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E_1938_Zeitung_Nr.081

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Hi Automobil-Revue —

Hi Automobil-Revue — N9 81 zu überzeugen, dass wirklich November war. Ich habe ganze Laubengänge voll blühender Glyzinen gesehen. Vor mir stehen Rosenhecken voller Knospen. Das Wetter ist milde, fast warm, jeden Tag nehme ich zwei herrliche Bäder im Meer. Diese Insel ist ein Paradies auf Erden. Die Farbtönungen der Felsen und des Meeres sind unvergleichlich.» ' November! Glyzinen, Rosen und Sonne, Himmel auf Erden! Und nicht nur die Natur bietet dem Reisenden wundervolle Schönheit. Künstlerische Veranstaltungen, Festspiele, Gedenkfeiern und Volksfeste laden überall in Italien zur Teilnahme ein. Die Reitbahnen, die Treibjagden, die Golfwettspiele, die Tennis- und Polomeisterschaften In dieser wundervollen Landschaft, die w»- gen ihrer bezaubernden Schönheit, der Grosse ihrer Erinnerungen, der Fruchtbarkeit ihrer Erde und ihrer schönen Frauen berühmt ist, liegen eine Provinzhauptstadt und acht Städtchen von grösster geschichtlicher und künstlerischer Bedeutung und landschaftlichem Reiz: Neun Reiseziele zwischen fruchtbaren Hügeln von einem so satten, herrlichen Grüri, dass es diesem Landstrich den Namen gab: Umbrien. Perugia, Magione, Gubbio, Assisi, Foligmx, Todi, Orvieto, Terni j eingeschlossen zwischen der blühenden Toskana, den Marken und den Abruzzen, dem Latium und Sabinien, verschmilzt und vereint diese Erde voll Frieden und Fruchtbarkeit die Schönheiten all der Landstriche, die sie umgeben. Von der Fracht des Domes in Orvieto zur trutzigen Mittelalterlichkeit Gubbios, vom künstlerischen Reichtum Perugias zum weltfernen, verklärten Frieden Assisi, von der wilden Schönheit Spoletos zur ruhigen Heiterkeit von Magione, das sich im Trasimenischen See spiegelt, von der rauhen Stadt Foligno mit ihren vielen Erinnerungen zur lauten und modernen Schönheit der Stahlwerke in Terni, schliesst Umbrien eine ganze Tonleiter tätigen, fruchtbaren, strebenden und blühenden Lebens in sich, dass selbst die anspruchsvollsten und auch die gleichgültigsten Reisenden diese Landschaft lieben müssen und ihr sachtes und zauberhaftes Leben sie^ in seinen Bann zieht. Seit Jahrhunderten sind die Bewohner dieses gastfreundlichen Landstriches in Stadt und Land gewohnt, Pilger aus allen Ländern auf der Suche nach langersehnter Heiterkeit und Ruhe kommen zu sehen, die dann mit dem Wunsch im Herzen, wiederzukommen, scheiden. Vier wunderschöne Reisewege führen durch Umbrien: die ersten beiden kommen aus der Toskana herab, die beiden andern von Roni herauf. Von Rom aus führt die Eisenbahnlinie am rechten Ufer des Tibers, die Via Flaminia dagegen am linken, entlang. Die erste Stadt, auf die wir stossen, ist Narni. Hoch auf einem Hügel gelegen beherscht es die überaus reizvolle Landschaft. Narni entstand in vorgeschichtlicher Zeit und nahm bis ins Mittelalter eine bedeutende Stellung unter den italienischen Städten ein. Aus dieser Zeit stammen denn auch der Dom, das Rathaus, die St. Augustins- und die St. Franziskus-Kirche. Von der Höhe des Felsens überblickt man die Hügel, die Narni soweit das Auge blickt wie die Wogen eines unbeweglichen, grünen Meeres umgeben. Drei Strassen führen von Narni aus wie weisse Adern ins Land hinausj die erste nach Araelia und Orvieto, die zweWe nach- Sangemini, Todi und Perugia und die dritte nach Terni, Spoleto- und Foligno. Terni mit seinen Stahlwerken, seinen Kraftstromzentralen und seinen chemischen Fabriken ist eine moderne, lebensvolle Stadt voller Hast und Verkehr, ein Meisterwerk der Technik inmitten der ruhevollen Fruchtbarkeit der Felder im Tal der Nera. Unweit des Lärmens und Treibens der Stadt liegen die Kirchen des antiken römischen Amphitheaters in weltferner, entrückter Ruhe, Nicht weit davon stürzt die «Cascata delle Marmore» aus 160 Meter herab, Wasserwolken, in denen das Licht sich vielfarbig bricht, spritzen empor und füllen die sanftgrünen Wälder mit ihrem ununterbrochenen Getöse. Oben, auf der Höhe, liegt Piediluco mit seinem See und dem grossartigen Echo inmitten des fruchtbaren Landes vor den Toren Rietis zu Füssen des Terminillo, des «römischen Gebirges». Im Tal schauen die Wallfahrtsorte Grecci und Fönte Colombo hervor. locken eine elegante Menge von Sportbegeisterten und Zuschauern an. Die Theater öffnen die Pforten. Ueberall finden erstklassige Konzerte statt. Herbstliche Volksfeste bezaubern durch bunte Fröhlichkeit; besonders das Kastanien-Erntefest, der Ehrentag der schmackhaften Edelkastanie, ist einzigartig. Die Herbstmonate stehen in Italien keiner anderen Jahreszeit an Schönheit nach. Ueberall, auch im entferntesten Winkel unserer Halbinsel, werden die Fremden nicht nur die gewohnte Gastfreundschaft, sondern, auch einen traumhaft blauen, heiteren Himmel, überreiches Blühen und eine warme, goldne Liebkosung der Sonne finden. Grünes Umbrien Wenden wir uns nun nach Spoleto: in dieser Stadt, die auf ein 3000jähriges Leben zurückblickt und im Mittelalter Sitz eines berühmten Herzogsgeschlechtes war, reihen sich geschichtliche Erinnerungen zu einer wunderbaren Kette aneinander. Die mittelalterlichen Häuser liegen am abschüssigen Hang des Monte Luco. Alles in Spoleto legt Zeugnis ab von seinem Glanz von einstmals, die «Sanguinario »- Brücke, die St. Domenikus-Kirche, das altrömische Amphitheater, der Drusus-Bogen, die «Porta Fuga». Klar umrissen hebt sich der Monte Luco, der heilige Berg von Spoleto, vom Himmel ab. Aus der Ferne gleicht das St, Franziskus- Tal einer grünen Achse, um die herum sich Häuser und Felder in unwirklicher Schönheit scharen. Viele Orte kann man von Spoleto aus be? suchen, Monte Falco, Castelritaldi, «Madonna della Stella», die Berge von Campello und den Monte Maggiore, von wo sich hinter dem ge* wältigen Massiv des Terminillo der ganze um« brische und märkische Appenin ausdehnt. ' Elf Kilometer weit auf der Strasse nach Perugia lädt die kristallklare und reine Wasserader der «Clitunno»-Quellen zum Träumen ein. • Aber schon sind wir in Foligno, Dieser Handelsstadt fehlen die Kunstwerke nicht. Da ist das wundervolle Portal des Domes, weiter bewundern wir die grossartige Linienführung des «Palazzo d'Elio», dieses reinen Meisterwerkes der italienischen Renaissance, und den kleinen Säulengang der Kirche S. Maria Infra Portas, Von der Höhe aus sehen wir die Abtei von Sassovivo mit ihren 128 Doppelsäulen, ihren 58 Bögen und ihrer klassischen Linienführung liegen. Wenig weiter liegt Spello; durch das gewaltige Tor au* der Zeit der römischen Republik treten wir in den Ort. Am Tor der heiligen Stadt Umbrieni, die auf einem Ausläufer des Monte Subasio liegt, empfängt uns die Stille. Assisi. • Das ist die heilige und weltentrückt« Erde dei Heiligen Franziskus, die Weltruhm g«- niesst. In ihrem hoheitsvollen Frieden und ihrer göttlichen Schönheit werden alle menschlichen Leidenschaften leise und verklären sich} in der Kunst findet unser Fühlen seinen Ausdruck und spiegelt sich der Zauber der Landschaft* Die Weltferne, entrückte Schönheit der Basilika, die Heimlichkeit der «P.orziuncola», die Einsamkeit der «Carceri», das alles macht aus Assisi mit seinen blühenden Terrassen» deren Stufenleiter bis in den Himmel zu reichen scheint, und die vom Duft der Blumen und dem Rauschen der verstepkten Brunnen erfüllt sind, eine Stadt, die einmalig in der Welt ist. Es ist, als könnte der enge Ring der heiligen Stadt nicht all die Schönheit fassen, als müsste sie überfliessen, und so dehnt sich um sie .herum die wundervolle Landschaft in verklärter Ruhe. An Bastia und der Borgata San Giovanni vorbei" kommen wir nach Perugia. Nach und nach, wie ein wertvoller Edelstein, er*cheint die Stadt vor uns. Im 4. Jahrhundert v. Chr. war Perugia eine etruskische Stadt; nachdem sie von Caius Cestius Macedonius in Brand gesetzt worden war und in der Folgezeit der Beherrscher wechselte, erstand die «Agusta Perugia» endlich unter der gerechten Führung eines ihrer Söhne, Braccio da Forte Braccio, zu neuem, blühenden Leben. Die Erinnerungen an die Kämpfe zwischen den Familien Oddi und Baglioni, an Kriege und glückliche Zeiten, haben im Antlitz dieser Stadt unauslöschliche Zeichen hinterlassen, deren Geschlechter Macht und Grosse, Kunst und Schönheit bedeutete. Das Perugia von heute ist auf das Beste auf den Reiseverkehr eingerichtet, als Sitz der bedeutenden Ausländer-Unversität ist sie mit ihren schönen, alten Erinnerungen aus Geschichte und Kunst, und ihren geschmackvollen Neubauten ein Mittelpunkt blühenden, modernen Lebens. Vorbei an Umbertide, Cittä di Castello, Dualdo Tadino und der wichtigen Mineralwasser- Quelle Nocera Umbria kommen wir zur besterhaltenen Stadt des Landstriches, nach Gubbio. Dieses Kleinod aus dem Mittelalter scheint unmittelbar aus der fernen Epoche, die es schuf und berühmt machte, ohne Zeitübergang in unsere Tage versetzt zu sein. Unwillkürlich erwartet man, dass Frauen in Mieder und Häubchen und eisengepanzerte Männer aus den engen Häusern oder unter den Bogen hervortreten. Wenn wir aus Gubbio herausfahren, erwartet uns der Trasimenische See mit seinen Olivenhainen und kleinen Städtchen längs des Ufers, die sich fröhlich in seinen blauen Wassern spiegeln. Von Narni geht es nach Todi, der Heimat des Fra Jacopone, und dann nach Orvieto, Dieses zauberhafte Städtchen ist der letzte glänzende Edelstein jenes grünen Geschmeides, das Umbrien heisst. Orvieto ist berühmt wegen seines Domes mit dem reichen Goldschmuck, den Marmor- und Bronzearbeiten und den herrlichen Mosaiken. Dieser gotische Dom ist wahrhaft ein Wunderwerk grosser Künstler. Doppelt bezaubert dieser Landstrich; durch seine Landschaft und seine Geschichte. Die weltferne, abgeklärte Heiterkeit der Natur erfüllt uns mit einem tiefinneren Gefühl des Friedens, das für immer unvergesslich bleibt. Terra Cotta Paul Schenk. «Terra cotta» steht unter einer Statue in der Auslage eines Kunsthändlers angeschrieben, — Terra cotta; gebrannte Erde will das sagen. Dieses Wort erinnert mich an die sommerlich gelbgebrannte Erde der Toscana; gelbgebrannt von der Sonne, die aus dem tiefblauen Himmel blendet. Ich denke an dunkelgrüne Pinienwälder, an verstaubte, einsame Strässchen, die zwischen heissen 'Mauern und an verschlossenen Häusern vorbei nach fernen Hügeln führen. Ich denke an Maestro Martini, der ein musterhaftes Florentinisch redet und ein lieber, guter Mensch, ist. Ich denke an die ungezählten Stunden, die ich in seinem Geschäfte verbrachte, an die offene Liebenswürdigkeit, mit- der er mir alle die. vielen Erzeugnisse aus seiner kunstgewerblichen Werkstätte zeigte. Eines Tages schloss er seinen Laden ab, klebte einen Zettel an das Fenster mit der Bemerkung, dass sich der nächste Kunstgewerbler in der Via soundso befinde. Dann reiste er ans Meer zur Erholung. Ich muss weiter an die reichtumtragenden Olivenbäume denken; an deren Oel. Und dieses Oel, die samtene, trägschmiegsame Flüssigkeit ist das Gold dieser Terra cotta, — Dann denke ich an den Sommer der Toscana, an die erhabene Ruhe über der Landschaft, an die Stille eines heissen Tages, an dem selbst die Grillen nicht mehr zirpen, an das leise Zittern der blauen Luft, an d.as ganz ferne Klingen irgendeiner Kirchenglocke... Eine mächtige Sehnsucht ergreift mich. Ich setze mich in den Zug und fahre durch einen langen Tunnel unter hohen Bergen durch, einem lieblichen See entlang, an stillen, rotgetünchten Bahnhöfchen vorbei in den Sommer der Toscana. — Gibt es einen kleinen Bahnhof, an dem nicht wenigstens vier Reklametafeln mit der Aufschrift «Olio Sasso» prangen, während der Ortsname klein und unscheinbar irgendwo angeklebt ist? Wie manche Braut hat wohl schon gefragt: «Wo fahren wir jetzt durch?» Und wie mancher junge Ehemann hat schon geantwortet: «In Olio Sasso I» Piazzttta. Die Tage sind längst vorbei, in denen das alte Venedig, vom Dogenpalast aus streng regiert wird, zu Ruhm und Ansehen heranwuchs zu der alten, mächtigen Republik an .der Adria. Aber noch sprechen die Zeugen jener herrlichen und schrecklichen Zeit. Noch steht der trutzige Palast der Dogen, noch sieht der heilige Georg von der einen Säule am Eingange der Piazzetta auf ein handelslustiges Volk. Immer noch leuchten die weissen Marmorsäulen an der Fassade,der Bibliothek, wie Elfenbein ... Die halbe Welt spaziert da auf und ab. Die einen lassen sich angesichts der ehrwürdigen Baudenkmäler von einem Strassenphotographen konterfeien und füttern die unzähligen fresslustigen Tauben. Andere schreiten würdevoll im Schatten, eifrig Geschäfte besprechend, und wieder andere ruhen sich aus und scheren sich um die Sehenswürdigkeiten. Und was fremd aussieht, das wird von Ppstkartenverkäufern förmlich belagert. Die Piazetta ist nicht nur der Treffpunkt der vornehmen Reisenden, sie ist ebenso das Paradies der Kinder, der grosse Spielplatz, auf dem sie sich ungehemmt ihren Spielen hingeben können. Nichts erinnert hier an Arbeit. Keine Lastwagen rattern, keine Fahrräder pendeln waghalsig zwischen Auto und Strassenbahn. Ein einfacher Karren ist schon eine Seltenheit. Man gondelt, fährt mit dem Vaporetto oder geht zu Fuss. Und was zum Tragen zu schwer ist, rudert man gemächlich im Kahn durch stille Kanälchen. Vorn an der Ecke beim Palazzo steht ein alter Mann. Zahnlos ist sein Mund, wirr und zerzaust sein grau-gelber Schnurrbart, abgeschabt die Kleidung. Aus seinen Augen sieht die Müdigkeit. — Begreiflich; denn es ist wieder mal höllisch warm. — Er verkauft den «Corriere della Sera». Traurig hört sich sein heiseres «Corrier» an, müde und schwach. Niemand kauft bei ihm, alles eilt an ihm vorbei, dem Schatten zu. Dort steht der Konkurrent, der auch den Corriere verkauft und gute Geschäfte macht. Aber der Alte lässt sich nicht verdriessen. Er weiss, dass es am Abend gerade umgekehrt sein wird, dass er im Schatten stehen kann und Geschäfte machen, während der andere in der Sonne stehen muss. Via Appia. Eine wichtige Strasse schon Im Altertum. Für damalige Verhältnisse war sie sicher breit und angenehm. Heute scheint sie ein schmaler, gelber Streifen zu sein, der sich durch ausgedehnte, halbreife Getreidefelder windet. Holperig und steinig für unsere Zeit. Auf ihr kommen noch die Eselkarren der Weinhändler aus den Albanerbergen zur Stadt, Die Räder knarren unter der Last. Obendrauf faulenzt ein braungebrannter, barfüssiger Junge. Der Esel, der trippelt durch die Staubschicht und wirbelt, kleine* Wölklein hoch. Einsame Wanderer gehen auf der Via Appia, ein Bauer mit geschultertem Werkzeug. Am Wege stehen Ruinen alter römischer Wasserleitungen. Teilweise stehen sie mitten in wogenden Feldern. Zeugen eines mächtigen Volkes. Ohne Schnörkel und Zierat Wirken nur durch ihre eigene Grosse und Form. Unbekümmert um diese Denkmäler arbeitet der Bauer auf dem Felde. Er ist ein genügsamer Mann, einfach und fleissig. Er selbst weiss nicht viel von den alten Römern und ihren Bauwerken, von den Ruinen dieser genialen Wasserleitungen. Für ihn sind es aufgeschichtete Steine ... Das ist die alte Via Appia. Drüben, keine zweihundert Meter weit, führt die Via Appia nuova nach Neapel. Ein breiter, glänzender Asphaltstreifen. Wichtige Punkte sind schwarz-weiss markiert. Statt der Ruinen stehen mächtige Reklametafeln am Wegesrand, die den Menschen auf wichtige und unwichtige Erzeugnisse unserer Zeit aufmerksam machen. Ueber die Via Appia nuova saust das zwanzigste Jahrhundert an Osterien und Tanksäulen vorbei; die Reifen pfeifen, und die Motoren summen die Ode der Technik. Weiter draussen liegen die Kasernen und Flugplätze der Luftwaffe. Ueber der grossen Ebene ziehen stählerne Vögel ihre Kreise. Die Luft dröhnt und ist erfüllt von Benzingeruch. Neben der Strasse eilt eine Trambahn nach Tivoli. Draussen, auf dem freien Felde rollen rasende Schnellzüge von und nach der ewigen Stadt... Hier die wilde Jagd des ruhelosen und bewegten Heute, dort die würdige Stille einer vergangenen, grossen Zeit. Kommende Ereignisse | (Aenderungen vorbehalten.) Basel: 8. Okt.: Mustermesse: Jahresfeier des Touring-Clubs der Schweiz. 12.-16. Okt.: 41, Schweiz. Schachturnier (Mustermets«). 12. Okt.: Hans Huber-Saal: Liederabend Leni Neuenschwandar. Ballinzona: 8.'9. ev. 1S./16. Okt.: I, internationale Katzenausstellg. Bern! Okt./Nov.: Berner Schulwarte: Ausstellung «Der neue Schulbau». Fribouig: 8-10, Okt.: 75jährige* Jubiläum der Musikgesellschati Umzug. Oent: Bis, 13. Okt.: Gemäldeausstellung Goerg-Lamesoh (Athenee). Lausanne! 9. Okt.: Golfturnier. Ligexz: Bia- 19. Okt.: Herbstausstellung von Gemälden und Kunstgewerbe im Hof. Locarnoi 8./9. Okt.: Golf: Meisterschaft für Professionals und Amateure. Meisterschaft des Lago Maggiore. Lnxsns: 10.-16. Okt.: Psyeh.-padagogischo ferienwoche de« Instituts J. J. Rousseau (Genf), Montreux: Oktober: Winterfest. Neuenburg: Bis 13. Nov.: Gemäldeausstellung Louis da MaurOB (Galerie Leopold Robert). Romaxtshorni 8. Okt.: Aufführung v. «Vogel frisa oder stirb», Schauspiel von Cäsar von Arx, durch d. Freie Bühne, Zürich (Hotel Bodan). Twann: Bis 16. Okt.: Fraubrunnenhau«: Ausstellung «Seelander Maler». Zürich: 8. Nov.s Konservatorium: Liederabend Willy Wind, 9, Okt.: Kirche St. Feter: Konzert des Ksmmerorchester» Zürich. Solistini Regina Schein.

JJ°81 — Automobü-Revu«. "JE Hlodeorientierung bei Jelmoli Wie ein riesiges Bilderbuch, aus dem sich fortwährend Gestalten lösen und vor uns hintreten, wirkte die Pressevorführung des Hauses, die eine erschöpfende Darstellung der Herbstmode Tnit Raglanschnitt, mit liegendem Kragen und mit verdecktem Knopfverschluss daher, lose im Rücken, wie verschiedene seiner Partner. Wie kräftig wirken die gelb-braun schattierten oder die blau-weissen Ombre-Karos, ebenfalls mit losem Rücken und einer Passe. Diese Rückenpassen — es kamen auch einige vorn betonte dazu — erfreuen sich der Modegunst und nehmen verschiedene Formen und Breiten an. Selbst mehrere Querfalten verbanden sich mit einem winterlichen bläulich-grünen Modell. Nicht selten fällt von ihnen aus die tief eingelegte Quetschfalte, oder es gehen zwei gesteppte Falten wie Stolas über den Rücken. Doch der lose Mantel hat wieder seinen anliegenden Kameraden. Diese Redingoten oder Prinzessmäntel fallen anmutig, sitzen gut in der Taille, lassen sich auch gürten, spielen mit Matelasse-Garnituren und erlauben sich mehr oder weniger glockig zu sein, so dass einer fast wie ein Kleid mit seinem Persianer-Plastron wirkte. Andere erlauben sich hinten ansteigende DIE VO stuartähnliche Kragen, beispielsweise in Zobelfeh; sie sind mächtig aus Whitecoate, sie werden bescheidener in Nutria oder in all den verschiedenen Persianerarten, dem neuen seidigen Lamm, das sich Pannofix nennt und Seal, der sich auch sonst als klassischer Pelzbesatz elegant benimmt. Könnten wir uns übrigens einen praktischeren Wintermantel vorstellen als dieses schlanke Stück aus Velour de laine, ohne Kragen, doppelreihig, worüber ein taillenlanges Jäckchen aus Seal gefallen ist. Herbst- und Wintermäntel sind so in eins zusammengezo- bot. Aus allen Gebieten kamen Modelle daher, die jede Schattierung der Mode mit treffenden Zügen veranschaulichten. Es jagten sich nur so die Eindrücke. Was an den Jelmoli-Modellen auffällt, das sind die sehr schönen Modefarben und die gediegenen, bei den Gesellschaftstoiletten die geradezu, pompösen Stoffe, die in seltener Reichhaltigkeit geboten gen. Schwarz und schöne Modefarben, so wurden. Es braucht schon viel Sicherheit dazu, um aus dem schier unübersehbaren Angebot weiche Blau, Grün, schöne Rost und Braun, boten Abwechslung und entsprechen den vielseitigen der Neuheiten eine so umfangreiche, sich Bedürfnissen der Frauen. nicht wiederholende Kollektion zusammenzustellen, was denn auch völlig gelungen ist. Zuerst schlüpfen wir im Herbst in Mäntel Ebenso reichhaltig erschien die Gruppe der Tailleurs. Sie herrschen auch im Winter,- neben einigen klassischen Kostümen bot Jelmoli den und Kostüme. Welche Vielseitigkeit bieten jetzt voranstehenden Phantasie-Tailleurs. Da doch die Jelmoli-Mäntel. Da kommt der kamen sie in bunter Reihenfolge, diese schwarzen und braunen, auch grünen und dunkelblauen sportliche Slipon Jackenkleider mit ihren verschiedenen Kragen, mit und ohne Passe, meistens in der Mitte zugeknöpft und reichlich mit Pelz garniert, vor allem mit Persianer. Manchmal bildete der stolartige Besatz gleich die reichgestaltete Taschenpartie. Als Besonderheit gab es ein «En-forme-Schösschen > aus Pelz, und es fehlte nicht an langhaarigem Silberfuchs, der Taschen mimte. Zwischendurch liefen einige Pelzmäntel herum, beispielsweise eine sehr schöne, halblange Fohlenjacke, sehr auf Taille gearbeitet. Lieblinge der Mode sind wieder einmal die K UR 1 K S- Kasakkleider oder, besser gesagt, die Deux-pieces in mancherlei Gestalt. Was bot da Jelmoli nicht an Trikotmodellen von jugendlicher Form, aus jenem so schönen Jersey, der schmiegsamer als alle Gewebe ihnen zum Verwechseln ähnlich sieht. Da gab es buntgestreifte und karierte Kasaks zu Uni-Röcken, dann einfarbige, sehr leitet TOB Ihrem Geburtsdatum gewisse Xage, Wochen oder M.onate ab, die Ihnen besondere« Glück bringen «ollen. ALag dem sein wie ikm «rolle, fest stekt auf jeden Fall, dass dem Beharrlichen und M.utigen vieles glückt und man etwas riskieren muss, wenn man gewinnen will. Sera 8 macbt es lknen so leicht, Ikr Glück zu versuckeo: mit einem einzigen Los i nur Xr. 5.- können Sie in kürzester Frist sage und schreibe Fr. 100000." oder einen der übrigen ao 964 Treffer gewinnen. Und selbst, wenn „alle Stricke reissen sollten", dann kaben Sie doch die grosse Genugtuung, das Ihrige zu einem überaus gemeinnützigen W^erLe beigetragen zu kaben. Es gibt aber noch ein anderes bewährtes Sprichwort, nämlichi Frisch gewagt, ist kalb gewonnen! Und wie wäre es, wenn Sie gerade mit einigen Freunden eine 10-Los-Serie kaufen würden? Dann sind Sie eines sicheren Treffers gewiss und haben ausser. dem nodi 9 Ckancen. Lospreis Fr. 5.- (eine 10-Los-Serie Fr. 5o.-) plus 40 Cts. Porto auf Postcheck III 10026. - Adresse: Sera-Lotterie, Bern, Genfergasse >5. (Bei Vorbestellung der Ziehungsliste 3o Cts. mehr.) Lose auch in bernischen Banken sowie PrivatbahnsUtionen erhältlich. ZFRIS TIGE LOTT ERIE diskrete Sachen, reizvoll geschnitten, ansteigend und weich am Hals, mit Knöpfen geschlossen, mit Ledergürteln vervollständigt, sogar etwas bestickt und dann und wann metalldurchzogen. Welcher Kranz kleiner Kleider, die gut angezogen wirken, aus feiner Wolle, namentlich Angora, so schmeichelnd. Hier kamen alle Schnittarten der Saison aufs Tapet. Darunter natürlich das Blusenkleid mit dem ringsherum in schmalen Quetschfalten ausspringenden Rock, an die Matrosenanzüge von-früher mahnend, aber mit kleinem Umlegkragen, mit Täschchen belebt, sehr feminin in den Einzelzügen. Diese ausspringenden Falten wiederholten sich vorne an so manch anderm Modell, bei denen leichte gezogene Taillen, auch quere Drapes, ferner Knopfverschluss, hochgezogene Vorderteile mit Echarpendurchzug, feine Nervüren und Ajours zu bemerken waren. Flotter Mantel mit aparter Pelzgarnitur. (Photos Honegger & Lavater.) Viel Abwechslung boten die Aermel, die vom glatten bis zum eigentlichen Schinkenärmel reichten, halb und ganz lang sein konnten. Reizvolle Lösungen der heut sehr betonten Görtelpartie mit eingesetzten glatten Bahnen waren öfters zu bemerken und Seidenbänder als Gürtel, die sich am Hals wiederholten, waren keine Seltenheit. Die so gern angebrachte, in der Mitte vom als Godet ausfallende Weite wurde mit Grazie angewandt. Selbst Fransen über Taille und halbe Rockhöhe gleichmässig geführt, wurden zur Bereicherung herangezogen. Natürlich kamen auch Doppelröcke daher, an die früheren Prinzesskleider erinnernd, wie abstechende, ganz lange Kasaks. Schon nachmittags wurden Samtkleider, reizende Moiretoiletten in verschiedenen Fassonen geboten, ferner ein elegantes Cocktailkleid aus schwarzer Spitze, ganz mit Gcldlinien überstickt. Dies ein Clou der Kollektion. Je weiter die Mode in den Abend hineinschritt, um so reicher und farbiger wurde sie. Immer mehr metalldurchwirkte Toiletten wurden geboten, es schimmerte nur so an Kupfer mit Weinrot, an Silber mit Blau. Reizvoll sah ja schon das hellblaue Nachmittagsmodell mit der hellblau und silbern schimmernden Kasak aus. Es knisterte auch von Taffet, es erschien Tüll, ganz mit in der Breite abgestupften Samtbändern benäht. Taffet wurde oben mit Chiffon und aufgesetzten Blenden garniert und damit eine reizende, durchbrochene Passe gewonnen. Weit und lang fiel ein viereckig ausgeschnittenes Samtkleid, ein bordeaurotes schwebte vorüber und ein kurzes Cocktailkleid erwies sich als Goldgewebe über blauem Seidenfond. Helligkeit und Jugend strahlte von zarten, bedruckten Seidenstoffen aus, von Rosadamast mit feinem Muster von einem schlanken Brokatkleid mit hellstem und satten roten Rosen. Es flimmerte nur so aus einem ganz hellen petrolgrünen Ensemble, das schlank und kunstvoll drapiert, sich mit einer Elegantes Jackenkleid mit neuartiger Taschengarnitur. gleichen losen Jacke, woran schwere Silberlederarabesken hinaufliefen, verband. Doch etwas vom Beglückendst«n erschien eine sehr weite, mit gereihtem Rock am violetten gegürteten Mieder sitzende Ballrobe, am tiefen Ausschnitt mit vielfarbigen Blumen garniert, die aus dem bedruckten Silberlame gewonnen waren. Auch ohne nur den kleinsten Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben, gehen wir nun zu den Blusen des Hauses über. In seltener Reichhaltigkeit warten sie auf die Frauen, gewillt, sich ihren Tailleurs anzupassen. Was für feine Pastellfarben, welcher Reichtum in der Verarbeitung mit Biesen, mit feinen aufgesetzten Garnituren, wie abwechslungsreich die Behandlung der Devants, die wiederholt Westen gleichen, reizende Plastroneffekte heranholen und die mit kurzen oder langen Aermeln kokettieren, Satin, Crepe de Chine und Georgette in reiner wie in schöner Kunstseide, aber auch gestreifte Surahs — dies eine dankbare Neuheit — zum dunklen Tailleur, ferner feine Wolle in Jersey, wie in zarten Lapellas liegen bereit, nicht zu reden von all den Trikotblusen, die in Angora, meliert, gestreift, schottisch oder in andern Dessins um die Gunst der Frauen werben. Den Hüten von Jelmoli gebührte eine besondere Besprechung. Sie entrollten das ganze Programm der heut phantastischen Hutmode. Welche Schönheit weicher Filzarten, wie reizvoll die Verwendung von Samt oder auch von Astrachan, von Band und von all den Phantasiefedern. Sportliche Formen, die in verschiedenen Gruppen gleichermassen brauchbaren Jägerhüte, hohe Lammfellmützen, Toques, neue Bretons und Phantasiegebilde, die kleiden, zierten die Trägerinnen. Schwarz und Farben erhöhten die Wirkung. Acht Kilometer Spitzen für einen Film Der Film cMarie-Antoinette», der sich in jeder Beziehung durch reiche Ausstattung und Grosszügigkeit der ganzen Produktion auszeichnet, hat seinen Schöpfern oft unlösbare Probleme aufgegeben. So war es notwendig, für die reich verzierten Kostüme der Rokokodamen und -kavaliere nicht weniger als acht Kilometer Spitzen aufzutreiben. Der Produzent Hunt Stromberg legte grossen Wert darauf, dass in dem Film nur echtes Material verwendet würde und verlangte, dass die Kostüinabteilung handgewebte Spitzen beschaffen solle. Nun war es aber nicht möglich, einen so grossen Posten zu erhalten. Man musste sich also darauf beschränken, wenigstens die 28 Kostüme der Hauptdarstellerin Nqrma Shearer, sowie die Kleider von Tyronne Power, John Barrymore und Gladys George mit echten Spitzen zu garnieren, während sich der tausendköpfige Stab der übrigen Schauspieler und Statisten mit maschinengewebten Spitzen begnügen musste.