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E_1938_Zeitung_Nr.093

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8 SS. JAGUAR Limousine

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BERN, Freitag, 18. November 1938 Kleine Gibt es etwas Schöneres, als an einem Herbsttag im selbstgesteuerten Wagen allein und ziellos durchs Land zu fahren? Die gänzliche Zweck- und Absichtslosigkeit der Fahrt hebt ihren Reiz ins Ungemessene. Tausend Möglichkeiten stellen sich ein; aber der vogelfreie, von allen Pflichten entbundene Autolenker schiebt sie lächelnd beiseite. Beispielsweise könnte er einen alten Schulfreund besuchen, bei dem er in tiefer Briefschuld steht. Statt dessen streift er lieber einer weissen Sehnsuchtswolke nach, bis sie am Horizont wesenlos zergeht. Die Friedfertigkeit der besonnten Septemberlandschaft wird ihm zum inneren Besitz. Die angebräunten Wälder und vergilbten Wiesen, die Müdigkeit im falben Lichte mahnen ihn an die Vergänglichkeit und an die Nähe des Winters. Darum noch einmal hinaus in die Welt! * Lenker von Kraftfahrzeuge^ sind gut beraten, wenn sie an Individuen, die Autos anhalten und eine Strecke weit mitfahren wollen, mit Vollgas vorüberflitzen. Denn nicht jede Tramp-Fahrt läuft zum besten ab. Eigentlich nehme ich ja sonst nie jemand mit, aber diesmal? Stopp! Ausgeschaltet und die Türe auf! Ein von der Last der Jahre gekrümmtes Frauchen setzt sich zu mir herein, von dem ich keinen Mordüberfall zu befürchten hatte. Ich brachte den Wagen wieder in Gang; der Wind wehte herein und zerrte an ihrem nach ungelüfteten Bauernstuben riechenden Hutzelgewand. «Nein, aber auch! In meinem 74. Jahr die erste Autofahrt!» Des verschrumpften Weibleins bemächtigte sich eine kindliche Begeisterung. Einen so dankbaren Fahrgast hatte ich noch nie im Wagen gehabt. «Wohin wollen Sie übrigens?» fragte ich sie. «In die Stadt, zum Arzt. Upd Sie?» «Nirgendshin, aber ich fahre gern dort durch.» Wie prächtig sich das schicke, meinte sie. Die Greisin neigte sich seitlich zu mir her und begann zu erzählen. Sie tat es angeregt und wie am Schnürchen, so dass man mit keinem Hämmerchen dazwischen gekommen wäre. Nach zwei Kilometern hatte ich ihre ganze Familienchronik beieinander. 14 Kinder habe sie zur Welt gebracht: zwei seien allerdings bald nach der Geburt gestorben, aber die zwölf übrigen, acht Söhne und vier Töchter, seien von ihr und ihrem Mann zu rechtschaffenen Menschen erzogen worden. Donnerblitz, was das für Kerle seien, ihre Buben, — alles Bauern, angesehene Bauern. Der eine, der Christen in Buren, habe es bis zum Gemeinderat gebracht. Und erst die Töchter! Alle verheiratet! Solch schaff ige Frauen finde man landauf und -ab nicht mehr. Der Mann der Jüngsten sei kürzlich zum Infanteriemajor befördert worden. Ob ich das nicht gelesen hätte? Ob ich ihn nicht kenne? Ich musste gestehen, dass mir diese Ehre bis heute leider versagt geblieben sei. Sichtlich enttäuscht schwieg die abgerackerte Frau ein Weilchen still. Aber dann setzte sich ihr mm Mund von neuem in Bewegung: Schwer habe sie es in ihrem Leben gehabt, hart sei der Kampf ums Auskommen gewesen; einmal habe sogar das Wetter in ihr Anwesen geschlagen und Wohnhaus samt Scheune eingeäschert. Aber sie wolle nicht klagen, denn immer sei das Glück wieder obenauf gewesen und über allem habe der Segen gewaltet. Jetzt in ihren alten Tagen möchte sie sich freilich auf ein Bänklein setzen und ausruhen. Es sei zuviel, mit 74 Jahren noch den Haushalt einer kranken Tochter besorgen und wie einstmals werken zu müssen. Vielleicht wisse ihr der Doktor einen Rat, ein Asyl, wo sie den Rest der Tage verbringen könne. An der Hauptstrasse der Stadt lud ich das Frauchen ab und sann im Weiterfahren über die traurige Tatsache nach, dass eine Mutter wohl ein Nest voll Junge zu ernähren vermag, nicht aber ein Nest voll flügge gewordene Junge ihre Mutter. Binnen kurzem rollte die zweite Szene ab. Es war im nächsten oder übernächsten Dorfe, wo ich einen Ochsen vor einem Wirtshaus, «Zur Rebe» geheissen, stehen sah. Es war eine ausgewachsene Kraftgestalt, ein Prachtstier, das mit der Halfter an einen Mauerhaken neben dem Treppenaufgang festgebunden war. Um die Stirne trug der schöngebaute Ochse ein Gewinde aus Herbstblumen, das von den kurzen, gedrungenen Hörnern gehalten wurde. Das Tier kam von der Viehprämiierung und war mit einem Preis ausgestattet. Aber der Sieg wurde nicht vom Preisträger gefeiert, der, des Wartens müde, zornig am Stricke zerrte, sondern von seinem Besitzer, der drinnen im Lokal seinen Schoppen trank und sich von den neidischen Nachbarn bewundern Hess. Niemand war, der sich des Ochsen annahm und ihm zum mindesten ein Maul voll Futter vorlegte. Man schien ihn vollkommen vergessen zu haben. Es war, vorsichtig gesagt, eine gelinde Niedertracht, eine böswillige Verwechslung von Mein und Dein in Sachen Ruhm und Verdienst. Möglich, dass sich der Ochse im bekränzten Haupt hierüber seine eigenen Gedanken machte. gessen werde. Ein Grüppchen Schulkinder tollte im Fangspiel einen mitten im schm/len Fahrweg stehenden Handwagen. Nach Mehrmaligem Signal fiel es einem der Springenden und Jauchzenden endlich ein, das Ve/kehrshindernis an den Wegrand zu ziehen, das Spiel eine kleine Unterbrechung erlitC Die Fracht des Wagens war ein rohgezimmerter Sarg, den die Buben und Mädchen nach Schulschluss beim Dorfschreiner abgeholt haben mochten und der vorn und hinten weit über die Ladebrücke hinausragte. Vermutlich sollte er nach einem der am Berghang zerstreuten Bauernhöfe gebracht werden, wo, aus seiner Unansehnlichkeit zu schliessen, ein verschupftes Knechtlein oder eine Dienstmagd das Zeitliche gesegnet hatte. Die Kinder setzten durchaus keinen Ernst und keine Eile in den Transport; wichtiger als der Sarg war ihnen das Fangspiel, das sie in vollständiger Unbekümmertheit um Sterben und Tod vollführten. Man sah, dass sie über die letzten Dinge noch nie nachgedacht hatten. Inmitten der unbehelligten Schar wurde der Sarg alles Schweren und Schicksalhaften entkleidet; da er Zeit hatte, zu warten, sank er gleichsam zur Bedeutungslosigkeit herab. Es schien, als wäre das Sterben in dieser Gegend eine Nebensächlichkeit. J' In allerlei Gedanken über die frohgemute Jugend erreichte ich auf den Abe,nd den Kantonshauptort. Im Gasthaus zur Krone, wo ich zu einem Imbiss ankehrte, erfuhr meine Ausfahrt so etwas wie ihre sinnvolle Krönung. In der von Männern aus allen Bevölkerungsschichten dichtgefüllten Trink- und Speisestube roch es verlockend nach den appetitlichsten Plättchen. Zur Zeit wurde überdies der erste Sauser getrunken, dessen Beschaffenheit zu ernsthaften Diskussionen Anlass gab. Ich Hess mir das Aufgetragene wohl- Schmecken und geriet in ein Gespräch mit einem Tischgenossen. Die Unterhaltung drehte sich um die gegenwärtige kritische Weltlage, wobei sich mein Partner als ein vorbildlich massvoller Debatter entpuppte. Schade, dass er den Platz so eilig räumte! Als er gegangen war, wurde meine Auf- Antoslrzda Der Laufgang durch den Wald mit fliehendem Spalier — Der Teppich von Asphalt entrollt dich jedem Hier. Im Motor kocht die Gier nach Ferne, und es knallt die Peitsche des Windes dir ins Antlitz scharf und kalt. Der Kilometerstein springt wie ein Puls vom Fluss der Ader, Schuss um Schuss. Reklamewände schrei'n, du blätterst rasch sie um und liest nur noch den Schluss, zerwühlt vom Wind und stumm von seinem langen Kuss. Einer plötzlichen Laune folgend, wechselte ich von der verkehrsreichen Staatsstrasse über eine Art Passübergang in ein Paralleltal hinüber. Als die erste Ortschaft des mir fremden Landstriches in Sicht kam, wurde ich Zeuge eines Aufzuges, den ich zeitlebens nicht vermerksamkeit von vier Herren in Anspruch genommen, die sich in nächster Nähe niedergelassen hatten und es darauf angelegt zu haben schienen, in möglichst kurzer Zeit ein Maximum an Sauser hinter den Kragen zu giessen. In erstaunlich knappen Zeitintervallen marschierte Liter um Liter des noch ziemlich trübflüssigen Getränks auf den Tisch. Unter den vier Männern befand sich einer, der mir bekannt vorkam. Ich musste immer wieder hinsehen. War er's oder war er's nicht: Herr Aufdermauer, Präsident der hiesigen Schulkommission, der vor beiläufig zwölf Jahren meine Wahl zum Lehrer mit so ausgiebigem Erfolg torpedierte? Kein Zweifel, er war es, der einstige Mann des Schreckens, der meine damaligen Zukunftspläne mit roher Hand zerstörte! Heute sah er eher gutmütig und friedlich aus, ganz besonders, wenn er das Glas zum Munde führte. Wie er so dasass, hätte er's ganz gewiss nicht über sich gebracht, einem Kandidaten seine Stimme zu verweigern. Ich horchte lange und aufmerksam in mich hinein, ob sich das drin noch irgendwelche Rachegefühle gegen Herrn Aufdermauer regen würden. Mit Befriedigung stellte ich fest, dass der einstige Hassvulkan erloschen war. Herr Aufdermauer mochte getrost seinen ,Sauser schlürfen. Das unerwartete Zusammentreffen erfüllte mich mit seltsamer Gelassenheit. Im milden Lichte der Rückschau nahm sich die längst verschmelzte Niederlage so bedeutungslos wie der Armeleutesarg im Kreise der spielenden Kinder aus. Beim Aufbruch nickte ich Herrn Aufdermauer wie einem alten Bekannten freundlich zu, was ihn veranlasste, sich fragend an einen Zechgenossen zu wenden, wer der Fremdling wohl gewesen sein könnte. Zeichnungen Willy Günlhart. V.W.