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E_1938_Zeitung_Nr.084

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BERN, Dienstag, 18. Oktober 1938 Nummer 20 Cts. 34. Jahrgang — No 8 4 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISEt A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr. 5.—, jährlich Fr. 10.— Ausland mit Portozuschlag, wenn nicht postamtlich abonniert Ausgabe B (mit gew. Unlallvenich.) Vierteljährlich Fr. 7.50 Ausgab* C (mit Insassenversicherung) Tiertellährllch Fr. 7.50 Autokonstruktion 1939 im Spiegel der Ausstellungen von Paris und London Paris von technischer Warte aus. — Was die Konstraktion 1939 auszeichnet Paris, 15. Oktober 1938. Der diesjährige Pariser Automobil-Salon hat, wie wir bereits berichteten, nicht mehr ganz die internationale Beteiligung gebracht wie früher. Besonders die europäischen Marken nichtfranzösischer Provenienz sind diesmal recht dünn gesät. Die Amerikaner marschieren zwar in etwas grösserer Zahl auf, jedoch auch bei w/item nicht vollständig. Wenn wir im folgenden einen 'kurzen Blick auf die gegenwärtigen Konstruktionstendenzen werfen, so fassen wir deshalb dabei in erster Linie die französischen sowie die amerikanischen Marken ins Auge, die hier den Ton angeben. Manches trifft natürlich auch auf andere Länder zu, da die grundlegenden Entwicklungsrichtungen nicht an den Landesgrenzen Halt machen. Gedanken sind ja bekanntlich zollfrei und breiten sich heute auch trotz aller Handels-Schikanen mitunter im Eiltempo über alle Länder aus. Das trifft sowohl auf die Mode in der äussern Linie wie auf -die .Einzelheiten, in der mechanischen Konstruktion zu. Viele Gesichter gerade von grossen französischen Wagen erinnern seit dem Vorjahr stark an amerikanische Vorbilder. Allerdings haben sich die meisten dieser Vorbilder inzwischen weiter ganz beträchtlich verändert, während man sich in Europa auf kleine Retouchen an der Kühlerfront beschränkte. Schrittmacher für die neue Eleganz aus U.S.A. war hier der Lincoln-Zephyr, der schon letztes Jahr die jetzt fast zum Allgemeingut gewordenen, tiefliegenden Kühlluft- Eintrittsschlitze zeigte, die technisch wohl als Vorstufe zu einer noch ausgesprochener aerodynamischen Ausbildung der Wagen- Vorderpartie zu werten ist, was eine Tieferlegung des Kühlerblocks notwendig macht. Wieviele Zwischenstufen wir bis dahin freilich noch erleben werden, kann vorderhand niemand voraussagen. Symptomatisch für diese Tendenz sind jedenfalls die bei sehr vielen Wagen anzutreffenden, in die Kotschützer eingebauten Scheinwerfer. Parallel damit geht die windschnittigere Gestaltung des Hecks bei vielen Amerikaner- Modellen. Als gutes Beispiel sei der neue Dodge erwähnt, ebenso wiederum der Lincoln-Zephyr, der schon im Vorjahr nicht zuletzt durch seinen Stromlinienrücken «entzückte». Neben diesen bedeutenden Wandlungen im Aeussern des Grossteils der amerikanischen Wagen bemerkt.man die geringen Veränderungen in der Formgebung der europäischen Modelle kaum. Viele, darunter gerade sehr hochwertige Erzeugnisse wie etwa Mercedes, Hotchkiss, Delage, Talbot, Delahaye oder Erseheint Jeden Dienstag und Freitag Wöchentliche Beilage „Auto-Magazin". Monatlich 1 mal „Gelbe Liste" REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breitenrainstr. 97, Bern Telephon 28.222 - Postcheck III414 Telegramm-Adresse: Autorevue, Bern Geschäftsstelle Zürich! Löwenstrassc 51, Telephon 39.743 Alfa Romeo wahren seit Jahren ihren Kühlerstil. Wohl hat man «seine» Form da und dort ganz unwesentlich'etwas ausgefeilt, das. Kühlergitter ein wenig stärker geneigt und möglicherweise ausserdem ein bisschen gewölbt, der Charakter jedoch ist durchwegs geblieben. Unter allen amerikanischen Marken gibt es eigentlich nur eine einzige, deren Gesicht in dieser Weise mit souveräner Ruhe allen Zeiteinflüssen entzogen blieb: Packard. Er ist der ruhende Pol in der — wir betonen — äiissern Erscheinungen Flucht. Denn innerlich hat sich natürlich auch der Packardwagen als Spitzenerzeugnis ganz gewaltig gewandelt. Wir werden weiter unten noch auf einige Neuerungen hinweisen. Jm Motottn&au konzentrieren sich die Anstrengungen der Techniker nach der Lösung .des Vibrations- Problems wieder etwas mehr auf jenes der' Wärme-Ableitung. Die dauernde Erhöhung der Uterleistung — man erreicht gegenwärtig bei normalen Tourenwagenmotoren seine 30—35 PS pro Liter — verlangt eine intensivere Kühlung der heissesten Stellen des Verbrennungsraums, die man durch gerichtete, aus Düsen austretende Kühlwasserstrahlen erhält. Da das Oel ebenfalls mehr Wärrrte abzuführen hat, erscheinen die Aussenwände der Oelwanne stark verrippt. Auch die tiefe Lage der Kühlluft-Eintrittsöffnungen bei den amerikanischen Wagentypen liegt in dieser Richtung der Entwicklung.' Fortsetzung Seite 5. * INSERTIONS.PREIS: Die achtgespaltene 2 mm hohe Grundzeile oder deren Baum 45 Rpw Grössere Inserate nach Spczialtarif Inseratenscblnss 4 Tage