Aufrufe
vor 8 Monaten

E_1938_Zeitung_Nr.100

E_1938_Zeitung_Nr.100

BERN, Dienstag, 13. Dezember 1938 Nummer 20 Cts. 34. Jahrgang — No 100 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISE: Aufgabe A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr. 5.-, jährlich Fr. Ausland mit Portozuschlag, wenn nicht postamtlich abonniert Ausgabe B (mit gew. Unlallversich.) vierteljährlich Fr. 7.50 Ausgabe C (mit Insassenversicherung) vierteljährlich Fr. 7.50 10*— Erscheint jeden Dienstag und Freund Wöchentliche Betlage „Auto-Magazin". Monatlich 1 mal „Gelbe Liste« REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breitenrainstr. 97, Bern Telephon 28.222 - Postcheck III414 - Telegramm-Adresse: Autorevue, Bern Geschäftsstelle Zürich) LCwenstrasse 51, Telephon 39.743 INS ERTIONS-PREIS: Die achtgespaltene 2 mm hohe Grundzeile oder deren Raum 45 Rp. Grössere Inserate nach SpezialtarU Inseratensehluss 4 Tone vor Erscheinen der Nummer Fiskus und Motorfahrzeug-Verkehr Im Jahre 1937. Die 1937 eingetretene Zunahme des Motorfahrzeugbestandes, welche die rückläufige Bewegung des Vorjahres abgelöst hat, erweckte wohl verschiedenenorts Hoffnungen auf eine neue « Morgenröte > im Motorfahrzeugwesen. Nicht zuletzt auch in den Kreisen des Bundes- und kantonalen Fiskus, wo •man aus diesem Anzeichen ziemlich rasch auf eine Zunahme der Erträgnisse aus Zöllen, Steuern und Gebühren des Motorfahrzeugwesens schloss. Kein Wunder, wenn sich daher nicht überall die Revision änderungsbedürftiger Steuer- und Zollansätze in dem vielleicht ursprünglich vorgesehenen Tempo vollzog, weil man sich im Glauben wiegte, dass die magern Jahre des Niederganges des Automobil- und Motorradwesens vorüber seien und bessere Zeiten Einkehr halten werden. Es ist daher zu verstehen, wenn gerade die am Finanzwesen interessierten Behördekreise den 1937er Ergebnissen der Motorfahrzeugzölle und -Steuern mit Spannung entgegensahen, um daraus für die Zukunft mehr oder weniger berechtigte Folgerungen ableiten zu können. Man wollte auch feststellen, inwieweit sich der Zug zum Kleinwagen in finanzieller Hinsicht ungünstig für den Fiskus ausgewirkt habe. Die nun vorliegenden 1937er Ergebnisse lassen erkennen, dass die Bäume nicht in den Himmel gewachsen sind und dass der Zeitpunkt zum Aufatmen und Jubilieren noch nicht da ist. Wenn auch die Kantone beim 1937er Resultat etwas günstiger davonkommen als im Vorjahr, so sieht die Kehrseite der Medaille für den Bimdesfiskus bedeutend schlechter aus. Trotz der Zunahme des Motorfahrzeugbestandes ist das Gesamtresultat in finanzieller Hinsicht für den kantonalen und Bundesfiskus schlechter, unbefriedigender. Und das sollte nun doch zu denken geben ! Gewiss, die Erträgnisse sind immer noch reichlich hoch und machen einen namhaften Teil der kantonalen und eidgenössischen Gesamteinnahmen aus, aber man darf sich der Einsicht nicht länger verschliessen, dass etwas unternommen werden muss, um die Motorfahrzeughaltung durch eine merkliche finanzielle Entlastung wieder wirksam ankurbeln zu können. Die dringend nötige Förderung der Verkehrs- und Volkswirtschaft des Landes verlangt eindeutig solche Massnahmen; sie stellen, aber auch unabweisbare Gebote der Landesverteidigung dar, die an der Zunahme des Motorfahrzeugbestandes und der Fahrer in stärkstem Masse interessiert ist. Je früher diese Umstellung bei den eidgenössischen und kantonalen Behörden kommt, um so eher und stärke%wird EINNAHMEN AUS Andere „ Motorfahrzeug- Gebühren a. d. Kantone steuern 1937 M'fahrzeugverk 1937 Fr. Fr. Zürich 5885541.—' 621.356.— Bern 3.657.255.— 851.550.— Luzern b) 1.158068.— 126.362.— Uri 42.053.— 8.415 — Schwyz 267.143.— 31.328.— Obwalden 52.910.— 9.542.— Nidwaiden a) 53.192.— 2.021.— Glarus 168.140.— 9.351.— Zug 168.574.— 16.234.— Fribourg 449.432.— 10.714.— Solothurn 763.382.— 217.157.— Baselstadt 1.038.967.,- 186.632 — Baselland 567.998.— 54.110.— Schaffhausen 234.522.— 38.585.— Appenzell A.-Rh. 166.298.— 41.039— Appenzell I.-Rh. 20.066.— 814.— St. Gallen 1.678.658.— 69.684.— Graubünden 370.799.— 67.913.— Aargau 1.508.835.— 142.898.— Thurgau 988.838.— 92 096.— Ticino 1.253.318.— 61.994.— Vaud a) 3.190.906.— 234.450.— Valais 376.216.— 12.388.— Neuchatel a) 835.659.— 90.891 — Geneve 1.541.529.— 293.942.— Total 1937 26.438.299.— 3.293466.— Total 1936 26.116.840.— 3.102.098.— Total 1935 27 445.439.— 3.237.894.— Total 1934 27.367.247.— 3.308.367.— a) Inkl. Anteil der Gemeinden; V) Inkl. Beitrag das ganze Land aus der neuen Prosperitat des Motorfahrzeugverkehrs Nutzen ziehen. I. Die Kantone. Bis zum Jahre 1934 verzeigten die ^innahmen der Kantone aus Motorfahrzeugsteuern und -gebühren eine stete jährliche Zunahme, die 1931 auf 3.233.223 Fr. anstieg. Dann setzte das Abbröckeln ein. Das Jahr 1934 wartete mit einer Verminderung auf, die zwar 1935 zum Stillstand kam, um dann 1936 in eine Abnahme von gegen 1,5 Million Fr. überzugehen. Das Jahr 1937 hat nun diese Abwärtsbewegung wieder aufzuhalten vermocht, wie obenstehende Zusammenstellung der kantonalen Einnahmen aus Motorfahrzeugsteuern und -gebühren der Eidg. Steuerverwaltung zeigt. Diese unstabile Situation, wie sie sich seit 1933 präsentiert, bedeutet alles andere als ein gutes Omen für die weitere Gestaltung Zunahme resp. Ab- Jahr Betrag Fr. nähme gegenüber dem Vorjahre Fr. 1930 25.784.663 +2.299.756 1931 29.017.886 +3.233.223 1932 30.661.859 +1.643.973 1933 31.057.548 + 395.689 1934 30.675.614 — 381.934 1935 30.683.333 + 7.719 1936 29.218.938 —1.464.395 1937 29.731.765 + 512.827 der kantonalen Einnahmen aus dem Motorfahrzeugverkehr. Schon das laufende Jahr kann wieder eine rückläufige Bewegung aus- MOTORFAHRZEUGEN. Total 1937 Total 1936 Zu- resp. Abnahme Fr. Fr. Fr. 6.506.897.— 6.389.760.— + 117.137.— 4.508.805.— 4.485.208.— + 23.507.— 1.286 430.— 1.233.372.— + 53.058 — 50.468.— 48.641.— + 1.827.— 298.471.— 288.240.— + 10.231.— 62.452.— 57.967.— + 4.485.— 55.213.— 54.635— + 578.— 177 491.— 169.167— + 8.324.— 184.808.— 176.570.— + 8.238.— 460146.— 456.467.— + 3.679 — 980.539.— 986.932.— — 6 393.— 1.225.599.— 1.197.333.— + 28.266 — 622.108.— 591.518.— + 30 590.— 273107.— 269.713.— + 3.394.— 207 337— 190.729.— + 16.608.— 20.880.— 18.784.— + 2.096.— 1 748 342.— 1.686 816.— + 61.526.— 438.712.— 405.380,— + 33.332.— 1.651.733.— 1.750.454.— — 98.721 — 1.080.934.— 1.048.827— + 32.107.— 1.315.312.— 1.278.085.— + 37.227.— 3 425.356.— 3.328.662.— + 96.694.— 388.604.— 377.910.— + 10694.— 926.550.— 913.408.— + 13.142.— 1.835.471— 1.814.270.— + 21.201. =1 _ 29.731.765.— 29.218.938.— + 512.827.— 29.218.938.— — —1.464.395.— 30.683.333.— — + 7.719.— 30.675.614.— — —381.934.— an die Gemeinden. lösen, weshalb die Kantone nach wie vor bestrebt sein müssen, durch eine Reduktion der Verkehrssteueransätze die Anpassung an die heutigen wieder schlechter gewordenen und* sich vielleicht noch weiter zuspitzenden Wirtschaftsverhältnisse vorzunehmen. Zwei Kantone verzeigten auch für 1937 (s. Tab.) eine Abnahme der Einnahmen aus Verkehrssteuern und -gebühren, nämlich Solothurn und Aargau. In letzterem Kanton ist der Ausfall bedingt durch die Herabsetzung der Verkehrssteueransätze; er dürfte in den nächsten Jahren durch eine vermehrte Zahl steuerpflichtiger Fahrzeuge sicherlich wettgemacht' werden. Die grösste Zunahme registrieren Zürich, Waadt, Luzern und St. Gallen. Auch Baselstadt wartet mit einer Zunahme auf, trotzdem dieser Kanton vor zwei Jahren eine Steuerreduktion durchgeführt hat, ein Beweis dafür, dass die Folge einer solchen Massnahme nicht unbedingt ein Steuerausfall zu sein braucht. (Fortsetzung Seite 2.) Blinder Eifer Ergreift da in einer der letzten Nummern einer Radfahrerzeitung ein Arzt das Wort zum Kapitel Fahrradunfälle, wobei er den Versuch unternimmt, deren inneren wie äusseren Ursachen nachzugehen. An sich wäre gegen die wohlgemeinten, väterlichen Ratschläge, die er darin seinem Publikum erteilt, nichts einzuwenden, unterliefe ihm nicht dort, wo er sich der Betrachtung der « äusseren Unfallursachen» zuwendet, eine böse Entgleisung, darin bestehend, dass er als deren erste — was wohl soviel heissen will als hauptsächlichste — die unvorsichtigen Autofahrer, die sog. « rassigen » Automobilisten ins Feld führt. Worauf er seinen Gedankenfaden also weiterspinnt: «Diese Sorte ist ein Landesübel nicht nur für die Radler, sondern auch für jeden andern Strassenbenützer überhaupt. Sind die Autofahrer dann noch angetrunken oder betranken, was sehr oft der Fall ist — Folgen der Unaufmerksamkeit: der Radfahrer, der zu diesem Velo gehört, hatte seine Augen anderawo und fuhr ins Trittbrett des Tramwaffens. Fahrradwege sind — wie Figura zeigt — da, um nicht benützt zu werden. F E U I L L E T O N Töchter, ein halbes Dutzend. Von Cecily Sidgwick. 38. Fortsetzung. «Es ist noch Raum zwischen Lipp' und Kelchesrand », sagte Tante Betty, «einstweilen hast du immer noch drei Töchter zu Hause, Elisabeth, und wenn es auf dich ankäme, würden sie auch ewig hier bleiben. Was ist mit Hester los ? Warum geht sie mit langer Nase herum ? Hat sie eine Enttäuschung erlebt ? » Geschickt brachte ich das Gespräch wieder auf Jane. Ich sagte, dass ich nicht sehr sicher sei, dass sich ihre Gedanken mit dem jungen Doktor beschäftigen. «Das hat nicht viel auf sich», meinte Tante Betty sehr bestimmt, « er denkt an sie. Wenn es umgekehrt wäre, würde ich mehr beunruhigt sein. > « Die jungen Mädchen von heute sind sehr selbständig.» «Keine Spur. Nicht mehr, als ich es in Janes Alter war. Der ganze Unterschied zwischen ihnen und mir besteht nur in den kurzen Röcken, und diese Mode wird auch nicht mehr lange dauern. Was Jane anbelangt, bin ich ganz beruhigt, ich möchte nur für Hester den Richtigen finden. > Als uns Dr. Netherby ein oder zwei Tage später besuchte, bekam Tante Betty einen grossen Schreck. Er sagte ihr, dass.er Porthlew demnächst verlassen und in der Harleystreet in London praktizieren werde; von Jane erwähnte er kein Wort. «Ich verstehe das nicht», sagte Tante Betty zu mir. «Ich versuchte, ihm auf den Zahn zu fühlen und mich in sein Vertrauen einzuschleichen; aber wie eine Schnecke kroch er ins Haus zurück.» Davon war ich nun weiter nicht überrascht; aber auch ich zerbrach mir den Kopf darüber, was geschehen sein konnte. Als Tante Betty beim Dinner seine plötzliche Abreise zur Sprache brachte, schien Jane nicht besonders überrascht, wurde jedoch rot. Aber auch sie zog sich wie eine Schnecke in ihr Haus zurück, sobald Tante Betty die Hände im Spiel hatte. Tags darauf traf ich Dr. Netherby unterwegs und erfuhr ganz zufällig, was geschehen war. Er erzählte mir sehr vergnügt, dass er nach London ginge, dass er aber sehr bald wieder zurück sein würde und hoffe, dass ich mich freuen werde, ihn zu sehen. « Gewiss, warum nicht ? > sagte ich etwas verwirrt. < Sie sind also auf meiner Seite ? > «Ich weiss wirklich nicht, was Sie meinen. » «Steigen Sie für ein paar Minuten in meinen Wagen, dann werde ich Ihnen alles erzählen. In Ihrem Hause sind zu viel Leute. Das hat nämlich etwas mit vorgestern zu tun. Ich möchte Jane heiraten >, sagte er ohne alle Umschweife. Ich fragte ihn, ob sie es wüsste. « Ja, ich habe ihr vorcestern einen Heiratsantrag gemacht; sie hat mir aber eine» Korb gegeben.» Ich sagte nur in teilnehmendem Tone: « Oh ! » Ich wusste nicht, was ich sagen sollte und hatte auch das bestimmte Gefühl, dass er weitersprechen wollte. « Das hat nichts zu sagen •», fuhr er fort. «Ich werde ihr noch einen Heiratsantrag machen. Um ganz präzise zu sein : ich wer- In dieser Nummer: Unsere Rundfrage: Sollen Nebellampen nur bei dichtem Nebel verwendet werden? Um den engl. Grand-Prix-Rennwagen. Das Benzinzonenprojekt offiziell fallen gelassen. Das Kraftwerk unter der Haube.