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E_1938_Zeitung_Nr.091

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Plymouth eine leichtere

Plymouth eine leichtere Bedienung dadurch an, dass er Bremsbeläge mit einem um 10 % höheren Reibungskoeffizienten verwendet, wodurch die für die Betätigung des Pedals aufzuwendende Kraft sich im gleichen Masse reduziert. Daneben brillieren die neuen Modelle wiederum mit einer stattlichen Reihe hübscher «Kleinigkeiten >, als da sind Geschwindigkeitsmesser, welche die Geschwindigkeit nicht nur in Zahlen, sondern auch durch verschiedenfarbiges Licht anzeigen. Bis 50 km/ Ein Welchem Automobilisten ist es nicht schon passiert, dass er unwissentlich mit defektem Reifen weitergefahren ist, bis die Luft schliesslich fast ganz entwichen war ? Kommt dies bei geringer Fahrgeschwindigkeit vor und merkt man es rasch genug, so mag der Reifen noch gebrauchsfähig bleiben. Fährt man dagegen längere Zeit in dieser Art mit halb entleertem Pneu, weil vielleicht die Luft nur sehr langsam entweicht, der Wagen weich gefedert und die Fahrbahn ganz glatt ist, so können die Einlagen der Laufdecke allmählich « geknickt» werden, der Gummi überhitzt sich innerlich, und schliesslich ist der Pneu reif zum platzen. Die damit verbundenen Gefahren sind jedem St. brennt ein grünes, zwischen 50 und 80 km/St, ein gelbes, und bei noch höheren Tempi ein rotes Licht. Schule gemacht hat ferner das lautlose Türschloss, das kein Zuschlagen der Wagentüre mehr verlangt. Bei einer Marke treffen wir an den Luftklappen der Motorhaube neuerdings Regenfänger zur Ableitung des Regenwassers, die erlauben, der wohltätigen Ventilationswirkung der Klappen sogar bei schlechtem Wetter teilhaftig zu werden. Die Liste all dieser wertvollen, neuen Einzelheiten Hesse sich noch beliebig verlängern. Wenn wir hier nicht weiter darauf eintreten wollen, so vor allem aus dem Grund, weil wir die neuen Modelle nicht ganz des Reizes der Ueberraschung entkleiden wollen, den solch wohldurchdachte Details bei einer ersten Bekanntschaft mit einem neuen Wagen stets ausüben, -b- nc£uc»x (Patent angemeldet.) Automatische Anzeige beim Nachlassen des Innendrucks. Montan des Apparates an der Hinterachse. 1 Support, 3 = Rohr, 6 = Kontaktfinger. Reifensdhulz^evat Automobilisten hinlänglich bekannt und brauchen nicht weiter erörtert zu werden. Die vorliegende Schweizer-Erfindung bezweckt, den Fahrer automatisch auf diese Gefahr aufmerksam zu machen, sobald ein Reifen seines Wagens etwas Luft verliert. Zu diesem Zweck ist auf jeder Seite am festen Teil der Radachsen ein elektrischer Kontakt mit langem Betätigungsfinger angeordnet. Sobald aus einem Reifen Luft entweicht, wird er in der Nähe der Standfläche etwas breiter. Er muss daher den beweglichen Kontaktfinger touchieren und damit den elektrischen Kontakt sch.Iiess.en. Da dieser in den Hornstromkreis eingeschaltet ist, ertönt sogleich von selbst ein Schallsignal und macht den Fahrer auf den Defekt aufmerksam. Die Durchbildung der Kontakte und Ihrer Betätigungsfinger ist äusserst einfach. Der untere Teil des Kontaktfingers besteht nach Fig. 2 aus Gummi und ist daher nachgiebig, was bei vollständigem Entweichen der Luft wichtig ist, da alsdann der Reifen besonders 1 stark in die Breite gedrückt wäcd. Der « SOS-Avertisseur » wird so eingestellt, dass er bereits anspricht, wenn der Druck um einen Viertel des Normalwertes sinkt, also früh genug, um eine Beschädigung des Pneus zu vermeiden. * Um zu verhindern, dass beispielsweise ein-,, AUTOMOBIL-REVUE FREITAG, 11. NOVEMBER 1938 — N° 91 Schnitt durch einen Kontakt des «Avertisseur S. 0. S.». 1 = Support, 2 = Drehpunkt, 3 = Rohr, 4 — Kontakthebel, 5 == elastisches Gummi-Schlauchstück, 6 = halbsteifer Gummischlauch, 7 = Abschlusszapfen, 8 = elektrischer Kontakt des «Avertisseur S. O. S.», 9 = Isolati OB sbüchse. Reifen, der bei längerem Stillstand in der Garage Luft verliert, die Hupe in Tätigkeit setzt, baut man einen besondern Schalter ein, der natürlich auch dann notwendig ist, wenn die Apparatur unterwegs zu Recht anspricht und zur Vermeidung von Lärm abgeschaltet werden muss. Tedhin S|>»e«h*asil Frage. 13.596, Federspeichermotor. In Basel hat sich, nach Zeitungsberichten, ein Erfinder "vor ca. einem Jahr mit einem Federspeicherautomobil beschäftigt und dieses auch vorgeführt. Wie war dort der Energiespeicher konstruiert? TJ. in M. Antwort: Das betreffende Federspeicherautomobil ist weder uns noch den andern Fachblättern vorgeführt worden, das seine Grundlagen nicht auf seriöser Basis beruhen. Es lässt sich nämlich ohne weiteres nachweisen, dass eine Feder als Energiespeicher für den Antrieb von Automobilen niemals genügen würde, um auch nur eine Fahrt von einigen Kilometern zurückzulegen. Wir sind gerne bereit, den rechnerischen Beweis hiefür auf Grund der Belastbarkeit der Federstähle zu erbringen, sofern Sie dies wünschen sollten, -b- Fraae 13.597. Es fliesst «Zinn» aus dem Trokkengleichrichter. Ich besitze einen Trockengleichrichter, der infolge falscher Schaltung zu warm bekommen hat. Es lief eine Masse heraus, die aussieht wie Zinn. Aueserdem soll Kupferoxydul eine Rolle spielen. Handelt es sich hierbei um das karminrote Pulver? Wie wäre eine Schicht dieses Pulvers auf die Platten zu bringen? Oder handelt es sich um Grünspan? Die Zellen sind nach Gretzscher Schaltung gekuppelt. J. M. in W. Antwort: Um den Trockengleichrichter zu reparieren, müssen die defekten Gleichrichterscheiben ersetzt werden, was die zuständige Vertretung rasch besorgen wird. Eventuell sind auch noch andere Teile angeschmort und müssen ebenfalls ersetzt werden. Beim herausgeflossenen «Zinn» handelt es sich in Wirklichkeit wahrscheinlich um Selen. Dieses Metall hat einen Schmelzpunkt von 217° C. Auch das erwähnte karminrote Pulver ist möglicherweise Selen. Denn dieses Element nimmt gleichsam eine Mittelstellung zwischen Metall und Nichtmetall ein, indem es neben der metallischen auch in einer amorphen roten Form vorkommt. Um Kupferoxydul handelt es sich hier auf keinen Fall. Diese Verbindung spielt nur in den Kupferoxydul- Gleichrichtern eine Rolle, deren Kupferplatten durch eine besondere, mit einfachen Mitteln nicht mögliche Wärmebehandlung einen Ueberzug von Kupferoxydul erhalten. -b- Frage 13.598. Apparat zum Absaugen der Abgase aus dem Carter. Ich ersuche Sie um Mit« teilung, ob Ihnen der Apparat X. zum Absaugen der Abgase aus dem Carter des Motors bekannt ist. Er sollte die Abgase dem Motor zur Verbrennung wieder zuführen. Was halten Sie davon? Dr. A. V. Antwort: Der von Ihnen namentlich genannte Apparat ist uns nicht bekannt. Auch sind uns andere Vorrichtungen ähnlicher Art auf dem Zubehörmarkt bisher noch nicht begegnet. Dagegen bauen heute manche Konstrukteure serienmässi? eine Rohrleitung ein, welche unten ans Kurbelgehäuse angeschlossen ist. während ihr oberos Ende einfach in den Ansaugfilter des Motors mündet. Hiedurch werden die auch bei gutem Motorzustand an den Kolben vorbei ins Kurbelgehäuse gelangenden Gase abgesaugt. Eine solche Rohrleitung lässt sich mit geringen Kosten auch noch nachträglich einbauen. -b-. Schriftliche Antworten: Frage 13.599. Autoabbruchfirmen gesucht. Können Sie mir die Adressen von Autoabbruchfirmen bekanntgeben? W. in Z. Frage 13.600. Wo kann ich Schiebedach einbauen lassen? Ich möchte in meinen Wagen ein Schiebedach einbauen, was für Konstruktionen können Sie mir zum Selbstanfertigen empfehlen? Kann man einbaufertige Dächer kaufen, bei wem? F. in N. Frage 13.601. Wer konstruierte den Schweizer Volkswagen? Können Sie uns die Adresse des Fabrikanten oder Generalvertreters des schweizeri« sehen Volkswagens mitteilen? N. in N. Frage 13.602. Wer vertritt Reifenlack? Wo kann ich schwarzen und weissen Pneulack kaufen? H. in N. Frage 13.603. Wer vertritt Delahaye? Können Sie mir die Adresse des schweizerischen General' Vertreters von Delahaye bekanntgeben? C. in S. Frage 13.604. Präsident der Möbel-Transport- Unternehmer gesucht. Können Sie mir die Adresse des Präsidenten der Vereinigung der Möbel-Transport-Unternehmer angeben? G. in S. REGLOSCOP GIBIE Der Apparat zur genauen Kontrolle und Reglage der Scheinwerfer auch bei Tageslicht. Unentbehrlich für Garagen und Servicestationen mit vollständigem Service. Alleinvertretung für die Schweiz: G. 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W° 91 r~ FREITAG,. 1.1. NOVEMBER 1938 AUTOMOBIL-REVUE Strassenverkehr und Bundesfinanzen. Man schreibt uns : Der Strassenverkehr hat in der Nachkriegszeit einen ungeheuren Aufschwung erhalten. Die Zunahme der Motorfahrzeuge und ihre Verbesserungen in technischer Hinsicht zwingen alle Länder, die Verkehrsmöglichkeiten zu erweitern. Das zum grossen Teil im 19. Jahrhundert angelegte Strassennetz genügt dem Fernverkehr nicht mehr. Bei seiner Anlegung war man im Prinzip •davon ausgegangen, jede Ortschaft mit der nächstliegenden zu verbinden, ohne an die Ueberwindung grosser Distanzen zu denken. Es ist nicht zu bestreiten, dass die Fehler und Rückständigkeit der alten Strassen in andern europäischen Ländern viel früher erkannt worden sind, als bei uns. Man braucht bloss an das Autostrassennetz zu erinnern, das sich Italien schon sehr früh geschaffen hat. Auch in Frankreich sind die Fernverkehrsstrassen viel besser ausgebaut als bei uns, obschcm unsere westlichen Nachbarn eigentliche Autostrassen ebenfalls nicht kennen. Die Reichsautobahnen in Deutschland erwähnen wir nur stichwortartig. Für die Schweiz hat sich die mangelnde Qrosszügigkeit im letzten Jahrzehnt sowohl für die Fremdenindustrie wie für den internen Verkehr nicht zum Vorteil ausgewirkt. Seit dem Anschluss Oesterreichs an das Deutsche Reich, hat sich gerade in dieser Beziehung die Verkehrslage unseres Landes weiterhin verschlechtert, denn die Achsenmächte werden vor keinen Hindernissen zurückschrecken, um einen immer bedeutenderen Teil des transalpinen Verkehrs an sich zu reissen. Projekte hierfür sind bereits in Vorbereitung. In den letzten Monaten zeigen auch bei uns die Behörden eine grössere Aufmerksamkeit, obschon man gerade in dieser Frage von einer Kleinlichkeit und Knickerigkeit beseelt ist, die diesem wirklich bedeutenden Problem gegenüber zuallerletzt angemessen ist. Die Schweiz hat vielleicht das schönste Alpenstrassennetz, das es überhaupt gibt. Es würde Tausende und Abertausende von ausländischen Autotouristen mehr anziehen, wenn nicht dessen Befahrbarkeit zu wünschen übrig lassen würde. Die Kantone sind infolge ihrer geringen Geldmittel nicht imstande, grosszügige Bauten durchzuführen. Das Eingreifen des Bundes ist eine absolute Notwendigkeit. Es werden bis heute die sogenannten Alpenstrassensubventionen ausgerichtet die aber ursprünglich einen ganz andern Zweck hatten. Dazu gewährt der Bund seit dem Jahre 1936 noch einen Beitrag von jährlich 7 Mill. Fr. an den Ausbau des Strassennetzes im Alpengebiet. Die Verkehrsinteressenten haben diese Summe stets als ungenügend bezeichnet, aber die Hoffnung auf Jeder Automobilist muss haben: SCHWEIZERISCHES AUTOMOBILRECHT Taschenausgabe der einschlägigen Gesetze, Verordnungen, Bandesratsbeschlüsse, internationalen Abkommen etc. Herausgegeben von Bundesrichter Dr. J. Strebel Preis: in Ganzleinwand gebunden Fr. 9.— Ein zuverlässiges Sachregister und sorgfältige Hinweise von einer Bestimmung auf andere ermöglichen jedem Automobilisten, sich rasch über alle Vorschriften zu orientieren. Zu beziehen in allen Buchhandlungen Polygraphischer Verlag AG., Zürich Ztircherhof — Limmatquai 4 Schenken Sie Ihren Kunden nicht nw einen praktischen, sondern auch einen originellen Artikel auf das Jahresende. Die Wirkung ist um io grösser, die Reklame um BO vollwertiger. Unser M EM 0-TASCHENKALENDER erfüllt diese Voraussetzungen. Sein Monatsregister ist einzig in dieser Art und ausserordentlich praktisch; die Tarife und Tabellen am Schlnss eine wahre Fundgrube. Verlangen Sie Muster und Offerte vom VERLAG HALLWAG BERN eine Erhöhung ist leider gertag:. Man muss sogar befürchten, dass im Falle einer Verwerfung der Finanzvorlage auch die bisherigen Beiträge weiter gekürzt werden. Die Strassenverkehrsinteressenten müssen deshalb für die Annahme der Finanzvorlage eintreten. Stiasien Ausbau der Axenstrasse au! dem schwyzerischen Teilstück. Wenn nicht alle Anzeichen trügen, soll mit dem Ausbau der Axenstrasse im Abschnitt Brunnen-Sisikon nun ernst gemacht werden. Als 1935 die Kantone ihre Projekte für die Modernisierung der Zufahrten zu den Alpenstrassen beim Bund einzureichen hatten, plante der Kanton Schwyz lediglich den Ausbau der Strecke Luzerner Grenze-Gersau, woran sich die Arbeiten gegenwärtig im Gang befinden. Inzwischen hat unter den Händen der kantonalen Baubehörden ein Projekt Gestalt angenommen, das für die Strasse Brunnen-Sisikon neben einer Erweiterung der Fahrbahn auf 6 m auch noch ein 2 m breites Trottoir auf der ganzen Länge vorsieht. Damit würde dieser Sektor eines Ausbaues teilhaftig, der sich würdig an das anschliesst, was auf der Urner Seite geleistet worden ist. Stadtzürcherlsche Strassenproj'ekte. Zürich rüstet gewaltig auf die Landesausstellung hin. Nachdem die Zufahrtsrouten durch Ausbau der Bellerive-, See-, Industrie- und Ueberlandstrasse eine erhebliche Verbesserung erfahren haben, sollen nun auch einige Strassenzüge im Stadtinneren noch aufnahmefähiger gestaltet werden. Unter den Projekten, welche dabei im Vordergrund stehen, sei vorab die Verbreiterung der Breitingerstrasse zwischen Alpenquai und Seestrasae genannt, auf der sich wegen der Sperrung des Mythenquais nächstes Jahr ein starker Verkehr nach dorn linken Seeufer - Zug - Gotthard - Luzern abwickeln wird Aus der ungenügenden Fahrbahnbreite des Ulmbergtunnels ergab sich ferner die Notwendigkeit eines Ausbaus der parallel laufenden Selnaustrasse. Die eine wie die andere dieser Verkehrsadern wird während der Landesausstellung an den wichtigern Tagen als Eiribahnstrasse funktionieren. Um die wünschenswerte Fortsetzung der Selnaustrasse bis zum See (Alpenquai) zu schaffen, soll nun auch die Fahrbahn der Stockerstrassp verbreitert werden, wodurch sich im Abflus g des Verkehrs vom linken Seebecken nach dem Limmattal eine wesentliche Verbesserung erzielen lässt Schliesslich existiert noch ein Projekt für Verbreiterung der Hönggerbrücke im Strassenzug Höngg-Altstetten, eine Verbindung, der im Verkehr rechtes Limmatufer (Baden) - linkes Seeufer eine gewisse Bedeutung nicht abzusprechen ist, so wenig man sich h'ebei auch über die Tatsache hinwegsetzen darf, dass die linksufrige Limmattalstrasse mit fortschreitendem Ausbau den lokalen wie dem Durchgangsverkehr immer wieder an eich ziehen wird. Der Ausbau des Alpenquais macht ziemlich Portechritte. Mach der Verbreiterung der Schanzengrabenhrücke wird deren Freigabe wieder möglich sein, womit ein dringender Wunsch der Automobilisten des linken Seeufers in Erfüllung ginge. Da in absehbarer Zeit mit den Arbeiten für den Anschluss der Strassenunterführung in Wollishofen an die Seestrasse begonnen werden dürfte, sei «zuhanden> der Behörden schon jetzt die Erwartung ausgesprochen, sie möchten während dieser Zeit eine totale Unterbindung des Verkehrs Stadt - linkes Seeufer unbedingt vermeiden. Es ßollte gelingen, durch Einführung des Einbahnverkehrs via altes, resp. neues Trasse den Verkehr via Seestrasse zu ermöglichen, ohne daea eine Umleitung vorgenommen werden muss. V Gefährliche Lausbubereien. Man schreibt uns: «Als ein Luzerner Automobilist zu Allerheiligen mit einem neuen Wagen auf der Strasse Marbach-Wiggen fuhr, verspürte er plötzlich einen starken Ruck, begleitet von einem schussähnlichen Knall. Der Wagen kam zum Stillstand und dabei zeigte sich, dass das Vorderteil starken Schaden gelitten hatte, der die Vermutung nahelegte, er sei unvermerkt auf ein Hindernis gestcssen. Eine sofortige Untersuchung der Umgebung führte zu einer ungemütlichen Entdeckung: Quer über die 5,5 m breite Fahrbahn fand man einen sieben Millimeter dicken Draht gespannt. In der Nähe hielten sich zwei Buben auf, von denen der eine, ein ungefähr löjähriger Junge, Fersengeld gab, während es einem nachfolgenden Wagen gelang, den andern einzuholen und der inzwischen avisierten Polizei zu übergeben. Die Angaben, welche er dabei machte, dass nämlich ein achtjähriger Knabe und ein ca. zehnjähriges Mädchen, die vorher jene Stelle passiert hatten, als Täter in Betracht fallen, klingen nicht gerade glaubhaft. Ein Kind in diesem Alter besitzt kaum die Kraft, einen Draht von solcher Dicke derart kunstgerecht über die Strasse zu spannen, wie es tatsächlich geschah. Und warum machten sich die beiden Buben aus dem Staub? Item, wir wollen dem Untersuchungsrichter nicht vorgreifen. Unsere Zeilen dienen lediglich dem Zweck, auf die schweren Folgen hinzuweisen, die ein derartiger Unfug nach sich ziehen kann. Wäre ein Motorradfahrer, vielleicht noch mit Sozius, in diese «Falle» gerannt, der Streich hätte möglicherweise Menschenleben fordern können, denn der starke, in ca. 80—85 cm Höhe über der Fahrbahn gespannte Draht hätte beide unfehlbar zu Fall gebracht Lauern den Fahrzeuglenkern nicht ohnehin tagtäglich schon genug Gefahren, als dass sie noch durch solche Machenschaften vermehrt und erhöht werden müssten? Wir erwarten deshalb eine strenge Untersuchung, von der wir hoffen, sie werde nicht nur Licht in die bedenkliche Angelegenheit bringen, sondern solchen verwerflichen und unüberlegten. Lausbubereien für alle Zukunft ein Ende bereiten. A. B. in L. Schaffung eines Frauen-Automobil-Korps? Die Direktion des T. C. S. teilt uns mit: In der Ausgabe der « Automobil - Revue » vom 8. November ist eine Mitteilung des A. C. S. erschienen, in der die Stellungnahme des T. C. S. zur Schaffung eines Hilfskorps weiblicher Automobilisten einer Kritik unterzogen wird. Wir bedauern ausserordentlich, dass diese Angelegenheit zu Aus führungen in der Presse Anlass gibt. Es lag nicht in unserer Absicht, die Auffassung des T. C. S. in dieser Frage in der Oeffentlichkeit zu diskutieren. Der im « Touring » veröffentlichte Artikel war lediglich zur Orientierung unserer Mitglieder und ihrer Familienangehörigen bestimmt. Es wird uns sicherlich niemand das Recht absprechen können, uns unseres Verbandsorgans, das sozusagen ausschliesslich in den Kreisen des T. C. S. verbreitet ist, zu bedienen, um unsere Mitglieder in einer Frage, die für sie von Interesse ist, aufzuklären. Von einer öffentlichen Polemik wird man erst dann sprechen können, wenn irgendwelche Meinungsverschiedenheiten ausserhalb der Verbandspresse erörtert werden. Wenn wir uns zu einer öffentlichen Antwort auf die Darlegungen des A. C. S. entschliessen, so geschieht dies ausschliesslich, um Missverständnisse über unsere Stellungnahme zur Frage des Einbeauges weiblicher Automobilisten in den freiwilligen Hilfsdienst zu vermeiden und ohne jede Absicht, gegen den A C. S. zu polemisieren. 1. In der Mitteilung des A.C.S. ist die Stellungnahme des T.C.S. unvollständig zitiert, so dass der Eindruck entsteht, der T.C.S. lehne es endgültig ah, an der Bildung eines Korps weiblicher Automobilisten mitzuwirken. Nur unser gutes Verhältnis zum A.C.S. hält uns ab, gegen die Anwendung solcher Kunstgriffe ganz energisch zu protestieren. Der letzte Absatz des im « Touring » vom 3. November erschienenen Artikels lautet wie folgt: « Unter den gegenwärtigen Umständen muss die Leitung des T.C.S. davon absehen, den Mitgliedern und den Angehörigen ihrer Familien eu empfehlen, den Fragebögen des A.C.S. auszufüllen und den Anmeldeschein zu unterzeichnen. Der T. C. S. hat sich an die Generalstabsabteilung des eidgenössischen Militärdepartements gewandt, um sie um nähere Auskünfte zu bitten. Wir werden auf die Frage der Bildung eines Hilfskorps weiblicher Automobilisten wieder zurückkommen, sobald etwas mehr Klarheit besteht.» 2. Der T. C. S. hält es für seine selbstverständliche Pflicht, mit allen seinen Mitteln jede Aktion, hauptsächlich jede behördliche Aktion, die ausschliesslich im Interesse der Landesverteidigung liegt, zu unterstützen. Wenn er vorläufig davon absehen muss, sich der Aktion des A. C. S. anzuschliessen, so ist dies in den schweren Bedenken begründet, die er gegen die Art und Weise hegt, in der sie aufgezogen worden ist. Diese Bedenken sind im «Touring» vom 3. November dargelegt worden. Die in der «Automobil-Revue» vom 8. November veröffentlichte Mitteilung des A. C. S. vermag sie nicht zu entkräften. Wir bedauern, dass in dieser Mitteilung gerade auf die hauptsächlichsten Einw-ände dts T.C.S. gar nicht eingegangen wird. Die Organisation der militärischen Hilfsdienste ist ohne Zweifel Sache der verantwortlichen eidgenössischen Behörden und fällt nicht in den Tätigkeitsbereich privater Verbände. Es kann nur zu einer Zersplitterung der Kräfte führen, wenn man sich von privatsr Seite dazu berufen fühlt, militärische Hilfskorps aufzustellen, deren Bildung dem Aufgabenkreis der militärischen Instanzen angehört. Damit ist nicht gesagt, dass jede Anrequng militärischer Natur von privater Seite schädlich ist und jede private Mitarbeit als unerwünscht betrachtet werden muss. Es muss aber unbedingt vermieden werden, dass die private Aktion ungenügend vorbereitet ist, dass sie der behördlichen Tätigkeit vorgreift und dass Unklarheiten über die Abgrenzung zwischen dem privaten und behördlichen Tätigkeitsbereich entstehen. Der A.C.S. behauptet, er bezwecke unter Zustimmung der Generalstabsabteilung eine Umfrage vorzunehmen, um festzustellen, inwieweit Automobilfahrerinnen im Ernstfalle militärisch Verwendung finden könnten. Tatsächlich ist die ganze Aktion aber nicht als rein vorbereitende Umfrage auf- Bezogen, sondern man qeht weit über das gesteckte Ziel hinaus und erweckt den Anschein, als ob es sich bereits um die endgültige Anwerbung von freiwilligen Automobilistinnen handle. Im Zirkular des A.C.S. wird erklärt, dass alle Frauen, deren Anmeldung berücksichtigt wird, sich verpflichten müssen, einen kurzfristigen Einführungs- und die Ahsicht hätten, die schweizerischen Frauen unä Mädchen aufzufordern, sich als Automobilistinhen für den freiwilligen Hilfsdienst anwerben zu lassen, ohne ihnen auf das genaueste anzugeben, wie dieser freiwillige Hilfsdienst organisiert sein wird und^ welche Aufgaben ihm zuerteilt werden. Handelt es sich um ein militärisches, organisiertes Korps, das eine Uniform trägt, das verpflichtet ist, an längeren Dienstperioden teilzunehmen und als. eine eigentliche Truppe zu betrachten ist? Würden die , Frauen, die der Anwerbung Folge geleistet haben, den häuslichen Herd im Falle einer Mobilisation oder eines Krieges verlassen müssen, um sich zu ihrer Einheit zu begehen? Will man sich im Gegenteil darauf beschränken, an die- schweizerischen Frauen und Mädchen zu appellieren, damit sie sich nur für einige Stunden oder für einige Tage zur Verfügung der militärischen Behörden halten, ohne gezwungen zu sein, ihren gewöhnlichen Wohnsitz, und ihre zivile Beschäftigung für die Dauer eines Krieges oder einer Mobilisation aufzugeben? Die Stellungnahme vieler Frauen und Mädchen wird von der Antwort auf diese Fragen abhängen. Vergessen wir nicht, dass nicht nur die Frauen und Mädchen ein Anrecht darauf haben, genau zu wissen, was man von ihnen verlangt, bevor man sio auffordert, ihre Unterschrift zu geben, sondern dass auch die Eltern, die Ehemänner und die Kinder verlangen müssen, dass man sie aufklärt. 3. In dem Zirkular, das der A.C.S. an die Automobilistinnen verschickt, wird versichert, dass er unverzüglich, nachdem er mit dem Generalstab i Fühlung genommen habe, die anderen am Motorfahrzeueverkehr interessierten Verbände um ihre Mitarbeit ersucht habe. Dieser Satz wurde gedruckt, und das Zirkular wurde verbreitet, bevor der T.C.S., der der weitaus grösste Verband von Motorfahrzeugbesitzern ist, um seine Meinung befragt oder überhaupt nur orientiert wurde. Wir beschränken uns darauf, zu versichern, dass wir, wenn man rechtzeitig an uns gelangt wäre, unseren Einfluss dahin geltend gemacht hätten, dass die ganze Aktion nicht in einem Rahmen aufsezojren worden wäre, der weit über das gesteckte Ziel hinausschiebst und. zu einer Reihe von Mißständen Anlass gibt. Der T.C.S. wurde vor die Alternative gestellt, entweder für eine Aktion einzutreten, gegen die eine Reihe schwerer Bedenken bestehen, oder auf die Mit-, arbeit zu verzichten. Man konnte über die Reak-t tion nicht im unklaren sein. 4. Der T.C.S. weist den Vorwurf, aus Prestigesorgen die Mitarbeit an einem nationalen Werk zu verweigern,.auf das Schärfste zurück. Er muss verlangen, dass zwischen den Interessen der Landesverteidigung und Club-Propaganda ein klarer Trennungsstrich gezogen wird. Wenn man ihm diese Garantie gibt und auf alle Unklarheiten verzichtet; so ist er jederzeit zur Mitarbeit bereit. Wir geben unserer Hoffnung Ausdruck, 'dass damit die öffentliche Erörterung dieses unangenehmen Kapitels abgeschlossen ist. V«* i«l«9n CHAUFFEUR-CLUB LUZERN UNO UMGEBUNG Samstag, den 5. November, 20 30 Uhr, hielt unser Club seine : ordentliche Monatsversammlung ab. Der Präsident ..p..