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E_1938_Zeitung_Nr.096

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10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 29. NOVEMBER 1938 96 noch fuhr Ich missmuttg auch im Jänner mit Sommeröl herum. Diesmal hatte ich mehr Glück. Ein weiblicher Tankwart in weissen Hosen schwatzte, sexappeal-lächelnd, meinem Chef Winteröl auf. Sie können sich vorstellen, wie dankbar ich dem Mädchen bin.> «Stimmtl Frauen und Autos sollen zusammenhalten. Beispielsweise hat gerade die Frau meines Gebieters ihm zu Weihnachten eine Heizscheibe geschenkt. Wenn auch ich persönlicn nicht viel davon habe, ist für mich doch das Empfinden, er fahre sicherer, wenn sein Blick ungetrübt über die Landstrasse schweifen kann, beruhigend. Sind Sie übrigens je mit Schneeketten gefahren, wenn ich fragen darf?» «Das nicht, nein. Einmal band er mir ein paar Schnüre um die Pneus, als ich im weichen Schnee nicht mehr weiterwollte. Aus Wut zerriss Ich aber die Stricke schon in den nächsten 10 Kilometer.» Es gibt freilich auch Schneepneus, und wenn ich mich nicht täusche, wird man mir sogar bald solche Annehmlichkeiten verehren. Unter uns gesagt: Wie leicht rutschen wir bedauernswerten Geschöpfe auf Glatteis aus. Und dann bringt man uns in die Zeitung und wir müssen uns vor unseren Kollegen zu Tode schämen.» «Ich war noch nie in der Zeitung. Das helsst, noch nicht abgebildet. Nur einmal gedruckt, als ich gestohlen wurde und eine Strolchenfahrt machte. Wenn nicht die Polizei die Burschen schon beim ersten Halt geschnappt hätten, wäre ich bestimmt in einer Telegraphenstange gelandet. Links vorne schien nämllcn bereits die Leinwand durch, und ich freute mich diebisch, den Reifen knallen zu lassen. Aber wie gesagt, die Polizei hat mir den Spass verdorben.» «Reden wir nicht von der Polizei. Bleiben wir besser beim aktuellen Thema: Wärme. Ich weis» nicht, wie das bei Ihnen Ist, aber mein Herr beispielsweise zieht es vor, äusserlich zu heizen, statt innerlich. Nicht, dass er etwa Abstinent wäre, oh nein! Aber seinerzeit, als er mich kaufte, schwatzte er mit Talent die Heizung in den Kaufpreis ein, und ich muss sagen, auch jiir ist es angenehm, ihn gut durchwärmt zu wisssn.» «Entschuldigen Siel Langsam gehen Sie mir auf die Nerven. Solche Herren und Meister, wie Sie einen zu haben scheinen, existieren wohl kaum mehr. Schlaraffische Zustände gehören auch in unserer Autowelt in Märchenbüchern und überhaupt » Skibefestiqung wie sie sein soll... «Ja, wie mach ich's richtig?» ist die Frage die sich der Automobilist vorlegen muss, wenn er, den Entschluss zur Flucht vor dem griesgrämigen, bedrückenden Stadtwinter gefasst habend, sich anschickt, die Ski samt Stöcken auf den Wagen zu verfrachten. In einem umfangreichen Kodex von Ge- und Verboten reglementiert der um Leib und Leben seiner Mitbürger besorgte Staat so ziemlich alles, was mit Autofahren zu tun hat. Es kann ihm infolgedessen auch nicht gleichgültig sein, wie der Automobilist seine Wintersport-Utensilien an oder auf den Wagen verstaut. « Skitransporte schaden nie, nur die Art Und Weise wie », sagt er sich und greift mit seiner gesetzgeberischen Hand auch in dieses Gebiet menschlichen Betätigungsdranges ein. Allerdings nicht mit einem Massenaufgebot "von Paragraphen, sondern mit wohltuender Zurückhaltung. Wenn Sie deshalb als pflichtbewusster Automobilist etwa auf den Einfall geraten sollten, im Motorfahrzeuggesetz oder in der Vollziehungsverordnung unter dem Stichwort «Skibefestigung» oder so nach konkreten Vorschriften ober das zu fahnden, was Sie in dieser Beziehung zu tun oder zu lassen haben, Just in diesem Augenblick kletterte ein verhält* nismässlg dicker Mann auf den durchgeripsten Sitz seiner ungepflegten Wagens, trat auf den Anlasser und fluchte gottsjämmerlich, als der Motor erst beim dritten Versuch ansprang. Dann hieb er die erste Uebersetzung ein, dass der Wagen erschreckt zusammenzuckte und fuhr schliessllch los, nicht ohne vorerst aus dem Fenster zu spucken. Ich versorgte mein Stenogramm in der Tasche, fuhr meinem Cabriolet liebevoll über den Kopf und entdeckte dabei eine schadhafte Stelle. Die muss repariert werden, dachte ich dankbar, denn ich hätte nie geahnt, dass mein treuer Wagen so furchtbar schwindeln kann, nur um für die weissen Wochenende richtig aufgepäppelt zu werden. Wenn die Skier in dieser Weise auf dem Bach mitgeführt "werden, eo können sie kein Unheil anrichten. Spitzen stets nach hinten und unten. dann werden Sie diese Forschertätigkeit enttäuscht aufgeben, weil sich nämlich nirgends eine ausdrückliche Bestimmung über dieses Kapitel findet. Dennoch ist aber dafür Vorsorge getragen, dass nicht ein jeder, soweit es sich um die Anbringung der langen Bretter am Auto handelt, den Eingebungen seiner Phantasie ungehemmten Lauf lassen kann. Die Richtlinien sind verankert in Art. 54 der Vollziehungsverordnung zum MFG, der den Grundsatz aufstellt, dass die rnTTITl Auch diese Art der Skibefestigung entspricht allen Anforderungen. Ladung weder Personen noch Sachen gefährden, dass sie die für das Motorfahrzeug vorgesehene Länge und Breite nicht fiberschreiten und das Fahrzeug vorn nicht überragen darf. Danach haben sich sinngemäss auch die Vorkehrungen für die Beförderung von Wintersport-Requisiten zu richten, wozu das.Protokoll des Ausschusses der kantonalen Automobilexperten präzisierend bemerkt, es «solle bei Skitransporten darauf geachtet werden, dass die Spitzen und die Halter nicht .derart vorstehen, dass sie zu besonderen Verletzungen führen könnten ». Und damit haben wir erschöpfend auch schon die Antworten aufgezählt, welche das Gesetz und dessen Interpretation für den Automobilisten auf die Frage «Wie stelle ich's an, um es richtig zu machen? » bereit halten. Richtig ist danach jede Art der Unterbringung von Ski, Stöcken usw. am Wagen, welche eine Gefahr für die übrigen Strassenbenützer ausschliesst oder zum mindesten auf das nach den Umständen mögliche Mass vermindert. Das Wie bleibt dabei dem einzelnen überlassen, doch bildet die Tatsache, dass sich das Eidg. Justiz-, und Polizeidepartement in der Auslegung und Handhabung der hier skizzierten Prinzipien von Engherzigkeit und Schematismus freizuhalten weiss, noch lange keinen Freibrief für persönliche Extratouren und «individuelle Lösungen ». Zwar bietet der Zubehörmarkt heute eine ganze Auswahl praktischer und den Intentionen des Gesetzes entsprechender Skiträger, aber was nützt selbst die schönste dieser Einrichtungen, wenn deren Besitzer damit nicht umzugehen weiss und sie, wie eines unserer Bilder zeigt, zu sinnwidrigen, geradezu grotesken und gemeingefährlichen Verladesystemen missbraucht? Damit, dass Sie sich, teils zu Ihrer Bequemlichkeit, teils um der Schonung der Karosserie willen, ein solches Gerät zulegen, ist nicht in jedem Fall das letzte getan, was man von Ihnen im Interesse tunlichster Ausschaltung der Gefährdung anderer verlangen kann. Was hinzu kommen sollte, ist ein© vernunftgernässe Anordnung der flinken Bretter und der Stöcke. Sie brauchen sich darob keine Schwielen ins Gehirn zu denken, sondern bloss Ihren gesunden Menschenverstand sprechen zu lassen. Und der wird Ihnen sagen: Spitzen grundsätzlich nach hinten und wenn möglich auch nach unten, sofern die Ski ihren Platz auf Trittbrettern, Kotflügeln oder auf dem Wagendach finden. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, achten Sie weiter darauf, dass vorn kein Teil der Ski über den Wagen herausragt. Eine Ueberschreitung der gesetzlich zulässigen Höchstbreite von 2,2 m und der maximalen Höhe von 4 m wird dagegen auch bei einem voll auf Wintersport eingestellten Wagen praktisch nur ganz ausnahmsweise in den Bereich der Möglichkeit rücken. Nochmals: Spezielle Vorschriften über die Beschaffenheit der Einrichtungen zur Mitnahme der Ski existieren nicht. Alles ist hierfür zulässig, was im Rahmen der oben dargelegten Grundlinien bleibt, deren Leitmotiv das Moment der Gefahrenvermeiduna bildet. L Jla»yL»dtt, Ixai, Jxkfott 1&& OPEL CHEVROLET PEUGEOT STELtEt#MARKT Gesucht "•C in Garage aufs Land junrer, tüchtiger und solider Auto- und Motorrad- Mechaniker Chauffeur mit Fahrbewilligunc für Last- und Personenwagen, gross gewachsen, kräftig, 28jährig, der auch etwas Französ. spricht Bewerber muss in Geschäftsbetrieb oder im Besitz des Führerausweises A oder B »ein. — zu jeder Arbeit zu Herrschaft Ist willig Offerten mit Lohnansprüchen und Referenzen unt. 16645 an dio Offerten unter Chiffre Chiffre 7564 an die (96,97 Automobil-Revue. Bern. Automobil-Revue, Bern. Solider, zuverläss. Bursche sucht Stelle als (96,97 Chauffeur mit umfangreichen Kenntnissen im Autofach und Maschinenbau, W" sucht Stelle als CHEF oder auf Last-, Lieferung«- od. ähnliches. Auch zu tücht. Luxuswagen, event. auf Meister mit kl. Werkstatt. 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jJJO 96 _ DIENSTAG, 29. NOVEMBER 1938 AUTOMOBIL-REVUE 11 und wie sie nicht sein soll Einige Musterbeispiele unrichtiger Befestigung der Bretter. So ähnlich werden wohl die Kampfwagen der alten Eidgenossen von Spitzen gestarrt haben. Auch nicht ganz einwandfrei, aber immerhin nicht gar so 6chlimm wie nebenan. T>as Auto bannt ~ ~!! Rasch den MINIMAX- Feuerlöscher, der sicher und schnell losem. Tausendfach bewährtes, 100%iges Schweizerfabrikat der MINIMAX A. G.ZÜRICH In jedem Wagen unter geringster Raumbeanspruchung bequem anzubringen. unma VFHlCLt HEATER Auto "Heizungen FABRIK-NEDERLAGEN: Walker & Cie., Bern öeipstrasse 24 Telephon 2 87 01 C. Schaefer, Zürich Lunmatstrasse 210 Telephon 7 37 30 as vom Technik - Pflege - Fahrpraxis Wer wäre berufener gewesen, ein alle Gebiete des Antomobilwesens umfassendes Handbuch herauszugeben als die Redaktion deT seit 35 Jahren erscheinenden Automobil- Revue? Es handelt sich beim c Buch vom Auto * nicht um einen weitgehende technische Kenntnisse voraussetzenden Leitfaden. Dieses Buch hat jedem Automobilisten etwas zu sagen, nicht nur dem Neuling, der sich über die Fragen der Fahrpraxis, die Pflege des Automobils und die wichtigsten Punkte des Verkehrsgesetzes orientieren muss. Jeder Automobilist, ob er 5, AO oder 20 Jahre über die Strassen rollt, kommt immer wieder in die Lage, die eine oder andere automobilistische Frage abklären zu müssen. Die Redaktion der ' Automobil-Revue » hat eine Reihe von kompetenten Mitarbeitern herangezogen. So berichtet Dr. v. Stürler über das Verkehrsgesetz und seine Auslegung. Wer diesen Abschnitt gelesen hat, weiss genau, wo und w«tnn er mit der Härte des Gesetzes zu rechnen hat. In einem andern Abschnitt wird über die Fahrpraxis im Zusammenhang mit den Tücken der Jahreszeiten berichtet. Auch das Befahren der Alpenstrassen sowie Fahrten im Ausland haben ihre eigenen Kapitel. Polizeiadjunkt Dr. Lienert gibt Ratschläge, wie man sich bei Unfällen im eigenen Interesse zu verhalten hat Der Lehrer für Automobiltechnik am Technikum Biel gibt eine Anleitung über die Ermittlung der Betriebskosten. Einen wesentlichen Teil des Buches nehmen die Abschnitte über das Automobil und seine Bestandteile sowie die Beseitigung von Betriebsstörungen ein Dabei wurde so vorgegangen, dass die für die Allgemeinheit bestimmten Abschnitte in normaler, die tiefer in die Materie eindringenden Betrachtungen in reduzierter Schriftgrösse gedruckt wurden. Das reich illustrierte, jedem gewissenhaften Automobilisten sehr zu empfehlende Buch kostet nur Fr. 4.80. 1. Vom richtigen und falschen Fahren. (Dr. R. v. Stürler.) 2. Allgemeine Fahrpraxis. 3. Alpenfahrten. 4. Das Fahren im Ausland. 5. Wie verhält man sich bei Unfällen? (Dr. K. Lienert.) 6. Erste Hilfe bei Unglücksfällen. . (Dr. med. H. Walthard.) 7. Die Betriebskosten der Automobilhaltung. (Dipl.-Ing Pontelli.) Auszug aus dem Inhalt: 8. Der Motorwagendienst der Schweiz. Armee. (Major Lehmann.) 9. Das Automobil und seine Bestandteile 10. Die Pflege des Automobils. \ 11. Betriebsstörungen und deren Beseitigung. Ausserdem als Anhang: 12. Fragen und Antworten, unter besonderer Berücksichtigung der Prüfungsfragen zur Erlangung des Führerausweises. Und in der Tasche: 13. Verkehrstafeln. Insgesamt 135 Abbildungen! Das reichillustrierte, jedem gewissenhaften Automobilisten sehr zu empfehlende Buch kostet nur Fr. 4.80 VERLAG HALLWAG BERN >i