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E_1938_Zeitung_Nr.088

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Hl Automobil-Revue =—

Hl Automobil-Revue =— Ufer hoch tragen, wenn der «Reisgarten» von unten her schön bewässert wird. Wohl isst man Delikatessen. Doch bestehen diese «man» aus einigen tausend Leuten unter den vierhundert Millionen. Man düngt schon biologisch, da man die Erde der Hügel und hohen Hänge herunterholt und jeden Frühling unterackert. Sonst trägt man tüchtig «unbiologisch» Jauche, wie man es in unseren Grasgebieten tut. Und die dichtest bevölkerte Provinz Chinas, Tschin-kiang, mit der Hauptstadt Schanghai, zählt nicht mehr Einwohner auf dem Quadratkilometer als der Kanton Zürich. Dies ist das Beispiel «Vegetarismus». Ich könnte gleich Dutzende weitere anfügen. In- Die Reiseroute unseres Berichterstatters. teressant wird die Geschichte besonders dann, wenn wir auf kulturelles Gebiet gelangen. Wir sind es ja gewohnt, in jedem Chinesen einen Konfuzius zu erblicken und schauen bewundernd auf zu den fünftausend Jahren chinesischer Kultur. Es ist gefährlich, die «ewigen» Weisheiten über China auch nur anzutasten. Es könnte das europäische Selbstbewusstsein zum Nachteil des leuchtenden fernen Ostens stärken .. . Das Auto ist ein unangenehmer Verräter. Das Interessante bei der ganzen Geschichte ist, dass die Chinesen selbst ausgerechnet nicht auf das stolz sind, was Europäer ihnen andichten, sondern auf das, was wir ihnen entweder nicht zugestehen wollen oder auf das, was wir ihnen brachten... An der Grenze Tibets — im Auto, Tibet beginnt dort, wo das vier- bis fünftausend Meter hohe tibetanische Hochland steil in den Kessel von West-Szetschuan abfällt. Bis dort hinauf, nach Chengtu, fuhren wir und erblickten von einer Strasse aus, die noch über hundert Kilometer westlich weiter führt, den höchsten Berg Chinas, den Minya Gongkar, Zehn Tage Marsch bringen einen über hohe Pässe in den Verwaltungsort von Chinesisch Tibet (Si-kang), dorthin, wo die Basel querung des Hoang Ho (Gelben Flusses) bei der Festung Tunkwan war eine Art Tragikomödie. Nach dem ewig sich wiederholenden Lamas den chinesischen Machtbereich als beendet betrachten, Von dort aus ist erst ein Preiskampf (infolge Ueberforderung) fuhr ich einziger Weisser vor etwa achtzig Jahren ganz steil eine Böschung hinunter, über zwei nach Tibet hineingelangt! Nicht weit von schmale Latten quer auf eine Dschunke. Diese Tschöngtu (Chengtu) im hohen Gebirge lebt brachte uns auf den gelben Fluten bis etwa ein Stamm, der von einer wilden Königin geführt wird. Dort wachsen mannsgrosse Runkel- eine feuchte Sandbank ab und überliess uns in die Flussmitte. Dort setzte man uns auf rüben oberhalb der Bambuswälder. Da gibt es unserem Schicksal. Das heisst, wir mussten auch eigenartige Tiere, auf deren «Kopf» ame- noch sechs Flussarme im Wagen über etwa oberhalb „Mittlere Brücke" Ruhig schlafen (Zimmer ab Fr. 4.50). - Gut essen. Garage. Tel. 43.968. F. Lutz. Luzern Mittelschweiz Hotel Krafft am Rhein Weggisgasse 10. Ein gemütliches Stündchen bei einem guten Tropfen und vorzügl. Bissen zu bescheidenen Preisen. Spezialplättli. Tel. 21.827. Frau M. Rotter. Muri (Aargau) r. 0. g. Erstes Haus am Platz b. d. Klosterkirche. Schöne Lokalit. SchaU.Garten.Zim.v.Fr.2.50 an.Gutgef.Küche. Forellen. Garage. Benzin. Tel. 2. J. WaltenipOhi, Bes. Muri (Aargau) Rest, zum Alpenzeiger T. C. 8. Auf der Anhöhe gelegen, b. d. Kirche. Neue gr. heizbare Terrasse. Prachtvolle Aussicht. Grosser Parkpl. Sitzungszimmer. Butterküche, ff. Weine. Treffpunkt für Automobilisten. Garage. Tel. 67 A. 8tfiubli. St. Gallen Restaurant u. 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Nun lag noch das Kuen-lun-Gebirge (der östlichste Ausläufer, das Tsingling-Gebirge) zwischen uns und der Stadt Sian (Fu). Etwa zehn Meter vor unserer Ankunft in Tschöngtu war die Strassenverbindung provisorisch fertig erstellt worden. Erst in Sian erfuhren wir, dass die ersten Autos, Militärlastwagen, die vor uns die Strasse befahren hatten, von Banditen überfallen wurden. Wir hatten im Gebirge dreimal im Freien genächtigt. Bei Hochwasser fahren die Jangtse-Schiffe mit Touristen von Schanghai bis hinauf nach Tschungking. Ganz China ist auf diese Weise zu «durchqueren». Es bilden sich gewissermassen «Nester» mit einigen Weissen, die aber aus ihren Zentren kaum hinausgehen. Selten erhielten wir von ihnen Bescheid über die Umgebung. Gibt es doch so viele, die jahrelang in Schanghai lebten und sozusagen nie die Stadt verlassen hatten. Die Chinesen selbst liebten es, sich in ihren Zeitungen und Büchern über diese Weissen, «die die engen chinesischen Gassen selbst der „Chinesenstadf innerhalb Schanghais fürchten und sich darauf beschränken, im „Glaskasten-Automobil" ohne Berührung mit der gelben Masse das Appartement, das Office und das Kino im ewigen Rhythmus zu vertauschen...» Wenn Sie diese paar grossen Zentren verlassen, sind Sie allein, wie man es nur in China sehen kann, wo in allem andere Massstäbe gelten. Wir sahen davon ab, uns «anzupassen», wie es Weisse in China so nett empfehlen. Diese Anpassung muss auf den Chinesen im Grunde komisch wirken. Unserer europäischen Ungeduld, Nervosität und Intoleranz verdanken wir es, wenn wir nicht heute noch irgendwo in der Mitte des Reichs der Mitte stecken, Unser europäisches Benehmen war unsere beste'Waffe, da man uns auf diese Weise nicht beikam und chinesische Methoden bei den Chinesen uns gegenüber versagten. Schansi and die Innere Mongolei. In ganz China fuhren wir stets ins «Blaue» hinein. Wohl herrschte lokaler Autobetrieb. Doch kaum setzte er sich jeweils von Provinz zu Provinz direkt fort. Viele Provinzen wussten sich auch noch isoliert, zu halten, Besonders die «Musterprovinz» Schansi. Die Ueber- einen Kilometer durchfahren. Wir stellten einen Mann an, der vorauslief und so Untiefen durch seinen Körpermaßstab anzeigte... Im Sand am Ufer blieben wir dann gründlich schief stecken und übernachteten im Wagen. Dann kam eine Fahrt durch Löss-Hohlwege, wo die Kotflügel des Wagens die Seitenwände streiften. Dann folgte eine Fahrt längs des eingestürzten Flussufers oberhalb des Knies des Gelben Flusses. Und hierauf fast tausend Kilometer über eine seit vier Jahren nicht mehr gebrauchte Strasse. Hinter uns brachen insgesamt drei Brücken zusammen. Ueber dreissig Kilometer zwischen Tschoa Scheng und Ling Schi mussten wir den Wagen auf die Schmalspurbahn aufladen, da deren Geleise einfach auf dem durchs Lössgebirge führenden Strassentrassee verlief! Wir versuchten erst die Fahrt im Flussbett, sanken aber bald tief ein und brauchten einen halben Tag, um wieder herauszukommen. Dann hielt uns die Polizei von Tschoa Scheng in der Stadtmitte mit Bajonetten auf. Ich wartete einige Zeit, bis die Leute zu diskutieren begannen. Dann startete ich langsam im ersten Gang auf die Bajonette zu, die auch prompt weggezogen wurden. Darauf ging es mit Vollgas im zweiten Gang in einem Staubwirbel davon. Leider kamen wir nicht weit auf einem in die Höhe führenden Karrenweg, sondern sassen bald mit den Kotflügeln in einer hohlen Gasse fest. Rückwärts fanden wir uns zurück zum Bahnhof, wo wir einen Wagen bestellten. Bald erschienen sechs Soldaten und ein Offizier und gaben zu erkennen, dass sie unsern Wagen untersuchen wollten. Ich schloss ihn vor ihnen ab, steckte den Schlüssel in den Sack und sagte: «Pu yao» (ich will nicht). Sie blieben noch einige Minuten, diskutierten aufgeregt Spitzenleistungen und anderes Hecht besiegt Fischadler In einem See in Nordpomerellen wurde dieser Tage ein Hecht gefangen, in dessen Rücken zwei merkwürdige, hornartige Gebilde eingewachsen waren. Es stellte sich heraus, dass es sich um die Fänge eines Fischadlers handelte. Es kann keinem Zweifel unterliegen, dass der Raubvogel seine Krallen in den Fisch geschlagen hatte, um ihn in die Lüfte zu entführen, dass es aber in dem sich ergebenden Kampfe dem Hecht gelungen war, den Adler unter Wasser zu ziehen und so zu ertränken. Die Fänge waren aber so tief in den Rücken des Fisches eingedrungen, dass dieser sich nicht mehr von ihnen zu befreien vermochte und gezwungen war, den verwesenden Körper des Vogels bis zu dessen völligem Zerfall mit sich herumzuschleppen. Spinnen als Schosstiere Da In den kalifornischen Seebädern in diesem Jahr die Mückenplage besonders unangenehm empfunden wurde, kamen einige unternehmungslustige Filmstars auf den Gedanken, Spinnen in ihren Badekabinen anzusiedeln. Nicht genug damit, erschienen kurz darauf einige Hollywooder Damen mit grossen Spinnen «an der Leine>, das heisst an dünnen Seidenfäden, die den Tieren um den Leib geknüpft sind. Trotz des Nachäffungstriebes hinsichtlich aller «Starlaunen> hat sich aas grosse Publikum an diese neue Tiermode noch nicht gewöhnen können I und gingen von dannen, um nicht mehr zu erscheinen. Es wird Sie wundern, dass wir so unwirsch auftraten. Diese kleine Begebenheit ist nur ein Muster aus unserem chinesischen Alltag. Und zwar ist dies Benehmen schon die Folge aus vorgehenden Erfahrungen, die uns den «gelben Knigge» beibrachten. China wirkt wie klebriger Honig, in dem man nach allen Seiten dreinschlägt, um vorwärtszukommen. Wenn der topographische Widerstand in Kurdistan am grössten war, so war der menschliche in China das Haupthindernis. Und in den Weissen, die in China leben, hatten wir die geringste Hilfe. Denn sie alle, ohne Ausnahme, empfahlen uns nur eins: nicht ins Innere zu fahren. Und im Innern: nicht mehr weiter zu fahren. Sie fühlten sich schon unwohl genug innerhalb ihrer Stadtmauern und Hausmauern. Ich gebe zu, es musste für den, der die Chinesen kennt, ein unsicheres Gefühl bedeuten, Weisse in die von ihm selbst gefürchteten Zonen — im Auto — eindringen zu sehen. Im Innern trafen wir einmal auf eine Sänfte, in der ein weisser Missionar befördert wurde. Zweitausend Kilometer hatten wir keine weisse Seele getroffen und freuten uns ob der Begegnung. Doch der Mann drehte den Kopf ab und tat, als ob er den fremden Wagen nicht sähe. Die Weissen Chinas hatten die Missionare schon zu viel angegriffen. Sie griffen zum Gegenmittel, indem sie sich bewusst absonderten. Und wir konnten uns dadurch um einen Grad einsamer fühlen, ganz allein auf uns angewiesen innerhalb der vierhundert Millionen. Anderseits durften wir uns auch nicht auf die Behörden zu stützen suchen. «Wir können uns selbst auf Reisen nicht schützen», war ihre Antwort. Und da man uns auch die Pässe für die innerchinesischen Provinzen versagte, weil man dort nicht mehr für uns garantieren konnte, fuhren wir auf eigenes Risiko. Fünfzigmal übernachteten wir im Freien, durch ganz China hindurch. Es passierte uns «nichts», abgesehen vom täglichen Kampf mit dem chinesischen Alltag. Die Weissen Chinas nannten dies «Glück haben». Vielleicht kann man über zehntausend Kilometer während viereinhalb Monaten «Glück» haben... Die Schweiz in der Elektrizitätsversorgung an der Spitze samt Batterie und Schutzhülle. Wellenbereiche 200-500 m und 1000-2000 m Nach einer von E. Mercier vorgenommenen Schätzung betrug der Verbrauch an elektrischer Energie im Jahre 1929 auf der ganzen Erde 310 Milliarden kWh, im Jahre 1937 dagegen 450 Milliarden kWh; sie stieg also trotz der lastenden Weltkrise in diesen acht Jahren um 44%. Bei gleichbleibenden Fortschritten kann man damit rechnen, dass im Jahre 1950 ein Weltverbrauch von 1 Billion Kilowattstunden erreicht sein wird. An der Spitze aller elektrizitätserzeugenden Länder der Welt steht die Schweiz, in der jährlich auf den Kopf der Bevölkerung 1643 kWh, auf den Quadratkilometer aber nicht weniger als 167 000 kWh entfallen. Der Verbrauch pro Einwohner ist zwar in Kanada mit 2464 kWh wesentlich höher; vom statistischen Standpunkt massgeblich aber ist der Konsum pro Quadratkilometer, der in dem riesigen Land Kanada gerade 3000 kWh pro Jahr beträgt. 15 Jahre zu Fuss als Pilger unterwegs 15 Jahre ist Samad Abdel Magid aus Hazzara in Nordindien unterwegs gewesen, um zu Fuss Mekka zu erreichen. Magid hatte sich als frommer Mohammedaner in den Kopf gesetzt, unter allen Umständen Mekka zu besuchen. Da er kein Geld hatte, machte er sich ohne Geld zu Fuss auf den Weg. Er musste oft Monate an einem Platz arbeiten, um wenigstens das Geld zusammen zu bekommen, das er zur Erreichung der nächsten Etappe seiner Pilgerfahrt nötig hatte. Im Jahre 1923 begann er seinen schweren Marsch. In diesem Sommer hat er ihn vollendet. Und im Laufe der langen Wanderung Hatte Magid genug Geld gespart, um sich nun an Bord des Dampfers «Conte Verde» einen Schiffsplatz zurück nach Indien zu leisten. Eine Tiefsee-Taucherkugel für 2000 Meter Tiefe Das russische Laboratorium für Tiefseeforschung hat das Modell für eine Taucherkugej fertiggestellt, die für Forschungen bis zu einer Tiefe von 2000 Meter dienen soll. Dio den Konstrukteuren gestellte Aufgabe hatte zwei Hauptgesichtspunkte zu berücksichtigen: ein Minimum an Gefahr und ein Maximum an Bequemlichkeit für die Forscher. Das Modell erinnert äusserlich etwa an den Planeten Saturn, wie man ihn gewöhnlich darstellt: ein schmaler Doppelring, der in gleichen Abständen mit Nieten befestigt ist, teilt die Kugel in eine obere und untere Hälfte. Im Unterteil befinden sich drei runde Fenster, im Oberteil deren sieben. An Stelle des Glases ist je ein Stück völlig durchsichtig polierten Quarzes eingesetzt. Die Fenster sind paarweise angeordnet: wenn man durch das eine hinausschaut, kann man durch das andere die Strahlen des Scheinwerfers richten, die den Unterwasserhorizont erhellen. Nur bei den unteren Fenstern muss zur Beobachtung und Beleuchtung das gleiche Fenster benützt werden. Im Innern der Kugel ist entlang der ganzen Rundung ein Arbeitstisch angebracht, und bei jedem oberen Fensterpaar befindet sich ein Beobachtersitz. Die Einrichtungen und Apparate sind für eine dreiköpfige Bemannung vorgesehen. Durch einen Sauerstoffapparat und einen Apparat zur Vernichtung der Kohlensäure und der Feuchtigkeit wird die Luft in der Kugel ständig erneuert. Mit der Aussenwelt sind die Beobachter durch Telephon sowie eine Kurzwellen-Radiostation verbunden. Das Gesamtgewicht der hauptsächlich aus Stahl gebauten Kugel wird 7000 kg betragen. Im Unterteil ist ein Gewicht aufgehängt, das der Kugel hilft. In die Tiefe hlnabzutaucnen. Die Kugel selbst ist schwimmfähig. Falls die Trosse reisst, an der die Kugel an Ihrer Ueberwasserbasis aufgehängt ist, so kann das Gewicht vom Innern der Kabine aus abgeworfen werden, und die Taucherkugel steigt dann von selber zur Oberfläche empor. io-Portable für alle Reisen Schon für Fr. 280.— erhalten Sie den hochwertigen, tadellosen MARCONI-REISE-RADIO Vorführung u. Verkauf b. d. Generalvertretung „Kramhof", Füsslistrasse 4 Telephon 66.940 und Basel, Luzern, St.Gallen, Neuchätel, Uugano N" 88 HUG & Co. • ZÜRICH

nx Fische glotzen uns an .. • $>d den Optimisten^ «raiiNOll •/» Warum «glotzen» Fische uns an, warum ist ihr Blick so eigenartig seelen- und ausdruckslos? Das hat zwei Gründe: einmal ist die Pupille im Verhältnis zum übrigen Auge überragend gross — eine Folge des ständigen Dämmerlichtes, in dem infolge der Strahlenbrechung des Lichtes im Wasser der Fisch sich befindet —, andererseits kommt der Eindruck der Unbeweglichkeit daher, dass der Fisch nicht blinzeln kann — er hat keine Augenlider. Die Natur in ihrer vorbildlichen Sparsamkeit hat es unterlassen, Augenlider an ein Tier zu verschwenden, das sich von der Wiege bis zum Grabe in einer staublosen Welt bewegt; auch die zweite Aufgabe des Augenlides, das von ihm beschützte Auge ständig feucht zu erhalten, fällt beim Fisch dahin. Das Auge spielt beim Fisch übrigens noch eine andere, bei keinem anderen Tier beobachtete Rolle. Von ihm hängt die ganze Färbung des Fisches ab, denn seine Farbe richtet sich nach der Farbe des ihn umgebenden Wassers, wie er, der Fisch, sie sieht! Amerikanische Wissenschaftler haben vor kurzem den Beweis für diese seit längerer Zeit vermutete Eigentümlichkeit geliefert. Sie haben verschiedene Fische mit bunten Brillen ausgerüstet — und schon nach kurzer Zeit änderten die Fische ihre Farbe, und zwar jeder in Richtung nach der jeweiligen Brillenfarbe! Man erlebt überhaupt allerhand Ueberraschungen, wenn man sich einmal etwas intensiver mit dem Kapitel «Fisch» beschäftigt. Wussten Sie beispielsweise schon, dass es an der kalifornischen Küste einen «Sapo» genannten Fisch gibt, der singen kann? Er singt natürlich nicht gerade, wie der Vogel singt, der in den Zweigen wohnt, aber er streckt mit Vorliebe den Kopf aus dem Wasser und summt fidel vor sich hin. A propos Vogel in den Zweigen: der «Schlammspringer» in einigen Flüssen Westafrikas klettert auf der Jagd nach Insekten regelrecht auf Bäume am Ufer hinauf, ein Maulvoll Wasser, die er vorsorglich als Vorrat mitnimmt, dient ihm dazu, sich selbst zu besprengen, wenn es ihm infolge eines zu ausgedehnten Aufenthaltes an der Luft ungemütlich trocken wird. Hier handelt es sich ganz zweifellos um eine unerwartete Intelligenzleistung. Eine andere können wir bei dem in mehreren Meeren beheimateten Stachelbarsch festhalten, der bei der Fabrikation seines Nestes eine regelrechte Werbearbeit ausführt, wobei er diverse besonders schmiegsame Pflanzenarten zusammensucht, sie zu einem festen Gewebe vereinigt und dieses schliesslich mittels eines Nierensekretes gegen die zerstörenden Einflüsse des Seewassers imprägniert. In die Reihe der besonders begabten Fische muss man endlich auch die bekannten «fliegenden Fische» zählen, — wenngleich diese in Wirklichkeit gar nicht fliegen, d. h. sich willkürlich in der Luft fortbewegen können. Ihre Begabung beschränkt sich vielmehr darauf, mit ihren ungewöhnlich grossen Flossen die ständig über der Wasseroberfläche vorhandenen Luftstömungen aufzufangen und auf diese Weise im Gleitflug — kaum jemals höher als einen Meter über dem Wasser — kleinere Strecken zurückzulegen. Eine längere «Flugstrecke» als etwa zwei- bis dreihundert Meter haben aber auch die phantasievollsten Beobachter noch nicht festzustellen vermocht. Leonardo-Ausstellung in Mailand. Die Eröffnimg der Ausstellung der Werke und Erfindungen Leonardo da Vincis, die ursprünglich auf den September d. J. vorgesehen war, ist nunmehr auf das nächste Frühjahr verschoben worden, um genügend Zeit zu gewinnen, diese Ausstellung, der von der gesamten Kulturweit das grösste Interesse entgegengebracht wird, in allen Einzelheiten auf das Sorgfältigste vorzubereiten. Wie schon früher gemeldet, wird die Ausstellung das gesamte Lebenswerk des grossen Meisters umfassen. Der grossartigen Schau wird eine spezielle Abteilung der Erfindungen angegliedert, in welcher die Pläne und Erfindungen dieses Universalgenies speziell hervorgehoben und erläutert werden sollen «Denk doch, die Garage ist im Regen ganz zusammengesackt (The Humorist.) Es hätte schlimmer sein können Nottebohm hatte die Eigenheit, sich bei vielen Gelegenheiten der Redensart zu bedienen: «Es hätte schlimmer sein können!» Eines Tages traf er einen seiner Freunde auf der Strasse. «Hast du schon gehört», fragte der Freund, «dass Axel Baier gestern abend mit der Frau des Engelwirtes aus gewesen ist, dass der Wirt sie gesehen hat, auf Baier einen Schuss abgab und dass Baier sofort tot umfiel?» «Es hätte schlimmer sein können!» sagte Nottebohm. «Na, erlaube mal», entrüstete sich der Freund. «Schlimmer hätte es nun wirklich nicht kommen können, Baier war doch sofort tot!» «Es hätte ja am Abend vorher geschehen können», erwiderte Nottebohm, «als ich mit der Frau des Wirtes aus war!» Pantoffelheld. «Be i Paul wird es morgen ein Jahr, du* er sein* Frau zum Altar führte!» «Ja, und übermorgen ein Jahr, dass seine Frau die Führung übernommen hat!» Vorher eine Suppe. «Wir haben zwei Qualitäten von Schildkrötensuppe», sagte der Kellner, «echte Schildkrötensuppe und künstliche!» «Und worin besteht der Unterschied?» fragte der Gast. «Nun, die kunstliche machen wir aus einem Schildkrötensuppenwürfel und die echte aus zwei!» Fürsorglich. Die Bäuerin in Dreüinden ist geizig. Eines Tages schneidet der Knecht von dem Hering, den er essen soll, den Kopf ab. Dies veranlasst die Bäuerin zu sagen: «Ich esse die Köpfe mit, JochenI» «Das weiss ich», erwidert der Knecht, «darum hebe ich sie auch für Sie auf!» aber ich komme schon hinein.» Guy de Maupassant war eines Tages schwer erkrankt und wurde von zwei Aerzten behandelt, die sich über die Diagnose nicht einigen konnten und am Krankenbette heftig ihre verschiedenen Meinungen austauschten. Maupassant lag mit klaren Sinnen da und hörte zu. Endlich sagte er: «Würden Sie, meine Herren, mir einen letzten Wunsch erfüllen? Dann teilen Sie der Öffentlichkeit bitte mit, dass ich im Zweikampf verschieden sei.» Einst schlug der Blitz in3 Schloss Friedrichs des Grossen ein. Der König sass im Arbeitszimmer und schrieb. Plötzlich stürzte sein Kammerhusar herein und rief: «Majestät, es hat eingeschlagen, das Schloss brennt!» Ruhig erwiderte der König: «Geht und sorgt, dass die Treppe freibleibt; ich habe noch zu tun.» Gältet, Dir machet o mit, Fräulein? Im Bureau der Firma «Glücklich» ist — diesmal wegen der Seva — eine kleine Arbeitspause eingetreten. Die vier männlichen Angestellten sind schon einig: sie kaufen gemeinsam eine E29229 Zu guter Letzt meint jedoch der Lehrling, dieser Pfiffikus, dass Fräulein Anni unfehlbar auch mit von der Partie sein sollte. Er sieht dafür 2 Gründe: 1. lassen sich die Fr. 50.— selbst für ihn ohne Kopfzerbrechen durch 5 teilen und 2. käme einem jeden — im Falle des Haupttreffers — das runde Sümmchen von Fr. 20,000.- zu. Auch diese Rechnung stimmt! So ist's recht! In jedem Bureau oder Atelier, an jedem Stammtisch oder Kaffeekränzli geht jetzt die Seva um. — Die •—E•illllllllll ••• werden wir also unverzüglich festsetzen können. 1 Los Fr. 5.- (eine 10-Los-Serie, mit sicherem Treffer, Fr. 50.-) plus 40 Cts. für Porto auf Postcheck DIE KURZFRISTIGE III10026.-Adr. Seva-Lotterie,Genfergasse 15, Bern. (Bei Vorbestellung der Ziehungsliste 30 Cts. mehr.) VOLKSLOTTERIE lo«e auch in bern. Banken sowie Privotbahnstationen erhältlich. HI»H Modernisiert. Der ehemalige Schlossherr, der seinen Besitx verkauft hatte, besuchte den neuen Bewohner des Schlosses: «Und wie geht es meinem alten Gespenst, das immer die ganze Nacht treppab, treppauf zu gehen pflegte?» Der Millionär, der das Haus hatte moderniesieren lassen: «Ach, Ihr Gespenst? Ja, das stört uns immer die ganze Nacht mit dem Klingeln nach dem Fahrstuhl I» * .* * Ehelicher Streit. «Anna, in deinem Haushalt sieht es aus wie in einer Wüste!» «Dann musst du dich als altes Kamel ja wohlfühlen darin!» * • * Dia Hauptsache. Das neue Hausmädchen kam aufgeregt ins Zimmer: «Herr Kipfel», schrie es, «gerade ist jemand mit Ihrem Wagen weggefahren!» «Du lieber Himmel», jammerte Kipfel, «wie sah er denn aus, der Dieb?» «Weiss ich nicht, aber das macht nichts, ich habe mir die Nummer des Wagens gemerkt!» Das einzige Exemplar. Ein Dichter, dessen neues Gedichtbuch nicht gekauft wird, ist in eine Familie eingeladen. «Ich habe mir Ihr neuestes Buch gekauft», sagte die Tochter des Hauses, «aber leider kam ich noch nicht dazu, es zu lesen.» «Ach, Sie waren das», murmelte der Dichter, «mein Verleger hat es mir auch mitgeteilt.» Maupassant soll heiraten. Maupassant wurde einmal von einem alten Freunde geraten, zu heiraten. In edlen Farbtönen schilderte er dem Dichter das Glück der Ehe. Doch Maupassant blieb stumm und kalt gegenüber den Bemühungen seines Freundes. Endlich fragte der: «Du schweigst zu allem, also sage, warum willst du nicht heiraten?» - «Welsst du», entgegnete er endlich, «nach drei Tagen würde ich mich fragen: warum ist denn diese Dame immer noch da?» «Welch herrlicher Tag! Ich habe mir immer gewünscht, roeina Liebste im Sturm zu erolern!» Zeitgemäss. Man soll nicht sagen, dass unsere junge Generation ungebildet ist; bloss ist die Bildung unserer jungen Leute zeitgemässer, als die von uns Alten. Da fragte ich unlängst - ich bin Gymnasialprofessor - einen meiner Schüler, ob er auch wisse, wer Königin Christine war?» - «Freilich», antwortete er selbstbewusst, «Greta Garbo!» Original eng! MANTEL \ Marke «Rodex» 0A1IE8- UXO HERftEMEKLUOinif ztmicii