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E_1939_Zeitung_Nr.001

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8 AUTOMOBIL-REVUE

8 AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 3. JANUAR 1939 — N° t D^r Si^nalschalten Schluss von Seite 1. Die Fig. 3 zeigt einen solchen, theoretisch entwickelten, praktisch noch relativ günstigen Fall mit symmetrischen c-Linien. Es zeigt sich schön hierbei, dass das Signal des hinten fahrenden Wagens erst dann hörbar werden kann, wenn die gegenseitige Entfernung nur noch etwa 3 Wagenlängen beträgt. Der Einfachheit halber wurde die ganze Untersuchung nur in einem Horizontalschnitt behandelt. Es würde an dieser Stelle zu weit Zwei Umstände seien übrigens noch erwähnt, die auf das Ergebnis der Untersuchungen einen, wenn auch geringen, Eihfluss haben. Einmal der Umstand, dass die nach vorne, schräg abwärts gerichteten Schallstrahlen vom Erdboden reflektiert werden können, was eine kleine Verbesserung der Hörbarkeit zur Folge hat, dann aber auch die Nachbarschaft anderer Körper, z. B. der zu überholende Wagen, die das gesamte Strömungsbild verändern können. Die naheliegende Frage ist nun die : Lässt sich diese unangenehme Erscheinung beseitigen oder wenigstens mildern? \KTUELLES Treuhandverband des Autotransportgewerbes. TTeber die am 25. November 1938 erfolgte Gründung des Treuhandverbandes für das Autotransportgewerbe (T.A.G.) und üher dessen Aufgabenkreis haben wir unsere Leser bereits orientiert. Bleibt tms noch übrig, die Zusammensetzung des Verwaltungsrates bekanntzugeben: Präsident: Dr. A. Brügger (Chur); Vizepräsident: W. Ehrbar-Fahrni (Bern); Delegierter für das Rechnungswesen: F. Settelen (Basel); Mitglieder: Dr. P. B£guin (Genf); H. Leuenherger (Zürich); A. Marti (Kallnach); E. • Monteil (Bern); P. Schweizer (Basel); G. Stiefel (Zürich) und H. Wägli (Bern). Als geschäftsleitender Direktor amtet Dr. A. Raaflaub (Bern). Am 8. und 20. Dezember ist der Verwaltungsrat zu weiteren Sitzungen zusammengetreten, um die Organisation des Verbandes in allen Einzelheiten abzuklären, eine Bereinigung, welche im Hinblick auf die Dringlichkeit der ihm zufallenden Aufgaben (wie Zusammenarbeit mit Behörden bei der Aufstellung ider Vollzugsvorschriiften, 'Ausarbeitung der Tarifordnung, Organisation der Tarifkontrolle usw.) keinen weiteren Aufschub duldete. führen und die Aufgabe ungeheuer kompliziert gestalten, wenn sie, was natürlich richtiger wäre, als ein dreidimensionales Problem behandelt würde. Grundsätzlich sind aber alle Schnitte, auch die vertikalen, dem betrachteten horizontalen Schnitt ähnlich, so dass sich bei Berücksichtigung anderer Schnitte zwar quantitative, aber kaum Qualitative Unterschiede ergeben können, soweit es sich um ein und denselben Widerstandskörper handelt. Tech Spsvechsaal Frage 13.690. Kann ein Uniermass eines einzelnen Kolbens den Motorlauf beeinflussen? Ist es möglich, dass der Motorlauf in unerwünschter Weise beeinflusst wird, wenn ein Kolben eines 4-Liter- Sechszylindere ein Untermass von 1 mm aufweist? P. S. in T. Antwort: Bei einem Kolben dieser Grosse kann ein Untermass eines Zylinders und Kolbens im besagten Umfang eine Gewichtsverminderung des Kolbens von ca. 80 g bedingen. Hierunter leidet die Auswuchtung des Motors. Andere Mängel dürften sich nicht zeigen. -fw- Frage 13691. Woher kommt der hohe Oelbrauch? Ist es möglich, dass ausgeschlagene Ventilführungen den Oelverbrauch stärker beeinflussen als abgenützte Kolben? P S. in T. A n t w o r t : Es ist sehr wohl möglich, dass viel Oel durch ausgeschlagene Einlassventilführungen verloren gehen. Ob durch Oelpumpen oder durch zu grosses Spiel in den Ventilführungen mehr öel verloren gebt, lässt sich nur von Fall zu Fall, jnter Berücksichtigung der Eigenarten der Schmierung entscheiden. Zu berücksichtigen ist hiebei, dass die Ventilführung dauernd dem Unterdruck im Ansaugrohr ausgesetzt ist, während im Zylinder nur während eines Viertels des Arbeitsspiels ein Unterdruck herrscht. -b- Frage 13.692. Schneeketten für Wagen mit Vorderradantrieb. Können Sie mir angeben, ob Zickzack- oder Leiterketten zur Verwendung an Wagen mit Vorderradantrieb vorzuziehen 6ind? Ich besitze selbst Zickzackketten, beobachtete jedoch in einem hochgelegenen Fremdenkurort, dass die Einheimischen meist L&iterketten verwenden. F. W. in 0. Antwort Für Wagen mit Vorderradantrieb sind unseres Erachtens die Zickzackketten vorzuziehen, weil sie geringere Erschütterungen der Lenkung erzeugen als Leiterketten, die einen weniger gleichmässi^en Bodenkontakt ergeben. -b- Frage 13.693. Wie reinigt man blind gewordene Fensterscheiben? Wie kann man durch den Scheibenwischer blind gewordene Windschutzfenster wieder klar machen? L. B. in B. Antwort Blind gewordene Fensterscheiben kann man durch Abwaschen mit verdünnter Salzsäure reinigen. Sie soll jedoch sparsam verwendet werden, da sie nicht auf den Lack oder das Metall des Fensterrahmens gelangen darf. Hierauf •wird mit reinem Wasser nachgewaschen sowie mit Salmiakgeistwasser nachgeledert. Vielfach wird zur Erzielung einer besonderen Klarheit ein nachträgliches Abreiben mit einem weichen, mit Sprit befeuchteten Lappen empfohlen. -b- S» Fig. 3. Nach der vorliegenden Untersuchung — d. h., wenn keine anderen Faktoren als die hier dargestellten mitsprechen — scheint die Frage mit j a beantwortet werden zu können. Die Aufgabe liegt offenbar lediglich darin, die c-Linien so nahe wie möglich der Kreisform zu nähern, in deren Mittelpunkt die Schallquelle liegt, oder es ist zumindest eine Ellipse geringen Brennpunktabstands anzustreben mit der Schallquelle in unmittelbarer Brennpunktsnähe, so dass wenig-? stens die nach vorn austretenden Strahlen praktisch ungebeugt durch die Schichten verschiedener Schallgeschwindigkeit hindurchtreten. Die Lösung dieser Aufgabe liegt ganz auf aerodynamischem Gebiet. Anfrage 738. Soll Ich rekurrieren? Unser Lastwagen fuhr auf der Strasse in Richtung W., als von rechts ein Personenauto daherkam. Der Lastwagen hatte ein Tempo von 30 km; die Länge der Bremsspur betrug 2,80 m. Der andere will mit 25 km dahergekommen sein, doch wurde für ihn eine Bremsspur von 6,40 m ermittelt. Beim Zusammenstoss prallte der Personenwagen dem Lastwagen ans rechte Schutzblech und ans Trittbrett, und zwar ziemlich heftig, so dass am Personenwagen ein Schaden von ca. Fr. 250.— entstand. Wie hoch bemisst sich nun die Schuld des Lastwagenehauffeurs?, Hätte ein Rekurs gegen eine Busse Aussicht?.... v J. D.^in Ö. 2 Antwort: In erster Linie ist abzuklären, ob. sich die Kollisionsstelle innerorts oder ausserorts befindet. Liegt sie innerorts, so haben' beide Fahr-» zeugführer die Verpflichtung, auf die Kreuzung hin ihre Geschwindigkeit zu massigen. Das von rechts kommende Fahrzeug, im vorliegenden Falle der Per-» sonenwagen, hat den Vortritt. Ueberdies beträgt die Geschwindigkeit für einen Lastwagen innerorts maximal 25 km. Liegt die Kollisionsstelle ausserorts, hat nur das von links kommende Fahrzeug seine Geschwindigkeit zu massigen, es sei denn, es befinde sich auf einer Hauptstrasse, bezüglich welcher das Vortrittsrecht von rechts aufgehoben ist. Im ersteren Falle trifft den Lastwagenchauffeur das grössere Verschulden. Im letzteren Falle würde ihn nur dann ein Verschulden treffen, wenn es sich um keine vom Bundesrat als Hauptstrasse bezeichnete Strasse handelt. Andernfalls liegen die Verhältnisse gleich wie innerorts, mit der Ausnahme, dass die Geschwindigkeit von 30 km statthaft wäre. Ein Rekurs gegen die Busse hätte unseres Erachtens nur einen Zweck, wenn die Stelle des Zusammenstosses ausserorts liegt und wenn es sich um eine Hauptstrasse im Sinne von Art. 27, 2 M.F.Gi handelt. • * Schriftliche Antworten: Frage 1001. Chauffeur-Ausbildung zu empfehlen? Empfehlen Sie mir, mich als Chauffeur ausbilden zu lassen? G. in S. Frage 1002. Kühlwasser-Korrosionsschutz. Ist es von Vorteil, dem Kühlerwasser einen Korrosionsschutz zuzusetzen? P. G. in B. Frage 1003. Lieferant der Warmwasserheizung. Können Sie mir den Lieferanten der Warmwasserheizung bekanntgeben, die in Ihrer Ausgabe vom 30. November illustriert war? S. in V. Frage 1004. Kolloidal-Graphit. Empfehlen Sie. die Verwendung von Kolloidal-Graphit nach der Einlaufzeit? P. in B. Die neue Weissensteinstrasse kommt Die Bürgergemeinde der Stadt Solothurn hat in ihrer Versammlung vom 27. Dezember 1938 nach einem Referat von Bürgerammann Dr. Moll und nach Diskussion tlber die Eintretensfrage mit einer an Einstimmigkeit grenzenden Mehrheit beschlossen, den auf sie entfallenden Kostenanteil von 180.000 Fr. für den Bau der Weissensteinstrasse zu übernehmen. Die Gesamtaufwendungen für das Projekt, dessen Verwirklichung in verschiedenen Etappen vorgesehen ist und woran neben der Bürgergemeinde und Einwohnergemeinde Solothurn auch der Kanton und der Bund namhafte Beiträge leisten, belaufen sich auf 800.000 Fr. Strassenverkehr und Maul- und Klauenseuche. (Mitg.) Da es häufig vorkommt, dass Strassen wegen Maul- und Klauenseuche gesperrt werden, hat der Tourine-Club der Schweiz (T.C.S.) das Nötige veranlasst, damit seine sämtlichen Geschäftsstellen jederzeit Auskunft geben können über die in ihrem Kantonsgebiet gesperrten Strassen. Sollten -wichtigere Strassenzüge oder Grenzübergänge der Seuche wegen geschlossen werden, so würde dies in der Strassenauskünftskarte des T.C.S. berücksichtigt, die in den meisten schweizerischen Tageszeitungen erscheint und in sämtlichen Post- und Zollämtern, sowie in der Grosszahl der Garagen und Hotels angeschlagen ist. Demission des Chefs der eidg. Preiskontrolle. , Herr Dr. Ernst Imfeid hat sich entschlossen, auf 1. Februar 1939 von der Leitung der eidgenössischen Preiskontrollstelle zurückzutreten, um einen Posten in der Privatwirtschaft zu übernehmen. Das eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement hat zum Chef der Preiskontrollstelle Herrn Robert Pahud, den bisherigen Delegierten für Preisüberwachung und Präsidenten der eidgenössischen Preiskontrollkommission, ernannt. ALUS d«e»» Behörden Kriegswirtschaftliche Organisation des eidg. Volkiwirtschaftsdepartementes. Das eidg. Volkswirtschaftsdepartement teilt mit: Die kriegswirtschaftliche Organisation des eidgenössischen Volkswirtsehaftsdepartementes, die im Falle einer allgemeinen Mobilmachung der Armee in Kraft tritt, sieht die Errichtung von drei besondern Kriegswirtschaftsämtern vor, die dem Departementschef direkt unterstehen. Es sind dies: ein Kriegs-Ernährungs-Amt, ein Kriegs-Industrie- und -Arbeits-Amt und ein Kriegs-Transport-Amt. Ausserdem werden das Sekretariat des Volkswirtschaftsdepartementes, das im gegebenen Fall zu einem Generalsekretariat ausgebaut wird, und die Handelsabteilung bestimmte kriegswirtschaftliche Aufgaben übernehmen, während sich das Bundesamt für Sozialversicherung als Kriegs-Fürsorge- Amt mit der Durchführung der Fürsorgemassnahmen befassen wird. Die Zusammenarbeit zwischen den für kriegswirtschaftliche Fragen zuständigen Stellen des eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartementes, des eidgenössischen Militärdepartementes und des eidgenössischen Finanz- und Zolldepartementes wird durch die Interdepartementale Kommission ' für kriegswirtschaftliche Angeleoenheiten gewährleistet. Sie steht unter dem Vorsitz des Vorstehers des eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartementes und setzt sich aus Vertretern der genannten Departemente, den Chefs der Kriegswirtschaftsämter und Frage 1005. Was wir von den Marken C. und F. halten. Nebst den beiden Marken F. und C. ziehe dem Beauftragten für Kriegswirtschaft des eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartementes zusam- ich auch die Anschaffung eines L. in Betrachj^und bitte Sie um Mitteilung, was Sie davon halten. Vor men. allem, welches seine Strassenhaltung ist? Die Chefs der Kriegswirtschaftsämter und ihrer G. in B. Sektionen treffen in Verbindung mit der Zentralstelle für Kriegswirtschaft schon gegenwärtig die Frage 1006. Tragbare Waagen zum Wägen der Lastwagen. Unseres Wissens verwenden gewisse kantonale Polizeistellen zur Kontrolle des Gewichts der vom 1. April 1938 über die Sicherstellung der Massnahmen, die gestützt auf das Bundesgesetz Lastwagen tragbare Waagen, die vor die Räder gesetzt werden, worauf der Wagen drauffährt. Können den Fall der wirtschaftlichen Absperrung oder des Landesversorgung mit lebenswichtigen Gütern für Sie uns hierüber Angaben machen? M. in G. Krieges angeordnet werden müssen. Zur Durchführung ihrer Aufgaben können sie weitere Mitarbeiter Frage 1007. Wer vertritt Firezone? Wer ist beiziehen. der Generalvertreter für die Schweiz des Firezone- Die Behörden, Organisationen und Firmen werden ersucht, den zuständigen Persönlichkeiten alle Oil? H. in B. für die Erfüllung ihrer Obliegenheiten erforderlichen Auskünfte zu erteilen. Ueber diese Auskünfte Frage 1008. Rohölvergaser. Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir Lieferanten-Adressen haben die Herren Verschwiegenheit zu beobachten. von Rohölvergasern angeben könnten. E. in G. Die Abteilungen des eidgenössischen Militärdepartementes. welche spezielle Aufgaben in bezug Frage 1009. Nebellampen. Welche Nebellampen schweizerischer Provenienz gibt es? H. in Z. (wie z. B. die Kriegstechnische Abteilung und das auf die Versorgung der Armee zu erfüllen haben Oberkriegskommissariat), gehören nicht zur kriegswirtschaftlichen Organisation des eidgenössischen Frage 1010. Bitte um Prospekte der Marken X und Y. Können Sie mir Prospekte der neuen Wagen Volkswirtschaftdepartementes, stehen mit dieser der Marken X und Y übermitteln? C in L. • aber in enger Verbindung. Beförderung Oberst Jordis zum Oberstdlvisionir. Auf Neujahr ist der Waffenchef der leichten Truppen, Oberst E. Jordi, zum Oberstdivisionär befördert worden. Nach seiner im August 1936 erfolgten Ernennung zum Waffenchef der Kavallerie, •womit er die Nachfolge des heutigen Generalstabschefs übernahm, wurde die Abteilung in jene für leichte Truppen umgewandelt, um deren Ausgestaltung sich Oberst Jordi grosse Verdienste erworben hat Vexsicheiunqsfxaqeit Zu den Betreibungen durch die < Autohaft», Luzern. In Nr. 71 vom 2. September 1938 habe ich -über den Stand der gegen zahlreiche Autobesitzer durchgeführten Betreibungen auf Einzahlung der im Sommer 1935 gezeichneten Anteilscheine der «Autohalt» dahingehend berichtet, dass der Audienzrichter Zürich ein Rechtsöffnungsgesuch der «Autohaft» abgewiesen habe. Inzwischen hat der Einzelrichter Hinwil aber gegenteilig entschieden und auch eine Aberkennungsklage gegen die «Autohaft» abgewiesen. Wegen des Streitwerts war nur eine Kassationsbeschwerde möglich, also nur eine auf die gesetzlichen Kassationsgründe beschränkte Anfechtung und Ueberprüfung des Entscheids durch das Obergericht, das denn auch das Vorliegen eines Kassationsgrundes verneinte und den Entscheid des Einzelrichters Hinwil bestätigt hat. Es stellte sich dabei auch auf den Standpunkt, dass die Bezugnahme auf die Statuten auch für Zeichnungsscheine von Aktiengesellschaften nicht absolut erforderlich sei. Dagegen hat das Obergericht noch einen Ausweg für spätere Fälle offen gelassen, indem es ausführte, dass bei 'Annahme einer Offerte zum Beitritt in die Genossenschaft «Autohaft» im Zeichnungsschein vom 2. August 1935 die Annahme der Offerte durch Vorstandsbeschluss vom 28. April 1936 nicht mehr möglich gewesen sei und damit mangels Mitgliedschaft des Zeichners auch nach den Statuten der «Autohaft» kein Anteilschein erworben werden können, folglich also auch keine Einzahlungspflicht bestehe. Die Annahme vom 28. April 1936 sei verspätet. Es ist begreiflich, dass die «Autohaft» nach diesem Entscheid weiterhin Rechtsöffnüngsbegehren gestellt hat. Angesichts der Bedeutung der Sache für viele Mitglieder ist nun unter Verwendung der Begründung des Obergerichts durch die Autosektion Zürich des T.C.S. nochmals eine Aberkennungsklage vor Einzelrichter Hinwil eingeleitet worden, um den Kampf bis ans Ende zu führen. Für diejenigen Zeichner, die längere Zeit vor dem erwähnten Vorstandsbeschluss der «Autohaft» gezeichnet und keinerlei Handlungen vorgenommen haben, welche als Beitrittserklärung aufgefasst werden könnten (besonders Teilnahme an Generalversammlungen) und die auch nicht durch andere Handlungen der «Autohaft» aufgenommen worden sind, besteht also noch einige Aussicht auf Erfolg, worauf ich besonders deshalb hinweisen möchte, weil auch der Rechtsöffnungsrichter St. Gallen ein Rechtsöffnungsgesuch gutgeheissen hat, ohne diese Frage zu behandeln und weil nun gestützt auf die ergangenen Entscheide die «Autohaft» voraussichtlich weiter vorgehen wird. Dr. H. Meyer-Wild. *u* Jkmsw Verbänden CHAUFFEUR-VEREIN SCHAFFHAUSEN An unsere Aktivmitglieder ergeht die freundliche Einladung, an der Monatsversammlung vom 5. Januar 1939, 20.15 Uhr, im Hotel Löwen pünktlich und vollzählig zu erscheinen. Die Wichtigkeit der Traktanden erfordert die Anwesenheit aller. Der Vorstand. Eine Namensänderung. Vor rund 10 Jahren war der Motorenbau bereits so weit entwickelt, dass die Automobilindustrie die Forderung nach einem hochwertigen Brennstoff stellen musste. Diese Forderung ist von der Standard-Mineralölprodukte AG. durch die Einführung des Super-Brennstoffes Esso praktisch erfüllt worden. Seit der Einführung von Esso im Jahre 1929 ist dieser Super-Brennstoff immer wieder verbessert und den ständig erhöhten Verdichtungs-Verhältnissen angepasst worden. Seinen guten Ruf schuf sich Esso durch den hohen Energiegehalt und die weiche, klopffreie Verbrennung, die jedem Motor mehr Kraft und Elastizität, somit also mehr Bergfreudigkeit und Beschleunigung verleihen. Um diese Vorzüge noch besser hervorheben zu können, wird der Brennstoff inskünftig «Super Esso» genannt, eine Auszeichnung, die das Produkt verdient

„Automobil-Revue" — Hr. 1 BERN, Dienstag, 3. Januar 1939 Sie „Rabatt-Manie** Von Zeit 2m Zeit trägt ein wellenartiges Raunen die Kunde durch die schweizerische Automobilgemeinde, dass hier und dort die eine öder andere Ware zu soundsoviel Prozenten unter den Listenpreisen erhältlich wäre. Einmal sind's die Pneus, die in irgendeinem Kampfgebiet mit einem Einschlag von bis 40 % abgegeben werden; ein andermal betrifft es das Benzin, welches seitens verschiedener Säulenhalter trotz aller verbindlichen Vorschriften der Preiskontrolle einen Nachlass von ein oder zwei Eappen geniesst. Man kann sich allenfalls darüber streiten, inwiefern die Gewährung von Rabatten an die Pneuverkäufer zulässig ist, da sie dort bis zu einem gewissen Grade Usanzen — eingefleischte Handelsbräuche — sind, die sich kaum ohne weiteres ausrotten lassen. Anders verhält es sich aber mit dem Nachlass beim Säulenverkanf von Benzin. weil hier der Preisansatz durch die behördlichen Instanzen für alle bindend festgesetzt ist und gegen die Uebertretung der bestehenden Vorschriften von Gesetzes wegen eingeschritten werden kann. Wir glauben kaum, dass die Initiative für die Preisunterbietungen beim Ausschank in der Regel vom Säulenhalter ausgeht. In der Praxis dürfte das Ding meist so vor sich gehen, dass der vorfahrende Automobilist die Bedienung vor die Wahl stellt, 40 oder 50 Liter auf einmal zu verkaufen unter der Bedingung, «dass sie denselben Vorteil einräume wie die Garage weiter oben » (welche Behauptung ja nicht einmal wahr zu sein braucht). Wir sind sicher die letzten, die die grossen Vorzüge eines gesunden und natürlichen Wettbewerbes verkennen und einer schematischen Versteifung von Handel und Gewerbe das Wort reden möchten. Wir anerkennen auch voll und ganz, dass die Versuchung für einen Säulerihalter gross ist, auf einen Rappen seiner Gewinnmarge zu verzichten, wenn er dadurch einen Mehrumsatz erreichen kann, der ihm immerhin im Einzelfall einen Bruttoverdienst von einigen Franken lässt. Wir halten uns auch klar vor Augen, dass — menschlich gesehen — ein Nachgeben besonders dann naheliegt, wenn aus der Kasse eine erschreckende Leere gähnt und der Betreibungsbeamte im nächsten Augenblick mit der Pfändungsurkunde oder Konkursandrohung um die Ecke biegen kann. ( Und doch rechtfertigen alle diese Einwände und Umstände die Preisuntrene dieser Säulenhalter noch lange nicht, denn es geht in dieser Frage um mehr als bloss die widerlichen Nebenerscheinungen eines harten Existenzkampfes: um die Gleichberechtigung aller und um Selbstachtung Selbstvertrauen des Gewerbes. Wenn die Erfahrungen der letzten Jahre dazu geführt haben, die Preisgestaltung im Benzinhandel dem regulierenden Einfluss der öffentlichen Organe zu unterstellen, so geschah dies hauptsächlich, weil bei den früheren Preiskämpfen keineswegs eine besonders sorgfältige Kalkulation, sondern Neid, Missgunst und geschäftliches Unvermögen die Triebfeder bildeten. — Wie war es doch damals? Der Säulenhalter musste zusehen, wie Wagen um Wagen beim Nachbar vorfuhr, um ihre Tanks dort auffüllen zu lassen. Nach Der nachfolgende Artikel war bereits gesetzt, als der schweizerische Pneumarkt durch Abschaffung der Kundenrabatte saniert wurde. Wir lassen ihn trotzdem unverändert erscheinen, da die Auseinandersetzung vor allem die prinzipielle Seite betrifft. und nach kriegte er eine Wut darüber, dass es dem glücklichen Konkurrenten gelang, die Kunden vor seiner Nase wegzuschnappen. Also liess man diesen oder jenen Bekannten durch irgendeinen Kanal wissen, dass man ihm gerne « Spezialkonditionen » einräume, wenn man die Exklusivität für die Deckung seines gesamten Brennstoffbedarfes erhielte. Die Folge war eine analoge Massnahme der Konkurrenz, mit dem einzigen Unterschied, dass an Stelle des einen Rappens deren zwei auf den Altar des Wettbewerbes gelegt wurden, was von der Gegenseite natürlich auf keinen Fall unbeantwortet blieb, bis der Kunde schliesslich mit dem Benzin die ganze Verdienstmarge entführte. Die lächelnden Dritten waren die Automobilisten, deren Belastung durch den eidgenössischen Säckelmeister auf diese Weise eine etwelche Erleichterung erfuhr. Nachdem der Staat regelnd in den Kampf eingeschritten war, hätte man erwarten dürfen, dass solche Unterbietungen nun ein für allemal nicht mehr vorkommen würden. Natürlich nicht der Automobilisten wegen, die während Jahren an diese Sondervergütungen gewöhnt waren, sondern wegen den sicher deutlichen Erfahrungen des Gewerbes. Seitens der Automobilisten war im Gegenteil zu erwarten, dass gewisse besonders Schlaue auch weiterhin versuchen würden, nach und nach ein Sonderwürstchen herauszuklauben. Solche Erscheinungen sind normal. Dass sich aber Säulenhalter weiterhin zu die^ sem Spiel hergeben würden — darüber wollen wir uns lieber einer Qualifikation enthalten. Leisten diese Leute so wenig, haben sie ein so geringes Bestreben, den andern zu dienen, dass sie den sicher nicht übermässtgen Verdienst im Benzinausschank als ein Geschenk seitens des Kunden betrachten? Kennen sie ihren Beruf und ihre Aufgaben innerhalb des Wirtschaftslebens so schlecht, dass sie im Kampf um den Kunden wirklich nichts anderes zu bieten haben als den Preisnachlasse Fehlt ihnen der Mut, einmal nein zu sagen, wenn der erste jener überklugen Kunden mit dem Begehren um Spezialrabatt an sie herantritt? Unser Handel hat leider während der Krisenjahre ganz allgemein allzusehr den Charakter des Feilschens angenommen — eine Feststellung, die jedermann im täglichen Leben nach Belieben machen kann. Diese Erscheinung wurde aber nur dadurch möglich, dass die Träger des Handels — in einer gewissen Richtung durch die früheren Erfolge verwöhnt — das Bewusstsein dafür verloren, dass auch sie ein nützliches Glied im Rahmen der Gesamtwirtschaft sind oder wenigstens sein sollten, was einerseits eine angemessene Bezahlung verdient, anderseits aber auch zum Einsatz aller Kräfte im Interesse der Leistung verpflichtet. Statt den Versuch zu machen, die Leistung zu verbessern und damit das Daseinsrecht ihres Unternehmens auf die natürlichste Weise immer erfolgreicher zu behaupten, wurde der bequemere Weg gewählt: den Kunden durch Preisnachlass heranzulocken. Diese Methode muss naturnotwendig — solange sie die einzige Massnahme darstellt — immer und immer wieder zum Untergang führen, weil der Allgemeinheit nicht in erster Linie der Preis wichtig ist, sondern die Leistung, die sie durch die Ausrichtung dieses Entgelts erhält. Man versteht uns sicher, wenn wir weiter oben behauptet haben, das Eingehen auf die Forderungen nach einem Preisnachlass unter den gegenwärtigen Umständen setze einen Mangel von Selbstachtung voraus. Damit wollen wir keineswegs jene Haltung predigen, die im falschen Stolz glaubt, das Zentrum der Welt zu sein, um die sich alles drehen und nach der sich jedermann richten müsste. Wir fordern diese Haltung ja nicht um ihrer selbst willen, sondern als das natürliche Ergebnis des Bestrebens, etwas zu leisten oder, m. a. W., zu dienen. Der « Rabattmanie » anzuhängen heisst aber auch, dass das Selbstvertrauen fehlt. Natürlich kann man von einem «Auchgewerbetreibenden» keinen Glauben an sich selbst erwarten, wenn weder die Energie noch die Kenntnisse vorhanden sind, auf denen jede Leistung steht, oder wenn sie in ihrem Bürostuhl sitzen in der Erwartung, ihr blosses Dasein gebe ihnen automatisch einen Anspruch auf eine entsprechende Existenz. Der Kampf geoen die « Rabattmanie» ist letzten Endes nicht nur ein solcher um das gleiche Recht und die gleichen Pfhchten allet) er soll auch anspornen zum konstanten Leistungswillen, der allein in der Lage ist, den einzelnen wie das Gewerbe aus der Krisenpsychose herauszuführen und jedem einzelnen jene Achtung vor sich selbst und seinem Beruf wiederzugeben, deren Wurzeln die Erfüllung der Aufgabe im,Rahmen der gesamten Volkswirtschaft bilden. Haben Sie sich für 1939 ein Budget zurechtgelegt? Unter einem solchen Budget verstehen wir nicht bloss eine Zusammenstellung der Summen, die Sie im kommenden Jahr für Löhne, Miete, Unkosten und Kundengewinnung auszulegen und für Arbeitsleistungen und Materiallieferungen einzunehmen gedenken. Wir meinen damit vielmehr die Pläne und Vorsätze, die Sie während der kommenden 12 Monate durchführen wollen und die Kontrolle darüber, ob alles getan wird, um sie täglich und stündlich in die Wirklichkeit umzusetzen. Wir bilden uns keineswegs ein, es bestehe irgendwelche Aussicht, am Ende de« Jahres 1939 alles Gewollte ausgeführt zu sehen. So wenig ein Budget eine zum voraus fertiggestellte Schlussbilanz bedeutet, so wenig werden wir unsere Hoffnungen und Wünsche dem Einfluss der Umstände, Zufälligkeiten und Imponderabilien des menschlichen Lebens zu entziehen wissen. Es geht übrigens nicht einmal darum, gegen Unvorhergesehenes gefeit zu sein, sondern sich für den Alltag eine Richtschnur zu geben und ihr als dem « roten Faden» zu folgen, auch wenn wir durch äussere Kräfte vielleicht einmal vorübergehend davon abgetrieben werden. Es geht — anders gesagt — darum, ein Endziel zu wählen und es während der Jahresfahrt nie aus den Augen zu lassen. Wenn wir am Silvesterabend 1939 rückblickend feststellen dürfen, dass wir dem «roten Faden » nach bestem Können und Wissen gefolgt sind, dann hat sich die Mühe sicher gelohnt, am Anfang des Jahres ein solches Budget — sowohl finanzieller wie moralischer Art — aufzustellen. 0 Gesündere Verhältnisse auf dem Auto mobilmarkt Von einem unserer geschätzten Leser erhalten den? Was hier möglich war, sollte auch Im wir die nachstehende Zuschrift. Sie ist deswegen Handel mit Automobilen möglich sein. In von besonderem Interesse, weil sie nicht von einem Angehörigen des Gewerbes, sondern von Deutschland, das uns deswegen nicht in allem einem Automobilsten stammt und zeigt, dass selbst Vorbild zu sein braucht, ist der Autohandel jene Kreise eine Sanierung begrüssen würden. auf glückliche Art geregelt. Jedes Modell hat Die Red. seinen festen Preis. Jeder Käufer erhält für Zu meiner Jugendzeit brachten viele Ladengeschäfte an ihren Schildern die Aufschrift an: viel bezahlen, damit ein ganz Schlauer dafür gleiches Geld gleich viel und keiner muss zu « Feste Preise ». Sie wollten damit zeigen, dass um so billiger zu seinem Wagen kommt. sie ein anständiges Geschäft seien. Feststehende Verkaufspreise werden heute allgemein danach trachten, die eingerissenen Unsitten zu Unser Autogewerbe sollte vor allem selbst als Zeichen einer höhern kaufmännischen Kultur gewertet, während Geschäfte, wo manband, der die Initiative ergreift. Er könnte des überwinden. Wo ist der Mann, wo der Ver- nach orientalischer Sitte um die Preise feilscht und marktet, eher verdächtig und unreell anmuten. Wo gibt es im Einzelhandel noch so unerfreuliche Verkaufssitten, wie auf dem Automobilmarkt? Gewiss, jeder Wagen hat heute seinen festgesetzten Preis. Aber wer denkt daran, für einen Wagen den Katalogpreis zu bezahlen? Je nach dem Auftreten gelingt es den Käufern, durch Ausspielen der verschiedenen Markenvertreter gegeneinander, das oft an Erpressung grenzt, ganz gewaltige Preissenkungen, sog. Einführungs-, Reklame- und andere Rabatte zu erzielen, während es anderseits vielleicht da und dort noch einen Dummen gibt, der wahrhaftig den ganzen Katalogpreis bezahlt. Diese ehrlichen Käufer sind es, die den Autohändlern ihre grossen Rabatte an die feilschenden Kunden überhaupt ermöglichen. Sind das nicht unwürdige Zustände? Wer hat daran überhaupt ein Interesse? Sicher j nicht das Autogewerbe und sicher auch nicht die Käuferschaft in ihrer Gesamtheit! Es wäre Zeit, hier einmal mit eisernem Besen dreinzufahren und Ordnung zu schaffen. Sind nicht erst kürzlich die Verhältnisse auf dem Pneumarkt, wo das Rabattwesen noch schlimmere Blüten trieb, endlich besser gewor- !Budqet 1939 Dankes der Käuferschaft gewiss sein. Da heute mit vielen Autokäufen das Eintauschen eines alten Wagens verbunden ist, bleibt dem einzelnen Händler immer noch genügend Spielraum, sein Verkäufertalent zu entfalten. Mit den Angeboten für eingetauschte Wagen kann er sich auf grösseren oder kleineren Gewinn und dementsprechend auf kleineren oder grösseren Umsatz einrichten, so dass die Möglichkeit des freien Konkurrenzkampfes durchaus noch vorhanden wäre. Die Preise, die für, gebrauchte Wagen geboten werden, würden dann stark sinken, bis sie den Preisen entsprechen, die ein Wagen tatsächlich wert ist. Also auch hier eine Gesundung! Der Wunsch sei einmal ausgesprochen: 1. Die Katalogpreise der Automobile sind allgemein soweit herabzusetzen, dass sie den bisher tatsächlich erzielten Verkaufspreisen im Durchschnitt nahekommen. 2. Die neuen Katalogpreise sind unter allen Umständen für den Verkäufer verbindlich. Wiederverkäuferrabatte und -Provisionen dürfen keine Aenderungen des Publikumspreises bedingen. Ist das ganze Problem nicht ein Ei des Kolumbus? Wann kommt zu uns dieser Kolum« bus, der es auf die Spitze stellt? A. C.