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E_1938_Zeitung_Nr.081

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2 AUTOMOBIL-REVUE

2 AUTOMOBIL-REVUE FREITAG. 7. OKTOBER 1938 — N° 81 Vorschau zum Pariser Auto-Salon Der verwindungssteife. neue Rahmen von Talbot. Die Längsträger sind kastenförmig ausgebildet und durch eine kräftige Kreuztraverse verbunden. Kleiner Querschnitt durch die französische Autokonstruktion 1939 Wie wir in der letzten Aasgäbe auf Grand einer knapp vor Drucklegung eingegangenen Meldung noch kurz melden konnten, wurde der Pariser Automobilsalon um acht Tage verschoben. Er findet nun vom 13. bis 23. Oktober, also gleichzeitig mit der Londoner Autoschau, statt. Die Eröffnungsfeierlichkeiten sind auf Donnerstag, den 13. Oktober, 9 Uhr, angesetzt. Der Salon schliesst seine Pforten'am 23. Oktober.'um i9 Uhr.' Schweizerische Rundschau Von der Zürcher Bussenpraxis. « Weitere Milderung auch heute noch angezeigt. » Schon seit Jahren hatte die Bussenpraxis der Zürcher Polizei und des Polizeirichters eine sehr ungnädige Kritik auf den Plan gerufen, die, soweit sie sich die Automobilisten als Opfer erkor — was sie sehr ausgiebig und ziemlich skrupellos tat — auch In unserem Blatte wiederholt zum Wort kam. Die Rechnungsprüfungskommission des Zürcher Gemeinderates hat nun festgestellt, dass die Verzeigungen im Jahr 1937 gegenüber dem Vorjahr um 3639 und die Bussen um 3146 zurückgegangen seien. Für sich allein besagen diese Zahlen wenig, solange man nicht gleichzeitig das Total der Anzeigen und der ausgesprochenen Bussen bekanntgibt, das allein einen zuverlässigen Maßstab für die «Besserung» zu liefern vermöchte, die eingetreten sein soll. Wie weit es damit her ist, gesteht die Kommission verblümterweise selbst, wenn sie an ihre Konstatierungen die Bemerkung knüpft, eine weitere Milderung der Bussenpraxis erscheine auch heute noch angezeigt... Die Vorderradabfederung von Citroen besitzt als Federungselement wiederum einen Torsionsstab. Die Radführung geschieht durch übereinander angeordnete Schwingarme. Man beachte die iGelenkwelle des Vorderradantriebs sowie den schräg eingebauten, hydraulischen Teleskop-Stosadämpfer. Lenkrad und Lenksäule eines Delage-Modells mit Rechtssteuerung. Diese Firma baut serienmässig das Cotalgetriebe ein, dessen kleinen Schalthebel man links am Support der r Lenksäule unterhalb des Lenkrades erkennt. Die e beiden Tippschalter lechts dienen zur Betätigungg von Abblendichalter und Hörn. Die Vorderräder des 1-Liter-Renault-Wasens sind einzelgefedert. Abfederung durch- eins Qu.erf.eder, Badführung daneben durch Schwinghebel, die zugleich die hydraulischen Stossdämpfer bedienen. lang hatte er keinen anderen Gedanken als er sie noch so lange dort lassen könne, bis den an sein Kind. er neue Hausangestellte gefunden hätte. Aber Ich hielt es für unrecht, eine so verworfene Person unbestraft laufen zu lassen, aber ] ich ihm vor, die Kinder noch ein bis zwei es wurde sehr kalt in Sennen, und da schlug als ich meine Ansicht andeutete, kam er mit Wochen zu uns zu geben. rechtlichen Zweifeln und juristischen Spitzfindigkeiten, die ich nicht verstehen konnte. George nie neue Leute finden würde, wenn Aber endlich kam ich zur Erkenntnis, dass George kündigte den Mädchen, Hess die; ich sie nicht mietete, und dass seine Kinder Kinder bei uns und zog ins Hotel. Mit Ge-i in alle Ewigkeit bei uns bleiben würden, tiugtuung muss ich feststellen, dass .er die! wenn ich nicht darauf sah, dass sein Haus beiden Mädchen sehr einschüchterte, .ihnen I instand gesetzt werde. mit einer Anzeige drohte und ihnen die Zeug-; Wenn er nicht in seinem Büro war, sass nisse verweigerte. [ er bei uns, besprach dies und Jenes, und Tante Betty schrieb uns sehr lieb und; wenn gerade nichts zu besprechen war, schickte einen noblen Scheck für Extraaus- 1 rauchte er seine Pfeife an unserm Kamin, als lagen. Wir benutzten einen Teil davon, um: ob er sich da glücklicher fühlte als bei sich zu Rose und Dermot mit Celia und Nancy nach. Hause. Zu jeder Stunde des Tages ging er Sennen zur Erholung zu schicken. Es erleichterte den Haushalt, und wir fanden Zeit, derbarsten, manchmal auch komischsten An- bei uns ein und aus und kam mit den son- wieder in die gewohnte Ordnung zu köm- ; sinnen- men. So oft wie möglich fuhr George nach Nancy und ich waren mit ihm in sein Haus Sennen hinüber, um die Kinder zu sehen, hinübergegangen und hatten es, wie nicht und brachte gute Nachrichten über sie* Als weiter verwunderlich, vollständig verwildert die vierzehn Tag« um waren, fragt« er; ob gefunden; Ich gab ihmiden Rat, es von Grund Der Leichtmetall-Unterbau des Amllear-Hotchkfss teilweise zerlegt Er besteht aus mehreren vergüteten Leichtmetall-Gussteilen, die miteinander verschraubt werden. Alle Räder sind einzeln gefedert. Die Abfederung der Hinterräder geschieht durch Torsionsstäbe. 1 = Verstärkungsrippen der Längsträger, 2 s= Motorauflage, 3 = Verdrehungsstabfeder, 4 s= Boden des Gepäckraums Ansicht des berühmten Delahaye Rennmotors. Er wird von jetzt ab serienmässig in eingebaut, die damit auch höchsten Ansprüchen gerecht werden dürften. Man erkennt hintereinander in einer Reihe angeordneten Vergaser. Sportfahrzeuge oben die drei Seltenansicht der neuen, sechsplätzigen Coach, Modell 402 B von Peugeot. Als Limousine karossiert, bietet dieser Wagen für 8 Personen Sitzplätze. auf reinigen zu lassen, bevor ich neue Leute für ihn aufnehme. Ich schickte ihm Frau Johns, die manchmal bei uns aushilft, und nachdem er mit ihr gesprochen hatte, kam er mit einer Liste zu uns, auf der alle Dinge standen, die sie für ihre Arbeit von ihm verlangte. « Sie sagt, die Mädchen müssen die Ofenbürste für meine braunen Schuhe benutzt haben. Es ist mir auch aufgefallen, dass sie stark nachdunkeln. Wie kompliziert das Gefüge eines Haushalts doch sein muss ! Ich hatte ja nie eine Ahnung, dass man verschiedene Bürsten braucht. Ich dachte, dass sie für ihren jeweiligen Gebrauch immer wieder gewaschen würden. Sie sagt auch, dass alle Besen stumpf sind, die Eimer lecken, und ohne Scheuerlappen könne sie überhaupt nichts anfangen.» George zog seine Pfeife heraus, zündete sie an und studierte die Liste neuerlich. (Fortsetzung folgt.) Ein Beschluss — und ein Echo. Auf dem Col des Mosses vorläufig nur Zugtiere mit bestimmten Beschlagsarten zugelassen. Wie der «Tribüne de Lausanne» zu entnehmen ist, hat die waadtländische Regierung auf Antrag des kantonalen Baudirektors einen Beschluss gefasst, wonach vorläufig auf der Col des Mosses-Strasse, die im Umbau begriffen ist und einen neuen Belag erhält, nur noch Pferde und Maultiere verkehren dürfen, die mit glatten Hufeisen oder mit Stollen eines bestimmten Typs versehen sind. Sofern dies nicht zutrifft, müssen die Tiere der neuen. Vorschrift gemäss beschlagen werden, wobei der Staat sechs Zehntel der Kosten übernimmt, währenddem die Gemeinden und der Tiereigentümer ie zwei Zehntel zu tragen haben. Anlass zu dieser Regelung sollen die starken Beschädigungen des Strassenkörpers durch die Stollen der Pferdehufe gegeben haben. Bereits hat die Angelegenheit Ihre Wellen bis in die Ostschweiz hinaus geworfen. Ein bündnerisches Blatt beschäftigt sich damit und stellt die Frage, wie es möglich sei, dass beim Ausbau unserer Atoenstrassen Beläge Verwendung finden, welche dem gewöhnlichen Reit- und Zugtierverkehr nicht standhalten, so dass derart seltsam anmutende Vorschriften erlassen werden müssen. Wie man sich die Sache denke, wenn die Alpenstrassen, deren Ausbau zur Hauptsache der Bund finanziere, für militärische Transporte in Anspruch genommen werden und ob in diesem Fall die Reit- und Zugtiere rasch neu beschlagen werden sollen? So ganz unverständlich will uns das Vorgehen der Waadtländer Behörden denn doch nicht erscheinen, obwohl sich bei der Durchführung der Vorschrift unter Umständen Schwierigkeiten ergeben könnten. Schliesslich sind — man denke nur an die Ausmerzung der Vollgummireifen — um der Schonung der Strassen wüten sind auch dem Automobilbesitzer gewisse Servituten auferlegt worden, allerdings auf eidgenössischem und nicht nur auf kantonalem Gebiet. Aber die Regierung unserer Confederes vaudols wird wissen, was sie getan hat und auf welche Erwägungen sie ihren Beschluss stützt, der übrigens nicht für alle Zeiten, sondern bloss vorläufig gilt. Schliesslich wird es kein kantonaler Baudirektor mit Wohlgefallen vermerken, wenn ein neuer Strassenbelag, kaum dass er fertiggestellt ist, durch Pferdehufe beschädigt wird. Wäre eine gewisse Standardisierung der Hufbeschläge wirklich ganz undenkbar? Strassenvevkekii Richtungszeiger am Tram — m Belgien. Einem Erlass des belgischen Eisenbahnmlnlr aters zufolge müss«n die Strassenbahnwagen binnen eines Jahres mit Richtungszeigern ausgerüstet werden, genau so wie jedes banale Automobil, Natürlich begrüsst die Auto-Fachpresse des Landes die Neueruns mit Freuden, nicht ohne indessen die nur allzuberechtigte Forderung zu erheben, dass besagte Winker mit genügend starken Lampen veTseben werden und dass nur Modelle zur Verwendung gelangen, deren Zeiger beweglich, d. h- nach oben und unten schwenkbar ist. Ausserdem, so lautet ein weiterer Wunsch der automobilistischen Kreise, soll der Winker nicht höher als, 1,50 m. am Train angebracht sein, weil er sonst ausserhalb de® Blickfeldes jener Automobilisten zu liegen käme, die einer Strassenbahn unmittelbar folgen.

N° 81 — TREITAG, "7, OKTOBER 1930 AUTOMOBIL-REVUE V IN DER SCHWEIZ Zürcher Automobilmeisterschaft 1938. Die von der Sektion Zürich des A.CS. ausgeschriebene Zürcher Automobilmeisterschaft 1938 umfasste folgende Veranstaltungen: Gelände- und Orientierungsfahrt. Autavia, Auto-Gymkhana, Schweiz. Zuverlässigkeitsfahrt und Auto-Schnitzeljagd. Für die Bewertung waren massgebend die 3 besten Resultate dieser 5 Veranstaltungen. Es ist eine besondere Klassierung für Amateure und Experten vorgenommen worden, wobei die Bewertung nicht nach der Rangfolge an den einzelnen Veranstaltungen erfolgte, sondern auf Grund einer Xeistungsberechnung, indem nach einer für jede Verastaltung zum voraus festgelegten Formel die Anzahl Gutpunkte jedes Konkurrenten nach seiner effektiven Leistung berechnet worden ist. Auf diese "Weise wurde der Meisterschaft ein Maßstab zugrunde gelegt, welcher auf die Leistungen jedes Fahrers in weitgehendstem Masse Rücksicht nahm. Zürcher Automobilmeister 1038 der Amateure wurde Dr. C. Dold, Herrliberg, mit 296,87 Punkten, Zürcher Automobilmeister 1938 der Experten •wurde A. Bosshardt, Zürich, mit 269,tO Punkten (Maximum 300 Punkte). Ausser den beiden Automobilmeistern erhalten auch die 2 an nächstfolgender Stelle klassierten Fahrer der beiden Kategorien Amateure und Experten Auszeichnungen. Zudem werden dieses Jahr erstmals die neu geschaffenen 2 Wanderpreise für Amateure und Experten vergeben. Nachstehend die Resultate der Zürcher Automobilmeisterschaft 1938; die Proklamierung der Sieger erfolgt anlässlich der Winter-Generalversammlung der Sektion Zürich des A.G.S. 1938: I. Amateure: 1. Dold C, Dr., Herrliberg, 296.87 Punkte; 2. Schaerer W., Zürich 287,45 P.; 3. Bestebreurtje A., Küsnacht, 282,03 P.; 4. Dietrich M.. Zürich. 268.48 P.; 5. Baggenstos A., Erlenbach, 268,36 P.; 6. Morel H. Rud., Küsnacht, 267,70 P.; 7. Locher W., Zürich, 253,00 P.; 8. Blumer J., Rorbas, 198,63 P.; 9. Baeschlin H. J., Zürich, 164,36 P. II. Experten: 1. Bosshardt A„ Zürich, 269,10 Punkte; 2. Gübelin H. t, Zürich, 269,07 P.; 3. Campolongo E., Zürich, 261,35 P.; 4. Schlotterbeck R., Zürich, 257,78 P.; 5. Dattner A., Zürich; 256,45 P.; 6. Schober E Zürich, 253.73 P.; 7. Zimmermann M., Zürich. 243,97 P.; 8. Keller H.. Zürich, 224,65 P. IN RUMÄNIEN Im Wohnwagen durch Rumänien Von Hans Stuck. «Sie werden doch nicht in diesen unübersehbaren Zeiten und noch dazu wie ein Zigeuner im Wohnwagen...» «Doch. Ich werde. Wer wagt, gewinnt» Und so fuhren wir denn — eine ganze Karawane — von Wien kommend, über Budapest mit einem Lastwagen, meinem Fritzl und zwei Mechanikern, wir im Horch und an ihn «gebunden» auf wenige Wochen, der Westfalia «Landstreicher» zur rumänischen Grenze. Im Radio hörten wir: «Donington abgesagt». Umkehren oder weiterfahren? Wir Rennfahrer sind abergläubisch. Umkehren bringt Unrlück. Also — Schuss — bum ... Vor 8 Jahren habe ich am Feleac-Bergrennen, feiner Lieblingsstrecke des Königs, der auch damals anwesend war, bereits mit dem Austro Daimler konkurriert. Die Strecke ging seinerzeit nur über 5 Kilometer, und ich gewann das Rennen in Rekordzeit mit 3,28,9. Aber wie hat sich Rumänien seither verändert! Beton von der Grenze weg bis kurz vor Cluj. Nur ein kleines Bergpaßstück ist noch im Bau, und da mussten wir mit unserem «Anhängsel» allerhand Gymkhanas fahren. — Aber wir haben es glatt geschafft. Es wehte gewaltig vom Himmel — Staubwolken wie Nebelschwaden — wir sahen einander nicht mehr, und plötzlich — 80 Kilometer vor Cluj — stellen sich Wagen vor uns quer. Wir werden angehalten. Verhaftet? Ja, verhaftet — aber wiel Die Herren des Clubs waren uns in liebenswürdiger Weise entgegengefahren, um uns zu bewillkommen. Riesenblumeneträusse fielen uns in die Arme und gross war die Wiedersehensfreude nach beinahe einem Dezennium ... Wir sitzen um Mitternacht im Club. Die Uhr war eine Stunde vorgestellt. Wir sind durstig und hungrig, aber aller Augen wenden sich zum Radio. Die Viererkonferenz in München tagt. Und im fremden Land sitzen wir nun mit den Sportkameraden und harren der Entscheidung. Wie wir sie erfahren, fallen wir uns alle jubelnd in die Arme. Nun ist Rumänien noch einmal so schön! Früh um 7 Uhr Training. Eine herrliche, schnelle Bergstrecke. Eine Gerade von einem Kilometer mit einer flachen Kurve. Etwa 400 Meter Höhenunterschied, 9% Steigung und insgesamt 7 Kilometer Länge. Der Rekord steht auf 121 km/St. Schon im Training spielt die Organisation fabelhaft. Der Sportwart ein bekannter Arzt, der Präsident ein berühmter Dermatologe, Architekten, Ingenieure, sie alle stellen ihre Kräfte in den Dienst der sportlichen Sache und es klappt, dass man staunt. Militärische Absperrung, elektrische Zeitnahme. Alfa und Maserati sind mit von der Partie. Christea, der Sieger im Rallye von Monte Carlo von 1936 und diesjähriger Zweiter bei den Sportwagen am Grossglockner, ist ebenfalls am Start. Man erzählt mir, die Strecke habe eine Stelle, an der ein böser Geist hause. Jeder Wagen müsse an diesem Kilometer seine Fahrt verlangsamen. Manche kämen überhaupt nicht mehr weg. Ich hahe bis jetzt den bösen Geist überwunden, wenigstens meine 500 PS. Und ich hoffe, dass sie das auch weiterhin tun werden. Ich glaube nur an gute Geister weiblichen Geschlechtes ... «Kaviar», sagte ich mir. «In Massen Kaviar» und dachte an den rumänischen Pavillon in Paris. • lere de morun» heisst das Zauberwort auf rumänisch. Aber wie gross meine Enttäuschung! Er ist weiss und schmeckt nach Weisskäse — auch sehr gut. Aber Kaviar ist eben anders. «Da müssen Sie nach Bukarest fahren«, sagte man mir. Ich überlege. «Auf dem Weg hin lade ich Sie zu einer Bärenjagd ein.» Nun werde ich fast verrückt. «Bären und Kaviar» — und das zum Saisonschluss! Ich führe in meinem Wagen einen Freudentanz auf, so dass die vier Wagenheber zittern ... Cluj hat 80 000 Einwohner. 1930 waren es erst deren 55 000. Da sieht man, was in 8 Jahren alles »gedeiht» Und Hotels sind entstanden und prächtige Läden, und Taxis fahren herum — feiner als die schönsten Privatwagen in den Weltstädten. Ich fahre nur noch Taxi — zum Club, bei dem wir immer assen — zum Hotel, zu meinen Leuten und an die Rennstrecke zum Wohnwagen... Der emsige und vorbildliche Auto-Club hat Grosses vor. Diese ideale, breite Rergstrecke soll schon nächstes Jahr zu einem doppelt so langen Circuit ausgebaut werden. Pläne liegen vor. Das: wird eines der interessantesten Rundrennen der Welt, denn am Ziel des jetzigen Bergrennens wird man dann die gesamte Strecke übersehen können. Dort sollen auch Tribünen und Boxen errichtet werden. Abends, wenn die Millionen Lichter von Cluj direkt an der Rennstrecke glitzern und schimmern, dann fahren wir in unseren Wohnwagen — am Kilometer 156 — in der Mitte der Rennstrecke. Da machen wir unser Lagerfeuer und da konimen die rumänischen Ziegen- und Schafhirten in ihren enganliegenden weissen Flanellhosen, von denen man zu berichten weiss, sie würden nur nass an- und nur alle halben Jahre einmal ausgezogen — und dann singen sie und hören Tanzmusik aus dem Savoy in London — bis wir unsere Vorhänge herunterlassen, auf denen «Ruhe. Bitte nicht stören» steht. Oder «Geschlossen. Keine Geschäftszeit». Da verschwinden die Hirten, auch ohne, dass sie sich auf deutsch verstehen und unsere Ten bellt Die Art des Einfahrens beeinflußt wesentlich die Lebensdauer Ihres Automobil-Motors. Essolube-Einfahroel enthebt Sie jeder Sorge über das Einfahr-Ergebnis Ihres neuen oder ausgeschliffenen Motors. Nach der Einfahrzeit verwenden Sie Essolube das gute Oel für gute Fahrt. noch einmal leise und dann schlafen wir herrlich und fest, zwischen Kukurutzfeldern und Maulesel chen — und wachen erst auf, wenn das erste Motorrad zu seinem Training die Strecke heraufdonnert ... Vielleicht bin ich doch mehr zum Zigeuner ge boren als zum Rennfahrer. Aber dann wäre ich wieder nicht in Feleac, und das wäre überhaup nicht gutzumachen... Bären und Kaviar... IN DEUTSCHLAND Reichsautobahn-Rekordstrecke bei Dessau fertiggestellt. Rekordversuche noch diesen Herbst. Matte sich die Reichsautabahn Frankfurt a. Main-Darms tadt für Rekordversuche aller Art als vortrefflich geeignet erwiesen, so zeigte sich doch schon vor Jahresfrist, anlässlich der Frankfurter internationalen Rekordwoche, dass die Piste für Geschwindigkeiten von 400 km/St, und darüber zu schmal ist. Diesem Mangel Rechnung tragend, beschlossen die massgebenden Instanzen des Reichs, im Zuge der neu zu bauenden Autobahn Berlin-München in der Nähe von Dessau eine rund 15 km lange und 30 m breite Rekordstrecke einzuschalten, auf der inskünftig die Rekordversuche unternommen werden sollen. Dieser Streckenabschnitt weist keinen Rasenstreifen auf und liegt grösstenteils in einer langgezogenen Mulde, welche das Behindern der dahinrasenden Fahrzeuge durch Seitenwinde, wie dies bei der unheilvollen Versuchsfahrt Bernd Rosemeyers der Fall war, ausschliesst. Nunmehr ist dieses Teilstück fertiggestellt, so dass, deutschen Meldungen zufolge, mit der Durchführung von Rekordversuchen noch diesen Herbst gerechnet werden kann. Kurpfalzrennen bei Hockenheim. * Am 16. Oktober nächsthin findet auf dem stark verbesserten, 7,725 Kilometer langen Strassenrundkurs bei Hockenheim/Baden das Kurpfalz-Rennen statt, an welchem ausser den Motorrädern erstmals auch Sportwagen ohne Kompressor bis 2000 ccm Hubvolumen Startberechtigung haben. Die Wagen werden in drei Gruppen eingeteilt (bis 1100, bis 1500 und bis 2000 ccm) und haben je 20 Runden = 154,5 Kilometer zurückzulegen. IN ENGLAND Imperial Trophy-Race. Auf der Kristallpalast-Rundstrecke wird am kommenden Samstag als letzte Veranstaltline dieser S T A N D A R D - M I N E R A I O E ( . P R O D U K T E A . C . G E G R Ü N D E T 1 8 9 4 Saison das Imperial-Trophy-Race für Renn- und Sportwagen nach einer Handicapformel ausgetragen. Als bekannteste Konkurrenten nennen wir bei den Rennwagen Prinz «Bira», Wakefield, Dobson auf ERA 1500 und Wilson auf ERA 1100 ccm, sowie Hadley auf Austin, Berg und Hanson auf Maserati und G^rard auf Belage. Saison-Ausklang in Donington. Das für den 1. Oktober angesetzte, kurz vor diesem Termin aber abgesagte Automobil-Rennen um den Grossen Preis von Donington, wird, wie am Dienstag berichtet, noch im Laufe des Monats Oktober nachgeholt. Die Veranstalter stehen in engster Verbindung mit den massgebenden Sportbehörden der interessierten Länder und den Leitern der grossen «Rennställe», um einen allen Kreisen zusagenden Termin zu finden, denn selbstverständlich werden Alfa Romeo, Auto-Union und Mercedes-Benz, die schon auf der ersten Teilnehmerliste etanden, nicht fehlen. Da der 8. und 15, Oktober mit Veranstaltungen in Brooklands belegt sind, kommen nur der 22. oder 29. Oktober in Frage. Wahrscheinlich wird die Veranstaltung am 22. Oktober durchgeführt werden. IN ITALIEN. Vor Rekordversuchen auf der Autostrada Florenz-Meer. Wie wir aus England erfahren, wird die Autostrasse Florenz-Meer demnächst wieder Schauplatz von Rekordversuchen sein, die Major Gardner auf dem neuen, mit Unterstützung von Lord Nuffield konstruierten M. G.-Stromlinien-Rennwagen von 1100 ccm Hubvolumen zu unternehmen gedenkt Eine Renngemeinschaft weniger. Wie die italienische Fachpresse zu melden weiss, hat sich die in Turin domizilierte «Squadra Automobilistica Sabauda», der u. a. die Piloten Dino Teagno und Dioscorido Lanza angehörten, aufgelöst LUFTFAH Pro Aero. Ergebnis der Aktion 1938. Der Stiftungsrat der Schweizer Stiftung Pro Aero trat am 29. September in Bern zusammen, um die Abrechnung der ersten Aktion, die im Mai d. J. erfolgreich zur Durchführung gelangte, entgegenzunehmen und um gleichzeitig über die Verwendung de« Ertrages zu beschliessen. Den Vorsitz führte in Abwesenheit des militärisch verhinderten Präsidenten Oberstkorpskommandant Prisi der erste Vize-Präsident Oberstleutnant Walo Gerber. Nachdem den Modellbau-, Segel- und Motorflug betreibenden Sektionen und Gruppen des Aero- Club der Schweiz für die Ankurbelung einer beschleunigten Ausbildung durch die Aktion bereits rund 45.000 Fr. zugeflossen waren, konnte die Rechnung mit dem schönen Ueberschuss von 363.000 Fr. per Ende August abgeschlossen werden. Der Verkauf des Pro Aero-Abzeichens brachte 195.000 Fr. Die Sondermarke, welche den Beifall der Philatelisten gefunden, Hess einen Netto-Ertrag von 143.000 Fr. erzielen. An Beiträgen liefen 222.000 Fr. ein. Bundes-, kantonale und städtische Behörden sowie Verbände, Institutionen und einzelne Personen, welche die Aktion 1938 durch wohlwollende Unterstützung. Stitarbeit und durch Beiträge zum Erfolg geführt haben, wurden nochmals des herzlichsten vaterländischen Dankes versichert. Der Stiftungsrat genehmigte ein erstes Verwendungs-Programm, welches vorsieht, dem Flugsport für die dringendsten Aufgaben noch dieses Jahr weitere 150.000 Fr. zuzuführen. Ein Verwendungsprogramm für das Jahr 1939 ist in Vorbereitung. Der Stiftungsrat beschloss schliesslich, im Frühjahr 1939 eine zweite Aktion durchzuführen, um die Mittel aufzubringen, welche für den weiteren Ausbau unseres Sportflugwesens im Interesse der Landesverteidigung unumgänglich notwendig sind. Möge die der Schweizer Stiftung Pro Aero durch die gesamt Bevölkerung entgegengebrachte Sympathie gestatten, die bedeutenden Mittel durch freiwillige Beiträge jedes einzelnen aufzubringen. Möge es uns gelingen, durch raschen Einsatz derselben mit den Bestrebungen im Flugsport der uns umgebenden Staaten und ihrem auf die Landesverteidigung gerichteten Ziel Schritt halten zu können. Neues Material für «unsichtbare» Flugzeuge. In englischen Flugzeugwerken beschäftigt man sich neuerdings wieder intensiv mit der Konstruktion eines Flugzeugs aus einem neuen geheimnisvollen Material, das durchsichtig sein soll wie Glas, dabei aber an Haltbarkeit jedem anderen Stoff zumindest gleichkommen soll. Da das Material auf Spezialpressen in jede gewünschte Form gebracht werden kann, ist es möglich, nahezu sämtliche Teile des Flugzeugs daraus herzustellen. Ein Flugzeug aus diesem Material soll praktisch so gut wie unsichtbar sein, lediglich wenn es über dem Wasser sehwebt, soll es von oben erkennbar sein. Alle Einzelheiten über Art und Zusammensetzung des neuen Stoffes werden begreiflicherweise streng geheimgehalten. Nicht minder mysteriös sind die Nachrichten über Experimente mit einer leichten Dampf-Turbine, die zum Antrieb von Flugzeugen dienen soll. Der tiefere Grund zu diesen Versuchen ist in der nicht auszurottenden Angst zu suchen, es könnten früher oder später doch die berühmten «Todesstrahlen» erfunden werden, Strahlen, die jeden Explosionsmotor, jede irgendwie auf Zündung angewiesene Maschine zum Stillstand zu bringen vermöchten. Gerade die reignisse der letzten Wochen haben diese Befürchtung, die Todesstrahlen seien vielleicht gar schon rfunden, an manchen Stellen ins Hysterische gesteigert und den Versuchen, eine für diese Strahlen unempfindliche Maschine, eben die leichte Dampfmaschine zu schaffen, neuen Auftrieb gegeben. Darüber, wie weit diese Experimente bereits gediehen sind, ist jedenfalls nirgends eine Auskunft zu «halten.