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E_1938_Zeitung_Nr.079

E_1938_Zeitung_Nr.079

s wird, dass Unfälle

s wird, dass Unfälle vermieden werden. Man kann das leicht erreichen, indem man dazu immer die Trottoirtüren benutzt, wie dies vom Verkehrsgesetz vorgeschrieben ist. Wer die zur Fahrbahn führenden Türen aufmacht, muss sich vorher zum mindesten genau vergewissern, dass dadurch kein anderer Verkehrsteilnehmer behindert oder gefährdet wird. Auch wenn man durch plötzliches Aufmachen der Fahrbahnwagentüren nur indirekt einen Unfall verschuldet, so z. B. dadadurch, dass man einen Radfahrer zwingt, urplötzlich nach links abzubiegen, wo er von einem vorüberfahrenden Automobil erfasst wird, macht sich haft- und strafbar. Reparaturen an Geschwindigkeitsmessern sollten weder von Uhrmachern noch vom Garagepersonal selbst durchgeführt werden, schon weil es ohne Spezialapparate absolut unmöglich ist, das Instrument zu eichen. Solche Vorrichtungen stehen natürlich nur Spezialfirmen auf diesem Gebiet zur Verfügung. Damit die flexible, kabelartige Antriebswelle nicht klemmt, soll, sie möglichst ohne enge Krümmungen verlegt werden. Ausserdem ist die biegsame Welle alljährlich einmal mit graphitiertem Fett zu schmieren. Tech ' « Fallschirm » nach dem Flugsamen-Prinzip. Bei Fallschirmabsprüngen ist stets der Moment der Schirmentfaltung kritisch, denn da geht durch den Körper des Abspringers ein Ruck, der nicht gerade als angenehm empfunden wird. Wesentlich sanfter arbeitet nach einer Meldung der «Deutschen Bergwerkszeitung> ein neues Rettungsgerät, das bei gleicher Wirksamkeit erheblich kleinere Abmessungen aufweist Bei der Schaffung dieses Gerätes hat die Natur als Vorbild gedient, und zwar die «Flugtechnik» der Flugsamen. Diese, insbesondere der Ahornsamen, sind mit Meinen Propellern ausgerüstet, deren Flügel negativ, also in Richtung Auftrieb, eingestellt sind und erst durch den Fall ihren Antrieb erhalten. Die Uebertragung dieses Prinzips auf die Fliegerei war bislang in sicher wirkender und einfacheT Weise nicht möglich, weil es erhebliche Schwierigkeiten macht, die erforderliche Drehbewegung mit einfachsten Mitteln zu bewirken. Neuerdings ist jedoch die Lösung gefunden worden. Dieses neue Gerät wird aufbewahrt und beim Abspringen ausgelöst wie jeder Fallschirm. Es besteht aber aus einer Luftschraube mit zwei unstarren, sackartig ausgebildeten Flügeln, die beim Absprung durch den Staudruck mit Luft gefüllt und prall werden. An den Flügelnden befinden sich kleine Düsen, aus denen die Stauluft herausgepresst wird, um nach dem Rückstossprinzip eine Drehung der Flügel zunächst einzuleiten und hernach zu unterstützen. Diese Wirkung wird noch dadurch gefördert, dass an der Flügelwurzel, gewissennassen an deT Propellernarbe, Windleitflächen in den Luftstrom eingebaut sind, die ebenfalls eine negative Anstellung aufweisen und mithelfen, die Flügel im bremsenden Sinn zu drehen. Versuche haben die Brauchbarkeit dieses neuen Gerätes, das im übrigen auch für Lastenabwürfe geeignet ist, erwiesen und gezeigt, dass seine Entfaltungsdauer nicht grösser ist als die eines Fallschirms gleicher Tragkraft. Im Gegensatz zu diesem setzt aber die Fallverzögerung sofort mit der Entfaltung ein und steigt vor allem bis zur vollen Wirkung allmählich bzw. stossfrei an und nicht ruckartig wie bei jenen. (DRP. 660 793.) Ted. «i» ^dhi Frage 13.544. Bau einer Draisine. Ich muss einen Vierzylinder-Wagen, Modell 1931, als Schienenfahrzeug umbauen, das sowohl vorwärts wie rückwärts mit der gleichen Geschwindigkeit von 60—70 km/St, fahren kann. Kann ich das Differential dran lassen, ohne ein Schleudern riskieren zu müssen? Die Draisine wird mit ca. 1000 kg belastet. Soll Ich zum Rückwärtsfahren ein Zusatzgetriebe einbauen? Oder gibt es eine andere billige Lösung? Das Fahrzeug muss in der Lage sein, auch auf der Strasse noch fahren zu können. R. H. in V. Antwort: Wir hegen keinerlei Gedanken wegen Schleudems, da ja das Fahrzeug durch die Frage 13.550. Wer vertritt Georges Irat? Kön- Sie mir die Adresse des Generalvertreters der Spurkränze ohnehin dagegen geschützt ist. Dienen Adhäsion beider Räder ist auf den Schienen eher Georges Irat-Wagen in der Schweiz bekanntgeben? gleichmässiger verteilt als auf der Strasse. Zum M. in B. Rückwärtsfahren sollte ein Zusatzgetriebe eingebaut werden, das z. B. aus einem Differential her- Ihnen dankbar, wenn Sie mir die Adresse des Ge- Frage 13.551. Wer vertritt Packard? Ich wäre gestellt werden kann. Hierbei müsste das Antriebsritzel nebst seiner Welle entfernt und dafür zwei •bekanntgeben könnten? M. in T. neralvertreters der Packard-Wagen in der Schweiz Klauenkupplungen oder dergleichen eingebaut werden, deren eine erlaubt, den Planetenkäfig (Tellerrad) festzuhalten, während die andere gestattet, die beabsichtigen, einen neuen 3-Tonnen-Lastwagen Frage 13.552. Brauche 3-Tonnen-Lastwagen. Wir zu eine Hinterachswelle mit dem Käfig fest zu verbinden. Der Umschaltmechanismus für Vorwärtsoder Rückwärtslauf soll so beschaffen sein, dass nur entweder die eine oder andere dieser Klauenkupplungen in Eingriff stehen kann. Das Schalt- AUTOMOBIL-REVUE FREITAG, 30. SEPTEMBER 1938 N° 79 getriebe inkl. Rückwärtsgang würde unverändert bleiben und die Benützung sämtlicher Gänge (also auch des Rückganges) in beiden Fahrrichtungen gestatten. Das Zusatzgetriebe würde an das Schaltgetriebe so angeflanscht, dass seine c.Hinterachswellen> die Fortsetzung der Getriebehauptwelle bilden; die eine «Hinterachswelle» würde mit der Ausgangswelle des Getriebes fest verbunden, die andere mit dem Kardanantrieb. Das Kardanrohr würde etwas gekürzt und eventuell wäre der Federweg der Hinterachse etwas zu begrenzen (was auf der Schiene ohne weiteres zulässig ist), damit die Winkelausschläge das für die Kreuzgelenke zulässige Mass nicht überschreiten können. Will man rückwärtsfahren, so stellt man den Umschalthebel so ein, dass der Planetenkäfig am Zusatzgetriebe festgehalten wird. Dann laufen Motor und Kardanwelle in entgegengesetztem Drehsinn, jedoch mit gleicher Drehzahl um. Wird dagegen die andere Klauenkupplung eingerückt, so laufen alle Teile des Zusatzgetriebes miteinander als kompaktes Ganzes um. Motor und Kardanwelle drehen sich also dann in der gleichen Richtung mit derselben Drehzahl. Diese Lösung dürfte sich als billig realisierbar erweisen. -b- Schriftliche Antworten: Frage 13.545. Wer liefert «Periskope»? Können Sie mir die Lieferantenadresse des in letzter Nummer Ihres Blattes beschriebenen «Periskops» für enge Garage-Ausfahrten bekanntgeben? F. in W. Frage 13.546. Wer vertritt Texaco? Können Sie mir die Adresse des Vertreters für die Stadt Bern des Texaco-Oel« bekanntgeben? S. in B. Frage 13.547. Wer stellt Sauerstoff-Flaschen her? Können Sie mir die Adresse einer Herstellerfirma von Sauerstoff-Flaschen bekanntgeben? H. in S. Frage 13.548. Tungar-Gleich'richter gesucht. Können Sie mir die Lieferantenadresse der Tungar- Gleichrichter mitteilen? W. in B. Frage 13.549. Wer stellt phosphreszierenden Lack her? Können Sie mir die Herstellerfirma des amex'ikanischen weitleuchtenden «Phosphor»-Lacks 'bekanntgeben? F. in 0. kaufen und ersuchen Sie, uns nähere Angaben zu verschaffen. S. in S. Frage 13.553. Wo befindet sich die Austin- Fabrik? Können Sie mir mitteilen, wo sich die .Austin-iFabrik befindet? E. in A. Frage 13.554. Wo erhalte ich «Veloklammern»? Ich ersuche Sie um Angabe von Lieferanten für Hosenhalter, sog. Veloklammern. R. in B. Frage 13.555. Wer vertritt Rosengart bei uns? Können Sie mir die Adresse des schweizerischen. Vertreters der Rosengart-Automobile mitteilen? K. in N. Frage 13.556. Wer liefert zerlegbare Garagen? S. in E. Frage 13.557. Mehrteilige Kolbenringe gesucht. Gibt es au&ser den Kolbenringen Cord, Simplex und Wellsworthy noch andere Fabrikate, die ein Ausschleifen der Zylinder unnötig machen? Ich bitte) Sie um Angabe der betreffenden Firmen. S. m Z. Frage 13.558. Wo erhalte ich Verdunkelungs- r hauben? In Ihrem Artikel c Zur kommenden Verdunkelungsübung • teilen Sie mit, dass eine Scheinwerf erabblendvorrichtuns; bestehe. Da ich mich für eine solche Abblendung sehr interessiere und kaufen möchte, bitte ich Sie, mir die Adresse des Fabrikanten mitteilen zu wollen. S. in Z. Budievl sdi Metallische Ueberziige auf elektrolytischem und chemischem Wege und das Färben der Metalle von Obering. Albert Werner, Band 4/5 der Bücherreihe «Werkstattkniffe». Verlag Karl Hauser, München 22. 1938. Auslandspreis broschiert RM. 3.— Das Buch vermittelt eine reiche Fülle von wertvollen theoretischen und praktischen Kenntnissen über die Oberflächenbehandlung der Metalle. Es wendet sich in erster Linie an den in die Praxis der elektrolytischen Metallbehandlung bereits eingeführten Fachmann. Eingehend wird die Vorbehandlung der Metalle, das Vernickeln, die verschiedenen Arten der Verchromung, der Verkupferung, Vermessingung, Verzinnung, Verbleiung, Versilbern, Vergolden, die anodische Oxydation sowie das Metallfärben behandelt. Wir können das Werk jedem Praktiker zum Studium bestens empfehlen. Wunderland Technik von Alfred Nauck. Staufen-Verlag Edmund Bercker K. G., Köln (Rhein), Breitestrasse 18. Preis Leinen RM. 5.80. Das Buch behandelt in zwangloser Folge und Zusammenstellung eine reichhaltige Auswahl von Grossleistungen aus dem Wunderland Technik in einer auch für Laien und Jugendliche leicht verständlichen und fesselnden Weise. Das Werk setzt es sich zum Ziele, dem Ruhm und Preis der Technik zu dienen und den Leser mit staunender Bewunderung für die vielfältigen technischen Leistungen auf allen Gebieten des menschlichen Lebens zu erfüllen. Erfinden, Patentieren, Verwerten, von Ernst Hablützel, Fröbelstr. 33, Zürich. (Ausgabe Schweiz). Die vorliegende Schrift' ist nicht als wissenschaftliche Abhandlung gedacht, sondern sie will vielmehr dem Erfinder zeigen, worauf es bei der Patentierung und Verwertung von Erfindungen ankommt. Der Verfasser spricht aus eigener Erfahrung, kann er doch auf eine 16jährige Praxis als Patentanwalt und eine 12jährige Tätigkeit als Erfinder im In- und Ausland zurückblicken. fNGUSCHE Keinen Arger und Zeitverlust mehr beim Starten in den Übergangsmonaten, wenn Sie ' HUGO E. 14-36. xu« Hauptlager für dia Schweiz: BREITSCHMID, (Kt. Aaigan) Depot Genf: & M. MäGEVET da Malatiez. Tel. Tel. 61.550 Depot Zürich: Badenerstrasse 330 26.673 Tel. 37.530 Chcysiec fMummUh Originalteile sind vorteilhafter Ueber 100 000 Teile am Lager WOHLEN StSxUa in Ihrem Motor haben. Als lösungsmittelraffiniertes, pennsylvanisches Oel besitzt Pennzoil von allen Oelen das günstigste Verhalten in Kälte und Hitze. 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BERN, Freitag, 30. September 1938 Automobil-Revue - II. Blatt, Nr. 79 Pioniere der Strasse 1878 Mit der Strassenlokomotive nach Paris Saboteure erwischt. Abends spät langten wir in Romillieu an und erhielten gutes und billiges Nachtquartier. In der Wirtstube waren einige Leute beim Weine, die uns nicht besonders gefielen, und ich konnte die richtige Nachtruhe nicht finden, trotzdem 12 Uhr verstrichen und jene Leute fortgegangen waren. Auf einmal hörte ich, dass jemand an unserem Wagen hantierte, worauf ich sofort hinaustrat und sah, wie ein Mann die Lederriemen zerschnitt, womit die schwere Wagenwinde befestigt war; doch bevor diese weg war, erhielt der Schelm seinen Finderlohn von hinten. Nach Wiederinstandstellung der Maschine fuhren wir am 7. nach Nogent sur Seine und kamen da wieder auf unsere alte gepflasterte Strasse Nr. 19. Hier fassten wir bei einer kleinen Gasanstalt Kohlen; die Strasse von Nogent zog sich etwa 18 Kilometer in schnurgerader Linie, zuerst durch Sumpf und Wald, über viele Brücken, sodann stark steigend bei ganz schlechtem, unregelmässigem Pflaster. Fast oben auf der Höhe hatten wir nicht mehr das nötige Wasser und mussten solches mit kleinen Gefässen aus Lehmlöchern im Walde schöpfen. Die lange Steigung, die wir, wie die Kühe auf der steilen Weide, im Zickzack mit der Maschine erringen mussten, begleiteten uns zwei Herren von Nogent zu Pferde. Sie glaubten nämlich nicht, dass wir mit unserem Fuhrwerk den Berg hinaufkommen würden. Oben angekommen, wollten uns diese Herren in einer ganz ordentlichen Wirtschaft mit. Bier regalieren, aber das Fass war leer und die kleine Tochter, die allein anwesend war, konnte kein neues anzapfen, und so musste ich als Fachmann dies tun. Nachdem der Durst gestillt war, wurde wieder eingeheizt, und auf sehr schöner Slrasse durchfuhren wir, ohne anzuhalten, Province, was wir nachher sehr bereuten, denn mittlerweile war es Nacht geworden, und niemand wollte diese schwarzen Männer über Nacht halten. In einem Dörfchen musste Halt gemacht werden, um Wasser zu fassen und auch Durst und Hunger zu stillen. In später Stunde wurde wieder aufgebrochen, nachdem uns ein alter, guter Pfarrer einige Buschein Rebholz gegeben hatte, damit wir wieder Feuer machen konnten. — Diesem Herr Pfarrer sandten wir später eine photographische Aufnahme unserer Maschine. Nach mühevoller Arbeit auf teilweise ganz frisch beschotterter und schlechter Strasse gelangten wir nach einer kleinen Kreuzfahrt morgens 1 Uhr nach Nagis zum Bahnhof. Ein Angestellter zeigte uns den Weg zum Hotel de la Providence, aber man wies uns in ein anderes, zum Coque ä la Boule oder zum Boule ä la Coque, wo wir noch gutes Quartier bekamen. Menthe) fuhren wir vorbei und hatten den penetranten Geruch noch einige Stunden weit in der Nase. Ein kleines Malheur passierte uns beim Durchfahren eines Haferfeldes, als wir eine starke Steigung zu überwinden hatten. Die heraussprühenden Funken steckten das dürre Getreide in Brand ; wir versuchten mit ins Wasser getunkten Kohlensäcken zu löschen, aber unsere Mühe war vergeblich, und so dampften wir so schnell als möglich davon; wie viele Jucharten Hafer abgebrannt sind, haben wir nie erfahren, da wir wohlweislich auch nicht nachfragten. Auf dieser Fluchtfahrt legten wir einmal auf sehr guter Strasse in 3 Minuten einen Kilometer zurück, und dann wurde auch die letzte Flasche von Herrn Lochers Weinspende getrunken. Die Einfahrt in Paris. Am 10. August um 4 Uhr morgens wurde wieder eingeheizt und bei gutem Feuer, aber ganz schlechter Strasse ging es wieder vorwärts, dem lang ersehnten Ziele zu. Zwischen Creteuil und Alfort kamen uns in der eidgenössischen Kutsche die Herren Deck und Wahl von Basel entgegen, was uns sehr freute, und namentlich das gute Znüni, das uns diese Herren in Alfort spendeten. Hier wurde zum letztenmal Wasser und Kohlen gefasst, und (Schluss) letztere flott in Brand gesteckt, damit ja kein Räuchlein verrate, dass eine Lokomotive daherfahre. Vor den Toren von Paris wurden wir von den Octroi-Männern angehalten, und da nichts Verzollbares gefunden wurde (vom Wein war ja nichts mehr übrig), wieder freigelassen. Wir pflanzten nun unsere mitgeführten bunten Schweizerfähnchen auf, trotzdem der Himmel ein feuchtes Gesicht machte. Unter Begleitung der hochbezylinderten Basler Herren ging's nun durch die Tore von Paris lustig vorwärts, dem Seineufer entlang, an den Halles aux Vins ,vorbei, dann über den Pont d'Austerlitz, dem linken Ufer nach bis zum Pont de la Concorde, hier links um die Ausstellung herum, und um 11 Uhr fuhren wir unter langem fröhlichem '•Pfeifen ein durch die Pforten der Ausstellung. Man hatte zum Empfang der langersehnten Landsleute Guirlanden und Bouquets angefertigt, doch etwas verspätet aufgepflanzt, aber dennoch hatten wir unsere grosse Freude daran. Noch grösser war die Freude, nun unsere schwierige, mühevolle Fahrt endlich beendigt zu haben, und gewiss jeder von uns dankte Gott, dass alles so gut und ohne den geringsten Unfall abgelaufen war, und fast war es ein Wunder zu nennen, dass wir überall so glücklich davongekommen sind. Während der Ausstellung wurden noch verschiedene Ausfahrten in und ausser den Mauern von Paris ausgeführt; so wurden für das Kriegsministerium Kanonen auf den Mont Valerien geschleppt, was sehr gut vonstatten ging. Die Maschine ging nach Schluss der Ausstellung käuflich an einen Fabrikanten und Gutsbesitzer in Valance unterhalb Lyon über. « Grauenvolles Spiel mit der Gefahr. » Soweit das Tagebuch Paul Hubers. Ein anderer Augenzeuge hat uns ebenfalls einige Aufzeichnungen hinterlassen, von denen wir einige Abschnitte zitieren: «In der Ausstellung machte die Lokomotive ungeheures Aufsehen, und Herr Schmid führte mit derselben die prächtigsten Evolutionen aus. Bald war es, als wolle er in die Sulzersche Eishütte hineinrennen; wieder schien es, als sei es in seiner Absicht, Dennlers Pavillon mit dem schönen Magenbitter-Gritli umzufahren, ich meine das schöne Magenbitter- Gritli, über welches ein sinniger Naturdichter damals nachstehendes Gedicht gemacht hat: Fremdling, willst du das schönste hier betrachten, So gehe hin zu Dennlers Schweizerhaus — Dein Herz wird bald nach etwas Süssem schmachten, Nach einem Süssen, das schenkt Bittres aus. Bald schien es, als habe Herr Schmid die Absicht, das Restaurant Duval in den Grund zu fahren. Er entwickelte ein grauenvolles Spiel mit der Gefahr. Bald tat er, als wolle er ein paar reizende Pariserinnen niederfahren, bald rannte er auf die ungarische Czarda los, jedesmal aber wendete er blitzschnell zur Schmieröl fehlt, und der Hafer brennt. Am 8. August, nachdem wir Wasser und Kohlen beim Bahnhof gefasst, wollten wir wieder abfahren, aber leider war das Schmieröl ausgegangen, und da ein ungeschmierter Wagen ächzt, waren wir genötigt, das Fehlende zu ersetzen, und glücklich konnten wir 10 kg beim Krämer kaufen. — Um 12 Uhr mittags ging's dann wieder los; der Weg führte uns durch eine wirklich prachtvolle Gegend, fruchtbar, wie wir sie noch nie gesehen, Kornfelder von unübersehbarer Grosse, unterbrochen von umfangreichen Zuckerrübenäckern. Auch an einer Pfeffermünz-Fabrik fAlcool de Wachsende Schatten. Phot Froebal (Zingg)