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E_1939_Zeitung_Nr.004

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letzten Jahren eher

letzten Jahren eher stationär geblieben und bezüglich seiner militärischen Verwendbarkeit sicher gesunken. Anhand statistischer Angaben gelangt der Verfasser sodann zum Schluss, dass wir nicht nur quantitativ und qualitativ über eine ungenügende Zahl armeetauglicher Lastwagen verfügen, sondern dass auch die Untersuchung über den Anteil, der davon auf die schweizerische Produktion entfalle, ein unzweideutig negatives Ergebnis liefere. Gestützt auf die Zahlen für 1937 stehen in unserem Land 17.200 Lastwagen, die Spezialfahrzeuge nicht mitgezählt. Davon scheiden für die Armee 8470 als unbrauchbar aus, wobei Fahrzeuge bis zu einem Alter von 16 Jahren immerhin noch als felddiensttüchtig gelten. An verwendbaren und bedingt verwendbaren Automobilen können wir somit für die Armee mit 7500 Wagen rechnen. Anders ausgedrückt: Es fehlen unter diesen (zu günstig angenommenen) Voraussetzungen 1500 Automobile. Ziehe man weiter in Betracht, dass im Kriegsfalle neben dem Militär auch die Kriegswirtschaft und die Evakuierungsdienste -zahlreiche Wagen benötigen und dass bei der leichten Verletzbarkeit unserer Bahnen zur Heranführung von Rohstoffen und Nahrungsmitteln aus dem Ausland wahrscheinlich eigene Autozüge eingesetzt werden müssten, so reichen diese Hinweise aus, um darzutun. wie unbefriedigend, ]a geradezu besorgniserregend die Zustände wären, denen wir in Kriegs- und MoblHsatlonszelten entgegengingen. « Es kommt hinzu «— fährt Prof. Mojonn!er fort —» dass keine Aussicht auf ein natürliches Anwachsen unseres Lastwagenbestandes besteht. Die Tendenzen der Verkehrsgesetzgebung haben einen Zustand der Unsicherheit und des Rücklaufs eingeleitet. Wir weisen lediglich auf den vor kurzem angenommenen dringlichen Bundesbeschluss zur Regelung des Autotrans.portgewerbes sowie auf die Gütertransportinitiative hin ... Ohne irgendwie kritisch zu diesen Fragen Stellung zu nehmen, betonen wir nur, dasa die Verkehrsgesetzgebung voraussichtlich der Zunahme der Automobile eher negativ gegenüberstehen wird, es sei denn, die vorherrschende Tendenz wandle sich grundsätzlich. Ohne eine entschiedene Förderung der inländischen Autoproduktion innerhalb des vorhandenen, natürlichen Bedarfs ist demnach nicht auszukommen, sonst stehen wir eines Tages vor sehr unangenehmen Tatsachen... Uns kommt es in erster Linie darauf an, die wirtschaftliche Seite einer behördlich geförderten schweizerischen Lastwagenproduktion zu unterstreichen. Wir sehen den Weg in der Richtung, dass erstens die Armee ihren eigenen Wagenpark sinngemäss erneuert und dass man vor allem die Käufer militärtauglicher Inlandstypen durch Zuschüsse unterstützt. Das scheint uns gangbarer als Steuererleichterungen, die infolge' der Unterschiedlichkeit der kantonalen Autosteuern zu unnötigen Ungleichheiten führen würden. Diese Massnahmen sollte man mit der Arbeitsbeschaffung zusammen verwirklichen. Es hätte dies den Vorteil einer wirklich nationalen, produktiven Arbeitsbeschaffung. Als unschätzbare wirtschaftliche Nebenfolpe ergäbe sich eine Stärkung unserer Automobilindustrie im allgemeinen, indem sie durch einen höheren Umsatz billiger und damit konkurrenzfähiger und offensichtlich exporttüchtiger würde, ein Vorteil, aus dem das ganze Land Nutzen ziehen könnte. ... es lag uns daran, im Rahmen der grossen staatlichen Arbeitsbeschaffung auf einen Punkt hinzuweisen, der unaufschiebbar und ökonomisch wirksam ist, weil es sich um eine Massnahme handelt, die aus der Stützungswirtschaft hinausführt, um Arbeitsbeschaffung als Weg zur Wirtschaftlichkeit F E U I L L E T O N Rätsel um Muriel. Roman von Johann Friedrich. 5. Fortsetzung. « An der wirst du schon nicht scheitern! » tröstet Muriel. «Dienstlich hoffentlich nicht. Aber — Muriel würdest du einmal alle Empfindlichkeit beiseite lassen? » < Ich bin niemals empfindlich. Sprich dich ruhig aus.» « Du weisst selbst, wie viele gesellschaftliche Fäden von Paris nach London spielen. Eben habe ich mich drüben verlobt. Wenn mich jetzt jemand hier als den Gatten einer reizenden, scharmanten Frau trifft, — wie stehe ich dann da? » « Armer Charles! » lächelt Muriel. « Könnten wir diesmal nicht als Geschwister arbeiten? » «Unmöglich. Erstens würde man es uns beiden nicht glauben und zweitens habe ich gemäss den erhaltenen Anweisungen bereits jedermann mitgeteilt, dass ich heute meinen 'Mann erwarte.» « Und den Namen ? » «Ich bin schon allgemein als Madame d'Andrade bekannt.» « Dann ist eben nichts zu ändern. » Charles zieht resigniert die Schultern hoch. « Es ist aber auch noch nichts verloren », behauptet Muriel. « Wir haben diesmal nicht in der Gesellschaft zu arbeiten. Die Leute, mit denen wir es zu tun haben, werden deine Braut kaum kennen. Da ist Don Juan Aguil- Jar, der Tigerdompteur und — Dr. Alfonso Auto Kein gefreutes « Horoskop » stellt der englische Wissenschafter und Fachschriftsteller Prof. Low dem Benzinfahrzeug aus. Seiner Auffassung nach werden Automobile mit Benzinmotoren in weniger als 200 Jahren zu existieren aufgehört haben. Uebrigens prophezeit er dem gegenwärtigen Benzinmotor ein noch kürzeres Dasein. Ein Rosemeyer-Denkmal will die Auto-Union an der Reichsautobahn Frankfurt-Darmstadt an jener Stelle errichten, wo sich im vergangenen Januar das Unglück ereignete, dem der Spitzenfahrer der Zwickauer Werke zum Opfer fiel. Eine astronomische Zahl. Die auf der ganzen Welt zirkulierenden Automobile besitzen zusammen eine Motorleistung von rund 2 Milliarden PS. Das sind zehnmal mehr als die Gesamtleistung aller Lokomotiven der Erde. Auch London will unterirdische Garagen. Die arztliche Prüfung in Frankreich. Nachdem andere englische Städte mit Vom 1. Januar 1939 an können die Chauf-ähnlichefeure öffentlicher Transportunternehmungen sind, hat sich nun auch London ein Projekt Plänen bereits vorangegangen in Frankreich ihren Beruf nur ausüben, wenn für einen unterirdischen Parkplatz zurechtgelegt, der gleichzeitig als Lüftschutzraum sie sich einer ärztlichen Prüfung unterzogen haben und dabei als «tauglich» befunden für 77.000 Personen benützt werden könnte. worden sind. Die neue Vorschrift beruht auf Aus den Parkgebühren hofft man einen erheblichen Teil der Anlage- und Unterhalts- den Bestimmungen der Dekrete über die Verkehrsteilung Schiene-Strasse. kosten bestreiten zu können. AKTUELLES Erste Durchf ührungsmassnahme der Autotransport-Ordnung. Versand der Fragebogen schon in nächster Zeit. Um die Grundlage für die Erstellung des in der Autotransport-Ordnung vorgesehenen Registers jener Firmen zu schaffen, welche Automobiltranspörte ausführen, beabsichtigen die Behörden, wie an dieser Stelle bereits gemeldet, einen Fragebogen zu verschicken)' Dem Vernehmen nach steht dessen Versand nunmehr für die zweite Hälfte Januar zu erwarten. Damit sämtliche in Betracht fallenden Unternehmungen lückenlos erfasst werden, erfolgen gleichzeitig damit die notwendigen Bekanntmachungen in 'der Presse und auf andere geeignete Art. Die Frist zur Einreichung der ausgefüllten Bogen an das eidg. Amt für Verkehr soll nach unsern Informationen bis Ende Februar laufen. Ausbau der Qotthardstrasse in Flüelen. Wenn nicht unvorhergesehene Schwierigkeiten auftauchen, scheint die Korrektion und Verlegung der Gotthardstrasse in Flüelen Martinez, ein angeblicher Nervenarzt ohne Praxis. Ich habe die Akten natürlich studiert. » « Hast du etwas Besonderes darin gefunden? » In Muriel erwacht offenbar der Berufseifer. « Nein », erwidert Charles stumpf. « Aber wenn Peggy zufällig von Bekannten hören sollte, dass ich «mit Frau» im Carlton wohne, dann sind die Folgen gar nicht abzusehen. » «In unserem Beruf muss man hauptsächlich Glück haben », behauptet Muriel. « Uebrigens, wie heisst denn deine Zukünftige? » « Peggy Troy.» Charles Gesicht verklärt sich. «Sie ist so reizend, so natürlich, so sportlich, wenn du sie kennen würdest, Muriel » «Ich kenne sie >, sagt Muriel mit einem leisen Triumpf. « Vor zwei Jahren in Cannes habe ich sie im Tennistournier geschlagen. Sie war noch ganz jung, vielleicht siebzehn, aber sie hat wirklich gut gespielt und den Verlust mit Anstand getragen. Ich glaube, du hast guten Geschmack bewiesen, Charles.» « Bestimmt. Aber es freut mich, dass du es auch findest, Muriel. Deine Menschenkenntnis habe ich immer sehr geschätzt.» « Danke», sagt Muriel trocken. Sie findet, dass sie für diese Art Komplimente noch gut dreissig Jahre Zeit hat.» Uebrigens, Charles, wirst du dich gleich in die Geschäfte stürzen müssen. Don Aguillar hat es schon sehr eilig, er hat mich gestern Abend ordentlich angefahren, als ich ihn noch vertrösten musste.» « Und Don Martinez? » « Den habe ich noch nicht gesehen. > « Aber er hat mit mir korrespondiert. Er drängt mindestens so sehr auf den Kaufabschluss wie Don Aguillar. > AUTOMOBIL-REVUE FREITAG, 13. JANUAR 1039 — N° # istischer Sicher ist sicher — und doch nicht ganz. Eine amerikanische Lieferfirma hat an ihren Wagen besonders konstruierte Safes angebracht, die allfälligen « Entfernungsversuchen » hartnäckigen Widerstand entgegensetzen. Alles Bargeld and sämtliche Wertsachen werden darin verstaut. Soweit wäre die Sache in schönster Ordnung. Wie aber, wenn der Wagen mitsamt dem Safe gestohlen wird? Autotechnik als Grossproduzent in Patenten. Was die technische Entwicklung und Verfeinerung des Automobils an Patenten hervorgebracht hat, grenzt fast ans Unwahrscheinliche. Oder verblüfft es etwa nicht, zu hören, dass allein das USA-Patentamt der Automobilindustrie nicht weniger als 298,000 Patente erteilt hat? Anders herum gesagt: jedes fünfte Patent kam irgendwie dem Motorfahrzeug zugut. nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Bereits liegt ein Projekt dafür vor, das, wie man hört, eine Umfahrung des Dorfinnern anstrebt. Der Ausbau würde auf eine Länge von ca. 1500 m erfolgen und einen Kostenaufwand von 300.000 Fr. bedingen. Bereits hat sich der Verkehrsverein mit dem Plan beschäftigt, ohne dass dabei Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Bevölkerung zutage getreten wären, obwohl der Umbau, wobei der innere Teil der Ortschaft abgeschnitten würde, natürlich mancherlei Interessen berührt, vor allem jene der Hotellerie. Die in der Diskussion gefallenen Vorschläge sollen nun an einer Interessentenversammlung zur Sprache kommen, worauf die Angelegenheit der Dorfgemeinde unterbreitet wird. Angesichts jener Einflüsse, die es fertigbrachten, dass das Projekt einer Umfahrungsstrasse bei Andermatt nicht zur Ausführung gelangte, und dass bei der Wahl des Trasses für die Einführung der Sustenstrasse in die Gotthardstrasse bei Wassen ebenfalls nicht allein verkehrstechnische Notwendigkeiten den Ausschlag gaben — angesichts solcher Vorkommnisse steht dringend zu hoffen, man werde wenigstens beim Umbau der Gotthardstrasse in Flüelen ganze Arbeit leisten und sich von den wirklichen Bedürfnissen des Verkehrs leiten lassen. « Das kann ja nett werden.» < Und das Aergste ist, ich weiss selbst noch nicht einmal, an wen ich verkaufen soll. Meine Aufgabe ist vorläufig nur, beide hinzuhalten und auf weitere Anweisungen zu warten. Wir sollen erst einmal die Agenten feststellen, die sich mit dem Waffenkauf beschäftigen. » «Vielleicht geht dieser südamerikanische Bürgerkrieg inzwischen zu- Ende. » « Das ist recht unwahrscheinlich. Ich habe Glarus sollte seinen Abschnitt der Walenseestrasse auch auf 8 m Breite ausbauen. Bei seiner Sitzung in Klosters nahm der Ausschuss der vereinigten Aktionskomitees von Graubünden, St. Gallen und Zürich für die Walenseeßtrasse mit Genugtuung Kenntnis vom Beschluss des Glarner Landrates, mit den Bauarbeiten an. der Walenseestrasse zu beginnen. Dagegen stellte er fest, dass über die Breite des glarnerischen Teiletücks bisher noch keine Zusagen erteilt worden sind, welche im Hinblick auf die Bedeutung der Strasse als internationale Durchgangsroute zu befriedigen vermöchten, dass jedoch eine bereits im Jahr 1931 interkantonal vereinbarte Strassenbreite von 8 m in den Projekten der Kantofle St. Gallen und Glarus enthalten eei. Diese Projekte bilden auch die Grundlage des bundesrätlichen Entscheides vom Februar 1937. Da die seit Monaten in Angriff genommene St. Galler Teilstrecke diesen Normen entspricht, vertrauen die Aktionskomitees darauf, dass sich auch der Kanton Glarus daran halten werde. Für die grosse schweizerische Ost- Westdurchgangsroute müsste ein Streckenabschnitt von ungenügender Breite, verkehrspölitisch gesehen, einen schweren Fehler darstellen. Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, ist ein endgültiger Entscheid über die Breite des glarnerischen Teilstücks noch nicht gefasst worden. Im neuen Jahre lass Dir sagen... Repetition der guten Vorsätze. Zum neuen Jahr gibt die englische «Automobile Association» ihren Mitgliedern ein anmutiges Sträusschen von Ratschlägen mit auf den Weg, was sie in ihrem automobilistisehen Alltag tun und lassen sollen. Der kleine Knigge, den der grosse Verband seinen Angehörigen damit präsentiert, enthält zwar nichts als Selbstverständlichkeiten. Trotzdem oder gerade deswegen möchten wir sie auch unsern Lesern zu Gemiite führen. Natürlich ohne ihnen irgendwie nahe oder noch näher treten zu wollen: Tanze nicht aus der Reihe, namentlich nicht in dicht bevölkerten Gegenden. Sei immer darauf gefasst, dass Dein Vormann plötzlich stoppt, ob ihn nun ein Defekt, ein Fussgängerstreifen, eine Verkehrsampel oder sonst was dazu veranlasst. Wahre immer genügend Distanz vom Vor' dermann, es erspart Dir brüskes Bremsen und verschont Dich und Deinen Wagen davor, vom Nachfolgenden gerammt zu werden. Lass die Finger davon, Fehler anderer korrigieren zu wollen — dazu gibt es eine Polizei. Bewahre kühles Blut, wenn Dich ein anderer mit unfreundlichen Blicken oder Worten bedenkt. Frage lieber nach dem Warum. Sei am Lenkrad immer so höflich wie Du es von allen andern erwartest. Denk daran, dass schlechtes Wetter sich nicht dazu eignet, verlorene Zeit einzuholen. Beachte die Fassgängerstreifen and sieh Dich bei Verkehrsampeln rechtzeitig vor. Schau Dich bei Ausfahrten zuerst um, ob die Strasse frei sei. Schwenke beim Ueberholen genügend aus, besonders bei Radfahrern. Lass Dich nicht auf das Spiel mit Risiken ein Ṙege Dich nicht auf oder zeige Deine Gereiztheit nicht. S#I*£I*SO« V^-Ltek» natürlich die 'Zeitungen daraufhin genau durchgesehen. Mal siegt der Präsident Sabanillos, mal der aufständische General Riveralta, meistens siegen sie alle beide. Auf die Art kann es noch lange dauern, wenn sie nicht ihre Munition allmählich verschiessen. Deswegen haben wir eben das Waffenausfuhrverbot, damit endlich Frieden wird.» « Und warum müssen wir dann als Waffenverkäufer auftreten? » Charles lächelt zweideutig. « Einesteils um etwaigen wirklichen Waffenverkäufern das Geschäft und die Preise zu verderben, anderenteils um die südamerikanischen Aufkäufer von beiden Seiten hereinzulegen. » «In Wirklichkeit existieren wohl die Granaten gar nicht, um die es sich handelt? » « Doch », nickt Charles, « sie sind vorhanden. Es gibt ein verdächtiges Schiff mit einem echten Schmugglerkapitän, das in einem kleinen Hafen liegt und mit Munition beladen ist. Der Kapitän glaubt selbst, dass er eine gefährliche, illegale Sache vor hat und seine Leute glauben es auch. Der alte Kasten ist von echter Romantik umwittert.» « Und wenn wir diese Romantik einschliess- Hch der Granaten verkauft haben werden? » «Dann wird das Schiff, dessen Abfahrtsdatum wir natürlich wissen werden, auf See angehalten und beschlagnahmt. Oder vielleicht auch nicht.» « Was willst du damit sagen? » «Ich meine, wenn es inzwischen im Interesse der hohen Politik sein sollte, dass die Partei gewinnt, die die Granaten gekauft hat, England right or wrong, dann wird * der Dampfer vielleicht auch sein Ziel erreichen. Das weiss nur Gott und unsere vorgesetzte Behörde. Uebrigens soll Nr. Ia selbst in dieser Sache hier in Paris tätig sein.» « Woher weisst du denn das? » fragt Muriel mit einem raschen erstaunten Seitenblick. « So etwas pflegt uns doch sonst nicht erzählt zu werden.» «Stimmt. Die Halbgötter vom Geheimen Dienst wandeln unsichtbar auch für ihre geringeren Kollegen. Genaues ist mir ja auch nicht bekannt. Der Chef machte mir nur eine absichtlich unabsichtliche Andeutung. Vielleicht, um meinen Ehrgeiz anzustacheln, weil er weiss, dass ich demnächst ausscheide. > € Das hat er doch bei dir nicht nötig.» « Allerdings nicht. Ich werde selbstverständlich bis zuletzt meine Pflicht tun. Selbst wenn — > « Wenn was ? » «Ich meine, wenn mein künftiges Glück dadurch gefährdet wird.» c Mach dir keine Sorgen, Charles >, sagt Muriel fast zärtlich, « auch, wenn es Missverständnisse geben sollte, wenn du erst ein freier Mann bist, wirst du schon alles wieder einrenken. » < Glaubst du wirklich, Muriel ? » (Fortsetzung folgtj

fjO 4 _ FREITAG, 13. JANUAR 1939 AUTOMOBIL-REVUE 19 Fahrer aus 3 Nationen auf 7 Marken sollen am französischen Grand Prix starten. Der Automobil-Club von Frankreich im allgemeinen und seine Sektion, der AC de Auto-Union. Champagne im besondern hatten für Anfang deren Taten man im neuen Jahr mit um so Dezember 1938 zusammen mit den verschiedenen Konstrukteuren eine Zusammenkunft Zyl.-Heekmotor-Rennwagen letzten Herbst mehr Interesse entgegensieht, als ihr 12- in Reims vorgesehen, an der mehrere Fragen in beziig auf den diesjährigen Grossen zu triumphieren vermochte und in den Gros- mit Nuvolari am Volant über Mercedes-Benz Preis von Frankreich zur Sprache kommen sen Preisen von Italien und Donington einwandfreie Siege nach Hause fuhr. Mit der sollten. Allein, die Sitzung musste auf ungewisse Zeit vertagt werden, da eine Zustimmimg zur Beteiligung an einer solchen Kon- bis zu seinem 60. Lebensjahr Rennen zu Wiederverpflichtung Nuvolaris, der übrigens ferenz einzig von Mercedes-Benz eingetroffen war. Inzwischen traten die Organisato- ohne weiteres rechnen können, ebenso mit bestreiten gedenkt, und Müllers wird man ren mit dem Rennreglement auf den Plan, einer Erneuerung des Engagements von das den Schluss der Nennfrist auf den 10. Januar 1939 ansetzte. Der Kontakt mit den Fabriken wurde aufs neue aufgenommen und die Zusammenkunft endgültig auf den 9. Januar anberaumt. Fast ausnahmslos wurde der Einladung diesmal Folge geleistet; Mercedes-Benz und Auto-Union, Talbot, Sefac und Delahaye waren vertreten und einzig Alfa Romeo und Maserati blieben fern, wobei sie es allerdings nicht unterliessen, 3 bzw. 2 Wagen für die Teilnahme am Grossen Preis von Frankreich brieflich anzumelden. Wie der französischen Fachpresse zu entnehmen ist, soll dieser Konferenz ein grosser Erfolg beschieden gewesen sein, haben sich doch sämtliche Delegierte wie aus einem Chor heraus für eine Beteiligung am G.P. ausgesprochen, dessen letzt'ährige Auflage bekanntlich nicht nur vom finanziellen, sondern auch vom sportlichen Standpunkt aus gesehen ein schweres Fiasko war. Die in der letzten Nummer der « A.-R.» wiedergegebene Prognose des Pariser «L'Auto », es könne mit dem Start von mindestens 18 Boliden gerechnet werden, ist noch übertroffen worden : Wenn am Nachmittag des 9. Juli der Pennleiter des französischen Grand Prix die Fahne senkt, dann werden — auf dem Papier, wohlverstanden — insgesamt 19 Konkurrenten in die Arena steigen, und zwar DEUTSCHLAND: 4 Auto-Union 4 Mercedes-Benz FRANKREICH: 3 Talbot * 2 Delahaye 1 Sefac ITALIEN: 3 Alfa Romeo 2 Maserati Vergnügt stellt das genannte Blatt fest, dass man in der Geschichte dieses klassischen Rennens Jahre zurückblättern müsse, bis man auf eine so grossartige Beteiligung stosse. Mtt Ausnahme von 1938,. fügen wir bei, wo sogar 22 Nennungen vorlagen, sich jedoch nur 9 Konkurrenten in die Schlacht stürzten, die eigentlich gar keine war, weil ihr Ausgang schon von Anbeginn weg feststand. Wenn es heuer anders kommen sollte, wenn alle genannten Fabriken am Start erscheinen und sich wieder einmal nach allen Regeln der Kunst einen hartnäckigen, bis gegen Schluss des Rennens offenen Kampf liefern, wenn, ja wenn... dann wollen wir die ersten sein, die eine solche Wendung im internationalen Sport lebhaft begrüssen. Doch scheint es uns im Augenblick noch nicht am Platz, allzusehr in Optimismus zu machen. Eisiges Schweigen herrscht über die Zusammensetzung der Rennställe im Jahre 1939. Im Gegensatz zu früheren Jahren, wo jeweilen nach Schluss einer Saison ein eifriges Rätselraten darüber anhob, wer im kommenden Sommer für wen wo starten werde, waren diesbezügliche Meldungen heuer ausserordentlich spärlich oder blieben — von wenigen Ausnahmen abgesehen — sogar ganz aus. Wobei man wohl mit der Vermutung, dass alles oder fast alles beim alten bleiben --werde, den Nagel auf den Kopf trifft. Am Sichersten dürfte die Prognose für Mercedes-Benz zutreffen, wo nach wie vor Caracciola als Equipenchef, sowie Brauchitsch, Lang und der kürzlich im Hafen der Ehe gelandete Engländer Seaman am Steuer des Dreizackwagens mit dem 12-zylindrigen 3-Lit.-Kompressormotor kämpfen dürften. Als Ersatzfahrer kommt in erster Linie Bäumer in Frage, der schon letztes Jahr anlässlich des Grossen Preises von Deutschland und des Orossen Preises der Schweiz während einigen Runden eingesetzt wurde und sich hiebei als routinierter Mann erwiesen hat. Der 23jährige Heinz Hugo Hartmann ist als Reserve vorgemerkt. Weniger gewiss erscheint uns die Situation bei der Talbot Hasse. Völlig ungewiss ist — wie wir er-kürzlicfahren — das weitere Verbleiben unseres Carriere und Le Begue bekanntgegeben, zu die Verpflichtung von Etancelin, Landsmannes Kautz, während Stuck ab und denen sich im Laufe der Saison voraussichtlich noch Louis Chiron gesellt. Im Bilde ist zu und hauptsächlich bei Bergrennen, die ja seine Spezialität sind, ein Wagen anvertraut man auch in bezug auf wird. Vom Motorrad steigen Europameister Meier, der < eiserne Feldwebel >, und möglicherweise auch Ewald Kluge in den Renn- Delahaye, wagen um, wie man in deutschen Blättern mit Sicherheit wissen will. Punkto Formation des Reonstalles von Alfa-Corse wurde der Schleier schon vor einigen Wochen gelüftet. Es gehören ihm die alten Kämpen Farina, Biondetti, Tadini, Pintacuda, Emilio Villoresi und Severi an, während AIdrighetti, der vielfach erfolgreiche Pilot der wassergekühlten 4-Zylinder-Rondine-Gilera- Maschine, und Righetti ihr Heil erstmals im Rennwagen versuchen. Was Maserati anbetrifft, so wird man wohl kaum fehlgehen, wenn man als erste Piloten für den 3-Liter- 8-Zylinder-Rennwagen den Grafen Trossi und Luigi Villoresi bezeichnet, von denen JUNKERäFERBER Der neue 4-Zylinder-1,5-Liter-Maserati-Rennwagen, Modell 1939, mit 2 Kompressoren und vier Ventilen pro Zylinder, der im Grossen Preis von Tripolis vom 7. Mai debütieren wird. der letztere, allerdings auf einem Wagen der Anderthalbliterklasse vor V-h Wochen aus dem Grossen Preis von Südafrika siegreich hervorging. Bei den Franzosen hat dessen kompressorlose 12-Zylinder-4,5-Liter- Boliden auch heuer wieder von Dreyfus und Raph gesteuert werden. Und zum Schluss sei noch die einzig vom Hörensagen und vom gelegentlichen Aufgeführtsein in Rennprogrammen her « bekannte Unbekannte » Sefac erwähnt, die auch bereits wieder auf der Nennliste für den Grossen Preis von Frankreich figuriert. « Pilot wird später bezeichnet » — heisst es im « Auto » — und es wird sich auch einer finden lassen, wenn die Maschine, an der vom Idealisten Ing. Emile Petit und einem Stab von Getreuen unter Aufwendung ansehnlicher Mittel seit Jahren herumlaboriert wird, einmal Grand-Prix-Konkurrenzfähigkeit erlangt hat. Doch werden bis dahin wohl noch etliche Monde vergehen. Schweissungen von Zylinderblöcken und schwierigen Gußstücken sind seit Jahren eine Speunseres ziolitöt Hauses Keine in Spa nnu ne ren ng en» Gorontie für Haltbarkeit ZÜRIC4I IN FRANKREICH Auto-Union und Mercedes-Benz vielleicht am G.P. von Pau. Es dürfte'nicht ausgeschlossen sein, dass sich sowohl die Untertürkheimer als auch die Zwickauer Werke an dem am 2. April stattfindenden Grossen Preis von Pau beteiligen, zumal die dortige 2 km 769 lange Stadtrundstrecke mit der Piste von Monaco, wo am 16. April, also zwei Wochen später, der Grand Prix in Szene geht, viel Aehn- Hchkeit hat, so dass ein Start in Pau einer Feuerprobe par excellertce gleichkäme. Jean-Pierre Wimllle ist immer noch bei Bugatti tätig, hat jedoch einem Pressevertreter gegenüber erklärt, dass er hoffe, auch 1939 einige Rennen für Alfa Romeo bestreiten zu können. Auf ihren Beschluss zurückgekommen ist die Ecurie O'Reilly-Schell, die, wie gemeldet, ursprünglich beabsichtigt hatte, ihren Sitz nach Monte Carlo zu verlegen. Nunmehr hat man sich entschieden, die Werkstätten in der Nähe der Montlhery-Bahn zu installieren. IN SÜDAFRIKA Pietsch an Typhus erkrankt. Der deutsche Maseratifahrer Paul Pietsch, der am Grossen Preis von Südafrika vom 2. Januar starten wollte, soll — wie englische Zeitungen melden — an Typhus schwer erkrankt sein. Stvassenyevkehv Zürcher Strassenverkehrsfragen. Um den Durchgangsverkehr während der Landesausstellung vom eigentlichen Stadtkern (Kreis 1) fernzuhalten, ist ein Umleitungs-Projekt ausgearbeitet worden, wobei die einzelnen Routen durch zahlreiche neue Orientierungstafeln ausreichend signalisiert werden. Für den Ulmbergtunncl ist die Einführung des Einbahnverkehrs vorgesehen, wobei die bereits verbreiterte resp. noch auszubauende Selnau- und Stockerstrasse für die Gegenrichtung benutzt werden. Viel zu reden geben wird noch die Frage der Einführung des Einbahnverkehrs in der Bahnhofstrasse. Die vielen hier gelegenen Geschäftshäuser bedingen sehr starken Zubringerüienst, die bei der Einführung eines strikten Einbahnverkehrs erheblichen Verkehr serschwerungen rufen dürfte. Es wird sich auch fragen, ob sich ein Einbahnverkehr für die anderen Fahrzeuge rechtfertigen lässt, wenn doch die Strassenbahn in beiden Richtungen fährt. Die Anstrengungen der Polizeibehörden für die Anbringung von Fussgängerabschrankungen an den wichtigeren Verkehrsplätzen und Strassenkreuzungen haben nun endlich zuständigen Ortes doch das verdiente Gehör gefunden. Bereits sind einige solche Abschrankungen angebracht worden. Dringend zu wünschen bleibt, dass auch beidseits auf der verbreiterten Quaibrücke solche Abschrankungen angebracht werden, weil sich sonst auf deren ganzen Länge ein kombinierlicher Fussgängerverkehr quer über die Fahrbahn hinziehen und den Fahrverkehr nicht nur hemmen, sondern auch gefährden wird. Trolleybus und Parkierung in Lausanne. Die Einführung des Trolleybusbetriebes in Lausanne lässt die Vornahme gewisser Aenderungen der bisherigen Parkierungsvorschriften als geboten erscheinen. Um den Automobilverkehr zu erleichtern und Stockungen zu vermeiden, darf inskünftig auf den vom Trolleybus befahrenen Str&csen von weniger als H m Breite nur noch auf einer Seite parkiert werden. Verboten ist dabei das Abstellen von Fahrzeugen auf der rechten Strassenseite bei der Fahrt in Aufwärtsrichtung. Gegenwärtig fallen unter diese Parkierungsbeschränkung die Strecken Bahnhof-Ouchy über Avenue de Ia. Harpe, Lausanne-St. Franc.ois-Ouchy und Port de Pully. Zü»dhie» Notizen TCS-Pavillon auf dem alten Tonhalle-Areal in Zürich. Einer Mitteilung der Sektion Zürich des T.C S. entnehmen wir, dass die Meldung über den vom Touring-CIub während der Landesausstellung zu errichtenden Touristik-Pavillon über Details berichtet, die noch nicht feststehen So kommt z. B. die Erstellung einer Tankanlage in Verbindung mit diesem Pavillon nicht in Frage. Sobald das endgültige Projekt bereinigt vorliegt, wird der T.C.S. die Oeffentlichkeit über die Aneeleaenheit orientieren