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E_1938_Zeitung_Nr.101

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BERN, Freitag, 16. Dezember 1938 Nummer 20 Cts. 34. Jahrgang — No 101 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-FREI SEi Ausgab« A (ohne Versicherung) haLbJährlieh Fr. 5.-, jährlich Fr. 10«— Ausland mit Portozuschlag, wenn nicht postamtlieh abonniert Ausgabe B (mit gew. Unlallvenich.) vierteljährlich Fr. 7.50 Ausgabe C (mit Insassenverslcheruna) vierteljährlich Fr. 7.50 Wirksame Unfallbekämpfung durch strassenbauliche Verbesserungen Ein ausländisches Beispiel, das zum Nachdenken anregt Auf breitester Front und mit einem gewaltigen Aufwand an Mitteln aller Art hat Deutschland im vergangenen Sommer eine Unfallverhütungswoche im Strassenverkehr organisiert. Als Leitmotiv stand über der ganzen, grossaufgezogenen Aktion, wobei Presse, Radio, Polizei, NSKK usw. eingesetzt wurden, die Absicht, die Unfallgefahr durch Anwendung psychologischer Mittel, durch Beeinflussung des Faktors Mensch einzudämmen. Trotzdem reifte ein paar Monate später in den Behörden der Entschluss heran, die Einräumung des Vortrittsrechts, dessen Nichtbeachtung die relativ höchsten Unfallziffern auf dem Gewissen hat, durch technische Vorkehrungen zu erzwingen : es erstand — in wohl nicht ganz zufälliger Abkehr von den während der Erziehungswoche verfolgten Tendenzen — die « Stop-Strasse » mit dem neuen, eigens für sie geschaffenen Signal. Und diese Massnahme bedeutet in ihrem Wesenskern liichts anderes als ein Zugeständnis an die Auffassung, dass das Problem der Verkehrssicherheit nicht bloss von der Seite der Disziplinierung der Strassenbenützer angepackt werden könne noch dürfe, sondern dass diese Bestrebungen Ihre Ergänzung in der richtigen Lenkung des Verkehrsflusses finden müssen. Es fehlt aber in Deutschland auch nicht an Fachleuten, die sich bis fast an die Grenze der Aussohliesslichkeit zu der letztgenannten Auffassung bekennen — und damit unbestreitbare, ja sogar weit überzeugendere Erfolge erzielen, als die Vertreter jener Richtung, welche vorwiegend auf psychologischpädagogischer Basis operiert, um den Tribut an Verkehrsopfern zu vermindern. Für den einen wie für den andern Standpunkt lässt sich mit triftigen Argumenten fechten. Entscheidend ist jedoch letzten Endes der Effekt, und der gibt, soweit das vorliegende Material Rückschlüsse gestattet, den Anhängern der technisch orientierten Observanz recht. Versuchen wir, an einem konkreten Beispiel sra illustrieren, was es damit auf sich hat cWirksame Verkehrsunfallbekämpfung ist fast ausschließlich eirie Frage der zweckmässigen Strassensicherung, des Strassenbaues sowie der entsprechenden verkehrspolizeilichen Massnahmen>, so fasst der Chef der Verkehrspolizei von Stuttgart seine Ansicht über dieses Problem zusammen. Was er darunter im einzelnen versteht? Den Ausbau Töchter, ein halbes Dutzend. Von Cecily Sidgwick. 39. Fortsetzung. Sie lebten fromm und gottergeben, und weil ich in diesen beiden bisher nie Ehekandidaten gesehen hatte, war ich sehr verblüfft, als Tante Betty eines Tages die Weisheit entwickelte, die Brüder bedürften nur einer kleinen Aufmunterung. Hester würde keinesfalls so zerfahren sein, wenn sie ihren eigenen Haushalt hätte und einen Gatten, der sie lenkte. Der Gedanke, Hester von einem dieser beiden Männer « gelenkt» zu sehen, erschien mir so grotesk, dass ich unbedingt mit Nicholas darüber sprechen musste. Er sagte, er wünschte, Tante Betty würde seine Freunde in Ruhe lassen und ihnen nicht mit ihren Absichten einen Schreck einjagen. Immerhin hatte Tante Betty es zustande gebracht, dass fünf von uns für den nächsten Erscheint Jeden Dienstag nnd Freitag Wöchentliche Beilage „Auto-Magazin". Monatlich 1 mal „Gelbe Liste" REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breitenrainstr. 97, Bern Telephon 28.222 - Postcheck III414 - Telegramm-Adresse: Autorevue, Bern Geschäftsstelle Zürich: Löwenstrasse 51, Telephon 39.743 der Ausfallstrassen getrennt für Automobil, Radfahrer und Fussgänger, die Beseitigung aller erkannten Gefahrenstellen, die Errichtung von Verkehrssicherungen zur Anbringung von Schutzgeländern bei Kreuzungen usw., die Verbesserung der Sichtverhältnisse bei Kreuzungen und Einmündungen, dazu verkehrspolitische Anordnungen als da sind: die Schaffung von Einbahnstrassen, die Beschränkung des Einmündeverkehrs und scharfes Durchgreifen gegenüber den Verkehrssündern. Nach diesen Grundlinien, die aufgebaut sind auf die Anschauung, dass die Unfallverhütung ihr Ziel besser auf dem Wege verkehrstechnischer und -polizeilicher Massnahmen zu erreichen vermöge, hat die Stadt Stuttgart während der letzten Jahre an über 300 Gefahrenstellen Korrekturen vorgenommen. Unübersichtliche Einmündungen verschwanden oder wurden einer einschneidenden Umgestaltung unterzogen, wobei man auch vor der Umleitung von Häusern, hohen Mauern, vor dem Schlagen ron Bäumen oder Gebüschen keineswegs Ein Menetekel zurückschreckte. Doch dabei hat es sein Bewenden nicht. Um die Sicherheit der Strasse planmässig /AI fördern, spricht die Verkehrspolizei auch bei der Erledigung von Hoch- und Tiefbaufragen ein entscheidendes Wort mit. Verkehrstechnische und polizeiliche Notwendigkeiten geniessen den Vorrang vor städtebaulichen und ästhetischen Erwägungen. Baulinien, Strassenführungen und Platzgestaltungen bedürfen der Zustimmung der Verkehrspolizei, deren Stellungnahme bei Meinungsverschiedenheiten den Ausschlag gibt. Sehr im Gegensatz zu den Verhältnissen in einzelnen unserer Städte, wo die Baubehörden in souveräner Erhabenheit über den Bedürfnissen des Verkehrs thronen und alles viel, viel besser wissen. «Entscheidend ist letzten Endes der Effekt», haben wir oben gesagt. Und der Effekt dieses Vorgehens findet sich veranschaulicht in der Tatsache, dass in dieser Stadt die Verkehrsunfälle seit 1936 trotz der Steigerung der Verkehrsintensität einen stärkeren Rückgang verzeichnen als irgendwo anders in Deutschland. Im zweiten Quartal 1938 beispielsweise hatte sich die Unfallkurve gegenüber der gleichen Zeitspanne 1936 um volle 34% gesenkt. Das hat der Nebel auf dem Kerbholz! Glück im Unglück hatte letzter Tage ein Lastwagen Chauffeur einer Obst- und Gemüsefirma. Bei stockdickem Nebel fuhr er am Frauenkappelenstutz (Bern) unterhalb Riedern über eine 8 m hohe, steile Böschung hinunter, weil er in der undurchdringlichen Wand, die ihn umgab, die gut markierte Abschrankung nicht zeitig genug zu erkennen vermochte. Mit vollbeladenem Wagen durchbrach er den Lattenzaun, doch da er ein sehr massiges Tempo eingehalten hatte, wurde der Kühler von einer starken Erle im Sturz gebremst, wobei sich der Hinterwagen überschlug und mit den Rädern nach oben zu liegen kam. Wnnderbarerweise konnte der Chauffeur vollständig unverletzt aus dem Kabinenfenster kriechen und bei der Bergung der Ladung waoker zugreifen. Vorsicht, nochmals und immer wieder Vorsicht bei Fahrten im Nebel, so warnt auch dieser immerhin noch glimpflich abgelaufene Fall! Sonntag auf dem Gut Lenvew der beiden Brüder zum Tee eingeladen wurden. Ich war durchaus nicht überrascht zu erkennen, dass Sam und Tony Lunte rochen und geradezu eine Todesangst bekamen. Wenn sie uns von nun ab auf neutralem Boden trafen, wichen sie uns auffallend aus. Das ärgerte Tante Betty, und mir machte es Spass. Eines Tages, als ich Sam zufällig bei einer Teegesellschaft bei Godolphms traf, nahm ich mir vor, ein paar Worte zu sagen, die sein Gemüt beruhigten. Er erleichterte mir mein Vorhaben durch die Frage, ob Tante Betty noch immer bei uns weile. c Ja, sie ist heute nur nicht mitgekommen, weil Ostwind ist >, antwortete ich. < Eine sehr energische Dame», sagte er. « Es wundert mich, dass sie sich nicht verheiratet hat.» «Offen gestanden, mich auch.» « Sie muss nicht den Wunsch gehabt haben, denn sonst... sonst würde sie einen jungen Main gepackt und ihn geheiratet haben. Ich habe wiederholt gehört, dass es solche Frauen geben soll, aber bis jetzt habe ich noch keine kennengelernt. » «Unsere gute Tante Betty ist fünfundsiebzig; sie kann schwerlich Heiratsabsichten haben. » «Nein, nicht für sich, vielleicht aber für andere.» « Ich halte nichts von vermittelten Ehen », sagte ich schnell. «Ich muss Ihnen aufrichtig gestehen : wir wollen überhaupt nicht heiraten. » < Dann unterlassen Sie es nur. Und wozu auch ? Warum sollten Sie nicht weiter wirtschaften wie bisher.» «Ich bin so froh, dass Sie unserer Ansicht sind •», sagte Sam. In diesem Augenblick setzte sich Frau Cleveland neben uns, die sich zu einem kurzen Besuch bei Bill und Celia aufhielt. « Wie ich höre, sind Sie wieder im Begriff, ein paar Töchter zu verheiraten, Frau Brooke», sagte sie, und dabei blickte sie Sam scharf an. «Davon ist mir nichts bekannt», entgegnete ich. INSERTIONS- PREIS: Die achtgespaltene 2 mm hohe Grundzeile oder deren Raum 45 Rp» Grössere Inserate nach SpezialtarU Interatenschluss 4 Tnne vor Erscheinen der Nntnmer Schluss Seite 2. In dieser Nummer: Berechnung des Versorgerschadens bei Unfällen. Mischung von raschem und langsamem Verkehr ist Hauptursache der Verkehrsunfälle. Rennwagen dürfen nicht springen. Oeffnen der Türen unterwegs gefährlich. Klauenkupplung. Beilage: Fiskus und Motorfahrzeugverkehr* (Schluss.) II. Der Bund. Es ist aber ebenso klar, dass an dieser rückläufigen Bewegung auch der Bund durch seine kurzsichtige Benzin- und Autozollpolitik ebensoviel Schuld trägt. Wertvolle Jahre sind verloren gegangen, die sich auch hinsichtlich der Umgestaltung des Motorfahrzeugparkes (Kleinwagen) für die militärischen Belange sehr ungünstig ausgewirkt haben. Der Bundesfiskus ist finanziell am Motorfahrzeugwesen zur Hauptsache durch den Benzinzoll interessiert, der vom Verbrauchszoll zum reinen Finanzzoll geworden ist. Durch die kontinuierliche Heraufsetzung des Ansatzes in den Nachkriegsiahren sind die Benzinzolleinnahmen 1928 auf rund 26 Millionen Fr. angewachsen. Von da an ging es im Sturmschritt weiter, bis 1936 das Rekordresultat von gegen 57,5 Millionen Fr. erreicht wurde. Durch den Abbau des Zollzuschlages im vorletzten Jahr von Fr. 8.— auf Fr. 6.50 (neuer Gesamtzoll Fr. 26.50 pro 100 kg plus 20 % Tarazuschlag) sank das Erträgnis 1937 wieder auf 52,5 Millionen, d.h. um fast 9%. Ueber die Bewegung der Einnahmen des Bundes Siehe Nr. 100. « Nun ja, es ist nicht offiziell; aber da ich doch jetzt zur Familie gehöre ... Ich würde mich sehr freuen, wenn Hester sich verheiraten würde; sie soll sich in London in sehr übler Gesellschaft befunden haben... Es wird erzählt, dass Sie hinfahren mussten, um sie ihrer schlechten Umgebung zu entziehen. » « Wer sagt das ? » «Ich kann selbstverständlich keinen Namen nennen. Ich würde mich sehr freuen, dieses Gerücht auf Grund Ihrer Aussage widerlegen zu können. » «Jedenfalls können Sie sagen, dass an dem Gerücht von Hesters bevorstehender Verheiratung nichts ist >, erwiderte ich, mich langsam fassend. < Fühlen Sie sich in London wohl ? > fragte Sam, dem äusserst unbehaglich zu Mut war, weil er mir ansah, wie peinlich berührt ich war. «Danke sehr, ich fühle mich sehr wohl, schon deshalb, weil in London nicht so viel getratscht wird wie hier. Kaum bin ich hier, höre ich einen über den andern herziehen.»