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E_1938_Zeitung_Nr.099

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IV - N" 89 nes rotes Minkermaterfai, das sehr hart und vielfach ohne Glasur gelassen wird, wetteifern mit Steinzeug, das vor allem den Krügen angemessen ist. Einige erfinderische Frauen verstehen es ausgezeichnet, neue Dekors zu schaffen, die sich der Gestalt und den Proportionen der einzelnen Stöcke unterordnen. Aus Schaufenstern und aus Vitrinen von Ausstellungen blickt uns sehr schönes Silbergerät entgegen. Was för reizvolle Becher, ganze Services oder handliche Bestecke erblicken doch das Licht. Sie bleiben vorwiegend unverzierr, erzielen aber dank ihrer schönen Durchbildung nicht weniger Eleganz. Auch der milde Glanz von Zinnsachen stellt sich ein; typisch gewordene Formen und neue Lösungen bestehen nebeneinander. Nur bescheiden ist gutes Glas vertreten. Es kommt aus der Westschweiz und begnügt sich vorwiegend mit dem tiefen Grün von Flaschenglas, das zu Obst oder Wein gleichermassen schön wirkt. Festlich blitzen Messingarbeiten auf, deren klare Gestalt uns entzückt, sie dienen verschiedenen Zwecken. Sind Schale, Dose, stehen auf dem Schreib- wie auf dem Rauchtisch. Manche Handwerker mühen sich darum, handliche, nicht zu grosse Möbel zu schaffen. Vielfach steht ihnen ein Architekt als Berater zur Seite und sucht für sie die zweckdienlichste, kultivierteste Lösung. Es soll nicht in allen historischen Stilen jongliert, sondern etwas Zeitgemässes, Schlichtes geschaffen werden. Dabei wird auf schönes, nicht zu heikles Material geachtet, das die Wohnung froh macht und ständigen Gebrauch erträgt. Die Zeit der zugesperrten Staatsstuben sollte ja gänzlich vorbei sein. Aeusserst fruchtbar ist die Tätigkeit der Schweizer Handweberei. Sie lebt nicht bloss in den Bergen, betreut durch das Schweizer Heimatwerk, wieder auf: köstliches Tischleinen, Vorhang- und Möbelstoffe nach neuen, künstlerisch wertvollen- Entwürfen entstehen da. Es arbeiten auch zahlreiche künstlerisch gebildete Weberinnen in allen Landesteilen, und ihre Arbeiten bilden immer Höhepunkte gewerblicher Ausstellungen. Sie arbeiten vielfach in kleinen eigenen Werkstätten, sind leider immer noch nicht genügend bekannt. Auch sie produzieren köstliche Leinengewebe mit reichen Strukturmustern, sorgen für eine reiche Auswahl an Möbel- und Vorhangstoffen, breiten gewobene Teppiche vor uns aus und verstehen sich teilweise auf das Weben begehrenswerter Kleiderstoffe. Auf grosse künstlerische Höhe steigen Gobelinwirkerei und das Sticken von Wandbehängen, die vereinzelt, aber mit Bedeutung geübt werden. Hierin quillt eine reiche Erfindung. Eine sympathische Farbigkeit verbindet sich in den reichen Bildern schweizerischer Handweberei mit den aufhellenden Effekten der Naturtöne von Wolle, Seide und Leinen. E. Seh. Weihnachtsmesse im Zürcher Kunstgewerbemuseum Während des Monats Dezember finden in einigen Schweizer Städten Weihnachtsausstellungen der verschiedenen Ortsgruppen des schweizerischen Werkbundes statt. Aufschlussreiche Arbeiten in grosser Zahl bietet die Zürcher Weihnachtsmesse, die zusammen mit der Spindel durchgeführt wird. Besorgt ja die Spindel das ganze Jahr über die Vermittlung von gutem Schweizer Kunsthandwerk, dem sie auch Aufträge vermittelt. Einen ganz verführerisch schönen Weihnachtsmarkt wusste Max Bill SWB hier aufzubauen. Wohl zwanzig Tannenbäume, mit grossen Goldtalern behängt, schirmen und gliedern die Ausstellung, die auf Sockeln, Tischen und Schäften all die grossen und kleinen Erzeugnisse geschickt sichtbar macht So liebenswert ist alles beisammen, was ein Heim schmücken und wärmen kann. Unwillkürlich denkt man sich hinein in die Stille des Feiertags, da diese Dinge In feinen Streifen gearbeiteter New-ManteL Modell F. Rosenfeld, Zürich. (Photo Honegger &. Lavater) lebendig werden sollen. Es wird denn auch eifrig gekauft und natürlich noch mehr bewundert. Was für reizvolle Keramik steht da bereit. Imposant grosse Vasen und Krüge recken sich empor, glasierte Services und Einzelstücke wollen dem Esstisch dienen. Mollige Knüpfteppiche, Gewobenes für Boden, Möbel und Kleid liegt in grosser, guter Auswahl bereit. Besticktes Volkskunstleinen spricht uns an, schönste Leinenwäsche wartet auf Käufer- Silber blinkt aus Vitrinen, Schmuck sowohl, - wie . formschönes Gerät Messing blinkt lustig und Zinn bleibt voll mildem Schein, sei es als Schale oder* Becher. Grüne Glassachen verraten die formende Künstlerhand. Bücher stehen schön gebunden da. Holzteller und buntes Spielzeug sind Zeugen werkgerechter Holzverarbeitung. Noch viel anderes, lockt und will mitgenommen sein. - Die Ausstellung, : dauert bis 22. Dezember. Ewtl tBaldwUt fütvd eine neueMode ein Eine der letzten Fotografien Earl Baldwins zeigt ihn beim amerikanischen Botschafter, wie er, in vollem Evening Dress, gerade im Begriffe steht, sich eine Pfeife anzuzünden. Bisher galten Frack und Tabakpfeife als völlig unvereinbare Begriffe. Baldwins «Faux Pas» könnte unter Umständen von gleicher weltbedeutender Tragweite werden wie einst vor vielen Jahren das Erscheinen des Prinzen von Wales (des späteren Königs Eduard VIII.) mit einer Zigarette im Munde in einer Hotelhalle. Was damals revolutionär wirkte, hatte ^ sich wenige Jahre später als mondän und' wiederum kurz darauf als durchaus populär eingeführt. Skischuh Mosaik der Wintermode Längst nicht jeder Skischuh von heute hat den Ehrgeiz, mit dem Schnee Bekanntschaft zu schliessen. Es gibt jetzt wunderhübsche plump-graziöse Modelle, die sich wichtig und tüchtig ausnehmen, im Schnee aber leidergottes gründlich versagen. Sie bestehen aus hellfarbenem Kalbleder und sind mit dem Fell eines totgeborenen Kälbchens liebenswürdig verbrämt. Das sieht wie gesagt sehr hübsch aus, aber nur so lange, als man damit nur über gepfadete Strossen schreitet. Tiefer Schnee, ein zünftiger Sportbetrieb sagt ihnen rein gar nicht zu, und schleppt man sie wider Willen mit, dann sehen sie in kürzester Zeit hässlich, vergrämt und von den erlittenen Strapazen furchtbar mitgenommen aus. Bedeutend besser hält sich ein schwarzer Skischuh, mit dunkelrotem Leder geschmückt. Auch er bemüht sich offensichtlich um das Schönsein des Damenfusses, den er auf den Uebungshügel und auf kleinere Touren zu begleiten gewiHt ist. Grössere Kraftleistungen sind indes auch von ihm nicht zu fördern. Nur der Skischuh aus wetterhartem Waterproff ist allem gewachsen, was dem sportbegeisterten Skifahrer begegnen kann. Neue Modelle sind sozusagen nahtlos gearbeitet, versehen mit Gelenkstützen und einer plastischen Sohle, die deri'Fuss vor Muskelüberspannungen und -zerrungen schützt. Häufig trifft man den Aluminiumabsatz, dem ein Gummifleck aufgesetzt ist. Dieser Absatz läuft sich nicht schief und ist zum Schneefänger ganz untauglich. h. Wiedersehen mit dem Skirock Es scheint den Modestrategen wirklich ernst zu sein mit dem Rock, den sie uns so mir nichts dir nichts für den Skiwinter 1939 bescheren. Wie schlecht waren doch die ersten Schneepionierinnen vor bald fünfundzwanzig Jahren auf ihn zv sprechen! Allerdings, er erschien damals als ein richtiges Ungetüm, schwer und gewichtig lang. Jede Bewegung legte er in Fesseln und bot obendrein einen lächerlich geringen Schutz gegen den. Schnee. Der neue Skirock ist entschieden klüger ausgedacht und hat bei aller Koketterie höchst anerkennenswerte Eigenschaften. Er schlenkert nicht mehr um die Beine, sondern reicht gerade knapp bis zum Knie. Sehr zu rühmen ist die in ihm unsichtbar eingebaute Hose aus wasserdichtem Stoff, die einen Sturz nicht zu einer hochnotpeinlichen Angelegenheit werden lässt. Wer sich sportlich tüchtig ins Zeug legen will, wird wohl trotzdem der langen Hose treu bleiben, schon weil sie das Strumpfproblem vereinfacht. Auch ist es uns nicht mehr allen gegeben, wie Pensionsmädchen so kurzgeschürzt auf den Schneehängen herumzuturnen. -n Lieben Sie Pailletten? Glimmerplättchen in allen Regenbogenfarben machen jetzt Furore. Mit dem mühsamen Geduldspiel des Aufnähens braucht man sich allerdings heute nicht mehr abzuplagen. Sie sind nämlich als Ketten aufgereiht zu bekommen, und es gilt nur noch, sie in aparter Anordnung über die Kleider auszustreben. An einem Nachmittagskleid aus dunkelrotem Won- Stoff lässt man sie als dunkelrotschimmernde Nahtbetonung über den Aermelrücken und rund um den Halsausschnitt laufen. Ein schwarzes schmuckloses Kleid kann viel gewinnen durch einen vorn zur Masche geknüpften Gürtel, der über und über mit Pailletten besät ist. Die Düsterkeit eines zweiteiligen Kleides aus schwarzem Tuch mildert ein Plastron, auf dem multicolore Glimmerplättchen ein sanftes Glühen verbreiten. Selbstverständlich reden Pailletten auch in der Abendmode ein gewichtiges Wort. Sich in einen leise klirrenden Schuppenpanzer zu kleiden, ist derzeit etwas weniger aktuell geworden, um so mehr schätzt man Paillettenglanz in kleinen Dosen. Eine aus Glimmerplättchen gestickte Rose, Täschchen mit Pailletten besetzt, ein breit eingesetztes Corselet, mit Glimmer besät, bringen just jenes Aufzucken von Glanz und Schimmer, das uns heute gefallen will. Tetes parees -o. Da hätten wir sie nun wieder, die so lange vernachlässigten und schon fast totgeglaubten Kämmchen. Wer sich trotz allem anfänglichen Sträuben jetzt doch zur neuen Frisur bekennen will, wird ihre Dienste schätzen lernen, bemühen sie sich doch mit Erfolg, dem hoch oben thronenden Lokkengebäude eine Stütze zu sein. Auch bei der Bändigung wild herumstehender Nackenhärchen machen sie sich nützlich. Aber das Herausfallen — ihre lästige Untugend von einst — hat man durch neu geformte Zähne gründlich abgewöhnt. Die für die Abendfrisur auserkorenen Kämmchen sind zu originellen Schmuckträgern geworden, umrankt von Blumen aus Glas, zur Farbe der Kleider abgestimmt. •* Da das Haar derzeit so schonungslos aufgebürstet ist, wird unversehens auch das Ohr entblösst. Das ganze Gesicht erhält dadurch einen neuen, fast etwas ernsten Ausdruck, den man abends mit kleinen Ohrgehängen aus künstlichen Blumen mildern kann. Das Veilchen, die Rose, Lilien und Verglssmelnnicht, Fuchsiengirlanden en miniature sind an Ohrenclips befestigt und baumeln zärtlich über die kleine Furche zwischen Gesicht und Hals. Viel verspricht man sich von den eleganten Abendcoiffüren, die aufs intimste mit Blumen, Pelzpompons, pompösen Federntuffs und Bändern vermählt sind. Voll neckischer und sentimentaler Koketterie sitzen sie auf dem Scheitelpunkt oder sind leicht nach vorne gerückt, mitunter umspielt von zärtlichen Schleierwolken, die ihr Gitterwerk als Schatten über das Gesicht werfen. ho. Säg, Sdiaizi, wie machsch Du das bloss, Du spielsch uf eimal so famos Akkordeon in Moll und Dur, Ich bitt Dich, säg, wie machsch das nur? Hä weisch, wo mir im Summer gsi, Isch au Herr Eiber gsi derbi. s'Gschäft het er z'Züri unde, Bi dem nim ig jetz Stunde. Schön wär's, wann Du mich chöntsch begleite, Au Musik isch viel schöner z'zweite. Wirsch gseh, au Du hasch das bald los, Meinsch nid, Georg, das war doch gross? Miniatur-Piano-Akkordeons zu Fr. 80.— bis Fr. 450.—, auch Teilzahlung. 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N»99 Ein Zürcher Meimatbucli , »Zürich, Stadt und Land», heisst die neuste Fortsetzung der unter dem Titel «Pro Helvctia» im Verlag Hallwag (Bern) von Walter Schmid herausgegebenen, reich ausgestatteten Schweizer Heimatbücher. Mit seinen 80 Seiten Kunstdrucktafeln und elf gewichtigen Aufsätzen von Zürcher Schriftstellern und Fachleuten ist das Werk unbestreitbar die gediegenste moderne Zürcher Heimatkunde. Der Idee des Herausgebers folgend, haben die Textverfasser und Photographen überall die Zusammengehörigkeit zwischen Stadt und Landschaft Zürich betont. Landschaft, Dichtung, Volkskunde, Geschichte, Industriegeschichte, Geschlechterkunde, Kunsthistorie — so nennen sich die Stichworte, denen man in kurzweiligen Aufsätzen folgt; es fehlt weder der Hinweis auf die Geltung Zürichs als Weltstadt noch der intime Klang des abseitigen Wanderberichtes, der von vergessenen Burgruinen und von (nicht vergessenen) Weinen zu plaudern weiss. Der Ausstattung des Prachtbandes ist von den Photographen wie von den Druckern eine besonders liebevolle Sorgfalt zugewandt worden. Ein Geschenkbuch par excellence, jedem Zürcher auf dem Weihnachtstisch willkommen! woher kommt der Name Monte Rosa? Rosen wachsen bekanntlich auf diesem höchsten Gebirge der Schweizer Alpen keine mehr. Der Theodulpass von Zermatt ins Aostatal wurde von Tschudi (1505—1572), der ihn selbst überschritt, einfach «der Gletscher» genannt. Münster und Stumpf folgen ihm in dieser Benennung. Sirrüer dagegen nennt ihn «la Rosa». Er nimmt diese Bezeichnung aus einem Dialektausdruck des Aostatales, welcher einfach einen Gletscher bezeichnet und «roisa», «roesa» oder «reuse» lautet. Diese Bezeichnung des Theodulpasses ging dann allmählich auf die Monte Rosakette über. W. A. R. Die Rekordniege als Ente entlarvt Europäische Zeitungen haben vor kurzem eine in der amerikanischen Presse aufgetauchte Meldung wiedergegeben, wonach ein Insekt entdeckt worden sei, die auch in Europa vorkommende Hirschfliege, die beim Flug eine Geschwindigkeit von nicht weniger als 360 Meter in der Sekunde erreichte und damit nicht nur jedes andere Geschöpf, sondern sogar die Schallwellen hinter sich lasse! Die Presse Europas war sichtlich langsamer als dieses Fabelwesen; denn in Amerika hat ein hervorragender Wissenschaftler inzwischen schon ein formelles Dementi dieser Nachricht veröffentlicht. Es ist der Nobelpreisträger Irving Langmuir, der sich der Mühe unterzogen hat, die schnellfliegende — Ente zu verfolgen. Da er zufällig gerade keine Hirschfliege bei der Hand hatte, fertigte er sich eine solche aus Blei an und Hess nun das winzige Metallpünktchen an einem Seidenfaden in verschiedenen Geschwindigkeiten kreisen. 360 Meter in der Sekunde entspricht einer Stundengeschwindigkeit von zirka 1300 km. Schon bei einem 20-km-Tempo war die «Fliege» nur noch wie ein Nebelstreif sichtbar, und bei 100 km/St, war überhaupt nichts mehr von ihr zu sehen; sie war praktisch unsichtbar geworden. Nun begann Langmuir zu rechnen: die für ein 1300-km-Tempo benötigte Kraft würde bei dem bekannten Gewicht der Fliege etwa M PS betragen. Um aber eine Kraft von % PS zu entwickeln, müsste die Fliege während jeder einzelnen Sekunde ihres Daseins das Anderthalbfache ihres eigenen Gewichtes verzehren. Nun isst die Hirschfliege aber leider überhaupt nichts, weil sie zu den Kreaturen gehört, die von der Natur ohne Verdauungsapparat in die Welt gesetzt worden sind; während der 6—8 Wochen ihres Daseins kommt sie ganz ohne Futter aus. — Schliesslich berechnete der Gelehrte die Gewalt, mit der die Fliege bei ihrem 1300-km-Flug auf einen Gegenstand auftreffen würde: sie entspräche der eines Geschosses und würde recht ernsthafte Verletzungen verursachen. Es ist aber bisher kein einziger Fall bekannt geworden, in dem jemand durch eine Hirschfliege verwundet oder erschossen wäre. Auf Grund aller dieser Erwägungen billigt Langmuir der Hirschfliege eine Maximalgeschwindigkeit von 40 km/St, zu, das sind zirka 11 Meter in der Sekunde. Und die wollen wir ihr grosszügig glauben! Weihnaditsc&zeptz Sacher Torte. ISO g Butter werden schaumiggerührt, dann mit 150 g Zucker, 150 g geriebener Schokolade, 8 Eigelb Vi Std. verrührt; nun werden 100 g Mehl, 30 g Reismehl und zuletzt 8 steifgeschlagene Eiweiss dazugemengt. Der Teig wira in 3 Tortenformen gefüllt, bei massiger Hitze gebacken, nach dem Auskühlen nochmals durchschnitten, mit Johannisbeersulz gefüllt, mit Schokoladeglasur überzogen und beim Anrichten mit Schlagsahne verziert. Christspringerl. Man kocht 125 g Zucker mit % ! Honig auf, gibt 3 Löffel Rum, 2 g fein gestossene Nelken, ebensoviel Zimt und etwas geriebene Zitronenschale dazu, lässt die Masse auskühlen und vermengt sie mit 250 g Mehl. Der Teig muss 24 Std. ruhen, wird dann durchgeknetet, zu verschiedenen Formen ausgestochen und bei massiger Hitze gebacken. Man überstreicht die Springerl mit brauner Schokoladeglasur, die man leicht trocknen lässt. La Piperade. 3 Piments (je eine rot, grün und gelb) werden fein geschnitten und mit 4—6 zerteilten Tomaten in Olivenöl gedünstet. Etwas Knoblauch und 2—3 grobgehackte Zwiebeln setzt man später hinzu und kocht das Gemenge mindestens y 2 Stunde, «la Piperade» wird auf einer warmen Schüssel angerichtet und mit einem Kranz von Rühreiern und gehacktem Schinken umgeben. Mandelbrezeln. 100 g Butter werden schaumig gerührt, nach und nach 3 Eier dazugegeben, sowie 90 g Zucker, 70 g geschälte, geriebene Mandeln, 125 g feines Mehl, die fein gehackte Schale einer halben Zitrone und wenig Salz. Man verdünnt den Teig mit einigen Löffeln Rahm und bäckt die Brezeln im Brezeleisen zu beiden Seiten schön hellbraun. Salzbrezeln. 10 Löffel Mehl, '/ 4 Pfd. leicht geschmolzene Butter, 1 Kaffeelöffel Salz und 1 Ei werden zu einem Teig verarbeitet, aus dem man haselnussgrosse Kugeln formt, die im Brezeleisen gebakken werden. Sösse Brezeln. % Pfd. ganz leicht geschmolzene Butter wird mit Vi Pfd. Zucker, 4 ganzen Eiern, % Pfd. Mehl und V 2 gehackten Zitronenschale vermengt, zu Kügelchen geformt und im gefetteten Eisen gebacken. Glasur: 200 bis 250 g ganz fein gesiebter Zucker werden mit dem Saft von einer Zitrone und etwas Wasser zu einer dickflüssigen Glasur angerührt, über das erkaltete Backwerk gegossen, glattgestrichen und in der Nähe des Ofens getrocknet. Wiener Törtchen. Unter 250 g leicht gerührte Butter mengt man 4 ganze Eier und 4 Eigelb, 125 g geschälte, kleingehackte Mandeln, 125 g Mehl, 60 g Zucker und etwas Zimt; die gut vermischte Masse füllt man in bestrichene und bestreute Förmchen, die man nicht ganz füllt, und bäckt die Törtchen eine schwache halbe Stunde. Kommende Ereignisse | (Aenderungen vorbehalten.) Jladermartt II.—16. Dez.: Trainingsläufe in allen Disziplinen. H.Dez.: Beginn der Schweizer Skischule «Gotthard». Basel: Bis 31. Dez.: Weihnachtsausstellung der Basler Künstler. 11. Dez.-23. Jan.: Gewerbemuseum: Ausstellung «Werkbundarbeit 1938», Ausstellung d. Basler Ortsgruppe d. Schweiz. Werkbundes. 13. Dez.: Symphoniekonzert der A. M. G. Leitung Hans Mttnch. Solist Rud. Serkin, Klavier. Bern: Dez.: Autotechn. Kurse des T. C. S., Sektion Bern. Bis 8.Jan.: Kunsthalle: Weihnachtsauastellung bernischer Künstler. Bis 31. Dez.: Kant. Gewerbemuseum: Weihnachtsausstellung des bernischen Kleingewerbes. 10. Dez.: Clubball der Sektion Bern des A. C. S. (Mitternachtssouper und Modeschau). Davos: 11. Dez.: Eishockeymatch. Exigelberg: 11. Dez.: Skichilbi des Ski-Clubs auf Gerschrdalp. Genf: Bis 31. Dez.: Gemäldeausstellung (Athenee). Grindelwald: 11. Dez.: Slalom des Skiclubs Grindelwald. Gstaad: 13. Dez.: Eröffnung der Skischule. Lttnxerheide: 16. Dez.: Eröffnung der Skischule. Luzern: Bis 27. Dez.: Weihnachtsausstellung der Luzemer Künstler (Kunsthaus). Gemälde, Plastiken, Kunstgewerbe. Maloja: 13. Dez.: Beginn der Skischule. Obariberg! 11. Dez.: Skilanglauf «Bund um Oberiberg». St. Gallen: 11. Dez.: Weihnachts-Volkskonzert. Solisten: Ida Sennhauser, Mezzo-Sopran, Giulio Bianchini, Flete. (Tonhalle.) Pes.: Weihnachtsausstellung im Kunstmuseum. Wiaterttnix: Bis 31. Dez.: Ausstellung der Künstlergruppe Winterthur. Zürich: 11. Dez.: Eishockeyspiel f.d. Schweiz. Meisterschaft Nab'onal-Liga, Gr. Cl. Zürich I-H. C. Davos. Bia 24. Dez.: Kunstgewerbemuseum: Verkaufsausstellung der Ortsgruppe Zürich des Schweiz. Werkbundes. Bis 31. Dez.: Pestalozzianum: Weihnachtsausstellung guter Jugendbücher. ist notwendig um die Künsilsr Amerikas %u hören im Augenblick schafft Ihnen der ausgezeichnete und stabile Kurzwellenempfang eines A G A die Verbindung mit anderen Kontinenten und beweist Ihnen, was ein wirklich guter Empfänger —ein AG A—leistet. Und jeden Tag wird Ihr AGA Sie mit neuen Vorzügen überraschen. überzeugen Sie sich selbst... PYJAMAS in geschmackvoller Ausführung, gediegene Dessins, in erstklassigen Qualitftts*toffen. Prüfen und wählen Sie Gen.-Vertretung: Telion A.-GL, Pelikanstr. 8, Zürich