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E_1938_Zeitung_Nr.099

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5 AUTOMOBIL-REVUE

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BERN, Freitag, 9. Dezember 1938 Automobil-Revue - II. Blatt, Nr. 99 strahlte damals schon auf dem Rathausp/ ein riesengrosser Christbaum. Voll Dank gedenke ich der guten lung und wie mich die Schwestern voj mit dem Bett in den grossen Saal rollte stand der prächtige Baum, geschmückt' vielen kleinen dänischen Fähnchen, die weiss und rot, den unseren so ähnlich, durch die hellen Kerzen leuchteten. Ich weiss noch gut, wie ich mit schnellem Blick um mich schaute, all die vielen Betten mit den verschiedenen Kranken, und mich selbst in ihrer Reihe, und ganz zufrieden und dankbar erkannte, dass ich gar nicht so schlimm krank war. Dann kam der Oberarzt zu mir und erzählte von seiner ersten Schweizer Reise, wie er als Student über den Simplon gewandert sei, darauf war e.r besonders stolz. Wie wohl mir das Sprechen von der Heimat tat. Und ganz leise erklangen darauf im Gang die Weihnachtslieder, « Stille Nacht» und «O du fröhliche». Gleich wie bei uns zu Hause, nur im dänischen Wortlaut, und ich weiss, dass man auch mit Heimweh im Herzen sehr glücklich sein kann. Immer tiefer brennen die drei Kerzen, und ich muss daran denken, wie mir später meine Mutter sagte, dass sie gerade an jener Weihnacht besonders fest an mich denken musste, und wieviel sie für mich gebetet habe: ihr ahnte, ihr Kind sei in Not. Und hat der Mutter Gebet nicht wundersam geholfen? Gott schickte mir gütige Menschen an mein Lager, damals brannten auch drei Kerzen an meinem Bäumchen, und mein Auge schaute weit über das Meer, sah die Heimat, fühlte sich zu Hause und sicher geborgen, wie im Mutterarm. Rückschau halten im lebenden Licht der Kerzen, das klärt auch den Blick für die Gegenwart und gibt sicheren Halt und Kraft für die Zukunft. F. A. St. Bald brennen die Kerzen wieder ... Von Maria Kottmann. Weihnachts - (brirmern Schöne, traute Weihnachtstage: schon die stillen, frühen Abende der Adventszeit lassen uns ahnen, dass doch etwas Grosses kommen muss. In uns allen ist ja ganz unbewusst etwas von dem wunderschönen Kinderglauben geblieben: Wie wenig braucht es, um unsere Phantasie zu wecken! Ein kleines Tannenzweiglein auf unserem Weg, ein Kind, das mit leuchtenden Augen von Christkind spricht. Wir leben unser Schicksal, Tag um Tag: aber um die Weihnachtszeit, da sollten wir eine stille Stunde finden, die ganz uns gehört: unser Innerstes ist dann viel empfindlicher, offener und auch ehrlicher. Jedes Jahr, wenn ich so recht ungestört allein bin, zünde ich mir drei Kerzen an und lasse mein vergangenes Leben an mir vorüberziehen, Weihnachten um Weihnachten ersteht vor meinem geistigen Auge, ja sie ist mir greifbar nahe, neu geschenkt. Sie erzählen mir so viel aus der frohen Jugendzeit, vom Glück und Leid der ersten Liebe, von Hoffen und schwerem Entsagen, aber auch vom Lichtblick im tiefsten Dunkel, der immer wieder neuen Mut gibt. Ich denke an die vielen Jahre, fern der Heimat, mit dem grossen Heimweh im Herzen, und trotzdem Weihnachten um mich, Weih' nachten, die mich freuten und beglückten, die ich nie vergessen werde! — Ich gedenke jener Weihnacht in Dänemark, es war zur Zeit des Weltunfriedens, mit seiner Neutralität gehörte es auch zu den gesegneten Ländern, die für eigene und fremde Menschen eine Insel des Friedens und der sicheren Zuflucht war. Ich sehe es vor mir, dieses Land, mit seinen weiten, fruchtbaren Ebenen, den vereinzelten Windmühlen, den niedern strohbedeckten Fischerhäusern, sehe die Nordsee, an deren Strand man lange Strecken auf klingenden Muscheln dahinwandern kann. Und in Kopenhagen, der unvergesslichen Stadt, er- «Wünschen Sje noch etwas?» Die freundliche Frage der Verkäuferin bringt Herrn Nüssli beinahe in Verlegenheit. Er kam doch, um die grosse Kerze zu kaufen, die er alljährlich am Heiligen Abend in den alten kupfernen Ring stellt und mit der er auch diesmal wieder stille Weihnachten begehen wird. «Wünschen Sie noch etwas?» Die Verkäuferin im Bazarladen ist eine neue. Sie kennt Herrn Nüssli nicht, sonst wüsste sie, dass er, der in der nächstliegenden Gasse seine Junggesellenwohnung hat, an Weihnachten nie etwas anderes braucht, als eine grosse, weisse Kerze. Diesmal ist es zwar eine rote, und daran ist die neue Verkäuferin schuld, die mit treuherzigem Rat ihn zur Wahl einer wärmeren Farbe bewog. und die lustigen Rösslein stampfen schon ... Ohne es zu wissen, hält Herr Nüssli immer noch ein winziges Flugzeug in der Hand, das er eigentlich ohne gebührendes Interesse aus der Menge der bunten Spielzeuge hob, die da vor ihm und neben ihm auf den Tischen liegen. Bevor er nun Zeit findet, auf die Frage, ob er noch etwas zu kaufen wünsche, zu antworten, hat das dienstbereite Fräulein die Schraube eines Autos en miniature aufgezogen, und nun rast das kleine Ding um ihn herum, als gälte es, die heute üblichen hundert Kilometer einzuhalten. Herr Nüssli sieht ihm nach, staunt, und lächelt belustigt, als das Auto sich an seinem Fusse stösst, seitwärts fällt, und die Räder zornig sich in der Luft weiter drehen. «Sehen Sie sich doch dieses an! Ist das nicht wunderschön?» Die Verkäuferin hält ihm ein Pferdchen hin, hält es hoch, seinen Augen nahe. Er stockt und staunt: Das ist ja sein Pferdchen von damals, als er noch ein Kind war, sein weisses Pferdchen mit den schwarzen Flecken an der Stirn und über den Hufen. Inzwischen hat das Fräulein dem Flugzeug die Freiheit gegeben, das nun über den Boden hinsaust. Herr Nüssli aber steht da mit dem Pferdchen in der Hand und sinnt und sinnt: Damals, ja, damals war die Mutter noch um ihn, und ein Baum stand an Weihnachten in der Stube und eine Menge Kerzen, blau, rot, weiss und grün brannte auf den Zweigen. Damals! Wie lange ist es doch her...! Herr Nüssli stellt das Pferdchen an den Platz zurück, grüsst wortlos und geht. Die junge Verkäuferin sieht ihm enttäuscht nach. Nun hat sich die Türe des Bazarladens hinter ihm geschlossen. Der Gedanke an das weisse Pferdchen aber verfolgt ihn, und er kann sich nicht enthalten, einen Blick ins Schaufenster zu werfen, das einen Teil der weihnachtlichen Kinderherrlichkeiten und noch viele andere Pferdchen birgt. Ganz nahe tritt er an das Fenster heran. Und er bemerkt plötzlich einen kleinen Knaben neben ihm, der das Gesicht an die kalte Scheibe presst. Die Hände in den Hosentaschen vergraben, steht dieser unbeweglich. Nur manchmal geht ein