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E_1938_Zeitung_Nr.099

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triebe einlässt, die

triebe einlässt, die bei der Konzessionserteilung leer ausgehen. Bei dieser überbordenden Fülle dringender Probeme, die fast geichzeitig von allen Seiten auf die mit dem Vollzug der neuen Ordnung betrauten Organe einstürmen, könnte ihnen nur Mangel an Einsicht in die Weitläufigkeit der zu bewältigenden Materie eine Verschleppung der Vorarbeit zum Vorwurf machen. Vollends verlöre er jede Spur von Berechtigung, wenn man sich die Tatsache vergegenwärtigt, dass die praktische Durchführung des Erlasses mit bescheidenem Personalaufwand erfolgen soll. Allein schon das Studium der ausländischen Erfahrungen, deren wir bei der Verwirklichung der Strassentransporiregelung selbstverständlich nicht entraten können, sofern wir uns nicht auf unsicherem Boden bewegen, sondern von Anfang an etwas Ganzes schaffen wollen, bedingt ein vollgerüttelt Mass an mühseliger Arbeit. Set. Wird das Benzin teurer? Nicht ausgeschlossen, wenn die Ausgleichssteuer auch den Benzinhandel treffen sollte. Nach den von amtlicher Seite unlängst herausgegebenen Mitteilungen ist eine Preiserhöhung der Motortreibstoffe zufolge einer allfälligen Steigerung der Weltmarktpreise für die nächste Zeit nicht zu befürchten. Eine andere Frasre ist dagegen, ob nicht eine Preiserhöhung eintritt, wenn der Bund die zur Deckung der au sserord entlichen Aufwendungen für die Arbeitsbeschaffung vorgesehenen neuen Steuern eintreibt. Die grosse Arbeitsbesehaffungsvortage, 'deren Programm in der Novembersession vom Nationalrat bereinigt worden ist. erfordert einen Kreditanfwand von rund 212 Millionen. Von diesem Betrag werden voraussichtlich 75 Millionen durch Vorschüsse ä conto Abwprtungsgewinn der Nationalbank getilgt: für die Kestanz von 135 Millionen jedoch wollen Bundesrat und nationalrätliche Kommission die Deckung durch eine neue Steuer aul dem 200 000 Franken übersteigenden Umsatz der Grosshandelsiinternehmungen beschaffen. Völlig unabgeklärt ist zur Zeit noch der Kreis der Steuerpflichtigen; insbesondere besteht keine Klarheit darüber, ob auch die Unternehmungen des Benzinhandels die neue Abgabe mit ihren hohen Maximalansätzen zu bezahlen haben werden. Eine kantonale Sektion eines der grössten schweizerischen Automobilverbände hat sich vor •wenigen Tagen an das eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement gewendet und Auskunft darüber verlangt, obdie Filialgeschäfte ;des Benzinhandels der neuen Steuer unterstellt würden. Das Volkswirtschaftsdepartement ist einer klaren Beantwortung der gestellten Fräse ausgewichen und hat den Fragesteller mit dem Satze abgefertigt: «Der Entscheid darüber; oh der Benzinhandel unter das Gesetz fallen wird" oder nicht, liegt somit bei den Räten»* ,-. Nach den neuesten Beschlüssen der Batfonalrätlichen Kommission sollen grundsätzlich all« Detailhandelsnnternahmungen mit einem Umsätze von mehr als 200.000 Franken steuerpflichtig werden. Ob für preisgebundene Artikel wie Benzin usw Ausnahmen gewährt werden, ist gänzlich ungewiss. ja unwahrscheinlich, weil der Fiskus und die eidgenössischen Räte darauf hin tendieren,'den Kreis der Steuerpflichtigen möglichst weit zu ziehen. Die Hoffnung, dass dem Fpnzinhandel neue steuerliche Belastungen erspart bleiben, ist also gering. Der Benzinhandel hätte kaum eine andere Möglichkeitals die Steuer auf den Konsum abzuwälzen, woraus sich selbstverständlich eine neue Erhöhung der Brennstoffpreise ergeben müsste. Der einzelne Konsument und Automobilist hätte somit schliesslich die Zeche zu bezahlen. Die Wirtschaftlichkeit der Automobilhaltung würde weiter reduziert, die Bestände noch stärker zum Stagnieren gebracht und damit die Interessen der Volkswirtschaft nnd der Armee schwer geschädigt. Die Arbeitsbeschaffungsvorlage Ist ein rrosszügiges Werk, das die Unterstützung der am Strassenverkehr interessierten Kreise verdient. Die finanzielle Deckung der Arbeitsbeschaffung muss aber auf eine Art und Weise geschehen, die für den heute bereits überbelasteten Strassenverkehr nicht follends untragbar wird. YT. die anderen Teile Englands, war es doch kalt genug. Aber Tante Betty las in den Zeitungen, dass es bei uns warm und sonnig ist und unsere Gärten in voller Blüte stehen. Und Anfang Februar, als sie nicht aus dem Hause konnte, ohne dass vorher ein Weg durch den Schnee geschaufelt wurde, beschloss sie, uns zu besuchen, und Hess uns die Plagen des Winters hier m schönerem Licht erscheinen durch ihre Schilderung, wie streng er dieses Jahr in Yorkshire seL Und weil ihr unser Winter so mild erschien, ging sie eines Tages in einem zu dünnen Mantel aus und holte sich eine böse Erkältung. Anfangs wollte sie keinen Arzt haben, als ich aber darauf bestand,, dass ein Doktor zugezogen werde, erklärte sie, sie wünsche Herrn Dr. Netherby und keinen andern. Es war mir peinlich, unsern Hausarzt zu umgehen; aber Tante Betty Hess mir keine Zeit zu langen Erwägungen und sandte die Weber zu Dr. Netherby. «Ich habe ihn selbst gesprochen», sagte die Weber mit einer Leichenbittermiene zu mir. «Er sieht aus wie ein Junge und hat rote Haare. Er tut mir leid.» < Warum tut er Ihnen leid ?.» fragte ich. «Es müsste schon ein anderer... kommen, um mit meiner Dame fertig zu werden », er- Tlusece Sollen Nebellampen nur bei dichtem Nebel verwendet werden dürfen? Jeder Tag der vergangenen Woche hat uns neue Antworten auf unsere Rundfrage gebracht, Beweis genug dafür, dass wir damit tatsächlich einen Punkt angetippt haben, an dem sich die Ansichten von Gesetzgeber und Automobilisten scheiden. So sehr uns die rege Beteiligung auch mit Freude und Genugtuung erfüllt, so blieb uns, wollten wir möglichst alle Einsender zum Worte kommen lassen, nichts anderes.übrig, als da und dort streichenderweise mit dem Rotstift zu wirken. Wir bitten deshalb um Nachsicht. Red. Auch in andern Situationen als nur bei < dichtem » Nebel leistet die Nebellampe gute Dienste. Auch mir ist es von jeher unverständlich gewesen, dass eine sog. Ne^ellampe nur bei «dichtem Nebel > verwendet werden darf. Auf dieser Forschrift des Art. 39 der Vollziehungsverordnung zum M.F.G. muss man der gesetzgebenden Behörde unbedingt die Frage vorlegen: Haben Sie es noch nie erlebt, dass Ihr Wagen in kurzer Zeit in undurchdringliche Nebelschwaden eingehüllt war, um Sekunden später Weder von völlig klarem Licht umgeben za sein? Kann man nun einem Autofahrer zumuten, dass er in diesen kurzen Zeitabständen seine Nebellampe in ewigem Wechsel an- und abschalte? Kein Mensch wird das vernünftigerweise von ihm"^erwarten können. Dazu ist nun noch folgende« zu sagen: Die Nebellampe ist für viele Automobilisten gar k?ine Lampe geblieben, die er ausschliesslich d,ann braucht, wenn der Nebel «dicht» ist, sondern die er immer verwendet, wenn er es dem Gelände und: der Witterung für angepasst erachtet. Diese Gesetzesklausel im Art 39 wird von vielen Fahrern, wenn sie sie überhaupt kennen, umgangen und diese Umgehung wird von allen andern Strassenbenützern «stillschweigend» geduldet. Warum soll eine vorschriftsgemässe, nichtblencLsnde Nsbellampe nur dann brennen, wenn der Nebel «dicht» ist, obwohl sie auch in vielen andern .Situationen dem Fahrer gute Dienste leisten kann? Wenn es event. nur noch der Name der Lampe ist, der diesen Abschnitt in Art. 39 rechtfertigt,;; dann gebe man ihr einen andern Namen, womit' der «dichte Nebel» in jenem Paragraphen sicher; gestrichen werden könnte. St.. !i Anstatt < nur bei dichtem Nebel»• würde die Vorschrift besser lauten :« nur bei nebligem und unsichtigem Wetter »., ^i:ß^ \ Die Frage der Nebellampen lässt sich" nur m Verbindung mit dem übrigen Beleuchtungsproblem beantworten. Unser Gesetz bezweckt- offenbar," die Autobeleuehtung möglichst einheitlich zu gestalten und jede Willkür, somit auch jeden Wirrwarr auszuschalten. So sind bei uns — ansser den Standlichtern — zwei -abblendbar» Scheinwerfer vorgeschrieben, nicht mehr und nicht weniger. Diese Regelung dient zweifellos der Sicherheit im Strassenverkehr. Zwei gute Scheinwerfer genügen für gewöhnlieh allen Anforderungen. Es wäre durchaus nicht günstig, wenn weitere Scheinwerfer und Lampen erlaubt wären, sondern bedeutete nur eine vermehrte Blendungsgefahr und gäbe zu verhängnisvollen < optischen Täuschungen » Anlass. , In England z. B., wo die Beleuchtungstrage weniger streng geregelt ist, gibt es Automobile, meist jüngerer Strassenprotzen. die neben dqn Hauptlichtern einen ganzen Christbaumschmuck von weiteren Seheinwerfern tragen, wie Nebel-, Kurven- und sonstigen Lampen. Es muss ein .besonderes Vergnügen sein, diesen Liehtorgien nacht* zn begegnen! r •; Bei nbligem und regnerischem Wetter haben sieh die sog. Nebellampen «ehr gut bewährt und sind deshalb bei uns zugelassen. Es ist zweifellos richtig, dass ihr Gebrauch gesetzlich auf die besonderen Umstände beschränkt wird, für die sie konstruiert sind, sonst hätten wir auf den nächtlichen Landstrassen einen Lichtwirrwarr, der die Verkehrssicherheit stören könnte. Anderseits wird die Vorschrift, dass Nebellampen «nur bei dichtem Nebel» eingeschaltet werden dürfen, widerte die Weber, < sie ist sehr schwierig, » Aber bekanntlich kommt es immer anders. Tante Betty fasste eine Vorliebe für den folhaarigen Doktor und sagte, dass er der intelligenteste Mensch von Porthlew sei. Doktor Netherby gelang es wirklich, Tante Betty sehr bald wieder herzustellen, und als sie ganz gesund war, sagte sie, dass ich ihn einladen müsse. < Ja, aber wie ist es mit seiner Frau ? > fragte ich. * Er ist nicht verheiratet >, entgegnete Tante Betty, c und ausserdem ist er in Jane verliebt.» Ich war so überrascht, dass mir ein Stück Kohle, das ich gerade in den Kamin werfen wollte, herunterfiel. « Was sagst du da ? » Ich glaubte, nicht recht gehört zu haben. < Ich war doch ganz deutlich : Dr. Netherby liebt Jane. > < Nun, und Jane ? » « Sie liebt ihn nicht; aber das hat nichts zu sagen. Er wird sie heiraten. Er gehört zu den Menschen, die durchsetzen, was sie wollen. Noch bevor er vierzig ist, wird er ,Sir Frederick' sein, und Jane wird in bezug auf gesellschaftliche Stellung alle ihre Schwer stern überragen.» AUTOMOBIL-REVUE FREITAG, 9. DEZE"MBER 1938 den Verhältnissen nicht gerecht Auch bei leichtem Nebel, Schneetreiben und Regenwetter sollten die Nebellampen erlaubt sein, zumal eie ja in Kombination mit den abgeblendeten Scheinwerfern keine Blendunggefahr bedingen- Die strenge Vorschrift « dichter Nebel » könnte leicht zu einer neuartigen Autofalle werden. Der Nebel wechselt bekanntlich strichweise sein« Dichte und hört streckenweise oft plötzlich ganz auf. Wenn man in solchen Fällen seine Lampe nicht beständig an- und abdreht, könnte sich eine findige Gemeinde, wenn sie zufällig zeitweise nebelfrei ist, eine ganz rentable Einnahmenquelle erschliessen durch Bussen wegen brennenden Nebellampen. Besser würde deshalb die strenge Vorschrift: «nur bei dichtem Nebel» ersetzt durch die Formulierung: «nur bei nebligem und unsichtigem Weiter». Eine vollständige Freigabe der Nebellampen zu uneingeschränktem Gebrauch nach Belieben läge nicht im Interesse der Sicherheit des Strassenvet kehrs und ist bei dem heutigen hohen Stand der -Scheinwerfertechnik auch nicht nötig. A. C Eine Stimme aus den Kreisen der Automobilexperten. Das Sekretariat des Ausschusses der kant. amtlichen Automobilexperten nimmt zu unserer Hundfrage wie folgt Stellung: Die derzeitige gesetzliche Lage in bezug auf Eigenschaften und Verwendung der Nebellampe ist verankert in nachstehenden Bestimmungen: M.F.V. Art 13, Abs. 3, lit a.: «Der Motorwagen kann ... versehen sein mit einer nicht blendenden Nebellampe.» M.F.V. Art. 39, Abs. 3: «Der Gebrauch der Nebellampe ist nur bei dichtem Nebel gestattet.» Kreisschreiben des Eidg. Justiz- und Polizeidepartementes vom 9. Dezember 1937: «Gestützt auf die Bestimmung in Art. 12, Abs. 5 der M.F.V. dürfen bis auf weiteres 2 Nebellampen an einem Motorwagen angebracht werden, die Nebellampen dürfen gelb sein.> Praktisch gibt es keine Lampe, deren Lichtstrahlen den dichten Nebel durchdringen; der wirkliche Vorteil einer Nebellampe besteht nur darin, dass bei ganz dichtem Nebel der Strassenrand in nächster Nähe des Kühlers auch dann beleuchtet wird, wenn selbst die abgeblendeten Scheinwerfer nur mehr eine weisse Wand erzeugen und keine Sicht mehr gewähren. In diesem Falle leistet ein tief montierter, möglichst breit und abwärts strahlender Hilfsschoinwerfer gute Dienste. Nebellampen oder Breitstrahler können aber unter Um$tflnden auch bei nebelfreiem Wetter, gute Dienste;Reisten,. insbesondere, beim. .Befahren von engen Kehren, bpi welchem die Scheinwerfer auch In? abgeblendeter Stellung zu wenig seitlieh leuchten. Wenn die Verwendung von Nebellampen, Hilfsscheinwerfern bzw Breitstrahlern auch bei schwachem" Nebel" oder nebelfreier Witterung zn gelassen werden sollen, dann wäre in erster Linie für wirklich blendungsfreie Lichtabgabe zu sorgen. Viele Nebellampen erzeugen, eine unerträgliche Blendung für einen kreuzenden. Fahweugführer, der in einem modernen niederen Wagen sitzt. Oft ist nur di« unrichtige Einstellung der Lampe an der Blendwirkung schuld. Das Fahren mit einer Nebellampe allein, parallel zu den kleinen Standlichtern geschaltet, kann für einen entgegenkommenden Führer die Mpinunc aufkommen lassen, es nähere sich ein Motorrad. Würde man jedoch eine Parallelschaltung mit den Scheinwerfern oder dem Abblendlicht verlangen, so wird in den meisten Fällen die Kapazität der Akkumulatorenbatterie übermä.ssig in Anspruch genommen. Das Beste wäre, wenn auf längeren Strecken m'\{ Nebellampen gefahren werden muss, jeweils 2 Nebellampen unter die Scheinwerfer zu placieren. Dabei ist aber zu bedenken, dass die Reichweite dieser Lampen wesentlich kürzer ist als bei Abblendlicht und deshalb auch sehr langsam gefahren werden mfisste. Soll gestaHM werden, oeoebenenfalls auch bei nebelfretam Wetter mii HilfsschelnweHer orfer Breilstrahler zu fairen, so mösste in ersler Linie fOr Blendunnsfreiheil pnsorpt oder bei Kreumnjien die Abschaltung der Lampe gefordert werden, die nicht mit den Standlichtern allein brennen dürfte. Ich hatte von dem jungen Mann bisher noch nicht viel gesehen, aber ich war damit einverstanden, ihn zum Dinner einzuladen, obgleich ich nicht glaubte, dass er Jane heiraten werde, wenn sie nicht mag. < Spielt er Bridge ? > fragte ich und erfuhr, dass es nichts auf der Welt gebe, was er nicht ausgezeichnet könne. Tatsächlich war er ein Schwärm Tante Bettys, die mir erzählte, dass ihn Frau Spoon für ihre jüngste Tochter haben wollte; sie hat sich aber dann mit einem Vetter von ihm als Schwiegersohn begnügen müssen. Ich erfuhr weiter, dass er aus sehr gutem und reichem Hause stammt. Ich erzählte Nicholas nichts von all dem, und er war der Meinung, die Einladung an Dr. Netherby erfolge, weil er aus Yorkshire stammt; er hoffte nur, dass er ein guter Bridgespieler sei. Ich hatte noch Bill und Celia eingeladen, aber der junge Doktor hatte wirklich nur Aug und Ohr für Jane. Er war ein heiter veranlagter, wohlerzogener Junge mit Sommersprossen und einem energischen Kinn; aber ich konnte nicht den Eindruck gewinnen, dass Jane ihn ernst nahm. Seit diesem Abend ging er in unserem Hause ein und aus und freundete sich schnell mit Bill und George an, die er wohl als zukünftige Schwäger betrachtete. (Fortsetzung folgt.) Blüten des Eigennutzes Schluss von Seite 1. NO 99 Was verfing es schon, wenn nicht nur vom Regierungstisch, sondern auch aus der Mitte des Rates selbst zur Besonnenheit ermahnt, wenn der ausgesprochene militärische Charakter der geplanten Strassenverbindung unterstrichen und als weiteres." Zurückhaltung gebietendes Moment die Möglichkeit einer Streichung der für diesen Strassenbau in Aussicht genommenen Kredite in die Waagschale geworfen wurde — die Stimmen der Vernunft, welche die Erfordernisse der Landesverteidigung und damit den allgemeinen, eidgenössischen Gedanken in den Vordergrund stellten, unterlagen gegen die Allianz jener halsstarrigen Lokalpatrioten, denen die wirtschaftlichen und verkehrspolitischen Belange ihrer Gegend mehr gelten als die Notwendigkeiten schweizerischer Wehrbereitschaft. Dass ohne diese die Absicht der Anlage einer neuen Strasse nach dem Bündnerland überhaupt nie aufgetaucht wäre, kümmert diese im sacro egoismo befangenen Leute wenig, aber ebensowenig dürfen sich die militärischen Instanzen, die hier allein zu entscheiden haben, um solche Sonderwünsche kümmern. Für Extrazüglein bleibt im Rahmen von Problemen, welche die Wehrkraft des Landes tangieren, kein Raum. Von der unheilvollen Verwirrung, in deren Zeichen sich die Diskussion um die Segnesmotionen abwickelte, stach die abwägende Sachlichkeit Rejderungsrat Capauls wohltuend ab. Er stellte die Dinge auf ihren richtigen Platz, wenn er bemerkte, man sei in gewissen Kreisen anscheinend nicht mehr imstande, die Frage mit der wünschenswerten Objektivität zu behandeln. Bei der Trasseführung werden fast ausschliesslich militärische und nicht wirtschaftliche Erwägungen den Ausschlag geben. Bekenne sich die Regierung auch zu einer Segnesstrasse als der besten Lösung, so wäre es nicht zu verantworten, eine ausschliessliche Strassenpolitik zu betreiben, welche den Bund veranlassen könnte, die vorgesehenen Summen aus dem Strassenbauprogramm herauszunehmen. Di© Debatte selbst zeitigte freilich alles andere als ein einheitliches Bild. Nicht nur. dass sich neben den Befürwortern des Segnes auch Ratsherren fanden, die eine Panixerwie eine Kistenstrasse verteidigten, es fielen auch eine ganze Reihe von Voten, die mit Rücksicht auf die im Spiel stehenden militärischen Interessen vor einer einseitigen Stellungnahme warnten und den Entscheid der Generalstabsabteiluntr abzuwarten empfahlen. Sie verhallten jedoch ungehört. diese auf das Gesamtwohl und auf kluge Taktik bedachten Vorschläge, sie mussten verstummen vor der Mehrheit, die auf eine einhellige Kundgebung, eine positive Haltung und eine entschiedene Verfechtung der im Interesse des Kantons gelegenen Prolekte drängte. Und daran vermochten auch die Schlussworte Regierungsrat Capauls nichts zu ändern, wonach es falsch sei. bei der Frage nach einer Strasse Glarus-Graubünden die militärischen Interessen des Schweiz den wirtschaftlichen Bedürfnissen des Kantons gegenüberzustellen. Auch das Interpeüat'onen-« Gstürm » wird abgedämpft. Nicht dass sich damit der Vorhang über dem Kapitel Strassenfragen gesenkt hätte. Eine Interpellation Lanicca erkundigte sich bei der Regierung danach, ob sie bereit sei, das für Graubünden wie für die gesamte Schweiz wichtige Projekt der Nord-Südverbindung durch einen Bernhardin-Autotunnel gegenüber dem Bund geltend zu machen. Baudirektor Capaul bestritt in seiner Antwort die Bedeutung einer ganzjährig offenen Bemardino- Strasse nicht und legte den Akzent auf die Erklärung, dass die Regierung diese Forderung noch heute im Rahmen der rivendieazioni vertreten werde; gleichzeitig aber hob er die Schwierigkeiten hervor, welche sich bei der Frage des Tunnelbaus erheben, vornehmlich was die Entlüftung anbelangt. Im übrigen müsse der Kanton danach trachten, die bestehenden Strassen auszubauen, wozu sich noch die Verbindung Glarus - Graubünden geselle. Darin jedoch liegen nach der Auffassung des Kleinen Rates die wichtigsten Aufgaben, denen die San Bernardino-Autostrasse nicht vorangestellt werden dürfe. Summa summarum setzte die Regierung somit dem ungestümen Drängen des Interpellanten, der schon im Nationalrat das gleiche Steckenpferd geritten, dabei jedoch eine Absage hatte einstecken müssen, einen sachten, durchaus realpolitischen Ueberlegungen entspringenden Dämpfer auf. Dasselbe Schicksal widerfuhr der Interpellation Laely, welche von der Regierung verlangte, dass der Ausbau der Linie Landquart- Flüela-Ofenberg vor der Verbesserung anderer Strassenzüge nicht zu kurz komme.

N° 99 — FREITAG, 9. DEZEMBER 193S AUTOMOBIL-REVUb Eyston befasst sich mit derten mehr oder weniger normale Rennwagen Konstruktion eines neuen Ueberrennwagens... »..mit dem er 1940 den bestehenden Weltrekord verbessern will. Anlässlich seiner kürzlich erfolgten Durchreise in Paris hat Captain George Edward Thomas Eyston, der am Freitag den 16. September 1938 auf « Thunderbolt » in der Salzwüste von Bonneville mit der phantastischen Geschwindigkeit von 575,3 km/St, einen neuen absoluten Weltschnelligkeitsrekord für Automobile über die Meile mit fliegendem Start aufstellte, der französischen Sportzeitung «L'Auto T> einen Besuch abgestattet und bei dieser Gelegenheit die im Anschluss an jenes denkwürdige Ereignis verbreitete Meldung dementiert, wonach er neue Rekordversuche nur dann unternehme, wenn seinem Weltrekord von anderer Seite mit Erfolg zu Leibe gerückt worden sein sollte. « Man hat vieles in die Welt hinausposaunt, ohne mich zu befragen », sagte Eyston. Tatsache sei, dass er sich voraussichtlich im Jahr 1940 wieder ans Steuer setzen und dem Weltrekord zu Leibe rücken werde, selbst dann, wenn dieser bis dahin ungeschlagen bleibe. Eyston verriet, dass er gegenwärtig den Bau eines neuen « Thunderbolt •» studiere, und zwar auf einer völlig verschiedenen Konstruktionsbasis, über die er sich vorderhand allerdings ausschiweigt. Ueber den Verlauf seiner letzten Jagd auf den Weltrekord befragt, gab Eyston einige interessante Einzelheiten bekannt. Wohlverstanden, meinte der schnellste Mann der Welt zu Lande anlässlich des Empfangs beim < Auto •», dem u. a. Louis Chiron und Rene Dreyfus beiwohnten. die ganze Sache dauert-nur wenige Sekunden (für seine Fahrt über die fliegende Meile wurden 10.07 Sekunden registriert) und was einem in dieser kurzen Zeit alles durch den Kopf geht, kann man sich gar nicht vorstellen. Man denkt an alles und doch an nichts und fühlt sich mit dem Mechanismus total verwachsen, ganz eins geworden. Was sich ereignet, ist im Grunde genommen völlig undefinierbar, unerklärlich — man ist dermassen gefangen und so von der Materie beherrscht, dass äussere Vorgänge gar nicht mehr wahrgenommen werden können. Wenn man eine Sorge hat, so bezieht sie sich auf den Mechanismus. Man denkt unwillkürlich: Wird das Ding wohl halten o&r nicht ? «nd stellt sich ganz düster vor, wie os wäre, •wenn bei einer Geschwindigkeit, da sich d'e Räder in der Sekunde 45 Mal drehen, irgend ein Organ Bruch erleiden und alles auseinanderfliegen würde... Einem Projektil gleich fühlt sich der Pilot über die Erde dahingeschossen, wobei die Maschine ausserordentlich starken Vibrationen ausgesetzt ist. Unannehmlichkeiten bringen hautsächlich die ausströmenden Gase mit sich : jeder der beiden Motoren weist zwei Auspuffrohre auf, zwei führen direkt ins Freie und behindern somit den Piloten nicht im geringsten, während bei den andern zwei die Gase ins Wageninnere geleitet werden. Um einer Betäubung und Vergiftung auszuweichen, trug er eine Maske, die ihm das Einatmen frischer Luft ermöglichte. Was den Brennstoffverbrauch anbetrifft, so fressen die beiden Motoren zu je 36 Liter Hubvolumen pro 100 km rund 280 Liter eines gewöhnlichen Triebstoffs, dem etwas Benzol beigemischt wird. Der illustre Gast wies ferner darauf hin, •wie oft er mit Fragen über die riesigen Ausmasse des « Thunderbolt » bestürmt worden % sei und noch werde. Man verwundere sich," weshalb der « Blitzstrahl » 6,5 Tonnen schwer sei, weshalb der Zylinderinhalt seiner beiden Motoren 12 Liter betrage, kurz, warum er bei seinen Rekordfahrten nicht einen normalen Rennwagen benützt habe. Nun, er sei der Ansicht, dass bei einem solchen Unternehmen in erster Linie nach Solidität, Einfachheit und Sicherheit getrachtet werden müsse. Es sei nicht sein Ziel gewesen, sich in «technischer Akrobatik » zu versuchen durch Verwendung von Motoren mit « normalem » Hubvolumen und « normalem » Chassis, sondern einen Rekord aufzustellen. Gewiss, er habe nichts gegen die Theorie einzuwenden, für Rekordfahr- zu benützen. Wenn er jedoch beispielsweise für die Konstruktion eines Ueberrennwagens vom Genre des « Thunderbolt», der die Einfachheit selber darstelle, zehn Monate benötige, so brauchte er für den Bau einer Spezialmaschine im Sinne der heutigen Rennwagen ungefähr drei Jahre, ohne dass über das Resultat des Unternehmens Gewissheit bestehen würde. Schlussendlich gab Eyston der Meinung Ausdruck, dass die Salzseepiste Im Staate Utah nicht das Ideal einer Bahn für Rekordversuche sei. In der Salzwüste verfüge er lediglich über eine Piste von 20 Kilometer Länge, während mit Rücksicht auf die heute erreichbaren Geschwindigkeiten für die Rekordstrecke plus An- und Auslauf etwa 40 bis 50 Kilometer erforderlich wären. Er hätte — rein rechnerisch gesehen — für den Auslauf rund 16 Kilometer benötigt, habe jedoch nicht mehr als 10 Kilometer zur Verfügung gehabt und sich deshalb eines besonderen Bremssystems bedient, indem er, sobald die Meßstrecke durchrast war, zwei Bremsklappen betätigte, um dann später die mechanische Bremse zu gebrauchen und das Fahrzeug zum Stehen zu bringen. In physischer Hinsicht, so bemerkte Gapt Eyston abschliessend, seien die heutigen Rekordfahrten viel weniger anstrengend als jene, die er vor einigen Jahren in Montlhery an Bord eines Panhard durchführte, mit dem er den Stundenweltrekord verbesserte. Dick Seaman verheiratet. Wie die englische Fachpresse berichtet, hat sich Dick Seaman, der bekannte Mercedes-Benz-Rennfahrer und Sieger im diesjährigen Grossen Preis von Deutschland am vergangenen Mittwoch in London mit Fräulein Erica Popp, der Tochter des Generaldirektors der Bayrischen vermählt Motorenwerke, Major Gardner plant neue Rekordversuche für Ostern. Der englische Rennfahrer Major Gardner, der kürzlich auf der Reichsautobahn Frankfurt a/Main-Darmstadt mit seinem 1100-ccm- MG-Stromlinien-Rennwagen über den fliegenden Km und die fliegende Meile Durchschnittsgeschwindigkeiten von 300,3 km/St, resp. 300,2 km/St, erreichte und in einer Richtung sogar auf 313 km/St, kam, beabsichtigt, die Rekordversuche im nächsten Frühjahr — um Ostern herum — auf der neuen Rekordstrecke in Dessau fortzusetzen. Für die Versuche soll wiederum der neue MG-Rennwagen, allerdings mit grösserer Uebersetzung, verwendet werden, die es ihm erlauben soll, die 200 Meilengrenze (= ca. 320 km/St.) wenn möglich zu überschreiten. Einweihung der Reichsautobahn Rekordstrecke bei Dessau im Januar. Auf der kürzlich fertiggestellten, rund 15 km langen und durchgehend 30 m breiten Reichsautobahn-Rekordstrecke bei Dessau sollen die Rekordversuche von Mercedes- Benz und Auto-Union dem Vernehmen nach schon im kommendem Januar aufgenommen werden. Auch die Engländer unterwegs nach Südafrika. Nachdem sich am vergangenen Samstag die Maserati-Equipe mit Villoresi, Cortese, Taruffi, Pietsch und Hug nach Kapstadt eingeschifft hat, sind gestern Donnerstag auch die englischen Piloten, die an dem südafrikanischen Grand Prix in der ersten Januarhälfte starten, abgereist. Es handelt sich um Lord Howe auf ERA/Zoller Kompr., sowie Peter Aitken, der den ERA von Tongue steuern wird. Der Grosse Preis von Pau wird die internationale Rennsaison auch nächstes Jahr eröffnen. Er findet am 2. April auf der 100 Mal zurückzulegenden, 2 km 769 längen Stadtrundstrecke statt, wobei schon heute feststeht, dass er nach der gültigen Grad-Prix-Formel zum Austrag kommt Der Welt erfolgreichste Rennwagen Zahllose Sieger in vielen Motorenschlachten brachten in den vergangenen Jahren den Beweis: Bosch-Kerzen sind zuverlässig Europas grösste Rennen - Alle grossen Preise 1938 waren Siege für Bosch-Kerzen. Rennfahrer entscheiden sich erst nach gründlicher Prüfung für eine bestimmte Kerzenmarke. - Die erfolgreichen Fahrer unserer Zeit entscheiden sich für Bosch. Auch Sie wählen richtig, wenn Sie alle 15 000 km einen Satz neue Bosch - Kerzen verlangen. Bosch - Kerzen vereinigen 50jährige Erfahrung im Kerzenbau. Kenntlich an den grünen Ringen und am niedrigen Preis. Zürich und sein Motorfahrzeugverkehr. Betrachtungen zum Budget des Kantons pro 1939. Man scheint im Zürcher Regierunffsgebäude hinsichtlich der nächstjährigen Erträgnisse aus dem Motorfahrzeugverkehr sehr optimistisch eingestellt zu sein. Nimmt man die bezüglichen Posten des Voranschlages des Kantons Zürich pro 1939 etwas näher unter die Lupe, so kann man rasch feststellen, dass fast alle Einnahmenposten betreffend den Motorfahrzeug-, Fahrrad- und Schiffsverkehr (der letztere spielt nur eine ganz unbedeutende Rolle) eine Heraufsetzung erfahren haben. Offenbar haben die allerdings geringe Zunahme des Motorfahrzeugbestandes per 30. September 1937 und die relativ befriedigenden Ergebnisse des laufenden Jahres bei der Polizeidirektion bewirkt, dass sie die künftige Entwicklung der Dinge in besserem Lichte sieht. Der Voranschlag erhärtet aber auch die Tatsache, dass man für 1939 Oberhaupt nicht mit einer Reduktion der Verkehrssteuern und Gebührenansätze rechnet und sie bereits auf 1940 aufgeschoben hat, wenn man überhaupt ernstlich damit rechnet, eine solche zu verwirklichen. Immerhin, die kantonale Verkehrsgesetzes-Initiative ist im Gange, und man darf annehmen, dass es die kantonale Strassenverkehrsliga unbedingt auf den Abstimmum