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E_1938_Zeitung_Nr.078

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BERN, Dienstag, 27. September 1938 Nummer 20 Cts. 34. Jahrgang — No 78 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISEt Ausgab« A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr. 5.-, jährlich Fr. 10.— Ausland mit Portozuschlag, wenn nicht postamtlieh abonniert Ausgabe B (mit gew. Unfallversich.) vierteljährlich Fr. 7.50 Ausgabe C (mit Insassenversicherung) vierteljährlich Fr. 7.50 Ericheint jeden Dienstag und Freitag Wöchentliche Beilage „Auto-Magazin". Monatlich 1 mal „Gelbe Liste" REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breitenrainstr. 97, Bern Telephon 28.223 - Postcheck III414 - Telegramm-Adresse: Autorevue, Bern Geschäftsstelle Zürich: Löwenstrasse 51, Telephon 39.743 INS ERTIONS-PREIS: Die achtgespaltene 2 mm hohe Grundzeile oder deren Raum 45 Rp, Grössere Inserate nach Spezialtaril Inseratenschlnss 4 Tage vor Erscheinen der Nommer Die Wirtschaftlichkeit Von der Weltgewirmurtg an Steinkohle und Erdöl entfallen heute — auf der Basis ihrer Wärmewerte berechnet — rund 75 % auf die Kohl© und rund 25 % auf das Oel. Vor einem Vierteljahrhundert verteilte sich die Gesamterzeugung dieser beiden Energieträger auf den ersteren mit 94 %, auf den letzteren mit nur 6 %. Das für einen relativ kurzen Zeitraum ausserordentlich stürmische Vordringen der flüssigen Treibstoffe, wie es sich in dem Wandel der vorstehenden Zahlenrelation ausdrückt, hat nicht nur den strukturellen Aufbau der Kraftwirtschaft unseres Erdballs in sich grundlegend verändert, sondern auch deren Betätigungsfeld in ungeahntem Masse erweitert. Sie hat vor allem dem Verkehrswesen zu einer früher kaum verstellbaren Expansion verholfen. Denn gerade für die Verwendung in transportablen Kraftmaschinen ist der flüssige Treibstoff durch seine höhere thermische Leistung, seinen geringeren Raumbedarf, seine bequeme Handhabung und leichte Ergänzbarkeit prädestiniert. Eine Bestätigung dafür ist allein schon die Tatsache, dass mindestens 60—65 % des Weltbedarfs an Mineralölen von Kraftfahrzeugen und Schiffen verbraucht werden, während von der gesamten Kohleförderung überhaupt nur etwa 40 % in mechanische Energie umgesetzt werden. Das Einrücken des Erdöls in die Reihe der Energieträger hat unser gesamtes Transportwesen und damit im weiteren Sinne das Weltbild grundlegend umgestaltet. Wir erkennen diese Veränderungen nirgends sinnfälliger als in dem beispiellosen Wachstum des Land- und Luftverkehrs. Töchter, ein halbes Dutzend. Von Cecily Sidgwick. 18. Fortsetzung. « Alberta meinte, es geht uns nichts an. Sie sagt, das Haus eines Engländers ist seine Festung. Sie hat das irgendwo gelesen. Und dann sagt sie, ihr Vater habe sie auch gut verdroschen, wenn sie auf die Kühe nicht ordentlich aufgepasst habe, und sie hätte es ehrlich verdient.» «Ich werde ebenfalls über die Hecke klettern >, sagte ich. Ich war noch nicht sehr weit gekommen, als ich Nancy und Alberta erblickte. Sie knieten im Gras, und als ich näherkam, sah ich, dass sie über ein am Boden liegendes Kind gebeugt waren. Es ging mir wie Melinda : Ich hatte Angst, aber ich lief weiter. Als mich Nancy erblickte, des Motoraittriebs Die von Jahr zu Jahr sich weiter erhöhenden Zahlen des Automobilumlaufs und der Leistungen der Aviatik sind dafür das äussere Kennzeichen. Aber sie besagen an sich noch wenig über die inneren Vorbedingungen dieses Aufstiegs. Selbstverständlich ist ein entscheidender Grund für diesen in der Tatsache zu erblicken, dass sowohl Automobil wie Flugzeug dem Verkehr in rein technischer Hinsicht Möglichkeiten eröffneten, die andern Transportmitteln überhaupt verschlossen sind. Sie haben dem Verkehr neben einer ausserordentlichen Steigerung seiner Vielgestaltigkeit und Elastizität eine Beschleunigung gebracht, wie sie nicht eindrucksvoller als durch die von einzelnen Transportmitteln erreichten Höchstgeschwindigkeiten veranschaulicht werden kann. Diese liegen für Landfltrgzeuge bereits bei etwa 400 km/St., während sie bei Motorfahrzeugen auch schon bis an die Geschwindigkeitsgrenzen der Expresszüge, das sind 160 km/ St., herankommen. Demgegenüber ist der Ueberseeschiffsverkehr über die 30-Knoten- Grenze, d. h. eine Stundengeschwindigkeit von 55 km noch immer nicht hinausigelangt und wird hierzu aller Voraussicht nach in absehbarer Zeit auch nicht in der Lage sein, zumindest nicht ohne einen unverhältnismässig hohen Mehraufwand an Maschinenleistung, d.h. an Betriebskosten. Hier aber liegt ein weiterer und letzten Ende fraglos der entscheidendste Faktor, der die Möglichkeiten und das Schrittmass der Fortentwicklung des modernen Verkehrswesens bestimmt: die Wirtschaftlichkeit des Einsatzes der Energieträger. Diese kann naturgemäss nach verschiedenen Maßstäben bewertet werden, und hieraus erklären sich zu einem guten Teil die oft starken Abweichungen in den Auffassungen über die Rentabilität der einzelnen Transportmittel im Rahmen des Gesamtverkehrs — Differenzen, die in nicht wenigen Fällen auch in den Argumenten eine Rolle spielen, die im Wettbewerb der Verkehrsmittel untereinander zugunsten des einen oder andern von diesen geltend gemacht werden. Die letzte Jahrestagung des Vereins Deutscher Ingenieure bot Gelegenheit, die Leistungsfähigkeit der verschiedenen Wärmekraftmaschinen und der mit ihnen betriebenen Fahrzeuge sowohl unter wärmewirtschaftlichen wie allgemein-ökonomischen Gesichtspunkten einmal auf einheitlichen Grundlagen zu vergleichen. Dr. Münzinger kam dabei in seinem Vortrag über die Entwicklungsrichtungen im Kraftmaschinenbau hinsichtlich des Kraftbedarfs und Brennstoffverbrauchs der wichtigsten Verkehrsmittel zu folgenden Ergebnissen: Schnell-Verkehrsflugzeug 110—165 36—52 Normales Verkehrsflugzeugg 54— 90 30—50 Luxus-Schnelldampfer rd. 75 155 Normales Passagierschiff rd. 27 85 Automobil 5_ 20 5—15 Eisenbahn-Schneütrieh wagen 8— 10 4— 5 FD-Züge D-Züge Kraftbedarf Brennstoffje Fahrgast verbrauch]^ in PS Fahrgast u. 600 km in kg 9— 11 20—35 4— 8 17—28 erhob sie sich, und ihr Gesicht war todernst, aber so bös wie das eines rächenden Gottes. « Er ist doch nicht tot ? > schrie ich, denn es war Kenneth, der mit geschlossenen Augen dalag. Aber als er meine Stimme hörte, öffnete er sie ein wenig und blickte mich verloren an. « Er muss zu uns gebracht werden >, sagte Nancy, « Alberta muss ihn hineintragen und zu Bett bringen. » « Er kann Ambroses Zimmer bekommen. Was ist mit ihm ? > murmelte ich. < Ich weiss es noch nicht. Ich möchte auch, dass Dr. Little ihn sieht. Klingle doch an. Ich, gehe indessen ins Haus.» «Ich komme mit dir», sagte ich, aber Nancy hörte mich nicht mehr. In einem Zimmer oben schrie jetzt ein anderes Kind. « Hören Sie sich das an ! Sie wird Fräulein Nancy ermorden, diese Person ! » «Ich muss ins Haus. Können Sie Kenneth allein tragen ? > Di« Uebersioht zeigt, dass ungeachtet des sehr hohen spezifischen Kraftbedarfs der Schnellflugzeuge deren Treibstoffverbrauch je Fahrgast und Streckeneinheit nur ein Drittel bis ein Viertel des Brennstöffkonsums der modernen Schnelldampfer beträgt, wie auch die motorisierten Landverkehrsmittel hinter ihren dampfbetriebenen Wettbewerbern auf der Schiene hinsichtlich der Mengenaniforderungen an Brennstoff bedeutend zurückbleiben. Diese zum Teil verblüffend krassen Unterschiede, die die auf vielen Gebieten bestehende betriebswirtschaftliche Ueberlegenheit der Verbrennungsmotoren vor den Dampfmaschinen eindrucksvoll beleuchten, finden weitgehend ihre Erklärung in den Ziffern des Wärmeverbrauchs der verschiedenen Kraftmaschinen, die Dr. Münzinger ebenfalls sehr übersichtlich in seiner Untersuchung gegenüberstellte. Er zeigte darin, dass beispielsweise im Leistungsbereich von 1000—2000 PS der Wärmeverbrauch sich für Dampfturbinen je nach Auspuffdruck zwischen 3400 und 2600 kcal/PSh, für Kolbendampfmaschi- Jahrelang jagte das bernische Teilstück der schweizerischen Hauptdurchgangsstrasse Nr. l, welche vom Genfer- zum Bodensee führt, den Automobilisten einen wahren Schrecken ein. Bei Regen, Schnee, Nebel oder Vereisung vor allem mied man diese Strecken nach Möglichkeit, entschloss sich lieber zu einem Umweg, nur um ihren Gefahrenquellen auszuweichen, Das hatte allerdings auch seine guten Gründe; denn vor der aargauisch-bernischen Kantonsgrenze ab bis kurz vor die Tore unserer Landeshauptstadt war vornehmlich hinsichtlich Strassenquerprofil von neuzeitlichen strassenbautechnischen Grundsätzen herzlich wenig zu konstatieren. Man hatte sich die Sache ja auch sehr einfach gemacht: Als es galt, diesen auf Pferde- resp. Fuhrwerkverkehr zugeschnittenen Strassenzug den modernen Verkehrsbedürfnissen anzupassen, behielt der bernische Staat die gewölbten Strassendecken grösstenteils bei und versah sie lediglich mit einem teerhal- «Ich glaube schon. Komm, komm, niemand darf dir mehr etwas tun. Vor Alberta wirst du dich doch nicht fürchten. Er zittert, Frau Brooke, und ist so leicht wie ein Vogel. » < Legen Sie ihn für den Augenblick auf das Sofa in meinem Schlafzimmer», sagte ich in fliegender Hast. « Melinda soll, so schnell es geht, Ambroses Bett bereit machen und eine Wärmflasche hineinlegen. Geben Sie dem Kind nichts zu essen, bis wir kommen. » < Aber eine gute Tasse Tee mit einem Keks könnte ihm doch nichts schaden, er hat nichts im Bäuchlein. Er hat es uns selbst gesagt. Du armes Wurm, du !» Halb sprach sie zu mir, halb und halb im wehklagenden Ton zu dem Kind, das nun in ihren kräftigen, jungen Armen lag. «Nicht einen Tropfen, nicht ein Krümchen, bevor ich zurückkomme », sagte ich, denn ich sah, dass Kenneth fieberte. Aber In dieser Nummer: Die motorische Güterbeförderung auf der Strasse. Hans Stuck Maloja-Sieger. Einfache Mittel zur Prüfung von Kolloidgraphit. Schweiz. Fremdenverkehrsverband tagt in Genf. Bilder S. 4. nen zwischen 3100 und 2500, für Vergasermotoren jedoch zwischen 2400*und 1700, und für Dieselmotoren sogar nur zwischen 1900 und 1600 kcal/PSh bewegt. Bei Grossmaschinen etwa zwischen 10.000 und 20.000 PS Leistung, nähern sich die Wärmeverbrauchsziffern stärker einander an; sie liegen z.B. für Dampfturbinen im Mittel bei 1900 und für Schwerölmotoren wenig über 1500 kacl/ PSh. tigen Oberflächenbelag. Jede der periodischen Erneuerungen dieses Ueberzuges aber trug zu einer weitern Verkleinerung des Querschnittradius bei und es nahmen die Strassen schliesslich vielfach direkt zylinderförmige Gestalt an. Für Motorfahrzeuge kam infolgedessen eigentlich nur mehr ein schmaler Strassenmittelstreifen als Fahrbahn in Frage. Vorfahren und Kreuzen stellten gefahrvolle Manöver dar und setzten zum mindesten sichere und feste Handhabung des Steuerrades voraus, um so mehr als sich beispielsweise die Strecke Murgenthal-Schönbühl zudem durch starke Bombierungen auszeichnete. Wir freuen uns, heute konstatieren zu dürfen, dass dies Strassenstück, das gerade mit Rücksicht auf seinen internationalen Charakter dem grössten Schweizerkanton wirklich keine Ehre machte, unter dem neuen Vorsteher der bernischen Baudirektion bereits einige Verbesserungen erfahren hat. So wurde kürzlich die unterste Kurve der hinter der Kantonsgrenze (Brücke) bei Murgenthal gelegenen Steigung korrigiert, ferner Ausbauarbeiten zwischen dem Roggwilerstich und der Kalten Herberge, also oberhalb der Gugelmannschen Textilfabriken, vorgenommen. Der westlich der Kalten Herberge gelegene Uebergang über die SBB-Linie Olten-Bern erfuhr schon vor einigen Wochen die längst notwendige Korrektur und es kann nunmehr das dort auf eine Distanz von ca. 300 m im Strassenkörper liegende Trasse der Ueber- Iandbahn Langenthal-Melchnau ebenfalls als Fahrbahn benützt werden. Es gab eine Strecke zwischen Herzogen* buchse und Bützberg, deren starke Wölbungen nicht zu den angenehmen Erinnerungen des Automobilisten gehörten und einen Buckel am westlichen Ausgang des dortigen Hochwaldes, dessen « Bezwingung » einem Katz- und Mausspiel zwischen Strassenrand und Strassenmitte verzweifelt ähnlich sah. Bedenklich schräg legten sich die Wagen nach aussen; man fühlte sich der Tücke des Objektes vollständig ausgeliefert. Eine gute ich konnte nicht mehr länger bei ihnen bleiben, denn aus dem Haus drangen durchdringende Schreie, und ich flog, so wie Nancy zwei Minuten vorher, durch die unverschlossene Hintertür in das Haus. Ich hörte einen dumpfen Aufschlag, als ob ein schwerer Körper zu Boden fiel, und das Poltern von Möbelstücken hinterdrein. Dann kam ein Schrei wie das Aufheulen einer wilden Bestie. Als ich das Kinderzimmer atemlos betrat, kroch die Pflegerin mit einem schmerzentstellten und wutverzerrten Gesicht auf dem Boden. Nancy stand über sie gebeugt. Mit einer Hand hielt sie sie fest, und mit der andern schlug sie unbarmherzig mit einer Birkenrute auf sie ein. Das Zimmer sah aus, als ob ein Kampf stattgefunden hätte. Rose stand, unordentlich gekleidet und tränenüberströmt, da, zu sehr erschreckt, um sich zu vergegenwärtigen, was eigentlich vor sich ging. sehen. Fortsetzung Seite 2. Es bessert zwischen Bern und Murgenthal Dermot war nicht zu (Forts, folgt.)