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E_1938_Zeitung_Nr.085

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AÜTOMOBIL-REVUE

AÜTOMOBIL-REVUE FREITAG, 21. OKTOBER 1938 — N° 85 Londoner Show durch die Brille des Technikers Fülle neuer englischer Modelle (Spezlalbericht der «A.-R.O London, 16. Oktober. Die Engländer haben das letzte Jahr schon sehr heftig gearbeitet. Als Früchte der Konstruktionstätigkeit sind nicht weniger als 20 völlig neue Typen auf der Motor Show zu sehen, abgesehen von den vielen aus bisherigen Modellen abgewandelten neuen Ausgaben für die Saison 1939. Die Fülle des Gebotenen ist im übrigen schon durch die hohe Zahl der englischen Personenwagenfirmen gekennzeichnet, die 31 Marken stark aufmarschiert sind. Ueber die grundsätzlichen Konstruktionstendenzen haben wir uns schon eingehend ausgelassen, so dass wir uns an dieser Stelle mit den wesentlichsten Neukonstruktionen im besonderen befassen können. Das Spitzenerzeugnis der neuen englischen Typen verkörpert der Rolls Royce «Wraith» Er soll nicht etwa den berühmten «Phantom» verdrängen, vielmehr stellt er als 4,3-Liter-Sechszylinder das «kleinere» Modell dar. Heute begnügt sich Rolls Royce aber nicht mehr mit der gespensterhaften Lautlosigkeit seiner Wagen, auf welche die Typennamen hindeuten und mit der unübertrefflichen Präzisionsarbeit. Beide Rolls Royce-Modelle muten auch im Chassisbau sehr neuzeitlich an, mit Kastenrahmen und einzelgefederten Vorderrädern (Federung durch verkapselte Schraubenfedern), um nur zwei der wesentlichsten Kennzeichen zu nennen. Gleichfalls ein Spitzenfabrikat stellt Daimler dar. Der neue Wagen ist gleichfalls ein 4-Liter, allerdings mit Achtzylinder-Reihenmotor, wie gewohnt bei Daimler auch mit Flüssigkeitskupplung und Planeten-Gangwählergetriebe. Dieser neue Daimler gehört aber zur Familie der Starrachssr, was um so merkwürdiger stimmt, als die Fabrik erst im vergangenen Jahre durch die Schaffung eines Halbschwingachsers, der übrigens einen neuen Motor von 2,6 Liter erhalten hat, andeutete, dass sie sich der neuen Richtung anpassen wolle. Dass man in England die Einzelradfederung auch für grosse Wagen sehr geeignet und vorteilhaft findet, dafür zeugen im übrigen nicht nur Rolls Royce und Lagonda (die im vergangenen Jahre einen Schwingachser mit Torsionsstabfederung konstruierten). Auch bei Jcnsen, einer erst vor 2 Jahren gegründeten und in diesem Jahre erstmalig auf der Show ausstellenden Firma, sieht man ein grosses Modell mit 4,2 Liter Achtzylinder- Reihenmotor, das neben der Einzelfederung der Vorderräder noch als besonders interessantes Detail eine Doppelübersetzung in der Hinterachse mit Saugdruckschaltung besitzt. Auch der neue «Super Snipe», ein 4,1-Liter-Sechszylinder von Humber ist, wie übrigens alle Wagen dieser Firma, ein Halbechwingachser. Sogar die konservativste Firma Englands, Armstrong Siddeley. hat den Bann gebrochen und- sich zur Vorderrad-Einzelfederung bekannt, allerdings nur bei einem der beiden neuen Typen. In krassem Gegensatz zu diesen neuzeitlichen Typen steht das jüngste Modell von Austin, ein Siebensitzer mit 4-Liter-Sechszylindermotor. Es berührt eigenartig, dass sich dieses Riesenwerk in jeder Beziehung gegen den Fortschritt zu steuern scheint, wobei es sogar so weit geht, die allmähliche formenmässige Anpassung des englischen Wagens an die Vorbilder des Kontinents, und Amerikas abzulehnen. Auch die zweite englische Großserienfabrik, Morris, bleibt sehr konservativ. Bei diesem Werk merkt man aber •wenigstens den guten Willen. Der neue. 1,1-Liter-Vierzylinder weist beispielsweise eine selbsttragende Ganzstahlkarosserie auf, also das neuzeitlichste Symptom des modernen Chassisbaus. Und der verbesserte «Eight>, der 0,9-Liter-Vierzylinder, neben dem kleinen Austin der populärste Wagen Englands, ist in der 1939er- Form wenigstens äusserlich dem Zeitgeschmack und dem kontinentalen Beispiel angepasst worden. Nicht dass Morris die selbsttragende Ganzstahlkarosserie in England eingeführt hätte, vielmehr ging ihm Vauxhall Bei den meisten grösseren englischen Wagen ist für die Fondsitze eine herunterklappbare Annlehni vorgesehen (3,2-Liter-Sechszylinder-Vauxhall» Twenty-five»), bereits im vergangenen Jahre mit zwei Modellen dieser Bauart voran, zu denen nun ein drittes in Gestalt eines 1,4-Liter-Vierzylinders hinzukommt. Bei Die achslose Vorderradaufhängung (System Andre Girling) am 2,8-Liter-Sechszylinder-Arm«trong Siddeley tTwenty», ein Beispiel mehr für das weitere Vordringen der Ein%elradfederung auch, in England., diesem Wagen wird die eigenartige Vorderradi Einzelfederung von Vauxhall verwendet, mit dem Torsionsstab, dessen Verankerungshülse mit dem Rad mitschwenkt und der Dämpfung durch verkapselte Schraubenfeder. E« handelt sich also um eine Kombination der Stabfederung mit dem Dubonnet-iFederknieprinzip. Ganz grosg tritt diesmal Standard auf den Plan. Dieses Werk bekannte sich schon vor Jahren zu einer Pseudo-Stromlinie für den Innenlenker, stiess also damit in Neuland vor. Diesmal bringt Standard drei neue Leichtwagentypen heraus, die alle Einzelradfederung für die Vorderräder besitzen. Es handelt sich durchweg um Vierzylinder (womit Standard nun 7 Vierzylindertypen auf dem Bauprogramm hat) von 1, 1,3 und 1,6 Liter Hubraum. Als Neukonstruktion sei schliesslich noch der 2,6-Liter-Sechszylinder M. G. genannt, ein Stajrachser, aber sehr moderner Bauart. Dieses aus dem bekannten 2-Liter-Wagen entwickelte Modell repräsentiert einen ausgesprochenen Hochleistungstyp, wofür schon die Tatsache Zeugnis «.biegt, dass eine besondere Oelkühlung vorgesehen ist. Ausser den 31 englischen Marken, deren Neuerungen wir hier haben Revue passieren lassen, sind nicht weniger als 32 ausländische Fabrikate vertreten, unter denen man lediglich einige der neuen Amerikaner noch nicht in Paris gesehen hat: Buick, Cadillac, Chevrolet, La Salle, Oldsmobile und Pontiac, also die ganze General Motors- •Familie. Ausser den neuen Getrieben mit einer Art von Vorwählung durch einen unter dem Lenkrad angeordneten Schalthebel, bieten diese Wagen technisch keine besonderen Neuerungen. Der beste , Brems-Mechanismus ist wirkungslos ohne entsprechende Bremsbeläge. — Die englischen Fabrikate «HALO» und «MINTEX» erfreuen sich gerade bei den, qualitativ anspruchsvollen englischen Automobilisten dank ihrer Dauerhaftigkeit und Zuverlässigkeit eines ausgezeichneten Rufs. Lassen auch Sie sich fNGl SCtif montieren. Hauptdepot für die Schweiz: HUGO BREITSCHMID, WOHLEN (Kt. Aargau) Tel. 61.5S8 Depot Zürich: Badenerstrasse 330 - Tel. 37.550 GARAGE A.MONTANT Terrassiere 67 GENF Telephon 43.322 Ganz erstklassige Service-Station und Werkstätte Spezial-Arrangement für Garagieren, Waschen u. Schmieren am gleichen Tag Service und Ersatzteile für Hispano-Suiza, Chenard & Walcker, Oldsmobile, Auburn Originalteile ' • "j;.si , :KreuzBtr;

TOEITAG, 2f. OKTOBER 1938 Aus de* Zahtpxaxis: Beim Parken nicht die Strasse verstopfen! Richtig parkieren verlangt Erfahrung und « Qrütz ». Leider steht in der Praxis nicht ungern Gedankenlosigkeit der Wahl des Parkplatzes zu Gevatter. Betrachten wir uns nur mal die Situation auf unserm rechten Bild. Heimelt uns das nicht alle an ? Ist das nicht ein Anblick, wie wir ihn tagtäglich und allüberall wiederfinden, zwei Wagen (0 und A), die so « geschickt» parkiert sind, dass digen hat. Soll der andere sich davonmachen ? Er steht ja doch schon viel zu lange da. Schliesslich enthält das Verkehrsgesetz keinen Paragraphen, der das Parkieren an dieser Stelle untersagt. Aber haltla, lieber Freund, falsch geraten! Wenn es Herrn (O) — nennen wir ihn ruhig nach dem Wagen, er wird's uns bestimmt nicht übel nehmen —, falls also Herrn (O) B e c h t s: Zwei Wagen 0 und A, die so parkiert sind, behindern den Verkehr. Links: Wenn man sie in dieser Weise auf der gleichen Strassenseite aufstellt, eo wird der Verkehr weit weniger gehemmt. sie den ganzen Verkehr hemmen. Zwischen den beiden stationierten Fahrzeugen ist der Durchgang so eng, dass sich an dieser Stelle zwei entgegenkommende Wagen nicht mehr kreuzen können, um so mehr als sich der Verkehr sozusagen in Stromlinienform abspielt und solche Hindernisse in sanften Kurven nicht so knapp umfahren werden. Was hat eigentlich den Fahrer des Wagens (0) veranlasst, so nahe beim Fahrzeug (A) auf der gegenüberliegenden Strassenseite zu parkieren? Nun, er wollte eben aus Bequemlichkeit direkt vor der Haustüre halten, wo er einen Besuch abzustatten hat. Was kann er schliesslich dafür, dass zufälligerweise auch gerade im gegenüberliegenden Hause ein Wagenbesitzer Geschäfte zu erledas Schicksal übel will, so können ihm aus diesem unrichtigen Parkieren trotzdem Konflikte mit den Verkehrsbehörden entstehen. Das Gesetz hat tatsächlich einen Widerhaken, an dem sich sein Aermel gegebenenfalls verfangen kann, heisst es doch in Art. 4), Abs. 2, wörtlich: «Motorfahrzeuge sind so aufzustellen, dass sie den Verkehr nicht stören können.» Viel besser ist darum der Standort, den (0) im Bild links zum Stationieren gewählt hat. Wiederum war hier (A) erst da und (0) hat sich daher nach ihm gerichtet und den Wagen auf der gleichen Strassenseite parkiert. Dies bedingt zwar, dass er die Fahrbahn nachher zu Fuss quert, da er auf der gegenüberliegenden Seite zu tun hat, aber AUTOMOBIL-REVUE auf die paar Schritte kommt's nun wirklich nicht an. Nicht wahr? Dafür hat er die Gewissheit, dass sein Fahrzeug nun nicht als Verkehrshindernis empfunden wird und auch weniger dem Einstecken allfälliger durch die Versicherung nicht gedeckter Bagatellschäden ausgesetzt ist. -b- Technitdi Der grösste Müllwagen der USA — wahrscheinlich der Erde — wurde vor kurzem in Alhambra (Kalifornien) in Dienst gestellt. Er läuft auf 14 Rädern, von denen zwei die Vorderachse, je sechs die beiden Hinterachsen tragen, und wird von einem überdimensionalen Achtzylinder-iDieselmotor gezogen, der als « Anlasser » einen Zweizylinder-Vergasermotor besitzt. Das Monstrum hat 12 Vorwärts- und 3 Rückwärtsgänge, die Steuerung wird durch einen hydraulischen Mechanismus besorgt, Kupplung und Bremsen werden durch Druckluft betätigt. Die Ladefähigkeit beträgt 70 Tonnen (!); auf ebener Strasse kann der Wagen .eine Geschwindigkeit von 40 Stundenkilometer erreichen. Wagen mit zwei Lenkrädern für amerikanische Briefträger. Die Postbehörde des Staates Indiana hat für ihre Landbriefträger Personenwagen mit zwei vollständigen Steuereinrichtungen angeschafft. Der Wagen hat zwei komplette Führersitze mit Steuerrad und allen Fusshebeln, ähnlich den in Fahrschulen benützten Wagen. Der Zweck der Uebung ist, den Postboten bei geringstem Zeitverlust die Bedienung der an den Landstrassen rechts und links angebrachten Briefkästen vom Wagen aus zu ermöglichen. : Der Beamte kann jeweils nach einem Griff durchs Fenster, ohne erst hin- und herrutschen zu müssen, sofort weiterfahren. Schalthebel und Handbremse befinden sich zwischen den beiden Steuerrädern. Um den Vorteil dieser Wagen voll würdigen zu können, muss man wissen, dass es in Amerika auf dem Lande üblich ist, den Briefkasten auf einem Pfosten am Strassenrand anzubringen, wenn das Haus von der Strasse durch einen Streifen Landes oder einen Garten getrennt ist. Dass am 1. November die neue, auf einem Areal von 5500 m 2 errichtete Traktoren- und Motorenfabrik Hürlimann dem Betrieb übergeben wird. Ein französischer Techniker namens J. Giovanelli habe ein neuartiges Verfahren zur Gewinnung eines Ersatzbrennstofis erfunden. Als Ausgangsstoff soll eine Pflanze dienen, wovon auf einer Hektare 40—50 Tonnen wachsen. Der Heizwert soll ungefähr halb so hoch sein wie bei Benzin, und die Herstellungskosten sollen sich ungefähr gleich hoch stellen wie der Preis des importierten Benzins. Von einem neuen Fabrikationsverfahren für Zündkerzenelektroden. Sie werden aus Nickel hergestellt und darauf an der Spitze elektrolytisch mit einem Ueberzug von Platin-Iridium versehen. Von einem Dichtungsverfahren für poröse Leichtmetall-Gußstücke. Man erwärmt diese nach der Reinigung auf 100 Grad C, taucht sie danach in heisses Leinöl gleicher Temperatur und lässt sie darin abkühlen. Nach Entfernung des überschüssigen Oels werden die Stücke während etwa 48 Stunden auf 100 Grad C gehalten und dann eventuell noch mit Bimsstein oder Sandpapier gesäubert. Schriftliche Antworten: Frage 13.571. Mehrteilige Kolbenringe. Können Sie mir ebenfalls die Antwort auf die in Ihrer Nummer vom 30. September veröffentlichte Frage Nr. 13.557 wegen mehrteiligen Kolbenringen bekanntgeben? S. in U. Frage 13.572. Was wir von Oelmarke X. halten. Können Sie mir mitteilen, was Sie von der Oelmarke X. halten? B. in B. Frage 13.573. Wer liefert Kohlensäure In Druckflaschen von 10—20 kg? Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie mir Adressen von Firmen angeben könnten, die Kohlensäure in Druckflaschen von 10—20 kg liefern. T. in S. Frage 13.574. Auch ich bitte um Lieferanten- Adresse der' «Periskope». Ich bitte Sie ebenfalls um Bekanntgabe der Lieferantenadresse des in Ihrem Blatte beschriebenen Periskops. K. in S. i •-_ii«,ji* an seinem Platz muss heute das Maximum leisten, wenn ein Betrieb rentieren soll. Aus t jedem seiner Untergebenen das Möglichste herauszuholen, ist gegenwärtig die vornehmste Aufgabe eines Chefs. Auch im Automobilbetrieb ist die Maximalleistung das erstrebenswerte Ziel; sie lässt sich erreichen, wenn Sie auf Ihrem Motor einen Scheinbar ähnlich und doch grundverschieden! Der efxte ist ein billiges Oel, voll von Unreinigkeiten, die den Motor verschmutzen, die Abnutzung beschleunigen und die Unkosten vervielfachen. Der andere ist ein Tropfen Texaco Motor Oll, das durch seine Reinheit,' Schmierkraft und Beständigkeit Weltruf geniesst. Um die Kraftentfaltung des Motors zu steigern, und ihn jung, sauber, elastisch und geräuschlos zu erhalten, verwenden Sie TEXACO MOTOR OIL das Oel, das Ihnen Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und grössten Fahrcomfort bietet. TEXACO MOTOR OIL TEXACO A. G. • BASEL Allein Lor»*itlonl*rt* GM*IUch*h dar Taiaco-ProdukU h*rg«i(alh durth Th* T»«»« Company U. S. A Vergaser mit Starter, Düsensystem 20, montieren lassen. Sie sichern sich dadurch , ein augenblickliches Anspringen des Motors bei jeder Witterung, grössere Geschmeidigkeit, besseres Anzugsvermögen und einen auf ein Minimum beschränkten Brennstoffkonsum. Montage in jeder Garage. GENERALAGENTUR FÜR DIE SCHWEIZ:' HENRI BACH MANN