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E_1938_Zeitung_Nr.097

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n Automobil-Revue —

n Automobil-Revue — N° 97 Von guten und schlechten Hunden Betrog mit Hundebissen Aus Olmütz wurde kürzlich dem Neuen Wiener Journal gemeldet: 'Die Polizei in Olmütz hat jetzt einem Betrüger, der mit einem neuartigen Trick gearbeitet hat, das Handwerk gelegt. Der bereits einundfünfzigmal vorbestrafte Anton K. aus S. forderte kürzlich von dem Spengler Josef C. in L. ein Schmerzensgeld von 100 Kronen, weil er von dessen Hund gebissen worden war. Da K. am Fuss eine kleine Wunde hatte, bekam er wirklich das Geld. Nun erhielt C. ein Schreiben des Bruders von K., wonach sich dessen Zustand so sehr verschlimmert habe, dass er das Spital aufsuchen musste, dessen Kosten gefordert wurden. Da C. auch mit Klage bedroht wurde, wandte er sich an die Polizei. Durch Erhebungen wurde von dieser festgestellt, dass K. mit diesem Trick schon mehrere Leute betrogen hat und den Schwindel berufsmässig betreibt. So hatte er von einem weiteren Hundebesitzer unter dem gleichen Vorwand 700 Kronen und von einer Geschäftsfrau 100 Kronen und die Spitalkosten herausgelockt. Arbeitslose ernähren sich von Rassehunden In der letzten Zeit würde in Prag eine grosse Zahl wertvoller Hunde gestohlen. Lange konnte man des Täters nicht habhaft werden. Kürzlich führte nun die Polizei in Begleitung von zwei Mitgliedern der Vereinigung der Tierfreunde in Prag eine Razzia in einem Steinbruch durch, wo sich einige Arbeitslose Notwohnungen geschaffen haben. In der Höhle eines 48jährigen landwirtschaftlichen Arbeiters fand man zwei Foxterriers, sechs Maulkörbe, 12 lederne Halsbänder, von denen einige vollkommen neu waren und dem Umfang nach grossen Hunden gehörten. Die Halsbänder waren aus besonderem wertvollen Leder hergestellt. In einer Ecke entdeckte man drei Hundeskelette und Hundeknochen. Der Mann^gab an, er habe die Hunde von einem Unbekannten gekauft. Bei einem anderen Höhlenbewohner fand man einen dritten Foxterrier. Der dort wohnende Arbeitslose erklärte, er habe den Hund geschenkt bekommen. Die drei Hunde sind reinrassig und stellen einen Wert von ungefähr 2000 Kronen dar. Die Tiere befinden sich derzeit im Hundeasyl des Vereines der Tierfreunde in Prag. Der hundeliebende Arbeitslose soll sich seit einem Jahr von Hundefleisch genährt haben. Er hatte es auf reinrassige Hunde abgesehen. Aus den Räumen einer londoner Importfirma in dem Stadtteil Soho drang dieser Tage so aufgeregtes Hundegebell, dass die Passanten aufmerksam wurden. Man ging dem Gebell nach und konnte feststellen, dass in einem Lagerraum F,euer ausgebrochen war. Die sofort alarmierte Feuerwehr holte in erster Linie den Hund aus dem raucherfüllten Raum. Das heisst sie versuchte .ihn herauszuholen; denn das Tier wich nicht vorn^ Platze, sondern versuchte immer wieder, ins Innere des Gebäudes einzudringen. Schliesslich Hess man dem Hund seinen Willen; ein mit Rauchmaske versehener Feuerwehrmann nahm ihn an die Leine, und das Tier führte ihn geradewegs in eine Vorlangbärtiges Moos, dann wieder ein bekritzelter Zettel: Kasan war täglicher Bote einer Liebe, welche die höchsten Berge überspannte, selbst den Willen eines strengen Vaters. Erik stand bereits seit einigen Stunden auf einem Fels, der weite Umschau in die Lande gewährte. Er war voll Sorge. Er hatte Lawinen niederdonnern gehört «Kasan!» Erik rief den Namen in die sinkende Nacht hinaus. Dann ein greller Pfiff. Doch nichts rührte sich. Der junge Mann sass beim Feuer; er starrte in die Flammen und suchte nach einer Erkenntnis. Vielleicht, dass Kasan ... doch dieser Hund kann den Weg nicht verfehlt haben... Kasan kommt, selbst wenn es sein Leben kosten würde ... Da stürmt ein schwarzer Schatten in die Hütte. Stellt sich vor Erik auf und bellt grell auf. Schaum steht um das Maul. Die Haare gesträubt. «Kasan!..,» Als Erik ihn fesseln will, da jagt der Hund aus dem Raum und stellt sich wartend auf. Dann springt er weg, läuft eine Strecke und kommt wieder zurück. Bellend. Grell und fordernd. «Ich komme!» schreit Erik und wirft seinen Pelz um. Und beide stürmen in die Nacht hinaus. Es führt Kasan: dorthin, wo Erik die Lawinen niederdonnern gehört hatte. Kasan läuft das Lawinenfeld empor. Die Nase am Boden. Hinter ihm Erik: ausgleitend, jede Muskel gespannt, sich vorwärtszwängend durch die Nacht. Kasan bleibt stehen. Er heult auf und beginnt zu scharren. Erik wirft den Pelz ab und gräbt den Stock ein. Dann die Hände und wieder den Stock: Schneeschollen fliegen auf, pfeifender Atem jagt Mensch und Hund. Der Hund winselt auf. Kasan greift tief in den aufgewühlten Lawinenschnee. Eine Hand... eine feingliedrige Hand ... Ev liegt in der Hütte Eriks. Am Boden hingelegt: auf Fellen. Erik sitzt dabei und wirft Scheite ins Feuer. Das Feuer brennt hoch, höher als sonst bei Lappländern, denn Holz ist wertvoll wie Gold; für Ev aber mag das Feuer bis zum Himmel brennen. Und auf der Diese Arbeitslosen sind, wie die Presse weiter mitteilt, selbstverständlich verhaftet worden. Die Moral von der Geschichte? Es ist eine Zeiterscheinung, dass es vielerorts die Hunde besser haben als die Menschen. Der G. B. Shaw-Pinscher In London stand vor kurzem ein Antiquitätenhändler unter der eigenartigen Anklage, eine Unmenge falscher Locken G. B. Shaw's in den Handel gebracht zu haben. Die schneeweissen Haarbüschel waren sämtlich mit «Beglaubigungsschreiben» versehen und erzielten ausserordentlich hohe Preise. Wie die Untersuchung ergab, hat der gute Kaufmann im Laufe von drei Jahren rund fünfhundert «garantierte» Dichterlocken verkauft. Als Produzenten hatte er sich einen kleinen weissen — Seidenpinscher engagiert. Hund und Katze anderen Seite Evs sitzt Kasan und schleckt ihre Hand, die bereits ganz warm geworden ist. «Erik?» Er nickt und sagt kein Wort. So wie in allen Erdteilen die Menschen es halten, wenn ihr Herz ganz voll ist. Aber die Augen greifen nacheinander. «Er hat dich gerettet?» fragte eine Stimme hinter ihnen. Es ist die des alten Granbult. Ev gibt auch keine Antwort. Sie nickt auch nicht, denn sie ist noch zu schwach dazu. Sie blickt den Vater an. Und Väter können in den* Augen ihrer Kinder tiefer lesen als in deren Worten. «Ich danke dir, mein Sohn!» Zwei Männer reichen einander die Hände. Kein Wort sonst: die Hand sagt bei Lappländern alles. Seit damals hat es Kasan leichter. Er trägt keine Liebesbriefe mehr von Ev zu Erik und von Erik zu Ev. Die beiden haben ein einfacheres Verfahren sich zurechtgelegt, und der Vater hat es gutgeheissen. Aber Kasan bekommt die besten Fleischstücke und darf ganz knapp neben dem Fenster sitzen, knapper als Ev und Erik, denn sie werden ihm seine Dienste niemals vergessen; auch ist er bereits alt geworden und kann mit dem Atem nicht mehr recht nachkommen. In Lappland eben weiss man für den Vermittler von Liebesbriefen zeitlebens Dank. Das soll aber nicht überall der Fall sein, und deshalb ist Kasan sehr glücklich, dass er ein Lappländer-Hund ist... peinlich. Als Anton gehen will, tastet er vorsichtig das «Terrain» ab und sagt nebenbei: «Es kann sein, dass ich heute abend sehr lange im Büro zu tun haben werde. Warte dann nicht auf mich.» «Das werde ich bestimmt nicht 1» beteuerte Berta, «ich werde dich abholen.» ratskammer, in der sich ein Korb votier junger Kätzchen befand. Man trug den Korb ins Freie, und der Hund folgte schvjeifwedelnd und vor Freude bellend. Hunde kennen sich zu Hause austoben Ein Problem, das alle Hundebesitzer bewegt, die kleine Wohnungen haben und wenig zum Spazierengehen kommen, hat man in genialer Weise in den USA gelöst. Man hat dort eine richtige Tretmühle für kleine Hunde konstruiert, einen Apparat, in dem sie angebunden werden und sich nach Herzenslust auslaufen können, ohne vom Fleck zu kommen. „Lautlose" Hundepfeifen Bekanntlich kann das Ohr des Hundes noch Töne aufnehmen, die für das menschliche Gehör infolge ihrer zu hohen Schwingungszahl nicht mehr vernehmlich sind. Auf dieser Tatsache basierend, hat ein englischer Fabrikant eine Pfeife konstruiert, die ausschliesslich für Hunde hörbar ist. Vor wenigen Tagen wurden Experimente mit Jagdhunden durchgeführt; die Hunde folgten noch auf eine Entfernung von 400 Meter auf den Pfiff, während die den Pfeifenden umstehenden Menschen überhaupt keinen Ton vernahmen. Einem amerikanischen Forscher, Professor Schirokauer, ist es gelungen, durch Injektion von Drüsenextrakten fünf kohlschwarze Neger zu bleichen. Bisher hat ihre Farbe sich in eine helle Teerfarbe gewandelt ; jedoch ist ein ständiges Blasserwerden einwandfrei festzustellen, so dass der Gelehrte damit rechnet, seinen Versuchsobjekten in absehbarer Zeit die Farbe des «weissen» Mannes — das ist also, was wir unter «fleischfarben» verstehen — verliehen zu haben. Professor Schirokauer benützt zu diesem Zweck ein aus dem Vorderlappen des Hirnanhanges gewonnenes Präparat. Seine Versuche am Menschen hat er erst begonnen, nachdem ihm in der Veränderung der Farbe von Tieren die verblüffendsten Erfolge zuteil geworden waren. .Die Amerikaner haben es los, sich das Leben durch allerhand Erfindungen bequem zu machen. Wir erfahren aus einer amerikanischen Korrespondenz von solchen Nouveautös, die oft praktisch, oft aber auch ein wenig «ohnmächtig» anmuten. Unsere Gewährsperson schreibt unter anderem: Wie immer kommt der sogenannte Herr der Schöpfung dabei am schlechtesten weg, für ihn hat der Weihnachtsmann 1938 seine Phantasie überhaupt nicht angestrengt. Das einzige, womit man ihm Freude machen dürfte, ist ein an jeder Tischlampe zu befestigendes Metallgestell, mit dessen Hilfe es ermöglicht wird, während des Essens die Zeitung zu lesen, ohne sich dabei der Hände bedienen zu müssen. Aber das ist auch nur ein Geschenk für Junggesellen; denn eine Ehe muss schon recht langweilig geworden sein, wenn eine liebende Gattin sich entschliessen soll, ihren Mann ausgerechnet mit diesem Geschenk zu beglücken. Für jene Männer, die immer in ihrem Haus etwas abzustreichen haben, wurde dann doch der «Füllpinsel» erfunden, ein Pinsel mit hohlem Stiel, der durch eine Schlauchleitung mit dem Farbtopf verbunden ist und infolgedessen niemals eingetaucht werden muss. Immerhin für beide Geschlechter kann der neue Strohhalm dienen, der jede durch ihn angesaugte Flüssigkeit zu einem Eisgetränk umwandelt. Er ist mit einem lösbaren gefrorenen Material gefüllt. Bis zu seiner Verwendung muss er im Frigo gelagert werden. Dann gibt es noch zwei neue Arten winziger Taschen-Aschenbecher, von denen der eine wie eine metallene Zündholzschachtel aussieht, während der andere aus einer Metallrinne besteht, die unter jeder Zigarettenspitze befestigt werden kann und in welche die Asche einfach von selber hineinfällt. Für die Dame gibt es natürlich auch in diesem Jahr wieder eine Menge modischer Kleinigkeiten, die eine Zeitlang als unentbehrlich gelten werden. So gibt es Armreifen in allen erdenklichen, oft sehr kostbaren Ausführungen, die, wenn man einen Deckring verschiebt, sieben verschiedene Höhlungen aufweisen, in denen sämtliche kosmetischen Bedarfsartikel untergebracht sind: Lippenstift Rouge, Puder usw. — Bei einem neuen Kamm sind die Zinken in einem Hohlkörper angebracht, aus dem während des Kämmens Haarwasser austritt; eine Stellschraube ermöglicht es, genau die Menge zu dosieren. — Wirklich praktisch ist eine handliche Erfindung gegen fallende Maschen. In einem Pappbehälter, genau wie die bekannten flachen Streichholzpackungen, befinden sich 10 Hölzchen, die an der Spitze eine Klebemasse besitzen. Ist eine Masche gefallen, so nimmt man eines der Hölzchen, befeuchtet es mit der Zunge wird diesen Winter für den Mann ein SHAVEMASTER »ein, der amerikanische Trockenrasierer in der Vollendung. Eine Million Männer rasiert sich heute nach dem Shavemaster-Prinrip — nur ein Jahr nachdem er auf den Markt gekommen ist. So unerreicht SHAVEMASTER in seiner Leistung bleibt, so unnachahmlich ist seine gediegene Ausführung und Aufmachung — wie geschaffen zum idealen Geschenk für den Mann, der sich besser, einfacher und rascher zu rasieren wünscht. Fünftausend Hunde in einem einzigen Haus Bei der letzten Hundezählung in New York wurde festgestellt, dass ein einziges Gebäude 5117 Hunde beherbergt; es handelt sich um keine Hundefarm, sondern um New Yorks grössten Wolkenkratzer, das Empire State Building. Ein Polizeihund wird gefeiert In der schwedischen Stadt Gothenburg wird

N° 97 — ÄutomoMl-'Revue in tBtot, 9tol