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E_1938_Zeitung_Nr.095

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Reorganisation des

Reorganisation des tschechoslowakischen Strassenverkehrs Die tiefgreifenden Wandlungen im geographischen und -Wirtschaftlichen Gefüge der Tschechoslowakei haben der Regierung Veranlassung gegeben, die schon seit längerer Zeit ins 'Auge gefassten Schritt© für eine durchgreifende Reform des Kraftverkehrswesens mit grösster Beschleunigung einzuleiten. Die grundlegend neuen Bedingungen, denen sich das Land heute nach jeder Richtung gegenübersieht, weisen naturgemäss eindringlich auf die Notwendigkeit einer raschen Nutzung aller Mittel hin, die zur Mobilisierung der ökonomischen Kräfte beitragen können. Die leitenden Stellen haben mit klarem Blick erkannt, dass hierbei der Motorisierung eine entscheidende Bedeutung zukommt; nicht nur, weil sie die schnellste und elatischste Anpassung an die •weitgehend veränderten Verkehrsaufgaben ermöglicht, sondern weil sie auch eine absolut unentbehrliche Voraussetzung für die Ankurbelung der Wirtschaft bildet. Die Beschlüsse, die die Regierung kürzlich zur Reorganisation des Transportwesens gefasst hat, bringen für den Strassenverkehr folgende wichtige Neuregelungen: 1. Die Fahrzeugsteuer wird ab 1. Januar 1939 für sämtliche Automobile aufgehoben. Bisher bestand eine beschränkte Steuerfreiheit für neue Fahrzeuge, die naturjemäss eine Entwertung der älteren Wagen zur Folge hatte. Dies soll in Zukunft vermieden werden: denn für die Motorisierung sind auch die gebrauchten Wagen von »rosser Bedeutung, weil gerade sie die natürliche Reserve für finanzschwachere Bevölkerungsteile darstellen, die die Anschaffung eines Motorfahrzeuges wünschen. Die Entlastung des Kraftverkehrs aus der Aufhebung der Steuer wird auf 80 Mill. Kc jährlich berechnet. 2. Der sogenannte Werkverkehr wird von allen Beschränkungen befreit. Bisher mussten die Unternehmungen zur Vermeidung prohibitiver Steuern ein Abkommen mit der Eisenbahnverwaltung über die Verwendung ihrer Wagen treffen, in dem sie sich zu verpflichten hatten, die Benutzung ihrer Motorfahrzeuge bei Entfernungen über 50 km zu unterlassen. Unter diesen Umständen entfiel bisher für zahlreiche Betrieoe jede Möglichkeit zur Unterhaltung eines Werkverkehrs. 3. Für gewerbliche Gütertransporte werden die gebietsmässigen Beschränkungen aufgehoben. Die Festsetzung der Transportgebühren unterliegt für Lastwagen unter 3 Tonnen Tragfähigkeit keinen Restriktionen. Die am meisten verbreiteten Dreitonner werden gebietsmässig ebenfall« nicht mehr beschränkt, sind aber verpflichtet, ihre Transportsätze den Eisenbahntarifen anzupassen. Der Betrieb von Lastwagen über 3 Tonnen soll hingegen ganz der Eisenbahnverwaltung vorbehalten bleiben, die ihn direkt oder durch Vermittlung einer Tochtergesellschaft durchführen kann. Dieses Reservat bedeutet praktisch naturgemäss eine ungemein rigorose Zurückdrängung des vom freien Unternehmer- ÄÜTÖMÖBTC-REVÜE tum ausgeübten gewerblichen Güterkraftverkehrs, von dem sie eir>en sehr beträchtlichen Sektor aus dem Wettbewerb mit den Bahnen und somit Oberhaupt von jeglicher Betätigung ausschaltet. Mit dieser Massnahme hat die Regierung nicht nur einen wesentlichen Teil der gewährten Erleichterungen im Endeffekt wieder unwirksam gemacht, sondern sie geht in ihrer Konzessionsbereitschaft an die Bahnen noch weit über das in andern Ländern übliche Mass hinaus. 4. Der gewerbliche Personenverkehr durch Autobusse soll durch Senxung der Fahrkartensteuer von 20 auf 10 Prozent erleichtert werden. Soweit der Autobusverkehr als eine zweckmässige Ergänzung des Eisenbahnverkehrs anerkannt wird und gemeinnützigen Charakter trägt, kann die Steuer noch eine weitere Ermässigung erfahren. Das Konzessionssystem für Autobusdienste bleibt grundsätzlich aufrechterhalten. Ueber die Erteilung der Konzession für Linien, die den Eisenbabnstrecken Konkurrenz machen, wird aber in Zukunft nicht mehr das Eisenbahnministerium allein, sondern in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsministerium verfügen. Wenn hierbei keine Einigung zustande kommt, so entscheidet die Gesamtregierung. Mit der Reform des Strassentransportregimes soll auch ein grosszügiger Ausbau des Strassennetzes einhergehen. Er entspricht, wie man weiss, schon lange einem dringenden Bedürfnis. Nach der neuen Grenzziehung, durch die eine Reihe wichtigster Verkehrsverbindungen von einst nunmehr teilweise oder gänzlich verloren gegangen sind, ist er zur unabwendbaren Notwendigkeit geworden. Das Hauptprojekt auf diesem Gebiet umfasst die Schaffung einer Autofernstrasse, die in einer Gesamtlänge von rund 1000 km das Staatsgebiet in westöstlicher Richtung durchqueren und Ableitungen nach Norden und Süden erhalten soll, um auf diese Weise die Slowakei mit Mähren und Böhmen einerseits und der Karpatho-Ukraine anderseits verkehrstechnisch zusammeiwuschliessen. Die Finanzierung dieser weitreichenden Bauvorhaben, deren Fertigstellung auf 6—7 Jahre veranschlagt ist, wird naturgemäss noch ansehnliche Schwierigkeiten involvieren, um so mehr als auch die laufenden Ausgaben für die Instandhaltung der bestehenden Strassen zu decken bleiben. Da der hierfür zur Verfügung stehende Strassenfonds durch den künftigen Fortfall der Kraftwagensteuer nicht unerheblich geschmälert werden würde, glaubte die Regierung das einzige Mittel für eine Kompensation darin erblicken zu können, dass sie das Umsalzsteuerpauschale für Mineralöle um 20 Kc je 100 kg erhöhte. Um jedoch eine Heraufsetzung der Kraftstoffpreise zu vermeiden, hat sie zugleich den Zollschutz für Raffinerien um 15 Kc je 100 Benzin gesenkt und den Oelvertriebsfirmen ausserdem noch einen Verzicht von 5 Kc je 100 1 ihrer Verdienstspanne auferlegt. So sehr die Bemühungen der Regierung um eine Hebung dps tschechoslowakischen Automobilverkehrs Anerkennung verdienen, so sehr muss dig Methode eum Widerspruch herausfordern, die sie \*&£1 Das neue Hansa-Werk Am 23. September eröffnete die Firma Carl F. Borgward, die früher den Namen Hansa Lloyd- Werke trug, in Bremen ihre neue Arbeitsstätte, deren Konstruktion die modernsten Prinzipien fabriktechnischen Bauens zu Gevatter gestanden haben. Im Mittelpunkt des 250.000 m 5 umfassenden jetzt Borgward Automobil- und Motoren-Werke, W>9$ Geländes erhebt sich die Montagehalle für Personenwagen, die hinsichtlich der Grosse in Europa wohl ihresgleichen sucht. Ganze Eisenbahn- und Lastwagenzüge nimmt sie zur Entladung auf. Nicht minder eindrucksvolle Dimensionen weist daneben die Ablieferungshalle auf, während Karosseriewerk und Kesselhaus etwas abseits liegen. Würdig an die Seite stellt sich den mächtigen Ausmassen auch die bauliche Durchbildung des neuen Werkes Sebaldsbrück: ein Grippe aus Betonpfeilern, Eisen und Holz trägt die gläsernen Wände und Dächer und lässt von allen Seiten der Lichtflut ungehinderten Zutritt in die Arbeitsräume. Nur ein einziges Erzeugnis bringt diese Anlage hervor: sie bleibt der Produktion des Hansa-Personenwagens reserviert. Das laufende Band ist dabei eine Selbstverständlichkeit, wobei sogar die Spritzboxen mit in den Fliessprozess einhezogen sind. Davon abgesehen bildet die Karosserieblechpresse, die grösste ihrer Art auf dem Kontinent, eine Sehenswürdigkeit für sich. Bis ins letzte ausgeklügelte Hygiene kennzeichnet die Wasch- Duscha'nlagen sowie die Ankleideräume für das Personal; blitzblank präsentieren sie sich mit ihren gekachelten Böden und Wänden. Grosse, helle Aufenthalts- und Eßsäle, ausgestattet mit Radio- und Kinoanlagen dienen der Erholung der Arbeiter, für deren leibliches Wohl ganze Batterien von, Kochkesseln usw. sorgen. Zur Zeit bringt das neue Werk die Typeni Hansa 1100 (6 PS), Hansa 2000 (10 PS) und Hansa 3500 (18 PS) hervor. Aber damit ist das Fabrikationsprogramm nicht erschöpft: in einer besonderen Abteilung verfolgt man den Werde-* gang des Hansa-Sportwagens, der über 200 km/St, hergeben soll und für die Teilnahme an den Sportwagenrennen des kommenden Jahres bestimmt ist. Im alten, aber punkto Einrichtung durchaus mit der Zeit Schritt haltenden Fabrikgebäude werden die Dreirad-Lieferwagen 1 T, der l,5^Tonner-4- und 6-Zylinder, der 2-Tonner-4 r Zylinder mit Benzinmotoren, sowie der 2,5 T., der 3,5—5 T., der 4,5 bis 5 T. und der 10—11 T. Dieselwagen, alle mit 6-Zylindermotoren neben Zugschleppern mit Dieselmotor, Geländewagen und Elektromobilen etc. gebaut. Heute sind die Hansawerke, die auf eine über 30jährige Geschichte zurückblicken, an Carl F. W< Borgward als alleiniger Inhaber übergegangen. zur Verwirklichung ihrer Ziele wählte. Motorisie- I spruchnahme der Petroleumwirtschaft zu ihrer Errung und Strassenbau sind Aufgaben im nationalen füllung entbehrt daher joder Rechtfertigung. Gesamtinteresse des Landes. Die einseitige Inan-I I. P. K. ~&>»tr>t»m>vryr r*. .U. IV 's,4J *"h. tfSi # wmg^mmmmmmmm Nutzloses Anlassen bedeutet Benzin vertust! Jedes Mal, wenn Sie Ihren Anlasser betätigen, wird eine gewisse Menge Benzin verbraucht. Springt Ihr Motor schwer an, so,geht Benzin nutzlos verloren. Ein Mittel, um den Motor rasch zu starten, ist die Verwendung von Single Shell, das grösste Leichtflüssigkeit mit vollendeter Schmierkraft verbindet. SINGLE SHELL fürwchtw Start hm (FOr neue Amerikaner Wagen , verwendet man den Spezial- j typ AeroShell Winter) der Wagen für den verwöhnten Sportsmann 5 PS 10 PS 2 Plätze Cabriolet und Roadster 115/125 km/Std. 140 km/Std. mit Kompressor Einzelrad- Neimann-Gummiabfederung Preise ab Fr. 4900 bis Fr. 6100 Verbrauch ca. 8 1 4 Zylinder obengesteuert Telephon 35.300 Kantons-Vertreter gesucht 2 Plätze Cabriolet 140 km/Std. Einzelrad- Neimann-Gummiabfederung Fr. 6800 Bei 100 km Geschwindigkeit 10 1 Verbrauch per 100 km Generalvertretung für die Schweiz: Garage Delsbergerallee 7 • Basel

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