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E_1939_Zeitung_Nr.001

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BERN, Dienstag, 3. Januar 1939 Nummer 20 Cts. 35. Jahrgang — No 1 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREIS El Angab« A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr. 5.-, jährlich Fr. 10.— Ausland mit Portozuschlag, wenn nicht postamtlich abonniert Ausgabe B vom Dezember 1938 : c Durch Versuche -wurde festgestellt, dass bei schneller Fahrt auf der Autobahn — bereits ab 120—130 km/St. — der Schall auch sehr lautstarker Signalhörner nicht weit genug nach vorn dringt, so dass ein mit 80 km/St, fahrender Wagen das Ueberholsignal erst im Augenblick des Ueberholens hören kann, weshalb auf unbedingt diszipliniertes Fahren auf der Autobahn mit besonderem Nachdruck hingewiesen werden muss. » Da diese Erscheinung des Signalschattens auch schon früher beobachtet wurde und bisher nicht ohne weiteres erklärt werden konnte, sei nachstehend der Versuch gemacht, ihre Ursachen zu ergründen. Es sei an dieser Stelle vorausgeschickt, dass der vorliegenden Untersuchimg etliche Vereinfachungen zugrundegelegt worden sind, um das Prinzipielle des Problems besser darstellen zu können. In Fig. 1 sei der Vorderteil eines Wagens, von rechts nach links fahrend gedacht, zur Hälfte dargestellt. Angenommen sei ein Wagen moderner Bauart, jedoch nicht vollstromlinienförmig. In einem mittleren waagrechten Schnitt nehmen die Stromlinien ungefähr den Verlauf, wie dies die Kurven S o , S x , S 2 usw. zeigen. Die Schnitte in lotrechten Querebenen vor dem Wagen, mit Q o . Oit 0 2 usw. bezeichnet, geben, in Richtung der Stromlinien gemessen, die jeweilige Relativgeschwindigkeit zwischen Wagen und F E U I L L E T O N Rätsel um Muriel. Roman von Johann Friedrich. 2. Fortsetzung. « Ich vergesse das bestimmt nicht! » antwortet der Artist finster. « Sie müssen wissen, dass ich Frauen gegenüber noch vorsichtiger bin -als gewöhnlich. Besonders, wenn sie so schön sind wie Sie.» « Soll das ein Kompliment sein ? » Muriel versucht, den drohenden Sturm durch Koketterie aufzuhalten.. « Nein ! » erwidert Aguillar roh. « Nur r ;ine Feststellung. Wenn Ihr Gatte etwa glauben sollte, ich Hesse mich von seiner charmanten Frau an der Nase herumführen, so irrt er gewaltig. Meine Leute in der Heimat brauchen Munition. Brauchen sie dringend. Vorstehen Sie mich, Madame ? > « Schreien Sie doch nicht mit mir», beklagt sich Muriel, obwohl er die Stimme nicht gehoben hat, < ich habe doch nichts zu bestimmen. Ich wollte Ihnen nur mitteilen, dass mein Mann morgen nach Paris kommt, um affle Verhandlungen zu Ende zuführen. » Von Oberingenieur P. Jaray, Luzern. Luft, im Maximum mit 50 m/Sek. angenommen, an. Diese Zahl wurde einesteils deshalb gewählt, weil die Konstruktion im Maßstab der Originalzeichnung (50 tn/Sek. = 10 mm) dadurch vereinfacht wurde, andernteils aber aus dem Grund, weil die Erscheinung des Signalschattens bei höhern Geschwindigkeiten deutlicher erkennbar wird. Dass sie auch schon bei kleineren Geschwindigkeiten beobachtet wurde, geht aus der eingangs zitierten Notiz heror, nur ist sie dabei noch nicht so prägnant wie bei höhern Geschwindigkeiten. Von der Schallquelle denke man sich nun zunächst radiale Strahlen ausgehend, die in der Fig. 1 mit R o , Rj, R 2 usw. bezeichnet sind. R o , mit der Wagenachse zusammenfallend, stellt den Schallstrahl in Fahrtrichtung dar. Nimmt man in ungestörter Luft die Schallgeschwindigkeit Fig. 1. mit 340 m/Sek. an, dann wird offenbar, wenn sich der Wagen mit 50 m/Sek. bewegt, R o 390 m/Sek. besitzen. * Diese Geschwindigkeit in Achsenrichtung würde erhalten bleiben, wenn der Wagen die ganze Luftmenge vor sich wie ein Polster herschieben würde. In Wirklichkeit ist dies bekanntlich nicht der Fall; je besser die Form des Wagens (in aerodynamischer Hinsicht) ist, um so rascher wird sich ein Ausgleich zwischen der vom Wagen mitgenommenen Luft und der ruhenden Umgebung vollziehen. Beim vorliegenden Beispiel sei angenommen, dass in einer Entfernung von ca. 4 m vor dem Wagen noch unbeeinflusste Luft vorhanden ist. Zeichnerisch ist dies so dargestellt, dass der Schnitt Q in einen durchwegs geradlinigen Geschwindigkeitsverlauf aufweist. Alle anderrl Schnitte zeigen dagegen eine Abnahme der §elativgeschwindigkeit in der Nähe der Wagenlängsachse, während sich seitlich vom Wägen sogar Gebiete erhöhter Geschwindigkeit vorfinden, Eine kleine Anfrage. Am 27. April 1936 hatte Nationalrat Stähli im eidg. Parlament folgende kleine Anfrage eingebracht : Der zunehmende Rückgang des Brennhplzabsatzes in der Schweiz und die damit zunehmende Verschlechterung der Finanzlage der waldbesitzenden Kantone und Gemeinden verlangen gebieterisch, für das Brennholz neue Verwendungsmöglichkeiten zu suchen. Im Vordergrund steht die Verwendung als Treibstoff für die Erzeugung von Holzgas bei Motorlastwagen. Ist der Bundesrat beredt zu prüfen, ob bei der eidg. Militär- und Postverwaltung eine grössere Anzahl Motorlastwagen aul Holzgasbetrieb umgebaut werden können, um damit sowohl den Brennholzabsatz zu fördern, als namentlich für den Kriegsfall die lebensnotwendigsten Transporte für Volk und Armee dadurch zu sichern und dsn Betrieb der Lastwagen von ausländischen Betriebs- .*;t,üffea unabhängig zu machen?." Die bundesrätliche Antwort... In seiner Antwort vom 27. Dezember 1938 nimmt der Bundesrat zu der Angelegenheit wie folgt Stellung: Der Bundesrat schenkt der Frage der Verwen düng von Holzgaskstwagen die gebührende Beachtung und hat auch schon praktische Versuche mit solchen Wagen veranlasst. Soweit die Ergebniese ddeser Versuche heute ein Urteil erlauben, scheint sich aber der Holzgaslaetwagen für den militärischen Fahrbetrieb wenigstens heute noch nicht zu eignen; seine Verwendung setzt eben möglichst gleichbleibende Belastungen, d. h. länger« Fahrten ohne zahlreiche Unterbrechungen, voraus. Daneben wirkt sich der grössere Zeitaufwand für Bedienung und Unterhalt gerade für militärische Verhältnisse ungünstig aus. Die Versuche werden aber fortgesetzt, es sind vor kurzem weitere Bestellungen von Holzgaslastwagen für den Armee- Motorfahrzeugpark in Thun erfolgt. Wir heben immerhin hervor, dass der Bestand des Parks beschränkt ist und zudem in seiner Zusammensetzung schon mit Rücksächt auf die Ausbildung der Fahrer dem im Kriegsfall aus den privaten Betrieben zu requirierenden Wagen entsprechen muss. Ein« Umstellung in grossem Ausmass äst also nicht möglich, solange die Zahl der in der Schweiz rollenden Holzgaslastwagen so klein ist. Mit den bei der Post- und Telegraphenverwaltung in Dienst gestellten Holzgaslastwagen sind ähnliche wie die vorstehend genannten Erfahrungen gemacht worden. Die besonderen Anforderungen, die an den Personen- und Sachentransport der Post gestellt werden, gestatten es deshalb derPTT- « Was sind da noch für Verhandlungen ? » bricht der Dompteur los. « Soll das heissen, dass noch andere Reflektanten vorhanden sind ? Habe ich Ihrem Mann noch nicht genügend Geld geboten ? Sagen Sie ihm, Madame, dass er sich hüten soll, etwas mit unseren Gegnern anzubandeln. Wir brauchen seine Granaten und wir werden sie auch bekommen. > «Begreifen Sie doch, Monsieur Aguillar, sagt Muriel fast bittend, « dass mein Mann mit Ihrer Politik nichts zu schaffen hat. Er ist Kaufmann, Agent und will seine Ware so gut wie möglich verkaufen, wenn er schon das Risiko des englischen Ausfuhrverbotes auf sich nimmt.» « Das übernimmt er ja gar nicht», höhnt Don Aguillar. «Wenn das Schiff — wie heisst es doch gleich ? > «Das weiss ich leider nicht», antwortet Muriel harmlos. Sie hat die verborgene Falle sofort gemerkt. < Ach so ! Ich meine nur, wenn das Schiff beschlagnahmt oder gekapert werden sollte, tragen wir den Verlust.» « Aber er hat das persönliche Risiko. > «Hm», macht der Dompteur und sieht Muriel ohne zu antworten nur an. Unter sei- 1 nem Blick errötet sie langsam. Es ist wirklich fast komisch, diesem Raubtierbändige'r vom Berufsrisiko ihres Mannes zu sprechen. Immerhin fängt sich Aguillar in dieser kurzen Pause wieder ein. « Verzeihen Sie, Madame », sagt er unvermittelt höflich, « ich fürchte, ich habe mich gehen lassen. Halten Sie es, bitte, meinem Patriotismus zugute. Und empfehlen Sie mich, bitte, Monsieur d'Andrade. Er möchte sich gleich nach seiner Ankunft mit mir in Verbindung setzen. Ich hoffe trotz allem bestimmt — auch in seinem Interesse — sagen Sie ihm das bitte, Madame — ich hoffe bestimmt, wir werden bald einig werden. » Muriel d'Andrade fühlt sich verabschiedet und wendet sich mit ein paar höflichen Abschiedsfloskeln nicht ungern der Tür zu. die Aguillar, jetzt ganz Kavalier, mit einer Verbeugung vor ihr aufstösst. Gerade setzt sie den Fuss über die Schwelle, da hört sie einen unterdrückten Aufschrei. Auch der Dompteur hat ihn vernommen und ist mit einem Satze, der eines seiner Tiger würdig wäre, auf dem Gang. Blitzschnell hat er ein zappelndes Etwas gepackt, das er vor sich her in die beleuchtete Türschwelle stösst. Muriel sieht einen kleinen, korpulenten, würdigen Herrn in einem Frack mit imposanter Ordensschnalle. die aber für diese Untersuchung ausser Betracht fallen. " ; Welche Anteile dieser Geschwindigkeiten in Stromlinienrichtung nun iür die Beeinflussung der vom Signalhorn ausgehenden Schallstrahlen massgebend sind, I geben die kleinen Geschwindigkeitsdreiecke V&aaendunq, von 2toi