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E_1938_Zeitung_Nr.096

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14 AUTOMOBIL-REVUE

14 AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 29. NOVEMBER 1938 — N° 96 AKTUELLES Die Berner Automobilisten drückt der Schuh. Eine Konferenz zwischen Polizeidirektion und Strassenbenützern. Am vergangenen Freitag fand im Berner vierzehn Tagen zur Ablieferung gelangen, währenddem der vierte seinen Platz in der Landesausstel- Rathaus eine Konferenz zwischen der kantonalen Polizeidirektion, vertreten durch Re- [stadt aufnimmt lung findet, bevor er den Dienst in der Eulachgierungsrat Seematter, und den Delegationen der Kantonalen Strassenverkehrsliga, umschulen, verlangen doch die neuen Vorschriften Vorerst heisst es allerdings das Fahrpersonal des ACS und der Sektion Seeland des TCS des Bundes besondere berufliche Qualifikationen statt. Der Aussprache wohnten auch Für-von ihm. Sobald die ausgewählten Leute ihre Min- sprech Charpie, Chef des kantonalen Strassenverkehrsamtes, der Kommandant der Kantonspolizei, Herr Krebs, und Polizeihauptmann Borer bei. Was die Zusammenkunft in erster Linie bezweckte, das war die Herbeiführung einer Entspannung in den Beziehungen zwischen den Automobilistenkreisen und dem 1. Sekretär der kantonalen Polizeidirektion. Sine ira et studio, jedoch bestimmt und unmissverständlich brachten dabei verschiedene Redner den Wunsch nach einem Personenwechsel auf diesem Posten zum Ausdruck, weil bei dessen gegenwärtiger Besetzung eine Zusammenarbeit zwischen Verbänden und Behörden nur schwer erreichbar sei. Wie das praktische Resultat dieser «Kropfleerung» ausfallen wird, muss die Zukunft erweisen; auf jeden Fall kann es nur von gutem sein, dass die zuständige Instanz über die Stimmung oder besser gesagt Missstimmung bei den Automobilisten orientiert worden ist Nicht dass damit der Stoff erschöpft gewesen wäre, vielmehr nahmen die Vertreter der Strassenbenützer die Gelegenheit wahr, noch andere aktuelle Fragen in die Diskussion zu werfen, wobei sie vor allem die Begehren nach Einführung der Wechselnummern, nach Gewährung der monatlichen Besteuerung und nach Steuerreduktionen für gebrauchte Wagen in den Vordergrund stellten. Eine schrittweise Lösung dieser Probleme scheint mehr Erfolg zu versprechen als die Totalrevision des Automobilsteuerdekretes, namentlich seitdem es bekannt geworden ist, dass die hiefür eingesetzte grossrätliche Kommission noch keine Zeit gefunden hat, um ihre Arbeiten aufzunehmen. Angesichts dieses Standes der Dinge äusserten die Vertreter der Verkehrsinteressenten den Wunsch, es seien die Vorarbeiten für die Einführung der Wechselnummern derart zu beschleunigen, dass die Angelegenheit in der nächsten Grossratssession behandelt werden könne. Regierungsrat Seematter, der versicherte, dass die Polizeidirektion keineswegs automobilfeindlich eingestellt sei, nahm die Vorschläge entgegen und versprach deren Prüfung zu. Im übrigen erstreckte sich die Diskussion auch auf die Probleme des Strassenverkehrs und der Verkehrssicherheit, wobei vorweg eine strengere Kontrolle der blendenden Veloscheinwerfer wie überhaupt ein energischeres Einschreiten der Polizei gegen undisziplinierte Radfahrer gefordert wurde. Last but not least sei als Erfolg der Aussprache die Tatsache festgehalten, dass sich Regierungsrat Seematter im Interesse der Festigung des Kontaktes zwischen Behörde und Strassenbenützern bereit erklärte, das System dieser Konferenz fortzusetzen und auf Anfang des nächsten Jahres eine weitere derartige Zusammenkunft in Aussicht zu nehmen. Sympathische Einzelheit: um die Wünsche und Begehren der Automobilisten richtig würdigen zu können, hat sich der Polizeidirektor, der sein neues Amt vor ungefähr einem Vierteljahr angetreten, entschlossen, selbst fahren zu lernen ! Die «TreuhandVereinigung des Autotransportgewerbes » gegründet. Am vergangenen Freitag wurde in Bern, unter dem Vorsitz von Dr. Brügger (Chur), die «Treuhand-Vereinigung des Autotransportgewerbes » aus der Taufe gehoben, jene Organisation, in deren Händen die Vorbereitung der Ausführungsbestimmungen und die Vollziehung der neuen Strassentransportordnung liegt. An der Gründungsversammlung nahmen ausser den 17 Verbänden, welche in der Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen sind, auch die Vertreter des A. C. S und des T. C. S. in der Rolle von Beobachtern teil; ihren endgültigen Beschluss, ob sie In der Treuhandvereinigung Einsitz nehmen werden oder nicht, haben sich diese beiden Verbände noch vorbehalten. An der nächsten, wahrschein'ich Anfang Dezember zusammentretenden Sitzung werden die Chargenverteilung und die Organisation der neuen Vereinigung ihre endgültige Festlegung finden, womit dann die Voraussetzungen für die unverzügliche Inangriffnahme des umfangreichen Arbeitspensums erfüllt sind, das der neuen Stelle harrt Wlnterthnr erhält seinen ersten Troüeybns. Ungefähr Tor Jahresfrist beschloss die Winterthurer Bevölkerung, die bisherig© Tramlinie Bahn-« hofplatz-Wülflingen durch einen Trolleybusbetrieb zu ersetzen. Am vergangenen Mittwoch nun absolvierte der erste der vier bestellten neuen Trolleybusse seine Tauf- und Jungfernfahrt, wozu die Mitglieder des Stadtrates, die Spitzen des Gemeinderates und seiner Kommissionen sowie die Vertreter der Lieferfirmen eingeladen worden iwaren. Zwei weitere Wagen sollen in den nächsten dest-Pflichtstundenzahl als Autobusführer hinter sich haben, was ungefähr Mitte Dezember der Fall sein dürfte, können die -Tramleitungedrähte entfernt und die regelmässigen Trolleybuskurse aufgenommen werden. Im übrigen bot die Tauffahrt Gelegenheit nicht nur zu einer Orientierung über die technischen Einzelheiten des neuen Fahrzeugs, sondern auch zur praktischen Ausprobierung seiner Eigenschaften. Währenddem Chassis und Karosserie aus den Werken der Ad. Saurer AG. stammen, lieferte die AG. Brown Boveri den elektrischen Teil. | Bei der Begrüssung stellte Stadtrat Dr. Bühler Mas gute Gelingen und die zweekmässige, solide lAusführung des Trolleybusses fest. Für die relativ geringe Verkehrsdichte und die weiten Distanzen der Linie, worauf er eingesetzt werde, eigne sich der Trolleybus besonders gut, besser jedenfalls als ;;das starre Tram und der Autobus. Mit Genugtuung ibetonte er daneben auch die Tatsache, dass Wagen, IMotor und Leitung Erzeugnisse schweizerischer Arfbeit seien. Wand Dir. Werdenberg der Arbeit der ^Lieferanten wie der raschen Entschlussfähigkeit ider Stadtbehörden ein Kränzchen, so sprach Stadtfrat Büchi in Vertretung des erkrankten Stadtpräsi- »denten allen, die am Zustandekommen der verkehrstechnischen Neuerung mitgeholfen, Dank und Anerkennung aus. Straiien Neuenburg will sein Strassennetz weiter ausbauen. Strassenban-Fragen wurden kürzlich im neuenburgisehen Grossen Rat aufgerollt, als Reg-Rat Guinchard, der Chef des Departements der öffentlichen Arbeiten, ein Expose über die bisherigen Leistungen des Kantons auf diesem Gebiet gab. Bei den Automobilisten führte er aus, herrsche die Ansicht, der Staat führe jährlich 200.000 Fr., welche für das Strassenwesen bestimmt seien, seiner allgemeinen Kasse zu. Das stimme nicht. Im Zeitraum 1929—1937 habe er für den Strassenbau 17.427.686 Fr. aufgewendet, währenddem ihm gleichzeitig aus den Verkehresteuern nur 9.024.633 Fr. zugeflossen seien. Der Kanton Neuenburg habe somit im Lauf der letzten neun Jahre 8,4 Millionen Die Zusammensetzung des Rennstalles «Alfa-Corse» für 1939. Als erster der grossen europäischen Rennställe gibt «Alfa-Corse» seine Formation pro 1939 bekannt Danach hat Generaldirektor Ing. Gobbato von den Älfa-Romeo-Werken seine Kampfmacht für die kommende Rennsaison wie folgt gebildet: Giuseppe Farina Clemente Blondettl Emilio Villoresl Glordano Aldrighetti Mario Tadini Carlo Pintacuda Francesco Severi Nandn Righetti Die bekannten Piloten, die schon letztes Jahr die Farben von Alfa verteidigten, werden also alle wieder mit von der Partie sein. Neu verpflichtet wurden aus dem Lager der uiordano Aldrighetti, italienischer Motorradmeister des Jahres 1938, wird an den Automobilrennen des nächsten Jahres an der Seite bereits bewährter Piloten für Alfa-Corse starten. mehr für die Strossen ausgegeben als er dafür eingenommen. Gegenwärtig befinde sich ein Plan für weitere Korrektionsarbeiten im Studium und nur dem Mangel an Kredit sei es zuzuschreiben, wenn bisher noch nicht an dessen Verwirklichung herangetreten worden sei. Im weiteren befasste sich der Redner mit dem Problem der Finanzierung des Projektes, wofür die Regierung die Aufnahme einer Anleihe bei der Nationalbank vorschlage, sofern die Tendenzen für die Inanspruchnahme der Abwertungsgewinns durchdringen. Für die Amortisierung würde jährlich ein bestimmter Betrag im Budget des Departements der öffentlichen Arbeiten vorgesehen, daneben sei eine Erhöhung der Automobil- und Fahrradsteuern in Aussicht genommen. Zürcher Strassenfragen. Die Arbeiten für die Verbreiterung der pfadet, m. K. ab Bivio passierbar. Klausen, leicht angeschneit, Ketten ratsam. Lenzerheide, Quaibrücke nehmen ihren normalen Verlauf, o. K. passierbar. Lukmanier, gesperrt, Bünd- o. K. offen bis Santa Maria. M a 1 o j während man jenen am Alpenquai ein et-nerseite a, was beschleunigteres Tempo wünschen möchte. Das gleiche gilt z. B. auch für das Einlegen des Strassenbahngeleiseanschlusses bei der Einmündung der Bahnhofstrasse in den Bahnhofplatz, wo man während Wochen nur wenige Arbeiter beschäftigt sah und die Oeffnung der Bahnhofstrasse von Tag zu Tag hinausgeschoben wurde. Wo bleibt da die berühmte Speditivität des Zürchers? Das «Wellenbad» an der Limmattal-Industriestrasse ist nun demnächst beseitigt. Allerdings mit teurem Geld, das man sich hätte ersparen können, wenn gewisse Beamte nicht gegen alle Ratschläge von Verkehrspraktikera taub wären. Auffallend ist dabei bloss, dass sich die politischen Parteien und der Gemeinderat um solche Seldwyler Streiche nicht kümmern. Wann rafft sich jemand zu einer Interpellation auf? Das Volk wäre ihm dankbar dafür. Während auf solche Weise Zehntausende von Franken hinausgeworfen werden, sträubt man sich gegen die von den Polizeibehörden verlangte Anbringung einer Fussgängerpasserelle über die Bellerivestrasse bei der projektierten Strassenbahnhaltestelle beim Eingang zur rechtsufrigen Ausstellung am Hornbach. Es soll hier an Tagen mit starker Frequenz jede Minute ein Strassenbahnzug mit zwei Anhängern mit total ca. 150 Personen ankommen, welche die ohnehin stark frequentierte rechtsufrige Ausfallstrasse überqueren müssen, um in die Ausstellung zu gelangen. Man kann sich leicht vorstellen, was für verkehrsge- Sportnachrich ten Motorradfahrer der diesjährige Campionissimo Aldrighetti, der an vielen Rennen mit echt südländischem Temperament, mit Todesverachtung die schnelle 4-Zyi-Gilera/Rondine steuerte, und der weniger bekannte Righetti. Beide sind von den führenden Instanzen des Mailänder Rennstalles anlässlich von Probefahrten, die vor einigen Wochen in Monza stattgefunden haben, auf ihre Eignung als Rennwagenpiloten erprobt worden; die Ergebnisse sollen sehr zufriedenstellend ausgefallen sein. Grosser Preis der Schweizer. Landesausstellung 1939. Zürich rüstet energisch für seinen nächstjährigen Grand Prix. Als Datum ist nun der 8. Oktober eingetragen, vorbehaltlich einer eventuellen Aenderung, falls der 24. September doch noch frei werden sollte. Erfreulich ist, dass die vorgesehenen Motorradrennen nun unter der offiziellen Bezeichnung « Grosser Preis der Schweiz für Motorräder > ausgefahren werden können. Nicht nur das Grosse Organisationskomitee, dem Herr Stadtrat Stirnemann, Zürich, vorsteht, ist bestellt, sondern auch alle Unterkomitees, so dass nun der gesamte Organisationsapparat seine Funktionen aufgenommen hat. Das Rennsekretariat ist im Sekretariat der Sektion Zürich des A. C. S., Waisenhausstrasse 2, Zürich, installiert. Als Sekretär amtet seit 1. November Herr Dr. Kramer. Zürich. Auch das eigentliche Kennprogramm ist nun festgelegt. Es umfasst folgende Rennen: 9.40 Uhr: Grosser Preis der Schweiz für Motorräder 250 cem über 20 Runden = 97 km, und für Motorräder 350 cem über 25 Runden = 121,250 km. 11.00 Uhr: Preis von Zürich für Rennwagen 1500 com über 35 Runden = 169,750 km. 13.30 Uhr: Grosser Preis der Schweiz für Motorräder 500 cem ober 25 Runden = 121,250 km. 15.00 Uhr- Grosser Preis der Schweiz. Landesausstellung für Rennwagen der internationalen Rennformel über 60 Runden = 291 km. Das Rennprogramm ist sehr geschickt zusammengestellt, indem sowohl die Vormittags- wie die Nachmittagsbesucher Motorräder- und Automobilrennen beiwohnen können. Die über nicht zu lange Distanzen gehenden Rennen sorgen dafür, dass der Zuschauer spannende Kämpfe erleben wird. Die baulichen Installationen werden gross aufwogen. Es werden rund 10.000 Sitzplätze auf Tribünen geschaffen. Start und Ziel befinden sich an der neu ausgebauten Beton-TJeberlandstrasse, Fas- OTrrellen sorgen für die freie Zirkulation der Zuschauer vom äusseren Ring in den innern Teil der Rundstrecke, so dass es den Stehplatzbesuchern möglich ist, die Rennen von verschiedenen Standpunkten aus zu verfolgen. V Touristik-Bulletin des A.C.S. Stand der Alpenstrassen am 28. November 1938. m. K. = mit Ketten; o. K. = ohne Ketten. Schweiz. Nach den zu Wochenbeginn erfolgten starken Schneefällen zeigt sich die Befahrbarkeit der Paßstrassen am 28. November 1938 wie folgt: A1 b u 1 a, gesperrt, Albulatal m. K. ab Bergün bis Preda offen, Südseite ab Ponte unpassierbar. B e r n i n a, gesperrt, Engadinerseite bis Pontresina m. K. befahrbar, Puschlav m. K. offen bis Sfazü unterhalb La Rosa. B r ü n i g, gänzlich schneefrei. Flüela, gesperrt, Davoserseite m. K. offen bis Tschuggen, Südseite ab Süs unpassierbar. F o r - c 1 a z, gepfadet, wegen Vereisung Ketten empfehlenswert. F u r k a, gesperrt zwischen Realp und Oberwald im Wallis. Grimsel, gesperrt, Haslital o. K. befahrbar bis Gartenbach, 3 km unterhalb Passhöhe; Walliserseite ab Oberwald unpassierbar. Grosser St. Bernhard, Schweizerseite gesperrt ab Bourg-St. Pierre. J a n n, 15 cm Schnee, Ketten notwendig. J u 1 i e r, in ganzer Breite ge- breit gepfadet, Ketten ratsam. Marchairuz, schneefrei. Montets, gepfadet, o. K. offen. Morg i n s, angeschneit, o. K. befahrbar. M o s s e s, leicht angeschneit, o. K. befahrbar. 0 b e r a 1 p , gesperrt, Urnerseite bis Nätschen m. K. offen; Bündnerseite bis zur Wegerhütte ob Tschamutt o.K. befahrbar. Ofen, gepfadet auf eine Breite von 3,20 m, m. K. passierbar. P i 11 o n, Ueberfahrt für Privatautos nicht mehr empfehlenswert. San B e r- n a r d i n o, gesperrt zwischen Hinterrhein und San Bernardino-Dorf. Zufahrt nach Hinterrhein und San Bernardino-Dorf m. K. ab Splügen resp. Pian San Giacomo möglich. St. Gotthard, gesperrt, Nordseite o. K. befahrbar bis Hospenthal, Südseite schneefrei bis Airolo. S i m p 1 o n, zirka 10 cm Schnee, m. K. passierbar. Splügen, gesperrt ab Splügen-Dorf. Umirail, gesperrt ab Sta Maria. Weissenstein, schneefrei. Wolfgang, fast schneefrei, o. K. befahrbar. Engadin durchgehend m. K. befahrbar. Zügenstrasse (Davos- Tiefencastel) Ketten ratsam. Bedrettotal m. K. offen bis Ronco. Deutschland. Arlljerg durchgehend fepfadet, Ketten erforderlich für die Strecke Stuben - St. Anton. Gesperrt sind: Grossglockner, Turracherhöhe, Radstätter, Tauern und Katschberg. Mallen. Unpassierbar sind: Campo di Carlo» magno, Cereda, Falzarego, Gavia. Grödnerjoch, Jaufen, Mauria, Pordoi, Rolle, Sella, Stilfserjoch und Tonale. Mit Ketten befahrbar sind: Aprica, Campolungo, Cimabanche. Karrer„ Tre Croci, Sant'Angelo, Misurina und Resia. Frankreich. Route d'Hiver des Alpes und Route Napoleon sind durchgehend ohne Ketten befahrbar. Mont-Genevre m. K. passierbar. Alle Alpenpässe sind nun für den durchgehenden Fahrverkehr gesperrt. fährliche Situationen und Verkehrsstockungen ein solcher Zustand schaffen würde. Ins gleiche Kapitel gehört auch die ablehnende Stellungnahme gewisser •Behördenvertreter gegen die Anbringung von Abschrankungen an stark frequentierten Plätzen und Strassenkreuzungen. Trotzdem sich diese Einrichtung z. B. bei der Kreuzung Bahnhofstrasse-Uraniastrasse aufs beste bewährt hat, glaubt man aus «ästhetischen» Gründen hievon absehen zu sollen. Und dabei weiss jeder Verkehrsfachmann, welcher «Salat» sich im nächsten Jahr am Bahnhof-, Parade-, Bellevue- oder St. Leonhardsplatz mit Sicherheit einstellen wird, wenn diese Abschrankungen, die sich sehr dezent plazieren lassen, fehlen. Es ist bedauerlich, dass diese Vorschläge, die vollständig berechtigt sind, keine Beachtung finden, indem man sie, scheinbar aus finanziellen Gründen, bekämpft. Müssen immer zuerst schwere Unfälle vorangehen? V 2U» d«-»n VerbHnden VEREINIGUNG STAATL. GEPIt. AUTOFAHRLEHRER DER SCHWEIZ (V. A. S.) KANTONAL-BERNISCHER AUTOFAHRLEH- RERVERBAND. Versammlung: Dienstag, den 6. Dezember 1938, abends 8 Uhr, im Hotel Wächter in Bern. — Traktanden: Protokoll, Preisfrage, Verschiedenes. Vollzähliges Erscheinen erwartet: Der Vorstand. Auto und Ski — eine nützliche Broschüre des ACS. Den früheren Ausgaben seiner Broschüre cAuto und Ski» hat der Automobil-Club der Schweiz in den letzten Tagen eine neue folgen lassen, die in mancher Hinsicht ergänzt und erweitert worden ist. In klarer Anordnung und Gliederung bietet die Publikation einen Ueberblick der im Auto ganz oder teilweise erreichbaren Skigebiete der Schweiz und fügt, was ihren praktischen Wert noch erhöht, für jedes einzelne dieser Gebiete Vorschläge für Touren und Abfahrten bei. Selbstverständlich fehlen auch Angaben über Unterkunftsmöglichkeiten nicht, ebensowenig wie über den Schneekettendienst auf den Zufahrtsrouten. Kann und will das Büchlein auch kein « Skiführer» im eigentlichen Sinne des Wortes sein, um so besser erfüllt es die Aufgabe, die es sich gestellt: den Reichtum unseres Landes an bekannten sowohl als auch an weniger bekannten Wintersportgebieten aufzuzeigen und dem Automobilisten als Ratgeber zu dienen, wobei ihm die der Veröffentlichung beigegebene Auto-Skikarte der Schweiz die Wahl seiner Ziele noch erleichtern hilft. Die Broschüre ist im Buchhandel nicht erhältlich, vielmehr wird sie auf Verlangen von den Touristikbüros des A.C.S. gratis abgegeben.

N° 96 — DIENSTAG. 29. NOVEMBER 1938 AUTOMOBIL-REVUE 15 Vollko Griffigkeit auf Winterstrassen Schneipmus und Schneekettin, die Mittel dazn. - Praxis des KettenaufIegens Wer Je einen wenig bergewohnten Feriengast in Halbschuhen oder gar Stöckelschuhen auf Irgendeiner steilen Alpwiese angetroffen hat, der wird den «erhebenden» Anblick zeitlebens nicht vergessen. Genau so komisch vorsichtig würde sich wohl ein Träger von genagelten Bergschuhen auf glattem Parkett bewegen. Und ganz ähnlich ergeht's dem Wagen, wenn wir seine «Beschuhung» nicht den herrschenden Strassenverhältnisen anpassen. Während die Sommerreifen auf schneebedeckter und daher etwas weicher Fahrbahn an Griffigkeit zu wünschen übriglassen, stellen rasselnde Schneeketten auf trockener Strasse ebensowenig ein erstrebenswertes Ideal dar, Fig. 1. Derartige MontagebOgel erleichtern das Aufziehen der Schneeketten. Man klemmt sie unten auf den Reifen und befestigt daran das Ende der am Boden liegenden Kette. Fährt man nun, wie in Fi£. 8 dargestellt, auf die am Boden ausgebreitete Kette, eo wird diese durch den Bügel um daa Rad gelegt. und zwar weder für die Wageninsassen noch für die Reifen oder die Strassendeckel Man hat deshalb einerseits besondere Winterreifen mit hohen Stollen geschaffen, die sich auf verschneiten Strassen fast wie ein Zahnrad in den wenig harten Schneebelag einkrallen und genau so gut auch auf trockener Fahrbahn zu Hause sind. Gleichzeitig sind die Schneeketten beträchtlich verbessert worden, so dass das Auflegen und Abnehmen viel rascher vor sich seht als einst 2)ie VetlessttuHQW den Schneeketten beziehen sich auf ihre Haltbarkeit, ihre gleichmassige Griffigkeit bei möglichst ruhigem Lauf, die Verhinderung des Vereisens sowie die erwähnte Erleichterung der Montage. Um die Lebensdauer der Ketten zu verlängern werden heute mitunter für die dem Verschleiss besonders stark unterworfenen Verbindungsglieder von Umfangs- und Querketten kräftige Ringe verwendet, die sich im Gebrauch bald In der einen, bald in der andern Richtung etwas drehen und daher rundum gleichmässig abnützen. Eine bloss lokale, rasche Durchwetzung wird In dieser Weise vermieden. Andere Firmen wieder fügen in die Querketten knebelgriffartige Stahlteile ein, welche als Lauffläche für das Rad dienen. Zur Verhütung einer Vereisung der Kette werden lose Stahlringe an die Kette gehängt, die durch ihre dauernde Bewegung der Eisbildung entgegenwirken. Im Interesse eines stossfrelen und ruhigen Laufs versieht man die einfachen Leiterketten jetzt meist mit mehr Querketten als bisher. An die Seite der durch ihre gute seitliche Führung ausgezeichneten Zickzackketten treten Doppelzickzackketten, bei denen die zickzackförmigen Querketten von jeder Umfarrgskette nur bis in die Radmitte reichen und dort mit der zweiten an -die andere Umfangskette angeschlossenen Zickzackkette verbunden sind. Da sich die Ketten im Betrieb allmählich durch die Abnützung der Glieder und durch Strecken etwas längen, während der Reifen gleichzeitig durch den Verschleiss im Durchmesser ein wenig abnimmt, können sich die Ketten mit der Zeit ein bisschen lockern. Um dem vorzubeugen, werden die Ketten von gewissen Fabrikanten schon bei der Herstellung gestreckt. Ausserdem baut man ein oder mehrere Spannschlösser in die äussere Umfangskette ein, welche ähnlich einem Skiverschluss erlauben, die Kette stramm anzuspannen. Und jetzt noch ein paar Worte 20* JJUUOS des jCettenaultegens und -ahtetimens. Es gibt zwei grundsätzliche Arten des Vorgehens: Entweder man breitet die Ketten auf dem Boden aus und fährt darauf oder man hebt die Räder mit der Wagenwinde vom Boden ab und zieht dann die Ketten über. In beiden Fällen erleichtern ein bis zwei sogenannte Montagebügel die Arbeit. Man versteht darunter Klammern, die sich auf den Reifen klemmen lassen und erlauben, die Schneekette daran einzuhängen. Folgende Art des Vorgehens hat sich bewährt: Man breitet die Ketten im Abstand der Spurweite in Fahrtrichtung hinter dem Wagen aus. Sie sind so zu legen, dass die Spannschlösser nach aussen zu liegen kommen. Nun schieben wir den Wagen auf das Kettenende, klemmen den oder die Montagebügel auf den (die)'Reifen und befestigen die Kette(n) daran. Hierauf wird der Wagen noch weitergeschoben, wobei der Montagebügel die Kette um das Rad wickelt. Bevor die Hinterräder eine Umdrehung vollendet haben, halten wir an, 2Jie Schttecptieus unterscheiden sich in der Ausführung des so wichtigen Profils der Laufdecken ziemlich stark voneinander. Um auf harten, trockenen Strassen eine erschütterungsfreie Fahrt zu Fig. 2. Spannschloss zum straffen gewährleisten, führt man die Laufdecke so aus, dass sie einen vollkommen kontinuierlichen Bodenkontakt gibt. Damit das Schneeprofil nicht allein in Fahrtrichtung, sondern ebensowohl seitlich eine gute Führung bietet und ein seitliches Abrutschen des Wagens auf stark gewölbten Strassen ausgeschlossen ist, versieht man einfache Querstollen mit Einschnitten in Umfangsrichtung oder aber die Schneestollen werden irgendwie schräg angeordnet. Wer öfters auf frisch verschneiten oder wenig benützten Strassen fährt und nicht damit rechnet, zwischenhinein immer wieder apere Wege benützen zu müssen, wendet sich mit Vorliebe einem guten Fabrikat von Schneeketten zu, die selbst unter ungünstigen Umständen, so z. B. bei Neuschnee auf hartgefrorener Unterlage noch gut durchgreifen. der Schneekette, oben ungespannt und unten gespannt. Ein oder mehrere derartige Schlösser werden vielfach in die äussere Umfangskette eingebaut. Zum Spannen dient ein Vierkantschlüssel. nehmen den (die) Bügel ab, hängen erst die Verbindungshaken der innern Umfangskette und dann das Schloss der äussern ein. Dieses strafft beim Schliessen die Kette manchmal von selbst. Oft ist noch ein besonderes Spannschloss vorgesehen, womit die Kette zuletzt angespannt ist. Beim Abnehmen ist nicht genau in umgekehrter Reihenfolge zu verfahren. Wohl löst man erst das Spannschloss. Doch wird danach zuerst der Haken der innern Umfangskette ausgehängt und erst anschliessend das äussere Verbindungschloss geöffnet, um die Kette abzunehmen. Hängt man nämlich den innern Haken zuletzt aus, so kann die Kette durch eine ungeschickte Bewegung nach innen herunterfallen und sich im Stossdämpfer oder andern Bauteilen der Abfederung verfangen, so dass man sie nur durch Demontage des Rades wieder herauskriegt. Und all diese Annehmlichkeiten bei 10° unter Null! Na, prost! Vergessen wir darum nicht, erst innen und dann aussen auszuhängen, -b- Flg. S. Das Aufziehen der Schneeketten in vier Bildern. Bild 1: Ketten mit Spannschloss nach aussen ausbreiten; auf ihr Ende fahren: Montagebügcl auf den Reifen klemmen und Kette daran festmachen; Wagen ganz auf die Kette schieben. Fig. 4. Das Aufzlehtri der Schneeketten in vier Bildern. Bild 2—4: Nach dem Abnehmen des Montagbügels wird die Kette auf der Innenseite eingehängt (2); hierauf das Schloss der äussern KetU geschlossen (3) und zulezt das Spannschloss angezogen. Inhalt des 2. Wieviel Liter Frostschutzmittel brauchen wir? Nach Angabe der Hersteller zur Erreichung des gewünschten Kälteschutzes benötigte Beimischung des Frostschutzmittels in Litern oder Prozent Kühleystems in Litern Kälteschnti bis: —10° C —20« C —30 ° C Marke des Fros- Frigo- Gly- Polar Polar Frige- Gly- Polar Polar Frigo- Gly- Polar Felar schutzmittelts: stop santin I») II»*) stop santin I*) II**) stop santin I») II**) Beimischung In %: 10 20 28 20 34 34 50 30 44 52 64 6 0,6 1,2 — 1,7 1,2 2,0 2,0 3,0 1,8 2,6 3,1 3,8 8 0,8 1,6 — 2,2 1,6 2,7 2,7 4,0 2,4 3,5 4,2 5,1 10 1,0 2,0 — 2,8 2,0 3,4 3,4 5,0 3,0 4,4 5,2 6,4 12 1,2 2,4 — 3,4 2,4 4,1 4,1 6,0 3,6 5,3 6,2 7,7 14 1,4 2,8 — 3,9 2,8 4,8 4,8 7,0 4,2 6,2 7,3 9,0 16 1,6 3,2 — 4,5 3,2 5,4 5,4 8,0 4,8 7,0 8,3 10,2 18 1,8 3,6 — 5,0 3,6 6,1 6,1 9,0 5,4 7,9 9,4 11,5 20 2,0 4,0 — 5,6 4,0 6,8 6,8 10,0 6,0 8,8 10,4 12,8 22 2,2 4,4 — 6,2 4,4 7,5 7,5 11,0 6,6 9,7 11,4 14,1 24 2,4 4,8 — 6,7 4,8 8,2 8,2 12,0 7,2 10,6 12,5 15,4 26 2,6 6,2 — 7,3 5,2 8,8 8,8 13,0 7,8 11,4 13,5 16,6 28 2,8 6,6 — 7,8 5,6 9,5 9,5 14,0 8,4 12,3 14,6 17,9 30 3,0 6,0 — 8,4 6,0 10,2 10,2 15,0 9,0 13,2 15,6 10,2 32 3,2 6,4 — 9,0 6,4 10,9 10,9 16,0 9,6 14,1 16,6 20,5 34 3,4 6,8 — 9,5 6,8 11,6 11,6 17,0 10,2. 15,0 17,7 21,8 36 3,6 7,2 — 10,0 7,2 12,1 12,2 18,0 10,8 15,8 18,7 23,0 38 6,8 7,6 — 10,6 7,6 12,9 12,9 19,0 11,4 16,7 19,8 24,3 40 4,0 8,0 — 11,2 8,0 13,6 13,6 20,0 12,0 17,6 20,8 25,6 42 4,2 8,4 — 11,8 8,4 14,3 14,3 21,0 12,6 18,5 21,8 26,9 44 4,4 8,8 — 12,3 , 8,8 14,9 14,9 22,0 13,2 19,4 22,9 28,2 46 4,6 9,2 — 12,9 9,2 15,6 15,6 23,0 13,8 20,2 23,9 29,4 48 4,8 9,6 — 13,4 9,6 16,3 16,3 24,0 14,4 21,1 25,0 30,7 50 5,0 10,0 — 14,0 10,0 17,0 17,0 25,0 15,0 22,0 26,0 32,0 •) Polar mit Krustenlösender Wirkung. ^ustaincl Frankreichs Bemühungen um einen « nationalen Lastwagen ». «•"»Wirtschaftliche und 'wehrpolitische Gründe haben das französische Ministerium für öffentliche Arbeiten veranlasst, der Frage der Schaffung eines französischen «Einheite-Lastwagens» näherzutreten, wobei nicht zuletzt die Erfahrungen der letzten Xfobilisation mitgesprochen haben mögen. Auf jeden Fall hört man, die zuständigen Behörden fassen Massnahmen für den Bau eines Standard-Lastwagentyps in« Auge, der bei 8—12 T. Gesamtgewicht eine Nutzlast von 4—6 T. besässe. Vorläufig handelt es sich freilich nur um Projekte, aber sie sind interessant und zeitsemäs« genug, um auch unsere Aufmerksamkeit zu erregen, besonders mit Rücksicht darauf, dass ja eine Vorlage, welche die Erleichterung der Lastwagen-Anschaffung zum Ziel hat, noch im Laufe dieses Jahres vor die eidg. Kammern gebracht und auf Anfang 1939 in Kraft gesetzt werden soll. Um seine Pläne verwirklichen zu können, beabsichtigt Frankreich, für den in Betracht fallenden Fahrzeugtyp Steuererleichterungen zu gewähren, und zwar in der Form, dass während der ersten zwei Betriebsjahre sämtliche Steuern erlassen und für die folgenden zwei auf die Hälfte emässigt würden. Zur Deckung des dadurch entstehenden Einnahmenausfalls hätten umgekehrt Wagen mit einem Alter von mehr als 10 Jahre einen öOprozentigen Zuschlag xu entrichten. Wird das hier skizzierte Projekt in die Tat umgesetzt, «o bedeutet das für die Besitzer des neuen Einheits-Lastwagens eine jährliche Steuerreduktion von 1500 ffr., wozu sich noch die im Gesetz über die Verkehrs-Koordinierung enthaltenen Erleichterungen gesellen, die je nach Wagentyp bis zu 7000 Fr. ansteigen. Bei den französischen «Leuten» vom Bau» herrscht Einigkeit darüber, das« sich die Verschiedenartigkeit der Lastwagentypen und der durch den Mangel an Karosserien bedingte hohe Preis auch vom militärischen Gesichtspunkt aus ungünstig auswirke. Nebenbei bemerkt ist in Frankreich auch eine Bewegung Im Gange, welche die Schaffung eines nationalen Landwirtschaftstraktors anstrebt. Das deutsche Kraftfahrwesen unter einheitlicher Leitung. Mit der unlängst erfolgten Ernennung des Obersten von Schell zum Generalbevollmächtigten des Kraftfahrwesens hat Deutschland einen weiteren, entscheidenden Schritt für den beschleunigten Ausbau dieses Wirtschafts- und Verkehrszweiges getan. Neben der Förderung der notwendigen Massnahmen für die Produktion und die Verbesserung der Organisation fällt in den Aufgabenkreis des neuen Vollmachtinhabers auch die Typenbeschränkung. Zweck der Zusammenfassung der gesamten Automobilwirtschaft in einer Hand ist in erster Linie die dringend wünschenswerte Rationalisierung der Produktion und die Steigerung der Leistungsfähigkeit der Motorfahrzeugindustrie einsprechend den gesteigerten Anforderungen, doch spiegeln sich darin nicht zuletzt auch die Bedürfnisse der Landesverteidigung. Oberst von Schell, der aeit einigen Jahren aeim Oberkommando des Heeres die Fragen der Heeresmotorisierung bearbeitet, behält diese Stellung auch in Zukunft bei und sieht seine Kompetenzen nunmehr noch erweitert. Auch in der Domäne des gewerblichen Güterverkehre wird sich die neue Massnahme zweifellos deutlich auswirken, hat doch die vergangenen Sommer unvermittelt eingetretene Notwendigkeit der Requisition von Lastwagen unmissverständlich offenbart, dass gerade hier der Motorisierungsstand hinter den Bedürfnissen noch weit zurücksteht. **) Polar ohne Krustenlösende Wirkung. Buchevl^sdi DAS PULVERHORN ABRAHAMS. Gischichlen aus dem Romanischen. Von Schimun Vonmoos. Der Schweizer Verlag verdient Dank dafür, daas er uns in dem Buch von Pfarrer Schimun Vonmoos « Das Pulvorhorn Abrahams » eine Probe romanischer Erzählungskunst vermittelt Im Kran* der 12 Geschichten erschliesst sich eine unvergleichliche Landschaft, die schöne Einfalt und heitere Frömmigkeit unserer romanischen Miteidgenossen. Dieses kleine Buch ist eine wahre Herzensstärkung. Der Bündner Künstler Alois Carigiet hat die Erzählungen illustriert. APHORISMEN. Von Gh. Tschopp. Dieses Büchlein fasst Erfahrungen und verworrene Gedanken, Aergernisse und Freuden in ein kurzes, klares Wort, das der Leser vielleicht schon lange und vergeblich gesucht hat. Das Buch spricht von Liebe und Freundschaft, von Bildung und Einbildung, von Schicksal und vom Tod, von Hoffnung und Sehnsucht, von Kranken und Aeriten und vielem andern. Der Leser wird merken: dass der Verfasser viele Dummheiten begangen, viel Unglück erlitten, viel Feindschaft erweckt haben muss, um hinterher so kluge Einfälle zu haben. Für ihn, den Verfasser, kommen die meisten Aphorismen des Büchleins zu spät; gewiss aber nicht für den Leser. SCHWYZER MEIE. Die schönsten Schweizerdeutschen Gedichte. Ein Blumenstrauss von wahrhaft bezaubernder Schönheit! Aus über 5000 lyrischen Gedichten haben die Herausgeber den kostbarsten Schatz unserer schweizerdeutschen Muttersprache erlesen. Die Gedichte reden in den verschiedensten Mundarten unseres Landes. Aber gerade diese Sammlung zeigt, dass die Vielfalt keinen Nachteil, sondern Reichtum bedeutet. Es ist eine Seele, die in allen Gedichten lebt: die unserer Heimat, der einen Schweiz. Das blütenweisse Papier, die klare Antiqua-Schrift, die schöne Satzordnung, der geschmackvolle Einband und nicht zuletzt die reizenden Vignetten von August Frey machen das Werk doppelt begehrenswert. HandbOchlein für Baulustige und Hausbesitzer. Von P. Lampenscherf. Der Bau oder Kauf eines Hauses ist für die meisten deshalb eine recht schwierige Angelegenheit, weil es an den nötigen Fachkenntnissen fehlt. Das vorliegende Büchlein hilft diesem Uebelstand ab. Vom Ankauf des Bauplatzes an, den Plänen und der Bauleitung, der Anordnung 'und Einteilung des Hnnsps, der Vergebung der einzelnen Bauarbeiten beleuchtet es bis zu den Reparaturen alles, was ein Baulustiger wissen muss. KURT HIELSCHER: OESTERREICH. Der Name Kurt Hielscher bedarf keiner besondern Empfehlung mehr. Als Photograph von ungewöhnlichem Können hat er in seinem Band «Oesterreich», der soeben in neuer Auflage mit 240 ganzseitigen Bildern erschienen ist, ein Werk geschaffen, das das Typische der österreichischen Landschaft und Baukunst in künstlerisch gesehenen und erfassten Bildern vor Augen führt. Sie erzählen von Wanderungen an den Seen des Salzkammer,euts, von einer Frühlingsfahrt durch die weingesegnete Wachau, von der Stille des Winters, von heiteren Tagen in altertümlichen Städten, von prunkenden Klöstern und von der Erhabenheit der Berge. (Verlag Brockhaus, Leipzig.)