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E_1938_Zeitung_Nr.078

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6 AUTOMOBIL-REVUE

6 AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG. 27. SEPTEMBER 1938 — N° 78 Stunden im tieferem Gefäss allmählich teebraun, trübgrau und schliesslich kaum mehr durchsichtig, so beweist dies, dass im untersuchten Präparat tatsächlich Kolloidgraphit enthalten ist. Nach etwa 70 Stunden sollte der ganze Inhalt aus dem oberen iu die tiefer liegenden Uefässe übergegangen seiund nur ganz wenig schwarzgrauer Bodensatz zurückbleiben. Färbt sich dagegen die übergegangene Lösung nur gelb bis braun, so rührt dies lediglich von dem dem Graphitpräparat beigemischten Oel her und es enthält keinen Graphit in kolloidaler Form. Um verschiedene, wirklich kolloidale Graphite miteinander zu vergleichen, nimmt man einerseits die Dochte heraus und sieht nach, ob sie sich auf der ganzen Länge stark färben und der Kolloidgraphit somit auf der ganzen Länge des Dochts leicht hindurchging. Weiter lässt man jede übergegangene Lösungsprobe für sich durch ein spezielles Feinfilter fliessen, das sogar kolloidale Partikel zurückzuhalten vermag. (Der Fabrikant des Kolloidalgraphits wird auf Wunsch gern bereit sein, Angaben über die bestgeeignete, extraharte Sorte von Filtrierpapier zu machen.) Meist ist infolge der Feinheit guter Kolloidgraphite auch mit diesen Spezialfiltern eine mehrmalige Filtrierung erforderlich, um allen Graphit auszuscheiden. Die Farbe der verschiedenen Filterpapiere nach dieser Prozedur zeigt dann eindeutig, welche der übergegangenen Lösungen am meistert Kolloidgraphit enthält. Piakl^che Winke Um eine hohe Reifenlebensdauer zu erreichen sollten die Pneus turnusmässig ungefähr alle 5000—-8000 km rundum am Wagen gewechselt werden. Hiedurch erhält man eine gleichmassigere Abnützung, als wenn die Reifen dauernd am selben Rad verbleiben. Verschiedene Reihenfolgen werden als zweckmässig empfohlen, so z. B. ein Turnus im Uhrzeigersinn, wobei also der linke Hinterreifen beim Wechsel jeweils auf das linke Vorderrad kommt, dessen Pneu auf das rechte Vorderrad usw. Der Reservereifen sollte in diesem Zyklus eingeschlossen werden. Vielfach hört man zudem die Meinung vertreten, dass der Wechsel in oder entgegen dem Uhrzeigersinn nicht genüge. Vielmehr sollten die sämtlichen Pneus jedesmal auch auf einer Felge gewendet werden, was natürlich lästig ist und bei unsorgfältiger Ausführung mehr schadet als nützt. Von amerikanischer Seite stammt die Anregung, zum periodischen Austausch der Reifen nach unserer bildlichen Darstellung in Richtung der eingezeichneten Pfeile. Es kommen also die beiden Vorderreifen auf die Hinterräder der gleichen Wagenseite, während die Hinterpneus auf die Vorderräder der gegenüberliegenden Wagenseite aufgezogen werden. Hiebei wird ausdrücklich erwähnt, dass die Reifen auf den Felgen nicht gewendet werden sollen. Die Hinterreifen laufen also nach dem Wechsel im umgekehrten Drehsinn um, während die andern beiden Reifen ihre Drehrichtung für eine weitere Laufperiode beibehalten. Um ganz korrekt zu verfahren, sollte auch der Reservereifen in den Turnus eingeschlossen werden. Man kann dies in der Weise tun, dass man z.B. stets das rechte Hinterrad für die nächste Laufperiode zum Reserverad macht und an seiner Stelle das bisherige Reserverad links vorn aufzieht „Periskop" für unübersichtliche Ausfahrten. Bei Ausfahrten aus Gärten oder Garagetoren in wichtige Durchgangsstrassen übersieht der Fahrer die Strasse mitunter erst, wenn ein wesentlicher Teil seines Wagens bereits auf die Fahrbahn hinausragt. Um die hiedurch bedingten Gefahren zu beseitigen, Das «Periskop» auf dem Kühler. A = Spiegel. bringt nun eine englische Firma einen Kühleraufsatz mit zwei keilförmig in einem Winkel von 60 Grad angeordneten konvexen Spiegeln (A) auf den Markt, welche erlauben, die Strasse vom Führersitz aus in beiden Richtungen zu überblicken, bevor dies dem Fahrer selbst möglich ist. Diese Vorrichtung ist dazu bestimmt, all jenen Wagenbesitzern zu helfen, die gezwungen sind, öfter aus einem unübersichtlichen Tor auszufahren. J^ussf*ellun;$«n Vor dem Pariser Salon 1938. (6.—16. Oktober.) Am 6. Oktober wird im Pariser Grand Palais der 32. Automobilsalon seine Pforten öffnen, der auch diesmal wieder einen vollen Erfolg verspricht, bewegen sich doch gegenwärtig die Verkaufszahlen für Automobile in Frankreich in aufsteigender Linie. So konnten beispielsweise im Juli diese® Jahres 9% mehr Wagen abgesetzt werden, als im entsprechenden Vorjahrsmonat. Die Ausstellung umfasst wie bisher Personenwagen, Lastwagen und Autozubehör. Motorräder kommen nicht zur Schau, da die Motorradfabriken von jetzt ab nur noch jedes zweite Jahr ausstellen werden. Die Anordnung der Stände soll ungefähr der letztjährigen entsprechen. Man wird also im Zentrum der Schau wiedrum vor allem die Erzeugnisse der französischen Automobilindustrie präsentieren. Wie man vernimmt, sollen die meisten amerikanischen Fabriken ihre neuen Modelle dieses Jahr sehr früh herausgebracht haben, so dass es durchaus möglich wäre, sie schon in Paris auszustellen, um so mehr, als zum Verdruss der Veranstalter des New Yorker Salons mehrere Firmen ohnehin zu Beginn dieser Veranstaltung ihre 1939er-Modelle dem Käuferpublikum in einer Soloschau vorführen wollen. Man spricht bereits von der auffallend niedrigen Bauart verschiedener neuer Typen aus U.S.A. Eine Anzahl französischer Firmen haben schon jetzt einige Daten über ihre Neukonstruktionen, sowie ihr Fabrikationsprogramm 1939 bekanntgegeben. So vernehmen wir, dass Peugeot ein neues, noch leistungsfähigeres Modell 402 Legere herausbringt, das im Gegensatz zur bis- Conrpelition SS wird nur als blankes Chassis geliefert. Auch die kleineren französischen Firmen haben mit .Neuem aufzuwarten. So wird Berliet sein Modell Dauphine 11 erstmals präsentieren, während Georges Irat einen neuen Typ mit Vorderradantrieb und Einzelabfederung aller Räder zeigt, der als Antriebsaggregat einen Citroen-Motor 11 Leger besitzt. -fw- Auf den Grossen St. Bernhard (2500 m) ohne Kühler und Kühlwasser. Die St. Bernhardstrasse gehört zu den meistfrequentierten Alpenstrassen der Schweiz und des Auslandes. Es ist bekannt, dass die ununterbrochene Steigung von Martigny bis zum Hospiz auch für die besten Motoren eine Gewaltleistung darstellt und dass sehr viele Wagen auf der Passhöhe (2472 m) mit siedendem Kühler ankommen. Es ist deshalb sicher als ausserordentliche Leistung zu werten, wenn Freitag, den 19. August, der Citroen-Wagen, Modell C 8 der Firma Acil S. A. in Lausanne den Grossen St. Bernhard ohne Kühler und ohne Kühlwasser bewältigte. Die Strecke wurde in ungefähr 2 Stunden von Martigny bis zum Hospiz bewältigt. Der letzte und giftigste Stich von der Kantine Proz bis zur Passhöhe wurde ohne Halt mit einer ganz normalen Geschwindigkeit zurückgelegt. Der Wagen, der am Morgen früh, von Rolle abgefahren war, legte die gesamte Strecke ohne die geringste Motorstörung zurück. Wieso diese ausserordentliche Leistung möglich war, werden Sie sich mit Recht fragen. Die Vertreter des bekannten sauserstoffhaltigen Obenschmiermittela Firezone Monitor wollten damit einmal mehr beweisen, dass Firezone Monitor eine Schmierfähigkeit besitzt, die auch den härtesten Beanspruchungen gewachsen ist. Beizufügen wäre noch, dass der gleiche Citroen-Wagen seit mehreren Monaten in der Schweiz ohne Kühler im Betrieb steht, dass er die Tete de Ran sowie den Chasseral ohne Kühler bewältigte und dass er am Tage nach seiner denkwürdigen Fahrt auf den, Grossen St. Bernhard von Lausanne nach Laufenburg im Aargau fuhr, wo er gegenwärtig in Betrieb! steht Schriftliche Antworten: herigen Ausführung einen grösseren Motor besitzt als der normale Typ 402, wurde doch der Frage 13.541. Wer liefert Kompressor? Können Hubraum von 1900 com (10 PS) auf 2140 ccmSie mir die Lieferantenadresse für einen Kompressor für Ford 7 PS, sowie den Preis und näheret (11 PS) vergrössert. Das Modell 3 0 2, das bereits am diesjährigen Genfer Salon fehlte, wird Angaben über die Montage bekanntgeben? seit einiger Zeit überhaupt nicht mehr gebaut. Neu hinzugekommen ist ein Modell Frage 13.542. Wer liefert biegsame Rohre? Kön- B. in P. 4 0 2 - B mit besonders grosser 6—8plätziger Karosserie. bereits besprochenen biegsamen Rohre bekannt-t nen Sie uns die Lieferantenadresse der von Ihnen; Talbot hat elf Modelle ins nächstjährige geben? B- in B. Fabrikationsprogramm aufgenommen, darunter einen Vierzylinder von 12 PS, zwei Sechszylinder Frage 13.543. Stationäre Holzgasanlage. Wir in-» von 2,6 Liter, drei Sechszylinder von 3,6 Liter, so- teressieren uns ebenfalls für die Antwort auf die» *wie fünf Typen mit dem bekannten 4-Liter-Motor. Frage 13533 betr. Holzgasanlagen und Abfüllvor* Zwei davon sind Sportfahrzeuge. Da® Modell Lago- richtungen in dsr Schweiz. H. in Z. \ lÜ Schurz dem Polsterl WSl \dms£& Ein Auto-Polst« hall not «fiten die |§p jr%mm>i Lebensdauer eine! Wagen» durch. I||i Itiitp Darum sind p- 1 «' 1 «"^ - ~» » ZJS&gmm derHanddesFachmannsangepasst- S||& MmmM unerlässlich. Wir haben uns in der §§§£$ -iiipliw Anfertigung «oleher spezialisiert, |M| SWS passen sie in kuner Frist an und mgSg tililli "erechnen nur massige Preise. Ver- ||§| WMßßßi >'"l Sie doeb einmal imverbind- Sgf Hn "*°*~ . m Wm& MÜLLER

N° 78 w DIENSTAG, 27. SEPTEMBER 1935 AUTOMOBIL-REVUE Verkehrsunfälle In der Stadt Bern. Im Monat August 1938 ereigneten sich i: der Stadt Bern 80 (im gleichen Zeitraum de: Vorjahres 74) Verkehrsunfälle, wovon 53 (53 Zuisammenstösse zwischen Fahrzeugen un 13 (8) bei denen Fussgänger angefahren ode überfahren wurden. An den Verkehrsunfällen beteiligte Fahrzeuge : 73 (70) Automobile, 6 (11) Motorräder, 47 (44) Fahrräder, 4 (1) Strassenbahnzüge, 4 (1) andere Fahrzeuge. Verletzt wurden 46 (61) Personen, wovon 6 (4) Kinder unter 15 Jahren. Ausschliesslich Sachschaden entstand in 42 (24) Fällen. Die 80 (74) Verkehrsunfälle lassen sich aui Grund der Unfallberichte auf insgesamt 13( (115) Ursachen zurückführen : absolut In % a) Beim Fahrzeugführer 120 (104) 92,3 (90,5 1. Unvorsichtigkeit, unbeherrschtes und zu schnelles Fahren B. Unvorsichtiges und unzulässiges Vorfahren, Kreuzen und Einbiegen 29 (14) (20) ( 1) 3. Nicht Vortrittlassen 4. Betrunkenheit 5. Unvorsichtiges Rückwärtsfahren — (1) 6. Zu nahes Aufschliessen — ( 1) 7. Fahren auf falscher Strassenseite 5(5) 8. Keine Abgabe von Verkehrszeichen 2(2) 9. Nichtbeachten von Verkehrszeichen 1 (—) 10. Anderes Verschulden 5(1) b) Beim Mitfahrer — (—) 22,3 (12,2 3,8 (17,4' 5,4 ( 0,9 - (0,9 zwischen den Bundesbahnen und der Verkehrszentrale einerseits und dem Fremdenverkehrsverbande andererseits weiter zu führen. Im privatwirtschaftlichen Bereich Initiative und Mitwirkung in folgenden Fragen: Organisation des Massen-Reiseverkehrs in der Schweiz. Unterstützung der Bestrebungen auf Ausbau der Wanderwege. Lancierung der Parole: Die Schweiz das Land der Kunstaltertümer, der historischen Burgen und Schlösser. Veranstaltung von Burgenfahrten. Aufgaben auf dem Gebiete der Beziehungen mit dem Ausland: Diese sind verschieden gegenüber Ländern mit gebundenem (Deutschland, Italien und europ. Osten) und solchen mit freiem Zahlungsverkehr, auf die sich das Interesse in besonderem Masse zu richten hat Im übrigen wird die Schaffung einer schweizerischen Ausreisestatistik als dringlich erachtet In wissenschaftlicher Richtung ist die Schaffung einer Verdunkelungsübung sind, beibehalten •werden, sofern ihre Lichtquelle schwach und blau ist Die Verwendung von Sucherlampen ist verboten. Sämtliche für Fahrzeuge vorgeschriebenen Abschirmungen bleiben im Ernstfalle auch tagsüber montiert. Art. 6. Motorfahrzeuge und Fahrräder haben ihre Fahrbeleuchtung so abzuschirmen, daes die direkte Sicht der Lichtquelle oberhalb der Horizontalen verunmöglicht wird. Ausserdem darf die lichtstarke nicht derart sein, dass am Boden oder auf Hauswänden und andern Flächen unzulässige Reflexe entstehen. Die Durchlässigkeit des blauen Vorsatzmaterials ist nach der Lampenstärke zu richten, die für Motorfahrzeuge normalerweise 35 Watt beträgt Als Richtlinie gilt, dass die Durchlässigkeit für Lampen von 35 Watt 0,4% nicht übersteigen soll. Art. 7. Durchgehende oder enge Strassen können als Einbahnstrassen bezeichnet werden. Das Parkieren ist nur an den amtlich bezeichneten Stellen gestattet Gefährdete Zonen sind durch Sperren oder durch Verkehrsumleitung vom Fahrzeugverkehr freizuhalten. Art. 8. Innerorts ist die Geschwindigkeit auf 20 km/St, beschränkt. Jeder Führer hat überdies die Pflicht, die Geschwindigkeit so zu massigen, dass er sein Fahrzeug auf kürzeste Distanz anhalten kann. Das Ueberholen von Motorfahrzeugen ist ver boten. Radfahrer dürfen haltende Motorfahrzeuge nur zu Fuss überholen. Im Ueberlandverkefor iat die Geschwindigkeit den Sichtverhältnissen anzupassen. Art. 9. Von akustischen Warnvomchtungen darf Gebrauch gemacht werden, wenn es die Sicherheit des Verkehrs erfordert. Art. 11. Während der Verdunkelung kann der Lokalverkehr durch die zuständigen Polizeibehörden eingeschränkt werden, sei es allgemein, sei es mit zeitlicher oder örtlicher Begrenzung oder für einzelne Fahrzeug-Kategorisn. Das stabilisierte Mineralöl der Weltrekorde! t. d. Schweiz: *, Sehnydtr, St. NlMansstr. 54, MMfton Lager: Basel. Genf, Zürich Forschungsstelle und eines Lehrstuhls für Fremdenverkehr sowie die Einbeziehung dieses letzteren in die Lehrpläne der Volks- und Mittelschulen anzustreben. Die Geschäfte der Generalversammlung. Diskussionslos wurden die vom Verbandssekretar vorgelegten Rechnungen sowie das Budget und der Jahresbericht genehmigt. Zum Ersatz für ausscheidende Mitglieder des Vorstandes wählte die Versammlung folgende Herren: Dr. B. Diethelm (Bad Ragaz), Robert Hafner, Präsident des Schweiz. Gesellschaftswagen-Verbandes (Zürich), Dr. W. Meile (SBB, Bern), Dr. G. P. Treadwell, Präsident der Schweiz. Benzinunion (Zürich), Fürspr. Britschgi (TCS, Genf). Neu in den Vorstand wurde E. E. Le Coultre (Genf), Präsident der Vereinigung Schweiz. Reisebureaux, gewählt. Im weiteren wurde beschlossen, den nächsten Verkehrskongress auf nationaler Grundlage im Zusammenhang mit der Schweiz. Landesausstellung von 1939 in Zürich zu veranstalten. Gemeinsame Interessen des schweizerischen und französischen Fremdenverkehrs. Programmgemäss fand am Samstagabend im Genfer Reformationssaal die französisch-schweizerische Kundgebung für den Tourismus statt. Als erster Redner legte Nationalrat Adrien Lachenal (Genf) zunächst dar, wie die Schweiz seinerzeit den organisierten Fremdenverkehr eigentlich reschaffen hat. Aber das Monopol, das sie gewissermassen auf diesem Gebiete bis gegen die jüngste Jahrhundertwende besass, besteht heute nicht mehr. Andere Länder haben den Tourismus ebenfalls kräftig entwickelt, so dass dieser heute eine Rolle in der Volkswirtschaft spielt, die man früher nie geahnt hätte. Sodann entwarf der Redner ein fesselndes Bild der ausgedehnten und mannigfaltigen Tätigkeit des Schweiz. Fremdenverkehrsverbandes und im besonderen auch von der touristischen Zusammenarbeit mit Frankreich, mit dem die Schweiz auf diesem Gebiete durch bedeutende gemeinsame Interessen verbunden ist. Zum Schluss betonte Adrien Lachenal, dass es für die Schweiz nur ein Mittel gebe, die Krise des Fremdenverkehrswesens zu überwinden, nämlich die Qualität alles dessen, was wir unseren Gästen bieten, hochzuhalten. Darauf ergriff der französische Generalkommissär für Tourismus, Roland-Marcel (Paris) das Wort, um zunächst die Art zu erläutern, wie Frankreich seinen Fremdenverkehr entwickelt und organisiert hat. Diese noch verhältnismässig junge Tätigkeit hat in kurzer Zeit Erfolge gezeitigt, die alle Erwartungen übertrafen. Auch die Ausführungen dieses Redners gipfelten in der Unterstreichung der Notwendigkeit, die bereits lebhafte französisch-schweizerische Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Fremdenverkehrs noch weiter zu entwickeln und zn verstärken. Verdunkelungsübung und Bundesbahnen. (Mitgeteilt von den SBB.) Anlässlich der Verdunkelungsübung vom 27/28- September 1938 werden auch die Schweizerischen. Bundesbahnen ihre Anlagen und Züge verdunkeln. Um bei den erhöhten Betriebsgefahren Unfälle zu vermeiden, wird den Fahrgästen vermehrte Aufmerksamkeit und grösste Vorsicht empfohlen. Unnötiges Betreten der Bahnanlagen, namentlich der Bahnsteige durch Neugierige, ist zu vermeiden. Beim Warten auf die Züge sind die Ränder der Bahnsteige freizuhalten; mit dem Ein- und Aussteigen ist erst zu beginnen, wenn der Zug vollständig anhält. Der Gebrauch auch abgeblendeter Taschenlaternen ist zu unterlassen; es können dadurch leicht unbeabsichtigte Signale entstehen und Züge in Bewegung gesetzt werden. Grösste Vorsicht wird auch allen Strassenbenützern für das Ueberqueren der Niveauübergänge empfohlen. Durch erhöhte Aufmerksamkeit erleichtert das Publikum dem Personal seinen schweren Dienst und bewahrt sich selbst TOI Schaden! Abstriche an den Strassenbaubeiträgen der USA. Nach einem Beschluss des amerikanischen Kongresses werden während der Jahre 1940 und 1941 insgesamt 357,5 Millionen $ für die Unterstützung des Strassenbaus aufgewendet. Das bedeutet eine fühlbare Kürzung der bisherigen Leistungen, waren doch für 1937 und für das laufende Jahr durchschnittlich je 238 Millionen bewilligt worden. Aus unserem Leserkreis Erst die Strasse freigegeben, dann gebüsst Am 6. August 1938, genau zur Zeit, als die Fahrer der Tour de Suisse und der Anhang die Strecke Biel-Reuchenette passierte, waren wir auf der Fahrt nach La Chaux-de-Fonds. Im Dorf Reuchenette, wo die Strasse sehr eng ist und Kurven aufweist, waren die Arbeiter der Fabriken und die gesamte Bevölkerung auf der Strasse und die Durchfahrt wurde so schnell, dass ich bei der Strassengabe zum Bahnhof dem dort stehenden Polizisten das Zeichen zur Fahrt durch die Nebenstrasse gab, ohne dass ich eine Verbottafel bemerkte, möglicherweise auch, weil ich die ganze Aufmerksamkeit der Strasse widmen musste. Der Polizist gab mir die Strasse frei und ich glaubte, richtig gehandelt zu haben, wenn ich das Dorf umfuhr und keinen Anlass zu einer allfälligen Gefährdung gab. Nach 14 Tagen kam nun vom Gerichtspräsidenten Courtlary eine Bussenverfügung in der Höhe von 10 Fr. wegen Befahrens des Bahnhofsträsschens ohne Anhalten beim Bahnhof, was laut einer Publikation von 1929 verboten sei. Wenn ich eine Ahnung gehabt hätte, dass diese Strasse in obigem Sinne gesperrt ist, so hätte ich mich, wie die andern Fahrer, halt auch durch den Verkehr gezwängt oder andernfalls beim Bahnhof angehalten und das WC aufgesucht, womit jedenfalls das Befahren des Strä&schens erlaubt sein dürfte. Ich habe die Busse noch nicht bezahlt und Beschwerde eingelegt mit der Begründung, dass der dort stehende Polizist mir die Strasse freigab, obwohl er annehmen konnte, dass ein Wagen mit Aargauer Nummer kaum etwas beim Bahnhof zu suchen hatte. Der Clou ist bei der Geschichte, dass der Polizist einem zuerst die Strasse freigibt und nachher Strafanzeige macht W. in N.