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E_1938_Zeitung_Nr.075

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;' AUTOMOBIL-REVUE

;' AUTOMOBIL-REVUE IFREITAO, 16. SEPTCTBER - N" 75 Muss es zuerst zu einem Unfall kommen? Tleue De&aUeit um den enqCiscfien Aus Bahnkreisen wird uns geschrieben: In Nr. 74 der «Automobil-Revue» vom 13. September werden unter obigem Titel Vorwürfe an die Adresse der Eisenbahnen gerichtet,

75 FREWS 16'. SEPTEMBER 193Ö AUTOMOBIL-REVUE Schweizerische Rundschau Bescheidene Zunahme der Schweiz. Treibstoffimporte. Im Monat August dieses Jahres sind insgesamt 210.666 q Benzin eingeführt worden oder 1695 q mehr als in der entsprechenden Vorjahresperiode. Während bis Ende Jul die Benzinimporte gegenüber den ersten 7 Monaten des Vorjahres nur eine unbedeutende Zunahme von 675 q zu verzeichnen haben, beträgt nun der Vorsprung Ende August 2670 q. Aus dieser Einfuhrentwicklung geht hervor, dass die in wehrwirtschaftlicher Hinsicht sehr wünschbare Vorratshaltung noch keine besonderen Ausmasse angenommen hat oder überhaupt noch nicht in grösserem Umfang in die Wege geleitet ist Weiterhin illustrieren diese Ziffern die Stagnation des schweizerischen Automobilismus im allgemeinen, dürften doch beträchtliche Quantitäten der Mehreinfuhr in Form von verbilligtem Ausländerbenzin zur Abgabe gelangt sein. Die Einfuhr von Petroleum zum Antrieb von Motorfahrzeugmotoren ist im Monat August gegenüber dem August des Vorjahres -von 856 auf 3117 q angestiegen, was einer Mehreinfuhr von nicht weniger als 2261 Q entspricht. Während diese Treibstoffkategorie für die ersten 7 Monate des laufenden Jahres im Vergleich zur vorjährigen Parallelperiode noch eine Mmdereinfuhr von 1749 q aufwies, hat sich diese bis Ende August 1938 zu einer Mehreinfuhr von 516 q entwickelt. Die Einfuhr von Petroleumsurrogaten zum Antrieb von Motorfahrzeugmotoren betrug im August 1938 550 q oder 395 q mehr in Vergleich zum August 1937, .Damit .reduzierte sich die bis Ende Juli ausgewiesene Mindereinfuhr von 1082 auf 687 q. Im Vergleich zu diesen drei erwähnten Treibstoffpositionen ist die Einfuhr von Mineralöl und Teeröl zum Antrieb von Motorfahrzeugmotoren im August gegenüber der vorjährigen Parallelperiode erheblich zurückgegangen, und zwar von 9685 auf 4937 q (—4748). Damit reduziert sich die bis Ende Juli zu verzeichnende Mehreinfuhr von 19.460 q auf 14.791 q. Eine vorläufige Ueberschlagsrechnung ergibt für die bis Ende August 1938 eingeführten Benzinouantitäten eine Zolleinnähme von 40.092.000 Fr. oder 81.000 Fr. mehr als in de&fc.ersten.-iL Monaten ,,des-...Vorjahres.- -Den Petroleumimporten entspricht eine Mehreinnahme von 8000 Fr., auf denjenigen von Mineral- und Teeröl eine solche von 235.000 Fr., während die Zolleinnahmen auf Petroleumsurrogaten mit einer Mindereinnahme von 11.000 Fr. ausgewiesen werden. Zusammengerechnet ergibt sich also für den Fiskus aus den Treibstoffimporten eine vorläufige Mehremnahme von 314.000 Fr. GerafFe» Notizen Genfer Regierung und Benzin-Probleme. In Beantwortung einiger Interpellationen über Genfer Wirtschaftsprobleme hat im Laufe der jüngsten Genfer Grossratssitzung der dortige Regierungspräsident, Staatsrat Picot, sich auch eingehend zur Benzinfrage ausgesprochen. Die exzentrische Lage dieses Kantons macht es verständlich, dass dessen Behörden die Auffassung derer teilen, die für eine Differenzierung des Benzin - Detailverkaufspreises in der Schweiz eintreten. In der Tat würde, unter Berücksichtigung der Transportkosten, Genf auf diese Weise die Motorbetriebsstoffe zu einem etwas billigeren Preise als dem im Zentrum des Landes oder in Gebirgsgegenden geltenden Tarif beziehen können. (Auch andere Grenzgebiete, beispielsweise Basel,, stehen vor der nämlichen Sachlage.) Anderseits macht man sich aber keine Illusion darüber, dass die einem solchen System abgeneigten Verkehrs- und Handelskreise" überwiegen, und es blieb Regierungspräsident Picot nur übrig, sein Bedauern darüber auszusprechen, dass Genf damit einer Gelegenheit, einmal aus seiner Eigenschaft als Grenzplatz Nutzen ziehen zu können, verlustig gehe. Bezüglich Zonenbenzin findet der gute Wille, wie'er in der von der schweizerischen Zollverwaltung praktizierten Rückvergütung der Preisdifferenz zum Ausdruck kommt, volle Anerkennung. Trotzdem hält man zuständigen Ortes dieses System nur für ein Palliativmittel, während nach Auffassung der Genfer Garagisten die völlige Beseitigung des Zonenpreises die eigentliche Lösung darstellen würde. Diese Verhältnisse sind vom Genfer Staatsrat in seinem Memorandum eingehend behandelt worden, das kürzlich den Bundesbehörden im Hinblick auf die Neugestaltung der betreffenden Grenzverhältnisse unterbreitet wurde. Die besonderen Schritte der Genfer Regierung,-eine-VerbtlHgung des Benzinpreises für das Flugwesen zu erlangen, sind bisher ergebnislos geblieben, b. Der Entzug des Führerausweises. Anlässlich der letzten Montag begonnenen Herbstsession des Grossen Rates des Kantons Bern haben Grossrat Sahli und 8 Mitunterzeichner folgende Interpellation eingereicht : «Ist dem Regierungsrat die verschiedenartige Praxis beim Führerausweisentzug bekannt? Wie stellt er sich zu den durch die Presse bekannt gewordenen Beispielen besonders schwerer Bestrafung beruflich auf den Ausweis angewiesener Motorfahrzeugführer und was gedenkt er zu tun, um schon in erster Instanz gerechtere Entscheide zu ermöglichen? Ist der Regierungsrat nicht auch der Auffassung, dass die bekanntgewordenen Ungerechtigkeiten zu einer Aenderung im Entzugsverfahren und in der Person des hauptsächlich damit beschäftigten Beamten zwingen? Soll nicht dem Vorsteher des Strassenverkehrsamtes die Kompetenz eingeräumt werden, in direkter Fühlungnahme mit dem Polizeidirektor Entzugsentscheide zu fällen? Sollten nicht Rekurse durch einen andern Beamten vorbehandelt werden als denjenigen, der den angefochtenen Entscheid gefällt hat?» Um die Leitung der Sustenpaßstrasse. Am 8. Juni 1938 -wurde im bernischen Grossen Rat von Ryter (Spiez) und 32 Mitunterzeichnern eine Interpellation eingereicht, in welcher vom Regierungsrat über den Inhalt der zwischen dem Kanton Bern ais Bauherrn und dem ehemaligen Regierungsrat Dr Bösiger als Beauftragten für den Bau der Susienstrasse getroffenen Vereinbarung Auskunft verlangt wird. Nach den Ausführungen des bernischen Baudirektors anlässlich der Sitzung vom letzten Mittwoch beträgt die totale Bausumme des auf bernischera Boden gelegenen Teilstückes der Sustenstrasse 12,6 Mill. Fr. Hiefür sei Dr. Bösiger auf Grund des am 26 Man 1938 erteilten Bauauftrages ein Honorar zugesprochen worden, das nach den Normen des Schweizerischen Ingenieur- "und Architektenvereins festgesetzt war. In diesem Honorar seien inbegriffen die Reisekosten und alle Ausgaben des Baubüros, sowie die Besoldung der Ingenieure und Bauführer. Neben dem erwähnten Regierun?sratebeschluss vom 26. März 1938 wurde am 5. August d. J. eine SpezialVereinbarung getroffen, in welcher ausführlich das Verhältnis des Beauftragten zum Bauherrn gersgelt sei. Diese "Spezialvereinbarung enthalte die Bestimmung, dass eine Erhöhung des Gesamthonorars bei Ueberschreiten der veranschlagten Bausumme nicht stattfinde. Das Honorar sei mit 6,1 °/o der Bausumme berechnet worden, d. h. es wurde ein Honoraranspruch von Fr. ,714,242.90 anerkannt. Von diesem Betrag kämen die bisherigen Auslagen für Honorarvergütungen in der Höhe von Fr. 71,484.— in Abzuj. so dass Fr. 642,818 übrig bleiben. Von dieser Summa gehen Fr. 482,784 ab an Besoldung der Ingenieure, Techniker und des. Personals, Fr. 35,000 als Honaj. rar für Ing. Vögeli, Fr. 74,458 als Aufwand für 1 Miete, Einrichtung und Betrieb deis Büros',- technische Instrumente etc., Fr. 25,000 für vorgesehene Gratifikationen unter Ausschluss des Beauftragten, so dass als Gewinnmarge für den Beauftragten ein Betrag von rund Fr. 25,000 verbleibe! Nach Ansicht des bernischen Baudirektors dürfe dieser Betrag im Hinblick auf die Dauer und die Grosse des Bauobjektes, sowie auf die Risiken des Beauftragten nicht als übersetzt angesehen werden. Im Namen und Auftrag der freisinnigen Fraktion beantragte Grossrat Wyss (Biel) Diskussion über dieses Anstellungsverhältnis, wobei derselbe im Namen seiner Fraktion die Erklärung abgab, dass diese von der Antwort des Regierungsrates auf ihre Eingabe vom 5. September 1938 in Sachen Bauleitung der Sustenstrasse Kenntnis nehme; eie könne diese jedoch in ihrem wesentlichen Teil nicht billigen. Wohl billige die Fraktion die Uebertragung der Direktion der Sustenstrasse an Dr. Bösiger, doch hätte sie es begrüsst, wenn der Direktor der Sustenstrasse mit einem festen jährlichen Honorar entschädigt und auch das ihm beigegebene Hilfspersonal ebenfalls durch die Bauorgane des Staates fest angestellt worden wären. Bezüglich des Anstellungsvertrages auf Grund der Tariferhöhung des S.I.A. stellt die Fraktion fest, dass nicht 6,1%, sondern 6% hätten angenommen werden Bollen. Nach Auffassung der freisinnigen Fraktion belaufe sich der über die Normen des S.I.A.-Tarifes hinausgehende Betrag auf 117,673 Fr. Die These des Regierungsrates, dass es sich um einen Pauschalbetrag handle, sei abzulehnen und die freisinnigdemokratische Partei erwarte von der Regierung, das« sie den mit Dr. Bösiger abgeschlossenen Vertrag im Sinne obiger Erklärung abändere. In der weitern Diskussion lehnte der bernische Justizdirektor insbesondere den Vorwurf ab, als ob es sich bei diesem Anstellungsverhältnis einfach um eine Versorgung gehandelt habe. Die Erklärung der freisinnigen Fraktion wird zur Kenntnis genommen, womit die Interpellation Ryter erledigt war. Verkehr Geschwindigkeitsbeschränkungen auf der linksufrlgen Blelerseeslrasse. An den sogenannten Lesesonntagen im September und Oktober, das heißet an den fünf auf den eidgenössischen Bettag folenden Sonntagen, darf auf der Strassenstrecke Biel-Twann-Biel in der Zeit von 13.30 Uhr bis 19.00 Uhr von den Motorfahrzeugen die Geschwindigkeit von 25 km in der Stunde nicht überschritten werden Das Ueberholen fahrender Motorfahrzeuge ist verboten. Widerhandlungen gegen diese Vorschriften werden jjemäss § 7 des Gesetzes betreffend Abänderung des Strassenpolizeigesetzes vom 14. Dezember 1913 mit Busse von Fr. 1.— bis Fr. 500.— bestraft. Strassenverkehrsamt des Kantons Bern. Kleiner Rückgang des Alpenpostverkehrs. Schlechtwettertage zu Anfang dieses Monats haben den Schweizerischen Alpenposten in der Beriebswoche vom 5.—11. September gegenüber der vorjährigen Parallelperiode einen Rückgang um 313 Passagiere gebracht Immerhin sind auf einer anzen Anzahl von Kurslinien noch ansehnliche Mehrfrequenzen zu verzeichnen, wie beispielsweise aus der Linie Bern - Gurnigel - Schwefelbergbad mit +467. Der Gotthardkure verzeichnet eine Mehrfrequenz von 230, die Julierroute eine solche von 200 Personen, während folgende Kurslinien zwischen 100 und 199 liegende Mehrfrequenzen aufzuweisen haben: Martigny-Champex, Sierre-Val d'Anniviers, Simplon, Hasleberg, Meiringen - Rosenlaui - Schwarzwaldalp. Brienz-Axalp und Chur- Flims Waldhaus. An der Spitze der weniger frequentierten Kurslinien marschiert mit —-077 die Strecke Urnäsch - Schwägalp. Auf der Strecke jBchuls - Tarasp wurden 250, auf derjenigen von Thusis - St. Bernhardin -.Mesoceo 190 Personen, über der Grimsel 186, die Furka 183, durchs Melchthal 169 Personen, über die Flüela 150, von Stalden nach Saas Grund 106 und von Küblis nach St. Antönien Platz 100 Personen weniger transportiert als in der entsprechenden Vorjahresperiode, um nur die über einer Minderfrequenz von 100 liegenden Postkurse vi erwähnen. Die erstmals im Jahre 1938 geführten Kurse Meiringen - Gadmen verzeichnen eine Frequenz von 363, diejenige von Nesslau - Schwägalp von 500, während die internationale Linie St. Moritz - München von 59 Personen benützt wurde. Insgesamt sind in der Berichtswoche 23.707, resp. 24.629 Personen unter Berücksichtigung der drei- erwähnten neugeführten Linien gegenüber 24.020 KCpfe- in der entsprechenden Periode des Vorjahres transportiert worden. Ver ans! altun gen. Französisch-schweizerische Manifestation für den Tourismus. In Verbindung mit der am 24./25 September 1938 in Genf stattfindenden Generalversammlung des Schweiz. Fremdenverkehrsverbandes gelangt Samstagabend im Reformationssaal eine Kundgebung zur Durchführung. Diese, im Sinne einer touristischen Manifestation gedachte Kundgebung, wurde veranlasst durch den Umstand, dass der Reiseverkehr aus Frankreich für unsere Wirtschaft immer mehr an Bedeutung gewonnen hatte, so dass eine engere Zusammenarbeit mit urfsern westlichen Nachbarn ais Gebot der Stunde erscheine. Hiezu soll die Veranstaltung im Reformationssaal den Auftakt und die Plattform bilden. Darüber hinaus ist sie für die Freizügigkeit im Tourismus gedacht. Für diesen Anlass ist folgendes Programm vorgesehen : Begrüssungsansprache durch den Präsidenten des Genfer Staatsrates. Herrn Nationalrat A. Picot. nun mal nicht geht, und der in diesem Falle neben Vorträge über die in Frankreich und in derden acht Mechanikern, die sich Eyston aus der Schweiz bestehenden touristischen Probleme, wobei als französischer Referent Roland-Marcel, Commissäire general au Tourisme, Paris, und als schweizerischer Referent, Nationalrat Lachenal sprechen werden. *u >n Vetbänden Schweizerischer Fremdenverkehrsverband. -Der Tätigkeitsbericht des Schweizerischen Fremdehverkehrsverbandes pro 1937/38 legt Rechenschaft ab über die Lage dieses so bedeutsamen Zweiges uiflSri^lVirtsch'aft. Die Gesamtsituation lässt sich in dem Sinne kennzeichnen, dass im Sommer 1937 als Folge der Abwertung des Schweizerfrankens eine an sich erfreuliche Zunahme vor allem von Auslandsgästen zutage trat, der allerdings keine entsprechende Vermehrung der Erträgnisse zur Seite stand, während schon im Winter 1937/38 eine Verlangs,amung unverkennbar war. Dies kann nicht verwundern, wenn man bedenkt, dass kaum ein anderer Wirtschaftszweig wie der Tourismus derart rasch und empfindlich auf das politische und wirtschaftliche Geschehen des Auslandes und auf Spannungszustände reagiert, wie sie sich in letzter Zeit vielerorts in vermehrtem Masse gezeigt haben. Störungen von dieser Seite sind dabei um so schwerwiegender, als sie vor allem jenen Sektor der Frequenz beeinträchtigen, auf den die Schweiz ausschlaggebend angewiesen ist, nämlich den Besuch aus Staaten, wie England, Frankreich, Holland oder Belgien, die noch das Prinzip der Freizügigkeit im Reiseverkehr anerkennen und über einen freien Zahlungsverkehr verfügen. Die Lage des schweizerischen Fremdenverkehrs wird dadurch entscheidend beeinflusst, bieten doch alle jene Staaten, die der Devisenbewirtschaftung huldigen, für ihn auf absehbare Zeit hinaus nur beschränkte Möglichkeiten. Diese immerhin in den gegebenen Grenzen " auszunützen, war der Schweizerische Fremdenverkehrsverband nach Kräften bemüht. Unter seiner Mitwirkung kam eine Verlängerung des Reiseverkehrsabkommens mit Deutschland bis zum 30. Juni 1939 zustande. Seine Bestrebungen zur Verbesserung des Verkehrs aus den Ländern des europäischen Ostens waren gleichfalls im Rahmen des Erreichbaren von Erfolg begleitet: Unter diesen Umständen musste sich das Augenmerk des Verbandes zwangsläufig in hohem und vermehrtem Masse den Möglichkeiten, die der innerschweizerische Tourismus bietet, zuwenden. Der Jahresbericht lässt erkennen, dass der Verband an den einschlagigen Fragen tätigen Anteil hatte. Manche fanden eine Lösung, andere harren ihrer noch. Eine grosse Aufgabe wird nicht zuletzt darin iegen, die einheimische Reisekraft organisatorisch besser zu.erfassen und vor allem den minderbemittelten schweizerischen Kreisen dadurch die Reiseund Feriengestaltung zu ermöglichen oder zu erleichtern. Letzte IHeldun^en Um die Lösung des Bahn-Autoproblems. Am Donnerstag den 15. September, trat in Bern die Studierikommission für Automobilund Transportwesen unter dem Vorsitz des Vorstehers des Post- und Eisenbahndepartemerits zu einer Plenarsitzung zusammen, an der das", als Litra-Initiative (Gütertransportinitiative) bekannte Volksbegehren geprüft .wurde. Sie beschloss, eine Lösung zu suchen, die den verschiedenen Interessen Rechnung trägt und einem eventuellen Gegenvorschlag als Grundlage dienen könnte. Zu diesem Zweck hat-sie die Vorarbeiten und Studien näher umschrieben, die unverzüglich durch die Subkommissionen zu behandeln sein werden. Dr. Paul Vuilleumier t. Im Alter von 67 Jahren starb am Mittwoch In Territet an einem Hirnschlag Dr. Paul Vuilleumier, der dem schweizerischen Automobilwesen seit der Jahrhundertwende grösstes Interesse entgegengebracht hatte. Er wurde 1909 zum Präsidenten der Sektion Montreux des A.C.S."gewählt, leitete von 1910 bis 1920 das Verbandsschiff der Sektion Waadt-Walüs mit Sitz in Lausanne und im Jahr« 1921 die Sektion Waadtland. Ein Jahr später reichte er seine Demission als Präsident dieser Sektion ein, wurde zum Ehrenmitglied ernannt, gehörte jedoch dem Vorstand bis 1927 als Vizepräsident an. Dr Vuilleumier war der erste waadtländische Arzt, der sich beim Besuch seiner Kunden eines Automobils bediente. In der Schweiz. Arme» bekleidete er den Rang eines Obersten der Sanität», truppen. «•» Zu Eystons neuem Weltrekord. Der Kostenpunkt. Abgesehen vom Mut, vom Einsatzwillen und von der ungeheuren Konzentration, welche der Eng-\ länder Eyston aufzubringen hatte, um den absoluten Geschwindigkeitsrekord für Automobile von 502 auf 556 km emporzuschrauben, kostete dieser neue Triumph über Zeit und Raum den zähen Engländer auch eine ganze Stange Geld. Da wäre vorerst mal der Wagen, dessen Bau aHein die Kleinigkeit von 10 000 £ (ca. 200 000 Fr.) verschlang. Und ungefähr ebenso hoch belastete das Unternehmen das «allgemeine Unkostenkonto» Weil für derartige Rekordversuche heute einzig noch das Bett des ausgetrockneten Salzsees im Staate Utah (U.S.A.) eine brauchbare Piste abgibt, mussten 25 Vertreter des amerikanischen Automobil-Clubs von Los Angeles und Indianapolis für etliche Tage herbeidirigiert werden, um bei der Kontrolle mitzuwirken. Dazu kam die Einrichtung und Bedienung der Chronometreage, die allein 700 £ erforderte, kamen ausserdem eine Unmenge «Kleinigkeiten», wie da« Auftragen der schwarzen «Visierlinie» auf dem Bodnn. die Eyston bei seiner fantastischen Fahrt die Richtung wies und immerhin wohlgezählte 30 £ kostete, kam weiter der Personalstab, ohfre den es Heimat mitgebracht (zusammen mit der Fracht für den Wagen macht die Ueberfahrt allein schon eine fünfstellige Zahl aus), auch zwei Aerzte und drei Krankenschwestern umfasste. Sie werden staunen: der Weltrekordmann hatte bei seinen Fahrten für nicht weniger als 75 Personen aufzukommen, die irgendwie in einer Mission für ihn beschäftigt waren oder bereitstanden. Da läppert sich schliesslich allerhand zusammen. Mit Ehrgeiz und Zivilcourage ist's also bei der Rekordjägerei nicht getan, vielmehr heisst's auch hier: «tu Gejd in deinen Beutel», noch und noch. Zum Scbluss noch ein Ueberblick über die bii« herige Entwicklung des absoluten Weltrekords, Ueber die KHometerstrecke— Jahr Fahrer Marke km/St 1022 Guiness Sunbeam 215,250 1924 Thomas Delage 230,548 1924 Eldridge Fiat • 234,966 1924 Campbell Sunbeam 235,217 1925 Campbell Sunbeam 242,800 1926 Segrave Sunbeam 245,140 1926 Thomas Thomas 272,458 1926 Thomas Thomas 275,239 1927 Campbell Napier 281,447 1927 Segrave Sunbeam 326,678 1929 Segrave Napier 372,478 1931 Campbell Napier 396,040 1932 Campbell Napier 404,494 1933 Campbell Blue-Bird 488,490 1935 Campbell Blue-Bird 444,444 1937 Eyston Thunderbolt 502,426 1938 Eyston Thunderbolt 555500 ...und über die Meile. 1924 Thomas Lleyland Thomas 208,779 1924 Thomas Delage 230,684 1934 Eldridge Fiat 243,794 1925 Campbell Sunbeam 242,634 1926 Thomas Thomas 270,489 1926 Thomas Thomas 274,292 1927 Campbell Napier 280,385 1927 Segrave Sunbeam 327,981 1928 Campbell Blue-Bird 333,062 1928 Keech Blue-Bird 333,062 1929 Segrave Napier 372,840 1929 Segrave Blue-Bird 395.469 1931 Campbell Blue-Bird 408,720 1932 Campbell Blue-Bird 437,908 1933 Campbell Blue-Bird 445,492 1935 Campbell Blue-Bird 484,619 1937 Eyston Thunderbolt 501,170 1938 Eyston Thunderbolt 555,999 Cobb hat den Weltrekord geschlagen! 563,471 km/St! Wie wir bei Drucklegung des BlattM erfahren, Ist es dem Engländer C o b b am Donnerstag gelungen, den von Eyston gehaltenen Weltrekord Ober die Meile mit fliegendem Start von 556 km/St auf 563,471 km/St, zu verbessern. Redaktion: Dr. A. Locher, abw. — Dr. E. Waldmeytr. Dipl.-Ina. F. 0. Weber.