän ist der weisse Hut ohne Kopf mit grünem Samtband, ebenso die weissen Schuhe mit grünen Lederapplikationen. — Gale Sondergaard, ein neuer Star der Metro-Goldwyn-Mayer, wählt ein Complet in Stahlblau und Schwarz. Das schwarze Bolero ist ganz mit stahlblauer Kurbelstickerei bedeckt, die Bluse ist schwarz, der Rock aus stahlblauer plissierter Seide, eine gleichfarbige Satinschärpe ersetzt den Gürtel. Dazu ist der grosse schwarze Filzhut sehr kleidsam. iPhoto M.G.M.) Ein apartes Kostüm, das eine Art Kosakensti! kreiert und für Maureen O'Sullivan bestimmt ist, die wir demnächst in dem M.G.M,-Film «Ein Yankee in Oxford» und «Im Hafenviertel von Marseille» bewundern können werden. Die engsitzende weisse Flanelljacke ist mit schwarzen Flanellstreifen eingefasst und mit angeschnittenen Patten verschlossen. Der neuartige Stehkragen hat schwarzgefütterte umgeschlagene Ecken. Dazu gehört ein glatter, schwarzer Rock, schwarze Handschuhe und eine hohe, weisse Kosakenmütze mit schwarzer Einfassung. — Zur Reise und für kühle Tage bevorzugt Maureen O'Sullivan ein Kostüm mit glattem Tweedrock, zu dem eine Pepitajacke mit neuartigem Revers gehört. Die kleine Mütze, der Pullover und die Handtasche nebst Handschuhen sind alle in gleicher Farbe dazu zusammengestellt. Wie man den Schleier trägt Der Schleier, der auf allen Hüten zu sehen ist, gibt der Silhouette von. 1938 eine charakteristische Note. Er ist aus duftigem Tüll oder steifem Rosshaar, mit Tupfen besät oder einfach genetzt — aber immer bildet er den Hauptaufputz des Hutes und umgibt das Gesicht mit einem kleidsamen Rahmen. Die einfachen Hüte, die zumeist Canotiers sind, werden mit Schleiern getragen, die meterweise verkauft werden. Sie bedecken das Gesicht oft bis über die Nase, manchmal verhüllen sie es ganz, so wie es in den Vorkriegsjahren üblich war. Ein weisser Canotier mit einem schwarzen Schleier, der rückwärts am Hutrand grosse Schlupfen bildet, ist der letzte Schrei der Mode. Die Schleierfabrikanten machen gute Geschäfte, denn zu diesem Arrangement benötigt man zwei Meter. Dann gibt es die sogenannte «Violette-Plateau», ein in runder Form abgepasster Schleier, dessen Rand gestickt oder soutachiert, oder auch mit Tüll besetzt ist. Am häufigsten wird dieser Schleier über den Hut gelegt und umgibt diesen ringsum in Falten. Dann sieht man auch steife genetzte Rosshaarschleier, die den Hutrand umgeben und kaum die ganze Stirn beschatten. Die einfachsten Hüte gewinnen durch ein schickes Schleierarrangement in überraschender Weise. Selbst im Theater spielt der Schleier seine Rolle. In Pastelltönen wird er als Abendcoiffüre verwendet und inspiriert sich manchmal von der Mantilla der Spanierin, manchmal vom bräutlichen Schleier. Blumen oder Clips halten ihn seitlich oder in der Mitte fest. Wie man sieht, ist der Schleier nicht mehr das Attribut älterer Damen, sondern wird von zwanzig Jahren aufwärts getragen. Die jüngeren Jahrgänge favorisieren den farbigen Schleier oder auch den schwarzen, der mit bunten Tupfen besät ist. Man bewundert den Erfindergeist der Modistinnen, die aus einem bereits überlebt gewesenen Toilettendetails so überraschend neue Effekte zu erzielen verstehen. (Pr. Tbl.) Zwei jugendliche Entwürfe für den Metro-Goldwyn-Mayer-Star Maureen O'Sullivan. Links ein leichtes Seidenkleid, das im Rockschnitt und der Gürtelverarbeitung entschieden an Biedermeier- Vorbilder erinnert, rechts ein fesches Sportkleid, dessen einzigen Schmuck sehr aparte Steppverzierungen am rlastron, den neuartigen Aermelchen und den Beuteltaschen bilden. Auch der Gürtel ist durchgesteppt. S3ern, Spttalgajfe 3 Seleü&on 28.121. £aute ßouhtre %% 09 10 mann ber eleganten %xa\i Erlach am Bielersee A.C.S. Hotel Erle T. c.s. Altbekanntes Haus. Vorzüglich in Küche und Keller. - Fischspezialitäten. - Gartenrestaurant. Garage. Tel. 8. A. Geissbühler, neuer Bes. Im Hotel Terminus, Colxnar finden Sie allen Komfort, erstklassig gepflegte Küche zu bescheidenen Preisen. - Grosser Gesellschaftssaal für 300 Gedecke. Garagen im Hotel. Tel. 2118. Bes. Emile John«. „Le Presbytere" Evangelisches TöchterinsÜtu» COURTELÄRY a« Französisch - Haushalt Sprachen, Sport, Musik usw. Winterkursbeginn: Oktober. Referenzen, Prospekte. Herr und Frau Pfarrer Voumard. 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