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E_1939_Zeitung_Nr.005

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Zweifel «i liehen, wurde aus dem andern Lager «las Argument entgegengehalten, dass In diesem Fragenkomplex einzig and allein der gesamtschweizerische Standpunkt den Ausschlag gebe. Sofern, in diesem Licht betrachtet, der Kisten den Vorzug verdiene, dann haben, selbst bei allem Verständnis für die wirtschaftlich wenig beneidenswerte Lage, des Sernftales, örtliche Begehren zurückzutreten. Zu dieser Auffassung bekannte sich in einem wohlabgewogenen Votum auch Landarnmann Dr. Gallati: Eidgenössische, militärische Gründe fallen hier entscheidend ins Gewicht. Dürfe schon deshalb die Kistenstrasse nicht grundsätzlich abgelehnt werden, so sei dabei im weitern auch die Tatsache in Rechnung zu stellen, dass heute niemand zu sagen vermöge, ob der Segnes, der Panixer oder der Kisten dem Kanton Glarus einen gröseern wirtschaftlichen Nutzen bringe. Bei der Divergenz der Meinungen, welche die Beratung zeitigte, kann es nicht überraschen, wenn eich eine Einigung über die von Dr. O. Hefti beantragte Resolution nicht erzielen Hess, deren Quintessenz darin lag, dass sich der Landrat für eine Strassenverbindung aus dem Raum Elm nach Graubünden ausspreche und die Regierung beauftragen sollte, sich bei den Bundesbehörden in erster Linie in diesem Sinn zu # verwenden. Den vielen Reden reifte als Frucht schliesslich doch nur der Beschluss, die Abstimmung über die Resolution auf die nächste Sitzung zu verschieben. In der Zwischenzeit soll versucht werden, eine Verständigung zwischen der Regierung und dem Antrageteller herbeizuführen. Ein positives und erfreuliches Resultat aber hat die Sitzung nach einer andern Richtung hin trotzdem erbracht: Der Bau der Klöntalerstrasse, die ein Teilstück der kommenden Prageistrasse darstellt, ist um ein wichtiges Stück vorangekommen. Auf eine Motion sämtlicher Landräte von Glarus-Rierlern gab nämlich die Regierung die Zusicherung ab, das Projekt für den Ausbau dieser Strasse noch im Lauf des Januars bei den Bundesbehörden zur Subvention anzumelden. Was schliesslich die Interpellation über den Bau der linksufrigen Walenseestrasse anbelangt, die sich danach erkundigte, ob mit den Arbeiten nicht unverzüglich begonnen werden könne, so wies Ständerat Hefti in seiner Antwort darauf hin, dass die Angelegenheit nach dem Landratsbeschluss über den Ausbau dieser Strasse erledigt sei. Eine neue Jurastrasse. Die Strecke Aarau-Basel wird verkürzt. Zwischen dem Aare- und Rheintal ist ein neuer Uebergang über die Höhenzüge des Jura erstanden. Der Kanton Aargau hat nämlich sein Teilstück der neuen Strasse, die Aarau-Erlinsbach über die Barmelweid und die Saalhöfe über Kienberg mit Frick und Basel verbindet, fertiggestellt. Mit der Verwirklichung dieser «Direkten» verkürzt sich für die Stadt Aarau und ihr Hinterland im Suhren-, Wy- •nen-, See- und Reusstal die Distanz nach Basel um 9 km gegenüber der Hauensteinroute und um 11 km im Vergleich mit der Benützung der Staffeleggstrasse. Zu dieser verkehrstechnischen Verbesserung gesellen sich auch strategische Vorteile, beherrscht doch die S'aalhof-Strasse einen grossen und wichtigen Raum des Juras. An die Baukosten von 560,000 Fr. trug der Bund 187,000 Fr. bei. Zu noch gesteigerter verkehrswjrtschaftlicher und militärischer Bedeutung wird die Strasse gelangen, wenn sie der Kanton Solothurn bis nach Kienberg weiterführt. F E U I L L E T O N Rätsel um Muriel. Roman von Johann Friedrich. 6. Fortsetzung. « Ich bin überzeugt davon. Und jetzt nimm dich zusammen. Ich glaube, es ist im Interesse der Sache, dass wir als leidlich glückliches Ehepaar auftreten.» Sir Andrew Law hätte sich an diesem Vormittag die vielen Schliche ersparen können, mit denen er den Radscha Nikhil kunstvoll am Verlassen des Hotels zu verhindern sucht. Der Radscha ist nämlich selbst neugierig darauf, Mrs. d'Andrade am Arme ihres Gatten erscheinen zu sehen. Mit seinen Vorschlägen für Ausgänge und Spazierfahrten meint er es durchaus nicht ernst, er lässt sich nur von den gesellschaftlichen Fechterkünsten des Majors unterhalten, während er in aller Ruhe durch einen Strohhalm kühlende Getränke zu sich nimmt und sich auf der Terrasse am Hoteleingang in der Sonne sehr wohl fühlt. Das Befinden des Majors ist problematischer. Während er mit aller Kraft den Fürsten Nikhil durch seine Unterhaltung zu fesseln sucht, erinnert er sich unwillkürlich an alle Handelsagenten, mit denen er je zu tun hatte. Sehr viele sind es nicht, aber immerhin gibt es grosse und kleine, bescheidene und unverschämte, hübsche und hässliche darunter. Sir Andrew stellt sich Muriel am Arme jedes einzelnen von ihnen vor und kommt zu dem Resultat, dass er im Grunde auf alle gleich eifersüchtig ist. Doch das sind schliesslich nur Ausgeburten seiner Phantasie. Weit schlimmer ist noch, dass an einem wenig entfernten Tisch ein Herr Platz genommen hat, der, obwohl durchaus diskret gekleidet, durch seine Grosse und sein kühnes Profil viele Blicke auf sich lenkt. Major S#a*assenveB»i«4&h» Thurgauer Verkehrsunfallstatistik 1938. Fußgänger und Radfahrer machen schlechtere Figur als 1937. Den Mitteilungen der Thurgauer Kantonspolizei zufolge sind 1938 im Gebiet des Kantons insgesamt 498 Verkehrsunfälle gemeldet worden (gegen 534 im Jahr 1937 und 478 im Jahr 1936). Dabei ergibt die Verteilung der Unfälle auf die Wochentage folgendes Bild : Montag 75 Freitag 80 Dienstag 63 Samstag 57 Mittwoch 71 Sonntag 79 Donnerstag 73 Die Vormittage sind mit 118, die Nachmittage mit 274 und die Stunden nach Einbruch der Dunkelheit mit 106 Unfällen «belastet». Der Petrolgeologe Dr. J. Kopp (Luzern) hat in der Sektion Waldstätte des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins einen Vortrag über die Erdölfrage in der Schweiz gehalten, wobei er die Situation wie folgt schilderte : Mögliche Vorkommen. Die ersten Erdölfdrschungen wurden während des Krieges von Dr. A. Heim und Dr. Hartmann durchgeführt; sie galten hauptsächlich der Erdölanzeichen führenden Molassezone am Jura von Genf bis Aarau. Erdölspuren wurden gefunden bei Dardagny {Genf), am Talertbach bei Chavornay, bei Orbe, bei Murgenthal, und am Gönhard bei Aarau, An Klüfte gebundene Asphalt-Imprägnationen traten bei Eclepens auf und im Valde-Travers besitzt die Schweiz ein Asphaltvorkommen, das bereits mehrere Millionen Tonnen geliefert hat. Eine seit Jahrhunderten tätige Erdgasquelle lieglt unweit Cuarny bei Yverdon. Die Vorschläge Heims zur weiteren Forschung wurden leider nicht befolgt. Mit Hilfe eines freiwilligen Arbeitsdienstes, subventioniert vom Kanton Luzern und Bund, wurden dann weitere Untersuchungen in der Gegend von Pfaffnau und Langenthai und in bernischen Seeland durchgeführt, wobei man^ zwei für Explorationen bedeutungsvolle Antiklinalen feststellte. Auf Gasvorkommen, die möglicherweise mit Erdöllagern zusammenhängen, stiess der Referenz im Ricken, in Tuggen, im Druckstollen des Wäggitalkraftwerks und dem des Semf-Niedernachwerkes bei Engi; Oelspuren lieferte die Bohrung Tuggen und petrolrüchige Sandsteine das Entlebuch sowie die Potersalp am Säntis. Bei sichtigem Wetter ereigneten sich deren 310, bei unsichtigem 188- Weiteres aufschlussreiches Detail: in 353 Fällen war die Strasse trocken, in 145 nass oder schlüpfrig. Währenddem die Zahl der tödlich verletzten Verkehrsopfer von 18 im Jahr 1937 auf 20 angestiegen ist (11 Männer, 3 Frauen und 6 Kinder) registriert man bei den Schwer- und Leichtverletzten einen Rückgang von 88 auf 84 resp. von 268 auf 252, wobei allerdings die Frage offen bleibt, wo die Grenze zwischen den Begriffen «schwero und tleichte» Verletzung liegt. Wiederum spielen bei den Verstössen, die zu Unfällen geführt, falsches Ueberholen oder Einbiegen, die Einhaltung der unrichtigen Strassenseite und Unachtsamkeit die Hauptrolle. Das alte Lied! Einen wichtigen Fingerzeit dafür, wo die Unfallverhütung in vermehrtem Masse einzusetzen hat. liefert im übrigen die Feststel- ausländischen Fachleuten einig. Die Bohrung von Tuggen lässt sich mangels einwandfreier Durchführung nicht als schlüssiger Beweis für das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein abbauwürdiger Erdöllagerstätten werten. Gegenwärtig wird nun von einem belgischen Unternehmer in Cuarny und Servion (Lausanne) gebohrt; bei 1700 m hat man in Cuarny starke Gasspuren entdeckt, ebenso auch bei Servion in weniger grosser Tiefe. Bis auf 3000 m Tiefe sollen die Bohrungen nötigenfalls getrieben werden, da die erdölhaltigen Gesteine erst in den tiefen Schichten erwartet werden. Ein bedeutender holländischer Fachmann, der Chefingenieur der holländischen Staatsminen Herr Ing. Dr. Van Waterschoot van der Gracht, ist geologischer Ratgeber dieser Bohrungen. Er bejaht die Möglichkeit, ausbeutbares Erdöl anzutreffen, unbedingt sowohl für die genannten Stellen der Westschweiz wie für das ganze Alpenvorland und führt die Erfahrungen vom Wiener Becken als Beweis an. Allerdings sei Mut notwendig, das unvermeidliche Risiko zu tragen, denn ohne diesen Mut werde nie ein möglicherweise vorhandenes neues Oelfeld erschlossen. Aehnlich fordert der Sekretär der Vereinigung schweizerische Erdölgeologen und Erdölingenieure, dass die schweizerische Erdölfrage nicht länger ausschliesslich bei den wissenschaftlichen Kommissionen bleibe, sondern zu planmässigen Tiefbahrungen Anlass gebe. In allen andern Ländern löst man die theoretische Frage nach Erdölvorkommen durch praktische Versuche — die Schweiz ist heute fast das einzige Land, in dem die Erdölexploration keine staatliche Unterstützung erfährt, Ueber die Erdölmutterformation, der dieobwohl bei den militärischen Behörden Explorationsbohrungen als im Landesinteresse Anzeichen entstammen, ist man sich übrigens weder bei den schweizerischen noch bei den liegend begrüsst würden. Law hat ihn sofort erkannt Es ist Don Aguülar, der Dompteur aus dem Zirkus Farroll. Sollte etwa auch diesen — diesen Artisten die Eifersucht hergetrieben haben ? Ein scheusslicher Gedanke. Sir Andrew betrachtet Don Aguillar mit so durchdringenden Blicken, dass der Radscha, einen Zusammenstoss fürchtend, schon einschreiten will. Aber der Tierbändiger nimmt die Herausforderung nicht an. Er dreht seinen Stuhl zur Seite und lässt sich eine Zeitung geben. Natürlich hat er keine Ahnung, was dieser Engländer eigentlich von ihm will, der ihn so aufdringlich ansieht, aber da er Mut und Kraft nicht erst in irgendwelchen Rencontres zu beweisen braucht, ist es ihm auch gleichgültig. Er hat andere Dinge im Kopf. Dieses Schiff, das er schon so gut wie gekauft hat, diese Ladung, die sein Freund Riveralta so dringend braucht — wann, zum Teufel, wird dieser wucherische Kommissionär endlich selbst auftauchen ? Er wird ihn schon zwingen, Farbe zu bekennen, und wenn er erst den Namen und Liegeplatz des Schiffes erfahren hat, dann wird es schlimmsten Falles auch ohne Kauf und Bezahlung gehen, verehrter Mr. d'Andrade ! Um die Lippen Aguillars spielt ein böses, entschlossenes Lächeln. Sir Andrew, der ihn unverwandt beobachtet, sieht darin die Bestätigung aller seiner Befürchtungen. Da gleitet geräuschlos ein Auto vor die Rampe. Ein Hotelpage springt hinzu, öffnet den Schlag und Charles d'Andrade steigt aus. Sir Andrew streift ihn mit prüfendem Blick. Ein sehr hübscher Mensch, urteilt er, sicher ein Landsmann, wahrscheinlich auch Offizier, keinesfalls der erwartete Handelsagent d'Andrade. Schon ist er im Begriff, sich wieder abzuwenden, da bemerkt er, dass der Fremde einer Dame aus dem Wagen hilft. Diese Dame ist Muriel. € Ich bin auch überrascht, Sir Andrew», sagt der Radscha zu seinem Begleiter, den er zum erstenmal fast fassungslos sieht, « aber ich kann mir nun manches erklären. > AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 17. JANUAR 1939 — N° 5 Schweizerisches Erdöl ? Ausbeutungsmöglichkeiten bestehen, aber Bohrungen sind notwendig. « Wie meinen Hoheit ? » fragt der Major noch immer abwesend. « Mister d'Andrade wird Agent einer Tierhandlung sein >, vermutet der Inder. « Dazu braucht man solche Burschen wie den da, und das würde auch seine Geschäfte mit diesem Aguillar erklären.» Don Aguillar hat die Situation schneller verarbeitet als Major Law. Sobald er Muriel erkannt hat, ist er aufgesprungen und dem Paare nachgeeilt. Auch er hat sich Mr. d'Andrade anders vorgestellt, doch da er heute ankommen soll, wird er es vielleicht doch sein. Und dann muss man ihn stellen, bevor jemand anders dazu Gelegenheit hat. Mit langen Schritten und ungehemmt durch gesellschaftliche Bedenken eilt der Dompteur dem jungen Paare nach. Doch auch er kommt zu spät. Charles und Muriel schweben bereits im Aufzug nach oben, als er die Halle betritt. Noch sehen ihnen einige Hotelgäste bewundernd und neidisch nach, aber für Don Aguillar sind sie nicht mehr zu erreichen. Der lautlose, aber sicher arbeitende Apparat der grossen Karawanserei schützt sie nun schon. c Herr und Frau d'Andrade sind weder persönlich noch telefonisch zu sprechen», bedauert der Herr an der Rezeption und schickt den kühlen Worten ein kleines Lächeln nach. — Wenn zwei so schöne junge Menschen sich wiedersehen, wollen sie allein sein, nicht wahr ? Don Aguitlar wendet sich wütend ab. Da ist nichts zu machen, das weiss er. Indes führt Muriel Charles in den Salon, den sie gemeinsam bewohnen und der ihre beiden Schlafzimmer trennt. < Dies ist neutrales Gebiet», bemerkt sie etwas spöttisch, * auch einem Bräutigam erlaubt. » « Danke », sagt Charles, und dann : t Was wollen denn Sie hier ? > Aus einem Sessel im Hintergrund hat sich ein schmächtiger, kleiner Herr erhoben, auf hing der Polizei, dass die Fussgänger und Radfahrer bei einem Vergleich mit 1937 schlecht wegkommen, weil sie trotz des Rückgangs der Unfallziffern mehr Unfälle auf dem Kerbholz haben als im vorangegangenen Jahr. Besonders auffällig wirke dabei die starke Beteiligung der Radfahrer mit rund einem Drittel (womit einmal mehr die Notwendigkeit und Dringlichkeit der von uns je und je betonten Aufgabe erwiesen ist, bei den Radfahrern zum Rechten zu sehen. Red.). Julier-Frequenz Im Dezember 1938. Im vergangenen Dezember passierten Insgesamt 1358 Motorfahrzeuge den Julier, die einzige ganzjährig fahrbare Nord-Südverbindung über die Alpen. Aus dem Vergleich mit dem selben Monat des Jahres 1937, der mit 1966 Fahrzeugen zu Buch stand, ergibt sich ein Ausfall von 608 Wagen, wobei die Annahme wohl kaum daneben trifft, dass dieser Rückgang mit dem sipäten Einrücken des Winters im Engadin in Zusammenhang steht Richtiggehend eingeschneit wurde es ja erst kurz vor Weihnachten. Von der absoluten Verminderung abgesehen, deckt die Dezemberstatistik auch gewisse Verschiebungen in der Zusammensetzung des über den Julier flutenden Verkehrs auf, wie die nachfolgende Zusammenstellung veranschaulicht: Herkunft d. Fahrzeuge 1937 1938 Graubünden 34 48 Uebrige Schweiz 27 28 Ausland 39 24 Hat sich somit der Anteil der fanKanton Graubünden stehenden Fahrzeuge um 14 % erhöht, so ist gleichzeitig die Quote der aus fremden Landern kommenden Wagen tun 15 % gesunken, eine Entwicklung, wozu wohl wiederum der bis weit in den Dezember hinein herrschende Sohneemangel und damit die Unmöglichkeit zur Ausübung des Wintersports beigetragen hat und welche die Vermutung nahelegt, dass es sich namentlich bei den Wagen mit ausländischer Nummer wohl mehrheitlich um eigentlichen Durchgangsverkehr gehandelt haben könnte. Dagegen ist das Betreffnis der aus der übrigen Schweiz stammenden Wagen unverändert geblieben. Signallslerung der Glatteisgefahr am Lowerzersee. Rer Regierungsrat des Kantons Schwrs hat sich angesichts der ausserordentlich hohen Schleudergefahr auf der Strassenstrecke am Lowerzersee jmigchon dem Ottenrank und dem Steinbruch bei Seewen entschlossen, versuchsweise durch je ein Gefahrensignal Nr 2, das ein Rechtecksignal mit der Aufschrift «Schleudergefahr» träsrt. in der Nähe des Ottenrankes und der Seewenbriicke in Seewen besonders kenntlich gemacht, eine Massnahme, die von den Automobilisten dankbar anerkannt werden wird. V dessen schmaler Nase ein randloser Zwicker balanziert. « Martinez >, stellt er sich vor, c Dr. Martinez, Nervenarzt und Beauftragter des Präsidenten Sabanillos.» « Wie kommen Sie denn hierher ? > « Ich vertrete heute den Hotelarzt», erklärt mit schiefem Lächeln Dr. Martinez auf englisch. «loh tue das, um Ihnen als erster zu begegnen, Mr. d'Andrade. Und nun können wir wohl über unser Geschäft sprechen. » « Nein ! » sagt Charles ganz ruhig. «Ich komme morgen in Ihre Sprechstunde. Jetzt will ich mit meiner Frau allein sein.» Ehe der überraschte Arzt eine Gegenwehr auch nur versuchen kann, wird er von Charles wie ein Kind hochgehoben und sanft vor die Tür gestellt « So ! » atmet Charles auf. c Endlich allein ! » c Wenn das deine Braut hörte ! > mahnt Muriel und freut sich über den Schreck, den diese Vorstellung bei Charles hervorruft. m. Ein biederer Seebär. Das Estaminet c Peau d'Ours » ist em kleines Lokal auf dem Montmartre. Es verfügt über eine ungemein lasterhafte Fassade und wird Abend für Abend abenteuerlustigen Fremden von Cooks Reisebüro als Typ des gefährlichen Apachenlokals gezeigt. Natürlich ist es zu dieser Zeit garantiert harmlos, die fürchterlichen Unterweltler haben es nur auf Trinkgelder abgesehen und ihre verworfenen Liebsten sind in Wirklichkeit kleine Näherinnen oder Aehnliches und zum Teil geradezu tugendhaft Es ist noch sehr die Frage, wer sich innerlich moralisch mehr entrüstet, siexoder die Damen aus der Fremde, von denen sie mit leichtem Gruseln betrachtet werden. Jedenfalls ist das c Peau d'Ours » als Zielpunkt des Fremdenverkehrs bei der Polizei nicht schlecht angeschrieben. (Fortsetzung folgt.)

DIENSTAG, 17. JANUAR 1939 AUTOMOBIL-REVUE a IN SÜDAFRIKA Abermals ein Maserati-Sieg In Südafrika. Diesmal Cortese vor Altken auf ERA. Als zweites Rennen der südafrikanischen Automobilsportsaison wurde am vergangenen Samstag auf einer 7 km 240 langen, 20 km von Kapstadt entfernten Runstrecke der Grosvenor Grand Prix ausgetragen, der so ziemlich die gleiche Beteiligung sah wie der am 2. Januar durchgeführte Grosse Preis von Südafrika. Auf Grund der Trainingsergebnisse zog Luigi Villoresi (Maserati) als ausgesprochener Favorit ins Treffen, legte er doch die schnellste Runde in 3:22,2 hin, während Taruffi (Maserati) auf 3 :24,8, Cortese (Maserati) auf 3 : 25,2, Mazzacurati (Maserati) und Earl Howe (ERA) auf 3 : 25,6, und Hug, Schweiz (Maserati) auf 3 :32 kamen. Im Rennen selbst dominierte indessen Cortese, der vor 14 Tagen aus dem Grossen Preis von Südafrika in East London hinter Villoresi als Zweiter hervorgegangen war. Eine Schilderung des Rennverlaufes liegt bei Redaktionsschluss noch nicht vor, so dass wir für heute mit den Resultaten vorlieb nehmen müssen. Klassement: 1. Cortese, Italien (Maserati). 327 km In 2:38:41,6. 2. Aitken, England (E.R.A.), 2:44:33,6. 3 Ghiappini, Südafrika (Maserati), 2:44:62. IN FRANKREICH Erste Probefahrten des neuen Talbot. Am letzten Donnerstag startete der neue 6-Zylinder-4,5-Liter-Rennwagen der Talbotwerke in Gegenwart der Presse und einer Reihe weiterer geladener Gäste in Montlhe'ry zu seinen ersten Versuchsfahrten. Trotz nasser Piste kamen Carriere, Lebägue und Morel auf der Zementbahn auf Durchschnittsgeschwindigkeiten von 215 km/St., wobei versichert wird, dass man den Motor weitgehend geschont habe. Alle drei Fahrer sind der Meinung, dass aus der Neukonstruktion, die wir vor 8 Tagen kurz würdigten, eine Geschwindigkeit von 240 km/St, spielend herauszuholen sei. In Pau und Monaco wird dieser Wagen seine Feuerprobe zu bestehen haben. IN DEUTSCHLAND Die Auto-Union unternimmt keine Rekordversuche. Entgegen allen Gerüchten und Presscmitteilungen, die wissen wollten, dass sich auch die Auto-Union an den geplanten Rekordversuchen auf der Dessauer Rennstrecke beteilige, die in der zweiten Januarhälfte stattfinden sollen, stellt die Chemnitzer Werkleitung nunmehr offiziell fest, dass keinerlei Absicht besteht, während der Wintermonate derartige Versuchsfahrten zu unternehmen. « Wir stehen grundsätzlich auf dem Standpunkt » — so bemerkte die Auto-Union unserem Mitarbeiter gegenüber —, «dass' während der winterlichen Jahreszeit Rekordversuche unzweckmässig sind, da die atmosphärischen Bedingungen eine zusätzliche Gefährdung der Fahrer und eine Beeinträchtigung der Maschinenleistungen zur Folge haben. Wir werden uns deshalb, auch wenn Mercedes-Benz Rekordversuche durchführen sollte, an diesen Versuchen in keiner Weise beteiligen. > Woraus eindeutig hervorgeht, dass also nur das Untertürkheirner Werk Rekordversuche plant und sie durchführen wird, sobald dies die Witterungsverhältnisse gestatten, b. Von Rennmannschaften and Privatfahrern Was hat Comotti vor ? Als im vergangenen Frühjahr die auf Grund der neuen Grand-Prix-Formel konstruierten kompressorlosen 4,5-Liter-Delahaye-Rennwagen aufs Tapet kamen, da engagierte Frau Lucy Schell, welche die Betreuung der «Ecurie Bleue > übernommen hatte, als Spitzenreiter Rene Dreyfus und als zweiten Piloten den Italiener Franco Comotti. Die beiden Fahrer gingen bis zur Coppa Acerbo sozusagen an sämtlichen Rennen au den Start. An der erwähnten italienischen Veranstaltung passierte es dann, dass Comotti gegen die Teamordre verstiess und Dreyfus rundenlang behinderte. Worauf Mme Schell dem fehlbaren Piloten für die begangene Unsportlichkeit insofern einen strengen Verweis erteilte, als sie ihm für einige Rennen Startverbot auferlegte und als zweiten Fahrer den Franzosen Raiph engagierte. Comotti ist dann allerdings bis zum Schluss der Saison nie mehr auf der Bildfläche erschienen und auch im Hinblick auf die kommenden Rennen ist von ihm mit keinem Wort die Rede. Vielmehr gelten Dreyfus und Raph als endgültig verpflichtet Weshalb es denn auch abwegig ist, wenn eine deutsche Fachschrift behauptet, Comotti hätte infolge Schwierigkeiten mit Frau Schell Delahaye den Rücken gekehrt; es sei denn, er habe diese Schwierigkeiten durch sein unsportliches Verhalten an der letztjährigen Coppa Acerbo selbst heraufbeschworen. Carriere und Lebegue bei Talbot. Nachdem Herr Lago, der Verwaltungsratsdelegierte von Talbot, kürzlich die Zusammensetzung seiner Rennmannschaft pro 1939 bekanntgegeben hat, wird nunmelr mitgeteilt, dass die Unterzeichnung der Verträge durch Carriere und Lebegue am letzten Wochenende erfolgt sei. Die Versuchsfahrten mit dem komipressorlosen Sechszylinder-'Rennwagen wurden fortgesetzt, wobei dieser Zeugnis seines hervorragenden Beschleunigungs- und Bremsvermögens abgelegt haben soll. Die Auto-Union-Rennmannschaft wird sich in der kommenden Saison, wie Rennleiter Dr. Feuereissen anlässlich der Besichtigung der Grand-Prix-de-Franoe-Rundstrecke in Reims mitteilte, mit Sicherheit aus Nuvolari, Müller und Meier zusammensetzen. Stuck ist für die verschiedenen Bergrennen verpflichtet und dürfte ausserdem an einigen Rundrennen an den Start gehen. Wahrscheinlich sei auch die Verpflichtung des Schweizers Christian Kautz, dagegen ist von Hasse, nirgends die Rede. Doch darf — wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren — auch sein Engagement als gesichert gelten. UNION AG. SCHNEEKETTENFABRIK BIEL Generalvertreter Henri Bachmann Biel, Spitalstrasse 12 b, Telephon 48.42 Genf, Rue de Fribourg 3, Telephon 26.343 Zürich, Löwenstrasse 31, Telephon 58.824 Die ächten Union-Schneeketten sind in allen Garagen und Fachgeschäften erhältlich. Verlangen Sie aber ausdrücklich Original-Union-Schneeketten mit der Armbrustplombe. Der Streekenplan zur 18. internationalen Sternfahrt nach Monte Carlo, »••^ Wggi + Wüthri* Sternfahrten Beginn der internationalen Sternfahrt nach Monte Carlo. Heute Dienstagnachmittag nimmt das 18. internationale Automobilrallye nach Monte Carlo, zu dem — wie schon berichtet — 129 Konkurrenten ihre Meldung abgegeben haben, mit dem Start der von Palermo losrollenden Teilnehmer ihren offiziellen Anfang. Da wir in der Freitagnummer ausführlich auf diese grösste automobiltouristische Veranstaltung zu sprechen kommen werden, begnügen wir uns heute mit der Wiedergabe der einzelnen Fahrtrouten. Start in Palermo. (17. Januar, 13.23 bis 13.40 Uhr. — 4090 km. — 497 Punkte.) Palenno - Messina - Reggio - Neapel - Rom - Padua - Ljubljana - Wien - München - Ulm - Strassbure - Dijon - Lyon - Grenoble - Monaco. Start in Tallinn. (17. Januar, 19.20 Ms 19.44 Uhr. — 3792 km. — 498 Punkte.) Tallinn - Riga - Kaunas - Königsberg - Warschau - Berlin - Hannover - Venlo - Brüssel - Reims - Dijon - Lyon - Grenoble - Monaco. Start in Umea. (17. Januar, 20.50 bis 20.51 Uhr. — 3632 km. — 496 Punkte.) Umea - Sundsvall - Stockholm - Helsingborg - Kopenhagen - Odense - Hamburg - Hannover - Venlo - Brüssel - Reims - Dijon - Lyon - Grenoble - Monaco. Start in Stavanger. (17. Januar, 22.08 bis 22.16 Uhr. — 3520 km. — 497 Punkte.) Stavanger - Oslo - Helsingborg - Kopenhagen - Odense - Hamburg - Hannover -.Venlo - Brüssel - Reims - Dijon - Lyon - Grenoble - Monaco. Start in Athen. (17. Januar, 22.20 bis 23.05 Uhr. — 3773 km. — 500 Punkte.) Athen - Saloniki - Sofia - Belgrad - Budapest - Wien - München - Ulm - Strassburg - Dijon - Lyon - Grenoble - Monaco. Start in Bukarest. (17. Januar, 22.23 bis 22.27 Uhr. — 3660 km. — 498 Punkte.) Bukarest - Cluj - Kassa - Olmütz - Prag - Frankfurt - Brüssel - Reims - Dijon - Lyon - Grenoble - Monaco. Start in John O'Groats. (17. Januar, 22.57 bis 2320 Uhr. — 3634 km. — 496 Punkte.) John O'Groat« - Aberdeen - Glasgow - Doncaster - Folkestone - Boulogne - Le Mans - Nantes - Bordeaux - Pau - Toulouse - Rodez - Lyon - Grenoble - Monaco. Start in Amsterdam. (20. Januar, 07.25 bis 07.51 Uhr. — 1452 km. — 468 Punkte.) Amsterdam - Venlo - Brüssel - Reims - Dijon - Lyon - Grenoble - Monaco. Llmerick-Grand-Prix findet nicht statt. Der im internationalen Sportkalender unterm 7. August ausgeschriebene, den Rennund Sportwagen reservierte Grosse Preis von Limerick in Irland ist offiziell abgesagt worden.