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E_1938_Zeitung_Nr.085

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Stvassen Wieder mal:

Stvassen Wieder mal: eine Autostrasse auf die Rigf? Vor einigen Jahren machte das Projekt einer Autostrasse von Weggis auf die Rigi von sich reden. Scheint es inzwischen "wieder eingeschlummert zu sein, so regt sich dafür nun neuerdings ein Initiativkomitee in Küsnacht, das jedoch nicht die vollständige Neuanlage einer Strasse plant. Vielmehr handelt es sich nach dessen Absicht um den Ausbau der bereits bestehenden Strasse nach der Seebodenalp, die von dort aus bis Rigi- Känzeli weitergeführt werden soll. Natürlich wirkt als Triebfeder auch dieses Projektes die Hoffnung auf eine Steigerung des Touristikstroms nicht nur nach der Rigi selbst, namentlich in Form erhöhter Weekend-Frequenzen, sondern auch Küssnacht und Immensee versprechen sich davon eine Intensivierung des Passantenverkehrs. Dass die Verwirklichung des Vorhabens als Mittel zur Arbeitsbeschaffung willkommen wäre, steht ausser Zweifel; aber es berührt doch etwas merkwürdig, wenn in den bisherigen Meldungen über die Frage der Finanzierung, womit es offenbar auch beim Projekt für die Strasse Weggis-Rigi harzt, nichts verlautet. Schweizerische Rundschau Besser wäre: Vor der eignen Türe wischen! Dass Professor Howald mit Vorliebe die Automobilisten aufs Korn nimmt und dem motorisierten Strassenverkehr mit Vergnügen bei jeder Gelegenheit eins auswischt, ist bekannt. Uns wundert nur, ... doch zur Sache : Im offiziellen Organ des Schweizerischen Bauernverbandes, der « Schweizerischen Bauernzeitung », weist der Bauernführer auf die im Durchschnitt der Jahre 1931 bis 1935 insgesamt 97 Millionen Fr. betragenden Nettoausgaben des Staates für Neu-, Ausbau und Unterhalt des Strassennetzes hin und fordert : «Die Automobilisten, welche heute Hauptnutzniesser unserer Strassen Auto Zusammenhänge.» Mit Rücksicht auf den stark gestiegenen Heeresbedarf an Benzin werden gegenwärtig den japanischen Automobilisten nur noch zwei Gallonen (ca. 9 Liter) Benzin pro Tag abgegeben. Prinzip bleibt Prinzip. Die Strassen der Bermudainseln sind für das Automobil tabu. Als nun kürzlich ein neuer Gouverneur einzog, suchte er um eine Ausnahmebewilligung nach. Er fand aber beim Parlament kein Gehör und musste unverrichteter Dinge wieder von dannen ziehen, weil das Prinzip keine Durchbrechung dulde. sind, werden zugeben müssen, dass die Oeffentlichkeit für den Unterhalt ihres « Bahngeleises> gewaltige Opfer bringt und eine bessere Regelung des Verkehrs zwischen Schiene und Strasse sich nachgerade aufdrängt. » Was dem einen recht, Ist dem andern billig ! Drehen wir den Spiess also einmal um: Die genau gleiche Oeffentjichkeit hatte für das Jahr 1936 zugunsten der Landwirtschaft an Subventionen aufzubringen: Kantonale Kulturingenieure 125 745 "Fr. Bodenverbesserungen ' 3 395 794 > Pflanzenbau 721440 » Hagelversicherung 644190 » Viehversicherung 1 270 906 » Pferdezucht 378 869 * Rindvieh-Kleinviehzucht 888 501 > Viehseuchenbekämpfung 813 638 » Kantonstierärzte 88 866 * Viehinspektoren- und Fleischschauer- Kurse 16 614 » Milcb.wirtscb.aftl. Stationen, Käaereiund Stallinspektionen 166 750 » Obst- und Weinbau-Versuchsstationen 51 828 > Landwirtscbaftl. Verbände 145183 » Ordentliche Subventionen Milchwirtschaft Viehzucht 20 297 005 Fr. 5 208 353 Einzelne Betriebszweige 1234 299 Kantonale Massnahmen 15 600 Kredithilfe für notleidende Bauern 8 155 714 Wasserschäden 11296 Ausserordentliche Subventionen Förderung der Kartoffelverwertung 475 265 Fr. Ueberpreis auf Melassesprit 63 833 »:• Förderung der Obstverwertung 749 951»' Förderung des Tafelobstbaues 130175 > Ueberpreis für Kernobstbranntwein 12 613 872 » Alkoholverwaltune Mahlprämie 6 23S 726 Fr. Verbesserung der Mahleinrichtungen 29 028 > Transportbeiträge 122 534 > Saatgutverbesserung. Frachtbeiträge an S.B.B. 1871532 » TJeberpieise für Inlandsgetreide 25 812 664 * Getreideversorgung Der Vertreter einer Erwerbsgruppe, welche iifeinem einzigen Jahr sage und schreibe 100 447 415 Fr. an Bundessubventionen einsackt, bei wohlverstanden steigenden Produktenpreisen, dürfte zur Aufstellung von Forderungen der oben zitierten Art kaüni berufen sein. Er schlage sich an die eigene Brust und überlege zudem, ob unter diesen « Strassen-Hauptnutzniessern > von Automobilisten sich nicht auch recht zahlreiche Schäflein seiner Herde befinden! Wehe, wenn du langsam fährst! 22 Staaten der USA bedrohen den Automobilisten, der im Strassenverkehr zu langsam fährt, mit Strafe. Amerikas Hoffnungen au! das Modelliahr 1939. Bei einem Presseempfang erklärte der Präsident der Chrysler Corporation, K, T. Keller, er rechne für das kommende Verkaufsjahr der amerikanischen Autoindustrie mit einem Gesamtabsatz von 2,75—3,5 Millionen Wagen, währenddem im Modelljahr 1938 bloss 2,25 Millionen Autos ihren Abnehmer gefanden haben. ÄUTOMOBIL-REVUE FREITAG, 21. OKTOBER 1938 — N° 85 8 708 324 Fr. 43 630 591 Fr. 14 033 096 Fr 34075 484 Fr. istischer Internationaler Sportkalender 1939 (R-IF = Rennen nach der int. Grand-Prix-Formel; R = Rennwagen; S = Sportwagen; T = Tourenwagen; GRANDE EPREUVE.) Januar. 2. Südafrika: V. Grosser Preis von Südafrika in East London (R). 14. Südafrika: III. Grosvenor-Grand-Prix In Kapstadt (R). 17.—25. Monaco: XVIII. Internationale Sternfahrt nach Monte Carlo (T). 27.-29. Frankreich: Wintersternfahrt nach Lyon(S). März.. 7.—12. Frankreich: XI. Tourenwettbevwrb Parts- St. Raphael für Damen (T). 26. Italien: Bengasi-Tripolis-Rehnen (S). April. 1. Grossbritannien: Rennen um die Trophäe des britischen Weltreiches (R). 2. Frankreich: Grosser Preis von Pau (R). 8.—14. Frankreich: XXVIII. Internat. Zuverlässigkeitsfahrt Paris-Nizza. 10. Grossbritannien: Ostermontags-Meeting in Brooklands (RS). 13. Frankreich: Internationales Turbie-Bergrennen (RS). 15: Grossbritannien: Rennen um die KrSnungstrophäe auf der Kristallpalast-Strecke (R). 15.—16. Aegypten: II. Internationale Sternfahrt nach Kairo (T). 16. MONACO: X. GROSSER PREIS VON MO- NACO (R-IF) und Rennen um den Pokal des Prinzen Rainier (S). 16. Italien: II. Rundrennen von Campione (R 1500 ccm). 21.—22. Irland: Internationales Rennen von Cork (RS). 30.— 6. Mai: Italien: VI. Internationale Sternfahrt nach Nordafrika (T). Mai. 5.— 7. Frankreich: Meeting der unabhängigen Rennfahrer. Rennen um den Pokal von Paris (RT). 6. Grossbritannien: 200-Meilen-Rennen in Brooklands (RS). 7. Deutschland: Hamburger Stadtparkrennen (S). 7. Finnland: Grosser Preis vpn Finnland (RS). 7. Italien:, XIII. Grosser Preis von Tripolis (R 1500 ccm). 14. Italien: XXX. Targa Florio (R 1500 ccm). 20. Grossbritannien: Rennen um die Sydenham- Trop.häe (R). 21. Belgien; II. Grosser Preis von Antwerpen (S). 21. Italien: XIII. Bergrennen Parma-Pogglo di Berceto (S). 21. Deutschland: Internationales Eifelrennen (R-IF). ;• 21. Frankreich: Int. Sternfahrt des A. C. der • ~ Ardenneh (T). 24.-28. Italien: Internationale Sternfahrt nach "" Mailand (T).' 27. Grossbritannien: Shelsley-Walsh-Bergrennen (RS). 28. Belgien: XIV. Grosser Grenzpreis (RS). 28. Italien: IV. Rundrennen von Neapel um den Pokal der Principessa del Piemonte (R 1500 ccm). 29. Grossbrifannien: Pfingstmontags-Meeting in Brooklands (RS). 30. U. S. A.: GROSSER PREIS VON INDIANA- POLIS (R). Juni. 3.— 4. Frankreich: Bol d'Or-Rennen (RS). 4. Luxemburg: Grosser Preis von Luxemburg (RS). 4. Portugal: Rundrennen von Esforil (S). 10. Grossbritannien: Rennen»um die Nuffield- Trophäe (RS). 10.—18. Polen: Grosser Preis von Polen. XII. Internat. Tourenwettbewerb des A. C. von Polen (S). 11. Frankreich: Grosser Preis der Picardie (R 1500 ccm). 17. Grossbritannien: Internat. Ulster-Trophäe (RS). 17.—18, Frankreich: 24-Stunden-Rennen von Lt Mans (S). 18. Portugal: Rundrennen 1 von Villa Real (S). 25. BELGIEN: GROSSER PREIS VON BEL- GIEN (R-IF und R 1500 ccm). 3a— 2. Juli: Belgien: Lüttich-Chamonix-Lüttich- Fahrt (T). Juli. 1. Grossbritannien: Rennen um die Kristall- Palast-Trophäe (R). 2. Italien: XV. Bergrennen Susa-Moncenisio (S). 8. Irland: Internat. Leinster-TrophSe (RS). 9. FRANKREICH: GROSSER PREIS VON FRANKREICH (R-IF) und Rennen um den Pokal der CS (R 1500 ccm). 13.—16. Frankreich: Internationale Sternfahrt in die franz. Alpen (T). 15. Grossbritannien: 12-Stunden-Rennen (S). 15. Schweiz: I. Internat. Sternfahrt nach Montreux. 16. Italien: VII. Stiifserjoch-Bergrennen (S). 16. Frankreich: VII. Rundrennen von Albfi (R 1500 ccm). 23. DEUTSCHLAND: GROSSER PREIS VON DEUTSCHLAND (R-IF). 30. Grossbritannien: Prescott-Bergrennen (RS). 30. Italien: XIX. Coppa Ciano (R-IF und R 1500 ccm). 31.— 2. August: Deutschland: Internat, deutsche Alpenfahrt (ST). August. 6. Deutschland: Grosser Bergpreis von Deutschland (RS). 6. Frankreich: Grosser Preis von Comminges (RS). 7. Grossbritannien: Meeting in Brooklands (RS). 7. Irland: Grosser Preis von Limerick (RS). 12, Grossbritannien: Rennen um die Imperial- Trophäe (RS). 13. Italien: XV. Coppa Acerbo (R-IF und R 1500 ccm). 15. Italien: VII. Targa Abruzzo (S). 16.—20. Belgien: XIX. Zuverlässigkeitsfahrt Lüttich- Rom-Lüttich (T). 20. SCHWEIZ: VI. GROSSER PREIS DER SCHWEIZ (R-IF) und VI. Preis von Bern (R 1500 ccm). 26. Grossbritannien: 200-Meilen-Rennen (RS). 27. Belgien: Grosser Preis der internat. Wassersport-Ausstellung in Lüttich (S). 27.— 3. September: Frankreich: II. Internationales Rallye de la Baule (ST). September. 2. GROSSBRITANNIEN: TOURIST-TROPHY- RENNEN (RS). 3. Frankreich: XI. Grand Prix de la Baula (R 1500 ccm). 4. Italien: XIII. Bergrennen Pontedecimo- Giovi (S). 9. Irland: Phönix-Park-Rennen (RS). 9. Grossbritannien: Shelsley-Walsh-Bergrennen (RS). 10. ITALIEN: XVII. GROSSER PREIS VON ITALIEN (R-IF und R 1500 ccm). 10. Frankreich: 12-Stunden-Rennen von Paris (RS). 14.—15. Deutschland-Italien: Fernfahrt Berlin-Rom (ST). 16. Grossbritannien: Meeting in Brooklands (RS). 17. Deutschland: Rundrennen von Wien (R-IF und S). 24. Tschechoslowakei: Grosser Mtsaryk-Preis (RS). 30. Grossbritannien: Grosser Preis von Donington (R-IF). Oktober. 1. Rumänien: Feleac-Bergrennen (RS). 7. Grossbritannien: Grosser Preis von London (RS). 8. Schweiz: Grosser Landesaus. stel I u n isp reis in Zürich (R-IF und R 1500 ccm). 8. Brasilien: Grosser Preis von Rio de Janeiro (R). 14. Grossbritannien: Herbstmeeting in Brooklands (RS). F E U I L L E T O N Töchter, ein halbes Dutzend. Von Cecily Sidgwick. 25. Fortsetzung. George war ganz ihrer Ansicht und setzte noch hinzu, dass er Nancy nicht heiraten würde, wenn er damit ihre Karriere zerstören würde. Und überhaupt, was sei schon daran, einen Haushalt zu führen ? Man gibt seiner Köchin einen ordentlichen Lohn, sagt ihr, ob man Roastbeef oder Hammelfleisch zum Dinner haben will, oder aber man sagt ihr gar nichts, lässt sie allein einkaufen und teilt ihr nur mit, wieviel man wöchentlich für die Küche ausgeben will. « Ihr braucht eine erfahrene Köchin », entgegnete ich, vorahnend, dass ich in Zukunft nur noch Nancy« Meinung von seinen nachbetenden Lippen hören würde. « Nancy ist anderer Ansicht, sie will sich ein Mädchen abrichten, wie du es mit Alberta gemacht hast. » Ich Hess mich nicht auf eine Auseinandersetzung mit ihnen ein. Es wäre ganz nutzlos gewesen. In Georges Augen galt alles für richtig, was immer auch Nancy sagte, nicht weil er ein Dummkopf ist, sondern weil er zu jener Sorte von Männern gehört, die sich die Wahl ihrer Frau reiflich überlegen, dann aber an sie glauben und mit ihr durch dick und dünn gehen. Das sind die bequemen' Ehemänner. Die Hochzeit war so still, dass wir, wenn nicht Geschenke eingetroffen wären, kaum gemekt hätten, dass eine stattfand. Eines Morgens waren George und Nancy verheiratet, reisten zusammen ab und kamen nach 5 Wochen gut aussehend und glücklich nach 1 Porthlew zurück. Das Haus war in dem Zustand, in dem sie es zurückgelassen hatten. Die Mädchen waren zur Stelle; aber sie kündigten ihnen am Tage ihrer Rückkehr, und Nancy engagierte zwei ungeschulte junge Dinger. Aber sie vergass gänzlich, dass sie selbst niemals eine häusliche Ausbildung er-; fahren hatte und folglich kein Mädchen an-'' lernen könne. Eines Abends, als Nicholas und ich bei dem jungen Paar zum Dinner geladen waren, sagte mir Alberta, dass sie ein paar belegte Brote ins Speisezimmer stellen würde, für den Fall, dass wir hungrig zurückkämen. « Wir werden nicht lange bleiben», sagte ich. « Aber Sie werden hungrig sein », entgeg- j nete Alberta. Vor Tisch setzte Nancy ihrem Vater ihre Theorien über einen Haushalt auseinander, und dazu hatte sie reichlich Zeit, denn das Dinner verspätete sich um eine halbe Stunde. Sie erklärte ihm, sie habe zwei Stundenpläne sorgfältig ausgearbeitet und der Köchin ein.Kochbuch gegeben. Als wir endlich bei Tisch sassen, bemerkte ich, dass das Silber nicht geputzt war. .; * Ich weiss, dass der Vater .klare Bouillon' gern hat, und deshalb habe ich sie bestellt », sagte Nancy vergnügt. Nancy selbst gehört zu,jenen Menschen, die nie wissen, was sie essen und trinken ; ich nehme an, sie hat-keinen Gaumen. Wir schlürften also heisses Wasser mit Fleischextrakt und unterhielten uns. Das Hausmädchen war verschwunden und hatte die Tür offenstehen lassen. Und dann ereignete sich nichts. Wir unterhielten uns weiter, und Nicholas, 4er sehr hungrig war, ass zwei tüchtige Scheiben Brot. George blickte aufgeregt auf Nancy. Ich bewunderte die ersten Narzissen und wünschte, ich hätte Albertas belegte Brote, denn ich war hungrig. « Soll ich klingeln», fragt© George endlich. « Ja, tue das », entgegnete Nancy. « Ich kann mir nicht denken, was geschehen ist. Ich habe alles in Blockschrift aufgeschrieben, damit es kein Missverständnis gibt.» In diesem Augenblick steckte das kleine Hausmädchen, dessen erste Stellung es war, den Kopf zur Tür herein und fragte, ob Nancy geklingelt habe. « Den Fisch », sagte Nancy. « Den können Sie noch nicht haben; er ist noch nicht gar », entgegnete das kleine Mädchen und verschwand wieder. « Gestern war es genau so»; sagte George leise zu mir. « Zwischen den verschiedenen Gängen lese ich dann Nancy* immer etwas vor.» «Sie werden es schon erlernen», meinte Nancy in bester Laune. « Denkt nur an Ah berta und Melinda.» «Sie wurden aber von deiner Mutter sorgfältig angelernt», sagte Nicholas. Nancy sah mich an, als ob sie mich zum erstenmal sähe oder Qualitäten entdeckte, die sie bei mir noch nicht gemerkt und gar nicht vermutet hätte. Sie murmelte etwas Unverständliches, und dann kam ein wundervoller Steinbutt, aber noch halbroh. Das nächste, was wir über uns ergehen lassen mussten, war ungespickter, vertrockneter Hasenbraten. Die Kartoffeln waren zerkocht. Dann gab es Apfeltorte und Mokka; darüber möchte ich den Schleier des Vergessens breiten. « Morgen werfe ich beide hinaus », sagte Nancy wütend, als wir wieder allein waren. < Das würde ich an deiner Stelle auch tun.» < Dumme Gänse.» Darauf sagte ich nichts. «Ich nehme an, du hältst mich ebenfalls für eine dumme Gans.» c Du verstehst nichts, und sie verstehen nichts; was kann dabei herauskommen ? Aber vielleicht werden sie es mit der Zeit erlernen.» « Aber nicht bei mir», sagte Nancy temperamentvoll. (Fortsetzung folgtj

85 •FREITAG, äf. OKTOBER 193S AUTOMOBIL-REVUE (Siehe Seite 2.) Auf dem internationalen Sportkalender 1939, der anlässlich des Pariser Kalenderkongresses der A.I.A.G.R. vom letzten Montag aufgestellt worden ist, figurieren insgesamt 87 Veranstaltungen, so dass sich gegenüber den beiden Vorjahren ein kleines Plus ergibt, wie folgende Zusammenstellung zeigt: Land 1939 1938 1937 Grossbritannien 21 22 16 Frankreich 17 19 20 JOiitik und Anlegungen: Italien 15 12 15 Deutschland 7 3 4 Belgien 6 4 3 Irland 4 4 4 Die schweizerischen Automobilmeister Schweiz 3 2 3 Monaco 2 2 2 Portugal 2 1 2 über die abgelaufene Südafrika 2 3 1 Aegypten • 1 — — Brasilien 1 1 1 Finnland 1 1 1 Luxemburg 1 1 — Polen 1 1 1 Rumänien 1 1 1 Tschechoslowakei 1 1 1 U.S.A. 1 2 5 Oesterreich ' — 2 3 Griechenland — 1 — Spanien — — 1 Ungarn — 1 1 rierte Kontrollschilder, eingedrückte Stossstangen und andere Defekte ein gebührende Punkteabzug erfolgt, ist es doch schliesslich nicht nur Zweck dieser Prüfungen, punkto Zuverlässigkeit, im Kartenlesen, als guter Rechner und dito routinierter Fahrtechniker zu glänzen, sondern auch sein Vehikel in einwandfreiem, unbeschädigtem Zustand ins Bis 2500 km Ziel su steuern. Uebrigens- für Geschicklichkeitswettbewerbe und Essolube deren Einbeziehung in die Meisterschaft vermag ich mich nicht gerade zu begeistern, haftet doch diesen Anlässen ein etwas spielerischer Charakter an, wohei das Abschneiden des Piloten in hohem Masse von seiner jeweiligen Disposition abhängt. Bei Meisterschaftsveranstaltungen sind an die Titelanwärter und ihre Fahrzeuge hohe Anforderungen zu EINFAHROEL stellen und von ihnen wirkliche Leistungen zu verlangen. Nur in diesem Falle trägt ein Wettbewerb 6eine besondere Bezeichnung als Meisterschaftslauf zu Recht. Ein Wort noch zu den Bergrennen. d Nachdem wir am letzten Dienstag dem die Frage zu prüfen, ob ihm nicht eine Entschädigung ausgerichtet werden könnte, die wenigstens Zürcher Max Christen, dem Gewinner der seine Unkosten für die Dislozierung vom Domizil goldenen ACS-Medaille, und dem Berner an die Rennpiete und zurück deckt. Paul Nikiaus, dem Amateur-Schweizermeister literklasse zur Durchführung gelangen wird. Im In der vergangenen Saison fand ich noch etwas Herbst werden wir den Grossen Landesausstellungspreis Zürich auf der pro 1938 Gelegenheit gegeben haben, sich sehr lobenswert, die Tatsache nämlich, dass man über die abgelaufene Sportsaison zu äussern, da und dort — Wintersternfahrt nach Genf und Schwamendinger-Rundstrecke beiwohnen. Auch hier sei heute in der gleichen Absicht dem Berner Zürcher Zuverlässigkeitsfahrt — willkommene Abwechslung zu schaffen verstand, indem man hier messen sich Formel- und lM-Liter-Boliden gesondert um den Sieg. Ob dieser Anlass nun endgültig August Scheibler, Schweizerischer Expertenmeister pro 1938 das Wort erteilt. am 8. Oktober in Szene geht, steht zur Stunde noch ein Bergrennen, dort eine Flachprüfung einschaltete und damit die verschiedensten Gelüste zu befriedigen vermochte. Grand Prix für den 24. September angemeldet, an nicht fest Bekanntlich hatten die Zürcfcer ihren Das Maloja-Bergrennen vom 25. September letzthin war das letzte Rennen, an dem ich teilgenom- durchgeführt werden soll. Die A.I.A.C.R. räumte 87 84 85 August Scheibler, Laupen welchem Tage auch der Grosse Masaryk-Preis men habe. Seit dem Jahre 1926 habe ich an über Berücksichtigen wir die Tatsache, dass nicht Schweizerischer Expertenmeister 1938: nunmehr den beiden Parteien die Möglichkeit ein, vierzig reinen Rennveranstaltungen konkurriert und weniger als 9 Organisatoren Doppelveranstaltungen die Angelegenheit auf dem Verhandlungswege abzuklären und sich untereinander für das eine oder Einleitend zu einigen kurzen Betrachtungen über 30 ersto Preise, sowie 4 Schweizermeisterschaften, wovon 3 auf Tourenwagen (1927, 1928 Pescara, Bern, Monza, Wien und Zürich), so kom- andere Datum zu entscheiden. Der im Sportkalender durchführen (Monaco, Belgien, Frankreich, Ciano, über die hinter uns liegende schweizerische Automobilsportsaison möchte ich meiner Befriedigung und 1938) und 1 auf Sportwagen (1929) herausgefahren, wobei noch zu bemerken wäre, dass ich wie folgt unterteilen lassen: nicht als definitiv zu betrachten. Endlich wurde men wir auf ein Total von 96 Terminen, die sich vermerkte Zeitpunkt (8. Oktober) ist somit noch über den reibungs- und sozusagen zwischenfallosen Verlauf denselben Ausdruck verleihen. Es bedeutete in den Jahren 1930 und 1933—1936 pausierte. Inskünftig gedenke ich nur noch an Geländefahrten internationale Formel 12 15. Juli eine internationale Sternfahrt Rundrennen auf Initiative des Verkehrsvereins Montreux unterm durchwegs lautere Freude und ungetrübtes Vergnügen, an den verschiedenen Konkurrenzen teilzunehmen, deren Organisatoren eich ihrer Aufgabe und Rundrennen als interessierter Automobilsport- Rennwagen 9 wie wir zu wissen glauben, um ein Rallye für Ge- und Rallyes zu starten, während ich an den Berg- Rennwagen 1500 ccm 14 nach Montreux eingeschrieben, wobei es sich, vollauf gewachsen zeigten. Ich wüsste kaum, was ler weiterhin regen Anteil nehmen werde. Sportwagen 11 sellsclyiftswagen handeln soll. Bei der Bewertung an der Durchführung der einzelnen Anlässe zu bemängeln und bekritteln wäre und bin der Ueber- Rennwagen und Tourenwagen 1 effektiv zurückgelegte Strecke massgebend sein, Rennwagen und Sportwagen 23 dürfte hier entweder die Luftliniendistanz oder die zeugung, dass man sich überall redlich Mühe gegeben hat, die Saison zu dem zu gestalten, was Armand Hug Werkfahrer Sternfahrten 9 ten Pässe, sowie die Anzahl der passierten Landes- Bergrennen 10 möglicherweise wird auch die Höhe der traversier- sie schlussendlich geworden ist: eine Folge von bei Maserati. Langstrecken- und Zuverlässigkeitsfahrten 6 grenzen mit berücksichtigt. Am Tage nach dem sportlich fast ausnahmslos sehr interessanten Veranstaltungen, an denen von den zahlreichen Piloten Unser Landsmann Armand Hug, der eine äusrung einer Klassementsprüfung und eines Korsos. Langstreckenrennen 1 Eintreffen in Montreux plant man die Durchfüh- ebenso heiss wie fair um den Siegeslorbeer gestritten eerst erfolgreiche Saison hinter sich hat, welche 96 wurde. Es war, ganz allgemein gesehen, ein kameradschaftliches Kämpfen, das jedem Sportsmann Grand Prix de la Baule, ferner einen zweiten Platz Aue der provisorischen Liste der internationalen IN ENGLAND ihm u. a. den Sieg im Preis von Bern und im Spass bereiten musste. Ich persönlich habe mich im Rundrennen von Modena, einen dritten im Gros- Formel-Rennen, immer wieder besonders über den kollegialen, sportlichen Geist und die urchige Gemütlichkeit gefreut, Ben Preis von Mailand, einen fünften in Neapel •und einen sechsten in Tripolis brachte, ist von der die wir in der letzten «A.-R.> veröffentlicht haben, Grosser Preis von Donington. die innerhalb unserer Berner Mannschaft herrschten. Bei dieser Gelegenheit sei auch nicht unter- Bologneser Firma Maserati als Fabrikfahrer für sind anlässlich des Pariser Kongresses 3 Veranstaltungen verschwunden, und zwar die Grossen Preise 80 Runden = 402 Kilometer. das Jahr 1939 verpflichtet worden, wozu wir ihm lassen, den Herrn Dr. Carl Napp, Präsident der herzlich gratulieren. Als Mitglied der offiziellen von Indianapolis, der Tschechoslowakei und von Als letztes Formel-Rennen dieser Saison wird Maserati-Mannschaft, der ausserdem als Equipenchef Luigi Villoresi, sodann Pietech, Gortese und Formel zum Austrag kommen. Es verbleiben somit der Grosse Preis von Donington ausgefahren, der Rio de Janeiro, die nunmehr nach der sog. freien morgen Samstag nachmittag im Donington Park Nationalen Sport-Kommission, sowie Walter Bretscher, Sekretär der N. S. K., für ihre Loyalität und Rocco angehören, wird sich Hug am 3. Dezember noch 12 Rennen, die nach der Grand-Prix-Formel schon am 1. Oktober hätte stattfinden sollen, dann ihre Zuvorkommenheit, die sie im Verkehr mit den nach Südafrika einschiffen und den Rand Grand ausgeschrieben werden. Auffallen dürfte, dass der aber wegen der gespannten internationalen Lage Konkurrenten immerfort an den Tag legten, ein Prix, den Grossen Preis von Südafrika und den Grosse Preis von Ungarn und der amerikanische verschoben werden musste. Auf der 3,125 Meilen Extra-Kränzchen zu winden. Grosvenor-Grand Prix bestreiten. Vanderbilt-Gup, die dieses Jahr noch als Formel- = rund 5 Kilometer langen Rundstrecke werden Was das Meisterschaftreglement anbetrifft, das sich 20 Konkurrenten aus vier Nationen den Siegeslorbeer streitig machen. Auto-Union, Mercedes- der verflossenen Saison zugrunde lag, so möchte ich eine Benz, die Ecurie Bleue und Maserati sind mit dabei, ferner einige Era der Anderthalbliterklasse, die Aenderung des Bewertungsmodus Die Art des Einfahrens hat wesentlichen Einfluß ja auf Grund ihres Gewichts ebenfalls im Rahmen anregen in dem Sinne, dass vom Punkt- und Rangsystem Abstand genommen und die Einführung des auf die Lebensdauer Ihres Automobil-Motors. Training wurde schon Ende der vergangenen Wo- der Grand-Prix-Formel-Rennen starten können. Dag Leistungssystems in Erwägung gezogen wird, welches im Laufe des ersten Halbjahres 1938 in der EsSOlube-Einfahroel enthebt Sie jeder den meisten Piloten mit Eifer fortgesetzt. Der itache aufgenommen und in den letzten Tagen von « Automobil-Revue » zur Diskussion stand. Die Bewertung, bei der die wirkliche Leistung berücksich- Sorge über das Einfahr-Ergebnis Ihres neu zu Beginn dieses Jahres in Pau hart an einem lienische Meieterfahrer Tazio Nuvolari, der bereits tigt wird, ist unzweifelhaft viel gerechter als das en Todessturz vorbeiging, hatte am Montag wieder bisherige Punkteminimum-System. Es schwebt mir oder neu ausgeschliffenen Motors. ein aufregendes Erlebnis Nuvolari sauste mit einer das seit Jahren von der Union der Motorfahrer- Geschwindigkeit von rund 160 km/St, über die Clubs der Schweiz ausgeschriebene Meisterschaftsreglement für die Motorradrennfahrer als nach- ein grosser Hirsch auf die Strasse sprang. Die Nach der Einfahrzeit verwenden Sie Piste, die einem Walde entlang führt, als plötzlich ahmenswertes Beispiel vor, das hei Rund- und Bergrennen den bestehenden, anerkannten Rekord mit res Unglück. Das Tier wurde scharf angefahren EsSOiubedas gute Oel für gute Fahrt. Geistesgegenwart des Fahrers verhinderte ein schwe- 100 Punkten wertet und dann für Ueberbieten bzw. und war sofort tot. Nuvolari will den Kopf des Unterbieten dieses Rekordes Plus- resp. Minuspunkte in Anrechnung bringt, ein Schema, das ohne gssolube STANDARD« mit nach Mantua nehmen. Hirschen, der ein prachtvolles Zehner-Geweih trug, •weiteres auch bei automobilsportlichen Konkurrenzen zur Anwendung gelangen könnte. Bei Gelände- Die Nennliste. MINERALOELPRODUKTE A.G» tind Sternfahrten wären dann beispielsweise dem Auto-Union: Nuvolari, Hasse, Müller, Kautz. Ersatz: Bigalke. GEGRÜNDET 1894 Sieger 100 Punkte gutzuschreiben, während für alle im Klassement weiter aufgeführten Teilnehmer ein Mercedes-Benz: Lang, von Brauchitsch, Seaman, Schlechtpunkte-Abzug erfolgen musste. Ausserdem sollte meiner Ansicht nach inskünftig bei allen Gelände-, Stern- und Geschicklichkeitsfahrten darauf geachtet werden, dass für zerbeulte Kotflügel, hava- Wenn ich mir auch der Schwierigkeit bewusst bin, auf die man bei der Organisation von Bergprüfungsfahrten stösst, so möchte ich den zuständigen Instanzen dennoch ans Herz legen, alles vorzukehren, was dazu beitragen könnte, die Bergrennen in unserem Lande in vermehrtem Masse wieder aufleben zu lassen. Dabei spreche ich bei derartigen Veranstaltungen mit kurzen Rennstrecken grundsätzlich einem zweimaligen Start das Wort. Dies nicht nur mit Rücksicht auf das Publikum, das eine solche Massnahme sicher zu schätzen wüsste, sondern auch auf die Rennwagen-Konkurrenten, die ihre Fahrzeuge fast das ganze Jahr als totes Kapital in der Garage zu stehen haben und nur höchst selten « Betätigung » finden, obwohl sie an sämtlichen Wettbewerben die eigentliche Anziehungskraft ausüben. Wenn man ferner bedenkt, mit welch enormen Spesen ein Pilot der Rennwagenkategorie zu rechnen hat, so wäre vielleicht auch Nach der Einfahrzeit Essolube das gute Oel für gute Fahrt Kurze Betrachtung zum Internationalen Sportkalender 1939. rennen im Sportkalender figurierten, dann allerdings abgesagt wurden, für 1939 überhaupt gar nicht vorgemerkt worden sind. Interessant werden vor allem wieder die Rennen der Anderthalbliter-Boliden ausfallen, für welche 14 Veranstaltungen reserviert bleiben, wovon 7 in Italien, 4 in Frankreich, 2 in der Schweiz (Bern und Zürich) und 1 in Belgien. Erstmals ist auch der Grosse Preis von Tripolis ausschliesslich für Konkurrenten dieser Kategorie offen. Das einzige Langstreckenrennen, das in früheren Jahren und noch heuer im Terminkalender Aufnahme gefunden hatte, das Tausendmeilen-Rennen von Brescia, scheint, nach den verschiedenen Zwischenfällen, die sich anlässlich der diesjährigen Auflage ereigneten, sang- und klanglos in die Versenkung geraten zu sein; an seiner Stelle hat der R.A.C.I. ein Rennen auf dem Parcours Bengasi- Tripolis ausgeschrieben, das Ende März stattfindet. Die Schweiz ist im internationalen Termin mit 3 Veranstaltungen vertreten, einmal mit dem VI. Grossen Preis der Schweiz, der am 20. August wiederum in -Bern steigen und in dessen Rahmen auch der VI. Preis von Bern für Wagen der Anderthalb- Bäumer. Delahaye: Dreyfus, Raph von der Ecurie Bleue. Maserati: Villoresi Luigi. ERA: Lord Howe, Dobson, Wilson, Connell, Cotton, Aitken. Atta: Hanson. Riley: Maclure. M. G.: Cuddon-Fletcher. nerbstmeeting in Brooklands. Zum Abschluss der Rennsaison fand am letzten Samstag in Brooklands das traditionelle Herbstmeeting statt. Im ersten «Grossen Oktober-Handicap», das über 9 Meilen 14 km 481 ging, fuhr der Sieger Dunham auf Alvis einen Durchschnitt von 168,945 km/St, heraus und distanzierte damit seinen grössten Widersacher Altington auf Frazer- Nash um zwei Wagenlängen. 4 /s Sekunden hinter dem Sieger sauste Barker auf Sunbeam durchs Ziel. Im zweiten «Grossen Oktober-Handicap» über die gleiche Distanz schwang Staniland auf Multi- Union (einem abgeänderten Alfa Romeo) mit 214,457 km/St, oben aus, wobei er dem von John Cobb gehaltenen Rundenrekord bis auf eine Sekunde nahekam. Zweiter wurde in diesem Lauf Fane auf Frazer-Nash. Weiter Resultate dieses Meetings: Siam-Trophäe (23 Meilen == 37,007 km): -1. Prinz «Bira> auf E.E.A., -118.011 km/St., 2. Dobson auf E.R.A.; 3. Wakefield auf E.R.A. Bergmeisterschaft: 1. Mays auf E.R.A., 129,373 km/St.; 2. Staniland auf Multi-Union; 3. Dobson auf E.R.A. Strassen-Handicap (11 Meilen = 17,699 km): 1. Soames auf Bugatti, 101,805 km/Ft.; % Dobson auf Riley; 3. Hamilton auf Fiat. IN ITALIEN. Ein 1,5-Liter-Alfa-Romeo mit 16 Zylindern? Die « Gazzetta dello Sport > verbreitet ein m italienischen Fachkreisen zirkulierendes Gerücht, wonach Alfa-Corse den Bau eines Anderthalbliter- Rennwagens mit 16 Zylindern im Programm habe.