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E_1938_Zeitung_Nr.074

E_1938_Zeitung_Nr.074

BERN, Dienstag, 13. September 1938 Geül&e Liste Nummer 20 Cts. 34. Jahrgang — No 74 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISE« Ausgab* A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr. 5.—, jahrlieh Fr. 10*— Ausland mit Portozuschlag, wenn nicht postamtlich abonniert Ausgabe B (mit gew. Unfallversich.) vierteljährlich Fr. 7.50 Ausgabe C (mit Insassenversicherung) vierteljährlich Fr. 7.50 Erscheint jeden Dienstag nnd Freilag Wöchentliche Beilage „Auto-Magazin". Monatlich 1 mal „Gelbe liste" REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breitenrainstr. 97, Bern Telephon 28.222 - Postcheck III414 - Telegramm-Adresse: Autorevue, Bern Geschäftsstelle Zürich: Lfiwenstrasse 51. Telephon 39.743 INS ERTIONS-PREIS: Die achtgespaltene 2 mm hohe Grundzeile oder deren Raum 45 Rp. GrSssere Inserate nach Spezialtaril Inseratcnschluss 4 Tage vor Erseheinen der Nummer Amerikas Automobilwesen im Spiegel der Statistik 1937 Als eine fast unerschöpfliche Fundgrube aufschlussreicher Erkenntnisse präsentiert sich wiederum die vom amerikanischen Automobil-Industrielle-Verband herausgegeben© Publikation «Automobile Facts and Figures», die in einer reichen Fülle von mühsam zusammengetragenen Tabellen und von anschaulichen graphischen Darstellungen ein umfassendes Bild des Automobiljahres 1937 entwirft. Hat inzwischen auch die Konjunktur umgeschlagen, wobei der Kurs ' scharf nach abwärts gerichtet ist — die Produktion von 1938er Modellen liegt um annähernd 50 % unter dem Niveau des Vorjahres — so entbehrt es doch auch heute nicht des Interesses, in diesem vom wahren Bieneneifer zeugenden Werk zu blättern und rückblickend nochmals die Ergebnisse von 1937 Revue passieren zu lassen. Was hiernit in gedrängter Kürze geschehen soll. Umsätze auf dem zweithöchsten Stand. Mit 5.016.437 Einheiten erreichten die Verkäufe ab Fabrik (für USA und Kanada zusammen) den zweithöchtsten Stand seit 1900; einzig das Jahr 1929 zeitigte mit 5.621.715 Stück ein noch günstigeres Fazit ? Was für eine ungeheure Evolution die Autoindustrie im Zeitraum von nicht ganz vier Dezennien durchlaufen hat, davon steckt die Tatsache ein Licht auf, dass das Jahr 1900 ganze 4192 Wagen die Fabriken verlassen sah. 16 Jahre später überschritt die Produktion bereits die Grenze der ersten Million, 1920 war sie bei zwei und schon 1923 bei vier Millionen angelangt. Ein Vergleich zwischen den Wertziffern bringt es ans Licht, dass das Auto billiger geworden ist, denn verkörperten z. B. die 4,5 Millionen Wagen des Jahres 1926 einen Wert von 3,2 Milliarden Dollar, so belief sich dieser für die 5 Millionen Fahrzeuge, welche 1937 von den Fabriken ausgespien wurden, nur noch auf 2,9 Milliarden. Steil aufwärts bewegt sich parallel damit auch die Kurve der Neuzulassungen zum Verkehr. Von 1,2 Millionen 1932 ist sie auf 4,1 Mill. im letzten Jahr emporgeschnellt- Beträchtliche Verschiebungen mit einer ausgesprochenen Tendenz zum billigen Wagen hin offenbaren die Anteile der verschiedenen Preisklassen am Gesamtumsatz, wie die nachstehende Zusammenstellung lehrt: Unltr E01- 750- 1000- 1100- 2000- Ober 500$ 750» 1000$ 1500 S 2000$ 3000$ 3000$ 1927 33,7% 31,1% 14,5% 15,2% 3,5% 1,6% 0,4% 1933 80,9% 14,6% 2,0% 1,25% 0,65% 0,5% 0,1% 1937 33,6% 58,8% 6,4% 0,8% 0,28% 0,09% 0,03% 6- und 8-Zylinder en vogue. Auf technisch-konstruktivem Gebiet kennzeichnet die Abkehr vom 4-Zylinder und die Die am 27.728. September stattfindende Verdunkelungsübung stellt wieder viele Automobilisten vor die heikle Frage, was sie für ihren Wagen vorzukehren haben. Qewiss, es besteht nun eine offizielle anerkannte Scheinwerferabblendvorrichtung, die aber, wie man hört, noch nicht in einer genügenden Zahl von Exemplaren vorhanden und deren Anschaffung zudem mit derartigen Auslagen verbunden ist, dass zahlreiche Motorfahrzeugbesitzer, die bei diesen Uebungen nicht unbedingt fahren müssen, sich für den Notbehelf mit blauem Stoff oder Papier versehen. Nun hört man immer wieder die Frage, welche Lichtdurchlässigkeit dieser Stoff oder oder dieses Papier haben müsse, um den Vorschriften zu genügen, da es bekanntlich verschiedene Arten von Blau gibt. Man erinnert sich auch daran, dass bei der letzten Verdunkelungsübung verschiedentlich solche Abblendhüllen wegen zu starker Lichtdurchlässigkeit « abgeschätzt » wurden. Weil aber bei ungenügender Abblendung Bussen zu gewärtigen sind, möchte der verantwortungsvolle Automobilist den Vorschriften voll und ganz nachkommen. Erkundigt man sich bei einer amtlichen Stelle, wie die Dinge liegen, so erhält man als Antwort einen Hinweis auf Art. 6 der Verfügung des eidg. Militärdepartements vom 5. Oktober 1937, wo folgende vielsagende Vorschrift zu finden ist: < Die Durchlässigkeit des blauen Vorsatzmaterials ist nach der Lampenstärke zu richten, die für Motorfahrzeuge normalerweise 35 Watt beträgt. Als Richtlinie gilt, dass die Durchlässigkeit für Lampen 35 Watt 0,4 % nicht übersteigen soll. » wachsende Bevorzugung des 6- und 8-Zylinders, die im letzten Jahrzehnt eingetretene Entwicklung. Eine Handvoll konkrete Angaben mag sie etwas näher illustrieren : sank der Anteil des 4-Zylinders am gesamten Personenwagenumsatz von 50,7 % im Jahr 1928 auf 1,7 % im Jahr 1937, so erhöhte sich im selben Zeitraum die prozentuale Quote des 6-ZyJinders von 45,0 auf 63,8 und jene des 8-Zylinders von 4,3 auf 33,7 %. Die Struktur der Umsätze erfährt ihre Durchleuchtung mit der Feststellung, dass 1937 von den rund 5 Millionen Personenund Lastwagenverkäufen 2,7 Millionen auf Zur kommenden Verdunkelungsübung Dilemma über die vorschriftsgemässe Durchlässigkeit des Vorsatzmatenals. Sehr einfach gesagt, aber wie soll nun der Automobilist prüfen können, ob das gekaufte Vorsatzmaterial keine höhere Durchlässigkeit als 0,4 % aufweist. Wer prüft, ihm den Stoff oder das Papier, wer besitzt eine solch© Vorrichtung und wer bezahlt die Prüfung ? Man wird oft weit fahren müssen, um sich hierüber sichere Auskunft zu verschaffen. Und was soll der Automobilist tun, dem ^weder die Zeit noch das Geld für solche 'Sonderfahrten nicht zur Verfügung steht? Der Staat macht sich hier die Sache wieder einmal ausserordentlich leicht. Da wird kurzerhand verfügt, ohne dass man sich darüber Rechenschaft gibt, wie oder ob überhaupt der Vorschrift in der Praxis nachgelebt werden kann. Warum hat man nicht einen einfacheren Modus gewählt und einen Weg gesucht, der dem Automobilisten die Möglichkeit bietet, sich auf den ersten Anlauf das richtige Vorsatzmaterial beschaffen zu können ? Warum hat man nicht verschiedene Typen von Papier und Stoff bezeichnet und mit den Fabrikanten gewisse Standardtypen für die verschiedenen Lichtstärken der Lampen geschaffen, z. B. für Lampenstärke 35 Watt die Papiertype Nr. VI und die Stofftype Nr. VIII. Wäre das zu einfach gewesen? Ausser dem Eidg. Amt für passiven Luftschutz hat nun auch schon jeder Kanton eine solche Stelle. Es kann diesen 26 Aemtern nur anempfohlen werden, in nächster Zeit einmal mit den Automobilistenverbänden an den grünen Tisch zu sitzen und den Art. 6 der Verfügung derart umzukrempeln, dass er auch in die Praxis umgesetzt werden kann. Weshalb immer solche halbe Lösungen, die dem Fahrer nur Bussen bringen? V Ersatzanschaffungen entfielen, dieweil es sich bei 1,4 Mill. Verkaufsabschlüssen entweder um Leute handelte, die sich erstmals einen Wagen zulegten oder dann um die Besitzer mehrerer Autos. Wobei es auffällt, wie stark gerade in den letzten vier Jahren die Gruppe der « neuen Kunden » im Wachstum begriffen ist. Zu ihrem grössten Ausmass weitete sie sich allerdings 1923, umfasste sie damals doch bei einem Absatzvolumen von 3,7 Millionen (für die USA) nicht weniger als 2,8 Mill. Stück. In der Gunst des Publikums dominieren hinsichtlich der Karosserietypen bei weitem der 2- und der 4-türige Sedan, jener mit 39, dieser mit 44 %, währenddem das Coupe mit 14 % an dritter Stelle folgt. Praktisch existiert eine Nachfrage nach offenen Modellen so gut wie nicht, bringt es doch der « Touring » auf bloss 0,09 %. Und diese Geschmacksrichtung, gekennzeichnet durch die fast hundertprozentige Bevorzugung des geschlossenen Wagens, hat sich schon seit Jahren völlig stabilisiert. (Fortseteunq Seife 2.) Mnss es zuerst zu einem Unfall kommen? « Nur » einer Draisine wegen werden die Barrieren nicht geschlossen. Nur den wenigsten Automobilisten und Motorradfahrern wird es bekannt sein, dass bei mit Barrieren bewachten Niveauübergängen die Dienstdraisinenzüge der Eisenbahnen durchfahren, ohne dass die Barrieren, herabgelassen werden. Da wähnt man sich bei offener Barriere an einem Niveauübergang vollständig in Sicherheit und muss dann plötzlich und nicht mit geringem Schreck feststellen, dass knapp vor der Kühlerhaube ein solcher Draisinenzug in ganz ansehnlichem Tempo vorüberrattert. Erst kürzlich hat sich in Uster ein solcher Fall In dieser Nummer: Biographie Dr. Ing. F. Porsches. Nuvolari (Auto-Union) siegt im Grossen Preis von Italien. Was schätzen Sie an Ilrem Wagen am meisten? Zürcher Verkehrsgesetz-Initiative. Aulo-Unlori-Sfeg Im Grossen Preis von Hallen. Linke: Seit langer Zeit zum erstenmal wieder schrieb sich am vergangenen Sonntag Tazio Nuvolari, Italiens Altmeister, in das Goldene Buch eines Automobil-Rennens ein. Ei siegte überraschenderweise im Grossen Preis von Italien in Monza und sicherte damit der Auto-Union den ersten verdienten Erfolg auf dem neuen 12-Zylinder-Heckmotorrennwagen, Rechts: Nuvolari in Voller Fahrt,