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E_1938_Zeitung_Nr.089

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18 AUTOMOBIL-REVUE

18 AUTOMOBIL-REVUE FREITAG, 4 NOVEMBER 1938 — N° 89 Weil sie: Die Wartung Die Fahrsicherheit erhöht; Die Lebensdauer des Wagens verlängert; Den später erzielten Verkaufspreis verbessert Bei der Durchsicht einer alten Pannenstatistik des TCS wurde unser Blick fast magnetisch von einer Rubrik angezogen, die mit seltener Eindringlichkeit die Wichtigkeit einer sorgfältigen Ueberwachung und Wartung des Wagens darlegte. « Räder abgefallen — 18 Fälle» hiess es lakonisch. Rund 2300 Autopannen wurden von der erwähnten Statistik erfasst und nach Störungsherden klassifiziert, wobei es sich jedoch bei rund 560 lediglich um einen einfachen Reifenwechsel, und bei zirka 330 andern um Ausgehen des Brennstoffs auf offener Strecke handelte. Unter den restlichen rund 1400 wirklichen Pannen fanden sich eine grössere Zahl ausgesprochener Nachlässigkeitsschäden und darunter eben — man greift sich unwillkürlich an den Kopf — 18 Fälle von Radverlusten ! Auf je 80 Pannen kam also eine, die durch Abspringen eines Rades verursacht wurde ! Kann man die Sorglosigkeit noch welter treiben ? Denn um Nachlässigkeit handelt es sich hier zweifellos. Die Räder wurden nicht sachgemäss befestigt und haben sich daher selbständig gemacht. Aehnliche Nachlässigkeit in der Wartung, wenn es sich auch um Fehler weniger gefahrbringender Natur handelt, tritt uns offenkundig bei zwei weiteren Schadenrubriken entgegen, die da lauten : « Fahren ohne Oel» sowie « Fahren ohne Kühlwasser » ! Die daraus resultierenden Pannen, wie Anfressen von Kolben und Lagern, respektiv die für deren Reparatur eingehenden Rechnungen, dürften auch hier als Denkzettel genügen und veranlassen, die Wartung des Wagens in Zukunft noch genauer zu besorgen oder besorgen zu lassen. Elekrr.Anlaqe ohneBeleuck 8ysreme elictr. exceple'eleclair. aae. 6,9% Beleuchtung Eclairage 5.0% Kü'hlsystem Refroidissement 5,5% ist wichtig! Vergaseru.Brennsroffzufuhr Carburafeuret alimenrahon 333% MotoriSchmier ung,Venfile, Kerfen, Lager, etc) Moreur(Lubrifi : colion.soupapes.pisrons, bielle.erc.) cno/. Kupplung Embrayage 1,7% Zugegeben, dass es sich hier nur um Einzelfälle handelte, und es würde uns nicht erstaunen, wenn die Halter dieser Wagen auch gerade mit jenen Elementen identisch wären, die sich in ihren Verkehrssitten gefährliche Nachlässigkeiten zuschulden kommen lassen., Es ist ja bekannt, dass eine ganz kleine Zahl «Unentwegter » einen grossen Teil der Verkehrsunfälle auf dem Kerbholz haben. Einen besonders ernsten Aspekt gewinnt die Frage der Vernachlässigung von Pflege und Wartung im Lichte der Unfallstatistik. Danach verursachten im Jahre 1937 : abgenützte Reifen nicht abblenden 93 » nicht beleuchten 277 * Gerriebe BoTte dvitesse 0,4% Hinterachse Pontarriöre 2.3% 69 Unfälle Reifen flicken. Räder u. Rad la gerlexclusive Reifenwechsel] Reparation de chambreäair, perrede roue roulemenr de roue defecrueux etc 5.5% Die StSrungsherde am Automobil nebst Angabe Ihrer Häufigkeit. Die zugrundeliegenden Daten entstammen der Schweiz. Pannenstatistik 1934, die durch den Strassenhilfsdienst des T.G.S. aufgestellt wurde. davon: Personenwaren 23 Lastwagen 10 Motorräder 20 Velos 170 andere Fahrzeuge 54 mangelhafte Bremsen 318 Unfälle davon: Personenwagen 159 Lastwagen Motorräder 76 11 Fahrräder 60 Sicher hätten die 69 Unfälle, die von abgenützten Reifen herrührten, vermieden werden können. Will man die Pneus nach dem Abfahren des Gleitschutzprofils noch aufbrauchen, so sind sie mit einem Feinprofil zu versehen. Dieses sogenannte Sommern kostet ja nicht viel und ergibt auch bei alten Reifen noch einen ausreichenden Gleitschutz. Wenn allerdings einmal der Protektor durchschimmert, so hilft das Sommern nichts mehr. Der Reifen muss ersetzt werden, da sich sonst die Einlagen durchwetzen und er unvermutet platzt. Leider sieht man sogar bei gewissen städtischen Omnibusbetrieben (!) noch gelegentlich Fahrzeuge auf der Strasse, deren Hinterradbereifung hinsichtlich Betriebstauglichkeit keine Note 1 verdient. Sehr zahlreich sind die Unglücksfälle, die auf unrichtige Handhabung oder Defekte des Beleuchtungssystems zurückzuführen sind. Den Löwenanteil der «Sünder> stellen hier die nicht motorisierten Vehikel. Bei vielen Fahrrädern fehlt ein Beleuchtungssystem überhaupt, obwohl es sich häufig ihre Besitzer nicht verkneifen können, damit regelmässig abends die Strassen unsicher zu machen. Dank ihrer Anonymität sind sie auch hier in der Lage, die Verkehrssicherheit straflos zu gefährden, dies um so mehr, als ihnen vielfach der Sinti für Verkehrsvorschriften schon deswegen abgeht, weil man sie nicht demselben hochnotpeinlichen Examen über die Kenntnisse des Verkehrsgesetzes unterzieht wie die Motorfahrzeugbesitzer, obwohl sie vor dem Gesetz als vollwertige und gleichberechtigte Strassenbenützer gelten. Dies wirkt sich in der Praxis oft so aus, dass sie.iwohl die aus dieser Gleicb.be- NSA immer an der Spitze in Konstruktion Qualität und Preis! Ausgesuchte Linienführung, geräumige, zwei- und viertürige Karosserien, mit grossem Gepäckraum / Obengesteuerte Motoren, Völlschwingachsen, Vierganggetriebe, hydraulische Bremsen, Zentral-Chassis- Schmierung und diverse technische Neuerungen/Sein Temperament am Berge, seine Schnelligkeit und Strassenhaltung verleihen ihm eine besondere Note. Limousinen, Cabriolets und Cabriolet-Limousinen. Und trotzdem seine vorteilhaften Preise. 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»89 FREITAG, 4. NOVEMBER 1938 AUTOMOBIL-REVUE 19 rechtigung resultierenden Rechte ausgiebig gemessen, ohne sich jedoch allzugrosse Gedanken um die Erfüllung der gleichzeitig damit übernommenen Pflichten zu machen. «Verkehr , wie ihn das Gesetz für Motorfahrzeuge vorschreibt, gehört zu diesen selbstver ständlichen Pflichten auch für Velofahrer. Dem Wagenbesitzer aber sei ans Herz gelegt, stets in einer von den Lampenfabriken hiefür besonders geschaffenen, gepolsterten Schachtel einen Satz Lampenbirnen mitzuführen. Man sieht es schliesslich keiner Lampe an, wann es mit ihr zu Ende ist. Das Ereignis tritt angesichts der Erschütterungen der Fahrt ganz plötzlich und unvermutet ein. Da gilt es, sich vorzusehen. Gleichzeitig gehört ein Satz von Reservesicherungen in den Wagen, um auch in dieser Beziehung gegen alle Eventualitäten gewappnet zu sein. Ein anderes düsteres Kapitel ist das der Mängel an der Bremse. Auch hier stellen die Velofahrer ein beträchtliches, wenn auch nicht ausschlaggebendes Kontingent der Fehlbaren. Und wie viele andere fahren weiterhin mit schlecht oder überhaupt nicht funktionierenden Bremsen, ohne dass dies wegen der meist geringen Fahrgeschwindigkeit der Velos offensichtlich wird. Der Besitzer eines Motorfahrzeugs ist schon in seinem eigensten Interesse viel eher darauf angewiesen, seine Bremsen in gutem Zustand zu erhalten, will er nicht täglich und stündlich riskieren, andern, scharf gebremsten Fahrzeugen hinten « aufzubrummen ». Die Wartung der Bremsen ist ja schliesslich auch eine einfache Sache. Ab und zu (bei hydraulischen Bremsen) etwas Bremsflüssigkeit nachfüllen, regelmässig die Gelenke schmieren und daneben von Zeit zu Zeit die Bremse wegen der Abnützung der Beläge nachstellen, das ist alles. Dazu nach 20—40 000 oder mehr Kilometern eine Erneuerung der Beläge, vielleicht verbunden mit Ausschleifen der Bremstrommeln. Mehr braucht's nicht, aber exakt ausgeführt muss die Arbeit werden, soll sie das Maximum an Sicherheit bringen. Denn was nützen schliesslich die besten Beläge, wenn sie nicht richtig montiert werden, so dass die Bremsen schlecht ziehen und der Verschleiss über Erwarten gross ausfällt. Ein paar [Hinweise anf häufig angetroffene Fehler dieser Art dürfte interessieren. So wird nicht selten auf einen Bremsschuh ein unpassender, gepresster Belag aufgenietet, dessen Wölbung an der Backe nicht satt anliegen kann. Dann fühlt sich das Bremspedal beim Niedertreten < schwammig» an und der Belag nützt sich unregelmässig ab. Wichtig ist weiter, dass Die Bremsbeläge nützen sich im Gebrauch ab, weshalb die Bremse in regelmässißen Abständen nachgestellt werden müssen. Durch den Verschleiss vergrössert sich nämlich das Spiel A zwischen Bremstrommel und Bremsbelag im ungebremsten Zustand. Das Bremspedal muss infolgedessen einen gröeseren Weg zurücklegen, bevor die Bremse anspricht. Es kann •daher vorkommen, dass die Pedalplatte auf dem Trittbrett aufschlägt, bevor die Bremse voll wirksam wird. Diese unliebsame Erscheinung vermeidet man durch rechtzeitige Nachstellung der Bremse. A = normales Spiel zwischen Bremsbelag und Bremstrommel. A' = durch Verschleiss vergrößertes Spiel. B = Bremsschuh. D — Bremstrommel, F = Bremsbelag. kung. Wir berichten (hierüber eingehend Jn unserem Sonderartikel über das Lenksystem. Dagegen möchten wir an dieser Stelle noch auf eine Gefahr hinweisen, die weniger von der Seite ungenügender Wartung als vielmehr von der der Wagenausrüstung her droht. Bremsbeläge stets paarweise an den beiden Bremsen jeder Achse erneuert werden. Sonst vermag auch die beste Einstellung nicht zu verhindern, dass der Wagen beim Bremsen schief zieht. Bei der Wahl der Beläge sind die Vorschriften der Wagenfabrikanten zu berücksichtigen, denn es muss nicht allein die Grosse, sondern auch die Art des Materials zur Bremse passen. Das Annieten soll stets von der Mitte aus nach beiden Seiten ortschreitend erfolgen und die Enden der Beläge müssen angeschrägt werden. Sind die Beläge verölt, so ersetzt man sie am besten, da das Abbrennen mit der Lötlampe keinen vollständigen Erfolg bringt. Gleicheitig sollte auch die Ursache der VerÖlung aufgespürt und beseitigt werden. Von ebensolcher Wichtigkeit wie die sachgemässe Wartung der Bremse ist die Lenin sämtlichen grossen Autoproduktionsländern ist es heute Vorschrift, dass die Wagen wenigstens vorn Scheiben aus Sicherheitsglas besitzen. Man hat nämlich festgestellt, dass sehr viele Unfälle erst durch scharfe Glassplitter einen schweren Charakter annehmen, die den Wageninsassen entstellende und manchmal lüaeaul es cmkainmt. um stehet zu fafteen: Die Lenkung Die von verschiedenen Seiten gelegentlich veröffentlichten Pannenstatistiken beweisen immer wieder schwarz auf weiss, dass Defekte am Lenksystem zu den seltensten Seltenheiten gehören. Und wo sie trotzdem auftreten, da handelt es sich stets um Fälle von totaler Vernachlässigung im Unterhalt oder aber um Fehler bei der Behebung von Schäden. Gerade bei diesen für die Sicherheit so eminent wichtigen Organen ist eine sorgfältige Wartung unumgänglich notwendig. Und Reparaturen daran sollten überhaupt nur wirklich kompetenten Fachleuten zur Behebung übergeben werden, denn ein, Versagen der Lenkung gehört wohl zum Ungemütlichsten, was einem Automobilisten überhaupt passieren kann. Es ist fast noch schlimmer als ein Defekt der Bremsen, der einem wenigstens immer noch die Wahl lässt zwischen der Hecke rechts und dem Lattenzaun links der Böschung zu landen. 2)te Jtyeae des £enksy.stems ist eestes Gebot. Als wichtigste Pflegearbeiten nennen wir die i gefährliche Wunden an Gesicht, Hals ond Händen beibringen können. Leider sind wir diesbezüglich bei uns gegenüber andern Staaten noch um einige Jahre im Rückstand, indem bisher keinerlei Vorschrift über die für die Sicherheit so dringend notwendige Montage von Sicherheitsglas besteht, obwohl dies sehr wünschenswert wäre. Es bleibt daher vorläufig der privaten Initiative der betreffenden Wagenbesitzer überlassen, ihre Wagenfenster mit Sicherheitsglas auszurüsten und damit auch von dieser Seite her das Menschenmögliche zur Erhöhung der Verkehrssicherheit zu tun. -b- sicher und anders, je nach Wartung Schmierung der einzelnen Lagerstellen des Lenkmechanismus, die periodische Ergänzung des Schmieröls im Lenkgetriebe sowie dessen Nachstellung, sobald sich ein merkliches Spiel entwickelt. In der Regel betrachtet man ein solches von 3 cm (Fig. 4) am Umfang des Lenikrades gemessen gerade noch als zuläs* sig. Was darüber ist, «ist von Uebel». Denn wenn man das Lenkrad erst um 10 cm verdrehen muss, bevor die Fahrtrichtung der Räder sich ändert, so wird erstens ein präzises Fahren verunmöglicht und zweitens können die Vorderräder sowie mit ihnen der Wagen beim Befahren von holprigen, engen Stellen seitlich so stark abgelenkt werden, dass das Fahrzeug andere Verkehrsteilnehmer streift. Auch das Flattern der Vorderräder wird durch übermässiges Spiel begünstigt Was zum totalen Vetsaqen dec £enktuuL fühlen kann. Bei der Schmierung ist darauf zu achten, dass das vorgeschriebene Schmiermittel Verwendung findet und ausserdem die für das KANTONSSTRASSE DIESBACH-BETSCHWANOEN (GLARUS) MÜLLHEIM-WIGOLTINGEN FILIALEN: ZÜRICH, ST. GALLEN, NAEFELS, SCIIWYZ, ZUG, CHUR Ein Produkt von CHRYSLER mit „denkendem" Motor! WIRTSCHAFTLICH PREISWERT ZUVERLÄSSIG SOTAG Automobil-Handels A.G., Utoquai 47, Zürich, Telephon 29.399 Vertreter : Aarau« Fr. Brack, Gaisgarage / Bern : Grand Garage Automo A. G. / Biel: Walter Bourquin / Churs Tribolet &. 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