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E_1938_Zeitung_Nr.075

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IM Aulomobil-Revue —

IM Aulomobil-Revue — N° 75 Erfindungen — und „Hier werden Erfindungen erfunden!" «Erfinden» ist keine ganz einfache Angelegenheit — und an den damit verbundenen Komplikationen, am Mangel an technischem Können und an den einfachsten wissenschaftlichen Voraussetzungen ist schon manche Idee gescheitert, die, ausgereift und ausgearbeitet, ihren Erfinder zum reichen Mann hätte machen können. Wie auf so vielen Gebieten, hat auch hier Amerika zuerst die bestehende Lücke entdeckt und unverzüglich ausgefüllt: in New York existiert seit Jahren ein Laboratorium einzig zu dem Zwecke, Erfindern zu helfen, ihre Ideen in die Wirklichkeit umzusetzen, tatsächlich — ihre Erfindungen zu erfinden. Gründer und Leiter dieser menschenfreundlichen Institution ist ein im Jahre 1908 aus Florenz nach den Vereinigten Staaten eingewanderter Mechaniker, Alexander Pariini. Er begann seine Karriere, wie nicht anders zu erwarten war, selber als Gelegenheitserfinder. Seine erste Erfindung entsprang einem Bedürfnis des Alltags: er befand sich, mittel- und stellenlos, in Kalifornien und nährte sich von den billigsten Früchten des Landes, von Orangen. Um nicht seinen einzigen Anzug beim Schälen zu beschmutzen, bog er sich einen Schuhlöffel derart zurecht, dass man damit Orangen rasch und sauber schälen konnte. Als Kameraden das Instrument bewunderten und nachahmten, kam Pariini auf den klugen Gedanken, sich die Idee patentieren zu lassen. Der Erlös daraus bildete den Grundstock für sein künftiges Vermögen, die Idee selber aber den Ursprung der «American State Laboratories». Der junge Mann, der bei dieser Gelegenheit zu spüren bekam, welchen Hemmschuh der Mangel an soliden Kenntnissen bedeutete, begann die Nächte dazu zu benützen, sich auszubilden, und nach wenigen Jahren wurde er als Mitglied in die Amerikanische Ingenieur- Vereinigung aufgenommen. Kurze Zeit darauf gründete er das Unternehmen, das ihm seit dem Kampf um die Ausnützung seines ersten Patentes vorgeschwebt hatte. Parlinis Laboratorium verfolgt nicht die Absicht, fremde Erfindungen auszunützen und auszuwerten. Es dient lediglich dazu, gegen Honorar Erfindern bei der Entwicklung ihrer Ideen behilflich zu sein, diese Ideen ausführbar zu machen, sie. auszuführen und das Patent dafür zu erhalten. Der Gewinn geht ungeschmälert in die Tasche des Erfinders, auf dessen Namen das Patent auch beantragt wird. Der erste Schritt bei jedem Vorgang ist eine Unterhaltung unter vier Augen zwischen Pariini und dem Erfinder. In dieser Unterredung, die grundsätzlich kostenfrei ist, wird sich der Ingenieur darüber schlüssig, ob die ihm vorgetragene Idee patentfähig ist oder nicht; zur Ausführung gelangen prinzipiell nur aussichtsreiche Projekte. Es genügt durchaus, wenn der Besucher nur eine vage Idee von dem hat, was er erfinden möchte. So kam beispielsweise ein Klient in das Laboratorium, der erklärte: «Es gibt sprechende, schlafende, weinende Puppen — warum gibt es keine lächenden Puppen?» Pariini konstruierte die lachende Puppe, die ihren «Erfinder» zum reichen Mann machte. Parlinis Honorar betrug 500 Dollars. — Er stellte für eine Frau, die besonders starke Stoffe zu nähen hatte, eine neue Nähmaschine her. Die Frau- verkaufte die Lizenz der Maschine an einen Kleiderfabrikanten für 25,000 Dollars, wovon nur Parlinis Honorar abging. — Pariini machte einen Amateurphotographen zum Fabrikanten eines Beleuchtungsmessers j er konstruierte für einen Radioliebhaber eine automatisch* Knopfeinstellung, die dieser an eine der grössten Radioapparatefabriken verkaufte. — Nach ihren Geschäftsbüchern haben die «American State Laboratories» mehr als fünfhundert Erfindungen ausgearbeitet, die nahezu ausnahmslos ihren Erfindern Erfolg gebracht haben. Der Ruf des Unternehmens ist in kurzer Zeit weit über die Grenzen der USA hinausgedrungen, und erst vor kurzem konnte Pariini seinen ersten Kunden verzeichnen, der extra aus England über den Atlantic gekommen war, um mit ihm die Ausnutzung einer Idee zu besprechen. Fenster, die sich bei Regen schliessen Eine hübsche Erfindung, die Hausfrauen viel Aerger ersparen kann, ist vor kurzer Zeit auf den Markt gekommen. Es handelt sich um eine einfache Apparatur, die an Fenstern, Balkontüren und dergleichen angebracht wird und die dafür sorgt, dass sich das Fenster automatisch schliesst, sowie der erste Tropfen oder die erste Schneeflocke dagegen fällt. Nach dem Schliessen wird das Fester so festgehalten, dass es vom Sturm nicht mehr geöffnet werden kann. Das Patent dürfte dazu beitragen, die Gewissenskämpfe zu erleichtern, die auftreten, wenn man bei heissem, gewitterdrohendem Wetter fortgehen will und sich nicht entschliessen kann, ob die Fenster geöffnet oder geschlossen werden sollen. Auto-Radio in Amerika Die amerikanische Radio-Industrie betrachtet bei dem relativ hohen Sättigungsgrad der Haushaltungen mit Empfangsapparaten das Gebiet des Auto-Radios als das gegenwärtig aussichtsreichste Absatzfeld und macht dementsprechend alle erdenklichen Anstrengungen in dieser Richtung. Neuerdings verfügen die meisten Tankstellen, Werkstätten und Grossgaragen über Demonstrationsapparate, die jeder Kunde sich vorführen lassen kann. Die Apparate sind auf gummiüberzogene gebogene Arme montiert, so dass sie über jede Wagentür gehängt werden können, ohne den Lack zu beschädigen. Drahtleitungen verbinden die Empfänger mit Stromquelle und Antenne, so dass der Kunde, während seine Wünsche erfüllt werden, irgendeine Station einstellen und abhören kann. Es scheint, dass diese Art der Propaganda zu verhältnismässig zahlreichen impulsiven Abschlüssen führt. Das elektrische Bett — der Gipfel des Blödsinns Ein Installateur in Tennessee hat ein Bett konstruiert, das ein förmliches elektrisches Wunderwerk darstellt. In das Kopfende eingebaut und durch einen einfachen Handgriff erreichbar sind ausser der Nachtlampe eine elektrische Uhr, ein Telephonapparat, ein Radioempfänger, eine Lautsprecheranlage, um sich mit Leuten zu verständigen, die an der Eingangstür klingeln, eine Vorrichtung, um die Fenster und die Vorhänge zu öffnen und zu schliessen, ein Oeffner für die Aussentür, ein Ventilator und mehrere Steckkontakte. Der einzige Apparat, der den im Bett Liegenden zwingt, sich aufzurichten, ist der Wecker; ist der Geweckte zu faul, um aufzustehen, und legt sich nach dem Abstellen oder*Ablaufen des Läutwerkes noch einmal nieder, so fängt der Wecker nach einer halben Stunde von selbst noch einmal zu rasseln an. Die „Ueberseeschwebebahn" der Schweiz. Landesausstellung Eine der grössten Attraktionen der Schweizerischen Landesausstellung 1939 Zürich dürfte die Schwebebahn bilden, welche beide Ausstellungsufer am Zürichsee miteinander verbindet. Die Ausstellungsleitung hat für den Betrieb dieser originellen «Uebersee»-Bahn in Verbindung mit den Personenaufzügen in den beiden Türmen von den Behörden die Konzession erhalten. Es handelt sich nicht so sehr um ein Beförderungsmittel für die Ausstellungsbesucher - für den reibungslosen Verkehr stehen Schiffe, Strassenbahnen und Autobusse in hinreichender Zahl bereit - sondern vielmehr um eine Aussichtsbahn ersten Ranges. Wird man doch während der Fahrt mit der 900 Meter langen Bahn einen wunderbaren Ausblick nicht nur über die Stadt Zürich und das Ausstellungsgelände an den beiden Seeufern gemessen, sondern auch einen Begriff bekommen von der Schönheit der Glarner und Urschweizer Alpen, die mit ihren silbernen Firnen herübergrüssen. Die Schwebebahn wird mit den beiden 75 Meter hohen Türmen und den mächtigen Tragseilen auch technisch eine Sehenswürdigkeit bedeuten. In den beiden Kabinen der Schwebebahn, welche je 20 Passagiere und einen Führer fassen, können stündlich 300 Personen befördert werden. AtneükaHiscfiec SUmoc «Ich habe einen netten Freund, den ich euch eigentlich einmal vorstellen möchte!» Das sportliche Mädel: «Hält er einen Rekord?» Die Elegante: «Wieviel verdient er?» Die Literarische: «Was für Bücher liest er?» Die Gesellschaftliche: «Was ist sein Vater?» Der Vamp: «Wo ist er...?» «Jetzt habe ich endlich erfahren, wo mein Mann die Abende zubringt!» - «Da bin ich aber gespannt!» - «Ja, denke dir, er ist des Abends zu Hause. Zufällig bin ich nämlich gerade einmal zu Hause geblieben.» Alice, die ältere Schwester, zu der jüngeren Schwester Ellen: «Pfui, Ellen, ich- habe wieder deutlich gehört, wie du dich im Nebenzimmer küssen liessest!» - Ellen: «Zank' doch nicht! Du ässt dich doch auch täglich küssen!» - Alice: «Ja, aber bei mir ist das auch etwas anderes! Das ist mein Bräutigam!» - Ellen: «Ja, aber bei mir war es auch dein Bräutigam!» (Neues Wiener Journal) Immer das Alter. «Und für wie alt halten Sie mich?» wollte das neckische junge Mädchen wissen. - «26!» meinte der junge Mann. - «Vier Jahre falsch geraten!» - «Aber die 30 sieht man Ihnen bestimmt nicht an!» Londoner Abenteuer zweier Schweizerinnen Als dieser Tage das Swissair-Flugzeug im Londoner Flughafen Croydon landete und eine Schweizer Dame der Maschine entstieg, wurde sie von einem dort wartenden Ehepaar warm und freudig begrüsst. Die Freude war sichtlich nicht weniger lebhaft auf Seiten der Schweizerin und, halb deutsch halb englisch radebrechend, begaben sich die drei zum Ausgang, um dort das Auto der Londoner zu besteigen ... Eine halbe Stunde später waren alle drei wieder am Flugplatz. Infolge der schwierigen Verständigung hatte man beinahe bis London gebraucht, um festzustellen, dass man sich bereits — in der Person geirrt hatte. Die Engländer hatten eine ganz andere Dame am Flugzeug abholen wollen, und die Schweizerin hatte das Ehepaar für Londoner Freunde gehalten, die sie von ihrer bevorstehenden Ankunft verständigt hatte. Alle drei waren jetzt todunglücklich über die Verwechslung. Aber schliesslich gelang es den Flugplatzbeamten, festzustellen, dass die «richtige» Schweizerin, die mit dem Autobus der «Imperial Airways» nach der Stadt gefahren war, in der dortigen Geschäftsstelle der Fluggesellschaft verzweifelt auf ihre Freunde wartete, während die «falsche» Schweizerin telephonisch mit ihren, richtigen Bekannten in Verbindung gesetzt wurde. Die Londoner luden sie ein, nun doch in ihrem Auto mit zur Stadt zu kommen, und endlich fuhren sie nochmals zusammen ab, zwar in der gleichen Konstellation wie zuvor, aber jetzt wenigstens im klaren darüber, dass die Konstellation «eigentlich» falsch war... Sujet für einen Kriminalfilm ... Vor neun Jahren verschwand in der ungarischen Stadt Karezag der neunjährige Johann Peter Vince. Da bekannt war, dass sein Vater den Knaben nie gut behandelt hatte, fiel auf ihn der Verdacht, das Kind ermordet zu haben. Zwar konnte man dem Mann niemals etwas nachweisen, doch galt er allgemein als Kindsmörder und wurde dementsprechend verfemt. Dieser Tage nun erschien in Karezag ein junger Mann — Johann Peter Vince! Er war vor neun Jahren seinem Vater durchgebrannt, war bei einem Schneidermeister in der nicht weit entfernten Stadt Gyula untergekommen und hatte während der ganzen Zeit kein Wort von sich hören lassen. Nur weil er jetzt seine Papiere für die Gesellenprüfung benötigte, sah er sich gezwungen, in seine Heimat zurückzukehren. ... und für einen Liebesfilm Der Bruder des Sultans von Trengganu, Prinz Mahmud, sitzt zur Zeit mit einem Vermögen von genau 4 Pfund Sterling in Oxford und möchte die Tochter des Schneidermeisters Blencowe heiraten. Der Sultan, sein hoher Bruder, hat ihm telegraphisch diese Mesalliance verboten und erklärt, er habe nichts mehr von Trengganu zu erwarten, wenn er darauf bestünde. Der Prinz seinerseits hat erklärt, ohne seine Joy könne ihm ganz Tregganu gestohlen bleiben. Das Betrübliche an der Angelegenheit ist jedoch, dass die britischen Beamten, offenbar auf Weisung von oben, bisher ohne Angabe von Gründen sich geweigert haben, die Trauung vorzunehmen. Ganz England wartet jetzt darauf, ob diese Geschichte das obligate Happy End nehmen wird. Ein englischer Farmer, Mr. Hatcher aus Little Buckland (Maidstone) kam dieser Tage auf der Kaninchenjagd auf tragische Weise ums Leben. Als sein mit ihm auf der Jagd befindlicher Freund auf ein plötzlich auftauchendes Kaninchen feuerte, erschrak Hatchers junger Jagdhund derart über den Schuss, dass er an seinem Herrn hochsprang und dadurch das geladene und gespannte Gewehr zum Abschuss brachte. Die ganze Schrotladung drang Hatcher in die linke Seite, so dass er auf der Stelle tot zu Boden sank. Einen ungewöhnlich glückhaften Fischfang tat dieser Tage ein alter Lotse in der schwedischen Hafenstadt Uddevalla. Ein grosser Thunfisch kam in voller Fahrt in den Hafen gerast und rannte derart mit dem Kopf an der Quaimauer an, dass er das Bewusstsein verlor- und wehrlos an der Oberfläche des Wassers schwamm. Dem Lotsen glückte es, den Fisch mit Hilfe eines Bootshakens zu «harpunieren». Das Tier war etwa 2,5 Meter lang und hatte ein Gewicht von 153 Kilo. In einem Dorf in der Nähe von Regensburg hatte ein Bursch seine Leiter am Kammerfenster seiner Angebeteten angelehnt, war hinaufgestiegen und war eben im Begriff, mit Hilfe des Mädchens einzusteigen, als plötzlich ein Auto in rascher Fahrt daherkam und die unvorsichtig weit in die Strasse hinausgestellte Leiter mitnahm. Statt am Fensterbrett hielt sich der überraschte Bursche an der Leiter fest und flog infolgedessen in hohem Bogen hinunter. Er kam zwar, trotz der stattlichen Höhe von acht Metern, die er hinuntergefallen war, mit einem verstauchten Fuss und einigen Beulen und Prellungen davon; schmerzlicher war ihm jedoch der Spott des ganzen Dorfes, das, von dem Krach herbeigelockt, nach wenigen Minuten den verunglückten Liebhaber umstand. Jedenfalls wird es jetzt, wenn der Fuss ausgeheilt ist, bald eine Hochzeit geben! Garage - Telephon 74141 •. B. GORINI, BESi Gutgeführtes bürgerliches Haus. Eigene Metzgerei. Anerkannt gute Küche und Keller. Schöne Fremdenzimmer. 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No 75 2)ec tiahechec wm ^Budapest Der Kommissar verbeugte sich geschmeichelt: '«Ausgezeichnet! Sie wollen damit sagen, dass die Polizei jetzt so vorzüglich arbeitet, dass Einbrüche mit Aussicht auf Erfolg kaum noch möglich sind...?» Der Lebensmüde verbeugte sich ebenfalls: «Letzteres ja — ersteres nein, Herr Kommissar.» «Wie meinen Sie das...?» fragte der Beamte verwirrt. «Lassen Sie sich erzählen, Herr Kommissar!» «Sie sind sicher ein origineller Kauz! Aber meine Zeit erlaubt mir nicht...» «Lassen Sie sich erzählen! Ich werde Ihnen drei Einbrüche gestehen! Drei Einbrüche, die Sie sonst nie herausbekommen hätten!» «Also dann, natürlich mit grösstem Vergnügen! Bitte — erzählen Sie!» Und der Selbstmordkandidat erzählte wie folgt: Vor etwa einem Monat war der Mann, den man jetzt aus dem Wasser ziehen musste, in denkbar bester Stimmung aus dem Gefängnis der Stadt Budapest auf die Strasse getreten. Er hatte nicht weniger als fünf Jährchen abgesessen. Nun aber war draussen Frühling und Freiheit und in ihm jener Tatendrang und jener Optimismus, der sich mit dieser Jahreszeit nun einmal verbindet. Infolgedessen waren nur so viele Tage vergangen, als man zur genauen Ausforschung einer prima Gelegenheit benötigt, als der Mann gewandt die Front einer Villa erklomm; die protzige, auswuchsreiche Stukkatur erleichterte ihm das. Verlockt hatten ihn die Juwelen der Dame des Hauses, die in ganz Pressburg als ausserordentlich kostbar bekannt waren. Zielsicher bahnte sich der Einbrecher den Weg zu dem Behältnis, in dem er mit Recht die Gesuchten vermutete; und schon hielt er sie in frohen Händen, als er hinter sich die beschwörende Stimme des Hausherren hörte: «Ich bitte Sie, in unserem beiderseitigen Interesse, die Juwelen hier zu lassen.» «Wieso beiderseitiges Interesse...?» fragte der Einbrecher verständnislos. «Weil Sie uns ruinieren und sich nichts nützen würden. Die Juwelen sind nämlich falsch.» «Herr — ausgerechnet Ihre Juwelen,* die in der ganzen Stadt...» Der Herr winkte müde ab: «Ich weiss, ich weiss. Aber sie sind trotzdem falsch. Man weiss es nur nicht, Gott sei Dank, denn wir leben davon, dass man den Schmuck noch immer für echt hält. Bis vor einem halben Jahr war er's ja wirklich; aber dann kam die Pleite, wir mussten verkaufen und Hessen Nachbildungen anfertigen. Und wenn Sie nun die Nachbildungen stehlen, muss ich angeben, dass sie unecht sind, und, wie gesagt — wir leben davon ... Haben Sie ein Einsehen, mein Herr, ein Einsehen vor allem in diese meine Brieftasche, in der Sie die Verkauf sbescheinigung sowie meine ganze Barschaft finden werden!» Und der Hausherr überreichte seine Brieftasche. Sie enthielt tatsächlich die Bescheinigung, sowie zwanzig Schilling. Der Einbrecher steckte trübsinnig kopfschüttelnd die zwanzig Schilling ein. «Und dafür die ganze Fassade... ? Zurück darf ich wohl über die Treppe...?» «Bitte schön! Vielleicht später, nach Besserung der Wirtschaftslage, wenn Sie wieder mal vorbeiklettern...?» Zwanzig Schilling reichten nicht weit. Infolgedessen sah sich ihr nunmehriger Besitzer schon in der nächsten Nacht vor dem wohlgesicherten Geldschrank eines grossen Unternehmens. Mit Aufwendung all seiner beträchtlichen Fachkenntnisse hatte er die elektrischen Sicherungen unwirksam gemacht. Hatte er den Schweissapparat in Betrieb gesetzt und endlich, nach Stunden, den Schrank geöffnet. In diesem Moment kam der Wächter. Mit Alarmpfeife, Pistole und Hund, Er hatte gerade noch Zeit, die im Schrank in verschwenderischer Fülle liegenden Bündel von Scheinen zum grössten Teil in seine Mappe zu verstauen — dann begann eine wahnsinnige Flucht über Korridore, Treppen, Dächer; eine Flucht mit Klimmzügen, Kriechübungen und Sprüngen, die einer ganzen Olympiade von Leichtathleten Ehre gemacht hätten; und dabei pflegen Leichtathleten nicht Taschen voll Papier mit sich herumzuschleppen. Aber alles klappte. Mit pfeifender Lunge, zerschlissenem Anzug und zerschundener Haut kam er endlich in seinem Quartier an. Und hatte die Tasche noch! Er öffnete sie und zog die Bündel heraus. Es waren drei. Bei Durchsicht des ersten wurde er blass; bei Durchsicht des zweiten zornrot: bei Durchsicht des dritten erlitt er einen Nervenschock. Das erste enthielt Wechselproteste. Das zweite Zahlungsbefehle. Das Dritte Steuermahnungen. «Sehen Sie, Herr Kommissar, so war das. Wie ich mich wieder halbwegs erholt hatte, bin ich bei einem Inflationsgewinnler eingestiegen, habe den Mann im Schlaf überrascht und gefesselt und ihm die geladene Pistole vor die Brust gehalten und ihn gefragt; ,Wo haben Sie Ihre Hunderttausende?' Und der Mann hat gesagt: ,Wo alle sie haben, in der Schweiz ...' Da bin ich nach Budapest zurückgekehrt, ein gebrochener Mann. Und wie ich heute im Abendblatt- las, dass ein Obergerichtsvollzieher aus Aerger über die vielen fruchtlosen Pfändungen einen Tob- «uchtsanfa.ll bekommen und sich selbst über und über mit Pfändungsmarken beklebt hat — da ist mir's zu viel geworden, und ich habe ein Ende machen wollen und bin in die Donau gesprungen. Na, und damit auch für Sie ein Kompliment abfällt, Herr Kommissar: ganz so untüchtig ist unsere Polizei ja doch nicht. Dabei wenigstens haben Sie mich erwischt,..» Ein lastendes Schweigen herrschte im Raum; nur der Gummiknüppel schwingt schmerzvoll hin und her. «Wissen Sie », sagte nach einer Weile der Lebensmüde, «dass einzig Vernünftige wäre, Herr Kommissar, wir täten uns zusammen und gründeten ein Kreditgeschäft.» «Ein Kreditgeschäft?» «Jawohl. Wir spüren zusammen Leute mit falschen Juwelen und leeren Geldschränken auf. Da breche ich ein: das hebt den Kredit; dafür sollen die Leute zahlen. Sie kriegen den Einbrecher raus, natürlich den falschen, wie immer — und wir teilen den Raub.» Der Kommissar lässt den Mann abführen. «Haben Sie», fragte ihn im Untersuchungsgefängnis ein Beamter, «haben Sie besondere Wünsche in bezug auf einen Anwalt?» «Jawohl. Bitte: Stellen Sie mir den unfähigsten Anwalt, der in Budapest aufzutreiben ist.» «Den unfähigsten? Warum denn?» «Weil ich wenigstens so viele Jahre kriegen will, dass ich sitzen kann, bis die Wirtschaftslage sich gebessert hat.» Der Beamte schüttelte ungläubig den Kopf. «Ausgeschlossen! Auf drei lumpige Ein« brüche gibt's doch nicht lebenslänglich.» G.A. W. In der Schweiz herum Erlenbach Hotel Kreuz Feusisberg ob Zürichsee Farn. Maechler-Bachmann, Bei. Hotel Geerlisburg ob Kloten zunchsee Bekannt gutgeführtes Haus. Zimmer mit fliess. Wasser. Aussicht auf See. Feine einh. Weine. Garage. Weekend-Arrangements. Propr.: H. Lütschg. Hotel Schönfels T. C. S. A.C.S. Schönster Ausflugspunkt ob Zürichsee. Offene u. geschl. 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September, nachmittags 14.45 Uhr, im römischen Theater zu Äugst im Baselland eine Augustusfeier veranstaltet, an der Prof. Dr. Felix Stähelin, von der Universität Basel, eine Festrede halten wird. Das Programm sieht ferner vor die dramatische Aufführung des «Carmen saeculare> von Horaz und die Gestaltung einer Szene aus «Amphttryo> von Plautus, beides in lateinischer Sprache; endlich die Darstellung eines heiteren deutschen Stückes: «Augustus in Raurachien». Äugst, eine römische Gründung aus dem Jahre 43 v. Chr., wurde von Kaiser Augustus zur Stadt Augusta Rauricorum erhoben. Das römische Theater von Äugst ist eine der Interessantesten antiken Anlagen der Schweiz. Festlicher Oktober in Lugano. Eine Woche nach dem II. Nationalen Gross- Country, am 1. Oktober, beginnt die Schweizer Messe von Lugano, die ein eindrucksvolles Bild tessinischen Schaffens vermitteln und ausserdem eine rege Beteiligung auch aus andern Gebieten der Schweiz aufweisen wird. Die Messe ist verbunden mit dem prächtigen traditionellen Luganeser Winzerfest, das am 2. Oktober stattfindet und die Gäste mit einem farbenfrohen Umzug erfreut. Ein eigens für die Festwochen von Lugano von Guido Calgari gedichtetes und von Richard Flury in Musik gesetztes Festspiel «Casanova e l'Abertolli> gelangt Samstag und Sonntag, den 1. und 2., Donnerstag, den 6., und Samstag und Sonntag, den 8. und 9. Oktober, zur Aufführung. Es wirkt dabei mit das Radioorchester der italienischen Schweiz. Am 16. Oktober findet die Messe ihren Abschluss. Delacroix-Ausstellung in Zürich. Für die Monote Oktober/November steht das grosse Ereignis des Zürcher Kunstjahres 1938 bevor: Das Kunsthaus veranstaltet eine Ausstellung von Werken des französischen Malers Eugene Delacroix (1798—1863). In einer Gesamtschau, wie sie in Europa wohl noch nie geboten wurde, soll das Schaffen des grossen Romantikers zur Darstellung gebracht werden. Die Auslese umfasst gegen hundert Gemälde, dazu viele Zeichnungen und graphische Blätter. Aus dem Louvre und andern französischen Museen, aus öffentlichen Sammlungen Deutschlands und der Niederlande, sowie aus zahlreichen Privatsammlungen der Schweiz und des Auslandes werden dem Zürcher Kunsthaus Werke von grosser Kostbarkeit anvertraut, so dass sich ein Ueberblick von repräsentativem Charakter ergibt. Die Landesausstellungs-Kahnbahn. Die vorgesehene Kahnbahn an der Landesausstellung 1939 in Zürich wird zweifellos etwas Einzigartiges und Originelles werden. Zahlreiche kloine Kähnö mit einem Fassungsvermögen von sechs Personen werden lautlos durch einen Kanal gleiten, der sich durch die Hallen und bezaubernden Anlagen der Ausstellung durchzieht. Dieser Kanal von 1,2 m Breite und einer Tiefe von 80 cm wird kein reissender Strom sein, sondern ein ruhiges Wässerlein, auf dessen Oberfläche die Kähne gerade so rasch vorwärtsgleiten, dass der Insasse Zeit genug hat, die Schönheiten der Ausstellung in bequemer Fahrt aufzunehmen. Sind die Kähne auf dem tiefsten Niveau der Kahnbahn gngelangt, werden sie auf einem Trottoir roulant ungefähr 1,5 m hochgezogen, um erneut die Fahrt in bewegtem Wasser fortzusetzen. Das Wasser des Kanals wird aus dem See gezogen und mit besonderen Pumpen in Fluss gebracht. Der Dahliengarten. Blumen als Boten der Liebe, der Verehrung, der Freundschaft sind die reinsten Freudenbringer. — Blumen im Heim strahlen Liebe, Wärme und Freude aus. — Blumen im Garten bringen Erholung, Entspannung und Anregung zum freudigen Schaffen. Unvergesslich bleibt jedem Blumenfreund ein Besuch des grossen, wohlgepflegten Dahliengartens der Dahlienschau Unter-Engstringen. Ein Blumenfeld von über 3 Jucharten in sorgfältiger Gestaltung mit formenreicher Gehölzumrahmung, am sonnigen, reben- und waldreichen Hang des rechtsufrigen Limmattals. Man muss es schon gesehen haben, was Vater Hoffmann mit seinen Söhnen da geschaffen hat, denn Worte reichen kaum aus, die Pracht dieses Blumenparadieses nur annähernd zu skizzieren. Ueber 1500 sorgfältig auserlesene Dahlienzüchtungen in leuchtenden rarbengruppen grüssen in herrlicher Formen- und Farbenpracht, dazu Im internationalen Prüfungsgarten das Neueste, was Züchterfleiss aller Welt hervorgebracht hat. Widmen auch Sie, lieber Leser, diesem paradiesischen Garten einige Stunden der Erholung, Sie werden entzückt seinl An sonnenhellen Herbsttagen bringen die Abendstunden den höchsten Genuss, dann geht ein unbeschreibliches Leuchten und Funkeln über das ganze Blumenmeer. LUZERN Schiller Hotel Gaxni Alle Zimmer mit tliess. Wasser od. Bad u. Telefon. Zimmer von Fr. 4.— an. Pension Fr. 10.60. Autoboxen. Ed. 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